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Leserstimmen (118)

Ellen Sandberg: Die Vergessenen

Die Vergessenen Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-328-10089-8

Erschienen:  27.12.2017
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Ein Buch, was mich nicht mehr losgelassen hat.

Von: Ritja Datum : 02.05.2018

buchstabenfestival.blogspot.de/

Ein Buch, was mich nicht mehr losgelassen hat.
Es hat mich nachdenklich und traurig gestimmt, da man weiß, dass die Geschichte wahr ist (auch wenn die Figuren fiktiv sind).

Ellen Sandberg baut die Geschichte langsam auf und wird mit jeder Seite spannender und eindringlicher. Immer mehr Verbindungen und Verstrickungen werden aufgedeckt. Überraschungen sorgen für Gänsehaut und Entsetzen bei der Hauptfigur Vera und bei dem Leser. Als ihre Tante einen Schlaganfall und kurz darauf ihr Cousin ermordet wird, ist die Familie entsetzt. Vera muss feststellen, dass sie so manches Detail aus der eigenen Familiengeschichte nicht kennt und nun weiß sie nicht, was sie glauben und wie sie mit den ganzen Informationen umgehen soll. Da sie Journalistin ist, wird sie neugierig und recherchiert. Dabei wirbelt sie viel Staub auf, der auch schlafende Geister weckt.

Die Geschichte ist spannend, interessant und beklemmend, denn es behandelt das Thema Euthanasie während der Nazizeit (Aktion T4) und zeigt wie die Nazis kranke und behinderte Menschen als unwertes Leben abgestempelt und am Ende auch getötet haben. Ellen Sandberg beschreibt sehr detailliert wie die Ärzte und Schwestern dabei vorgegangen sind. Und wie selbst nach Jahrzehnten, die noch lebenden Ärzte kein Unrechtsbewußtsein für ihre Taten entwickelt haben.

Ellen Sandberg kann sehr gut schreiben, sehr eindringlich und klar. Sie schafft es aber auch Hauptcharaktere zu entwickeln, die man versteht und teilweise auch sympathisch findet. Einzig die Wiederholungen von bestimmten Geschehnissen (aus dem Leben von Manolis) sind etwas anstrengend, weil es mich immer wieder aus der "Vera"-Geschichte herausgerissen hat. Dadurch wird diese unnötig in die Länge gezogen, was mir nicht ganz so gut gefallen hat.

Es ist kein richtiger Krimi. Es ist auch mehr als eine Familiengeschichte oder ein Geschichtsbuch. Es ist eine gute Mischung aus allem.

ganz großes Kino!

Von: kathalovesbooks Datum : 29.04.2018

https://kathalovesbooks.wordpress.com/

Wir erfahren die Geschichte in diesem Buch auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen - alleine dieser Punkt macht ein Buch für mich immer sehr interessant. Die Autorin hat hier ein ganz großes Buch geschrieben, welches ich schon mehrfach weiter empfohlen habe und welches definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlights zählt.

Ich habe zwar den Handlungsstrang in der Vergangenheit rund um Kathrin und ihre Arbeit in einer Klinik für Menschen mit Behinderungen etwas mehr gemocht, als den Part in der Gegenwart in der wir Manolis, einen nach außen hin sesshaften Autohausbesitzer und Vera, welche sich rührend um ihre Tante Katrin kümmert, als diese einen Schlaganfall erleidet, begleiten, aber insgesamt flogen die Seiten nur so dahin, womit ich wirklich nicht gerechnet  habe.

Starke Protagonisten, ein toller Schreibstil und ein sehr wichtiges Thema, welches von der Autorin ganz toll aufgearbeitet und recherchiert wurde, machen für mich das Buch zu einem rundum gelungenem Werk!

Ich möchte hier gar nicht viel über die Story verraten, weil ich glaube, dass jeder dieses Buch lesen sollte - der zweite Weltkrieg und die schrecklichen Geschehnisse gehören zu unserer Geschichte dazu und meiner Meinung nach, wird dieses Buch diesem wichtigem Thema sehr gerecht.



Sie dürfen nicht vergessen werden.

Von: SeekingZamonia Datum : 28.04.2018

www.ofbooksandmen.com

2013: Manolis Lefteris, ein Mann „für besondere Fälle“, erhält den Auftrag, für einen Klienten alte Akten zu beschaffen, die sich im Besitz einer alten Dame befinden. Für ihn eigentlich ein Routineauftrag ohne besonderen Hintergrund.

1944: Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester im Pflegeheim Winkelberg an und beginnt eine Affäre mit dem leitenden Arzt der Klinik, Dr. Karl Landmann. Zu spät erst bemerkt sie das Lebensbedrohende, das hinter den Kulissen der Klinik und unter Kontrolle des Arztes geschieht.

-

„Die Vergessenen“ ist ein Kriminalroman, der mich nicht losgelassen hat. Ich wollte eigentlich nur ein bisschen lesen, anfangen mit dem Buch - und habe es dann an einem Tag ausgelesen. Weglegen war nicht möglich.

Es gibt viele Bücher und Filme über die NS-Zeit, aber ich glaube, ich habe noch nichts über diese „Vergessenen“ gelesen - Menschen, die durch Behinderungen oder andere „Untauglichkeiten“ durchs Raster der Herrenmenschen fielen und buchstäblich aussortiert wurden.
Aber nicht offiziell in den Gaskammern, sondern leise und klammheimlich sterben gelassen wurden, in Hungerhäusern oder durch Krankheiten. Und das in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, Orten, an denen sie geschützt und versorgt werden sollten.
Der Roman geht nicht in die detaillierte Tiefe des gesamten Geschehens, beispielhaft werden drei Schicksale herausgesucht, die mit der Protagonisten Kathrin in Verbindung stehen.
Eine Krankenschwester, die nach und nach erkennt, dass sie in einem Pflegeheim arbeitet, in dem Behinderte und psychisch erkrankte Soldaten sterben gelassen werden und die zusammen mit einem Kollegen drei Leben und drei Tode protokolliert, um nach Kriegsende die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu können.

Dazu jedoch wird es erst viele Jahrzehnte später kommen und das unter Umständen, die so vermutlich nicht geplant waren.

Der Roman verknüpft gekonnt und vielschichtig 1944 und die Gegenwart (2013) anhand von direkt mehr als einer Handvoll Personen, die alle irgendwie miteinander verbunden und in ihrer Familiengeschichte und ihren Vergangenheiten traumatisiert sind.

Zu Beginn ist es nicht immer leicht sich reinzufuchsen in das, was einem da präsentiert wird. Viele Personen und ihre Stimmen prasseln auf einen ein und man muss sich erst einmal zurechtfinden in dem Durcheinander an Zeiten, Situationen und Gegebenheiten.
Ist man einmal drin in der Geschichte kommt man nicht mehr raus. Möchte es auch gar nicht.

Sprachlich wunderbar geschickt konstruiert baut sich eine große Spannung auf, die sich quasi bis zur letzten Seite weiterzieht - bis man nach und nach für sich selber erkennt, was eigentlich passiert ist und wer mit wem etwas zu tun hat.

Und niemand ist der Held. Das finde ich persönlich besonders beachtlich. Kathrin Mändler erkennt das große Unrecht, was den Patienten angetan wird und setzt ihr eigenes Leben aufs Spiel, um während der Morde zu protokollieren und später etwas gegen dieTäter tun zu können.
Als ihr die Möglichkeit gegeben wird, stehen ihr ihre Gefühle Dr. Landmann gegenüber im Wege und sie schweigt.
Bis die Wahrheit und ihre mutigen Taten erst Jahrzehnte später ans Licht kommen. Und das mittels einem „Mann für die besonderen Fälle“, Manolis, dessen eigene tragische Familiengeschichte ihn eng verbindet mit der Historie von Kathrin Mändler - und dessen Weste, wenn er auch viel Moral und Empathie besitzt, nicht unbedingt eine der weissesten ist.

Die Geschichte springt zwischen den Charakteren, den Orten und den Zeiten ohne verwirrend zu werden.
Vielschichtig und detailliert entwickelt sich eine Geschichte, die klug konstruiert ist, in sich schlüssig und zum Ende keine Fragen mehr offen lässt.

Ausser natürlich, wie so etwas wirklich passieren konnte, der wahre Hintergrund dieser Geschichte.

Spannend und auch nachdenklich

Von: Norddeutsche Goere Datum : 24.04.2018

https://www.norddeutsche-goere.de

Der Roman handelt von der Kriegszeit aus der Nazizeit. Der Roman ist aber so geschrieben als wenn man das gerade erlebt. Authentisch und echt, aber auch erschreckend und nichts für sanfte Gemüter. Traurigkeit und diese Ungerechtigkeit, grausig was mir zu schaffen machte. Oft habe ich beim Lesen überlegt ob ich überhaupt weiter Lesen möchte. Aber es war auch spannend. Von allem etwas. Wer sich aber dafür interessiert was früher passiert ist, was man nicht vergessen darf, der sollte das Buch Lesen. Ich habe lange nach dem Buch noch über die Story nachgedacht. Beim Lesen habe ich das Gefühl gehabt fast dabei zu sein, war aber auf der anderen Seite froh das es nur im Buch und meinen Gedanken so war. Ein guter Roman der wirklich gelungen ist und den ich jetzt immer wieder Lesen würde.
Vera hat den Sinn ihres Lebens verloren, dazu Pech mit den Männern rundet es ab. Ihre Tante kommt mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus, kurz danach wird ihre Cousine Tod aufgefunden. Was ist los? Vera begibt sich auf die Spurensuche. Was ist passiert und warum hatte ihre Tante den Schlaganfall bekommen? In der Wohnung der Tante macht sie sich auf die Suche. Dort macht Sie eine schockierende Entdeckung. Nun will Sie die Wahrheit rausfinden und sie fragt sich, ob ihre Tante auch wirklich die Person ist, die sie eigentlich kennt. Doch es kann auch anders kommen.

Aber auch die andere Person bringt Spannung ins Spiel und der Sprung zwischen diesen beiden Persönlichkeiten ist gut und man kommt auch mit.

Dieses Buch hat mich sprachlos gemacht

Von: Ramona Datum : 05.04.2018

https://kielfeder-blog.de

Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, bei dem mir noch immer die Worte fehlen.
Es schießen mir so viele Gedanken durch den Kopf und ich weiß sie nicht zu sortieren.
Dieses Buch – es hat mir die Sprache verschlagen.
Ich spreche von Die Vergessenen von Ellen Sandberg. Wenn euch der Name der Autorin nichts sagt: Das ist das Pseudonym von Inge Löhnig. Ich mag ihre Krimis und deshalb wollte, ja musste ich auch dieses Buch einfach lesen.

Inge Löhnig alias Ellen Sandberg behält auch in diesem Werk die beeindruckende Fähigkeit bei, ihren Leser mit jedem Satz mehr und mehr in ihren Bann zu ziehen. Man will nicht aufhören, man muss einfach weiterlesen.
Ich konnte Die Vergessenen nur sehr ungern aus der Hand legen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch durchgesuchtet.

Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen, sehr emotionalen und intensiven Perspektiven erzählt.
Mir stockte mehrmals der Atem.
Noch schockierender und bedeutsamer ist dabei die Tatsache, dass die Geschichte von Ellen Sandberg auf wahren Begebenheiten beruht.
Darauf geht Ellen Sandberg auch im Nachwort von Die Vergessenen ein.
Eine wichtige Botschaft von der Autorin ist wohl auch, dass viel zu viele grausamen Taten aus dem zweiten Weltkrieg ungesühnt geblieben sind. Und dass sich diese schrecklichen Taten nicht mehr wiederholen dürfen.
Dass wir alles daran setzen müssen, das zu verhindern.

Diese Geschichte wird noch lange in meinem Kopf nachklingen.
Bitte lest Die Vergessenen von Ellen Sandberg! Ihr dürft das Buch nicht verpassen.

Aufwühlend und fesselnd!

Von: Martina - Schmökerwelten Datum : 02.04.2018

https://www.facebook.com/Schmoekerwelten

Mit Krimiautorin Inge Löhnig, die dieses Buch unter dem Pseudonym Ellen Sandberg geschrieben hat, habe ich eine fantastische, mir bisher noch nicht bekannte Autorin entdeckt.
Mit "Die Vergessenen" hat sie sich eines sehr dunklen Kapitels unserer deutschen Geschichte - der Euthanasie im Zweiten Weltkrieg - angenommen und dieses in einen ziemlich aufwühlenden und fesselnden Spannungsroman mit sehr viel Tiefgang verpackt.
Die Personen und Orte des Romans sind zwar frei erfunden, jedoch dokumentierten wahren Begebenheiten nachempfunden.
Ellen Sandberg verknüpft zwei Familiengeschichten und zwei Zeitebenen miteinander.
Vera Mändler, Journalistin, kümmert sich rührend um ihre Tante Kathrin, die nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt. Durch Zufall stößt sie in der Wohnung der Tante auf ein Fotoalbum, dass Kathrin in den Kriegsjahren als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg zeigt - eine Zeit, von der ihre Tante nie gesprochen hat.
Vera beginnt zu recherchieren und erfährt, mit welcher Arroganz und unter dem Deckmäntelchen des Schweigens geistig und körperlich behinderte Menschen nach "Nutzen bringend" und "nutzlos" separiert wurden und man die "Nutzlosen" in sogenannten Hungerhäusern durch gezielte Mangelernährung systematisch verhungern ließ.
Vera muss sich fragen, in wie weit ihre Tante in die dortigen Gräueltaten involviert gewesen ist.
Manolis Lefteris erhält den Auftrag, gewisse Akten für einen Klienten aufzuspüren.
Für ihn gilt das Gesetz des Stärkeren, er hat den Glauben an Recht und Gerechtigkeit verloren.
Er bekommt die Bilder, die ihm von seinem Vater als kleiner Junge aufgebürdet wurden, nicht mehr aus dem Kopf und hat sie bis heute nicht verarbeiten können.
Im Juni 1944 verübte die deutsche Wehrmacht in einem griechischen Dorf ein grausames Massaker an der Dorfbevölkerung, bei dem 218 Frauen, Alte, Kinder und Babys ermordet wurden und das von uns bis heute nicht als Kriegsverbrechen anerkannt worden ist.
Veras und Manolis Geschichten sind beide durch die Vergangenheit belastet und beginnen sich bald zu kreuzen.
Ellen Sandberg hat für dieses Buch akribisch recherchiert, sie hat es fantastisch geschrieben und mich immer tiefer in diese Geschichte hineingezogen, die die Gerechtigkeit in Frage stellt. Sie hat mich betroffen gemacht und fassungslos über das Gedankengut in den Köpfen mancher Menschen.
"Die Vergessenen" ist ein Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann.

Bedrückend und beeindruckend zugleich

Von: Ilona Rehme aus Bad Oldesloe Datum : 01.04.2018

Ein sehr beeindruckender Roman, dies vorab.
Mit großer und stetig wachsender Spannung erzählt die Autorin hier eine Geschichte, die in der Gegenwart beginnt, aber sehr schnell durch Bilder und Aufzeichnungen in eine zweite Zeitebene und einen zweiten Erzählstrang ins Jahr 1944 zurückführt.

Manolis Lefteris, offiziell Autohändler, führt ein erfolgreiches Unternehmen für eine sehr betuchte Kundschaft. Inoffiziell bekommt er zeitweise Aufträge von einem vorerst geheimnisvollen „Köster“, deren Erfüllung mit den geltenden Gesetzten mehr oder weniger nicht im Einklang stehen. Niemand darf von diesem sehr lukrativen Doppelleben erfahren.
Vera Mändler, Journalistin bei einem Frauenmagazin, versucht eine Rückkehr in eine berufliche Position und zu Themen, die für sie serösen Journalismus bedeuten. Sie ist die Pseudoprobleme ihrer jetzigen Aufgabe so entsetzlich leid. Als sie in den Erinnerungen ihrer Tante Kathrin, Fotos und schriftlichen Aufzeichnungen, von Ereignissen im Jahr 1944 erfährt, in die ihre Tante eingebunden war, meint sie darin ihre Chance für eine berufliche Wende gefunden zu haben. Sie trifft eine Entscheidung.
Beide erfahren im Zuge ihrer Recherchen, dass es ganz offensichtlich auch heute noch Menschen gibt, die alles zu tun bereit sind, dass ihre eigene Rolle in Nationalsozialismus nicht bekannt wird. Und die auch heute noch bereit sind, dafür über Leichen zu gehen. Eine mehr oder weniger spielt dabei keine Rolle.
Kathrin Mändler Veras Tante, liegt nach einem Schlaganfall in einer Klinik. Sie war als junge Frau Krankenschwester in einem Heil- und Pflegeheim der Nazis, in dem die Genesung der Patienten, vor allem auch Kindern, nicht im Vordergrund zu stehen schien. Kathrin beobachtet, hinterfragt und macht sich damit nicht gerade beliebt bei den vorgesetzten Schwestern und Ärzten. Gleichzeitig unterhält sie aber eine Beziehung zu Karl Landmann, dem Leiter der Einrichtung, vor der niemand wissen darf und die von einer gewissen Hörigkeit bestimmt ist. Dieser Gewissenskonflikt nagt an ihr und muss unweigerlich in einer Katastrophe enden. Denn Kathrin kopiert und entwendet Krankenakten, gemeinsam mit einem jungen Mediziner, der als Praktikant in diese Einrichtung kommt.
Diese Unterlagen sind es, die Vera für ihren Artikel sucht, die Manolis für den Auftraggeber Kösters beschaffen soll, für die bereits ein Mensch gestorben ist und für die jemand offensichtlich bereit ist, jeden Preis zu zahlen, wenn er ihrer nur habhaft werden kann.

Dieser Roman ist absolut lesenswert. Es gelingt der Autorin, das Thema Euthanasie in einem Umfeld und mit Personen zu behandeln, die einem als Leser das Gefühl vermitteln, dies alles direkt mitzuerleben. Bedrückend und beindruckend zugleich und durch den Handlungsstrang in der Gegenwart mit einer großen Spannung ausgestattet. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen bevor nicht der letzte Satz gelesen war.

Ein Roman, der die Seele berührt

Von: Rosenmadl Datum : 31.03.2018

visionsofbeautyandmore.blogspot.de/

(Achtung Spoiler)

Ich bin erstmal sprachlos, dass solche furchtbaren Verbrechen tatsächlich geschehen sind. Bei den jeweiligen Beschreibungen und die Kapitel um Kathrin bekam ich oftmals Gänsehaut. Therese, das kleine Mädchen, welches Kathrin nicht retten konnte, hab ich ganz in mein Herz geschlossen, auch wenn man sie nicht allzu oft antraf. Doch Therese erinnert mich persönlich an ein solches Mädchen, welches immer sehr sehr dankbar für jede Zuwendung war. Arme unschuldige Geschöpfe, ich kann das fast noch immer nicht glauben. Und Kathrin hätte ich oftmals eine wischen können, wie kann man sich in solch einen Mann vernarren? Da fällt mir nichts mehr ein. Sie war die einzige Person, die ich nicht verstehen konnte. Solche Reaktionen von ihr hätte man absolut nicht erwarten können.

Die übrigen Protagonisten kamen weitaus authentischer rüber und am liebsten mochte ich Manolis, der sich letztendlich für das richtige Verhalten, die richtige Vorgehensweise entschied. Vera kam eher sehr naiv rüber und alle anderen Charaktere konnten mich nicht ganz erreichen. Aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen war der Roman für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl man anfangs schon ahnen konnte, in welche Richtung die Szenen laufen würden, war das Ende doch sehr überraschend und detailliert ausgearbeitet.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker, leicht, aber dennoch mit Tiefgründigkeit zu bezeichnen, so dass man einfach das Buch kaum aus der Hand legen wollte.

Einziger Manko, welches mich zu Anfang des Romans sehr verwirren konnte, war die Tatsache, dass zu viele Charaktere auf einmal anwesend schienen und mich in deren Darstellung durcheinander brachten. Aber das legt sich mit der Zeit und behindert auch kaum die eigentliche Geschichte. Auch nicht die Tatsache, dass die Vergangenheit oder die Rückblicke nicht wirklich gekennzeichnet waren. Aber mit ein wenig Konzentration kann man das auch spielend meistern.

Erwähnenswert finde ich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Vergangenheit von Manolis, welcher ständig an die schrecklichen Ereignisse seines Vaters zurückdenken muss und von schlimmen Albträumen heimgesucht wird. Diese Geschichte über ihn und seiner Familie alleine hätte schon einen ganzen Roman verdient. Schön wie die Autorin solche Szenen noch mit einbauen ließ. Das verleiht dem Ganzen noch mal einen einzigartigen Charakter.


Fazit:

Ein Roman, der die Herzen berühren wird, denn das schreckliche Verbrechen an unschuldigen Opfern kann man nicht ignorieren. Der wundervolle Schreibstil und die detailliert beschriebenen Charaktere, denen man ihr Verhalten abkauft, tragen zu einer Sucht bei, die es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Dies wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin sein, welches ich gerne lesen möchte. Und da es mir unheimlich gut gefallen hat, vergebe ich auch gerne ganze

5 Sterne !!

Die Vergangenheit ruht nicht

Von: Proxima Datum : 30.03.2018

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer Autorin erfolgreichen Münchner Autorin. Nach einem Ausflug in die Werbebranche widmet sie sich nun voll dem Schreiben.

Manolis Lefteris ist ein Mann für besonderer Fälle. Er bekommt den Auftrag alte Akten zu beschaffen, die sich im Besitzt von Kathrin Engesser, einer alten Dame, befinden. Kathrin Engesser hatte einen Schlaganfall und liegt seitdem im Krankenhaus. Um die Angelegenheiten der alten Dame kümmert sich, die Journalisten Vera Mändler, die Nichte von Kathrin Engesser. Vera und auch Manolis stecken schon bald tiefer als sie es jemals wollten in einer Geschichte, die sich 1944 zugetragen hat…

Der Leser begleitet Vera, Manolis und erfährt durch Rückblicke immer wieder wie es Kathrin im Jahre 1944 erging. Vera arbeitet für eine Frauenzeitschrift, was ihr keinen großen Spaß macht. Als sie mit der Vergangenheit ihrer Tanten konfrontiert wird, fängt sie an zu recherchieren. Manolis übernimmt immer wieder besondere Fälle und steckt bald tiefer in der Angelegenheit wie es ihm lieb ist. Und auch Kathrin hat einiges zu verbergen.

Das Buch beginnt eher gemächlich. Der Leser lernt zunächst die Protagonisten kennen und was sie umtreibt. Für meinen Geschmack kamen die Rückblenden zu kurz und sie werden teilweise auch zu sehr von der Rahmenhandlung verdeckt und, wie ich finde, unwichtigen Details verdreckt. Ohne Frage die Autorin versteht es den Leser bei der Stange zu halten jedoch hat man manchmal das Gefühl, dass der rote Faden etwas verblasst und den Problemen der Hauptdarsteller Platz machen muss.

Gut gefallen hat mir der Schluss. Das Ende lässt einen hoffen, dass man noch mehr von Mändler und Lefteris lesen wird – eine Tatsache über die ich mich freuen würde.

Ein dunkles Kapitel unserer Geschichte wird hier wieder hervorgeholt von einer Journalistin, die nicht ruht bevor sie die Wahrheit kennt.

Zwischen 2 Welten

Von: Yvonne Datum : 18.03.2018

https://yvonneschwarz.wixsite.com/wonnisbucherparadies

Cover:
Das Cover sehr interessant aus, eine Wiese mit Blumen und im Hintergrund befindet sich ein altes Haus. Ja natürlich hätte man auch ein anderes Motiv wählen können, aber der Autor und auch der Verlag haben sich dabei etwas gedacht…

Schreibstil:
Frau Sandberg schriebt sehr flüssig und verständlich, nicht zu vergessen bildhaft es ist tatsächlich so. Das man das Gefühl hat man steht neben Kathrin….
Die Geschichte hat Zeitsprünge, was dem Verlauf des Lesens nicht negativ beeinflusst ganz im Gegenteil…dadurch werden sehr viele Dinge/Geschehnisse klarer und verständlicher.

Meinung:
Dieses Buch erweckte meine Aufmerksamkeit durch das Cover, und es enttäuschte mich nicht. Ich war von Anfang gefesselt und fühlte mit den Protagonisten.
Allein die Tatsche 1944, puh…es muss schwer gewesen sein. Der Krieg die Hoffnung oder auch Hoffnungslosigkeit…das verzweifelte beten das alles bald ein Ende hat. Und dann verliebt man sich und findet Dinge heraus, die grausam und man nicht weiß wie man da rauskommt.

Dies ist eine wirklich tolle und spannende Lektüre die sich wie nichts wegliest…..

Spannend

Von: Aryana Datum : 14.03.2018

Das Buch ist total super zu lesen,spannend und geht um ein Thema was nicht in Vergessenheit geraten sollte.Eine Mischung aus Krimi und Roman.
Ich kann es nur empfehlen.

Nichts für schwache Nerven

Von: Jenny Datum : 14.03.2018

Die Kurzfassung auf dem Rückumschlag hörte sich für mich spannend an, daher wollte ich dieses Buch gerne lesen. Ich mag es, dass das Buch in 2 Zeitebenen geschrieben ist und somit sehr abwechslungsreich. Da eine Zeitebene 1944 spielt, war schnell klar, dass es sich hier um Geschehnisse während des 2. Weltkrieges handelt. Obwohl ich in der Schule und danach genug über diese Zeit erfahren habe, fällt es mir immer noch schwer, solche Dinge zu lesen. Mich persönlich nehmen diese Ereignisse sehr mit. Das Buch behandelt das Thema Euthanasie an einem sehr speziellen Fall, über den ich persönlich noch kaum etwas gehört oder gelesen hatte. Insofern war es trotz der teilweise erschreckenden Schilderungen sehr spannend zu lesen.

Die Verknüpfung der Zeitebenen 1944 und 2013 durch eine Hauptperson des Buches ist sehr gelungen.

Die beiden weiteren Hauptfiguren, die verschiedener nicht sein können, werden sehr gut beschrieben. Ihre Absichten, Handlungen und Verhaltensweisen sind sehr gut nachvollziehbar und man erwartet und fragt sich die ganze Zeit, ob und wann die beiden sich treffen und was dann passiert.

Ich konnte mich gut in die Personen hineinversetzen, so dass ich gut "mitfühlen" konnte - egal ob Freude, Trauer, Wut oder Angst.

Alles in allem finde ich den Roman sehr gut geschrieben, er war spannend und fesselnd, so dass es mir schwer fiel, ihn aus der Hand zu legen. Er regt sehr zum Nachdenken an, wie man selbst in bestimmten Situationen wohl reagiert hätte.

Spannende Geschichte auf zwei Zeitebenen

Von: janaslifetime Datum : 13.03.2018

janaslifetime.blogspot.de/

Interessante Protagonisten // Die Hauptcharaktere Kathrin, Manolis und Vera sind alle drei wirklich spannend und total unterschiedlich.

Kathrin nimmt uns mit in ihre Vergangenheit im zweiten Weltkrieg und kommt einigen schrecklichen Taten auf die Schliche, die manche Ärzte zu dieser Zeit getan haben. Hier geht sie anfangs sehr naiv damit um, wird aber immer aufmerksamer und letztendlich kommt sie hinter grausame Taten an hilfebedürftige Menschen.

Vera ist Kathrins Nichte und wird sozusagen in die Vergangenheit ihrer Tante mit hineingezogen. Passen dazu ist sie Journalistin und hat eben ihre Berufung total ausgelebt. Sie ist mir total sympathisch, manchmal auch etwas naiv, aber ist ziemlich mutig.

Manolis passt an sich nicht so richtig in die Reihe der typischen Protagonisten, denn er ist sozusagen Privatdetektiv und geht auch manchmal etwas weiter um seinen Klienten ihre Wünsche zu erfüllen... Man lernt ihn und seine Vergangenheit kennen und irgendwann kreuzen sich natürlich auch die Wege der anderen Protagonistinnen.


Unterschiedliche Sichtweisen // Was ich immer sehr gerne mag, sind die Wechsel der unterschiedlichen Protagonisten. Man hat unterschiedliche Sichtweisen, Hintergründe und manchmal auch Schreibweisen. Es macht das ganze Buch lebendiger, spannender und man erlebt auch viele Situationen übergreifend. So auch bei diesem Buch und Ellen Sandberg hat wirklich gute Arbeit geleistet.


Geschichtlicher Hintergrund // Das ganze zweite Weltkrieg Thema ist von der Schule her schon recht ausgelutscht, jedoch gab es hier einige neue und recht interessante Punkte, die ich super spannend fand. Man wurde nicht belehrt, man ist einfach in die Vergangenheit getaucht und hat einiges mitbekommen, was gar nicht so populär gemacht wurde.


Spannende Wendungen // Was mir besonders gut an diesem Buch gefallen hat, waren die vielen Wendungen. Zwar gab es zwischendurch mal kleinere Durststrecken, aber die dann gekommenen Wendungen waren einfach so spannend, sodass ich das Buch irgendwann nicht mehr aus den Händen legen konnte. Sobald man dachte, die Geschichte müsste jetzt zu Ende sein, kamen immer noch Dinge ans Tageslicht.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil, die Protagonisten sowie die ganze Hintergrundgeschichte an sich waren rund, stimmig, spannend und mal eine andere Dritte Reich Geschichte. Leider gab es ab und an Längen, die nicht unbedingt hätten sein müssen, die jedoch schnell überwunden waren.

Berufung oder Liebe?

Von: Martinas Buchwelten Datum : 12.03.2018

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Unter dem Pseudonym Ellen Sandberg hat die bekannte Krimiautorin Inge Löhnig ihr Herzensprojekt veröffentlicht. Das bemerkt man, denn mit dieser Geschichte, die ein Mix aus Spannungsroman, Krimi und Familiengeschichte ist, ist ihr ein wahrlich brillianter Roman gelungen. Sandberg/Löhnig hat sich hier dem Thema der Euthanasie während des Zweiten Weltkrieges angenommen und hat es mit einer spannenden Rahmenhandlung perfektioniert.

Der etwas ruhige Beginn dient zur Einführung, denn wir haben es mit zwei Zeitebenen und eigentlich drei Hauptprotagonisten zu tun.
Wir lernen zuerst Manolis Lefteris kennen. Offiziell ist er Autohändler, inoffiziell nimmt er geheimnisvolle Aufträge seines Mentors Köster an, der ihm als Jugendlicher das Leben gerettet hat. Der Deutsch-Grieche soll diesmal alte Akten für seinen Auftraggebener auftreiben. Die Besitzerin ist kürzlich wegen eines Schlaganfalles ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Ihre Nichte Vera Mändler ist Journalistin und arbeitet im Moment eher lustlos bei einem Frauenmagazin. Sie würde sich gerne wieder seriöseren Themen widmen, doch ein Umstieg erweist sich schwieriger als erwartet. Als sie in der Wohnung ihrer Tante nach persönliche Unterlagen für das Krankenhaus sucht, stößt sie auf ein altes Fotoalbum. Darin entdeckt sie ein Bild ihrer Tante mit einem Nazi-Anstecker am Revers vor der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Diese Pflegeanstalt war bekannt für ihre Grausamkeit. Vera ist entsetzt, möchte allerdings mehr darüber wissen und wittert gleichzeitig einen guten Stoff für einen Artikel und einen eventuellen Job. Dabei lässt sie völlig außer Acht, dass jemanden daran interessiert ist, dass die Vergangenheit keinesfalls ans Licht kommt.....

Im Vergangenheitsstrang rund um das Jahr 1944 lernen wir die junge Kathrin Mändler kennen. In Winkelberg macht sie schockierende Entdeckungen. Viele Patienten scheinen systematisch getötet zu werden. Kriegsversehrte, die keiner Arbeit mehr nachgehen können, weil sie der Krieg psychisch und phyisch zerstört hat, werden dem Hungertod überlassen und behinderte Kinder, die ebenfalls keinen Beitrag für die Gesellschaft leisten können, werden still und heimlich ermordet. Der Kopf der Klinik ist Chefarzt Karl Landmann, doch gerade in diesem Mann verliebt sich die junge Kathrin. Was wird Kathrin tun und was ist ihr wichtiger? Ihre eigentliche Berufung als Krankenschwester oder die Liebe zu Karl ?

Im Wechsel lesen wir die Abschnitte aus der Gegenwart rund um Manolis und Vera, die beide hinter den Akten her sind, als auch diese aus der Vergangenheit, die in einem anderen Schriftbild erscheinen. Das zentrale Thema im Roman ist die Gerechtigkeit und die Rechtssprechung, was leider nicht immer das Gleiche ist.
Manolis, "der Mann fürs Grobe", trägt eine schwere Vergangenheit mit sich herum, mit der er immer wieder hadert. Sein Vater war der einzige Überlebende eines Übergriffes der deutschen Wehrmacht in seiner Heimat Giechenland. Im Dorf wurde damals ein Blutbad an Frauen und Kindern verübt, das sein Vater sein ganzes Leben lang belastete, weil die erhoffte Gerechtigkeit ausblieb. Nur Manolis hat er diese Geschichte als Kind erzählt und auch bei ihm ein Trauma hinterlassen. Als er durch Vera langsam den Verdacht bekommt, worüber die Akten, die er besorgen soll, handeln könnten, steht er vor einem Gewissenskonflikt....

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr bildhaft. Die Orte und Personen werden authentisch dargestellt und es wurde akribisch recherchiert. Man erkennt auch den kriminalistischen Touch der Autorin, die hier eine sehr spannende Geschichte geschrieben hat. Der Spannungsbogen nimmt kontinuierlich zu und die Handlung aus der Vergangenheit erschüttert. Beide Protagonisten aus der Gegenwart sind nicht immer positive Figuren, haben Ecken und Kanten, aber auch Sinn für Gerechtigkeit. Das macht sie trotz ihrer Eigenheiten sympathisch.
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Wer meinen Blog verfolgt weiß, dass ich gerne Geschichten über die Weltkriege lese. Trotz der vielen Lektüre zu diesem Thema, erfahre ich immer wieder neue Fakten, die ich zuvor nicht wusste. Deswegen finde ich es auch so wichtig, dass Autoren dazu recherchieren und historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte den Lesern näher bringen.
Wie weitreichend das Thema Euthanasie im Dritten Reich war, hat Inge Löhnig alias Ellen Sandberg hier sehr detailliert dargestellt. Es macht auch heute noch betroffen und wütend.

Fazit:
Ein äußerst bewegender Roman mit Krimielementen, der das Thema Euthanasie im Fokus hat und von den Schrecken des zweiten Weltkrieges berichtet. Dabei bleibt die Spannung nicht auf der Strecke und mit Vera und Manolis hat die Autorin zwei Protagonisten mit Ecken und Kanten geschaffen. Von mir gibt es hier eine absolute Leseempfehlung!

Manchmal ist weniger mehr ...

Von: Isabel aus Bietigheim-Bissingen Datum : 12.03.2018

i.rommel@hohenstein.de

Die Autorin Ellen Sandberg, besser bekannt unter dem Namen Inge Löhnig, hat es mit diesem Buch prima verstanden eine spannende Mischung aus Krimi und Familiengeschichte zu kreieren. Nach dem recht zu Anfang geschehen Mord verschlägt es den Leser/Hörer recht schnell in zwei dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit, zum einen die deutsche Besatzung Griechenlands und zum anderen das Thema Euthanasie. Geschickt verwebt Frau Sandberg die Fäden und führt somit Manolis und Vera, die Nichte Kathrin Mändlers, zusammen, auch wenn diese zuerst gar nichts davon merkt. Sehr offen wird über die Gräueltaten in Griechenland und auch in Deutschland gesprochen aber alles in allem war mir das fast ein bisschen zu viel. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Autorin auf eines der beiden Ereignisse konzentriert hätte. Jedes für sich ist eine eigene Geschichte wert, so wirkt es fast ein bisschen „too much“. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, selbst die bekannte Schlüsselfigur Kommissar Dühnfort durfte hier einen kleinen Abstecher machen. Das ließ mich schmunzeln.

Verbrechen im 2. Weltkrieg

Von: die.buecherdiebin Datum : 12.03.2018

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Nach dem bedrückenden Prolog beginnt die Geschichte zunächst ganz ruhig und der Spannungsbogen baut sich nur sehr langsam, aber konstant auf. Irgendwann war ich so von der Geschichte gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte..
Die Protagonisten Manolis, Vera und Kathrin haben mir sehr gut gefallen, obwohl Manolis auch eine sehr dunkle Seite hat. Er entwickelt sich aber im Lauf der Geschichte zum Positiven weiter und seine Geschichte ist mir sehr nah gegangen (obwohl sie seine Entwicklung zum „lautlosen Problemlöser“ nicht entschuldigt!).
Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt und Kathrins Geschichte in der Vergangenheit berichtet zunächst von ihrer Zeit in der Euthanasie-Klinik, in der während der Nazizeit Menschen mit Behinderungen vorsätzlich getötet wurden. Später gibt es Einblicke in die 60er Jahre. Aber auch durch Veras Recherchen erhält man viel Informationen zu den damaligen Ereignissen. Diese Verknüpfung ist der Autorin sehr gut gelungen. Auch, wie sie zwei völlig unterschiedliche Kriegsverbrechen in einem Buch verarbeitet, hat mir gut gefallen.
Fazit: Das Buch wirft die Frage auf, wieviel Kriegsverbrecher jahrzehntelang unerkannt und unbestraft unter uns gelebt haben. Die Geschichte ist sehr spannend und erschütternd und ich habe nach dem Beenden des Buches noch einiges über die Verbrechen im Internet gelesen.

Tolle Mischung aus historischem Roman und Thriller

Von: lenisvea Datum : 09.03.2018

lenisvea.blogspot.de

Ich bin durch die fast durchweg guten Rezensionen und dem sehr interessanten Klappentext auf das Buch aufmerksam geworden.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht gut gelungen. Im Verhältnis zum Rest des Buches war der Anfang aber ein wenig langatmig und sehr ruhig. Je weiter das Buch vorangeschritten ist, um so spannender wurde es.

Was mir hier so gut gefallen hat, war die Verflechtung von historischem Roman und Thriller. Das habe ich der Form noch nicht gelesen. Auch war mir diese historische Begebenheit mit dieser dramatischen Tragweite so nicht bekannt. Also habe ich hier sogar noch dazu gelernt und ich finde es gut, dass die Autorin dieses Thema in den Thriller eingebunden hat und es somit noch einmal gegen das Vergessen helfen kann.

Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet. Es werden hier sogar zwei Familiengeschichten erzählt, die beide etwas Tragisches haben.

Ich habe dieses Buch zwischendurch auch als Hörbuch gehört und kann auch dieses absolut empfehlen. Der Sprecher hat mir sehr gut gefallen.

Mein Fazit:

Alles in allem konnte mich das Buch absolut begeistern und überzeugen. Gerade das verarbeitete historische Thema verbunden mit einem Thriller hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, es wird noch mehr von der Autorin erscheinen, vielleicht sogar eine Reihe rund um Manolis Lefteris. Auf jeden Fall kann ich hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen, ebenso eine Hörempfehlung.

Von mir bekommt das Buch sehr gute 4,5 Sterne.

tolle Geschichte

Von: Chichi Datum : 08.03.2018

Der Anfang war etwas schleppend und mit den Namen Manolis kann ich persönlich nichts anfangen, er stört mich etwas im Lesefluss.
Danach geht es mit der Haupthandlung los, Veras Tante Kathrin im Komma, das Familiengeheimnis welches es zu lösen gilt und die grausamen Taten an Manolis Verwandten sein geheimer Job..., Handlungsstränge die einem unter die Haut gehen und noch lange nach dem Lesen nachwirken.

Die Charakter werden sehr gut beschrieben, ohne zu viele Ausschweifungen, man kann sich sehr gut in alle Personen hineinfühlen, auch in die Situationen, für ein gutes Kopfkino ist gesorgt.

Eine fesselnde Geschichte die für Fans von Krimis, Thriller und auch Drama geeignet ist.

Unerwartet Spannend

Von: Alex Datum : 06.03.2018

Ellen Sandbergs - Die Vergessenen ist in zwei Epochen geschrieben, im jetzt und dann in einer der düstersten Zeiten Deutschlands. Im Jetzt kommt eine Journalistin auf die Spur ihrer Tante und was sich damals in Kinder- und Pflegeanstalt ereignet hatte, Hilfe erhält sich von einem vermeintlichen Geschäftsführer eines Autohauses.
Die Handlung des Buches ist super verpackt. Auch der Wechsel zwischen der Erzählung in der Vergangenheit und der Gegenwart sind leicht verständlich und man findet sich perfekt in beide Teile ein.
Schön ist, dass dieses Buch teile der Vergangenheit aufarbeitet, die für immer lehrend und mahnend für uns sein sollte.

Den Handlungen der Charakteren kann man super folgen und sich auch gut hineinversetzen. Alles in allem ist es ein Buch, was nicht nur Fans des Krimis mit historischen Hintergrund begeistert.

Niemals darf man vergessen

Von: Ele aus xxxx Datum : 04.03.2018

Die Vergessenen, Krimi von Ellen Sandberg, 512 Seiten, erschienen im Penguin Verlag.
Über eines der grausamsten Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und die Notwendigkeit, dieses nicht zu vergessen.
Manolis Lefteris ist ein „lautloser Problemlöser“ für seinen Mentor Köster. Köster, dem er vor vielen Jahren das Leben gerettet - und der ihn dafür in seine Obhut genommen hat. Nun soll er für ihn geheimnisvolle Unterlagen beschaffen, die sich im Besitz einer älteren Dame befinden. Auch ihre Nichte Vera ist dem Geheimnis auf der Spur. Dabei enthüllen die Beiden ein Verbrechen, welches Jahrzehnte im Verborgenen blieb.
Vorliegender Krimi ist eingeteilt in 63 überschaubare Kapitel, die sich in zwei Zeitebenen und zwei Erzählstränge aufgliedern. Zum Einen das Geschehen in der Gegenwart, die Suche Manolis nach den geheimnisvollen Unterlagen und die Recherchen der Journalistin Vera nach den grausamen Verbrechen und Verbrechern des 2. Weltkriegs. Zum anderen die Erinnerungen von Kathrin, der Zeitzeugin und ihren Eindrücken und Erlebnissen, diese Kapitel haben mich ganz extrem betroffen gemacht. Die beiden Stränge waren sehr leicht auseinanderzuhalten, denn es wurden verschiedene Schriftarten gewählt, dadurch fiel es mir nicht schwer den Überblick zu behalten. Karten und Briefe aus der Nazi-Zeit und den frühen 60er Jahren sind im typischen Schriftbild einer mechanischen Schreibmaschine gedruckt. Dadurch konnte man sich gut in die jeweilige Zeit hineindenken. Ellen Sandberg schaffte es mit Bravour und großem Geschick, die Spannung die sie schon im Prolog aufgebaut hat, durch die Geschichte hindurch gleichbleibend hoch zu halten. Nicht zuletzt durch die lebhafte Erzählweise und packende Dialoge. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin in ihrer Erzählung immer wieder Zeilen aus meinem Lieblings-Rilke-Gedicht „Herr es ist Zeit“ verwendet, an den haargenau dazu passenden Stellen, toll gemacht. Die Geschichte ist mir bis unter die Haut gegangen, besonders die Schilderungen wie mit den gehandicapten Patienten in der „Heil -und Pflegeanstalt“ Winkelberg umgegangen wird. Die Schilderungen wie in dieser Einrichtung „billig getötet“ wurde, rührte mich zu Tränen. Durch zu wenig Nahrung und Sedierung konnten die geschwächten Patienten nicht mehr richtig atmen und verstarben dadurch an Tuberkulose oder Lungenentzündung. Zu jeder Zeit war es mir möglich dem Plot zu folgen. Meine Lieblingsfigur war Manolis Lefteris, obwohl er am Anfang etwas suspekt erscheint gefiel er mir zum Ende hin immer mehr, trotz seiner traumatischen Kindheit, hat er im Buch die größte Entwicklung gemacht und am Ende sogar die Seiten gewechselt. Auch die Figur Vera war mir sympatisch, vehement versucht sie Licht in die Vergangenheit ihrer Tante zu bringen. Einzig Kathrin blieb für mich undurchschaubar, obwohl sie während der Nazizeit, ihr Leben aufs Spiel setzte, um an die Beweise für Landmanns Machenschaften zu kommen und m.E. wirklich um die Opfer besorgt war, hat sie später nicht die Möglichkeit genutzt, um den Euthanasie-Arzt seiner gerechten Strafe zuzuführen. Wie kann man so einen Menschen lieben? Nur dafür, dass es einen Mann in ihrem Leben gibt, hat sie die Opfer verraten. Landmann war ein Teufel, ihn konnte ich nur hassen. Selbst nach dem Krieg war er der Meinung: „An der Front ließ die Jugend ihr Leben, während Verblödete und Asoziale in Winkelberg ein gesichertes Dasein führen“. Seine Taten waren, seiner Meinung nach, „Ein nützlicher Akt im Dienst der Allgemeinheit“.
Ich werde dieses Buch ganz sicher nicht vergessen.Ellen Sandberg, alias Inge Löhnig, hat hier ein Mahnmal gegen das Vergessen gesetzt. Unbedingte Leseempfehlung und 5 Sterne.

Spannend bis zum Schluss

Von: Niersperle Datum : 01.03.2018

Es dauert ca. 10-15 Seiten, dann hat das Buch einen gepackt und man bleibt gerne dran.
Die Geschichte von Kathrin ist schon interessant erzählt, doch auch wenn man denkt, gleich ist das Buch aus, kommen noch einige interessante Wendungen. Mir persönlich hat am Besten die Reaktion der Söhne auf den Schachzug des Vaters gefallen.

Die Verwendung verschiedener Erzählstränge, teilweise auch in einer anderen Zeit, gefiel mir gut. Die Charaktere waren interessant und sympathisch. Bei keinem kam Widerwille oder "och, ne, nicht der" auf.

Die Thematik ist schwierig und betrifft ein sehr dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Doch da das Buch so packend geschrieben ist, legt man es trotz des unbequemen Themas nicht aus der Hand.

Praktisches Feature, das ich bisher nicht kannte, ist die Möglichkeit über Papego auf dem Handy/Tablet weiter zu lesen. Obwohl mir ein richtiges Buch in der Hand lieber ist, konnte ich so auch unterwegs bequem weiter lesen.


Packende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Von: winnipeg Datum : 01.03.2018

Was für ein Roman,ein Krimi und Familienroman zugleich,der einen von der ersten seite an gefangen nimmt und ein eindringliches Plädoyer gegen das Vergessen und für Recht und Gerechtigkeit ist,ein Buch,das jeder gelesen haben sollte.

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Von: Juls Datum : 28.02.2018

Ich fand das Buch ist eher ein Krimi als Roman. Es wird ein bisschen Detektiv gespielt über ein paar Angelegenheiten wie z.b. auch den Krieg. Ich persönlich fand das Buch in Ordnung es war nicht so ganz womit ich gerechnet habe, trotzdem ist das Buch toll und hat sehr viel Spannung.

Spannende Familiengeschichte über ein schreckliches Verbrechen in der Nazizeit

Von: Petra Radtke Datum : 27.02.2018

petrasbuecherinsel.blogspot.de/

Dieser Roman behandelt ein schweres Verbrechen im Hitlerdeutschland - die Euthanasie, die Ermordung von psychisch kranken Menschen jeden Alters in psychiatrischen Heilanstalten . Die Autorin prangert mit ihrem Buch die Ungerechtigkeit an, dass so viele Gräueltaten ungesühnt bleiben – und die Opfer nach Jahren des Schweigens zu Vergessenen werden.Die Idee zum Buch hatte die Autorin, als sie im Jahr 2005 eine Zeitungsnachricht las, dass Zielfahnder des LKA- Baden-Württemberg sechzig Jahre nach Kriegsende einem untergetauchten Nazi-Arzt auf der Spur waren. Sie begann sorgfältig zu rechechieren und sprach mit vielen Zeitzeugen. Entstanden ist ein fesselnder bewegender Roman, der Mahnung ist, solche Verbrechen nie zu vergessen und alles zu tun, dass so etwas Abscheuliches nie wieder passieren kann.
Die Schreibweise der Autorin zieht den Lesern in den Bann von der ersten Seite an und man möchte am Liebsten das Buch garnicht mehr aus der Hand legen.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. Ein Strang beginnt 1944 - da steht Katrin Mändler im Mittelpunkt der Handlung, eine junge Krankenschwester, die sich zur Aufgabe gemacht hat, kranken Menschen zu helfen und der besonders die psychisch kranken Kinder ans Herz gewachsen sind.
Der zweite Strang spielt 2013 und hier stehen besonders zwei Personen im Mittelpunkt Manolis Lefteris, der die Aufgabe bekommt Akten, die wohl im Besitz der Katrin Mändler sind, aufzuspüren und seinem Auftraggeber zu überreichen, und deren Nichte Vera. Da Katrin mit einem schweren Schlaganfall im Krankenhaus liegt, versucht er über ihre Nichte Vera an die Geheimakten zu kommen. Noch weiß er nicht, welche Brisanz diese haben.
Es gelingt der Autorin sehr gut, die verschiedenen Charaktere der handelnden Personen und die Hintergründe für ihre Handlungen herauszuarbeiten und man stellt sich beim Lesen die Frage, wie man selber in manchen Situationen sich verhalten und gehandelt hätte. Besonders haben mich dabei die persönlichen schweren Probleme von Manolis, der seit seiner Kindheit ein schweres psychisches Trauma mit sich trägt, bewegt. Die Familie seines aus Griechenland stammenden Vaters wurde im Krieg nierdergemetzelt und das hat dieser nicht verwunden. Er erzählt diese Gräueltat dem kleinen Manolis in aller Ausführlichkeit und dieser hat von diesem Augenblick Alpträume davon. Auch die Gewissenkonflikte von Katrin, als sie begreift, dass die Heilanstalt für die psychisch Kranken eine Hinrichtungsstätte sind und sie trotz großer Gefahren versucht einige der Kinder, die ihr anvertraut sind, zu retten, sind mir unvergeßlich. Voller Wut und Abscheu habe ich über die Morde an den hilflosen Menschen gelesen, die von ihren Mördern nur als überflüssige nichtlebenswerte Wesen bezeichnet werden. Wunderbar sind die Handlungsstränge - in Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden und man wird als Leser mitgerissen im Handlungsverlauf der Geschichte.
Auch der Zwiespalt den Vera, die Nichte von Katrin, erlebt, als sie sich die Frage stellen muss, wieso ihre von ihr so geliebte Tante, die Geheimakten solange versteckt hat und sie nicht eher der Polizei übergeben hat, ist überzeugend herausgearbeitet. Hat ihre Tante Katrin sich damit der Mithilfe am Mord der Kranken schuldig gemacht ??? Gelingt es, die Akten vor dem Zugriff der Altnazis zu retten und sie zu veröffentlichen ??? Wird der Mörder der psychisch Kranken eine gerechte Strafe erhalten ???
Diesem Buch kann ich nur viele Leser wünschen, denn die Verbrechen an den psychisch kranken Menschen während der NS Zeit dürfen niemals vergessen werden!!!!

Ein Buch, dessen Inhalt fesselt und gleichzeitig schockiert

Von: Clink Datum : 26.02.2018

Das Buch hat mich sehr beeindruckt, die Handlung hat mich auch sehr gefesselt. Es ist anschaulich geschrieben und es wird nichts beschönigt. In dem Buch „Die Vergessenen“ werden sehr anschaulich die Verbrechen des Naziregims im zweiten Weltkrieg geschildert.
Die Hauptfigur Vera, Jurnalistin will unbedingt wissen, wie gross die Mitschuld ihrer Tante an den Verbrechen ist. Durch ihre Nachforschungen gerät sie in grosse Gefahr.
Manolis, der durch die unverarbeiteten Erlebnisse seines Vaters in der Kindheit schwer traumatisiert ist und mit dem Fall Winkelberg konfrontiert wird, stellt Vergleiche an und entscheidet sich, seinen Auftrag nicht ganz so, wie von ihm erwartet auszuführen. Dieser Entschluss hilft ihm, mit der Vergangenheit Frieden zu schliessen und in die Zukunft zu schauen.

Spannend bis zum Schluß

Von: Timanfaya666 Datum : 25.02.2018

Ein spannender Roman, der sehr plastisch das Gestern mit dem Heute verbindet. Die Beschreibungen der Autorin sind sehr bildlich und die Sprache ist gut verständlich. Das Buch fasziniert dadurch, dass sich die Erzählungsstränge wie die losen Enden eines Stricks am Ende zu einem dicken Tau zusammenfügen.
Für mich war es ein vollkommenes Lesevergnügen, dass mich mit viel Spannung und einem guten Ende total überzeugt hat.

Ein lesenswertes Buch

Von: kleine_welle Datum : 23.02.2018

www.lese-welle.de/

Manolis scheint ein erfolgreicher Autohändler zu sein, aber nebenbei übernimmt er noch andere Aufträge. Als Mann für alles erledigt er verschiedene Dinge, die auch nicht immer legal sind.
Jetzt bekommt er einen scheinbar leichten Auftrag, denn er soll ein Dossier besorgen, das seinem Auftraggeber schaden könnte. Sein erster Auftrag der ihn an seine Grenzen führt.
Das Cover gefällt mir sehr gut, obwohl es auf den ersten Blick nicht so viel mit der Geschichte gemeinsam hat. Außerdem wirkt es trotz der scheinbaren Idylle sehr bedrohlich.

Der Schreibstil konnte mich von Anfang an überzeugen und auch die Erzählung aus der Perspektive von Manolis, der ja nicht zu den einwandfrei Guten gehört, ist sehr interessant geschrieben. Obwohl ich nicht immer alles nachvollziehen konnte, da ich doch eine andere Meinung in manchen Dinge habe, aber man muss ja nicht mit allem übereinstimmen, was der Protagonist so macht.

Im Buch begegnet uns auch Vera, eine Journalistin. Der Wechsel zwischen den Charakteren ist gelungen, denn neben den beiden lernen wir auch Veras Tante Kathrin etwas kennen.
Vera mochte ich von Anfang an sehr gerne, sie ist für mich eine starke Frau, die eigentlich weiß was sie will, der aber manchmal etwas Mut dazu fehlt. Aber im Laufe der Geschichte, wird sie immer mutiger und setzt sich damit nicht nur für ihren eigenen Lebensweg ein.
Kathrin hingegen konnte ich irgendwie so gar nicht verstehen, ein schwieriger Charakter, denn eigentlich scheint sie nett, aber ist letztendlich doch nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Denn sie will unabhängig und frei bleiben um jeden Preis.
Die Charaktere sind bis ins Detail sehr gut ausgearbeitet und das macht alles realistisch und vorstellbar.

Immer mal wieder erfahren wir einiges über die Vergangenheit der Figuren und diese fließenden, guten Übergänge zwischen dieser und der Gegenwart, sind einfach nur gelungen. Keine harten Ecken und Kanten. Man kann alles gut und leicht lesen.
Obwohl das Thema keineswegs leicht zu verdauen ist und einen zuweilen wütend macht. Denn die Verknüpfung der NS-Vergangenheit mit den fiktiven Orten, die sie sich ausgedacht hat, ist sehr gut und es wirkt alles gut recherchiert.
Aber lange Zeit bleibt das Geheimnis bewahrt, denn die Autorin streut hin und wieder nur leichte Andeutungen hinein und es gibt erstmal keine eindeutigen Beweise. Die Handlung scheint eigentlich klar vor einem zu liegen, aber vieles ist im Dunkeln und enthüllt sich erst nach und nach. Das baut die Spannung natürlich im Buch auf.
Diese hält sich auch bis zum Ende und lässt kaum nach.

Das Ende ist klasse, aber es hat einen leichten Wehmutstropfen, denn ein Wunschende ist es eher nicht. Ich hätte mir was anderes lieber vorgestellt, aber so wirkt es nur umso wahrscheinlicher. Was schon irgendwie traurig ist.

Mein Fazit: Mit dem Thema Nationalsozialismus ist es kein leichtes Buch, aber es lässt sich sehr gut lesen. Die Charaktere sind bis ins letzte ausgearbeitet und dadurch wirkt alles nur noch realistischer. Ein wirklich sehr gutes Buch!

Packend und fesselnd

Von: Petzi Datum : 23.02.2018

www.dieliebezudenbuechern.de

Der Kenner wird mit einem Blick ins Buch schnell feststellen, dass sich hinter dem Namen Ellen Sandberg eigentlich die Krimiautorin Inge Löhnig versteckt, die bereits sehr erfolgreich und äußerst gute Bücher schreibt. Hier wagt sie sich jedoch auf komplett neues Terrain, weshalb dieses Buch mit dem Pseudonym von ihrer bekannten Krimireihe abgegrenzt wurde. Dieses Buch sollte allerdings jeder lesen und ich verrate euch jetzt auch weshalb.

Ein Punkt, der mir an Inge Löhnig so unglaublich gut gefällt, ist ihr unheimliches Talent Geschichten auf Papier zu bringen. Fängt sie an zu erzählen, dann kann man sich kaum losreißen und verschlingt gierig Seite um Seite. Im Fall von "Die Vergessenen" ist es nicht anders. In nur wenigen Tagen habe ich diese Geschichte inhaliert und war, wieder einmal, vollkommen gefesselt von der Erzählkraft der Autorin.

Wird in einem Buch eine Geschichte aus der Zeit um den 2. Weltkrieg erzählt, werde ich aber prinzipiell hellhörig. Ich finde, dass es so viele grausame Ereignisse gibt, über die viel zu wenige von uns wirklich Bescheid wissen. Umso wichtiger, dass es immer wieder Autoren gibt, die davon erzählen und reale Gegebenheiten in ihre Geschichten verweben. Auch viele Jahre danach ist es wichtig, gegen das Vergessen anzukämpfen und auch der neuen Generation von den grauenhaften Geschehnissen zu berichten. Sandberg wählt hier das Thema Euthanasie, was sicherlich eines der grauenvollsten Thematiken rund um den 2. Weltkrieg ist, deshalb aber nicht minder wichtig.

Erzählt wird die Geschichte in zwei unterschiedlichen Erzählsträngen, die zum einen aus der Perspektive von Kahtrin aus der Zeit um 1944 verfasst sind und zum anderen aus der Gegenwart berichten. Der leichte Krimiaspekt, der mit der Erzählung von Manolis Lefteris noch zusätzlich eingebaut wurde, gefiel mir nicht hundertprozentig, war aber im Gesamtbild auch nicht weiter störend. Die Autorin kommt eben aus dem Bereich Krimi und kann das "ermitteln" daher wohl nie ganz lassen. Der Spannungsbogen wurde die ganze Zeit über aufrechterhalten und auch, wenn es gerade weniger Spannendes zu berichten gab, fesselte mich die Autorin dennoch komplett. Die Tragik und das Ausmaß der Erzählungen rund um die Euthanasie haben mich dazu gebracht, mich endlich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen und mich noch mit anderweitiger Lektüre dazu zu befassen.

Der eigentliche Grundgedanke der Geschichte war wohl auch darüber zu berichten, wie viele Naziverbrecher aus der damaligen Zeit später ungestraft davongekommen sind und niemals für ihre abscheuliche Taten zur Rechenschaft gezogen wurden. Eine Schande für das deutsche Rechtssystem und eine wichtige Mahnung für die heutige Generation. Man sollte alles in seiner Macht stehende tun, damit sich diese Taten nie mehr wiederholen.

Fazit
Ein packender und fesselnder Roman, der eindringlich und intensiv über eine wahre tragische Begebenheit aus der Zeit um den 2. Weltkrieg berichtet und mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Inge Löhnig alias Ellen Sandberg versteht ihr Handwerk und hat mich mit diesem Buch regelrecht begeistert. Sollte man lesen!

Die Grauen des Nationalsozialismus

Von: milkysilvermoon Datum : 21.02.2018

Manolis Lefteris, Mitte 40 und Autohändler in München, ist ein Mann für besondere Aufträge. In seinem aktuellen Fall soll er einer alten Frau, Kathrin Mändler, Akten wegnehmen. Die Seniorin, eine ehemalige Krankenschwester, befindet sich wegen eines Schlaganfalls gerade im Krankenhaus. Doch ihre Nichte, die Journalistin Vera Mändler, wird ebenfalls auf die Unterlagen aufmerksam und wittert eine gute Story. Manolis ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...

„Die Vergessenen“ ist ein Familienroman von Inge Löhnig, veröffentlicht unter dem Pseudonym Ellen Sandberg.

Meine Meinung:
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei hat das Buch drei Erzählstränge. Der Roman spielt außerdem auf zwei Zeitebenen: In der einen geht es um das Jahr 2013 in München, in der anderen um das Jahr 1944 in Winkelberg. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen.

Der Schreibstil ist flüssig und gleichzeitig anschaulich. Trotz der eher hohen Seitenanzahl ließ sich das Buch daher schnell lesen.

Ich hatte ein wenig Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Nach dem packenden Prolog ist der Anfang des Romans eher schleppend, die ersten Kapitel dümpeln dahin. Bis richtige Spannung aufkommt, dauert es ungewöhnlich lange. Daher hatte die Geschichte für mich einige Längen. Erst relativ spät nimmt die Handlung richtig an Fahrt auf, deshalb konnte mich der Roman nicht sofort fesseln.

Die Figuren sind vielschichtig angelegt. Ich habe mich allerdings etwas schwer damit getan, mich mit den Hauptprotagonisten zu identifizieren oder Sympathie für sie zu entwickeln. Weder zu Manolis noch zu Vera konnte ich sofort einen Zugang finden. Das besserte sich aber im Verlauf des Romans.

Das Thema des Romans dagegen hat mich sofort angesprochen. Ich finde es wichtig, dass die Euthanasie während der Zeit der Nationalsozialisten auch literarisch verarbeitet wird, weil diese bisher nur wenig Berücksichtigung fand. Die Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg in einem Roman aufzugreifen, das war in meinen Augen eine gute Entscheidung. Das Buch ist dadurch erschütternd und regt zum Nachdenken an. Generell mag ich Geschichten sehr gerne, die auf wahren Begebenheiten basieren. Man merkt dem Roman zudem an, dass viel Recherche darin steckt.

Der Titel ist angesichts des Themas sehr treffend gewählt. Das Cover finde ich ansprechend.

Mein Fazit:
„Die Vergessenen“ von Ellen Sandberg ist trotz kleiner Schwächen in der Umsetzung ein lesenswerter Roman zu einem wichtigen Thema. Es ist keine leichte Kost.

Brisantes Thema spannend und fesselnd erzählt

Von: Blacksheep71 Datum : 21.02.2018

Die Geschichte hat mich sehr fasziniert und gefesselt. Sie spielt auf zwei Zeitebenen und ist sehr flüssig und leicht geschrieben. Ich hatte keine Probleme in die Geschichte zukommen. Auch hat mich nichts im Lesefluss gestört. Ich konnte so von Beginn bis Ende in das Buch abtauchen. Ellen Sandberg, alias Inge Löhning, versteht ihr Handwerk und so hat es mich gar nicht gewundert, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch spürt man, dass der Autorin das Thema eine Herzensangelegenheit ist, sie hat sehr gut recherchiert und es bleiben keine Fragen am Ende offen.
Die Charaktere sind alle unterschiedlich, aber durch ihre Besonderheiten konnte ich sie sehr gut auseinanderhalten. Der Wechsel zwischen den Zeitsträngen ist der Autorin sehr gut gelungen. Ich konnte ohne Schwierigkeiten hin-und herwechseln.
Die Geschichte wird detailliert beschrieben, ohne langatemig zu sein.
Mein Fazit: Ein sehr gelungenes, lesenswertes Buch, welches zum Nachdenken anregt.

Ein tolles Buch!

Von: Buchliebhaberin Datum : 21.02.2018

"Die Vergessenen" ist ein sehr schlüssig und spannend.

Man möchte es in einem Rutsch durchlesen, denn langweilig oder ausschweifend ist es an keiner Stelle.
Die schrecklichen Geschehnisse in den Heil- und Pflegeanstalten hat die Autorin in einer fesselnden Geschichte verpackt, der man trotz der Zeitsprünge zwischen der Nazi-Zeit und München im Jahre 2013 sehr gut folgen kann. Die Autorin nutzt die Zeitsprünge geschickt, um einen Spannungsbogen aufzubauen, den sie über das gesamte Buch halten kann.

Es müsste mehr von solchen Büchern geben, da auf diese Weise Geschichte lebendig wird, die beschriebenen Schicksale berühren den Leser. Zeitungsartikel und Fachbücher schaffen dies nicht in diesem Ausmaß...

Als Fazit kann ich eine absolute Leseempfehlung geben. Ich bin begeistert!

Bruch eines Tabuthemas

Von: carina Datum : 10.02.2018

Menschen, die nichts für ihre körperliche oder seelische Behinderung konnten, waren Ausschuss der Gesellschaft, der nur belastete und nicht wert war, zu leben.
"Gesunde" Menschen stellten sich mit Gott auf eine Stufe, erlaubten es sich, über Leben und Tod zu entscheiden.
Wer einen kleinen aber wirkungsvollen Einblick zum Tabuthema Euthanasie will, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Solche Vergehen dürfen weder ungestraft sein, noch vergessen werden.

Ein schwieriges Thema sensibel umgesetzt und in eine spannende Rahmengeschichte verpackt

Von: Laberladen Blog Datum : 08.02.2018

https://laberladen.com/

Darum geht’s:

Die Journalistin Vera Mändler will ihrem lästigen Cousin Chris nicht mit Geld aushelfen. Sie hat sowieso schon den Verdacht, dass er ihre gemeisame Tante Kathrin bedrängt und angebettelt hat und dadurch Mitschuld an ihrem schweren Schlaganfall trägt. Chris scheint in Tante Kathrins Wohnung etwas zu suchen und Veras journalistisches Gespür erwacht. Dabei bekommt sie nicht mit, dass auch sie selbst schon beobachtet wird, denn was Chris sucht und Tante Kathrin versteckt hat, ist von ziemlicher Brisanz.

So fand ich’s:

Da ich vorher schon wusste, dass hinter dem Pseudonym Ellen Sandberg die erfolgreiche Krimiautorin Inge Löhnig steckt, war mir klar, dass das Buch handwerklich sicher routiniert ausgearbeitet ist und die Geschichte fesselnd erzählt wird – und genau so war es dann auch.

Das Thema ist schon ansatzweise in eine Art Krimigeschichte verpackt, doch offizielle Ermittlungsbehörden spielen hier keine Rolle, denn die beiden Protagonisten sind die Journalistin Vera und der Autohändler Manolis, der das Gesetz auch mal in seine eigenen Hände nimmt. Die beiden treibt ein persönliches Schicksal und die familiäre Verbindung zu Nazi-Verbrechen, um die es hier in diesem Buch geht. Einzig Inge Löhnigs Kommissar Dühnfort hat als Vertreter der Polizei einen kleinen Cameo-Auftritt, der mich zum schmunzeln brachte.

Dieses Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen erlebt man, wie Vera im heutigen München versucht herauszufinden, was ihre geliebte Tante Kathrin mit den Naziverbrechen an Kranken und Behinderten in der „Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg“ zu tun hatte. Sie will die Vergangenheit aufdecken, hofft natürlich auch, dass das positive Bild, das sie von ihrer Tante hat, dabei nicht beschädigt wird. Dass ein geheimnisvoller Auftraggeber versucht, jede Offenlegung zu verhindern, bekommt sie zuerst gar nicht mit, denn Manolis und seine Helfer stellen sich bei der Überwachung Veras sehr geschickt an. Die Familiengeschichte von Manolis selbst ist ebenfalls eingeflochten und da auch seine Familie von Nazi-Kriegsverbrechen direkt betroffen war und sich das bis heute auf seine Lieben auswirkt, hat das einerseits Manolis menschlich und sympathisch gemacht, aber andererseits auch eine weitere Facette des Hauptthemas dazugefügt.

Und gleichzeitig bekommt man aus Kathrins Sicht die Ereignisse während des 2. Weltkrieges in Winkelberg geschildert. Was die damals junge Frau erlebt und beobachtet, ist sehr bedrückend, besonders wenn man weiß, dass vielleicht die konkreten Einzelschicksale erfunden wurden, aber alles, was erzählt wird, so oder so ähnlich vielfach tatsächlich passiert ist.

Die beiden Erzählstränge greifen wunderbar ineinander und ergänzen sich, treiben die Geschichte voran und haben es geschafft, mich bis zum Schluss bei der Stange zu halten.

Nur Kathrins Perspektive aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit kam mir viel zu kurz. Sie musste sich in einem schrecklichen Dilemma befunden haben zwischen ihrem Gerechtigkeitsempfinden und ihren persönlichen Gefühlen. Diese Vermutung kann man aber hauptsächlich aus den Fakten anstellen, die Nichte Vera im Laufe der Zeit ermittelt. Wie es Kathrin dabei tatsächlich ergangen ist, ob sie unter der Situation gelitten hat, Gewissensbisse hatte, mit ihren Entscheidungen haderte – dieser Blick in ihr Seelenleben fehlte mir sehr, denn ich konnte ihr Verhalten nicht wirklich immer nachvollziehen. Genau wie Vera habe ich gehofft, dass am Ende Tante Kathrin als mutige Widerstandskämpferin dasteht, die alles in ihrer Macht stehende versuchte, um die Naziverbrecher wenigstens im Nachhinein bestraft zu sehen. Da klaffte für mich eine große Lücke im Verständnis für Kathrin, die mir das Buch leider nicht glaubhaft schließen konnte und mich mit dem Gefühl zurückgelassen hat, Kathrins Charakter in einem wesentlichen Teil nicht erfassen zu können.

Abgesehen von diesem einen Kritikpunkt fand ich dieses wichtige Thema Euthanasie in der NS-Zeit eindringlich geschildert, in eine spannende Rahmenhandlung verpackt, und sensibel erzählt, so dass ich dieses Buch trotzdem jedem ans Herz legen möchte – eine Leseempfehlung gibt es von mir auf jeden Fall.

Ein Buch so fesselnd und spannend, so bewegend und bedrückend wie ich lange keines gelesen habe.

Von: Mimis Landbuecherei Datum : 08.02.2018

mimislandbuecherei.blogspot.de/

Beim Cover bin ich mir nicht ganz schlüssig, wie ich es mit dem Inhalt verknüpfen soll. Vielleicht mit dem verlassenen Haus von Manolis Familie in Griechenland. Es spiegelt eine etwas düstere Atmosphäre wieder, die auch in der Geschichte wieder zu finden ist.

Das Buch ist in drei Erzählstränge aufgeteilt.

Zum einen ist da Vera, die Nichte von Kathrin Mändler. Sie ist Journalistin und unfreiwillig bei einer Frauenzeitschrift tätig. Als ihr in Geldnöten steckender Cousin ermordet wird entdeckt sie, dass er mit Unterlagen, die sich anscheinend im Besitz ihrer Tante befinden, jemanden erpressen wollte. Sie findet heraus, dass Kathrin Mändler während des 2. Weltkrieges als Krankenschwester in einem Pflegeheim tätig war. In diesem Pflegeheim waren geistig und körperlich behinderte Menschen untergebracht. Ihre Tante hat davon nie etwas erwähnt und so macht sich Vera daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei entdeckt sie die unglaublichen und schrecklichen Verbrechen, die zur Nazizeit an hilflosen Männern, Frauen und Kindern begangen wurden. In sogenannten Hungerhäusern wurden die Menschen so dürftig ernährt, dass sie schlussendlich verhungerten oder Krankheiten wie TBC oder Lungenentzündung bekamen, an denen sie zu Grunde gingen.

Zum anderen erlebt man die Geschichte aus der Sicht von Manolis Lefteris, einem Mann der Auftragsarbeiten übernimmt und auch vor Mord nicht zurückschreckt, wenn es der Gerechtigkeit dient. Sein Vater hat selbst als Kind durch schreckliche Erlebnisse im Krieg ein Trauma erlitten, dass er nie überwunden hat. Bei dem Versuch dieses zu verarbeiten, erzählt der die Gräueltaten dem kleinen Manolis, der diese bis ins Erwachsenenalter nicht verarbeiten kann.
Manolis soll für seinen Auftraggeber ein Dossier finden und stößt ebenfalls auf den Cousin von Vera und so kreuzen sich ihre Wege. Er weiß anfangs nicht worum es in dem Dossier geht. Als er es herausfindet, muss er sich entscheiden.

Die dritte Erzählebene ist die von Kathrin Mändler, die als Krankenschwester im 2. Weltkrieg ihre erste Stelle in einem Pflegeheim für geistig und körperlich Versehrte aufnimmt und dort schreckliche Dinge erlebt. Sie verfällt dem leitenden Arzt Dr. Landmann. Als sie erfährt, dass er Gott spielt und die als "wertlos" eingestuften Menschen ermordet, beschließt sie etwas zu unternehmen. Damit geht sie ein großes Risiko ein und muss auch um ihr eigenes Leben fürchten.

Ellen Sandberg alias Inge Löhne beschreibt beeindruckend, fesselnd und schockierend die Verbrechen um Kinder-Euthanasie (Ermordung von Kindern in Krankenhäusern in sogenannten „Kinderfachabteilungen“), Aktion T4 (Erwachsenen-„Euthanasie“, Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten 1940/1941 in Tötungsanstalten) Aktion 14f13 (Ermordung von KZ-Häftlingen in den Tötungsanstalten der Aktion T4 ) und Aktion Brandt (Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten in Krankenhäusern ab 1943)(Quelle: Wikipedia)
ummantelt mit einer packenden Story, die einen nicht mehr loslässt.

Die bedrückenden Ereignisse haben mich tief bewegt und auch nach Ende der Geschichte nicht losgelassen.


Lieblingslesezeichen:

Doch am Ende bist du, was du bist. Setz dir Perücken auf von Millionen Locken, setzt deinen Fuß auf ellenhohe Socken, du bleibst doch immer, was du bist. Ein Mörder im weißen Kittel.

Seite 387

Fazit

Ein Buch so fesselnd und spannend, so bewegend und bedrückend wie ich lange keines gelesen habe. Es lässt mich nachdenklich zurück, wie hätte ich gehandelt? Hätte ich weggeschaut oder hätte ich geholfen?

Für ein Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

Grandios!

Von: Laura von Eden Datum : 07.02.2018

www.lauravoneden.de

Ellen Sandberg ist das Pseudonym der Autorin Inge Löhnig, die bereits mit der Kommissar Dühnfort Reihe sehr erfolgreich ist. Da sie nicht wollte, dass man mit falschen Erwartungen an ihren neuen Spannungsroman herangeht, hat sich Inge Löhnig für ein Pseudonym entschieden, was durchaus nachvollziehbar ist.

„Die Vergessenen“ spielt auf zwei Zeitebenen und wird uns aus der Perspektive von mehreren Personen geschildert. In der Gegenwart begleiten wir Journalistin Vera und Manolis, der eine Art Privatermittler ist. In der Vergangenheit, die zu Zeiten des Nationalsozialismus spielt, erfahren wir die Geschehnisse aus der Sicht von Veras Tante Kathrin. Kathrin erleidet in der Gegenwart einen Schlaganfall und durch Zufall stößt Vera auf ein Geheimnis, das sich mehr und mehr zu einer brisanten Story entwickelt. Gleichzeitig wurde Manolis beauftragt, dafür zu sorgen, dass Vera nicht auf ganz bestimmte Informationen stößt.

Zwar konnte ich mir durch den Klappentext denken, dass es sich thematisch um Nazi-Zeiten drehen würde, jedoch hat sich das gesamte Ausmaß und der Tiefgang des Buches erst im Laufe der Story gezeigt. Auch wurde mit der Vergangenheit um Manolis Familie ein weiterer kleiner Handlungsstrang eingeführt, der äußerst informativ war. „Informativ“ ist wohl ein Wort, das eigentlich für das gesamte Buch stehen kann, denn die Autorin hat zwar ein fiktives Werk geschaffen, aber dennoch ist es mit vielen geschichtlichen Informationen gespickt. Die Geschehnisse und Orte gleichen nicht zufällig tatsächlichen Ereignissen und realen Orten, man hat sich hier sehr genau an historischen Fakten orientiert.

Bei denen Charakteren fühlte ich mich etwas zwiegespalten. Reporterin Vera blieb mir etwas blass und Manolis war wieder mal der Stereotyp des gequälten Ermittlers. Tante Kathrin hingegen blieb mir bis zuletzt ein Rätsel. Doch ihr Charakter hat mir vor allem gezeigt, dass es eben nicht immer nur Schwarz oder Weiß gibt. Dass auch Menschen, die eigentlich das Richtige tun, aus unerfindlichen Gründen merkwürdige Entscheidungen treffen. Von der anfänglichen Heldin wurde Kathrin zum Häschen und die dargelegte Begründung war für mich einfach nur dämlich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand so handelt, wie sie es tat.

„Die Vergessenen“ ist mein erstes Buch der Autorin und trotz der gut 500 Seiten bin ich bemerkenswert gut durch die Story gekommen. Ich kann nicht behaupten auf irgendwelche Längen gestoßen zu sein – im Gegenteil: ich habe förmlich an diesem Buch geklebt und konnte es kaum aus den Händen legen.

Auch wenn ich ein wenig mit den Charakteren gehadert habe, ist „Die Vergessenen“ bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich, das ich so absolut nicht erwartet habe. Mich hat das Gesamtpaket des Buches einfach so mitgerissen, dass ich nichts anderes als begeistert sein kann!

Etwas trocken, aber ansonsten ein wirklich faszinierendes Buch!

Von: The Book & the Owl Datum : 06.02.2018

https://www.instagram.com/thebookandtheowl/

Ehrlich gesagt, es gab hier eher trockene Spannung.

Ein seltsamer Ausdruck, ich weiß, aber so ist es nun einmal. Das Buch ist spannend, keine Frage, aber an einigen Stellen ist es krampfhaft spannend. Szenen wurden teilweise der Spannung wegen so in die Länge gezogen, dass ich manchmal dachte, ich werde verrückt.

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Tolle Thematik, greift Tatsachen auf, die leicht in Vergessenheit geraten. Denn sein wir mal ehrlich: Die meisten Romane oder Artikel heutzutage beschäftigen sich nur mit dem Offensichtlichen: Dem Holocaust. Aber die Dinge wie Heilborne oder Euthanasie finden kaum eine Erwähnung und wenn dann nur im Klassenzimmer. Ich  kann mich noch an meine Unterrichtsstunde erinnern. Wie haben kaum zwei Stunden über das Thema gesprochen und auch keine Fotos oder Listen angesehen. Als es um den Holocaust ging, haben wir uns mehrere Wochen genommen, sind in die Synagoge gegangen, haben uns Fotos angesehen, uns mit Zeitzeugenberichten auseinander gesetzt etc. pp. Natürlich ist und bleibt der Völkermord an den Juden schrecklich, dennoch dürfen wir nicht die anderen Schrecken vergessen, die es gegeben hat. 
Deckungsgleich mit Geschichte.
Spielt mit historischen Fakten und Fiktion.


Dislikes

Trocken angegangen.
Spannung wird sehr platt erzeugt.


Das Fazit ist, dass es sich hierbei um ein tolles Buch handelt, aber an einigen Stellen während des Lesens wirklich angeeckt hat. Die Geschichte an sich war sehr interessant und mal eine etwas andere Thematik als Judenverfolgung. Nicht das die Judenverfolgung nicht wichtig ist, sie ist aber ein sehr gebräuchliches Thema in der Literatur. Deswegen bildet "Die Vergessenen" quasi eine 'nette' Abwechslung. 

Der Roman erhält von mir 3 von 5 Sternen.