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Leserstimmen (126)

Ellen Sandberg: Die Vergessenen

Die Vergessenen Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-328-10089-8

Erschienen:  27.12.2017
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Kundenrezensionen

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Grandios!

Von: Booklookingprincess Datum : 22.08.2018

https://www.instagram.com/booklookingprincess/

Ich fand den Schreibstil wirklich sehr ansprechend und gut gelungen. Er lässt flüssiges lesen zu. Ellen Sandberg schreibt über sehr sensible Themen, und beweist wahrlich viel Feingefühl und Empathie dabei. Obwohl ich zunächst sehr skeptisch dem Buch gegenüberstand, hat mich die Story von Anfang an gepackt und ich habe es eigentlich nicht mehr aus der Hand gelegt Hier wird wirklich sehr atmosphärisch erzählt. Der Spannungsbogen kann während des gesamten Buchs wirklich ausgesprochen gut gehalten werden. Die Art und Weise wie zwei Geschichten miteinander verknüpft werden ist wirklich sehr gelungen. Die Protagonisten sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben und waren während der gesamten Story immer gut spürbar! Auch die Perspektivenwechsel kommen immer zur rechten Zeit. Somit geht hier auch nichts an Spannung verloren. Insgesamt konnte mich dieses Buch durch diese solide und absolut glaubwürdige Story wirklich überzeugen, ich hatte wirklich viele schöne Lesestunden voller Emotionen damit.
Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht!

Von: Wuschel Datum : 10.07.2018

https://nichtnocheinbuchblog.wordpress.com

Manolis Lefteris erhält den Auftrag diverse Akten einer alten Frau abzunehmen. Für ihn scheint es ein absoluter Routine Fall zu sein. Doch während seiner Suche nach den Akten, lernt er die Dame Kathrin Mändler etwas besser kennen, oder besser gesagt ihr Geschichte. Eine Frau, die 1944 eine Stelle als Krankenschwester antrat, als der Krieg in vollem Gange war. Schnell begreift er, dass er einem Verbrechen auf der Spur zu sein scheint, das all die Jahre im Verborgenen lag. Nie wurde dafür jemand zur Rechenschaft gezogen. Doch sein Auftrag lautet lediglich die Unterlagen ausfindig zu machen. Vera, die Nichte von Kathrin Mändler und Journalistin, kommt dem Ganzen ebenfalls auf die Schliche und will damit an die Öffentlichkeit gehen. Wer schafft es zuerst an die Unterlagen zu kommen? Und wird die Gerechtigkeit doch noch siegen?

Das Buch habe ich vor knapp einer Woche beendet und bin immer noch absolut überwältigt davon. Ich bin nicht sonderlich gut darin ein Buch in seine Einzelteile zu zerpflücken, weil ich das eigentlich auch gar nicht will. „Die Vergessenen“ wird aus verschiedenen Perspektiven erzählte.

Einmal haben wir Vera, die aufstrebende Journalistin, zumindest wünscht sie es sich. An die Geschichte gerät sie eher durch Zufall und nur durch diesen blöden Zufall, ist es ihr überhaupt möglich eine Geschichte daraus zu machen. Oder sollte ich sagen: Die Wahrheit ans Licht zu bringen?!
Dann gibt es noch Manolis, der eigentlich nur einen Auftrag erledigen will. Einen von vielen, die er neben seinem normalen Leben noch erledigt. Aufgrund dessen heftet er sich, mehr oder weniger, an Veras Fersen. Lange bleibt dem Leser unklar, welche Rolle Manolis eigentlich in der Geschichte übernimmt.
Außerdem hätten wir dann noch Kathrin. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Erinnerungen einer jungen Frau während des Krieges. Das fand ich persönlich recht schön, da man somit auch noch mitten drin, statt nur dabei war.

Gegen Ende der Geschichte kommt dann noch ein Ort des Geschehens hinzu, aber den lasse ich außen vor, auch wenn er grandios in Szene gesetzt ist bzw. dem Ganzen noch einen besonderen Feinschliff gibt.

Besonders gefällt mir, dass Ellen Sandberg zwar fiktive Personen gewählt hat und das große Ganze fiktiv war, aber die einzelnen Hintergründe auf gewissen wahren Tatsachen beruhen. Es war mal wieder ein Zeichen dafür, wie wenig Ahnung wir doch eigentlich haben – oder wie viel in Vergessenheit geraten ist. Die Charaktere fand ich sehr schön gezeichnet, vor allem Manolis, von dem man eigentlich lange nicht weiß was man von ihm halten soll. Am Ende war ich fast ein bisschen traurig, die Protagonisten ihres Weges ziehen zu lassen, da ich sie so gern gewonnen hatte. Ich weiß gar nicht was ich noch groß zu dem Buch sagen soll, vor allem ohne zu viel zu verraten. Es hat mich gefesselt, gebannt und ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit:
Ein ganz klar zu empfehlender Spannungsroman mit viel Tiefgang.

Um das Vergessen nicht zu Vergessen

Von: annaikasbooks/annaika96 Datum : 27.06.2018

https://annaikasbooks.blogspot.de/

Inzwischen sind 73 Jahre seit Ende des 2. Weltkriegs vergangen. Die letzten Zeitzeugen werden alt oder sterben. Außer der Geschichtsunterricht in der Schule, Dokumentationen und Museen, erinnert nicht viel mehr an einzelne Taten. Das wollte die Autorin mit "die Vergessenen" ändern und zeigt den Lesern, einen Teil der wahrscheinlich düstersten Geschichte Deutschlands.
Erzählt wird zum einen die Geschichte der jungen Kathrin, welche 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt als Krankenschwester anfängt zu arbeiten. 2013 ist sie schon älter und erliegt einem Schlaganfall. Ihre Erinnerungen spielen sich während ihres Komas ab. Während sie also im Krankenhaus liegt, bekommt Manolis Lefteris einen neuen Auftrag: Er soll ein Dossier mit Unterlagen finden. Worum es sich bei den Unterlagen handelt, weiß er nicht und wie immer fragt er nicht, sondern nimmt seinen Auftrag einfach an.
Daneben taucht noch Vera auf , die Nichte Kathrins. Sie ist eine unzufriedene Journalistin, die lieber im Bereich Politik schreiben würde, anstatt über Beautytrends für Frauen ab 40.
Beide sind auf gewisse Weise unzufrieden mit ihrem Leben. Beide verbindet was: Die Unterlagen? Wo sind sie und was hat Tante Kathrin mit der Ermordung von Pfleglingen in Heil- und Pflegeanstallt zu tun?

Die Handlung als solche ist fiktiv, genau wie die Personen. Die Geschichte dahinter ist leider nicht fiktiv: Im 2. Weltkrieg wurden nicht nur "nicht-arier" getötet, sondern auch Menschen mit einer Behinderung oder andersweitig Kranke. Leider ging dies nach Ende des Krieges oftmals unter und viele Nazis, Ärzte und anderweitig beteiligte kamen ungeschoren davon. Daran möchte die Autorin erinnern, was ihr - wie ich finde - auch gelingt. Daneben schildert sie noch ein anderes Ereignis, welche auch die folgenden Generationen noch beschäftigt, auch wenn viele von uns nie davon gehört haben. Von der ersten Seite war ich gefesselt und am Ende hab ich mich durchgegoogelt, nach weiteren Informationen.
Ich empfehle dieses Buch allen Krimifans, aber auch an diejenigen, die Interesse an Geschichte habe ... eigentlich sollten alle dieses Buch lesen. Der Inhalt ist auch heute noch wichtig.

Berührend und erschreckend

Von: Birkatpet Datum : 21.06.2018

https://www.birkatpet.de

Ein Buch, welches mich absolut überrascht hat.
Als ich den Klappentext gelesen habe wurde ich neugierig, jedoch ahnte ich nicht mal im Ansatz was mich dort auf 508 Seiten erwarten wird.
Die Geschichte beginnt langsam, fast schon leise. Als Leser lernen wir Manolis Lefteris und Vera Mändler kennen. Manolis ist ein Mann für ganz spezielle Aufträge, still, diskret erledigt er seinen inoffiziellen Job, denn offiziell ist er erfolgreicher Autohändler.
Manolis wird von einem Trauma in seiner Kindheit verfolgt. Als er noch ein kleiner Junge war schildert ihm sein Vater seine Erfahrungen zur Nazizeit in Griechenland in lebhaften Bildern und sehr emotional. Manolis war zu klein um dies alles zu verarbeiten, den Anblick seines weinenden Vaters und die transportierten Bilder.
Vera Mändler ist Journalistin und hat eine feste Stelle bei einem Frauenmagazin, allerdings ist es nicht das, was sie machen möchte. Artikel zu Falten, Schönheit und Wechseljahren sind ihr zu wenig Anspruch. In dieses berufliche Chaos aus Gedanken und Unzufriedenheit kommen nun auch private Veränderungen und Turbulenzen. Ihre Freund möchte plötzlich mit ihr zusammenziehen und ihre Tante Kathrin erleidet einen Schlaganfall. Vera kümmert sich mit allen Konsequenzen um Kathrin.
Dass Manolis und Kathrin mehr verbindet als nur der Handlungsort München wird nun klar, denn Manolis hat den Auftrag Unterlagen zu beschaffen, die sich vermutlich in Tante Kathrins Besitz befinden.
Kathrin Mändler hat in der Nazizeit in einer Klinik für psychisch Erkrankte unter dem Arzt Karl Landmann gearbeitet, dem sie völlig verfallen war. Zu der Zeit waren Menschen mit psychischen Erkrankungen Menschen der 2. Klasse und in einem weiteren Handlungsstrang erfährt der Leser mehr über diese dunkle Zeit, menschliche Abgründe und Greueltaten. Es geht um ein Euthanasie-Programm in dieser Heilanstalt unter Karl Landmann.
Vera nimmt die Recherchen auf um der Vergangenheit von Kathrin und somit auch ihrer eigenen Familiengeschichte näher zu kommen und Geheimnisse zu lüften.
Die Personen sind fiktiv, diese Heilanstalt gab es jedoch wirklich und so unfassbar es für uns ist, so real ist diese Vergangenheit aber auch. Orte und geschichtliche Fakten entsprechen der Realität, eine Mischung aus Fiktion und grauenhafter Realität.

Sandbergs Roman hat mich sehr berührt, die Personen sind sehr gut beschrieben, der Schreibstil flüssig und leicht, das Thema aber hart und schwer. Eine Leseempfehlung vor allem für geschichtlich Interessierte der deutschen Geschichte, speziell der Verbrechen, die auch ausserhalb der KZ's.
Sehr spannend, interessant und gut recherchiert. Dokumentationen über solche Behandlungen habe ich schon gesehen und Artikel darüber gelesen, aber in Romanform bislang nicht in den Händen gehalten und ich kann sagen, es lohnt sich.
Es gibt Dinge, die einfach niemals vergessen werden dürfen....

Ein ernstes Thema spannend verpackt!

Von: ricysreadingcorner Datum : 17.06.2018

www.ricysreadingcorner.de

Dieses Buch ist keine leichte Kost und dennoch spannend und mitreißend. Es regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an: Wie würde ich in einer solchen Situation handeln? Das fragt man sich immer wieder. Doch dieses Thema, welches im ganzen Grauen, das das dritte Reich mit sich brachte und vor allem in der heutigen Diskussion, meist eher eine untergeordnete Rolle spielt, über welches viel zu selten gesprochen wird, ist hier in einem spannenden Roman verpackt, der es einem kaum möglich macht, ihn zwischendurch mal aus der Hand zu legen und mit der Frage nach Gerechtigkeit, nicht selten ein wütendes Gefühl im Bauch hinterlässt.

Worum geht’s?
Vera Mändler ist Journalistin, doch die Zeiten, in denen sie interessante Beiträge über politische Themen verfasst hat, sind lange vorbei. Seit einigen Jahren fristet sie ein eher unzufriedenes Dasein in der Redaktion einer Frauenzeitschrift, in der sie über die besten Diättipps und Modefragen für Frauen ab 50 philosophieren darf. Aber als Journalistin in der heutigen Zeit darf man nicht wählerisch sein, vor allem nicht, wenn einem der Posten der Chefredakteurin, der mit einem für die Branche sehr seltenen Maß an finanzieller Absicherung verbunden ist, angeboten wird. Damit würde sie ihren Traum vom investigativen Journalismus und den wirklich wichtigen Themen jedoch endgültig begraben. Die Entscheidung wird ihr erneut erschwert als sie durch Zufall erfährt, dass ihre Tante Kathrin, die für sie immer wie eine Mutter war und die nun nach einem Schlaganfall im Koma liegt, offenbar während des dritten Reichs als Krankenschwester in einer Heil- und Pflegeanstalt angestellt war, die im Zuge der Aufdeckung der Euthanasiemorde, bekannt wurde. Offenbar gibt es Beweise, die sich im Besitz ihrer Tante befinden. War sie womöglich involviert? Oder hat sie Widerstand geleistet?
Manolis Lefteris ist ein Mann für besondere Aufträge. Als er den Auftrag erhält, Akten, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, aufzustöbern und an seinen Auftraggeber zu übergeben, hält er das zunächst für reine Routine. Doch je näher er den Akten kommt, desto mehr bekommt er das Gefühl, dass diese Akten von sehr viel größerer Bedeutung sein könnten als das, womit er es sonst zu tun hat. Vor allem berührt das Thema einen wunden Punkt in der Vergangenheit seiner eigenen Familie. Aber er ist ja ein Profi und kann seine eigenen Gefühle klar von der Arbeit trennen, oder?

“Mit dieser Begründung müssten die Richter jeden fanatischen Attentäter laufen lassen. Sobald man nur verblendet genug war, durfte man ungestraft morden, massakrieren und Menschen abschlachten.” (S. 233)

Meine Meinung
Die Geschichte wird zunächst aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt.
Da ist Vera, eine Journalistin, die bei einer Frauenzeitschrift arbeitet und befürchtet, nie wieder über wirklich interessante Themen schreiben zu können. Als sie die Wohnung ihrer Tante aufräumen möchte, die nach einem Schlaganfall im Koma liegt, stößt sie auf ein Bild, das ihre Tante in Krankenschwesternkleidung vor der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg zeigt. Warum weiß aus der Familie niemand, dass sie dort gearbeitet hat und was hat ihr Cousin, der immer pleite ist, außer dem Sparbuch sonst noch in ihrer Wohnung gesucht, mit dem er etwas gegen jemanden in der Hand habe, wie eine Nachbarin in einem Gespräch zwischen ihm und ihrer Tante mitgehört haben will? Vera wird neugierig und schnell fündig…hat ihre Tante tatsächlich etwas mit den Morden an Kranken und behinderten Menschen während des Nationalsozialismus zu tun gehabt?
Zeitgleich versucht Manolis Lefteris, der häufig besondere Aufträge für einen Anwalt übernimmt, an Akten zu gelangen, die einen Mandanten schwer belasten könnten. Er fragt nicht nach, worum es geht – das tut er nie. Doch je näher er den Beweisen kommt, desto mehr holen ihn seine eigenen Dämonen ein. Die Familie seines Vaters, einem Griechen, wurde während des zweiten Weltkriegs von deutschen Soldaten auf einem Rachefeldzug ermordet, was er als kleiner Junge mit ansehen musste. Diese Erinnerung hat er an seinen eigenen Sohn weitergegeben, bevor er selbst vollends daran zugrunde gegangen ist…Ein Trauma, das so Generationen überdauerte.
Während Vera und Manolis sich einen Wettlauf um die Beweise liefern, werden immer wieder Erinnerungsfetzen von Kathrin eingeblendet, die die Zeit von 1944 bis 1945 in Winkelberg zeigen. Sie fühlte sich damals, als habe sie ihren Platz im Leben gefunden und dann zeigt auch noch der Arzt Karl Landmann ein besonderes Interesse an ihr. Sie fühlt sich automatisch zu ihm hingezogen. Doch irgendwann merkt sie, worin Landmanns Arbeit wirklich besteht…
Kathrins Erinnerungen ergänzen für den Leser somit die Entdeckungen von Vera und Manolis immer wieder um das Quäntchen Wahrheit, das der Welt doch nach all der Zeit verborgen bleibt.
Der Roman ist unglaublich mitreißend geschrieben, was durch die schnellen Perspektivwechsel noch verstärkt wird. Der Schreibstil ist klar und flüssig.
Schon bei einem weniger brisanten Thema wäre alleine Manolis und Veras Wettlauf, an die Wahrheit zu kommen, Stoff für einen spannenden Thriller. Dieses Thema, welches einem immer wieder wütende Tränen in die Augen steigen lässt und die Frage aufwirft, wie so etwas geschehen konnte und noch viel mehr, warum nur so wenige jemals dafür zur Rechenschaft gezogen wurden, macht ihn dann auch noch philosophisch und politisch relevant. Die Frage der Gerechtigkeit steht durchgehend im Raum. Was ist Gerechtigkeit und wer legt diese fest, wer darf darüber urteilen. Für Manolis ist es ein wunder Punkt, der durch die Erinnerungen seines Vaters an ein Kriegsverbrechen, das nie gesühnt wurde, verursacht wurde und wodurch er sein Vertrauen in die Justiz verloren hat. Auch ein Grund dafür, dass er einen Job außerhalb der Regeln des Gesetzes ausführt.
Kathrin musste feststellen, wie falsch Gerechtigkeit ausgelegt werden kann, wenn Macht missbraucht wird, als sie erfährt, welches Schicksal die Kinder und kranken Menschen, die eigentlich ihrem Schutz unterstellt sind, in Winkelberg widerfahren soll. Kinder die vor Lebensfreude und Liebe nur so sprühen, aber für die Gesellschaft nach Auslegung der Nationalsozialisten keinen Wert darstellen, weil sie z.B. niemals arbeiten werden können.
Anders als der Klappentext zunächst vermuten lässt, spielt der mit Abstand größere Teil der Handlung in der heutigen Zeit, in der der Leser Manolis und Vera dabei verfolgt, wie sie versuchen den Geheimnissen von damals auf die Spur zu kommen. Dabei werden jedoch auch die Personen Vera und Manolis besonders beleuchtet: ihre Herkunft, ihre Grundsätze und Entscheidungen, ihre Lebensentwürfe. Dies spielt eine nicht unwesentliche Rolle in diesem Roman und gibt ihren Charakteren Tiefe.
Es gibt so viele Bücher, die die Verfolgung von Juden oder Widerständlern im Dritten Reich behandeln, doch, dass noch viel mehr Menschen Opfer dieses grauenhaften Systems wurden, bleibt häufig etwas im Hintergrund. Jeder, der nicht in das stolze deutsche Bild eines fleißigen und starken Bürgers passte, lebte in Gefahr. Darunter eben auch psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung (ja sogar solche, die erst durch ihren Kriegsdienst traumatisiert oder dauerhaft körperlich eingeschränkt wurden und somit eben keinen “Wert” mehr für das deutsche Reich darstellten), Sinthi und Roma sowie Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter und eben alle anderen, die nicht in die Ideologie der Nationalsozialisten passten oder sich auch einfach nur erdreisteten, anderer Meinung zu sein.
Besonders grausam an den Euthanasie-Morden ist vor allem auch der Verrat an den Familien der Betroffenen. Sie haben ihre Angehörigen, ihre Kinder, ihre Ehefrauen und Ehemännern mit Hoffnung auf Heilung in die Obhut sogenannter Heilanstalten gegeben, von denen eine besondere neue Therapie versprochen wurde, um dann irgendwann die Nachricht zu erhalten, dass der Patient an einer Lungenentzündung gestorben sei. Massenhafte Morde, die oft nie richtig aufgeklärt, deren Täter zum Großteil nie zur Rechenschaft gezogen wurden und die große Löcher in Familien rissen, die teilweise bis heute nicht richtig geklärt geschweige denn vergessen sind.
Gerade letzteres wird in diesem Roman besonders gut hervorgehoben, da es sich eben nicht, wie so oft um einen (rein) historischen Roman handelt. Es geht auch um das Hier und Jetzt. Die Ereignisse von damals haben Familien über Generationen bis heute verändert und es kann sie weiterhin verändern, wenn sich damit beschäftigt wird.
Es ist eben nicht nur ein “Vogelschiss” in der deutschen Geschichte, um jüngste sprachliche Auswüchse eines gewissen AfD-Politikers zu zitieren. Gerade solche Aussagen zeigen, dass es das nicht ist. Es ist ein Thema, dass uns weiterhin bewusst sein muss. Es geht nicht darum, heute die Verbrechen eines Landes rückwärtsgerichtet zu bedauern und mit dem durchaus berechtigten moralischen Zeigefinger auf die Verbrecher von damals zu zeigen. Was geschehen ist, ist geschehen und das ist schlimm genug. Es geht vor allem darum, daraus zu lernen und zu verhindern, dass es so oder so ähnlich nochmal passieren könnte. Und es ist schon fast traurig, dass man das Gefühl hat, das immer wieder so erklären zu müssen.
Es ist wichtig, sich die Ereignisse von damals immer wieder in Erinnerung zu rufen. Das funktioniert durch Romane wie diese sehr viel besser, als durch Geschichtsbücher, da sie uns persönlich ansprechen, uns in die Rolle der Protagonisten schlüpfen lassen und uns somit zur Selbstreflexion zwingen.
Der Roman zeigt außerdem, dass man trotz jeder guten Vorsätze auch einfach nur Mensch bleibt und in manchen Situationen jede Moralvorstellung von Gerechtigkeit vergessen kann. Ein Thema, das meiner Meinung nach in zwei Punkten ein wenig zu unkritisch beziehungsweise oberflächlich behandelt wurde. Da wäre zum einen Manolis’ Job und seine ganze Einstellung, die stark von Selbstjustiz geprägt ist. Dieses Thema wird allerdings nur in kurzen Dialogen mit seiner Schwester, die natürlich nichts von seinem eigentlichen Job weiß sowie in seinen Monologen thematisiert, die natürlich recht einseitig sind.
Zudem hätte ich mir noch einen größeren Anteil von Kathrins Perspektive gewünscht, um ihr Verhalten und ihre Entscheidungen in der Vergangenheit besser nachvollziehen zu können. Diese kommt meiner Meinung nach, neben der Handlung in der heutigen Zeit, die wie eine Mischung aus Familiensaga, Krimi und Agententhriller daherkommt, etwas zu kurz und ihre ganze Geschichte ließ mich etwas unzufrieden zurück, was wahrscheinlich aber so gewollt ist und auch andererseits die Besonderheit dieses Buches ausmacht.

Fazit
Ein spannender Roman, der die Geschichten zweier Familien erzählt, die unweigerlich mit der dunklen deutschen Vergangenheit verwoben sind. Temporeich, mitreißend und dennoch ungemütlich und nachdenklich stimmend. Die Autorin greift ein geschichtsträchtiges und grausames Thema auf und macht daraus einen rasanten Krimi, ein Gedanke, der mir erst einmal etwas negativ aufgestoßen ist, doch eigentlich ist es genau das Richtige! Sie verpackt ein wichtiges Thema einfach und spannend und kann somit viele Menschen erreichen und interessieren – etwas, das ein Geschichtsbuch oft nicht schafft. Sie beschönigt nichts, die Protagonisten stecken oft genug in moralischen Zwickmühlen, was oftmals ein bedrückendes Gefühl in der Magengegend hinterlässt, aber eben die Wirklichkeit darstellt. Ein Buch das zum nachdenken anregt, aber an manchen Stellen für meinen Geschmack noch ein bisschen kritischer hätte sein können.

Wow

Von: Harakiri Datum : 25.05.2018

harakirisleseecke.jimdo.com/

Als Veras Tante Kathrin einen Schlaganfall hat und kurz darauf ihr Cousin ermordet aufgefunden wird findet sie einen Hinweis auf eine Akte, die ihre Tante versteckt hat. Die Journalistin in ihr erwacht und beginnt mit Nachforschungen. Sie stößt auf ein Naziverbrechen, das seine Tentakel bis in die jetzige Zeit wirft.

Wow – was für ein Buch! Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Vor allem die Schilderungen in dem Sanatorium haben mir gut gefallen. Sie wirkten sehr authentisch und Kathrin merkte man ihre Zerrissenheit sehr gut an. Auch die Handlung fand ich gut aufgebaut und spannend dargestellt.
Die Handlung spielt auf zwei Ebenen. Einmal in der Vergangenheit, in der wir die Geschichte um Kathrins Jugend zu Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt bekommen. Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Nicht oft wird dieser Teil unserer Vergangenheit thematisiert und vor allem der Teil mit den Kindern hat mir Gänsehaut beschert.
Der andere, längere, Strang, spielt in München im Jahr 2013. Protagonist ist hier Manolis Lefteris, ein Mann für besondere Fälle. Er bekämpft Justizfälle auf seine besondere Art. Spannend wird es, als er auf Vera trifft. Er soll ihr nämlich die Akten der Tante entreißen. Doch hat er mit der Vergangenheit und der Justiz ja so seine eigene Meinung.
Der Roman ist von der bekannten Schriftstellerin Inge Löhnig unter Pseudonym verfasst. Ganz Dühnfort-frei ist er aber auch nicht ;)
Fazit: Ein 5 Sterne + Buch. Ich konnte es nicht zur Seite legen, habe es von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen.

Vergessen oder ausgeblendet?

Von: Kaisu Datum : 24.05.2018

life4books.de

“Blut klebte an seinen Händen, an seiner Kleidung. Angst scharrte in seiner Brust wie ein in die Enge getriebenes Tier. Atemlos rannte er über den Hof, sah sich um. Wo konnte er sich verstecken?” (Buchbeginn)

Der zweite Weltkrieg. Eine grausame Phase auf der geschichtlichen Zeitachse, die das Leben der Menschen bis heute prägt. Nicht nur die dunklen Schatten haften an den Fersen zahlreicher Gesichter, auch in den Köpfen laufen die Erinnerungen auf Hochtouren. Doch sind diese auch immer reflektierend? Kathrin Mändler war Zeuge dieser Zeit und liegt nach einem plötzlichen Schlaganfall im Krankenhaus. Ihre Nichte Vera ist schockiert und kümmert sich sofort um die privaten Angelegenheiten ihrer Tante. Dabei macht sie ungewollt Bekanntschaften mit jenen dunklen Schatten.

Gleichzeitig wird Manolis Lefteris – eine Detektiv für explizite Fälle – ein Auftrag in die Hand gelegt, der auf den ersten Blick recht einfach erscheint. Akten aufspüren, sichern, Auftraggeber übergeben und als Dank feine Geldnoten bekommen. Nur dummerweise verschwindet sein Überwachungsobjekt, was ihn zum Ziel führen soll plötzlich. Also muss er selbst zur Tat schreiten und entdeckt Dinge, die in ihm ruhelose Erinnerungen ans Tageslicht zerren. Doch er darf sich davon nicht ablenken lassen. Der Job geht vor.

“Irgendwo schlug der Wind einen Zweig gegen ein Fenster, und Maonlis hängte das Bild zurück an die Wand. Es war vorbei. Schon lange vorbei. Es spielte keine Rolle mehr.” (S.50)

Im stetigen Wechsel bekommt man einen Einblick in die Welten von Vera und Manolis. Sofort ist klar, dass die beiden Stränge miteinander verknüpft sind. Es dauert allerdings einen kleinen Moment, bis diese Verbindung ausgesprochen wird. Schöner wird sie dadurch auf gar keinen Fall. Schließlich kommt eine Wahrheit heraus, die schon längst hätte aufgeklärt sein können. Aber die Zeit heilt doch alle Wunden? Nicht, wenn es um Mord geht. Euthanasie an Kindern, Männern und Frauen.

Parallel zu den beiden aus der Gegenwart, darf man auch noch einen Blick in die Vergangenheit werfen. Tante Kathrin war damals hautnah dabei und ihre Sicht der Dinge, mit allen Ecken und Kanten der damaligen Zeit wird offen gelegt. Man stellt sich unweigerlich die Frage: Wie hätte ich gehandelt? Was hätte ich getan? Kann ich nachvollziehen, was Kathrin getan hat oder auch nicht? Und die Frage, mit der sich auch das Buch beschäftigt: Wie gehe ich damit Jahre später um? Kann ich mich jemandem anvertrauen oder sollte es wohl behütet in mir schlummern, bis zu meinem Tod?

“Auch Sie haben sich an die Anordnungen zu halten. Mitleid ist hier ebenso fehl am Platz wie falsch verstandene Nächstenliebe. Der Tod ist für diese bedauernswerten Kreaturen eine Erlösung.” (S.281)

Auf 500 Seiten taucht man recht tief in die Thematik ein. Wobei trotzdem nicht jede offene Frage geklärt wird. Manche schwebt noch unbeantwortet im Raum umher. Normal sehe ich gelassen darüber hinweg, aber bei der Steilvorlage im Prolog, kann ich das leider nicht. Genauso kann ich nicht darüber hinweg sehen, dass ich mit Vera und Manolis nicht so wirklich etwas anfangen konnte. Veras (für mich äußerst) belangloser Hintergrund interessierte mich sogar noch weniger. Lediglich die Phasen um Kathrin waren perfekt. Da war ich voll drin und saugte alles in mir auf. Das Kopfkino lief auf Hochtouren.

Da diese Momente aber gerade einmal ein Drittel des Buches ausmachen, fällt der Gesamteindruck recht mager aus. Der Stil ist flüssig, man kommt rasch rein, wird mit zahlreichem Wissen gefüttert und verliert nie den Überblick über die Verknüpfungen untereinander. Der Dank der steckbriefartigen Vorstellung der Charaktere auch eigentlich nicht möglich ist. Ja, man darf hier gerne dezente Ironie raushören. Dennoch reichte das nicht aus, was ich recht schade finde, da das Buch eine wichtige Thematik angeht!

Spannend und erschütternd!

Von: Tintenschoen Datum : 16.05.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Tintenschoen

Ein erschütternder Roman über das Thema Euthanasie während des NS-Regimes:
DIE VERGESSENEN von Ellen Sandberg ��
—————————————-
Kathrin Mändler beginnt 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg als Krankenschwester zu arbeiten. Dort verfällt sie schnell dem charismatischen Arzt und Anstaltsleiter Karl Landmann. Dass dieser als auch die Anstalt nicht das sind, was sie vorgeben zu sein, bemerkt Kathrin erst spät...
70 Jahre danach stoßen unabhängig voneinander ihre Nichte Vera und Manolis Lefteris, ein Mann, der für Geld scheinbar alles machen würde, auf Kathrins Vergangenheit und ein unglaubliches Verbrechen, das niemals an die Öffentlichkeit kommen sollte, wird aufgedeckt.
Voller Spannung gibt Ellen Sandberg in ihrem Roman all jenen eine Stimme, die während des NS-Regimes im Stillen gelitten haben und deren Schicksal niemals in Vergessenheit geraten darf.
Absolut lesenswert, auch wenn die Geschichte „drumherum“ teilweise sehr konstruiert wirkt.

Ein Buch, was mich nicht mehr losgelassen hat.

Von: Ritja Datum : 02.05.2018

buchstabenfestival.blogspot.de/

Ein Buch, was mich nicht mehr losgelassen hat.
Es hat mich nachdenklich und traurig gestimmt, da man weiß, dass die Geschichte wahr ist (auch wenn die Figuren fiktiv sind).

Ellen Sandberg baut die Geschichte langsam auf und wird mit jeder Seite spannender und eindringlicher. Immer mehr Verbindungen und Verstrickungen werden aufgedeckt. Überraschungen sorgen für Gänsehaut und Entsetzen bei der Hauptfigur Vera und bei dem Leser. Als ihre Tante einen Schlaganfall und kurz darauf ihr Cousin ermordet wird, ist die Familie entsetzt. Vera muss feststellen, dass sie so manches Detail aus der eigenen Familiengeschichte nicht kennt und nun weiß sie nicht, was sie glauben und wie sie mit den ganzen Informationen umgehen soll. Da sie Journalistin ist, wird sie neugierig und recherchiert. Dabei wirbelt sie viel Staub auf, der auch schlafende Geister weckt.

Die Geschichte ist spannend, interessant und beklemmend, denn es behandelt das Thema Euthanasie während der Nazizeit (Aktion T4) und zeigt wie die Nazis kranke und behinderte Menschen als unwertes Leben abgestempelt und am Ende auch getötet haben. Ellen Sandberg beschreibt sehr detailliert wie die Ärzte und Schwestern dabei vorgegangen sind. Und wie selbst nach Jahrzehnten, die noch lebenden Ärzte kein Unrechtsbewußtsein für ihre Taten entwickelt haben.

Ellen Sandberg kann sehr gut schreiben, sehr eindringlich und klar. Sie schafft es aber auch Hauptcharaktere zu entwickeln, die man versteht und teilweise auch sympathisch findet. Einzig die Wiederholungen von bestimmten Geschehnissen (aus dem Leben von Manolis) sind etwas anstrengend, weil es mich immer wieder aus der "Vera"-Geschichte herausgerissen hat. Dadurch wird diese unnötig in die Länge gezogen, was mir nicht ganz so gut gefallen hat.

Es ist kein richtiger Krimi. Es ist auch mehr als eine Familiengeschichte oder ein Geschichtsbuch. Es ist eine gute Mischung aus allem.

ganz großes Kino!

Von: kathalovesbooks Datum : 29.04.2018

https://kathalovesbooks.wordpress.com/

Wir erfahren die Geschichte in diesem Buch auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen - alleine dieser Punkt macht ein Buch für mich immer sehr interessant. Die Autorin hat hier ein ganz großes Buch geschrieben, welches ich schon mehrfach weiter empfohlen habe und welches definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlights zählt.

Ich habe zwar den Handlungsstrang in der Vergangenheit rund um Kathrin und ihre Arbeit in einer Klinik für Menschen mit Behinderungen etwas mehr gemocht, als den Part in der Gegenwart in der wir Manolis, einen nach außen hin sesshaften Autohausbesitzer und Vera, welche sich rührend um ihre Tante Katrin kümmert, als diese einen Schlaganfall erleidet, begleiten, aber insgesamt flogen die Seiten nur so dahin, womit ich wirklich nicht gerechnet  habe.

Starke Protagonisten, ein toller Schreibstil und ein sehr wichtiges Thema, welches von der Autorin ganz toll aufgearbeitet und recherchiert wurde, machen für mich das Buch zu einem rundum gelungenem Werk!

Ich möchte hier gar nicht viel über die Story verraten, weil ich glaube, dass jeder dieses Buch lesen sollte - der zweite Weltkrieg und die schrecklichen Geschehnisse gehören zu unserer Geschichte dazu und meiner Meinung nach, wird dieses Buch diesem wichtigem Thema sehr gerecht.



Sie dürfen nicht vergessen werden.

Von: SeekingZamonia Datum : 28.04.2018

www.ofbooksandmen.com

2013: Manolis Lefteris, ein Mann „für besondere Fälle“, erhält den Auftrag, für einen Klienten alte Akten zu beschaffen, die sich im Besitz einer alten Dame befinden. Für ihn eigentlich ein Routineauftrag ohne besonderen Hintergrund.

1944: Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester im Pflegeheim Winkelberg an und beginnt eine Affäre mit dem leitenden Arzt der Klinik, Dr. Karl Landmann. Zu spät erst bemerkt sie das Lebensbedrohende, das hinter den Kulissen der Klinik und unter Kontrolle des Arztes geschieht.

-

„Die Vergessenen“ ist ein Kriminalroman, der mich nicht losgelassen hat. Ich wollte eigentlich nur ein bisschen lesen, anfangen mit dem Buch - und habe es dann an einem Tag ausgelesen. Weglegen war nicht möglich.

Es gibt viele Bücher und Filme über die NS-Zeit, aber ich glaube, ich habe noch nichts über diese „Vergessenen“ gelesen - Menschen, die durch Behinderungen oder andere „Untauglichkeiten“ durchs Raster der Herrenmenschen fielen und buchstäblich aussortiert wurden.
Aber nicht offiziell in den Gaskammern, sondern leise und klammheimlich sterben gelassen wurden, in Hungerhäusern oder durch Krankheiten. Und das in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, Orten, an denen sie geschützt und versorgt werden sollten.
Der Roman geht nicht in die detaillierte Tiefe des gesamten Geschehens, beispielhaft werden drei Schicksale herausgesucht, die mit der Protagonisten Kathrin in Verbindung stehen.
Eine Krankenschwester, die nach und nach erkennt, dass sie in einem Pflegeheim arbeitet, in dem Behinderte und psychisch erkrankte Soldaten sterben gelassen werden und die zusammen mit einem Kollegen drei Leben und drei Tode protokolliert, um nach Kriegsende die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu können.

Dazu jedoch wird es erst viele Jahrzehnte später kommen und das unter Umständen, die so vermutlich nicht geplant waren.

Der Roman verknüpft gekonnt und vielschichtig 1944 und die Gegenwart (2013) anhand von direkt mehr als einer Handvoll Personen, die alle irgendwie miteinander verbunden und in ihrer Familiengeschichte und ihren Vergangenheiten traumatisiert sind.

Zu Beginn ist es nicht immer leicht sich reinzufuchsen in das, was einem da präsentiert wird. Viele Personen und ihre Stimmen prasseln auf einen ein und man muss sich erst einmal zurechtfinden in dem Durcheinander an Zeiten, Situationen und Gegebenheiten.
Ist man einmal drin in der Geschichte kommt man nicht mehr raus. Möchte es auch gar nicht.

Sprachlich wunderbar geschickt konstruiert baut sich eine große Spannung auf, die sich quasi bis zur letzten Seite weiterzieht - bis man nach und nach für sich selber erkennt, was eigentlich passiert ist und wer mit wem etwas zu tun hat.

Und niemand ist der Held. Das finde ich persönlich besonders beachtlich. Kathrin Mändler erkennt das große Unrecht, was den Patienten angetan wird und setzt ihr eigenes Leben aufs Spiel, um während der Morde zu protokollieren und später etwas gegen dieTäter tun zu können.
Als ihr die Möglichkeit gegeben wird, stehen ihr ihre Gefühle Dr. Landmann gegenüber im Wege und sie schweigt.
Bis die Wahrheit und ihre mutigen Taten erst Jahrzehnte später ans Licht kommen. Und das mittels einem „Mann für die besonderen Fälle“, Manolis, dessen eigene tragische Familiengeschichte ihn eng verbindet mit der Historie von Kathrin Mändler - und dessen Weste, wenn er auch viel Moral und Empathie besitzt, nicht unbedingt eine der weissesten ist.

Die Geschichte springt zwischen den Charakteren, den Orten und den Zeiten ohne verwirrend zu werden.
Vielschichtig und detailliert entwickelt sich eine Geschichte, die klug konstruiert ist, in sich schlüssig und zum Ende keine Fragen mehr offen lässt.

Ausser natürlich, wie so etwas wirklich passieren konnte, der wahre Hintergrund dieser Geschichte.

Spannend und auch nachdenklich

Von: Norddeutsche Goere Datum : 24.04.2018

https://www.norddeutsche-goere.de

Der Roman handelt von der Kriegszeit aus der Nazizeit. Der Roman ist aber so geschrieben als wenn man das gerade erlebt. Authentisch und echt, aber auch erschreckend und nichts für sanfte Gemüter. Traurigkeit und diese Ungerechtigkeit, grausig was mir zu schaffen machte. Oft habe ich beim Lesen überlegt ob ich überhaupt weiter Lesen möchte. Aber es war auch spannend. Von allem etwas. Wer sich aber dafür interessiert was früher passiert ist, was man nicht vergessen darf, der sollte das Buch Lesen. Ich habe lange nach dem Buch noch über die Story nachgedacht. Beim Lesen habe ich das Gefühl gehabt fast dabei zu sein, war aber auf der anderen Seite froh das es nur im Buch und meinen Gedanken so war. Ein guter Roman der wirklich gelungen ist und den ich jetzt immer wieder Lesen würde.
Vera hat den Sinn ihres Lebens verloren, dazu Pech mit den Männern rundet es ab. Ihre Tante kommt mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus, kurz danach wird ihre Cousine Tod aufgefunden. Was ist los? Vera begibt sich auf die Spurensuche. Was ist passiert und warum hatte ihre Tante den Schlaganfall bekommen? In der Wohnung der Tante macht sie sich auf die Suche. Dort macht Sie eine schockierende Entdeckung. Nun will Sie die Wahrheit rausfinden und sie fragt sich, ob ihre Tante auch wirklich die Person ist, die sie eigentlich kennt. Doch es kann auch anders kommen.

Aber auch die andere Person bringt Spannung ins Spiel und der Sprung zwischen diesen beiden Persönlichkeiten ist gut und man kommt auch mit.

Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht

Von: Ramona Datum : 05.04.2018

https://kielfeder-blog.de

Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, bei dem mir noch immer die Worte fehlen.
Es schießen mir so viele Gedanken durch den Kopf und ich weiß sie nicht zu sortieren.
Dieses Buch – es hat mir die Sprache verschlagen.
Ich spreche von Die Vergessenen von Ellen Sandberg. Wenn euch der Name der Autorin nichts sagt: Das ist das Pseudonym von Inge Löhnig. Ich mag ihre Krimis und deshalb wollte, ja musste ich auch dieses Buch einfach lesen.

Inge Löhnig alias Ellen Sandberg behält auch in diesem Werk die beeindruckende Fähigkeit bei, ihren Leser mit jedem Satz mehr und mehr in ihren Bann zu ziehen. Man will nicht aufhören, man muss einfach weiterlesen.
Ich konnte Die Vergessenen nur sehr ungern aus der Hand legen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch durchgesuchtet.

Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen, sehr emotionalen und intensiven Perspektiven erzählt.
Mir stockte mehrmals der Atem.
Noch schockierender und bedeutsamer ist dabei die Tatsache, dass die Geschichte von Ellen Sandberg auf wahren Begebenheiten beruht.
Darauf geht Ellen Sandberg auch im Nachwort von Die Vergessenen ein.
Eine wichtige Botschaft von der Autorin ist wohl auch, dass viel zu viele grausamen Taten aus dem zweiten Weltkrieg ungesühnt geblieben sind. Und dass sich diese schrecklichen Taten nicht mehr wiederholen dürfen.
Dass wir alles daran setzen müssen, das zu verhindern.

Diese Geschichte wird noch lange in meinem Kopf nachklingen.
Bitte lest Die Vergessenen von Ellen Sandberg! Ihr dürft das Buch nicht verpassen.

Aufwühlend und fesselnd!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum : 02.04.2018

https://www.facebook.com/Schmoekerwelten

Mit Krimiautorin Inge Löhnig, die dieses Buch unter dem Pseudonym Ellen Sandberg geschrieben hat, habe ich eine fantastische, mir bisher noch nicht bekannte Autorin entdeckt.
Mit "Die Vergessenen" hat sie sich eines sehr dunklen Kapitels unserer deutschen Geschichte - der Euthanasie im Zweiten Weltkrieg - angenommen und dieses in einen ziemlich aufwühlenden und fesselnden Spannungsroman mit sehr viel Tiefgang verpackt.
Die Personen und Orte des Romans sind zwar frei erfunden, jedoch dokumentierten wahren Begebenheiten nachempfunden.
Ellen Sandberg verknüpft zwei Familiengeschichten und zwei Zeitebenen miteinander.
Vera Mändler, Journalistin, kümmert sich rührend um ihre Tante Kathrin, die nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt. Durch Zufall stößt sie in der Wohnung der Tante auf ein Fotoalbum, dass Kathrin in den Kriegsjahren als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg zeigt - eine Zeit, von der ihre Tante nie gesprochen hat.
Vera beginnt zu recherchieren und erfährt, mit welcher Arroganz und unter dem Deckmäntelchen des Schweigens geistig und körperlich behinderte Menschen nach "Nutzen bringend" und "nutzlos" separiert wurden und man die "Nutzlosen" in sogenannten Hungerhäusern durch gezielte Mangelernährung systematisch verhungern ließ.
Vera muss sich fragen, in wie weit ihre Tante in die dortigen Gräueltaten involviert gewesen ist.
Manolis Lefteris erhält den Auftrag, gewisse Akten für einen Klienten aufzuspüren.
Für ihn gilt das Gesetz des Stärkeren, er hat den Glauben an Recht und Gerechtigkeit verloren.
Er bekommt die Bilder, die ihm von seinem Vater als kleiner Junge aufgebürdet wurden, nicht mehr aus dem Kopf und hat sie bis heute nicht verarbeiten können.
Im Juni 1944 verübte die deutsche Wehrmacht in einem griechischen Dorf ein grausames Massaker an der Dorfbevölkerung, bei dem 218 Frauen, Alte, Kinder und Babys ermordet wurden und das von uns bis heute nicht als Kriegsverbrechen anerkannt worden ist.
Veras und Manolis Geschichten sind beide durch die Vergangenheit belastet und beginnen sich bald zu kreuzen.
Ellen Sandberg hat für dieses Buch akribisch recherchiert, sie hat es fantastisch geschrieben und mich immer tiefer in diese Geschichte hineingezogen, die die Gerechtigkeit in Frage stellt. Sie hat mich betroffen gemacht und fassungslos über das Gedankengut in den Köpfen mancher Menschen.
"Die Vergessenen" ist ein Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann.

Bedrückend und beeindruckend zugleich

Von: Ilona Rehme aus Bad Oldesloe Datum : 01.04.2018

Ein sehr beeindruckender Roman, dies vorab.
Mit großer und stetig wachsender Spannung erzählt die Autorin hier eine Geschichte, die in der Gegenwart beginnt, aber sehr schnell durch Bilder und Aufzeichnungen in eine zweite Zeitebene und einen zweiten Erzählstrang ins Jahr 1944 zurückführt.

Manolis Lefteris, offiziell Autohändler, führt ein erfolgreiches Unternehmen für eine sehr betuchte Kundschaft. Inoffiziell bekommt er zeitweise Aufträge von einem vorerst geheimnisvollen „Köster“, deren Erfüllung mit den geltenden Gesetzten mehr oder weniger nicht im Einklang stehen. Niemand darf von diesem sehr lukrativen Doppelleben erfahren.
Vera Mändler, Journalistin bei einem Frauenmagazin, versucht eine Rückkehr in eine berufliche Position und zu Themen, die für sie serösen Journalismus bedeuten. Sie ist die Pseudoprobleme ihrer jetzigen Aufgabe so entsetzlich leid. Als sie in den Erinnerungen ihrer Tante Kathrin, Fotos und schriftlichen Aufzeichnungen, von Ereignissen im Jahr 1944 erfährt, in die ihre Tante eingebunden war, meint sie darin ihre Chance für eine berufliche Wende gefunden zu haben. Sie trifft eine Entscheidung.
Beide erfahren im Zuge ihrer Recherchen, dass es ganz offensichtlich auch heute noch Menschen gibt, die alles zu tun bereit sind, dass ihre eigene Rolle in Nationalsozialismus nicht bekannt wird. Und die auch heute noch bereit sind, dafür über Leichen zu gehen. Eine mehr oder weniger spielt dabei keine Rolle.
Kathrin Mändler Veras Tante, liegt nach einem Schlaganfall in einer Klinik. Sie war als junge Frau Krankenschwester in einem Heil- und Pflegeheim der Nazis, in dem die Genesung der Patienten, vor allem auch Kindern, nicht im Vordergrund zu stehen schien. Kathrin beobachtet, hinterfragt und macht sich damit nicht gerade beliebt bei den vorgesetzten Schwestern und Ärzten. Gleichzeitig unterhält sie aber eine Beziehung zu Karl Landmann, dem Leiter der Einrichtung, vor der niemand wissen darf und die von einer gewissen Hörigkeit bestimmt ist. Dieser Gewissenskonflikt nagt an ihr und muss unweigerlich in einer Katastrophe enden. Denn Kathrin kopiert und entwendet Krankenakten, gemeinsam mit einem jungen Mediziner, der als Praktikant in diese Einrichtung kommt.
Diese Unterlagen sind es, die Vera für ihren Artikel sucht, die Manolis für den Auftraggeber Kösters beschaffen soll, für die bereits ein Mensch gestorben ist und für die jemand offensichtlich bereit ist, jeden Preis zu zahlen, wenn er ihrer nur habhaft werden kann.

Dieser Roman ist absolut lesenswert. Es gelingt der Autorin, das Thema Euthanasie in einem Umfeld und mit Personen zu behandeln, die einem als Leser das Gefühl vermitteln, dies alles direkt mitzuerleben. Bedrückend und beindruckend zugleich und durch den Handlungsstrang in der Gegenwart mit einer großen Spannung ausgestattet. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen bevor nicht der letzte Satz gelesen war.

Ein Roman, der die Seele berührt

Von: Rosenmadl Datum : 31.03.2018

visionsofbeautyandmore.blogspot.de/

(Achtung Spoiler)

Ich bin erstmal sprachlos, dass solche furchtbaren Verbrechen tatsächlich geschehen sind. Bei den jeweiligen Beschreibungen und die Kapitel um Kathrin bekam ich oftmals Gänsehaut. Therese, das kleine Mädchen, welches Kathrin nicht retten konnte, hab ich ganz in mein Herz geschlossen, auch wenn man sie nicht allzu oft antraf. Doch Therese erinnert mich persönlich an ein solches Mädchen, welches immer sehr sehr dankbar für jede Zuwendung war. Arme unschuldige Geschöpfe, ich kann das fast noch immer nicht glauben. Und Kathrin hätte ich oftmals eine wischen können, wie kann man sich in solch einen Mann vernarren? Da fällt mir nichts mehr ein. Sie war die einzige Person, die ich nicht verstehen konnte. Solche Reaktionen von ihr hätte man absolut nicht erwarten können.

Die übrigen Protagonisten kamen weitaus authentischer rüber und am liebsten mochte ich Manolis, der sich letztendlich für das richtige Verhalten, die richtige Vorgehensweise entschied. Vera kam eher sehr naiv rüber und alle anderen Charaktere konnten mich nicht ganz erreichen. Aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen war der Roman für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl man anfangs schon ahnen konnte, in welche Richtung die Szenen laufen würden, war das Ende doch sehr überraschend und detailliert ausgearbeitet.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker, leicht, aber dennoch mit Tiefgründigkeit zu bezeichnen, so dass man einfach das Buch kaum aus der Hand legen wollte.

Einziger Manko, welches mich zu Anfang des Romans sehr verwirren konnte, war die Tatsache, dass zu viele Charaktere auf einmal anwesend schienen und mich in deren Darstellung durcheinander brachten. Aber das legt sich mit der Zeit und behindert auch kaum die eigentliche Geschichte. Auch nicht die Tatsache, dass die Vergangenheit oder die Rückblicke nicht wirklich gekennzeichnet waren. Aber mit ein wenig Konzentration kann man das auch spielend meistern.

Erwähnenswert finde ich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Vergangenheit von Manolis, welcher ständig an die schrecklichen Ereignisse seines Vaters zurückdenken muss und von schlimmen Albträumen heimgesucht wird. Diese Geschichte über ihn und seiner Familie alleine hätte schon einen ganzen Roman verdient. Schön wie die Autorin solche Szenen noch mit einbauen ließ. Das verleiht dem Ganzen noch mal einen einzigartigen Charakter.


Fazit:

Ein Roman, der die Herzen berühren wird, denn das schreckliche Verbrechen an unschuldigen Opfern kann man nicht ignorieren. Der wundervolle Schreibstil und die detailliert beschriebenen Charaktere, denen man ihr Verhalten abkauft, tragen zu einer Sucht bei, die es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Dies wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin sein, welches ich gerne lesen möchte. Und da es mir unheimlich gut gefallen hat, vergebe ich auch gerne ganze

5 Sterne !!

Die Vergangenheit ruht nicht

Von: Proxima Datum : 30.03.2018

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer Autorin erfolgreichen Münchner Autorin. Nach einem Ausflug in die Werbebranche widmet sie sich nun voll dem Schreiben.

Manolis Lefteris ist ein Mann für besonderer Fälle. Er bekommt den Auftrag alte Akten zu beschaffen, die sich im Besitzt von Kathrin Engesser, einer alten Dame, befinden. Kathrin Engesser hatte einen Schlaganfall und liegt seitdem im Krankenhaus. Um die Angelegenheiten der alten Dame kümmert sich, die Journalisten Vera Mändler, die Nichte von Kathrin Engesser. Vera und auch Manolis stecken schon bald tiefer als sie es jemals wollten in einer Geschichte, die sich 1944 zugetragen hat…

Der Leser begleitet Vera, Manolis und erfährt durch Rückblicke immer wieder wie es Kathrin im Jahre 1944 erging. Vera arbeitet für eine Frauenzeitschrift, was ihr keinen großen Spaß macht. Als sie mit der Vergangenheit ihrer Tanten konfrontiert wird, fängt sie an zu recherchieren. Manolis übernimmt immer wieder besondere Fälle und steckt bald tiefer in der Angelegenheit wie es ihm lieb ist. Und auch Kathrin hat einiges zu verbergen.

Das Buch beginnt eher gemächlich. Der Leser lernt zunächst die Protagonisten kennen und was sie umtreibt. Für meinen Geschmack kamen die Rückblenden zu kurz und sie werden teilweise auch zu sehr von der Rahmenhandlung verdeckt und, wie ich finde, unwichtigen Details verdreckt. Ohne Frage die Autorin versteht es den Leser bei der Stange zu halten jedoch hat man manchmal das Gefühl, dass der rote Faden etwas verblasst und den Problemen der Hauptdarsteller Platz machen muss.

Gut gefallen hat mir der Schluss. Das Ende lässt einen hoffen, dass man noch mehr von Mändler und Lefteris lesen wird – eine Tatsache über die ich mich freuen würde.

Ein dunkles Kapitel unserer Geschichte wird hier wieder hervorgeholt von einer Journalistin, die nicht ruht bevor sie die Wahrheit kennt.

Zwischen 2 Welten

Von: Yvonne Datum : 18.03.2018

https://yvonneschwarz.wixsite.com/wonnisbucherparadies

Cover:
Das Cover sehr interessant aus, eine Wiese mit Blumen und im Hintergrund befindet sich ein altes Haus. Ja natürlich hätte man auch ein anderes Motiv wählen können, aber der Autor und auch der Verlag haben sich dabei etwas gedacht…

Schreibstil:
Frau Sandberg schriebt sehr flüssig und verständlich, nicht zu vergessen bildhaft es ist tatsächlich so. Das man das Gefühl hat man steht neben Kathrin….
Die Geschichte hat Zeitsprünge, was dem Verlauf des Lesens nicht negativ beeinflusst ganz im Gegenteil…dadurch werden sehr viele Dinge/Geschehnisse klarer und verständlicher.

Meinung:
Dieses Buch erweckte meine Aufmerksamkeit durch das Cover, und es enttäuschte mich nicht. Ich war von Anfang gefesselt und fühlte mit den Protagonisten.
Allein die Tatsche 1944, puh…es muss schwer gewesen sein. Der Krieg die Hoffnung oder auch Hoffnungslosigkeit…das verzweifelte beten das alles bald ein Ende hat. Und dann verliebt man sich und findet Dinge heraus, die grausam und man nicht weiß wie man da rauskommt.

Dies ist eine wirklich tolle und spannende Lektüre die sich wie nichts wegliest…..

Spannend

Von: Aryana Datum : 14.03.2018

Das Buch ist total super zu lesen,spannend und geht um ein Thema was nicht in Vergessenheit geraten sollte.Eine Mischung aus Krimi und Roman.
Ich kann es nur empfehlen.

Nichts für schwache Nerven

Von: Jenny Datum : 14.03.2018

Die Kurzfassung auf dem Rückumschlag hörte sich für mich spannend an, daher wollte ich dieses Buch gerne lesen. Ich mag es, dass das Buch in 2 Zeitebenen geschrieben ist und somit sehr abwechslungsreich. Da eine Zeitebene 1944 spielt, war schnell klar, dass es sich hier um Geschehnisse während des 2. Weltkrieges handelt. Obwohl ich in der Schule und danach genug über diese Zeit erfahren habe, fällt es mir immer noch schwer, solche Dinge zu lesen. Mich persönlich nehmen diese Ereignisse sehr mit. Das Buch behandelt das Thema Euthanasie an einem sehr speziellen Fall, über den ich persönlich noch kaum etwas gehört oder gelesen hatte. Insofern war es trotz der teilweise erschreckenden Schilderungen sehr spannend zu lesen.

Die Verknüpfung der Zeitebenen 1944 und 2013 durch eine Hauptperson des Buches ist sehr gelungen.

Die beiden weiteren Hauptfiguren, die verschiedener nicht sein können, werden sehr gut beschrieben. Ihre Absichten, Handlungen und Verhaltensweisen sind sehr gut nachvollziehbar und man erwartet und fragt sich die ganze Zeit, ob und wann die beiden sich treffen und was dann passiert.

Ich konnte mich gut in die Personen hineinversetzen, so dass ich gut "mitfühlen" konnte - egal ob Freude, Trauer, Wut oder Angst.

Alles in allem finde ich den Roman sehr gut geschrieben, er war spannend und fesselnd, so dass es mir schwer fiel, ihn aus der Hand zu legen. Er regt sehr zum Nachdenken an, wie man selbst in bestimmten Situationen wohl reagiert hätte.

Spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen

Von: janaslifetime Datum : 13.03.2018

janaslifetime.blogspot.de/

Interessante Protagonisten // Die Hauptcharaktere Kathrin, Manolis und Vera sind alle drei wirklich spannend und total unterschiedlich.

Kathrin nimmt uns mit in ihre Vergangenheit im zweiten Weltkrieg und kommt einigen schrecklichen Taten auf die Schliche, die manche Ärzte zu dieser Zeit getan haben. Hier geht sie anfangs sehr naiv damit um, wird aber immer aufmerksamer und letztendlich kommt sie hinter grausame Taten an hilfebedürftige Menschen.

Vera ist Kathrins Nichte und wird sozusagen in die Vergangenheit ihrer Tante mit hineingezogen. Passen dazu ist sie Journalistin und hat eben ihre Berufung total ausgelebt. Sie ist mir total sympathisch, manchmal auch etwas naiv, aber ist ziemlich mutig.

Manolis passt an sich nicht so richtig in die Reihe der typischen Protagonisten, denn er ist sozusagen Privatdetektiv und geht auch manchmal etwas weiter um seinen Klienten ihre Wünsche zu erfüllen... Man lernt ihn und seine Vergangenheit kennen und irgendwann kreuzen sich natürlich auch die Wege der anderen Protagonistinnen.


Unterschiedliche Sichtweisen // Was ich immer sehr gerne mag, sind die Wechsel der unterschiedlichen Protagonisten. Man hat unterschiedliche Sichtweisen, Hintergründe und manchmal auch Schreibweisen. Es macht das ganze Buch lebendiger, spannender und man erlebt auch viele Situationen übergreifend. So auch bei diesem Buch und Ellen Sandberg hat wirklich gute Arbeit geleistet.


Geschichtlicher Hintergrund // Das ganze zweite Weltkrieg Thema ist von der Schule her schon recht ausgelutscht, jedoch gab es hier einige neue und recht interessante Punkte, die ich super spannend fand. Man wurde nicht belehrt, man ist einfach in die Vergangenheit getaucht und hat einiges mitbekommen, was gar nicht so populär gemacht wurde.


Spannende Wendungen // Was mir besonders gut an diesem Buch gefallen hat, waren die vielen Wendungen. Zwar gab es zwischendurch mal kleinere Durststrecken, aber die dann gekommenen Wendungen waren einfach so spannend, sodass ich das Buch irgendwann nicht mehr aus den Händen legen konnte. Sobald man dachte, die Geschichte müsste jetzt zu Ende sein, kamen immer noch Dinge ans Tageslicht.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil, die Protagonisten sowie die ganze Hintergrundgeschichte an sich waren rund, stimmig, spannend und mal eine andere Dritte Reich Geschichte. Leider gab es ab und an Längen, die nicht unbedingt hätten sein müssen, die jedoch schnell überwunden waren.

Berufung oder Liebe?

Von: Martinas Buchwelten Datum : 12.03.2018

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Unter dem Pseudonym Ellen Sandberg hat die bekannte Krimiautorin Inge Löhnig ihr Herzensprojekt veröffentlicht. Das bemerkt man, denn mit dieser Geschichte, die ein Mix aus Spannungsroman, Krimi und Familiengeschichte ist, ist ihr ein wahrlich brillianter Roman gelungen. Sandberg/Löhnig hat sich hier dem Thema der Euthanasie während des Zweiten Weltkrieges angenommen und hat es mit einer spannenden Rahmenhandlung perfektioniert.

Der etwas ruhige Beginn dient zur Einführung, denn wir haben es mit zwei Zeitebenen und eigentlich drei Hauptprotagonisten zu tun.
Wir lernen zuerst Manolis Lefteris kennen. Offiziell ist er Autohändler, inoffiziell nimmt er geheimnisvolle Aufträge seines Mentors Köster an, der ihm als Jugendlicher das Leben gerettet hat. Der Deutsch-Grieche soll diesmal alte Akten für seinen Auftraggebener auftreiben. Die Besitzerin ist kürzlich wegen eines Schlaganfalles ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Ihre Nichte Vera Mändler ist Journalistin und arbeitet im Moment eher lustlos bei einem Frauenmagazin. Sie würde sich gerne wieder seriöseren Themen widmen, doch ein Umstieg erweist sich schwieriger als erwartet. Als sie in der Wohnung ihrer Tante nach persönliche Unterlagen für das Krankenhaus sucht, stößt sie auf ein altes Fotoalbum. Darin entdeckt sie ein Bild ihrer Tante mit einem Nazi-Anstecker am Revers vor der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Diese Pflegeanstalt war bekannt für ihre Grausamkeit. Vera ist entsetzt, möchte allerdings mehr darüber wissen und wittert gleichzeitig einen guten Stoff für einen Artikel und einen eventuellen Job. Dabei lässt sie völlig außer Acht, dass jemanden daran interessiert ist, dass die Vergangenheit keinesfalls ans Licht kommt.....

Im Vergangenheitsstrang rund um das Jahr 1944 lernen wir die junge Kathrin Mändler kennen. In Winkelberg macht sie schockierende Entdeckungen. Viele Patienten scheinen systematisch getötet zu werden. Kriegsversehrte, die keiner Arbeit mehr nachgehen können, weil sie der Krieg psychisch und phyisch zerstört hat, werden dem Hungertod überlassen und behinderte Kinder, die ebenfalls keinen Beitrag für die Gesellschaft leisten können, werden still und heimlich ermordet. Der Kopf der Klinik ist Chefarzt Karl Landmann, doch gerade in diesem Mann verliebt sich die junge Kathrin. Was wird Kathrin tun und was ist ihr wichtiger? Ihre eigentliche Berufung als Krankenschwester oder die Liebe zu Karl ?

Im Wechsel lesen wir die Abschnitte aus der Gegenwart rund um Manolis und Vera, die beide hinter den Akten her sind, als auch diese aus der Vergangenheit, die in einem anderen Schriftbild erscheinen. Das zentrale Thema im Roman ist die Gerechtigkeit und die Rechtssprechung, was leider nicht immer das Gleiche ist.
Manolis, "der Mann fürs Grobe", trägt eine schwere Vergangenheit mit sich herum, mit der er immer wieder hadert. Sein Vater war der einzige Überlebende eines Übergriffes der deutschen Wehrmacht in seiner Heimat Giechenland. Im Dorf wurde damals ein Blutbad an Frauen und Kindern verübt, das sein Vater sein ganzes Leben lang belastete, weil die erhoffte Gerechtigkeit ausblieb. Nur Manolis hat er diese Geschichte als Kind erzählt und auch bei ihm ein Trauma hinterlassen. Als er durch Vera langsam den Verdacht bekommt, worüber die Akten, die er besorgen soll, handeln könnten, steht er vor einem Gewissenskonflikt....

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr bildhaft. Die Orte und Personen werden authentisch dargestellt und es wurde akribisch recherchiert. Man erkennt auch den kriminalistischen Touch der Autorin, die hier eine sehr spannende Geschichte geschrieben hat. Der Spannungsbogen nimmt kontinuierlich zu und die Handlung aus der Vergangenheit erschüttert. Beide Protagonisten aus der Gegenwart sind nicht immer positive Figuren, haben Ecken und Kanten, aber auch Sinn für Gerechtigkeit. Das macht sie trotz ihrer Eigenheiten sympathisch.
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Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass ich gerne Geschichten über die Weltkriege lese. Trotz der vielen Lektüre zu diesem Thema, erfahre ich immer wieder neue Fakten, die ich zuvor nicht wusste. Deswegen finde ich es auch so wichtig, dass Autoren dazu recherchieren und historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte den Lesern näher bringen.
Wie weitreichend das Thema Euthanasie im Dritten Reich war, hat Inge Löhnig alias Ellen Sandberg hier sehr detailliert dargestellt. Es macht auch heute noch betroffen und wütend.

Fazit:
Ein äußerst bewegender Roman mit Krimielementen, der das Thema Euthanasie im Fokus hat und von den Schrecken des zweiten Weltkrieges berichtet. Dabei bleibt die Spannung nicht auf der Strecke und mit Vera und Manolis hat die Autorin zwei Protagonisten mit Ecken und Kanten geschaffen. Von mir gibt es hier eine absolute Leseempfehlung!

Manchmal ist weniger mehr ...

Von: Isabel aus Bietigheim-Bissingen Datum : 12.03.2018

i.rommel@hohenstein.de

Die Autorin Ellen Sandberg, besser bekannt unter dem Namen Inge Löhnig, hat es mit diesem Buch prima verstanden eine spannende Mischung aus Krimi und Familiengeschichte zu kreieren. Nach dem recht zu Anfang geschehen Mord verschlägt es den Leser/Hörer recht schnell in zwei dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit, zum einen die deutsche Besatzung Griechenlands und zum anderen das Thema Euthanasie. Geschickt verwebt Frau Sandberg die Fäden und führt somit Manolis und Vera, die Nichte Kathrin Mändlers, zusammen, auch wenn diese zuerst gar nichts davon merkt. Sehr offen wird über die Gräueltaten in Griechenland und auch in Deutschland gesprochen aber alles in allem war mir das fast ein bisschen zu viel. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Autorin auf eines der beiden Ereignisse konzentriert hätte. Jedes für sich ist eine eigene Geschichte wert, so wirkt es fast ein bisschen „too much“. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, selbst die bekannte Schlüsselfigur Kommissar Dühnfort durfte hier einen kleinen Abstecher machen. Das ließ mich schmunzeln.

Verbrechen im 2. Weltkrieg

Von: die.buecherdiebin Datum : 12.03.2018

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Nach dem bedrückenden Prolog beginnt die Geschichte zunächst ganz ruhig und der Spannungsbogen baut sich nur sehr langsam, aber konstant auf. Irgendwann war ich so von der Geschichte gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte..
Die Protagonisten Manolis, Vera und Kathrin haben mir sehr gut gefallen, obwohl Manolis auch eine sehr dunkle Seite hat. Er entwickelt sich aber im Lauf der Geschichte zum Positiven weiter und seine Geschichte ist mir sehr nah gegangen (obwohl sie seine Entwicklung zum „lautlosen Problemlöser“ nicht entschuldigt!).
Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt und Kathrins Geschichte in der Vergangenheit berichtet zunächst von ihrer Zeit in der Euthanasie-Klinik, in der während der Nazizeit Menschen mit Behinderungen vorsätzlich getötet wurden. Später gibt es Einblicke in die 60er Jahre. Aber auch durch Veras Recherchen erhält man viel Informationen zu den damaligen Ereignissen. Diese Verknüpfung ist der Autorin sehr gut gelungen. Auch, wie sie zwei völlig unterschiedliche Kriegsverbrechen in einem Buch verarbeitet, hat mir gut gefallen.
Fazit: Das Buch wirft die Frage auf, wieviel Kriegsverbrecher jahrzehntelang unerkannt und unbestraft unter uns gelebt haben. Die Geschichte ist sehr spannend und erschütternd und ich habe nach dem Beenden des Buches noch einiges über die Verbrechen im Internet gelesen.

Tolle Mischung aus historischem Roman und Thriller

Von: lenisvea Datum : 09.03.2018

lenisvea.blogspot.de

Ich bin durch die fast durchweg guten Rezensionen und dem sehr interessanten Klappentext auf das Buch aufmerksam geworden.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht gut gelungen. Im Verhältnis zum Rest des Buches war der Anfang aber ein wenig langatmig und sehr ruhig. Je weiter das Buch vorangeschritten ist, um so spannender wurde es.

Was mir hier so gut gefallen hat, war die Verflechtung von historischem Roman und Thriller. Das habe ich der Form noch nicht gelesen. Auch war mir diese historische Begebenheit mit dieser dramatischen Tragweite so nicht bekannt. Also habe ich hier sogar noch dazu gelernt und ich finde es gut, dass die Autorin dieses Thema in den Thriller eingebunden hat und es somit noch einmal gegen das Vergessen helfen kann.

Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet. Es werden hier sogar zwei Familiengeschichten erzählt, die beide etwas Tragisches haben.

Ich habe dieses Buch zwischendurch auch als Hörbuch gehört und kann auch dieses absolut empfehlen. Der Sprecher hat mir sehr gut gefallen.

Mein Fazit:

Alles in allem konnte mich das Buch absolut begeistern und überzeugen. Gerade das verarbeitete historische Thema verbunden mit einem Thriller hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, es wird noch mehr von der Autorin erscheinen, vielleicht sogar eine Reihe rund um Manolis Lefteris. Auf jeden Fall kann ich hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen, ebenso eine Hörempfehlung.

Von mir bekommt das Buch sehr gute 4,5 Sterne.

tolle Geschichte

Von: Chichi Datum : 08.03.2018

Der Anfang war etwas schleppend und mit den Namen Manolis kann ich persönlich nichts anfangen, er stört mich etwas im Lesefluss.
Danach geht es mit der Haupthandlung los, Veras Tante Kathrin im Komma, das Familiengeheimnis welches es zu lösen gilt und die grausamen Taten an Manolis Verwandten sein geheimer Job..., Handlungsstränge die einem unter die Haut gehen und noch lange nach dem Lesen nachwirken.

Die Charakter werden sehr gut beschrieben, ohne zu viele Ausschweifungen, man kann sich sehr gut in alle Personen hineinfühlen, auch in die Situationen, für ein gutes Kopfkino ist gesorgt.

Eine fesselnde Geschichte die für Fans von Krimis, Thriller und auch Drama geeignet ist.

Unerwartet Spannend

Von: Alex Datum : 06.03.2018

Ellen Sandbergs - Die Vergessenen ist in zwei Epochen geschrieben, im jetzt und dann in einer der düstersten Zeiten Deutschlands. Im Jetzt kommt eine Journalistin auf die Spur ihrer Tante und was sich damals in Kinder- und Pflegeanstalt ereignet hatte, Hilfe erhält sich von einem vermeintlichen Geschäftsführer eines Autohauses.
Die Handlung des Buches ist super verpackt. Auch der Wechsel zwischen der Erzählung in der Vergangenheit und der Gegenwart sind leicht verständlich und man findet sich perfekt in beide Teile ein.
Schön ist, dass dieses Buch teile der Vergangenheit aufarbeitet, die für immer lehrend und mahnend für uns sein sollte.

Den Handlungen der Charakteren kann man super folgen und sich auch gut hineinversetzen. Alles in allem ist es ein Buch, was nicht nur Fans des Krimis mit historischen Hintergrund begeistert.

Niemals darf man vergessen

Von: Ele aus xxxx Datum : 04.03.2018

Die Vergessenen, Krimi von Ellen Sandberg, 512 Seiten, erschienen im Penguin Verlag.
Über eines der grausamsten Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und die Notwendigkeit, dieses nicht zu vergessen.
Manolis Lefteris ist ein „lautloser Problemlöser“ für seinen Mentor Köster. Köster, dem er vor vielen Jahren das Leben gerettet - und der ihn dafür in seine Obhut genommen hat. Nun soll er für ihn geheimnisvolle Unterlagen beschaffen, die sich im Besitz einer älteren Dame befinden. Auch ihre Nichte Vera ist dem Geheimnis auf der Spur. Dabei enthüllen die Beiden ein Verbrechen, welches Jahrzehnte im Verborgenen blieb.
Vorliegender Krimi ist eingeteilt in 63 überschaubare Kapitel, die sich in zwei Zeitebenen und zwei Erzählstränge aufgliedern. Zum Einen das Geschehen in der Gegenwart, die Suche Manolis nach den geheimnisvollen Unterlagen und die Recherchen der Journalistin Vera nach den grausamen Verbrechen und Verbrechern des 2. Weltkriegs. Zum anderen die Erinnerungen von Kathrin, der Zeitzeugin und ihren Eindrücken und Erlebnissen, diese Kapitel haben mich ganz extrem betroffen gemacht. Die beiden Stränge waren sehr leicht auseinanderzuhalten, denn es wurden verschiedene Schriftarten gewählt, dadurch fiel es mir nicht schwer den Überblick zu behalten. Karten und Briefe aus der Nazi-Zeit und den frühen 60er Jahren sind im typischen Schriftbild einer mechanischen Schreibmaschine gedruckt. Dadurch konnte man sich gut in die jeweilige Zeit hineindenken. Ellen Sandberg schaffte es mit Bravour und großem Geschick, die Spannung die sie schon im Prolog aufgebaut hat, durch die Geschichte hindurch gleichbleibend hoch zu halten. Nicht zuletzt durch die lebhafte Erzählweise und packende Dialoge. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin in ihrer Erzählung immer wieder Zeilen aus meinem Lieblings-Rilke-Gedicht „Herr es ist Zeit“ verwendet, an den haargenau dazu passenden Stellen, toll gemacht. Die Geschichte ist mir bis unter die Haut gegangen, besonders die Schilderungen wie mit den gehandicapten Patienten in der „Heil -und Pflegeanstalt“ Winkelberg umgegangen wird. Die Schilderungen wie in dieser Einrichtung „billig getötet“ wurde, rührte mich zu Tränen. Durch zu wenig Nahrung und Sedierung konnten die geschwächten Patienten nicht mehr richtig atmen und verstarben dadurch an Tuberkulose oder Lungenentzündung. Zu jeder Zeit war es mir möglich dem Plot zu folgen. Meine Lieblingsfigur war Manolis Lefteris, obwohl er am Anfang etwas suspekt erscheint gefiel er mir zum Ende hin immer mehr, trotz seiner traumatischen Kindheit, hat er im Buch die größte Entwicklung gemacht und am Ende sogar die Seiten gewechselt. Auch die Figur Vera war mir sympatisch, vehement versucht sie Licht in die Vergangenheit ihrer Tante zu bringen. Einzig Kathrin blieb für mich undurchschaubar, obwohl sie während der Nazizeit, ihr Leben aufs Spiel setzte, um an die Beweise für Landmanns Machenschaften zu kommen und m.E. wirklich um die Opfer besorgt war, hat sie später nicht die Möglichkeit genutzt, um den Euthanasie-Arzt seiner gerechten Strafe zuzuführen. Wie kann man so einen Menschen lieben? Nur dafür, dass es einen Mann in ihrem Leben gibt, hat sie die Opfer verraten. Landmann war ein Teufel, ihn konnte ich nur hassen. Selbst nach dem Krieg war er der Meinung: „An der Front ließ die Jugend ihr Leben, während Verblödete und Asoziale in Winkelberg ein gesichertes Dasein führen“. Seine Taten waren, seiner Meinung nach, „Ein nützlicher Akt im Dienst der Allgemeinheit“.
Ich werde dieses Buch ganz sicher nicht vergessen.Ellen Sandberg, alias Inge Löhnig, hat hier ein Mahnmal gegen das Vergessen gesetzt. Unbedingte Leseempfehlung und 5 Sterne.

Spannend bis zum Schluss

Von: Niersperle Datum : 01.03.2018

Es dauert ca. 10-15 Seiten, dann hat das Buch einen gepackt und man bleibt gerne dran.
Die Geschichte von Kathrin ist schon interessant erzählt, doch auch wenn man denkt, gleich ist das Buch aus, kommen noch einige interessante Wendungen. Mir persönlich hat am Besten die Reaktion der Söhne auf den Schachzug des Vaters gefallen.

Die Verwendung verschiedener Erzählstränge, teilweise auch in einer anderen Zeit, gefiel mir gut. Die Charaktere waren interessant und sympathisch. Bei keinem kam Widerwille oder "och, ne, nicht der" auf.

Die Thematik ist schwierig und betrifft ein sehr dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Doch da das Buch so packend geschrieben ist, legt man es trotz des unbequemen Themas nicht aus der Hand.

Praktisches Feature, das ich bisher nicht kannte, ist die Möglichkeit über Papego auf dem Handy/Tablet weiter zu lesen. Obwohl mir ein richtiges Buch in der Hand lieber ist, konnte ich so auch unterwegs bequem weiter lesen.


Packende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Von: winnipeg Datum : 01.03.2018

Was für ein Roman,ein Krimi und Familienroman zugleich,der einen von der ersten seite an gefangen nimmt und ein eindringliches Plädoyer gegen das Vergessen und für Recht und Gerechtigkeit ist,ein Buch,das jeder gelesen haben sollte.

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Von: Juls Datum : 28.02.2018

Ich fand das Buch ist eher ein Krimi als Roman. Es wird ein bisschen Detektiv gespielt über ein paar Angelegenheiten wie z.b. auch den Krieg. Ich persönlich fand das Buch in Ordnung es war nicht so ganz womit ich gerechnet habe, trotzdem ist das Buch toll und hat sehr viel Spannung.

Spannende Familiengeschichte über ein schreckliches Verbrechen in der Nazizeit

Von: Petra Radtke Datum : 27.02.2018

petrasbuecherinsel.blogspot.de/

Dieser Roman behandelt ein schweres Verbrechen im Hitlerdeutschland - die Euthanasie, die Ermordung von psychisch kranken Menschen jeden Alters in psychiatrischen Heilanstalten . Die Autorin prangert mit ihrem Buch die Ungerechtigkeit an, dass so viele Gräueltaten ungesühnt bleiben – und die Opfer nach Jahren des Schweigens zu Vergessenen werden.Die Idee zum Buch hatte die Autorin, als sie im Jahr 2005 eine Zeitungsnachricht las, dass Zielfahnder des LKA- Baden-Württemberg sechzig Jahre nach Kriegsende einem untergetauchten Nazi-Arzt auf der Spur waren. Sie begann sorgfältig zu rechechieren und sprach mit vielen Zeitzeugen. Entstanden ist ein fesselnder bewegender Roman, der Mahnung ist, solche Verbrechen nie zu vergessen und alles zu tun, dass so etwas Abscheuliches nie wieder passieren kann.
Die Schreibweise der Autorin zieht den Lesern in den Bann von der ersten Seite an und man möchte am Liebsten das Buch garnicht mehr aus der Hand legen.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Ein Strang beginnt 1944 - da steht Katrin Mändler im Mittelpunkt der Handlung, eine junge Krankenschwester, die sich zur Aufgabe gemacht hat, kranken Menschen zu helfen und der besonders die psychisch kranken Kinder ans Herz gewachsen sind.
Der zweite Strang spielt 2013 und hier stehen besonders zwei Personen im Mittelpunkt Manolis Lefteris, der die Aufgabe bekommt Akten, die wohl im Besitz der Katrin Mändler sind, aufzuspüren und seinem Auftraggeber zu überreichen, und deren Nichte Vera. Da Katrin mit einem schweren Schlaganfall im Krankenhaus liegt, versucht er über ihre Nichte Vera an die Geheimakten zu kommen. Noch weiß er nicht, welche Brisanz diese haben.
Es gelingt der Autorin sehr gut, die verschiedenen Charaktere der handelnden Personen und die Hintergründe für ihre Handlungen herauszuarbeiten und man stellt sich beim Lesen die Frage, wie man selber in manchen Situationen sich verhalten und gehandelt hätte. Besonders haben mich dabei die persönlichen schweren Probleme von Manolis, der seit seiner Kindheit ein schweres psychisches Trauma mit sich trägt, bewegt. Die Familie seines aus Griechenland stammenden Vaters wurde im Krieg nierdergemetzelt und das hat dieser nicht verwunden. Er erzählt diese Gräueltat dem kleinen Manolis in aller Ausführlichkeit und dieser hat von diesem Augenblick Alpträume davon. Auch die Gewissenkonflikte von Katrin, als sie begreift, dass die Heilanstalt für die psychisch Kranken eine Hinrichtungsstätte sind und sie trotz großer Gefahren versucht einige der Kinder, die ihr anvertraut sind, zu retten, sind mir unvergeßlich. Voller Wut und Abscheu habe ich über die Morde an den hilflosen Menschen gelesen, die von ihren Mördern nur als überflüssige nichtlebenswerte Wesen bezeichnet werden. Wunderbar sind die Handlungsstränge - in Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden und man wird als Leser mitgerissen im Handlungsverlauf der Geschichte.
Auch der Zwiespalt den Vera, die Nichte von Katrin, erlebt, als sie sich die Frage stellen muss, wieso ihre von ihr so geliebte Tante, die Geheimakten solange versteckt hat und sie nicht eher der Polizei übergeben hat, ist überzeugend herausgearbeitet. Hat ihre Tante Katrin sich damit der Mithilfe am Mord der Kranken schuldig gemacht ??? Gelingt es, die Akten vor dem Zugriff der Altnazis zu retten und sie zu veröffentlichen ??? Wird der Mörder der psychisch Kranken eine gerechte Strafe erhalten ???
Diesem Buch kann ich nur viele Leser wünschen, denn die Verbrechen an den psychisch kranken Menschen während der NS Zeit dürfen niemals vergessen werden!!!!

Ein Buch, dessen Inhalt fesselt und gleichzeitig schockiert

Von: Clink Datum : 26.02.2018

Das Buch hat mich sehr beeindruckt, die Handlung hat mich auch sehr gefesselt. Es ist anschaulich geschrieben und es wird nichts beschönigt. In dem Buch „Die Vergessenen“ werden sehr anschaulich die Verbrechen des Naziregims im zweiten Weltkrieg geschildert.
Die Hauptfigur Vera, Jurnalistin will unbedingt wissen, wie gross die Mitschuld ihrer Tante an den Verbrechen ist. Durch ihre Nachforschungen gerät sie in grosse Gefahr.
Manolis, der durch die unverarbeiteten Erlebnisse seines Vaters in der Kindheit schwer traumatisiert ist und mit dem Fall Winkelberg konfrontiert wird, stellt Vergleiche an und entscheidet sich, seinen Auftrag nicht ganz so, wie von ihm erwartet auszuführen. Dieser Entschluss hilft ihm, mit der Vergangenheit Frieden zu schliessen und in die Zukunft zu schauen.

Spannend bis zum Schluß

Von: Timanfaya666 Datum : 25.02.2018

Ein spannender Roman, der sehr plastisch das Gestern mit dem Heute verbindet. Die Beschreibungen der Autorin sind sehr bildlich und die Sprache ist gut verständlich. Das Buch fasziniert dadurch, dass sich die Erzählungsstränge wie die losen Enden eines Stricks am Ende zu einem dicken Tau zusammenfügen.
Für mich war es ein vollkommenes Lesevergnügen, dass mich mit viel Spannung und einem guten Ende total überzeugt hat.

Ein lesenswertes Buch

Von: kleine_welle Datum : 23.02.2018

www.lese-welle.de/

Manolis scheint ein erfolgreicher Autohändler zu sein, aber nebenbei übernimmt er noch andere Aufträge. Als Mann für alles erledigt er verschiedene Dinge, die auch nicht immer legal sind.
Jetzt bekommt er einen scheinbar leichten Auftrag, denn er soll ein Dossier besorgen, das seinem Auftraggeber schaden könnte. Sein erster Auftrag der ihn an seine Grenzen führt.
Das Cover gefällt mir sehr gut, obwohl es auf den ersten Blick nicht so viel mit der Geschichte gemeinsam hat. Außerdem wirkt es trotz der scheinbaren Idylle sehr bedrohlich.

Der Schreibstil konnte mich von Anfang an überzeugen und auch die Erzählung aus der Perspektive von Manolis, der ja nicht zu den einwandfrei Guten gehört, ist sehr interessant geschrieben. Obwohl ich nicht immer alles nachvollziehen konnte, da ich doch eine andere Meinung in manchen Dinge habe, aber man muss ja nicht mit allem übereinstimmen, was der Protagonist so macht.

Im Buch begegnet uns auch Vera, eine Journalistin. Der Wechsel zwischen den Charakteren ist gelungen, denn neben den beiden lernen wir auch Veras Tante Kathrin etwas kennen.
Vera mochte ich von Anfang an sehr gerne, sie ist für mich eine starke Frau, die eigentlich weiß was sie will, der aber manchmal etwas Mut dazu fehlt. Aber im Laufe der Geschichte, wird sie immer mutiger und setzt sich damit nicht nur für ihren eigenen Lebensweg ein.
Kathrin hingegen konnte ich irgendwie so gar nicht verstehen, ein schwieriger Charakter, denn eigentlich scheint sie nett, aber ist letztendlich doch nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Denn sie will unabhängig und frei bleiben um jeden Preis.
Die Charaktere sind bis ins Detail sehr gut ausgearbeitet und das macht alles realistisch und vorstellbar.

Immer mal wieder erfahren wir einiges über die Vergangenheit der Figuren und diese fließenden, guten Übergänge zwischen dieser und der Gegenwart, sind einfach nur gelungen. Keine harten Ecken und Kanten. Man kann alles gut und leicht lesen.
Obwohl das Thema keineswegs leicht zu verdauen ist und einen zuweilen wütend macht. Denn die Verknüpfung der NS-Vergangenheit mit den fiktiven Orten, die sie sich ausgedacht hat, ist sehr gut und es wirkt alles gut recherchiert.
Aber lange Zeit bleibt das Geheimnis bewahrt, denn die Autorin streut hin und wieder nur leichte Andeutungen hinein und es gibt erstmal keine eindeutigen Beweise. Die Handlung scheint eigentlich klar vor einem zu liegen, aber vieles ist im Dunkeln und enthüllt sich erst nach und nach. Das baut die Spannung natürlich im Buch auf.
Diese hält sich auch bis zum Ende und lässt kaum nach.

Das Ende ist klasse, aber es hat einen leichten Wehmutstropfen, denn ein Wunschende ist es eher nicht. Ich hätte mir was anderes lieber vorgestellt, aber so wirkt es nur umso wahrscheinlicher. Was schon irgendwie traurig ist.

Mein Fazit: Mit dem Thema Nationalsozialismus ist es kein leichtes Buch, aber es lässt sich sehr gut lesen. Die Charaktere sind bis ins letzte ausgearbeitet und dadurch wirkt alles nur noch realistischer. Ein wirklich sehr gutes Buch!

Packend und fesselnd

Von: Petzi Datum : 23.02.2018

www.dieliebezudenbuechern.de

Der Kenner wird mit einem Blick ins Buch schnell feststellen, dass sich hinter dem Namen Ellen Sandberg eigentlich die Krimiautorin Inge Löhnig versteckt, die bereits sehr erfolgreich und äußerst gute Bücher schreibt. Hier wagt sie sich jedoch auf komplett neues Terrain, weshalb dieses Buch mit dem Pseudonym von ihrer bekannten Krimireihe abgegrenzt wurde. Dieses Buch sollte allerdings jeder lesen und ich verrate euch jetzt auch weshalb.

Ein Punkt, der mir an Inge Löhnig so unglaublich gut gefällt, ist ihr unheimliches Talent Geschichten auf Papier zu bringen. Fängt sie an zu erzählen, dann kann man sich kaum losreißen und verschlingt gierig Seite um Seite. Im Fall von "Die Vergessenen" ist es nicht anders. In nur wenigen Tagen habe ich diese Geschichte inhaliert und war, wieder einmal, vollkommen gefesselt von der Erzählkraft der Autorin.

Wird in einem Buch eine Geschichte aus der Zeit um den 2. Weltkrieg erzählt, werde ich aber prinzipiell hellhörig. Ich finde, dass es so viele grausame Ereignisse gibt, über die viel zu wenige von uns wirklich Bescheid wissen. Umso wichtiger, dass es immer wieder Autoren gibt, die davon erzählen und reale Gegebenheiten in ihre Geschichten verweben. Auch viele Jahre danach ist es wichtig, gegen das Vergessen anzukämpfen und auch der neuen Generation von den grauenhaften Geschehnissen zu berichten. Sandberg wählt hier das Thema Euthanasie, was sicherlich eines der grauenvollsten Thematiken rund um den 2. Weltkrieg ist, deshalb aber nicht minder wichtig.

Erzählt wird die Geschichte in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, die zum einen aus der Perspektive von Kahtrin aus der Zeit um 1944 verfasst sind und zum anderen aus der Gegenwart berichten. Der leichte Krimiaspekt, der mit der Erzählung von Manolis Lefteris noch zusätzlich eingebaut wurde, gefiel mir nicht hundertprozentig, war aber im Gesamtbild auch nicht weiter störend. Die Autorin kommt eben aus dem Bereich Krimi und kann das "ermitteln" daher wohl nie ganz lassen. Der Spannungsbogen wurde die ganze Zeit über aufrechterhalten und auch, wenn es gerade weniger Spannendes zu berichten gab, fesselte mich die Autorin dennoch komplett. Die Tragik und das Ausmaß der Erzählungen rund um die Euthanasie haben mich dazu gebracht, mich endlich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen und mich noch mit anderweitiger Lektüre dazu zu befassen.

Der eigentliche Grundgedanke der Geschichte war wohl auch darüber zu berichten, wie viele Naziverbrecher aus der damaligen Zeit später ungestraft davongekommen sind und niemals für ihre abscheuliche Taten zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine Schande für das deutsche Rechtssystem und eine wichtige Mahnung für die heutige Generation. Man sollte alles in seiner Macht stehende tun, damit sich diese Taten nie mehr wiederholen.

Fazit
Ein packender und fesselnder Roman, der eindringlich und intensiv über eine wahre tragische Begebenheit aus der Zeit um den 2. Weltkrieg berichtet und mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Inge Löhnig alias Ellen Sandberg versteht ihr Handwerk und hat mich mit diesem Buch regelrecht begeistert. Sollte man lesen!