Leserstimmen zu
Gespräche mit Freunden

Sally Rooney

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Now also available in German! This book is dangerously addictive and strangely fascinating, and the true riddle at its core is how Sally Rooney achieves these effects with a text that mainly consists of dialogue, with very sparse atmospheric descriptions, and with a story that is certainly not fast-paced or original. Rather, the focus is on introspection and the attempt to connect to other people in various ways, and Rooney manages to render the situations she describes unsettlingly relatable - what might be a mundane story arc for a literary character is an existential experience for the individual depicted, and Rooney makes the reader feel for her protagonist while at the same time capturing our current cultural moment. Our main character and narrator is Frances, a student at Trinity College (which Rooney herself attended) who has a working class background and enjoys performing spoken word poetry with her friend (and ex-girlfriend) Bobbi. At such an event, they meet Melissa, a journalist, and later her husband Nick, and they befriend the couple who is about ten years their senior. What comes next is to be expected: Frances has an affair with Nick, a depressed actor in crisis, and frankly, not much more happens, but Rooney does a fantastic job depicting Frances' feelings and decisions in the light of current discussions and themes in the context of feminism, moral values, and love. We also get numerous scenes describing Frances' experiences as the kid of divorced working class parents who as a student - struggling to make ends meet - is thrown into a world populated by people with different backgrounds and thus attitudes. It is a real pleasure listening to Rooney's language, which, while not lyrical or exuberant, is witty, smart and precise - this is a book with lots of dialogue written by a former European debating champion. There is something cool and sometimes even pleasantly deadpan about the delivery of the whole book, which tends to stand in vibrating juxtaposition to borderline pretentious statements uttered by some characters, many of them over-edcuated (if there even is such a thing), but limited when it comes to their emotional repertoire. Then again, we all have limits when it comes to our emotional expertise, the differentiating question is mainly where those limits lie, in this book just as in real life. A pretty great book, and I guess I have to read Normal People now. (I listened to the German audiobook; Zoë Beck's translation flows wonderfully and Dagmar Bittner does a great job reading the text.)

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Die irische Schriftstellerin Sally Rooney ist zumindest in der englischsprachigen Literaturwelt schon so etwas wie die Newcomerin der letzten Jahre, sowohl von der New York Times als auch dem Independent oder der Sunday Times gefeiert und ihr zweiter Roman Normal People stach in 2018 sogar Michelle Obamas Autobiografie als Buch des Jahres in Großbritannien aus. Doch was hat es mit der neuen Stimme der Generation oder wahlweise auch der wichtigsten Stimme der Millennialliteratur (Independent) auf sich?! Zur deutschen Erstveröffentlichung von Gespräche mit Freunden im Luchterhand Literaturverlag haben wir uns den Debütroman von Sally Rooney vorgenommen. Frances ist Studentin in Dublin, Scheidungskind, 20 Jahre alt, hübsch, intelligent und solo. Gemeinsam mit ihrer besten/Ex-Freundin Bobbi tritt sie bei Spoken-Word-Events auf und hat sich in der örtlichen Szene damit schon einen Namen gemacht – was die 37-jährige Journalistin und Fotografin Melissa auf sie aufmerksam macht. Sie lädt die beiden zu sich nach Hause ein und während sie mit Bobbi zu flirten beginnt, baut sich zwischen Frances und Melissas Mann Nick eine Spannung auf, die in einer Affäre mündet. Doch auch wenn sie zusammen eine gute Zeit haben, liebt Nick noch seine Frau, wobei es Frances stört, dass sie dieser Fakt stört. Ist sie nicht frei, jung und alternativ und findet ihre eigenen Wege und Wahrheiten? Die heutige Jugend ist so aufgeklärt wie keine zuvor, hat alle Möglichkeiten und versucht immer ihre eigenen Wege zu gehen – egal ob es um Kommunikation, Beziehungsformen, sexuelle Identität, Meinungen zum Weltgeschehen oder allgemein alles, aus ihrer Gefühls- und Wahrnehmungswelt geht. So ist Frances hoch gebildet, sensibel, selbstbewusst, hat eine starke Persönlichkeit und ein klares Weltbild – um aber im nächsten Moment alles zu hinterfragen, unsicher zu sein und unfähig mit ihren Gefühlen umzugehen. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern, besonders zu ihrem Vater ist gestört und als es ihr schlecht geht ist sie auf einmal komplett allein – auch wenn sie mit Internet, Handy, Mails und Co so vernetzt ist wie wahrscheinlich wenige Generationen vor ihr. Während das Grundgerüst der Geschichte von Sally Rooneys Roman gefühlt schon sehr oft da war, ist es ihr unverblümter Schreibstil, der auch komplett auf die Abgrenzung von gesprochenem Wort zu Erzählung oder Gedachten verzichtet, der einem kaum mehr losläßt und einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Zuerst wirkt ihr Stil dabei schroff, die Sätze einfach flapsig auf die Seite geworfen, geradezu roh und auch die Form lässt einen teilweise zu Beginn erstmal Sätze mehrfach lesen. Doch nach wenigen Seiten schon ist man ganz diesem Stil verfallen und entdeckt an jeder Ecke neue Facetten an den Figuren, die sich irgendwie mit aller Macht aus vorgefertigten Charakter-Schablonen heraus entwickeln wollen, um dann im nächsten Moment zu stolpern, auseinander zufallen und alles in Frage zu stellen. Nicht zu unrecht wird Rooney daher auch immer wieder mit der amerikanischen Produzentin, Autorin und Darstellerin Lena Dunham verglichen, deren Figuren in ihrer HBO-Serie Girls ähnlich unperfekt ihren eigenen Weg suchen und deren Weg auch immer wieder gerade auch durch das Scheitern charakterisierend wird. Somit ist Gespräche mit Freunden eine kleine Geschichte voller Hürden, Emotionen und der Suche nach dem ganz eigenen Weg zum Glück, mit Umwegen.

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Mit einundzwanzig liegt die große Welt noch vor einem. So auch vor Frances, Litersturstudentin und angehende Schriftstellerin aus Dublin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Bobbi tritt sie bei Poetry Slams auf, sie werden bewundert, bejubelt. Aber das ist nur wegen Bobbi, die sofort jeden verzaubert mit ihrer Schönheit und Offenheit. Neben ihr bleibt Frances blass, denkt sie. Als die Fotografin Melissa ihnen anbietet, ein Porträt über sie zu machen, öffnet sich eine neue Welt für die junge Frau aus bescheidenen Verhältnissen. Während die Uni in die Sommerpause geht, bewegen sich Bobbi und Frances sich plötzlich in der Welt der im Kunst- und Literaturbetrieb bereits Arrivierten. Scheu bewundert Frances diese Menschen, die sie um ihr Leben beneidet. Zurückhaltend und kühl erscheint sie, um ihre Unsicherheit und Selbstzweifel zu verdecken und doch interessiert man sich für sie, vor allem Nick, Melissas gutaussehender Ehemann, und völlig unvorbereitet wird Frances von ihren Gefühlen überrannt. Die irische Autorin Sally Rooney gilt als der neue Star am Literaturhimmel, das Feuilleton bejubelt sie und ihr Debutroman war gleich für mehrere Preise nominiert. Man kann nur spekulieren, wie viel von ihrer Protagonistin Frances selbst in ihr steckt, viele Parallelen liegen auf der Hand und eines lässt sich ganz sicher sagen: sie ist eine der stärksten Stimmen ihrer Generation, und das, was sie mit ihrem Debut abliefert, schraubt die Erwartungen an die folgenden Werke hoch. Einen Sommer und den Anfang des Herbstes begleitet die Geschichte Frances. Auch wenn die weiteren Figuren, Bobbi und vor allem auch das komplizierte Verhältnis von Melissa und Nick, durchaus auch viele interessante Aspekte liefern, so dreht sich doch allen nur um die Gedankenwelt der jungen Studentin. Viele Bücher gibt es, die die Unsicherheit einer jungen Frau, vor allem auch gegenüber älteren und selbstbewussteren Frauen, thematisieren. Rooney gelingt es aber insbesondere Frances‘ Gedankenstrudel einzufangen und dabei den Leser mitzunehmen. Man betrachtet sie nicht nur von außen, das Mädchen, das erst erwachsen werden und lernen muss, ihre Wirkung auf andere richtig einzuschätzen. Viel mehr hat man das Gefühl direkt in ihr zu stecken und die widersprüchlichen Emotionen mit ihr zu durchleben. Es ist ein besonderer coming-of-age Roman, der insbesondere durch das Milieu ein ganz eigenes Flair entwickelt. Frances‘ Reflektiertheit steht ihr bisweilen im Weg, alles zu analysieren und zu hinterfragen, hält sie bisweilen vom Leben ab und treibt sie in einen gefährlichen Strudel. An dieser Stelle hat mich die junge Autorin ganz besonders überzeugt: ihr ist es gelungen, psychische Ausnahmezustände und auch manifeste Erkrankungen in einer ausgesprochen unaufgeregten Weise in die Handlung einzubauen, so dass diese nicht als Determinante der Figur erscheinen und diese dadurch nicht als bemitleidenswertes Opfer gezeichnet wird. Charakter und Persönlichkeit treten nicht hinter diese zurück, sondern nehmen sie als eine Facette auf. Es genügen wenige Seiten und man wird von dem Sog, den der Roman entfaltet, mitgezogen. Ihr Stil ist ironisch bis metaphorisch und vor allem sehr reflektiert. Dazu bietet sie neben der Haupthandlung unzählige Themen und Denkanstöße, die die Breite ihres Repertoires nur noch weiter unterstreichen. Zweifelsfrei einer DER Romane 2019.

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Distanziert und doch ergreifend

Von: Tanja

20.07.2019

In Sally Rooneys Debüt Roman geht es um drei Frauen und einen Mann, die in unterschiedlichsten Beziehungen zueinander stecken. Es gibt keine wörtliche Rede im Buch und die Erzählperspektive ist eine der jungen Frauen, die alle Unterhaltungen erzählt. Die Gefühle der anderen Protagonisten bleiben dadurch fern und auch die Erzählerin selbst wirkt kühl und distanziert. Die Gruppengespräche, die über Politik und Zeitgeschehen gehen, fand ich sehr abgehoben. Die Wortwahl ist so komplex, dass ich oft nicht verstand, worauf sie hinaus wollen. Wirklich interessant sind nur die beziehungsinternen Gespräche. Für mich entstand dadurch die ein oder andere Länge. Ich hatte ein hin und her Spiel und viele intime Gespräche erwartet und eine lange Zeit voll Unwissenheit und ungeklärten Beziehungen. Es ist aber im Grunde sofort klar, wer wen will und auch die Spielregeln dafür werden deutlich kommuniziert. Das wirklich spannende passiert dann in den einzelnen Paarbeziehungen. Die dort geführten Unterhaltungen sind, was mich am Roman fesselte. Auf subtile Art schafft es Rooney damit uns den Spiegel vorzuhalten. Sie wirft einen indirekten aber sehr kritischen Blick auf unsere Gesellschaft mit deren Werten und Normen. Ein Buch, das nachhallt. Lesenswert!

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Ein tolles Buch!

Bücherladen Carol Forster

Von: Melina Cajochen aus Appenzell

07.05.2019

Sally Rooney schafft das, was über ganz viele sogenannte Jung-Autorinnen auf Buchrücken behauptet wird: Sie fängt ein aktuelles Lebensgefühl ein und stellt dieses klar in seiner Unklarheit dar. Und das alles ausgepackt in einer guten Geschichte – erzählen kann sie also auch noch! Supersuper, ein Buch, über das man sprechen will, ein Lesegruppenbuch, ein Paarbuch, ein Freundebuch, ein Buch fürs Jetzt.

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Verschlungen

Köhl. Die Buchhandlung KG

Von: Brigitte Drees aus Erftstadt

24.04.2019

Spielarten der Liebe! Exorbitant !

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