Leserstimmen zu
Die Vergessenen

Ellen Sandberg

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Paperback
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Bayern 1944, die Euthanasie, also die systematische Ermordung von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen wurde offiziell eingestellt, doch in einigen Heil- und Pflegeeinrichtungen wird sie Weiterbetrieben, abgesegnet von höchster Stelle. „Über zweitausend Patienten hatte man von dort in die NS-Tötungsanstalten Grafeneck und in das österreichische Hartheim deportiert, wo sie ermordet wurden. Der Anstaltsleiter hatte seine Schutzbefohlenen eifach ausgeliefert.“ In einer dieser Pflegeeinrichtungen arbeitetet die junge Kathrin Mändler, ihr Wunsch ist es den Menschen die dort leben zu helfen und sie zu betreuen. Doch irgendwann dämmert ihr, das den Pfleglingen nicht geholfen wird, sondern das Gegenteil der Fall ist. Sie werden dem Hungertot überlassen, oder so lange sediert bis eine natürliche Krankheit den Tot herbeiführt. Diese Unmenschliche Prozedur kann sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren und obwohl sie sich bewusst ist das sie sich selbst in Gefahr begibt, sammelt sie heimlich Beweise die diese Geschehnisse bezeugen. Und die sie, sobald der Krieg ein Ende hat, gegen die Verantwortlichen einsetzten will. 68 Jahre verwahrt sie diese Akten, warum sie sie nicht öffentlich gemacht hat weiß nur Kathrin. Die allerdings, liegt auf Grund eines Schlaganfalls im Wachkoma. Doch noch jemand hat von den Akten erfahren, ihr unter Geldnot leidender Neffe Chris, als dessen Leiche im Fluss gefunden wird, macht dies auch Kathrins Nichte Vera stutzig. Was hat Chris in der Wohnung ihrer Tante gesucht und warum interessierte er sich plötzlich für Kathrins Leben. Ganz Journalistin beginnt sie Nachforschungen anzustellen und deckt einen Lebensabschnitt ihrer Tante auf, über den sie sich Jahrzehnte lang ausgeschwiegen hat. Vera immer auf den Fersen, ist Manolis Lefertis, der seine ganz eigene tragische Lebensgesichte hat, die durchzogen von Selbstzweifeln und dem Wunsch nach Gerechtigkeit ist. Manolis, ein Lautloser Problemlöser, dessen Auftrag es ist ebenfalls nach diesen Akten zu suchen. Wer sein Auftraggeber ist weiß er nicht, es ist ihm aber auch egal, er tut nur seinen Job und der ist es, dieses Dossier seinem Auftraggeber zurückzubringen. Keine Seite die ich gelesen habe wirkt fehl oder aufgesetzt. Ihre Charaktere beschreibt sie so lebendig, das ich gar nicht anders konnte als mit ihnen zu leiden, ihre Dialoge sind harmonisch und perfekt ausgefeilt, ohne ein permanentes „er sagte“ oder „antwortete sie“. Mit einer schier unendlichen sprachlichen Eleganz, schafft es Ellen Sandberg dieses düstere Kapitel der Deutschen Geschichte auf eine emotionale und gleichzeitig ungeheuer spannenden Weise wiederzugeben. Die ergreifendsten Geschichten werden vom Leben selbst geschrieben. Ich kann mir bei diesem Buch nicht sagen, das es nur eine erdachte Geschichte ist die so niemals geschehen würde, nein, das alles ist bereits geschehen, unwiderruflich. „Die Vergessenen“, ist ein Roman über Gerechtigkeit, Moral und die tiefen Menschlichen Abgründe, den ich nur jedem ans Herz legen kann, auch wenn es nicht unbedingt die leichteste Kost ist. Denn es gibt nun mal Dinge die sollten niemals in Vergessenheit geraten. „ Gerechtigkeit ist eine Illusion. Ein romantisches Ideal, das uns eingeimpft wird, um uns zu sedieren und gefügig zu machen. In Wahrheit gibt es nur ein Recht: Das Recht der Stärke. Sie allein setzt sich durch. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.“

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Ein grandioses Buch, das jeder lesen sollte Das vorliegende Buch ist für mich eines der wichtigsten und packendsten Romane dieses Lesejahres! Es ist bereits viel, sehr viel darüber geschrieben worden, deshalb nutze ich ausnahmsweise für den Inhalt den Klappentext: „1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes. 2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...“ Grundlage des Buches ist die akribische Recherche historischer Faktoren bestimmter Örtlichkeiten, verbunden mit der fantasievollen Ausgestaltung von Geschehnissen, die dennoch auch jenseits der Fiktion in ähnlicher Weise geschehen sein könnten. Genau das hebt den Roman aus dem Romanhaften heraus und macht uns Leser schaudern, aber auch nachdenklich werden über die Frage, die uns letztlich die Protagonisten stellen: Was hätte ich in dieser oder jener Situation getan? Es ist leicht, sich heute vorzugaukeln, man hätte damals moralisch lobenswert gehandelt. Aber wie integer sind wir noch unter Angst, unter Lebensbedrohung? Dass hinter dem Pseudonym Ellen Sandberg die erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen Ingrid Löhnig steckt, spürt man diesem tiefgründigen Roman auf jeder Seite an. Der Handlungsaufbau ist routiniert ausgearbeitet, die Protagonisten sind psychologisch nachvollziehbar gezeichnet. Der Roman ist insgesamt so packend geschrieben, so intensiv in seiner Wirkung, dass man sich dem Buch nicht entziehen kann und geradezu atemlos von Seite zu Seite getragen wird. Fazit: Gekonnt geschrieben und eindringlich in Szene gesetzt wird in diesem Roman ein Kapitel aus einer noch nicht so lang vergangenen Zeit des Grauens. Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, einen außerordentlich wichtigen und gleichzeitig fesselnden Roman zu schreiben, der lange, lange über das Lesen hinaus in uns Wirkung zeigt. Ein grandioses Buch, das jeder, wirklich jeder lesen sollte!

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Das Buch hat mich sehr beeindruckt, die Handlung hat mich auch sehr gefesselt. Es ist anschaulich geschrieben und es wird nichts beschönigt. In dem Buch „Die Vergessenen“ werden sehr anschaulich die Verbrechen des Naziregims im zweiten Weltkrieg geschildert. Die Hauptfigur Vera, Jurnalistin will unbedingt wissen, wie gross die Mitschuld ihrer Tante an den Verbrechen ist. Durch ihre Nachforschungen gerät sie in grosse Gefahr. Manolis, der durch die unverarbeiteten Erlebnisse seines Vaters in der Kindheit schwer traumatisiert ist und mit dem Fall Winkelberg konfrontiert wird, stellt Vergleiche an und entscheidet sich, seinen Auftrag nicht ganz so, wie von ihm erwartet auszuführen. Dieser Entschluss hilft ihm, mit der Vergangenheit Frieden zu schliessen und in die Zukunft zu schauen.

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Für mich war dieser Roman leider etwas enttäuschend. Bei Lovelybooks wurde er als Kriminalroman betitelt, dabei war für mich leider keine Spannung da. Die Charaktere haben mir super gefallen und der Schreibstil hat mich auch echt überzeugt, aber die Handlung an sich leider einfach nicht. Man wurde von Beginn an zu sehr in die Handlungsstränge hineingeworfen, sodass man die ersten knapp 100 Seiten nicht wirklich im Bilde war, worum es eigentlich geht. Allgemein war für meinen Geschmack einfach zu viel drumherum Gerede, darum gibt es von mir nur 3 / 5 Sternen.

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Dieser Roman von Ellen Sandberg hat mich schon optisch sehr angesprochen. Auf dem Buchcover sieht man eine düstere Stimmung. Vorn hohe, vertrocknete Gräser in einem scheinbar verwilderten Garten. Im Hintergrund sieht man ein heruntergekommenes Haus, am Himmel fliegen Vögel vor Gewitter- oder Regenwolken. Hat man den Roman gelesen, erkennt man, dass das Cover perfekt zum Inhalt des Buches passt. Auch den Klappentext fand ich äußerst interessant und so war ich sehr auf die Lektüre gespannt. Der Schreibstil ist fesselnd, ein flüssiges Lesen ist bestens möglich. Man findet sich auch sehr gut mit Personen und Handlungsorten zurecht. Und auch, dass das Buch in zwei Zeitebenen spielt, ist bei der Lektüre überhaupt kein Problem. Ich war sofort gefesselt und konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen. Man war oft schockiert und entsetzt. Obwohl es sich hier um einen Roman handelt, musste man doch immer daran denken, dass all dies auch in Wirklichkeit geschah: Euthanasie zur NS-Zeit. Sehr interessant ist, dass der historische Teil ein Roman ist, der Teil, der in der Gegenwart spielt als Krimi bezeichnet werden kann. Kathrin Mändler arbeitet als junge Frau als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg und trifft dort auf den Arzt Karl Landmann. Sie geht mit ihm eine heimliche Beziehung ein und erkennt nach und nach, welche Grausamkeiten in Winkelberg geschehen, in die Karl involviert ist. Als alte Frau bekommt Kathrin einen Schlaganfall. Von da an kümmert sich ihre Nichte Vera, die Journalistin ist, um dihre Tante und deren Wohnung. Dabei kommt sie einem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Und dann gibt es noch Manolis Lefteris, einen Sohn griechischer Gastarbeiter, dessen Vater als Kind Greueltaten an seiner eigenen Familie mit ansehen musste. Mehr wird hier nicht verraten… Es geht in diesem ergreifenden Buch um Vergangenheitsbewältigung und Familiengeschichten, aber es soll auch gezeigt werden, dass all die grausamen Taten, während des Zweiten Weltkrieges stattgefunden haben, niemals in Vergessenheit geraten sollten. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das ich bestens weiterempfehlen kann. Ich gebe für diesen Roman volle Punktzahl: fünf Sternchen!

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Ich fand den Schreibstil wirklich sehr ansprechend und gut gelungen. Er lässt flüssiges lesen zu. Ellen Sandberg schreibt über sehr sensible Themen, und beweist wahrlich viel Feingefühl und Empathie dabei. Obwohl ich zunächst sehr skeptisch dem Buch gegenüberstand, hat mich die Story von Anfang an gepackt und ich habe es eigentlich nicht mehr aus der Hand gelegt Hier wird wirklich sehr atmosphärisch erzählt. Der Spannungsbogen kann während des gesamten Buchs wirklich ausgesprochen gut gehalten werden. Die Art und Weise wie zwei Geschichten miteinander verknüpft werden ist wirklich sehr gelungen. Die Protagonisten sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben und waren während der gesamten Story immer gut spürbar! Auch die Perspektivenwechsel kommen immer zur rechten Zeit. Somit geht hier auch nichts an Spannung verloren. Insgesamt konnte mich dieses Buch durch diese solide und absolut glaubwürdige Story wirklich überzeugen, ich hatte wirklich viele schöne Lesestunden voller Emotionen damit. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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Manolis Lefteris erhält den Auftrag diverse Akten einer alten Frau abzunehmen. Für ihn scheint es ein absoluter Routine Fall zu sein. Doch während seiner Suche nach den Akten, lernt er die Dame Kathrin Mändler etwas besser kennen, oder besser gesagt ihr Geschichte. Eine Frau, die 1944 eine Stelle als Krankenschwester antrat, als der Krieg in vollem Gange war. Schnell begreift er, dass er einem Verbrechen auf der Spur zu sein scheint, das all die Jahre im Verborgenen lag. Nie wurde dafür jemand zur Rechenschaft gezogen. Doch sein Auftrag lautet lediglich die Unterlagen ausfindig zu machen. Vera, die Nichte von Kathrin Mändler und Journalistin, kommt dem Ganzen ebenfalls auf die Schliche und will damit an die Öffentlichkeit gehen. Wer schafft es zuerst an die Unterlagen zu kommen? Und wird die Gerechtigkeit doch noch siegen? Das Buch habe ich vor knapp einer Woche beendet und bin immer noch absolut überwältigt davon. Ich bin nicht sonderlich gut darin ein Buch in seine Einzelteile zu zerpflücken, weil ich das eigentlich auch gar nicht will. „Die Vergessenen“ wird aus verschiedenen Perspektiven erzählte. Einmal haben wir Vera, die aufstrebende Journalistin, zumindest wünscht sie es sich. An die Geschichte gerät sie eher durch Zufall und nur durch diesen blöden Zufall, ist es ihr überhaupt möglich eine Geschichte daraus zu machen. Oder sollte ich sagen: Die Wahrheit ans Licht zu bringen?! Dann gibt es noch Manolis, der eigentlich nur einen Auftrag erledigen will. Einen von vielen, die er neben seinem normalen Leben noch erledigt. Aufgrund dessen heftet er sich, mehr oder weniger, an Veras Fersen. Lange bleibt dem Leser unklar, welche Rolle Manolis eigentlich in der Geschichte übernimmt. Außerdem hätten wir dann noch Kathrin. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Erinnerungen einer jungen Frau während des Krieges. Das fand ich persönlich recht schön, da man somit auch noch mitten drin, statt nur dabei war. Gegen Ende der Geschichte kommt dann noch ein Ort des Geschehens hinzu, aber den lasse ich außen vor, auch wenn er grandios in Szene gesetzt ist bzw. dem Ganzen noch einen besonderen Feinschliff gibt. Besonders gefällt mir, dass Ellen Sandberg zwar fiktive Personen gewählt hat und das große Ganze fiktiv war, aber die einzelnen Hintergründe auf gewissen wahren Tatsachen beruhen. Es war mal wieder ein Zeichen dafür, wie wenig Ahnung wir doch eigentlich haben – oder wie viel in Vergessenheit geraten ist. Die Charaktere fand ich sehr schön gezeichnet, vor allem Manolis, von dem man eigentlich lange nicht weiß was man von ihm halten soll. Am Ende war ich fast ein bisschen traurig, die Protagonisten ihres Weges ziehen zu lassen, da ich sie so gern gewonnen hatte. Ich weiß gar nicht was ich noch groß zu dem Buch sagen soll, vor allem ohne zu viel zu verraten. Es hat mich gefesselt, gebannt und ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Fazit: Ein ganz klar zu empfehlender Spannungsroman mit viel Tiefgang.

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Inzwischen sind 73 Jahre seit Ende des 2. Weltkriegs vergangen. Die letzten Zeitzeugen werden alt oder sterben. Außer der Geschichtsunterricht in der Schule, Dokumentationen und Museen, erinnert nicht viel mehr an einzelne Taten. Das wollte die Autorin mit "die Vergessenen" ändern und zeigt den Lesern, einen Teil der wahrscheinlich düstersten Geschichte Deutschlands. Erzählt wird zum einen die Geschichte der jungen Kathrin, welche 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt als Krankenschwester anfängt zu arbeiten. 2013 ist sie schon älter und erliegt einem Schlaganfall. Ihre Erinnerungen spielen sich während ihres Komas ab. Während sie also im Krankenhaus liegt, bekommt Manolis Lefteris einen neuen Auftrag: Er soll ein Dossier mit Unterlagen finden. Worum es sich bei den Unterlagen handelt, weiß er nicht und wie immer fragt er nicht, sondern nimmt seinen Auftrag einfach an. Daneben taucht noch Vera auf , die Nichte Kathrins. Sie ist eine unzufriedene Journalistin, die lieber im Bereich Politik schreiben würde, anstatt über Beautytrends für Frauen ab 40. Beide sind auf gewisse Weise unzufrieden mit ihrem Leben. Beide verbindet was: Die Unterlagen? Wo sind sie und was hat Tante Kathrin mit der Ermordung von Pfleglingen in Heil- und Pflegeanstallt zu tun? Die Handlung als solche ist fiktiv, genau wie die Personen. Die Geschichte dahinter ist leider nicht fiktiv: Im 2. Weltkrieg wurden nicht nur "nicht-arier" getötet, sondern auch Menschen mit einer Behinderung oder andersweitig Kranke. Leider ging dies nach Ende des Krieges oftmals unter und viele Nazis, Ärzte und anderweitig beteiligte kamen ungeschoren davon. Daran möchte die Autorin erinnern, was ihr - wie ich finde - auch gelingt. Daneben schildert sie noch ein anderes Ereignis, welche auch die folgenden Generationen noch beschäftigt, auch wenn viele von uns nie davon gehört haben. Von der ersten Seite war ich gefesselt und am Ende hab ich mich durchgegoogelt, nach weiteren Informationen. Ich empfehle dieses Buch allen Krimifans, aber auch an diejenigen, die Interesse an Geschichte habe ... eigentlich sollten alle dieses Buch lesen. Der Inhalt ist auch heute noch wichtig.

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