Leserstimmen zu
Die Verlassene

Mary Torjussen

(1)
(1)
(1)
(0)
(0)
€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 11,00* (* empf. VK-Preis)

Cover: Da ich das eBook gelesen habe, kann ich das Cover nur rein optisch, nicht haptisch beurteilen. Die schlichte und düstere Aufmachung gefällt mir sehr, sie passt perfekt zu einem Psychothriller. Mich erinnert die leichte Farbgebung am Rand an ein falsch entwickeltes Foto, ob das tatsächlich die Intention dahinter ist, kann ich nicht beurteilen. Auch die weiß abgebildete Fliege vermittelt mir keine wirkliche Bedeutung. Ich kann somit zwar keinen Zusammenhang zwischen Cover und Buchinhalt herstellen, für sich beurteilt gefällt es mir aber sehr gut und würde in der Buchhandlung definitiv mein Interesse wecken. Inhalt: Bei diesem Buch finde ich es sehr schwer den Inhalt zu beschreiben, ohne die Handlung zu spoilern. Lange Zeit passiert eigentlich immer das Gleiche und spitzt sich immer weiter zu und das was passiert, ist schon durch den Klappentext angesprochen. Wie wir schon wissen, wurde Hannah von ihrem Freund Matt verlassen. Er hat sich allerdings nicht einfach nur von ihr getrennt, sondern sich still und heimlich aus dem Staub gemacht, ohne auch nur einen Hinweis auf seine Existenz zu hinterlassen. Seine Sachen sind aus dem gemeinsamen Haus verschwunden. Alle Mails, SMS, Kontaktmöglichkeiten und Fotos auf sämtlichen Geräten gelöscht. Selbst seine Social-Media-Profile sind weg – man könnte meinen es hätte ihn nie gegeben. Ihre beste Freundin Katie, mit der sie seit sie fünf war befreundet ist, ist zunächst die Einzige, der sich Hannah anvertrauen kann. Man merkt aber schnell, dass diese Freundschaft nicht ganz rund läuft und eher einem Konkurrenzkampf gleicht, sodass man sich mehr als einmal fragt, wieso die beiden schon so lange befreundet sind. Später redet sie auch mit ihrem Arbeitskollegen und gutem Freund Sam darüber, der ihr ebenfalls versucht zu helfen, dabei aber deutlich aufrichtiger wirkt. Hannah versinkt zu Beginn geradezu in Selbstmitleid, wodurch sich das Buch am Anfang eher wie ein schnulziger Liebesroman liest. Sie entwickelt sich dann aber sehr schnell zum Psycho und versteift sich auf die Suche nach Matt, um ihn zur Rede stellen zu können, wobei sie ihn immer wieder als ihren Freund bezeichnet, obwohl er sie verlassen hat. Diese Suche nimmt immer krankere Ausmaße an, sodass ihr Job und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen darunter leiden. Aufgrund dieses Verhaltens ist mir Hannah auch nicht sehr sympathisch, sondern ging mir die meiste Zeit eher auf die Nerven. Ständig jammert sie rum und stößt die Menschen vor den Kopf die ihr helfen wollen. Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, wie eine gestandene, erfolgreiche Frau wie sie sich so abhängig von einem Mann machen kann. Nachdem sie so respektlos verlassen wurde, sollte man meinen, dass sie zu eitel wäre, um so einem Mann hinterher zu rennen. Während ihrer Suche geschehen dann langsam immer wieder komische Sachen. Sie bekommt rätselhafte SMS und Anrufe und andere Dinge, die einen sofort an einen Stalker denken lassen. Nicht so Hannah, sie denkt natürlich sofort es sei Matt. Jeder rational denkende Mensch weiß, dass das völlig unlogisch wäre. Hannah wird immer verrückter und psychisch labiler – das Ganze findet seinen Höhepunkt, als sie Matt dann tatsächlich findet. (Da sich das Buch nur darum dreht, dass sie ihn sucht, halte ich es für keinen allzu großen Spoiler, dass sie ihn am Ende auch findet.) Und mit einem Mal ergibt alles Sinn. Wieso Matt sie verlassen hat, wieso er diesen Weg gewählt hat, wieso so komische Dinge geschehen sind und auch wieso Hannah und ihre Freundschaft zu Katie so sind wie sie sind. Fazit: Während des Lesens war ich mehr als nur einmal extrem genervt von Hannahs Getue. Ich kann mir vorstellen, dass manch einer dadurch dazu verleitet ist das Buch abzubrechen. Ich bin froh, dass ich es nicht getan hatte. Denn obwohl Hannah so nervig ist, will man doch unbedingt erfahren was es mit all dem auf sich hat. Es passieren so viele Sachen, teilweise mit und teilweise ohne Zusammenhang, dass man sich regelmäßig fragt „Wie wird das am Ende aufgelöst?“. Ständig hat man neue Vermutungen und neue Verdächtige, die dann durch das nächste Geschehen schon wieder komplett über den Haufen geworfen werden. Was mich am Ende vom Buch überzeugt hat, war tatsächlich das Ende. Trotz aller Verwirrungen während der Geschichte, ist am Ende alles so unfassbar logisch und denkbar. Mary Torjussen gibt jedem Geschehnis einen Sinn und eine Erklärung, sodass man am Ende alles nachvollziehen kann. Dabei springt die Sympathie von einem zum anderen Charakter und am Ende bleibe ich ratlos zurück und kann nicht wirklich sagen, wem mein Mitleid gilt. Diese Frage hat mich so beschäftigt, dass ich in der Nacht, nachdem ich das Buch beendet hatte, sogar davon geträumt habe. Was ich allerdings nicht so gelungen fand, war der Epilog und vor allem dessen Ende. Das hätte man sich meiner Meinung nach auch sparen können. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, allerdings sollte man dabei bedenken, dass die Protagonistin sehr anstrengend ist und einem erst durch das Ende des Buchs bewusst werden wird, dass dies für die Handlung unabdingbar war.

Lesen Sie weiter

Das Cover selbst ist etwas ausdruckslos aber dann doch interessant und der Klappentext hat sich gut für mich angehört. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, und ich konnte mich toll in die Personen reinversetzen. Beim letzten Drittel hat sich die Thematik komplett geändert und auch auf der letzten Seite hat es dann nochmals eine Wendung gegeben. Die Kapitel sind so gehalten, dass man immer weiter lesen möchte und mit der nötigen Fantasie kann man sich auch die Szenen gut vorstellen. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, es lässt sich toll ein einem Zuge durchlesen. Der Spannungsaufbau war auch gegeben, jedoch hat es in meinen Augen den Genre Psychothriller nicht ganz verdient.

Lesen Sie weiter

Hannah Monroe (32) arbeitet hart und erfolgreich als Senior Manager in einer Liverpooler Wirtschaftsprüfungskanzlei. Bei einer Fortbildung wird ihr die baldige Beförderung zum Director in Aussicht gestellt. Sie kann es kaum erwarten, diese Neuigkeit ihrem Lebensgefährten Matt mitzuteilen und kauft zur Feier des Tages auf dem Heimweg sogar Champagner. Doch als sie zu Hause ankommt, stellt sie fassungslos fest, dass alle seine Sachen verschwunden sind. Und nicht nur das: Seine Kontaktdaten sind ebenso von ihrem Handy gelöscht worden wie seine Nachrichten an sie, seine Telefonnummern sind nicht mehr vergeben, bei der alten Firma arbeitet er nicht mehr und auch im Internet wird Hannah nicht fündig. Sie hat keine Möglichkeit, mit ihm in Verbindung zu treten. Es ist, als hätte Matt nie in ihrem Haus gewohnt, ja, als hätte es ihn nie gegeben. Die junge Frau versteht die Welt nicht mehr: Warum hat ihr Lebensgefährte sie nach 4 gemeinsamen, glücklichen Jahren, in denen sie sich immer wieder gegenseitig ihrer Liebe versichert haben, ohne eine Erklärung verlassen? Sie muss unbedingt herausfinden, was passiert ist und wo Matt sich befindet. Ihre beste Freundin Katie und deren Freund James versuchen zu helfen - vergeblich. Als Hannah sich beobachtet fühlt, anonyme SMS und Anrufe bekommt und sicher ist, dass während ihrer Abwesenheit immer wieder jemand in ihrem Haus ist, ist sie sicher, dass Matt dahintersteckt. Sie steigert sich derart in die Nachforschungen hinein, dass ihre Arbeit erheblich leidet. Doch das ist ihr im Gegensatz zu Vorgesetzten und Mitarbeitern egal. Resümee: Dieses Buch ist ein wahrer Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Daran änderten auch inhaltliche Wiederholungen nichts, da sie meist mit neuen Infos und Hinweisen einhergehen, die das Geschehen vorantreiben und die Gedanken des Lesers in eine neue Richtung lenken. Je weiter die Handlung, die aus Sicht der Verlassenen (Titel) geschildert wird, voranschreitet, desto häufiger spekuliert man auch über die Reaktionen ihrer Freundin Katie: Ist ihr Umgang mit der Situation und Hannah wesensbedingt normal, wird sie im Laufe der Zeit langsam genervt? Denn Hannah kann auch nach Monaten Matts Abwesenheit nicht akzeptieren, steigert sich im Gegenteil immer verbissener in die Suche nach ihm und vernachlässigt sich selbst sowie ihre Arbeit zunehmend. Ihr Verhalten war für mich an einigen Stellen rational nicht nachvollziehbar. Welche Rolle spielen in der Firma ihre Assistentin Lucie und Kollege Sam? Sind sie wirklich so fürsorglich-loyal, wie es den Anschein hat, oder treiben sie andere Motive? Man fiebert in jeder Phase mit Hannah und fragt sich genau wie sie ständig, was wohl mit Matt geschehen ist, warum er plötzlich aus heiterem Himmel wie vom Erdboden verschwunden ist. Bis zur Auflösung, die nach ca. 3/4 des Buches eingeleitet wird, ist alles ein einziges großes Mysterium. Diese hat es dann in sich, ist komplett anders als erwartet und erschütternd. Und es wird auch deutlich, warum mir einige Reaktionen von Hannah und Lucie nicht logisch erschienen - plötzlich macht alles einen Sinn. Der allerletzte Satz ließ mich mit einem "Oh nein!" regelrecht erschauern. Fazit: ein Psychothriller, der diese Bezeichnung allemal verdient!

Lesen Sie weiter