Leserstimmen zu
und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus

Doris Anselm

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Doris Anselm erzählt eindringlich von Veränderungen im Leben, dabei gehen alltägliche Momente ins Surreale über und unscheinbare Gegenstände werden zu bedeutungsschweren Symbolen. 16 Geschichten, die den Blick für das Wesentliche schärfen, den auslösenden Moment, der kleine oder große Veränderungen zur Folge hat. Erzählungen, die berühren, unterhalten, mitunter verwirren und viel Deutungsspielraum lassen. Die bildhafte Sprache, durchsetzt mit ungewöhnlichen Metaphern und Vergleichen, macht die Geschichten lebendig und fesselnd, wobei einige Formulierungen noch lange nachwirken. Außergewöhnliche Geschichten, die an den Erfahrungsschatz des Lesers anknüpfen und ihn entsprechend berühren oder auf Distanz halten. Allein gemein ist die präzise Beobachtung und Vielschichtigkeit, klar formuliert und gut komponiert.

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Sechzehn Kurzgeschichten in einem Roman. Sechzehn Szenen aus dem Leben junger und alter Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wir begegnen Egoisten, mutigen Personen, Gewinnern und Verlierern. Doris Anselm hat einen sehr besonderen Erzählstil, auf den man sich allerdings erst einmal einlassen muss. Sie schreibt sehr ruhig - mit einer Prise Melancholie, doch dabei auch so kraftvoll und mit teilweise verstecktem Witz. Dank ihrer außerordentlich großartigen Beobachtungsgabe sind auch noch so traurige Geschichten unglaublich bunt; tiefgründig sowieso. Im einen Kapitel stehen die Personen im Vordergrund, im nächsten das Geschehen. Manche Protagonisten können wir bei ihrer Weiterentwicklung beobachten, manches bleibt der Fantasie der Leser überlassen. Ich habe "und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus" über Wochen gelesen. Immer wieder griff ich zum Buch und las zwei, drei Erzählungen. Grundsätzlich regten mich die Gedanken, die Aussagen der Autorin zum Nachdenken an. Manches musste ich sacken lassen, manches amüsierte mich lediglich. Ich kann ehrlich sagen: Ich bin ein wenig verliebt in Doris Anselms Art zu Schreiben. Ihre kurzen Geschichten waren für mich perfekt portioniert. Von der Autorin wird man sicherlich noch einiges hören; hoffe ich!

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Doris Anselm versammelt in ihrem neuen Buch Erzählungen, die von der Flucht auf das Land handeln, vom Älterwerden, Alleinsein und Erwachsenwerden; von Gewinnern und Verlierern. Almut und Linne leben in einer Kleingartenanlage. Unerlaubterweise und in ständiger Angst, von dem Wegwart entdeckt zu werden. Janina scheint hingegen nie im Leben angekommen zu sein und bringt sich schließlich um. Oder war es doch ein Selbstmordanschlag? Um sie herum Schaulustige, die den Blick nicht abwenden können. In einer weiteren Erzählung führt uns der Ich–Erzähler zu einem Treffen zwischen ihm und seinem Freund Adrian. Beide haben zusammen die Akademie besucht. Gleich zu Beginn wird klar, dass es sich nicht um eine normale Akademie handeln kann, denn alle Absolventen müssen eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Und so ist der Leser auch nicht darüber verwundert, dass der Ich-Erzähler während des Essens mit Adrian durch den Hinterausgang fliehen muss. Egal was der Leser, bevor er die erste Seite des Buches aufschlägt, erwartet, er wird sich schnell in die Geschichten von Doris Anselm einfinden. Es sind Geschichten, die jeder Gast im Zug oder in einem Café schon einmal aufgeschnappt haben könnte. Von der Neugier gepackt, möchte man dem ein oder anderen Gespräch auch gerne mehr entlocken, mehr erfahren, über die Gegebenheiten die gerade geschildert werden. Denn Doris Anselm besitzt das Gespür, diejenigen Geschehnisse des Alltags einzufangen, die uns in dem Moment ihres Eintritts unwichtig erscheinen, im Rückblick aber als Wendepunkte der jeweiligen Biografie betrachtet werden können.

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Rezension

Von: Thrillerkiste

30.10.2017

Doris Anselm hat in diesen Buch eine literarische Hochleistung gebracht. Die Geschichten, welche sie erzählt sind nicht nur emotional, tiefberührend, sonderd auch unterhaltend. Sie sollen zum nachdenken anregen. Welche Situationen lassen Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens ankommen? Diese Frage bearbeitet Doris Anselm mit sehr viel feingefühl und lässt den Leser zu einem Denkanstoß kommen, an dem ich zeitweise wirklich nachgedacht habe. Welche Erlebnisse haben mein Leben verändert? War mir der Wendepunkt überhaupt bewusst? Ich habe durch das Buch gemerkt, dass es gut ist manchmal einfach kurz inne zu halten und über das Leben nachzudenken. Die Zeit geht so schnell an uns vorbei, dass wir überhaupt nicht mehr über den Sinn nachdenken. Wir leben zu schnell und die Kurzgeschichten dieses Buches laden ein nachzudenken. Tolles Buch - 5 von 5 Punkte.

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Was waren so meine Gedanken beim lesen? Fallen wir nun mal ganz salopp mit der Tür ins Haus und sprechen über Gefühle. Nämlich die, die ich beim Lesen von "Und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus" hatte. Da steht definitiv ganz oben auf der Liste Verwirrung. Weiter geht es mit Faszination, Entsetzen und zwischendurch war ich auch aufgebracht. All diese Gefühle änderten sich stetig während des kompletten Buches. Nur die Verwirrung blieb. Diese löste sich erst, als ich die Erzählungen sacken ließ. Jetzt gehen wir mal mehr ins detail Die Erzählungen in "Und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus" sind allesamt in einem leicht zu verdauendem Schreibstil verfasst. Dennoch haben sie eine inhaltliche Tiefe und teilweise Kuriosität, dass ich erst einmal ausgiebig darüber nachdenken musste. Dann aber ergeben die Erzählungen schon mehr Sinn und das Buch wird zu einer schönen Lektüre. Eine Lektüre, die mich zumindest zum Nachdenken angeregt hat. Ich möchte hier jetzt nicht genau auf meine Gedanken eingehen, denn meiner Meinung nach ist dieses Buch eines, dass von jedem anders gesehen wird, je nach Lebenslage. Was mir auch sehr gefallen hat, ist die Struktur des Buches. Die Erzählungen sind alle in einer angenehmen Länge geschrieben, sodass es beim Lesen nicht eintönig wird. Auch fand ich schön, dass man manche Charaktere wieder getroffen hat. Das gab mir persönlich das Gefühl von einem Zusammenhang. Kommen wir nun zum Cover... Denn dieses hat mich direkt angesprochen. Ich hätte das Buch beinahe bestellt ohne überhaupt den Klappentext gelesen zu haben. Die Schwimmer auf dem Bild drücken, meiner Meinung nach, die Dynamik der Erzählungen aus. Auch die Bewegungen, die in dem Buch herrschen, werden hier sehr verdeutlicht. Desweiteren symbolisiert das Schwimmen auch den "Gegenschlag" aus dem Titel. Denn beim Schwimmen schlägt man ja gegen das Wasser an , um dann irgendwann ans Ziel zu kommen. Ähnlich, wie ich es bei den Erzählungen empfunden habe. Kommen wir zu meinem Gesamtfazit Wie immer am Ende nun meine kleine Zusammenfassung dieses Festes. Obwohl das Buch zu Beginn, das ein oder andere Fragezeichen bei mir hat auftauchen lassen, habe ich es nicht als ein schlechtes Buch empfunden. Ganz im Gegenteil. Ich fand es gut, mal von einem Buch gefordert zu werden, ein Buch zu haben, das sagt "Hey, denk mal über mich nach!". Das Cover, die Geschichten und der Klappentext, der mir persönlich auch ein wenig beim Verständnis half, geben ein stimmiges Bild ab und machen "Und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus" zu einer Lektüre, die ich so schnell wohl nicht wieder vergessen werde. Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar, es hat mir sehr viel Spaß gemacht :-)

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Inhalt: Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen. Doris Debüt besticht durch seine hellsichtigen Beobachtungen, sprachliche Reife und Vielschichtigkeit. Mein Lieblingsfazit: Meine Meinung: Da ich gerne Kurzgeschichtensammlungen lese, wollte ich diese hier, die sogar der Feder einer deutschen Autorin entstammt, unglaublich gerne lesen. Diese Wntscheidung bereue ich nicht, da es die Sammlung ist, die mir bisher am besten gefallen hat! Es gibt eine riesige Auswahl an Charakteren, Schauplätzen, Handlungen und natürlich auch Schreibstilen. Mal wird in der Gegenwart in der Ich-Perspektive, mal in der Vergangenheit und in der Perspektive eines Hauptprotagonisten berichtet. Mal geht es um Erlebnisse aus der Kindheit, mal um die Freundschaft von zwei alten Damen. Genau diese große Vielfalt ist es, die das Buch für mich zu so etwas besonderem macht. Hinzu kommt noch, dass Doris Anselms Wortschatz und auch ihre Kreativität auf einem unfassbar hohen Niveau stehen, sodass ihre Geschichten den Leser jedes Mal entweder amüsiert lächeln oder erschrocken oder verständnisvoll dreinblicken lassen. Dieses Buch hat meine positive Meinung zu Kurzgeschichten auf jeden Fall bestärkt und ich werde sicherlich noch einige weitere lesen! Mein Fazit: Dieses Buch kann ich jedem, der über die Vielfalt des Lebens lesen möchte, empfehlen! Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar! und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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Doris Anselms Geschichten entstehen aus ganz unterschiedlichen Erzählperspektiven. Mann oder Frau, Weltgeschehen, eine Reportage, aus dem Blickwinkel des Erlebens oder des Beobachtens - Frau Anselm lässt sich nicht festlegen. Sie bietet eine Mixtur der Geschichten, Erlebnissen und Gefühlen. Die Geschichten spielen sich auf unterschiedlichen Ebenen ab. Welche Wirklichkeit gilt? Und doch ist es wie im wirklichen Leben. Manchmal denken wir: Das kann doch nur ein Traum sein. Doris Anselm verwendet ungewöhnliche Bilder, manchmal stehe ich als der Lesende am Ende der Geschichte mit mehr Fragen als Antworten da. Manche Geschichte endet abrupt, ich frage mich, wie es weitergeht, bin nicht satt und fühle mich doch bereichert. Dieses kommt mir bekannt vor, nein, jenes geht so nicht. Manche Geschichte musste ich nochmals lesen. In vielen Geschichten sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkmächtigkeit besitzen. Und dies oft ganz indirekt. So etwa die metallene Schmuckfeder, die die Schülerin frei und den Mann einen besseren Lehrer sein lassen wird. In anderen Geschichten sind es die kleinen Dinge, die Verläufe deutlich werden lassen. Wie zum Beispiel der Kuchen, der nach und nach verschwindet - der Tee, der, es scheint viel zu schnell zu passieren, den Kaffee ersetzt. Anselm ist eine Meisterin der synonymen Verwendung von Situationen und Abläufen. Es ist der Reiz der Kurzgeschichte, dass ganze Welten en miniature auf wenigen Seiten aufgebaut werden oder einstürzen können - so weit geht Doris Anselm meist nicht. Sie lässt Leerstellen zum Weiterdenken und sie nützt den ganzen Raum einer Geschichte, um sie so weit wie nötig auszurollen, vielleicht, um zu sagen, was sie sagen muss. Oft sind es Momentaufnahmen in Lebensverläufen, die Anselm schildert. Sicher gibt es ein davor und ein danach. Doch so, wie Anselm ihre Geschichten schildert, wird das Danach jedoch nie wieder so sein wie das Davor. Dabei entwickelt sie wunderschöne/schlimme/überdenkenswerte Sätze und Szenen, die im Zusammenhang mit ihrer Geschichte oft den Atem stocken lassen - um dann zu denken, ja, das kommt mir richtig vor, oder: So habe ich das schon mal erlebt, aber nie bedacht. Auf manchen Gedanken zur Geschichte kam ich erst beim Lesen der nächsten. Doris Anselm stellt keine normativen Fragen. Sie moralisiert nicht. Sie beschreibt Szenen und deren Auswirkungen oder Szenen als Auswirkungen des Vorhergegangenen. Doch liegt es in der Natur der Sache, dass ich urteile. Als Leser denke ich meinen Teil. Nimmt die Autorin das billigend in Kauf, oder möchte sie mich dazu bringen? Deutlich macht Frau Anselm in ihren Geschichten, dass Erlebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven ebenso unterschiedliche Auswirkungen auf die Beteiligten haben. Was sich für mich als ungewöhnliches übergriffiges Erlebnis eines Mädchens liest, wird eine ewige Narbe auf der Haut und in der Seele eines Jungen und dem Mädchen eine Maske vor dem Gesicht hinterlassen haben. Ich stellte mir während der Lektüre des Buches oft vor, dass Frau Anselm sich beim Schreiben gefragt hatte, "was wäre wenn". Um ihre Geschichten zu erzählen brauchte Frau Anselm Beobachtungsvermögen, Einfühlung, Vorstellungskraft und eine wunderbar ausdruckreiche Sprache. Mich hat Anselms Buch "und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus" berührt, nachdenklich gemacht. Was ist im Leben Kulisse und was geht dahinter wirklich vor? Wie oft passieren mir solche Szenen wie: "Es war keine bewusste Entscheidung ( ... ), es passierte nur nichts anderes."

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