Leserstimmen zu
Bauchchirurg schneidet hervorragend ab

Ralf Heimann, Jörg Homering-Elsner

(3)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Vor knapp drei Jahren wurde die Facebook-Seite „Perlen des Lokaljournalismus“ gegründet, auf der Journalist Jörg Homering-Elsner Stilblüten und lustige Fehltritte aus deutschen Lokalzeitungen veröffentlicht. Da ich ja auch selbst als Lokaljournalistin tätig bin, war ich von dieser Seite von Anfang an begeistert – und nicht nur ich, denn mittlerweile hat die Seite weit über 260.000 Fans. Es folgten der Facebook-Ableger „Kurioses aus der Presseschau“ und schließlich 2015 das erste Buch „Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst“, das sofort zum Bestseller wurde. Homering-Elsner hat es zusammen mit seinem Kollegen Ralf Heimann veröffentlicht, der mich bereits 2013 mit dem Buch „Die tote Kuh kommt morgen rein“ begeisterte, einem Roman, in dem er herrlich amüsant über seinen Alltag als Lokaljournalist berichtet. Nun also folgt mit „Bauchchirurg schneidet hervorragend ab“ der zweite Band mit den besten Stilblüten aus „Perlen des Lokaljournalismus“. Und so viel vorneweg: Der Folgeband steht seinem Vorgänger in nichts nach! Wieder habe ich mich köstlich über die verschiedenen Zeitungsausschnitte amüsiert. Das Buch ist im Querformat gehalten, durchgehend vierfarbig gedruckt und auf jeder Seite ist ein einzelner Zeitungsausriss abgebildet. Meist sind es die Überschriften, die unfreiwillig komisch formuliert wurden und den Leser zum Lachen bringen. Beispiele: „Schnuppertag an der Biogasanlage“, „Illegale Böller: Finger weg!“ oder „Autofahrer ignorieren Straßenstrich.“ Oft sind es aber auch lustige Bild-Text-Kombinationen: Schließlich passt die Bildunterschrift so gar nicht zum Foto, wenn im Text von einer fröhlichen Runde die Rede ist, auf dem Bild aber alle Personen ziemlich bedröppelt aussehen. Auch super: „Polizeiliche Ermittlungen laufen auf Hochtouren“ – abgebildet ist ein Ordnungshüter in eher gemütlicher Körperhaltung mit den Händen in den Hosentaschen. Manchmal sind die Überschriften auch einfach in sich widersprüchlich, zum Beispiel „18jähriger Millionenerbe wurde erschossen. Todesursache nicht geklärt.“ Das Tüpfelchen auf dem i liefern die herrlichen Kommentare der Autoren zu den einzelnen Abbildungen. Da gibt es aber auch etliche Steilvorlagen wie etwa „Neuer Ratgeber: Was tun nach dem Tod?“ Ich persönlich finde es ungemein tröstlich, dass auch anderswo Fehler passieren und mir selbst in meiner Arbeit noch nie ein solch grober Schnitzer unterlaufen ist, der es in diese Sammlung geschafft hätte. Allerdings habe ich selbst schon einmal ein Fundstück aus dem Münchner Merkur an die Autoren geschickt, das dann sogar in Band 1 veröffentlicht wurde. Unterhaltsam ist das Buch aber nicht nur für Journalisten. Auch mein Mann hat beim Durchblättern immer wieder laut gelacht und mehrere Passagen laut vorgelesen, weil er sich so darüber amüsiert hat. Meiner Meinung nach ist das Buch auch sehr gut als Geschenk geeignet, denn wer lacht nicht gerne einmal auf Kosten anderer? 😉 Zum Abschluss noch ein praktischer Tipp: Band 1 hatte ich mir als eBook gekauft und das war definitiv ein Fehler. Denn schon im gedruckten Buch sind die Grafiken nicht immer von allerbester Qualität – dafür können weder Autoren noch Verlag etwas, schließlich stammen viele Abbildungen von Fans der Facebook-Seite und werden wohl schon nicht immer in bester Auflösung an die Autoren geschickt. Mein eReader aber stieß da definitiv an seine Grenzen, denn die Bilder werden darauf nur in schwarz-weiß abgebildet und die oftmals ohnehin schon klein geschriebenen Texte in den Grafiken lassen sich nicht so ohne Weiteres vergrößern. Mit dem Taschenbuch ist man da also in jedem Falle besser bedient.

Lesen Sie weiter

Das Cover gefällt mir und erinnert ein bisschen an die bereits bekannten Formate wie 'Die Welt in überwiegend lustigen Grafiken' und 'SmS von Gestern Nacht'. Das Buch der perfekte Stimmungsaufheller! Egal ob schlechtes Wetter, schlechte Laune oder doofem Gedingsdöns die lustigen Zeitungsausschnitte machen einfach Spaß. Je Seite ist ein Zeitungsschnipsel abgebildet mit kleinem Kommentar. An einem Stück würd ich das Buch nicht lesen, aber zwischendurch immer mal wieder ein paar Seiten macht süchtig :D Das passende Last-Minute-Geschenk für jeden Anlass, ich will mehr davon!

Lesen Sie weiter

Die schönsten – und lustigsten – Geschichten schreibt das Leben selbst. Oder besser gesagt, die Journalisten, die ein wenig neben sich stehen und etwas berichten sollen. Wenn Journalisten nämlich die Wortwahl nicht richtig treffen, Buchstaben verdrehen oder sonstige Fehler machen, dann kann man als Leser selbst bei einem noch so ernsten Thema auch mal in Gelächter ausbrechen. Von Buchstabendrehern und Denkaussetzern Dass dies gar nicht so selten vorkommt, beweist die Facebook-Seite „Perlen des Lokaljournalismus“. Hier senden Leser immer wieder Zeitungsausschnitte und Screenshots ein, die beweisen, dass auch die Damen und Herren vom Lektorat mal schlafen und Artikel einfach durchwinken. Mit dem Buch „Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst“ haben die beiden Gruppengründer und Journalisten Ralf Heimann und Jörg Homering-Elsner bereits eine amüsante Lektüre auf den Markt gebracht, mit „Bauchchirurg schneidet hervorragend ab“ erwartet uns nun der zweite Teil dieser Journalismus-Perlen. Schmunzeln, kichern, lachen 200 Zeitungsausschnitte haben sich die beiden Autoren herausgesucht, die sie für besonders amüsant gehalten haben. Dabei haben sie ein sehr gutes Händchen bewiesen, denn mit diesem Buch kann man endlich mal wieder herzhaft lachen. Es ist doch immer wieder herrlich, wenn Komik nicht erzwungen wird, sondern ganz zufällig passiert. So kichert man bei einer Schlagzeile wie „Schwarzfahren doppelt so teuer – EVAG erhöht von 40 auf 60 Euro“ oder muss kurz auflachen, wenn eine Zahnärztin, die sich in den Ruhestand verabschiedet, eine „Lücke hinterlässt“. Zumindest muss man aber bei Überschriften wie „Mord-Opfer fuhr selbst ins Spital“ grinsend den Kopf schütteln und fragt sich, ob der Verfasser des Titels „Rabiater Renault-Rentner rammt Rodelbahn“ auch für die Texte bei „Schwiegertochter gesucht“ zuständig ist. Alles in allem sind die in diesem Buch zu findenden Ausschnitte sehr gut ausgewählt und wissen zu unterhalten. Des Weiteren haben die Autoren es sich nicht nehmen lassen, die Schlagzeilen mit jeweils einem knappen Satz zu kommentieren. Diese Kommentare sorgen für einen zusätzlichen gelungenen Unterhaltungsfaktor.

Lesen Sie weiter

Die Facebookseite „Perlen des Lokaljournalismus“ ist eine Anlaufstelle, bei der Scans, Fotos und Screenshots verunglückter Formulierungen, vergurkter Headlines, unpassender Bildunterschriften und ähnlicher Pannen aus der Tagespresse eingereicht werden können. Eine Viertelmillion Fans hat die Seite. Da kommt ganz schön Material zusammen! Rund 200 der Highlights dieser Sammlung haben es jetzt in ein Buch geschafft. BAUCHCHIRURG SCHNEIDET HERVORRAGEND AB ist nach LEPRA-GRUPPE HAT SICH AUFGELÖST bereits der zweite band von Ralf Heimann und Jörg Homering-Elsner. Das Konzept ist schnell erklärt: Auf jeder Seite ist ein fehlerbehafteter Zeitungsausschnitt abgebildet, der mit einem launigen Spruch der Autorem kommentiert wird. Bei manchen Wortspielen frage ich mich, ob sie nicht beabsichtigt waren und die LeserInnen das nur nicht entsprechend zu schätzen wissen. ;-) „Optiker nach Einbruch fassungslos“ (Seite 7), zum Beispiel., oder „Schnuppertag in der Biogasanlage“ (Seite 6). Oder ist es doch ein Versehen, wenn getitelt wird: „Illegale Böller: Finger weg!“ (Seite 22) Das ja durchaus offen für Interpretationen. Volle Absicht sind sicher diese kleinen Meldungen, die eigentlich keinen Nachrichtenwert haben. Zum Beispiel, wenn die Polizei von Eichhörnchen bekrabbelt wird, ein „eiskalter Dieb“ einen Heizlüfter klaut, ein Schokoriegel geraubt wird oder irgendwelche Scherzkekse Wäscheleinen abschneiden, damit die frisch gewaschene Wäsche im Schmutz landet. Manchmal ist auf dem Dorf eben nicht mehr los. Dass Bild und Bildunterschrift nicht zusammenpassen, Blind- und Platzhaltertext stehenbleibt oder ein Beitrag so lange gekürzt und umformuliert wird, bis nur noch sinnfreier Unfug übrigbleibt, das sind Klassiker. Immer wieder nett sind auch Sinn entstellende Tippfehler oder leichte Missgriffe in der Formulierung. Da ist von der „Umfallchirugie“ die Rede (Seite 119 oder davon, dass sich Einbrecher mit „Motorhauben“ maskiert hätten (Seite 27). Es drängt sich die Frage auf, ob der Verfasser ein „Rad“ ab hatte … Ganz reizend missglückt ist auch die Formulierung „ Als Angestellter der Poststelle trägt er zum REGUNGSLOSEN Ablauf in der Kreisverwaltung bei.“ (Seite 36). War das ein freudscher Verschreiber? Putzig ist so manche nachträgliche Richtigstellung. Da müssen ja Texte in Druck gegangen sein, an denen rein gar nichts gestimmt hat. Wir leben eben in einer postfaktischen Zeit, auch in der Provinz. Für Auswärtige erweckt auch so mancher Ortsname merkwürdige Assoziationen: „Der Osterhase versteckt Ostereier in Scheiden.“ (Seite 192) Hm. Das hätten wir jetzt nicht gedacht! Das Büchlein hat man schnell durchgelesen. Es ist amüsante Unterhaltung für Leute, die an (unfreiwilligem) Sprachwitz ihre Freude haben. Wer aus der Branche ist, der wird erleichtert feststellen, dass anderen beim Schreiben auch mal was Dummes passiert. Es ist ja immer schön, wenn man selber nicht der Unglücksrabe war, der den allseits belachten Quatsch verzapft hat. Manchmal hätte durchaus noch ein zweiter Spruch mit auf die Seite gepasst. Das war schon beim Vorgängerband so. An passenden „Perlen“ dürfte ja kein Mangel herrschen. So gibt’s doch bisschen viel weißen Raum fürs Geld. Erstaunlich ist, was man doch an Fehlern überliest. Manchmal nimmt man das wahr, was gemeint ist und nicht das, was tatsächlich da steht. Den Buchstabensalat auf Seite 8 ist mir beim ersten Überfliegen der Meldung gar nicht aufgefallen. Das menschliche Gehirn ist offenbar sehr flexibel. Was natürlich kein Freibrief für den nachlässigen Umgang mit Sprache sein soll. Andererseits … wenn nur noch absolut Perfektes in Druck gehen würde, worüber sollten wir dann schmunzeln und lästern? So ein bisschen unfreiwillige Komik hat doch durchaus ihren Charme.

Lesen Sie weiter