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Leserstimmen (31)

Abir Mukherjee: Ein angesehener Mann (Sam-Wyndham-Serie) (1)

Ein angesehener Mann Blick ins Buch

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Taschenbuch, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-42173-8

Erschienen: 10.07.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die Geschmäcker sind verschieden....

Von: Chrissi66 Datum : 17.11.2017

chrissisbuntelesecouch.wordpress.com

Die Geschmäcker sind verschieden….

Über die ARD Buffet liest bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Beschreibung des Buches:
„Ein angesehener Mann“ von Abir Mukherjee ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 510 Seiten. Das Titelbild zeigt das Victoria Memorial in Kalkutta, ein Herr in weißem Anzug und Hut steht auf einem Steg vor einem Gewässer. Alles sieht etwas mystisch/neblig aus.

Kurze Zusammenfassung:
Kalkutta, 1919: Ein Mord an einem „angesehenen Mann“ erschüttert Kalkutta. Der englische Ermittler Sam Wyndham, gerade aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrt, soll den Fall lösen. Er muss sich erst ein die neue Lebenssituation in Kalkutta gewöhnen…

Mein Leseeindruck:
Eigentlich fand ich die Idee dieses Romans interessant. Ein englischer Ermittler unterwegs in Kalkutta Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich mag zwar Historische Romane nicht so gern, dafür lese ich aber gerne Krimis.

Ich habe es auch durchgehalten über 300 Seiten in diesem Buch zu lesen, aber irgendwie kam ich nicht in die Geschichte hinein. Die Anfänge waren noch interessant für mich, die Stimmung, die der Autor mit seinem Erstlingswerk beschreibt kommt gut rüber.

Auch fand ich das Buch nicht besonders spannend, die Spannungsbögen sind eher flach. Der Ermittler erzählt aus seiner Sicht und seiner Blickweise als Engländer, man bekommt einen kleinen Einblick über die Kolonialherrschaft Englands, trotzdem fehlt mir hier der größere Zusammenhang.

Auf der Rückseite des Covers findet man einen Stadtplan mit den verschiedenen Schauplätzen, was mir leider auch nicht wirklich geholfen hat, denn eigentlich sind die Schauplätze alle nicht weit entfernt voneinander

Fazit:
Eine neue Krimireihe, die Leser von Hercule Poirot (Agatha Christie) sicherlich lieben werden, aber auch von Agatha Christie haben mir nicht alle Bücher gefallen….

Ein angesehener Mann, welcher mich nicht überzeugen konnte

Von: Rosa | Buchgeschnipsel Datum : 01.11.2017

https://buchgeschnipsel.wordpress.com/

Das Cover ist wunderschön. Die Farben sind perfekt abgestimmt und im Licht schimmert die Schrift einem entgegen. Wenn man die erste Seite des Covers aufklappt, sieht man eine Karte Kalkuttas im Jahre 1991. Das Hilft beim Lesen enorm die einzelnen Schauplätze vor Augen zu bringen, und nachzuvollziehen wo unser Ermittler denn nun hingewandert ist.

Ich muss gestehen bisher keinen historischen Kriminalroman gelesen zu haben und vielleicht fiel es mir deshalb so schwer mich in die einzelnen Charaktere zu versetzen und mir die Szenarien bildlich vorzustellen.

Die Handlung an sich zieht sich extrem in die Länge, nach knapp 300 Seiten sind wir keinen Schritt vorwärts gekommen. Wir sprechen mit einzelnen Personen die in den Mord verwickelt sein könnten, aber kommen nicht auf den Punkt (lustigerweise merkt das Sam dann auch selbst höhö).

Ich habe nicht immer zwischen einer ruhigen und einer „Action“-Szene unterscheiden können, meistens wusste ich noch nicht einmal in welchem Ton die Szene sich gerade abspielte. Das hat alles noch etwas trockener gemacht.

Sam scheint wie jeder Ermittler eine schwierige Vergangenheit zu haben. Während der ersten hundert Seiten bekommen wir etwas von seiner Leidensgeschichte mit. Wie so manch anderer Ermittler der Bücher- und Serienwelt hat er mit Abhängigkeiten zu kämpfen, welche ihn durch die Nacht bringen.

Sein Charakter ist sehr interessant und das ist leider auch der einzige spannende Punkt den ich hier zu vergeben habe. Für mich persönlich war es kein aufregendes Buch, deshalb würde ich es nur jemandem empfehlen, der auch wirklich sehr gerne historische Romane liest, denn wenn man erst nach dreihundert Seiten in die Gänge kommt, ist das schon ein wenig spät.

Ein interessanter Krimi

Von: Anita Datum : 19.10.2017

https://aniscrazybookworld.wordpress.com/

Kalkutta 1919 klang in meinen Ohren sehr interessant. Eine Zeit und eine Stadt über die ich nicht viel weiß. Außerdem wollte ich mich schon länger einmal an historische Krimis wagen.

Zusammen mit Captain Sam Wyndham von der Imperial Police Force, welcher auch gerade neu in Kalkutta angekommen ist, lernen wir Indien und seine Probleme kennen. Ich kenne mich mit der Zeit der britischen Herrschaft in Indien überhaupt nicht aus und fand die Schilderungen der politischen Lage und allgemein der damaligen Zeit wirklich sehr interessant. Der Autor konnte mich da überzeugen und voll in die Zeit hineinziehen.

Auch Sam als Hauptcharakter mochte ich sehr gerne. Er kommt neu nach Kalkutta und hat schon einige Schicksalsschläge und eine harte Zeit hinter sich. Ein überzeugender Charakter, der außerdem sehr angenehm ist und mit dem ich super mitfiebern konnte. Die Nebencharaktere, allen voran Surrender-not ein indischer Polizist und Untergebener von Sam, fand ich sehr interessant und vielseitig.

Die Story geht auch sogleich mit Sam´s ersten Mordfall los. Ein Sahib (ein weißer Mann) wird in Black Town tot aufgefunden. Im ersten Moment deutet alles auf eine politisch motivierte Tat hin und Sam beginnt zu ermitteln. Leider hatte ich das Gefühl, dass der ersten Hälfte des Buches die Spannung fehlte. Mir hat es gefallen mit Sam Kalkutta und Indien mit seinen unruhigen Zeiten und Problemen kennen zulernen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es im Fall selbst nicht wirklich voran ging. Es kam keine richtige Spannung auf und ich war nicht sehr motiviert weiter zu lesen. Weshalb ich relativ lange für das Buch gebraucht habe. Erst ab der Hälfte wurde es schlagartig spannend und ich wurde viel mehr von der Story mitgerissen. Jetzt konnte man auch eher miträtseln und es gab so einige Überraschungen im Verlauf der weiteren Story. Ab diesem Zeitpunkt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Auch das Ende empfand ich als passend und wirklich gut.

Der Schreibstil des Autor hat mir durchweg sehr gut gefallen und mich nach Kalkutta 1919 entführt. Die Aufmachung vom Heyne Verlag kann sich auch sehen lassen. Ein wirklich tolles Cover mit dieser schönen goldenen Schrift. Auf den Innenseiten der Klappbroschur befindet sich eine Karten von Kalkutta und Indien, die ich sehr hilfreich und interessant fand.

Fazit

Leider hat mir anfangs doch die Spannung gefehlt und damit auch irgendwie die Motivation das Buch in die Hand zu nehmen. Auch wenn es sehr interessant war Kalkutta im Jahre 1919 kennen zu lernen. Die zweite hälfte des Buches konnte mich aber noch einmal über die fehlende Spannung im ersten Teil trösten. Außerdem habe ich Sam Wyndham und Surrender-not doch gerne begleitet bei ihren Ermittlungen. Daher würde ich mir den nächsten Teil der Reihe wohl auch einmal ansehen. Insgesamt war es für mich ein guter Krimi, an dem mich vor allem der Handlungsort und die Zeit interessiert und fasziniert haben.

Tolles Indien-Bild der 1920er Jahren

Von: Die kleine Bibliothek Datum : 19.10.2017

www.die-kleine-bibliothek.de

Ich habe eine Schwäche für Romane und/oder Krimis, die in Indien spielen. Der exotische Touch und das indische Chaos bilden einen hervorragenden Rahmen, für Ermittlungen mit einem leicht humoristischen Einschlag. Was bei dem indischen Privatdetektiv Vish Puri von Tarquin Hall geklappt hat, gelingt auch bei „Ein angesehener Mann“: der Auftakt für die Sam Wyndham-Reihe von Abir Mukherjee.

Der Autor reist mit uns nach Kalkutta im Jahr 1919. Der Erste Weltkrieg ist vorbei und die britischen Kolonialherren versuchen die indische Unabhängigkeitsbewegung unter Kontrolle zu halten. Selbstgefällig aalen sich die korrumpierten Briten in der vermeintlichen Gewissheit die höher entwickelte Rasse zu sein. In dieser Atmosphäre trifft der Weltkriegsveteran Sam Wyndham in Kalkutta ein. Er hat nichts viel zu verlieren: Seine Frau ist jung gestorben, er selbst abhängig von Opiaten und noch immer sieht er die Opfer in den Schützengräben vor seinem geistigem Auge sterben. Gleich sein erster Fall führt ihn zur Leiche eines hohen britischen Beamten, der im Hinterhof eines Bordells aufgefunden wird.

An dieser Stelle des Romans hatte ich die Befürchtung, dass mich Mukherjee mit den Drogenproblemen Wyndhams langweilt. Ich finde, er hat das Thema aber sanft integriert: das Motiv des von Privatproblemen zerfressenen Ermittlers ist auch zu abgedroschen für meinen Geschmack. Natürlich gerät Wyndham – nach dem Setting des Mordfalls kaum überraschend – in seinen Ermittlungen mit wichtigen Funktionären im britischen Polizei- und Staatsapparat aneinander, die ihm Steine in den Weg legen.

Was Wyndham von den anderen Briten unterscheidet, ist, dass er, der neu Zugereiste, noch nicht von dem allgegenwärtigen Rassismus ergriffen ist. Die Briten, erklärt ihm ein Bekannter an einer Stelle des Buches, würden durch ihre vermeintliche moralische Überlegenheit über Indien herrschen. Nur deshalb könnten so Wenige so Viele in Schach halten. Und genau deshalb sei es undenkbar, dass sich Briten von Indern Fehlverhalten nachweisen lassen würden.

"Damit eine derart kleine Zahl über so viele herrschen kann, müssen die Herrschenden den Beherrschten eine Aura der Überlegenheit vorspiegeln. Nicht allein physische und militärische Überlegenheit wohlgemerkt, sondern auch moralische Überlegenheit. Vor allem aber müssen die Beherrschten von der eigenen Unterlegenheit selbst überzeugt sein. Sie müssen davon überzeugt sein, dass sie zu ihrem eigenen Vorteil beherrscht werden."

Wie stark diese Reflexe wirken, spürt Wyndham täglich. Doch er ist reflektiert genugt und erschreckt über sich selbst, als er seinen indischen Mitarbeiter übermäßig maßregelt. Auch wenn das Buch den Auftakt zu einer Reihe bildet, so zeigt sich doch, dass Wyndham in den kommenden Bänden umsichtiger durch Indien gehen wird als viele seiner Landsleute zu dieser Zeit.

Ein angesehener Mann macht Spaß zu lesen – nicht so sehr wegen der Kriminalgeschichte, die nach bekanntem Muster verläuft, sondern weil Mukherjee einen spannenden Eindruck vom Indien der 1920er Jahre vermittelt.

Ein stimmiger Erstling

Von: Marius Datum : 04.10.2017

buch-haltung.com

Es gibt so Bücher, die nimmt man in die Hand, man liest die ersten Seiten und weiß – das passt einfach. Da stimmt die Sprache, die Charakterzeichnung und die Setzung der Kapitel. Der Plot entfaltet sich Stück für Stück, das Tempo ist genau richtig und die Schilderungen lassen farbige Bilder im Kopf entstehen. Dem Engländer Abir Mukherjee ist mit seinem Debüt genau eines dieser Bücher gelungen.

Sein Buch Ein angesehener Mann (schön rund ins Deutsche übertragen von Jens Plassmann) entführt direkt zurück nach Indien, und zwar im Jahr 1919. Der Ich-Erzähler Sam Wyndham ist frisch aus England eingetroffen, nachdem er seinen Dienst bei Scotland Yard quittiert hat. Die Ereignisse aus dem Ersten Weltkrieg und der traumatische Verlust seiner Frau haben ihn dazu bewogen, sämtliche Brücken hinter sich abzubrechen und in Kalkutta noch einmal neu zu beginnen. Als Captain versieht er seinen Dienst bei den Polizeistreitkräften im Schmelztiegel Kalkutta und wird schon auf den ersten Seiten des Buches mit einem kniffligen Mord konfrontiert.

Ein wichtiger Berater des Lieutenant-Governors wurde in einer dunklen Seitengasse der Millionenstadt ermordet. In seinem Mund steckt eine Warnung an die englischen Besatzungskräfte. Der Gouverneur ist folglich alarmiert und erwartet von Wyndham und seinen Kollegen Ermittlungserfolge. Doch auch der Militärgeheimdienst steigt in die Ermittlungen ein und macht Wyndham Druck. Und dann ist da auch noch die indische Bevölkerung, die gegen die englischen Kolonialherren aufbegehrt und immer vehementer für Souveränität eintritt.

Abir Mukherjee macht in seinem ersten Buch auf Anhieb gleich alles richtig. Über den Plot transportiert Mukherjee viele Infos über die indisch-britische Geschichte und zeigt ein exotisches Indien, das aus vielen Widersprüchen besteht. Als Sohn indischer Einwanderer (seine Eltern stammen ebenfalls aus Kalkutta) ist er hierfür geradezu prädestiniert. Ihm gelingt es unaufgeregt, dieses brodelnde Indien, das zwischen dem Verlangen nach Selbstbestimmung und dem Wunsch nach Stärke zerrissen ist so zu zeichnen, dass dabei die Krimihandlung nie zur Nebensache wird, sondern diese hervorragend ergänzt – oder mit anderen Worten: einfach ein stimmiger Krimi!

Von diesem Ermittler liest man gerne noch weitere Fälle!

4,5 Sterne für ein gelungenes Debüt!

Von: Suhani Datum : 19.09.2017

buecher-von-suhani.blogspot.de/

Das Cover hat mich sofort festgehalten.
Da hatte ich sofort ein Bild vom alten Indien im Kopf.
Und genau da spielt die Geschichte auch, Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalkutta.

Laut Klappentext hört sich das Buch nach einem Krimi an, das ist es auch – aber nicht nur.
Vorne steht „Roman“ drauf, ist es auch – aber nicht nur.
Ich würde es einen Roman mit Kriminalfall nennen.
Ein Roman, weil die Geschichte viel von Kalkutta in der damaligen Zeit erzählt mit all ihren Eigenschaften.
Ein Kalkutta, das immer noch von Briten vertreten wird aber selbst schon im Aufbruch ist. Der Ruf nach Unabhängigkeit wird immer größer aber noch haben die Briten die behördliche Verwaltung und das Gesetzt in der Hand.
Es brodelt zwar schon unterschwellig in der einheimischen Bevölkerung, aber noch hat das Empire Oberwasser.
Aber vielleicht auch nicht mehr so, wie es die Briten glauben?
Denn da ist ja auch noch der Mord an einen leitenden Angestellten der Verwaltungsbehörde.
Der trotz des Romananteils gleichwertig seinen Anteil an der Geschichte hat.
Er ist immer gegenwärtig und beides – der Roman und der Krimi – verbinden sich perfekt.

Das Buch konnte mich von Anfang an fesseln und beginnt auch gleich mit dem Fund der Leiche, also kein unnötiges Vorabgeschwafel. Die Ermittlungen fangen somit gleich an.
Als Neuling soll Sam den Fall leiten, er merkt aber schnell dass die Uhren in Kalkutta und allgemein in Indien anders ticken. Nicht nur das die Einheimischen nicht gerade kooperativ sind, merkt er auch das in den eigenen Reihen nicht alles so läuft wie es den Anschein hat.
Jeder in der Hierarchie des Empire scheint seine eigenen Ansichten und Methoden zu haben, was für den Fall nicht unbedingt immer hilfreich ist.
Sam muss sich nicht nur an das schwer zu ertragende Klima des Landes gewöhnen und einen Mord aufklären, er muss auch schnell feststellen das er nicht in jeder Hinsicht Unterstützung findet.
Weder bei den Einheimischen, noch bei den eigenen Leuten.
Wird er trotzdem den Fall lösen können?
Und wenn ja, was wird der Mord noch alles aufdecken?
Die Fragen wurden mir am Ende alle beantwortet!

Der Autor hat es geschafft, das in meinem Kopf das Buch in einem Film umgewandelt wurde. Die Figuren waren für mich alle glaubwürdig und ich konnte gut in die Geschichte abtauchen.
Sam Wyndham, dessen Hintergrund man nach und nach erfährt – Ein Charakter mit Ecken und Kanten, der seine eigenen „Monster“ noch mit sich herumträgt.
Seinen unmittelbaren Vorgesetzten und einige andere der Behörde, die auch nicht immer so können wie sie gerne wollen.
Und vor allem ist da der indische Sergeant Banerjee.
Surrendranath Banerjee, genannt „Surender-not“, weil keiner seinen Namen richtig aussprechen kann.
Er ist der engste Mitarbeiter von Sam, mehr als Laufbursche von den anderen gedacht, doch Sam merkt schon bald dass in Surender-not mehr steckt.
Aber auch zu den Einheimischen im Polizeidienst haben die Oberen der Behörden eine eigene Meinung…
(Neben Sam ist Surender-not mein Lieblings-Charakter!)

Das Buch war durchweg interessant und spannend zu lesen.
Die Konflikte an allen Seiten des Landes, insbesondere Kalkutta. Die Einheimischen, die im Untergrund schon aufbegehren. Die Behördenwillkür, die jeden treffen kann. Jeder will das Beste für sich rausholen und dabei die Oberhand über das Land und seine Bewohner behalten – oder wiedererlangen.
Da wird vertuscht und intrigiert nach allen Seiten – und der Ermittler Sam sitzt quasi zwischen allen Stühlen.
Natürlich bleibt diese Geschichte nicht frei von Rassendenken, aber so war es in der Zeit und alles andere wäre auch mehr als unglaubwürdig gewesen.

Was mich allerdings gestört hat, waren die eingestreuten indischen Wörter.
Nicht jeder weiß dass ein „Lathe“ der Polizeistock der indischen Polizisten ist.
Ein „Punkah“ der große Fächer an der Decke ist.
Und so gibt es noch einige andere Begriffe, die zwar nur verstreut auftauchen und nie Überhand nehmen, die aber nicht erklärt werden.
Ein Glossar hinten im Buch wäre da sicher hilfreich gewesen!
Mich persönlich hat es nicht gestört, da ich schon viele indische Geschichten gelesen habe. Die kurzen, in der wörtlichen Rede fallenden Worte erklären sich durch die Gesamtheit des Satzes, denn Bengali ist mir auch nicht so geläufig wie Hindi und ich hab trotzdem alles verstanden.
Aber nicht jeder hat schon so viele indische Geschichten gelesen wie ich und könnte damit Schwierigkeiten haben und deswegen würde ich hier auch einen halben Punkt abziehen.
Gut fand ich aber die im vorderen Deckel abgedruckte Karte mit den ganzen Orten wo die Geschichte stattfindet. So kann der Leser sich auch im dichten Straßengewirr Kalkuttas orientierten.

Mein Fazit:
Über 500 Seiten eine spannende und bildreiche Geschichte aus dem alten Kalkutta (heute Kolkata).
Intrigen und Verschleierung sind hier genauso zu finden wie Mut und Vertrauen.
Ein Schreibstil der mich fesseln konnte, mit einer glaubhaften Geschichte, die mich gespannt auf Sam Wynhams 2. Fall warten lässt!

Auferstanden aus Ruinen

Von: Kasia_Buchstabendrechsler Datum : 03.09.2017

https://nichtohnemeinbuch.com/

Herr Abir Mukherjee war mein Zeit- und Abenteuerreiseführer nach Kolonialindien mit seinem Krimireihenauftakt „Ein angesehener Mann“.

Wohin geht die Reise?

Sie nahm mich mit in das Kalkutta von 1919 und stellte mich erneut einem ziemlich abgewrackten – wenn auch hochintelligenten und unerschrockenen – Ermittler vor. Sam Wyndham kehrt aus dem ersten Weltkrieg ins Nichts wieder, nachdem alle engeren Freunde im Krieg gefallen sind und seine geliebte Frau in seiner Abwesenheit einer Krankheit erlag.
Opiumsüchtig wie er ist – um Trauer sowie Einsamkeit zu betäuben – ergreift er die Chance als ihn ein ehemaliger Vorgesetzter in die Polizeitruppe nach Kolonialindien ruft. Er betritt die Welt einer Herrscherklasse, die voll ist von vorgeschobenem Gutmenschentum und egozentrischer Ausbeutung der einheimischen Strukturen.

Es wird ihm keine Zeit zur Assimilierung an diese für ihn wildfremde Welt gelassen. Nur wenige Wochen nach Dienstantritt wird ein hochrangiger Staatsbeamter brutal erstochen im Rotlichtviertel von Kalkutta aufgefunden. Ein am Tatort plump hinterlassener Zettel weist auf politisch motivierte Täter hin, die der englischen Herrschaft in Indien überdrüssig sind.

Glücklicherweise lässt sich Sam nicht von derart primitiv vorgeschobenen „Beweisen“ von anderen weitaus interessanteren Spuren ablenken.

Vorgehensweise

Sam Wyndhams Alleingänge lernte ich als Leser sehr schnell kennen – teilweise auch kopfschüttelnd, denn sie sind nicht unbedingt nur edlen Motiven zu verdanken. Sie fußen gerne in der Suche nach der nächst gelegenen Opiumhöhle.
Die offene Einstellung, die Sam seinem indischen Sidekick Banerjee entgegenbringt, wirkte authentisch. Ebenso authentisch war aber auch sein langsamer Anpassungsprozess an die abwertende Art der damaligen Kolonialmächte den indischen Kollegen und Mitbürgern gegenüber. Er kämpft anfangs gegen die Schubladen und die Vorurteile. Mal ist er von der Unterwürfigkeit seines Untergebenen genervt, fordert und fördert ihn wo er kann. Nur um nach Wochen sich selbst dabei zu erwischen, wie er dessen Meinung unter den Tisch kehrt sowie sich mit List und Tücke seiner Dienste versichert.

Klingt nicht übermäßig sympathisch. Dafür aber echt. Mir persönlich hat es gefallen einen zeitangemessenen Ermittler anzutreffen, der zwar im Grunde ein „Guter“ ist, dennoch nicht frei von den Prägungen seiner Sozialisation. Übermenschliche Dauerhelden, die sich NIE im Ton vergreifen, NIE etwas Egozentrisches machen und erst recht NIE zum Nachteil von Mitmenschen handeln, gehen mir – zugegebenermaßen – in der Literatur auf die Nerven. Was nicht heißen soll, dass ich nicht mit Freude an deren persönlicher Entwicklung, deren Besserungsprozessen oder auch Reinfällen teilhabe.

Das hat sicher Zeit gekostet…

Mit „Ein angesehener Mann“ konnte ich die Ergebnisse von guter (sicherlich zeitintensiver) Historienrecherche und ausgezeichneter Autorenvorarbeit vor dem eigentlichen Schreibprozess geniessen. Dies macht sich nicht nur in den detaillierten Beschreibungen der baulichen Kulissen, Stimmungen und der allgemeinen politischen Lage bemerkbar. Auch in den Interaktionen mit den Nebenrollen, in der Ausarbeitung von deren Hintergründen schlägt sich die mühevolle Integration von Geschichtswissen, Politikverständnis und eigentlicher Kriminalgeschichte nieder.

Wieviel und welche persönliche Motivation hinter der Wahl des Spielortes und der Zeit steckt, würde ich gern mit dem Autor erörtnern. Abir Mukherjee hat schließlich selbst indische Wurzeln, daher ist die Frage naheliegend. Ich will ihm aber auch an der Stelle nichts in den Mund legen.

Zu den anderen Nebenrollen zählen unter anderen der Polizeichef Lord Charles Taggart und eine intelligente sowie attraktive Bekanntschaft in Form von Annie Grant. Sie ist die Sekräterin des unter so grausamen Umständen verstorbenen Politikers und kreuzt durch die Ermittlungsarbeit Sams Weg.

Es ist ein Genuß in jedem Buch, wenn nicht nach drei Sätzen solcher Begegnungen klar ist, wer Freund oder Feind ist. Ferner ist es einfach nur toll, dass auch die Beziehung zwischen Sam und Annie nicht einfach gestrickt bleibt, sondern vielschichtig und von vielen Faktoren mitbestimmt. Es hätte mich in dem Kontext enttäuscht, wenn diese zarte Zuneigung einfach nur in ein klassisches Betthupferl gemündet hätte.

Mehr möchte ich aber auch nicht andeuten, zuviel Spoiler.

Die angedeuteten anderen Spuren, an die sich Sam heftet, führen bald in die Fänge einer politisch-wirtschaftlichen Intrige, die sich auch an unserem Ermittler die „Krallen wetzt“.

…darüber hinaus gelungen

Darüber hinaus gelungen ist die schöne Covergestaltung sowie Innengestaltung des Buchs.

Als Fazit kann ich für Euch festhalten, dass es bis zur allerletzten Seite spannend bleibt, der Spannungsbogen exzellent gelungen ist und man nicht bereits nach der Hälfte den Hauptbösewicht erahnt. Zumindest ich nicht.

Der zweite Band der Reihe – „A necessary evil“ – ist im anglo-amerikansichen Raum bereits erschienen. Auf der englischsprachigen Webpage des Autors könnt Ihr gern bei Interesse nachschauen. Je nach Leseenergie steht es bereits für mich fest, dass ich schnellstmöglich die englischsprachige Ausgabe in meinen Besitz bringen und verschlingen werde.

Sam Wyndham 1

Von: Martinas Buchwelten Datum : 03.09.2017

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Ich interessiere mich sehr für Indien und deswegen fiel mir dieses Buch schon lange vor dem Erscheinungstermin auf. Interessant war für mich auch noch die Zeit in dem es spielt und dass es sich um einen Krimi handelt. Alles Punkte, die mich überzeugten!

Abir Mukherjee entführt den Leser in das Kalkutta des 20. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der britischen Kolonialherrschaft und der Unterschied zwischen den englischen "Herren" und der einheimischen Unterschicht ist allgegenwärtig.
Sein Protagonist Sam Wyndham ist erst vor kurzem in Kallkutta angekommen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges lässt sich der ehemalige Scotland Yard Ermittler von Großbritannien nach Indien versetzen. Er hat im Krieg alles verloren, ist desillusioniert und möchte in Kalkutta ein neues Leben beginnen. Doch bevor er sich überhaupt richtig akklimatisieren kann, hat er bereits seinen ersten Mordfall. Der Tote kommt noch dazu aus höheren Kreisen und wurde im falschen Teil der Stadt ermordet aufgefunden. Kein besonders angenehmer und leichter Start, denn diese Umstände drängen zusätzlich auf eine schnelle Überführung des Täters. Der allgegenwärtige gesellschaftliche Trennung lässt auch nur eine Vermutung zu: Der Täter muss ein Bengale sein. Steckt doch auch ein Zettel mit einer Warnung im Mund des Toten.

Mit dem einheimischen Sergeant Banerjee hat Sam einen äußerst intelligenten Untergebenen an seiner Seite. Digby, sein englischer SuB-Inspector, möchte den Fall zwar ebenfalls schnell aufklären, ist aber noch immer sauer, dass er nicht befördert wurde und der Neue, den ihm zustehenden Posten bekommen hat.
Sam versucht allen Hürden zum Trotz den Täter zu überführen und ermittelt bis in die höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreise, womit nicht Jeder einverstanden ist....

"Ein angesehener Mann" ist der erste Band einer neuen Reihe um den Ermittler Captain Sam Wyndham.
Der Krimi ist eher ruhig und baut viel auf die politische Lage in Indien zu dieser Zeit auf. Der Unterschied zwischen den 150.000 weißen Kolonialherren, die über 3 Millionen Inder herrschen, und die strikte Trennung zwischen der White und der Black Town zieht sich als roter Faden durch die ganzen 512 Seiten. Die politischen Verhältnisse werden so geschildert, dass man sie auch ohne Vorkenntnisse versteht. Den unterschwelligen Rassismus stellt der Autor gekonnt mit seinen beiden Inspectors dar. Während sich Sam den Indern gegenüber aufgeschlossen gibt, stellt Digby den typischen englischen "Herrscher" dieser Zeit dar. In seiner respektlosen Art gegenüber den Einheimischen nennt er Sergeant Banerjee wegen der Unausprechlichkeit seinen Vornamens einfach "Surrender-not".

Mukherjee gelingt es nicht nur die Stadt und die brodelnde Atmosphäre in der indischen Metropole bildgewaltig darzustellen, sondern auch die Charaktere detailiert zu beschreiben. Man hat das Gefühl diese Figuren zu kennen. Gleichzeitig spürt man die Hitze und den Staub der damals blühenden Stadt am Fluss Hugli. Kalkutta bildete zu dieser Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das Zentrum der Unabhängigkeitsbewegung, was man immer wieder zwischen den Zeile spüren kann.

Sam ist ein sympathischer Ermittler, der noch etwas mit seinen Dämonen aus dem Weltkrieg zu kämpfen hat und deshalb sehr authentisch wirkt. Er hat ebenso seine Ecken und Kanten und ist dennoch kein "kaputter Typ", wie sie gerne in den skandinavischen Krimis verwendet werden. Besonders mochte ich aber seinen indischen Kollegen Banerjee, der loyal zu seinen Vorgesetzten steht. Der britische Humor blitzte ebenfalls hin und wieder durch, was mir gut gefallen hat.
Die im Buchinneren abgebildete Karte von Kalkutta zeigt die beiden Stadtteile und die Stationen der Ermittlungen.

Der Kriminalfall ist sehr komplex und atmosphärisch und lädt zum Miträtseln ein. Ich wusste bis zum Ende nicht, wer oder was dahintersteckt.

Fazit:
Ein bemerkenswerter Debütroman, der mich ins farbenprächtige Indien entführte. Atmosphärisch und komplex mit einem Schuss trockenen englischen Humor. Trotzdem gab es in der Mitte des Buches einige kleine Längen, bei der die Geschichte nicht wirklich voran kam. Auch etwas mehr Spannung hätte der Krimi gut vertragen. Deswegen vergebe ich gute 4 Sterne und bin schon gespannt auf den Folgeband.

Spannender, historischer Roman

Von: Manus Bücherregal Datum : 30.08.2017

manusbibliothek.blogspot.co.at

Durch Zufall bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und nachdem ich den Klappentext durchgelesen habe, war mir klar, dieses Buch muss ich lesen.

Es handelt sich hierbei um einen historischen Krimiroman, der leicht, locker und flott zu lesen ist. Der Schreibstil ist sehr spannend und obwohl ich mich Anfang ein wenig schwer tat, in die Geschichte hineinzufinden, war ich aber Kapitel 3 voll dabei und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.
Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, dass mir als Leserin niemals langweilig wurde und ich immer wieder überrascht geworden bin.

Sam Wyndham, der kein glückliches Privatleben hat, ist ein Ermittler mit Ecken und Kanten, denn er zeigt Stärke aber auch Schwäche. Dennoch ist Sam mir als Ermittler sehr sympathisch und der Autor hat es verstanden, dem Leser die Chance zu geben, in dem Fall ermitteln zu können, denn bis zum Ende, wusste ich nicht, wer der Täter sein könnte.

Die Handlungsorte und Figuren sind bildlich vorstellbar, dass es mir gelang, ein persönliches Kopfkino einzuschalten.

Erzählt wird aus der Sicht von Sam und in der ICH-Form, was es noch leichter macht, in das Buch einzutauchen.

Auf den nächsten Band bin ich schon sehr gespannt, denn die Mischung aus historischem und Krimi, ist einfach genial für mich.

"Ein mitreißender, historischer Kriminalroman, der einen Spannungsbogen hat, dass dem Leser nie langweilig wird. Ein Ermittler, den man einfach nur sympathisch finden kann, denn wer ist schon perfekt?. Absolut Lesenswert und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band."

Exotisch und farbenprächtig

Von: die.buecherdiebin Datum : 29.08.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Inhalt: Kalkutta im Jahr 1919, kurz nach dem Ende des 1. Weltkriegs und in Zeiten der britischen Besatzung. In einem ärmlichen Viertel der Stadt wird die Leiche eines ermordeten Briten gefunden. Er war „Ein angesehener Mann“, denn er war der persönliche Berater des Lieutenant Governors. Captain Sam Wydham, ein Ex-Scotland Yard Inspector aus London, und gerade erst in Kalkutta angekommen, soll den Fall übernehmen.
Meine Meinung: Der Schreibstil von Abir Mukherjee ist angenehm zu lesen und stellenweise auch amüsant. Auch die wichtigsten Charaktere fand ich sehr sympathisch. Zum einen ist da Sam Wydham, vom Krieg und dem Tod seiner Frau noch traumatisiert, sucht er Vergessen in Opiumhöhlen. Trotzdem ist er sehr sympathisch, freundlich, humorvoll und vorurteilsfrei. Für ihn zählt der Mensch, nicht die Rasse. Aber der eigentliche Sympathieträger dieses Buches ist für mich Sergeant Banerjee, vom Sub-Inspector Digby (den ich sehr unsympathisch fand) wegen seines, für Briten schwer auszusprechenden Vornamens, Surrender-not genannt. Banerjee ist Sohn wohlhabender indischer Eltern und intelligent. Zunächst ist er Wydham gegenüber noch ziemlich unterwürfig, doch im Laufe der Zeit wird er immer selbstbewusster und es entwickelt sich sogar so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden Männern. Die zwei sind ein gutes Team.
Mukherjee erzählt sehr bildhaft vom prachtvollen und exotischen Kalkutta von 1919, von der brütenden Hitze dort, den politischen Verhältnissen, von den Armen und den Reichen und von den Unterschieden, die zwischen den Einheimischen und den Briten gemacht wurden. Das fand ich teilweise wirklich sehr interessant und ich habe sicher auch einiges dazugelernt. Aber insgesamt fand ich die Beschreibungen und die ganze Handlung einfach viel zu langgezogen. Mir fehlte auch die Spannung. Gegen Ende wurde es dann etwas interessanter und ich konnte mir bis zum Schluss nicht vorstellen, wer der Täter ist.
Insgesamt hat mich dieser Roman, trotz einiger guter Ansätze und eines tollen Settings, leider nicht überzeugt.

Abir Mukherjee - Ein angesehener Mann

Von: Herr Buch Datum : 26.08.2017

herrbuch.de

Was ich erwartet habe

Einen Roman mit Krimihandlung in einem historischen Umfeld, aus dem ich bisher nichts las. Schon länger hatte ich jedoch vor, etwas aus dem Umfeld der britischen Kolonien/Indien zu lesen. Da das Buch momentan in aller Munde ist, habe ich es als Rezensionsexemplar angefordert und freundlicherweise erhalten.

Worum es geht

Der britische Kriegsrückkehrer Sam Wyndham hat in seiner Heimat nichts mehr, was ihn dort hält. Er nimmt das Angebot seines Vorgesetzten an, sich nach Kalkutta versetzen zu lassen - mitten in eine durch Besetzung der britischen Kolonialmacht zerrissene Gesellschaft. Das Land wurde einige Jahre zuvor verwaltungstechnisch geteilt. Es regt sich Widerstand.

Schon kurz nach seiner Ankunft muss Wyndham ermitteln; ein britischer Regierungsbeamter wurde in einem Stadtteil ermordet, in dem sich fast nur Einheimische aufhalten. Gemeinsam mit einem indischen und einem urbritischen Kollegen macht er sich an die Arbeit.

Dazu kommen Schwierigkeiten persönlicher Natur, mit denen der Protagonist sich herumplagen muss. Und - natürlich - eine für ihn interessante Frau.

Wie ich es fand

Bei dem Roman handelt es sich um den Erstling des Autors, was man ihm über weite Strecken auch anmerkt. Er schreibt solide. Jedoch völlig ohne sprachliche Ausgefeiltheit oder Überraschungen. Irgendwie habe ich alles schon mal so oder ähnlich in anderen Titeln gelesen, mir fehlte das Alleinstellungsmerkmal und das Besondere.

Dabei ist das Setting ist neben den ganzen Schweden + U.S.A. Thrillerreihen mal etwas Neues. Nur leider nutzt Mukherjee es nicht vollständig aus. Nahezu alles, was hier passiert, gibt und gab es schon an anderer Stelle. Abgesehen von den gesellschaftlichen Spannungen, vor deren Hintergrund sich die Krimihandlung entfaltet, wirkte die Geschichte fast beliebig auf mich. Das ist schade; hatte ich mir doch deutlich mehr erhofft. Mit leichten Abwandlungen hätte all das auch in der Gegenwart oder in jeder anderen Stadt spielen können.

Kalkutta wird gut beschrieben. Viele der Orte und die gesamte Stimmung waren greifbar für mich. Mithilfe der eingedruckten Karte kann man den Wegen der Protagonisten gut folgen und alles nachvollziehen. Manchmal hatte ich mir noch mehr Details gewünscht (Unterschiede der einzelnen Stadtteile und Bezirke). Im Großen und Ganzen hat der Autor hier jedoch alles gut herausgearbeitet.

Was die historische Stimmung für mich jedoch nahezu kaputt machte, war die zu moderne Sprache der Personen. Nicht, dass ich 1919 in Kalkutta gewesen wäre und wüsste, wie dort gesprochen wurde. Dass es exakt wie heute gewesen sein soll, kann ich mir jedoch nicht vorstellen....das ist doppelt schade, da so die an sich gute und stimmungsvolle Beschreibung der Stadt nicht zur Geltung kommt. Einige Dialoge wirken dadurch fast lächerlich.

Die Charaktere bleiben seltsam blass und haben kaum Tiefe. Ich fand fast keinen wirklich interessant. Das übliche Personal in solchen Geschichten (Ermittler mit traumatischer Vergangenheit / geheimnisvolle Frau auf die er steht / arroganter Wirtschaftsboss und so weiter). Nur der Inder Banerjee, der nach und nach mehr Raum in der Handlung erhält, ist interessant.

Sams private Probleme haben keine Auswirkungen auf die Geschichte und wirken zu konstruiert, fast so, als sollte es dadurch interessanter wirken. Vielleicht werden sie im nächsten Teil wichtiger.

Es fehlt definitiv ein Glossar, um einige unbekannte Begriffe zu erklären. Viele davon konnte ich mir selbst zusammenreimen. Einige blieben für mich das ganze Buch hindurch nicht logisch ableitbar und wären ohne weitere Recherche unerklärlich. Das ist schade, da das Buch an sich sehr sorgfältig und schön gestaltet ist.

Zusammengefasst bleibt für mich ein solider Erstling mit Mängeln, die mich nicht auf den (sicher kommenden) zweiten Teil hinfiebern lassen. Die an sich schöne Kulisse wurde durch die moderne Sprache zu sehr verwässert. Vielleicht wird dieses in Zukunft besser. Vielleicht war es aber auch genau so gewollt, um mehr Leser anzusprechen und nicht von einem zu historisch wirkenden Roman abzuschrecken.

Zu empfehlen für Leser, die noch nicht viele Krimis gelesen haben und ihre ersten Schritte in diesem und im Bereich von historischen Büchern wagen.

Ein wunderbarer Kriminalroman im Indien der 20er Jahre

Von: Nela | Livricieux Datum : 13.08.2017

livricieux.wordpress.com

»Aber Menschen, egal ob nun braune oder weisse, die bereit waren, sich auf blosse Launen ihrer Vorgesetzten hin zu opfern, hatten etwas furchtbar Deprimierendes an sich, und wenn die Bengalen keine Lust dazu hatten, fand ich das völlig in Ordnung.« (S. 81)

Erster Satz

Immerhin war er gut angezogen.

Verlagstext

Kalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerissen zwischen alten Traditonen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung.

Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes. (Quelle: Verlag)

Einen herzlichen Dank geht an dieser Stelle an den Heyne Verlag für die Zusendung dieses Leseexemplares.

Meine Meinung

Als ich vom Heyne Verlag angeschrieben wurde, ob ich nicht Lust hätte, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren, konnte ich einfach nicht widerstehen, da ich schon seit meinem Neuerscheinungspost ein Auge darauf geworfen hatte. Nun schiebe ich jedoch die Buchbesprechung immer länger vor mir her und es fällt mir zunehmend schwerer den Einstieg zu finden.

Die Geschichte spielt in Britisch-Indien während den 20er Jahren, es ist die Zeit der Kolonialherrschaft, der weissen Herren und der braunen Bevölkerung. Und nirgends wird das wohl so deutlich wie in Kalkutta, der Stadt selbst. Eingeteilt in Black Town und White Town durchzieht eine messerscharfe Trennlinie die Stadt und die Bevölkerung. 300 Millionen Inder werden von nur gerade 150’000 Briten beherrscht und unterdrückt. Was für ein Ungleichgewicht! Und ein wunderbares Beispiel, wie Macht und Angst Hand in Hand gehen.
Ein angesehener Mann ist der erste Band um den Ermittler Captain Sam Wyndham, der sich bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft in Indien mit dem Mord an einem hochrangigen Beamten befassen muss. Unterstützung erhält er von Sergeant Surendranath Banerjee, einem Inder, der von allen nur ‹Surrender-Not› gerufen wird und Inspector Digby, einem reichlich unsympathischen Zeitgenossen, seines Zeichen Brite. Bald schon mischt das Team im Zuge der Ermittlungen Britisch-Indien bis in die höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreise auf.

Abir Mukherjee’s Schreibstil hat mich wirklich begeistert. Er liess vor meinem inneren Auge Bilder entstehen, ich spürte die drückende Hitze am eigenen Leib (ok, vielleicht war das auch nur, weil es wirklich heiss war, als ich das Buch las) und schmeckte die exotischen Gewürze oder die missratenen Gerichte von Mrs. Tebbit auf meiner Zunge. Ich hatte das Gefühl, neben Captain Wyndham durch die dampfenden Gassen Kalkuttas zu spazieren und die Anspannung der Stadt regelrecht zu fühlen. Und dabei gleitet seine Sprache mühelos von blumigen Beschreibungen über zu klaren und strukturierten Passagen.

»Der Treppenaufgang roch nach Wohlstand. Eigentlich roch er nach Desinfektionsmittel, aber in Kalkutta ist das mehr oder weniger das Gleiche.« (S. 137)

Mit der gleichen Klarheit zeichnet Mukherjee auch ein ungeschöntes Bild von Britisch-Indien in den 20er Jahren, zeigt die klare Spaltung der Bevölkerung, aufkeimendes, revolutionäres Gedankengut, den unterschweligen Rassismus und die Brutalität mit der das Emipre gegen die einheimische Bevölkerung vorgeht. Als Stichwort nenne ich hier nur den Rowlatt Act, der es der Regierung erlaubt, Inder, die des Terrorismus verdächtigt werden ohne Gerichtsverfahren zu inhaftieren.

Aber nicht nur historisch gibt das Buch so einiges her, auch die Handlung und die Charaktere sind sehr facettenreich gestaltet. So ist beispielsweise Captain Sam Wyndham kein typischer Kriegsheld, sondern stark desillusioniert vom ersten Weltkrieg und vom Tod seiner grossen Liebe. Und auch wenn er einige moderne Werte vertritt und ziemlich vorurteilsfrei mit seinen Untergebenen und der indischen Bevölkerung umgeht, so ist er doch auch ein Produkt seiner Zeit und dem Empire gegenüber zu Loyalität verpflichtet. Das macht seinen Charakter sehr interessant. Aber auch Banerjee wirkt in seiner Zerrissenheit zwischen seinem Volk und dem Empire, dem er dient sehr authentisch und alles andere als eindimensional. Einzig Digby ist von Beginn weg nicht wirklich ein Sympathieträger und seine Entwicklung und Rolle in der Geschichte ist spannend zu beobachten.

»Andererseits leben wir hier einfach in einem Land voller Heuchler. Die Briten geben vor, hier zu sein, um einem unregierbaren Haufen Wilder die Vorzüge der westlichen Zivilisation nahezubringen, während es in Wahrheit immer nur um schnöden wirtschaftlichen Gewinn ging. Und die Inder?« (S. 157)

Und ebenso vielschichtig wie die Charaktere und zu allem übel auch noch sehr verworren ist der Mordfall, den es zu lösen gilt. Wyndham und sein Team ermitteln in viele verschiedene Richtungen und lange ist unklar, welches Motiv hinter der Tat steckt. An Verdächtigen mangelt es nicht und diese kommen sowohl aus der High Society der Kolonialisten, wie auch aus der ärmlichen indischen Bevölkerung. Bis zum Schluss darf der Leser mit rätseln, wer denn nun der Mörder ist. Und ich persönlich hätte ganz und gar nicht mit dieser Auflösung gerechnet.

Fazit

Lese-TippAbir Mukherjee’s Erstlingswerk Ein angesehener Mann ist ein spannender und gut konstruierter Krimi, der nicht nur durch seine vielschichtigen und menschlichen Charaktere und einen verworrenen Fall punkten kann, sondern auch der historische Kontext und das exotische Flair, welches Indien anhaften, machen die Geschichte zu etwas ganz speziellem. Dieses Buch ist ein toller Lese-Tipp meinerseits und für alle Fans von historische angehauchten Kriminalromanen spannend.

Über den Autor

Abir Mukherjee ist Brite mir indischen Wurzeln: Seine Eltern wanderten in den Sechzigerjahren nach England aus. Sein Debütroman Ein angesehener Mann schaffte auf Anhieb den Sprung auf die britischen Bestsellerlisten. Mukherjee lebt mit seiner Familie in London. (Quelle: Randomhouse)

Verlagsinfo

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

erschienen am 10. Juli 2017
im Heyne Verlag

Aus dem Englischen von Jens Plassmann
Originaltitel: A Rising Man
Originalverlag: Harvill Secker

Taschenbuch, Klappenbroschur, 512 Seiten
ISBN: 978-3-453-42173-8

Verzwickte Ermittlungen im heißen Kalkutta

Von: Patno Datum : 10.08.2017

www.nichtohnebuch.blogspot.de

Inspiriert durch das nostalgische Cover und eine Werbeanzeige des Heyne-Verlages kam "Ein angesehener Mann" in meine Hände.
Ansehnlich übrigens auch der Schriftsteller Abir Mukherjee, dessen Bild die hintere Umschlagseite ziert.

Die Geschichte geht zurück ins Jahr 1919 und spielt in Indien.
Von den Erfahrungen des großen Krieges geprägt, wird der ehemalige Scotland-Yard Ermitteler Sam Wydham in Kalkutta eingesetzt.
Bevor er sich überhaupt mit der neuen Umgebung und den Gepflogenheiten des Landes vertraut machen kann, geschieht in Kalkutta ein Mord an einem weißen Mann und Wydham steckt mitten in den Ermittlungen. Bei dem Opfer handelt es sich um einen engen Vertrauten des britischen Lieutenant-Governors, einer der höchsten und mächtigsten Männer in Bengalen.
Sofort liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Racheakt der indischen Unabhängigkeitsbewegung handelt. Doch der Fall gestaltest sich deutlich schwieriger als erwartet.

Zu Beginn des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten, die ungewöhnlichen Namen der Charaktere und Orte auseinanderzuhalten. Aber schon ein paar Seiten später war ich mittendrin, fasziniert von der Kulisse Indiens und dem damaligen Zeitgeschehen, die der Autor in beeindruckenden Bildern beschreibt. Das wirkte auf mich so lebendig, das ich beinahe die brütende Hitze Kalkuttas fühlen konnte.
Eine gute Portion britischer Humor hat mich durch die Handlung begleitet, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Hauptakteur Sam Wyndham ist ein Symathieträger. Für ihn ist der Mensch entscheidend, unabhängig seiner Rasse und Herkunft. So konnte er gar nicht verstehen, wie seine britischen Mitbürger die Einheimischen diskriminierten. Mit großer Akribie versucht er den Fall zu lösen. Doch Wyndham ist kein Superheld. Er ist gezeichnet von den Ereignissen des Krieges und der Sucht nach Morphium und Opium, die gelegentlich seine Wahrnehmungen beeinträchtigen.
Mein heimlicher Star der Geschichte ist Sams indischer Kollege Bannerjee, den ich irgendwie knuffig dargestellt fand. Doch auch die anderen Figuren waren aus meiner Sicht authentisch ausgearbeitet.

Zwischendurch dümpelte die Handlung ein wenig dahin, kam irgendwie nicht richtig voran. Zeugenbefragungen ergaben keine Resultate und es wurde mir einen Funken zu langatmig.
Im letzten Teil des Buches kam wieder mehr Tempo ins Geschehen, aber dafür schien mir die Handlung verworrenerer zu werden. Hier hat der Autor für meinen Geschmack zu viel reingepackt. Weniger ist manchmal mehr!
Das Ende hat mich auch nicht so ganz befriedigt. Doch handelt es sich ja um den Beginn einer Reihe und da brauchte die Story Raum für den nächsten Teil.

Alles in allem ein spannendes und amüsantes Debüt, welches mit vielen interessanten Hintergrundinformationen gespickt ist!
Verzeiht man die kleinen Längen und das "Kuddelmuddel" zwischendurch, bekommt man hier einen tollen Krimi mit Flair und Humor! Meine 4 Sterne Leseempfehlung!

Ein atmosphärischer historischer Roman

Von: Bücherliebe99 Datum : 07.08.2017

https://buecherliebe99.wordpress.com/

Wir befinden uns im Jahr 1919 und Capitain Sam Wyndham ist erst vor wenigen Tagen in Kalkutta angekommen. Dort soll er als Ermittler arbeiten und sein erster Fall lässt auch nicht lange auf sich warten: Ein wichtiger englischer Verwaltungsbeamte wird ermordet und er soll den Mörder finden. Doch Wyndham kennt sich kaum in der indischen Metropole aus, doch begibt sich mit seinem Assistenten Banerjee sofort in die Ermittlungen nach dem Mörder. Schon bald werden Umstände bekannt, mit denn Wyndham nicht gerechnet hätte, denn sie bringen nicht nur ihn, sondern auch die englische Kolonialmacht in Verbindung mit den neusten Geschehnissen. Auch rund um Kalkutta stellt Wyndham einige Dinge fest, die ihm nicht ganz geheuer sind, denn die Gesellschaft in Kalkutta steht zwischen Tradition und Entwicklung.

Sam Wyndham hat sich gerade erst vom zweiten Weltkrieg erholt, als er nach Indien in die Metropole Kalkutta als Ermittler versetzt wird. Er ist sehr sympathisch, allerdings wird er von Ereignissen aus der Vergangenheit verfolgt. Wyndham wird als durchschnittlicher Ermittler dargestellt, der weder besonders große Leistungen hervor gebracht hat, noch besonders schlechte. Er ist eben auch nur ein Mensch, was wie ich finde sehr schön in dem Roman dargestellt wurde. Man hat keinen Helden als Protagonisten, sondern einfach einen ganz normalen Mann, dessen Handlungen auch realistisch sind. Allerdings bekommt man etwas Mitleid mit ihm, da er im ersten Weltkrieg alles verloren hat – seine Frau, seine Familie und seine Freunde. Zudem leidet er an einer schweren Verletzung, wegen der er Opiumabhängig ist – was aber niemand erfahren darf.

Der Schreibstil von Abir Mukherjee ist wirklich überzeugend. Er schreibt leicht und kann das Kalkutta des frühen 20. Jahrhundert unglaublich toll darstellen. Man fühlt sich, als würde man direkt neben Wyndham durch die Gassen laufen. Allerdings kann er auch die Gesellschaft sehr gut porträtieren und zeigt somit auch den Rassismus der Stadt Kalkutta. Man kann das Buch lesen, ohne die politischen Zusammenhänge zu kennen, da sie wirklich logisch und einfach erläutert werden. Auch sein Humor hat mir gefallen und konnte mich das eine oder andere Mal zum schmunzeln bringen. Allerdings gibt es in „Ein angesehener Mann“ gerade zum Ende hin einige Längen, die die Spannung ein bisschen nehmen.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und konnte mich gut unterhalten!

Meine Bewertung: 8/10

Ein gut recherchierter Krimi!

Von: Buchperlenblog Datum : 05.08.2017

https://buchperlenblog.wordpress.com

Dieses Buch hat Flair. Ich möchte nicht lügen, aber ich glaube, es war mein erstes Buch, welches in Indien angesiedelt ist. Und ich habe mich die ganze Zeit sehr indisch gefühlt! Die Atmosphäre wurde sehr treffend eingefangen, die Hitze, der Staub der Straßen, die misstrauischen Blicke zwischen Unterdrückern und Unterdrückten.

Captain Samuel Wyndham ist dagegen erfrischend ehrlich, direkt und humorvoll. Seine trockenen Überlegungen zu Alltäglichem haben mir mehr als einmal ein Lachen entlockt. Auch sein Side-Kick, der Sergeant Banerjee, der von allen nur Surrender-not genannt wird, weil niemand seinen wahren Namen Surendranath aussprechen kann, belebt die Geschichte. Die Kombination aus gediegenem Captain und exotischem Untergebenen erinnert mich tatsächlich an das Sonderdezernat Q in Kopenhagen mit seinem Ermittler Carl Mørck und seinem arabischen Helfer Assad.
Britisch-Indien und seine Folgen

Als sehr gut empfand ich auch die herausgearbeitete Linie, welche die Menschen zwischen den Bevölkerungsschichten zogen. Eine Stadt, eingeteilt in White Town und Black Town, die Linie ebenso hart zwischen den Menschen gezogen. Lediglich 150.000 Briten regierten über 300 Millionen Inder. Dieses Missverhältnis zeigt einmal mehr, wie viel Macht die Angst besitzt. Nur den sogenannten Mischlingen, den Kindern von Briten und Indern, erging es gesellschaftlich gesehen noch schlechter. Annie, die Wyndham im Verlauf seiner Ermittlungen kennenlernt, gehört diesen Mischlingen an und erfährt mehr als einmal Demütigungen der besonderen Art.

Der Fall, dem Captain Wyndham nachgeht, ist sehr verwinkelt und viele seiner Schlussfolgerungen laufen ins Leere. Doch das hält den sympathischen Ermittler nicht davon ab, an sein Bauchgefühl zu glauben und immer weiter zu bohren. Geheimnisse und Abkommen ranghoher Beamter kommen ans Tageslicht. Auch der Beginn des Aufstandes gegen das British Empire in Indien wird erzählt. Als Leser erhält man einen guten Einblick in das Leben der Inder zur damaligen Zeit, auch was den sogenannten Rowlatt Act betrifft. Dieser sah vor, dass es der Regierung erlaubt war, jede des Terrorismus verdächtige Person zu inhaftieren, ohne einem vorangehenden Gerichtsverfahren.
Fazit

Der erste Fall des britischen Captain Wyndham in Indien ist ein historisch gut konstruierter Kriminalfall, der spannend war, mich aber nicht vollständig aus den Ballerinas heben konnte. Trotzdem werde ich die Reihe weiter im Auge behalten und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Sam, Surrender-not und einer kleinen Prise O.
Bewertung im Detail

Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

= 4.2 ★★★★

Der indische Sherlock Holmes und Dr. Watson

Von: hasirasi2 Datum : 03.08.2017

nichtohnebuch.blogspot.de/

Kalkutta 1919: Capitain Sam Wyndham ist erst wenige Tage in Indien, als er zu seinem ersten Tatort gerufen wird. Im Hinterhof eines Bordells in einer wirklich miesen Gegend wird ein Mann im Smoking mit durchgeschnittener Kehle gefunden. Der Tote ist Alexander MacAuley, der persönlicher Berater des Lieutnant-Governors, und hat einen Zettel im Mund. „Keine weiteren Warnungen. Englisches Blut wird durch die Straßen strömen. Raus aus Indien.“ (S. 12) Der Mord scheint also politisch motiviert gewesen zu sein und Wyndham muss sich in dem brisanten politischen Geschehen zurechtfinden und den Spagat zwischen Polizei, Geheimdienst und Militär bewerkstelligen.

„Ein angesehener Mann“ ist sehr spannend, farbenprächtig, bildreich und atmosphärisch. Ich habe Kalkutta fast sehen und fühlen können und schon beim Lesen geschwitzt. Auch der herrlich britische, zum Teil sarkastische und trockene Humor hat mir sehr gut gefallen.

Wyndham ist der typische Anti-Held und tat mir vor allem leid. Er hat im ersten WK seine Frau, seine Familie und den größten Teil seiner Freunde verloren. Zudem ist dank einer Verletzung opiumabhängig – was natürlich niemand wissen darf.
Dazu kommt, dass er bisher niemanden aus seiner Behörde oder gar seinem Team kennt und nicht weiß, wem er wirklich trauen kann. Sein Vorgesetzter, Lord Taggart, dreht sein Fähnchen nach dem Wind und Wyndhams Untergebener Digby scheint gegen ihn zu intrigieren. Nur Sergeant Banerjee, sein „Laufbursche“, ist von Beginn an sympathisch und loyal. Und dann ist da noch Miss Grant, die Sekretärin des Toten. Sie scheint mit Wyndham zu flirten – aber auf welcher Seite steht sie, wenn es hart auf hart kommt?

Besonders hervorheben möchte ich die geschickt in die Handlung verflochtenen realen geschichtlichen Hintergründe. So fand ich es z.B. erschreckend, dass 150.000 Briten über 300 Mio. Inder herrschten – und das hauptsächlich durch moralische Überlegenheit. Auch das komplizierte Kastensystem und die Problematik der „Mischlinge“ (halb Inder halb Britten) wird durchleuchtet.

Obwohl das Buch weitestgehend spannend ist, gibt es gerade gegen Ende auch einige langatmige Stellen.
Aber: Wyndham und Banerjee haben echt das Zeug zur indischen Variante von Sherlock Holmes und Dr. Watson! Etwas verschroben, mit einem extrem trockenen Humor und der Gabe, auch in den verzwicktesten Fällen den Überblick zu behalten. Ich freue mich auf die angekündigte Fortsetzung.
Ein Tipp für alle Fans von „Death in Paradise“. Ich könnte mir das Buch auch gut verfilmt vorstellen.

Faszinierend und außergewöhnlich

Von: Sigismund von Dobschütz aus Bad Kissingen Datum : 03.08.2017

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FASZINIEREND und absolut außergewöhnlich, vor allem für ein Debüt, ist für mich der im Juli 2017 im Heyne-Verlag erschienene Roman "Ein angesehener Mann" des jungen britischen Autors Abir Mukherjee. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman oder ein historischer Krimi? Es ist aus meiner Sicht in jedem Fall eine absolut spannende zeitgeschichtliche Schilderung Indiens, im speziellen Fall Kalkuttas, unter britischer Herrschaft im Jahr 1919; die Kolonie Britisch-Indien bestand von 1858 bis 1947. Auch der Ort ist für uns deutsche Leser eher außergewöhnlich und macht die Geschichte nur noch spannender. Im Zuge der Aufklärung eines Mordfalls an einem hochrangigen britischen Verwaltungsbeamten lernt der gerade frisch aus England nach Kalkutta versetzte Kripo-Captain Sam Wyndham – und mit ihm der Leser – ganz unvoreingenommen (objektiv) das von Briten beherrschte, zerrissene Land kennen. Äußerst geschickt, fast genial, versteht es der indischstämmige Autor durch die Augen des Engländers die damalige Situation vor Ort mit ihren offensichtlichen und hintergründigen Problemen zu beschreiben. Unaufdringlich zeigt der Autor die politische und gesellschaftliche Situation, die Spannung zwischen den (selbst untereinander zerstrittenen) indischen Volksgruppen und den Briten, zugleich die zwischenmenschliche Abhängigkeit voneinander und die Schwierigkeit, selbst bei gutem Vorsatz miteinander auskommen zu können. Abir Mukherjee versteht es, das schwierige und scheinbar unlösbare Geflecht der politischen und sozialen Situation in Britisch-Indien vor 100 Jahren auf leicht verständliche Weise zu schildern, dass es auch historischen Laien Freude macht weiterzulesen. Selten in direkter Beschreibung, meistens durch Unterhaltungen seiner Protagonisten lässt der Autor die Historie lebendig werden. Dabei bleibt das Buch ein spannender Krimi, der am Schluss eine durchaus plausible Lösung hat, wenn auch vielleicht für den Captain und uns Leser etwas unbefriedigend. Aber so ist das wahre Leben! Gerade dieser Schluss ist dem Autor ungewöhnlich gut gelungen. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen. Ich bin jedenfalls ganz BEGEISTERT. Ganz klein ist auf dem Rücktitel "Sam Wyndham 1" zu lesen, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Zumindest auf Englisch ist Abir Mukherjees zweiter Band "A Necessary Evil" um Captain Wyndham und seinen indischen Sergeanten Banerjee kürzlich erschienen.

Faszinierend und außergewöhnlich

Von: Sigismund von Dobschütz Datum : 02.08.2017

https://www.facebook.com/groups/buecherkabinett/

FASZINIEREND und absolut außergewöhnlich, vor allem für ein Debüt, ist für mich der im Juli 2017 im Heyne-Verlag erschienene Roman "Ein angesehener Mann" des jungen britischen Autors Abir Mukherjee. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman oder ein historischer Krimi? Es ist aus meiner Sicht in jedem Fall eine absolut spannende zeitgeschichtliche Schilderung Indiens, im speziellen Fall Kalkuttas, unter britischer Herrschaft im Jahr 1919; die Kolonie Britisch-Indien bestand von 1858 bis 1947. Auch der Ort ist für uns deutsche Leser eher außergewöhnlich und macht die Geschichte nur noch spannender. Im Zuge der Aufklärung eines Mordfalls an einem hochrangigen britischen Verwaltungsbeamten lernt der gerade frisch aus England nach Kalkutta versetzte Kripo-Captain Sam Wyndham - und mit ihm der Leser - ganz unvoreingenommen (objektiv) das von Briten beherrschte, zerrissene Land kennen. Äußerst geschickt, fast genial, versteht es der indischstämmige Autor durch die Augen des Engländers die damalige Situation vor Ort mit ihren offensichtlichen und hintergründigen Problemen zu beschreiben. Unaufdringlich zeigt der Autor die politische und gesellschaftliche Situation, die Spannung zwischen den (selbst untereinander zerstrittenen) indischen Volksgruppen und den Briten, zugleich die zwischenmenschliche Abhängigkeit voneinander und die Schwierigkeit, selbst bei gutem Vorsatz miteinander auskommen zu können. Abir Mukherjee versteht es, das schwierige und scheinbar unlösbare Geflecht der politischen und sozialen Situation in Britisch-Indien vor 100 Jahren auf leicht verständliche Weise zu schildern, dass es auch historischen Laien Freude macht weiterzulesen. Selten in direkter Beschreibung, meistens durch Unterhaltungen seiner Protagonisten lässt der Autor die Historie lebendig werden. Dabei bleibt das Buch ein spannender Krimi, der am Schluss eine durchaus plausible Lösung hat, wenn auch vielleicht für den Captain und uns Leser etwas unbefriedigend. Aber so ist das wahre Leben! Gerade dieser Schluss ist dem Autor ungewöhnlich gut gelungen. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen. Ich bin jedenfalls ganz BEGEISTERT. Ganz klein ist auf dem Rücktitel "Sam Wyndham 1" zu lesen, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Zumindest auf Englisch ist Abir Mukherjees zweiter Band "A Necessary Evil" um Captain Wyndham und seinen indischen Sergeanten Banerjee kürzlich erschienen.

Ein gutes Krimidebüt

Von: Angelika aus Going Datum : 29.07.2017

https://kaltefuesseundhaende.wordpress.com/

Captain Sam Wyndham ist, wie so viele Männer, gebrochen von den Grauen des Krieges. Von seinen früheren Freunden hat niemand überlebt und auch seine Frau ist gestorben. Als ihm sein ehemaliger Kommandant eine Stelle in Kalkutta anbietet, ist das für ihn eine Art Rettung. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt in der indischen Metropole muss er einen grausamen Mord aufklären. Das Mordopfer ist ein hoher britischer Beamter und so gehen die Wogen hoch, denn die indische Bevölkerung giert nach Unabhängigkeit und stellt sich immer mehr gegen die Briten. Die zivilen Kolonisten sind durch den Mord aufgeschreckt und fürchten sich alsdann auch vor den “aufsässigen” Indern. Für den Captain ist es nicht leicht auszumachen, in welche Richtung er ermitteln soll. Einerseits sind dort die Revolutionäre, andererseits das britische Militär, welches seine eigenen Interessen verfolgt.

Dem Autor ist mit seinem Debüt ein kontrastreicher Roman gelungen. Im Fokus steht ganz klar der Mordfall, dessen Hergang und Auflösung dem Leser über lange Zeit geschickt verborgen bleibt. Neben diesem Hauptakt erhält man aber auch einen guten Einblick in die Gesellschaft der damaligen Zeit. Während Wyndham als weltoffener Mensch erscheint und jedem Bewohner der Stadt gleich freundlich gegenübertritt, egal ob Weißer oder Inder, so klar sind die gesellschaftlichen Unterschiede in den anderen Charakteren zu erkennen. Die Überheblichkeit der Kolonisten, die meist durch Billigarbeitskräfte zu Reichtum kamen und dem gegenüber steht die arme heimische Bevölkerung, deren gehorsam von den Machthabern mit allen Mitteln eingetrieben werden will, bieten einen guten Blick auf die Situation der Inder während das Empire das Land regierte. Neben diesem menschlichen Gehabe, kann man sich aber auch das Kalkutta Anfang des 20. Jahrhunderts sehr bildlich vorstellen. Für eine noch bessere Orientierung sorgt eine Karte auf der Innenseite der Klappenbroschur.

Am Ausdrucksstärksten fand ich aber dann doch Captain Sam Wyndham. Sein Kriegstrauma, das er mit Opium zu bewältigen versucht und die damit verbundenen Drogenräusche erlebt man sehr real. Trotzdem, oder gerade deswegen, empfand ich ihn als sehr ehrlichen und sympathischen Charakter. Sein Humor ist trocken und seine philosophischen Gedankengänge über Land, Leute und die britische Herrschaft sorgen für eine gute Portion Spaßfaktor.

Abir Mukherjee ist Brite mit indischen Wurzeln, dessen Eltern in den sechziger Jahren aus Kalkutta nach England auswanderten. Durch diese familiäre Verbindung nach Indien, ist ihm eine, wie ich finde, gut nachvollziehbare Einsicht in die damalige Zeit und auch eine glaubwürdige Handlung gelungen.

Mein Fazit:

Abir Mukherjee ist in seinem 1. Fall mit Captain Sam Wyndham ein guter Kriminalroman gelungen. Historische Hintergründe und koloniale Prachtbauten versetzten einen ganz leicht auf den Indischen Subkontinent während der Britischen Großmacht.

Ein guter historischer Krimi

Von: jiskett Datum : 18.07.2017

archive-of-longings.blogspot.de/

"Ein angesehener Mann" ist der erste Band einer Reihe um Captain Sam Wyndham, der sich nur wenige Wochen nach seiner Ankunft in Kalkutta bereits mit dem Mord an einem hochrangigen Regierungsbeamten befassen muss. Unterstützt wird er von Sergeant 'Surrender-Not' Bannerjee, einem Inder, und Inspector Digby, der die Einheimischen als unterlegen betrachtet. Diese Kombination sorgt mehrfach für Spannungen; dazu kommt, dass die Ermittlungen dafür sorgen, dass auch das Militär ein Interesse an dem Fall entwickelt, was Wyndhams Arbeit noch komplizierter macht.

In vielerlei Hinsicht ist Wyndham ein Produkt seiner Zeit, auch wenn er recht moderne Ansichten vertritt und beispielsweise kein Überlegenheitsgefühl aufgrund seiner britischen Herkunft verspürt. Ein Charakter im Buch wirft ihm vor, dass dies noch passieren könnte, wie es vielen Engländern passiert, die erst staunend nach Indien kommen und sich dann an den alltäglichen Rassismus gegenüber den Einheimischen gewöhnen, doch ob es sich wirklich so entwickeln wird, werden wohl erst die Folgebände zeigen. In "Ein angesehener Mann" ist er sehr von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges desillusioniert und obwohl er sich seiner hohen Stellung bewusst ist und sie seinem Untergebenen verdeutlicht, geht er recht vorurteilsfrei mit jenen um, denen er im Zuge seiner Arbeit begegnet - was natürlich nicht heißt, dass er dem Empire gegenüber nicht loyal ist. Trotz seiner Schwächen und Laster, die er offen eingesteht, und gelegentlich hartem Vorgehen ist er ein insgesamt sympathischer, interessanter Charakter. Die anderen Figuren waren ebenfalls gut ausgearbeitet; gerade Bannerjee mochte ich gerne und ich hoffe, dass er in den nächsten Büchern wieder eine große Rolle spielen wird.

Der Fall ist ziemlich undurchsichtig, was mir gefallen hat. Die Ermittlungen bewegen sich in mehrere Richtungen und es ist lange unklar, was die Motivation ist und wer hinter all dem steckt. Verdächtige gibt es mehr als genug und sie kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Umständen, sodass dem Autor möglich ist, ein breites Bild der Situation in Kalkutta 1919 zu zeichnen. Die Polizeiarbeit war meiner Meinung nach realistisch dargestellt, vor allem in Bezug darauf, wie Wyndham zwischen verschiedenen Einflüssen gefangen war. Die Auflösung war überraschend, jedoch sehr stimmig und passend zur Geschichte.

Besonders gut fand ich, dass der Autor nicht nur den Fall, sondern auch das Leben in Indien ausführlich dargestellt hat. An ein paar Stellen überschüttet er den Leser geradezu mit Informationen, was ein wenig von der Haupthandlung wegführte, doch meistens waren sie gut in die Geschichte eingebettet. Der Rassismus den Einheimischen gegenüber wurde ausführlich beleuchtet und nicht beschönigt und auch die Unruhen in der Bevölkerung sind thematisiert. Es wird interessant sein zu sehen, wie das Setting in den nächsten Büchern benutzt werden wird.

FAZIT:
"Ein angesehener Mann" bekommt von mir vier Sterne. Es ist ein guter historischer Krimi, der einen packenden Fall und Einblicke in das Leben in Indien im Jahr 1919 liefert. Dazu kommen Charaktere mit Ecken und Kanten und eine schonungslose Ausleuchtung der Schwächen sowohl der Figuren als auch des Empires an sich.

Von: B. Kratochvil aus Kufstein Datum : 28.06.2017

Buchhandlung: Tyrolia Buch Papier Kufstein

Eintauchen in eine andere Welt an der Seite eines angesehenen Mannes. Großartig!

Von: Brigitte Luff aus Bad Kreuznach Datum : 02.02.2017

Buchhandlung: Rottmann Buchhandlung

Ein flott zu lesender Roman, der uns in die Welt Kalkuttas entführt und uns die Welt der Kolonialzeit vor Augen führt. Gut zu empfehlen für Kunden, die gerne Romane lesen, die spannend sind und historischen Bezug haben.

Von: Marie Grimm aus Würzburg Datum : 20.01.2017

Buchhandlung: Buchhandlung Hugendubel

Vielen Dank für diesen spannungsreichen Krimi, der gleichzeitig auf interessante Weise einen Teil der Kulturgeschichte Indiens beschreibt. Konnte mich nur schwer von der Lektüre trennen, aber auch nur deshalb, weil ich zwischendurch zur Arbeit musste. Vielen Dank.

Von: Thomas Rode aus Tirschenreuth Datum : 19.01.2017

Buchhandlung: Bücherhaus Rode

Ein Muss für alle Indienbegeisterte und geschichtlich interessierte Leser!

Von: Monika Schrankenmüller aus München Datum : 19.01.2017

Buchhandlung: Buchhandlung Siegfried Hacker

Tolle Story! Exzellente Vermittlung einer Kolonialstimmung in Indien innerhalb eines spannenden Krimis. Für viele Leser sicherlich hilfreich wäre eine Erläuterung indischer Begriffe, z.B. Sepoy, Thana etc.

Von: aus Bad Lobenstein Datum : 19.01.2017

Buchhandlung: Buchhandlung am Markt

Ein mitreißender, spannender Roman, den man einfach am Stück durchlesen muss. Sehr zu empfehlen.

Spannende historische Detektivgeschichte

Von: Sigrun Moldenhauer aus Bremen Datum : 16.01.2017

Buchhandlung: Kamloth + schweitzer OHG

Bester Lesestoff. Sehr interessante Hauptfiguren, toller historischer Hintergrund, farbenprächtige Schauplätze - auch 1a geeignet für eine Verfilmung. Ich hoffe, daß es Folgebände mit diesem tollen Ermittler-Duo Wyndham/Banerjee geben wird!

Von: Tobias Wrany aus Bonn Datum : 13.01.2017

Buchhandlung: Buchhandlung Jost GmbH

Wer vor Romanen aus der Kolonialzeit zurückschreckt, weil sie doch allzu oft entweder gnadenlos mit Gefühlskitsch zugepflastert sind oder sich so steif und antiquiert wie das Klischee der damaligen britischen Oberschicht geben, sollte umso mehr einen Blick auf den "Angesehenen Mann" werfen, da der zwar ganz tief und mit dichter Authentizität eine vergangene Ära wiederauferstehen lässt, dies aber stets mit feiner englischer Ironie zu erden weiß, ausgesprochen lebensnahe Figuren am Start hat und als Rahmenhandlung vor allem auch einen gut konstruierten Kriminalfall mit gesellschaftspolitisch brisanten Hintergründen bereit hält. Dies macht den Roman des Schotten Abir Mukherjee zum perfekten Lesefutter ebenso für Anhänger historischer Romane, wie hartgesottene Krimifans.

Von: Ulla Rehm aus München Datum : 13.01.2017

Buchhandlung: Buchhandlung Hugendubel Pasing

„Ein angesehener Mann“ ist ein sehr spannender, interessanter Krimi, der Zeitgeschichte mit einem sehr kritischen Ermittler kombiniert, der von einem Inder gut charakterisiert wird; sprachlich ein Genuss.

Von: Tanja Bemerl aus Waldmünchen Datum : 20.12.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Gustav Fuss

Ein interessantes Buch. Es ist eine gelungene Erzählung, wie Indien versucht selbstständig zu werden. Ein leichter, schöner Krimi, politisch angehaucht. Vorausschaubar, aber gut.

Von: Christine Oltmann aus Garrel Datum : 19.12.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Oltmann

Mir hat das Buch sehr gefallen. Endlich mal wieder ein wirklich sympathischer Charakter unter den Ermittlern. Über ihn und Indien würde ich gerne mehr lesen.