Leserstimmen zu
Feinde

Susanne Saygin

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Paperback
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Can und seine Chefin Simone werden zu einem Doppelmord gerufen - 2 Roma-Männer in sehr eindeutiger Pose werden aufgefunden. Wer die Opfer sind, woher sie kommen, warum ihnen das widerfahren ist - das herauszufinden ist nun die Aufgabe von Can und Simone und sie tappen im Dunkeln. Zeugen gibt es, aber die haben zu große Angst und wollen nichts verraten... Im Laufe ihrer Ermittlungen bemerken Can und Simone sehr schnell, dass es hier um mehr als Mord geht ... um Menschenhandel, billige Arbeitskräfte, Subventionen der EU abschöpfen, Leben zu zerstören ... und diese Machenschaften ziehen ihre Kreise bis ganz nach oben ... Ich möchte mich beim Heyne Verlag sowie dem Bloggerportal und Random House für das Rezensionsexemplar bedanken. (Dies hat keine Auswirkungen auf meine Rezension!) Zu Beginn ist es etwas holprig, man weiß nicht so genau, wohin die Geschichte führen wird, auch muss man sich an Can und Simone etwas gewöhnen, da sie als Team sehr eigen miteinander umgehen - aber genau hier liegt auch der Charme der Ermittler - sie reden wie ihnen der Mund gewachsen ist, haben Ecken und Kanten und ihre privaten Probleme, die sie eben auch belasten. Der Schreibstil an sich ist flüssig, sehr gut verständlich, und von Seite zu Seite packt er einen auch immer mehr, bis man das Buch nur sehr ungern aus der Hand legt. Ein besonderes Augenmerkt legt die Autorin gekonnt auf die offenen Grenzen, auf den Rechtsdruck, der nicht nur in Deutschland wieder zunimmt, auf die Möglichkeiten, die EU zu "bescheißen" und welche dunklen Geschäfte möglich sind. Und gerade hier, wie auch in der Realität - man kommt sehr schwer an die "ganz dort oben" heran. Die jahrelangen Recherchen der Autorin haben sich auf jeden Fall ausgezahlt, was man diesem Thriller auch deutlich anmerkt. Man sollte sich vielleicht auch für den "Blick über den Tellerrand" interessieren, sich mit Politik und Gesellschaft etwas auskennen, damit man diesen Thriller auch gerne liest. Ein Thriller, der einem den eigenen Spiegel vorhält, der zeigt dass Rechts ebenso Mist ist wie zuviel Links, dass man einen gehobenen Lebensstandard meist auf Kosten von anderen Menschen lebt, die für Dumpinglöhne und kaum überleben jede Arbeit annehmen und dabei ausgebeutet werden. Mich konnte dieser Thriller auf ganzer Linie überzeugen, packen und auch schockieren und ich kann ihn daher nur empfehlen!

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Can und seine Chefin Simone werden zu einem Doppelmord gerufen- 2 Roma Männer in sehr eindeutiger Pose werden aufgefunden. Wer die Opfer sind, woher sie kommen, warum ihnen das widerfahren ist- das ist nun die Aufgabe von Can und Simone und sie tappen im Dunkeln. Zeugen gibt es, aber die haben zu grosse Angst und wollen nichts verraten... Im Laufe ihrer Ermittlungen bemerken Can und Simone sehr schnell dass es hier um mehr als Mord geht..um Menschenhandel, billige Arbeitskräfte, Subventionen der EU abschöpfen, Leben zu zerstören... und diese Machenschaften ziehen ihre Kreise bis ganz nach oben... Ich möchte mich bei dem Heyne Verlag sowie dem Bloggerportal und Random House für das Rezensionsexemplar bedanken. (Dies hat keine Auswirkungen auf meine Rezension!) Zu Beginn ist es etwas holprig, man weiss nicht so genau wohin die Geschichte führen wird, auch muss man sich an Can und Simone etwas gewöhnen da sie als Team sehr eigen miteinander umgehen- aber genau hier liegt auch der Charme der Ermittler- sie reden wie ihnen der Mund gewachsen sind, haben Ecken und Kanten und ihre privaten Probleme die sie eben auch belasten. Der Schreibstil an sich ist flüssig, sehr gut verständlich, und von Seite zu Seite packt er einen auch immer mehr bis man das Buch nur sehr ungern aus der Hand legt. Ein besonderes Augenmerkt legt die Autorin gekonnt auf die offenen Grenzen, auf den Rechtsdruck der nicht nur in Deutschland wieder zunimmt, auf die Möglichkeiten die EU zu "bescheissen" und welche dunklen Geschäfte möglich sind. Und gerade hier, wie auch in der Realität- man kommt sehr schwer an die "ganz dort oben" heran. Die jahrelangen Recherchen der Autorin haben sich auf jeden Fall ausgezahlt was man diesem Thriller auch deutlich anmerkt. Man sollte sich vielleicht auch für den "Blick über den Tellerrand" interessieren, sich mit Politik und Gesellschaft etwas auskennen damit man diesen Thriller auch gerne liest. Ein Thriller der einem den eigenen Spiegel vorhält, der zeigt dass Rechts ebenso Mist ist wie zuviel Links, dass man einen gehobenen Lebensstandard meist auf Kosten von anderen Menschen lebt die für Dumpinglöhne und kaum überleben jede Arbeit annehmen und dabei ausgebeutet werden. Mich konnte dieser Thriller auf ganzer Linie überzeugen, packen und auch schockieren und ich kann ihn daher nur empfehlen!

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Can Arat, Kriminalhauptkommissar bei der Kölner Kripo, ist einer der untypischen Typen. Türkischstämmig, mit festen Wurzel in dieser Stadt, einem guten Freundes- und Bekanntenkreis und Kollegen und Kolleginnen, auf die er sich verlassen kann. Er wohnt zusammen mit dieser Isa und doch sind sie kein Liebespaar. Seine Liebe war Marie, wegen der er noch immer Alpträume hat. Kopfschmerzen sind sein täglich schlechtes Gewissen und nur dank Schmerzmittel kann er es unterdrücken. Was ihn aber so richtig ausmacht, ist sein Wirken inmitten der täglichen Dienste. Es ist in einem grausamem Doppelmord zu ermitteln und das bitte schnellstmöglich, sonst kommt der Fall zu den Akten. Die Opfer waren zu „uninteressant“, ohne Lobby und nach Meinung so manchem eh nur Abschaum und Ballast. Can ist das, ganz salopp gesagt, scheißegal. Er will diese Morde aufklären, doch dafür muss er und seine direkte Vorgesetzte Simone erst einmal viel recherchieren. Das Milieu, aus dem die Ermordeten stammen ist deutlich sichtbar und doch will keiner hinschauen. Roma und Sinti, billige Arbeitskräfte, angelockt um dann auf dem Arbeiterstrich zu landen und in heruntergekommenen Mietskasernen – eine effiziente Geldmaschinerie, nur eben nicht für diese Menschen. "Das macht keinen Unterschied für euch, richtig? Deutsche Sinti, bulgarische Roma – alles eine Zigeunersoße. Ein hoch auf die Sippenhaft!" (S. 83) Dieser Thriller ist eine ungeschönte und schonungslose Darstellung des Milieus um die Untersten der Gesellschaft. Ganze Familien am Abgrund des täglichen Überlebenskampfes. Durchs Cans und Simones Recherchen begegnet man all diesen Schicksalen, die zwischen Apathie, Resignation und dem alltäglichen Wahnsinn aus Gewalt und Gegengewalt in ihren eigenen Welten hausen. Es ist das betreten dieser heruntergekommenen Häusern, genau wie so mancher Villa. Die Türen die geöffnet werden, lassen doch niemanden herein – eine eingeschworene Gemeinschaft, die nur aus einem einzigen Grund zusammenhalten – Angst. Can ist der Typ Ermittler, der genau hinschaut. Seine Ermittlungsmethoden sind geprägt von dem Wunsch mehr zu Hintergründen zu erfahren und der eigenen Erfahrung, wie mit wem umzugehen ist. Vieles was er sieht und hört schockiert ihn mindestens genauso sehr wie die Leserschaft. Die Vergangenheit der Roma und Sinti. Ihre Schicksale vor und während des 2. Weltkrieges und das damit, nach Friedenschluss, dennoch kein Ende war. Vorurteile en masse! Es geht um üble Machenschaften, bei denen ein Menschenleben nichts zählt und Geld über allem steht. Can beginnt Dinge aufzudecken, die ihn in große Gefahr bringen und auch diese Sache mit seiner ehemaligen Freundin Marie beschäftigt ihn immer mehr. In Rückblicken erfährt man Stück für Stück was das für eine Freundschaft war, wie und warum sie endete und welch Schicksal Marie widerfuhr. Harter Toback und eine entsprechend derbe Sprache. Was im Buch geschieht und dargestellt wird ist kein Zuckerschlecken, sondern harte Fakten. Die Autorin Susanne Saygin hat trotz der grausamen Detail doch viel Liebe zwischen die Zeilen geschrieben. Can wirkt einsam und verlassen, bekommt aber durch Isa eine ungewöhnliche Frau an seine Seite. Beide leben aneinander vorbei und doch haben sie etwas, das sich im Buch offenbart, gemein. Eine tolle Freundschaft, die allerdings auf eine harte Probe gestellt wird. Man sollte durch diese Aussage allerdings nicht meinen, dass es eine kitschige Romanze im Buch gibt. "Das ist Mafia, Herr Kriminalhauptkommissar! Hausgemachte, deutsche Mafia! Glaubst du wirklich, du kommst da allein gegen an?" (S. 339) Die Sprache im Buch hat mich komplett abgeholt. Kein Schickimicki oder friedfertiges Umschreiben von Personen, Orten oder Begebenheiten. Die Autorin ist gnadenlos mit allem und lässt durch Can und andere Charaktere viel Authentizität einfließen. Das kommt in Sachen Umgangssprache genauso ehrlich rüber wie in Slang oder Dialekten. Es wirkte nie billig oder vulgär, derb und hart dagegen auf jeden Fall, aber es passt immer ins Bild. Das Thema Rassismus kommt in seinen Facetten genauso zur Sprache wie Korruption und Ausbeutung. Ein Thriller, in dem es nicht um einen irren Serienkiller geht oder übertrieben zelebrierte Gewalttaten geht – wobei Gewalt und deren Folgen im Buch deutlich zu finden ist. Die Ware Mensch ist Dreh- und Angelpunkt im Buch. Billige Arbeitskräfte, ausgebeutet um noch mehr Profit rauszuschlagen. Frauen, die als Prostituierte nur noch ihrem Zuhälter, oder der dahinter stehenden Organisation gehören. Selbst vor Kindern wird in beiden Fällen kein Halt gemacht. Es war schon klar, dass Can da einer großen Sache auf die Spur kommen wird, dieses Ausmaß habe ich aber nicht erwartet. Das Cover empfinde ist als sehr passend. „FEINDE“ als Aussage, die man sehr vielfältig interpretieren kann und dieses eine, sehr entschlossen wirkende und präsente Auge, haben mich magisch angezogen. Ein starker menschlicher Charakter, der doch mit seinen Schwächen dargestellt wird, was ihm etwas besonderes gab. Definitiv ein spannender Thriller. 22 Kapitel auf 351 Seiten verteilt, spornen einen geradezu an, immer tiefer und weiter in diese Geschichte abzutauchen. Rezension verfasst von © Kerstin

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Köln. Can und Simone von der Mordkommission werden zu einem mysteriösen Leichenfund gerufen. Die Spur führt ins Roma-Milieu. Zumindest auf den ersten Blick. Aber die Drahtzieher haben noch viel mehr Leichen im Keller. Ein politisch brisanter Wettlauf mit der Zeit beginnt. Der Tag fängt für die Polizisten Can und Simone gut an. Vor dem Wertstoffhof wurden zwei Tote gefunden, mit Paketband zu einer obszönen Inszenierung verbunden. Schnell führen die Ermittlungen zum bulgarischen “Arbeiterstrich”, Menschen, die – häufig mit unklarem Bleibestatus – händeringend nach jeder Arbeit greifen. Tag für Tag. EIN TIEFER BLICK IN MENSCHENVERACHTENDE NETZWERKE Vermutlich hat jede und jeder von uns schon mal etwas vom sogenannten Arbeitsstrich gehört oder eine Reportage dazu gesehen. Gleiches gilt für die Zwangsprostitution von Kindern und Erwachsenen. Auch die Tatsache, dass die Opfer dieser Ausbeutung in den ärmsten Ländern rekrutiert, dass ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben gnadenlos ausgenutzt werden, dürfte nicht neu sein. Susanne Saygin hat all diese Informationsbrocken nach mehrjähriger Recherche zu einem beeindruckenden und beängstigenden Bild verwoben. Zwar betont Susanne Saygin, dass Handlungen und Personen frei erfunden sind und dass sie kein Sachbuch geschrieben hat, aber vieles aus Feinde kann ich mir erschreckend problemlos genau so vorstellen. Auch, dass prominente Verbrecher politisch gedeckt werden. DIESE REALITÄT MACHT ANGST Feinde von Susanne Saygin hat mich abwechselnd traurig und wütend gemacht. Die Story hat mich frustriert und mir Angst gemacht. Weil sie so realistisch ist, weil sie Abgründe zeigt, für die ich mich im Alltag blind stellen kann, wenn ich es möchte. In diesem Buch werden sie so grell ausgeleuchtet, dass die Leserinnen und Leser sich ihnen stellen müssen. Was ich sehr gut und sehr wichtig finde, was aber empfindsame Gemüter vielleicht überfordern könnte. Dafür bekommt Feinde von Susanne Saygin eine absolute Leseempfehlung von mir.

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In Köln werden zwei Getötete in morbider Stellung gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um zwei Roma-Jungs handelt, die vom Arbeiterstrich gekommen sind. Doch die anderen Roma schweigen. Der 46-jährige Can Arat bringt einen Jungen dazu, doch auszupacken. Gemeinsam mit seiner Chefin sind sie einem Menschenhandel auf der Spur, der in politisch hohe Kreise reicht und kaum Aussicht bietet, den Schuldigen zu bestrafen. Doch Can lässt sich nicht einschüchtern und ermittelt privat weiter. Dazu fährt er bis nach Bulgarien, die Route der Roma-Arbeiterstrichjungen. Susanne Saygin hat mit "Feinde" nicht nur einen spannenden, erschreckenden Thriller geschrieben, der - bis auf ein paar Stellen der Nebensächlichkeiten, die die Handlung etwas stocken lassen - unterhaltsam zu lesen ist, sondern greift mit diesem Buch wirklich heiße Eisen an. Denn zwischen den Zeilen steckt wahnsinnig viel Kritik und die tritt nach allen Seiten aus. Die Rechten kommen verständlicherweise nicht gut weg, sie werden als hirnlose Schlägertypen in Chinohosen gezeigt. Aber auch die Linken bekommen einiges vor dem Bug: Denn Saygin zeigt, dass es mit Gutmenschentum nicht getan ist, dass das Problem der Migration- und Flüchtlingspolitik hausgemacht und gewollt ist, und viel tiefer sitzt. Dass EU-Subventionen die Armut fördern und überhaupt, dass wir alle mal nachdenken und genauer hinsehen sollten. Denn wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Und der macht aus Armut richtig viel Kohle. Hier in "Feinde" sind es die Roma, die auf der Strecke bleiben oder tot auf dieser Balkanroute aufgefunden werden. Oder eben in Köln. Ein sehr mutiges Buch über ein absolut wichtiges Thema, das tief blicken lässt und so einiges erklärt. Und dazu noch sehr unterhaltsam zu lesen, denn dieser Can ist eine coole Socke, könnte man sagen. Und dass er auf Alleingang macht, macht ihn noch sympathischer. Dazu noch diese unzensierte Sprache zwischendurch (seine Chefin Simone wird als "Kampflesbe" bezeichnet, die Roma als "Zigeunersoße", Can selbst als "Kanake") macht diesen Thriller erschreckend lebendig und etwas derb zu lesen. Für mich das wahrscheinlich wichtigste Buch des Jahres im Krimiregal. Lesen!

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Buch und Büro Ute Schmid

Von: Bianca Schmid-Paech aus Hilpoltstein

05.02.2018

Ungeschminkter „Kölnkrimi“ mit sozialem Brennpunkten, eingebettet in eine Beziehungskiste.

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Buchhandlung Vielseitig

Von: Beate Rohé aus Hanau

22.01.2018

Susanne Saygin – ein neuer Stern am Krimihimmel!

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Welsch Bücher erleben

Von: Hildegard Trant aus Homburg

22.01.2018

Ich bin begeistert von diesem Buch. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert: Buch aufgeschlagen, zu lesen begonnen, hängen geblieben. Woran das genau lag, weiß ich nicht. Vielleicht am guten Erzählton? An der vielschichtigen Geschichte? Den überzeugenden Protagonisten? Daran, dass ich mich in Köln ein bisschen auskenne? Egal, "Feinde" ist wirklich mal was ganz anderes und überragt die nach diversen Schreibmustern verfertigen "Normal-Thriller" haushoch. Er ist klüger, informativer, menschlicher. Er weist auf himmelschreiende Ungerechtigkeit und menschenverachtende Praktiken in der Wirtschaft hin und beleuchtet kriminelle Netzwerke. Gleichzeitig hat er ganz viel Atmosphäre. Wer da nicht ins Grübeln gerät, hat einen Betonkopf und ein kaltes Herz. Ein ganz großer Wurf, der die 5 Sterne wirklich verdient.

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