Leserstimmen zu
Gespräche mit Freunden

Sally Rooney

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„Gespräche mit Freunden“ von Sally Roony ist ein Roman über Frances, eine 21 jährige Studentin, die mit ihrer Freundin Bobbi ein 10 Jahre älteres Ehepaar, Melissa und Nick, kennenlernt. Der Altersunterschied scheint kein Problem darzustellen, es entwickelt sich eine Freundschaft. Die Geschichte ist relativ simpel, es geht um Freundschaft, Verliebtsein, Untreue, aber für mich in erster Linie um die Unsicherheiten mit Anfang 20, das Ausprobieren, Selbstzweifel, die Unerfahrenheit, einfach jung sein. Der Roman ist sehr gut geschrieben, er ist sensibel und eine Geschichte, die, meiner Meinung nach, vor allem junge Leserinnen anspricht. „Gespräche mit Freunden“ ist aber auch für ältere Leserinnen zugänglich, man hat nicht das Gefühl, sich nicht hineinversetzen zu können. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!⭐️⭐️⭐️⭐️

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Dieses Buch hat einen ziemlichen Hype ausgelöst und ich war sehr neugierig darauf, es zu lesen. Es hat eine Weile gedauert, bis es mich in seinen Bann gezogen hat, dann jedoch mit voller Wucht. 384 Seiten lang habe ich die 20jährige Frances begleiten dürfen und dabei viel über ihre Gedanken zu Liebe, Freundschaften, Beziehungen, Geld, Macht, Kapitalismus und Krankheit erfahren. Ihre Gedanken sind klug, sie ist reflektiert, aber eben auch jung und teilweise überfordert mit dem Leben und seinen Herausforderungen: "Manchmal kam es mir so vor, als würde ich es nicht schaffen, mich für mein eigenes Leben zu interessieren, und das deprimierte mich." Die Handlung ist fast banal: Eine junge Frau verliebt sich in einen deutlich älteren, verheirateten Mann und beginnt eine Affäre mit ihm. Es ist nicht die Handlung, es sind die Dialoge und die Sprache, die dieses Buch so besonders machen und das Lebensgefühl Anfang Zwanzig auf den Punkt bringen: „Das nicht existente Baby ging in eine neue Kategorie der Nichtexistenz ein, das heißt, es gehörte nun zu den Dingen, die nicht aufgehört hatten zu existieren, sondern tatsächlich niemals existiert hatten. Ich fühlte mich dumm, und die Vorstellung, dass ich je schwanger gewesen war, schien jetzt wehmütig naiv.“ Die Dialoge sind brillant, egal ob sie zwischen Frances und ihren Freund*innen, ihren Eltern oder dem Arzt stattfinden, der sie wegen ihrer schlimmen Unterleibsschmerzen untersucht. Als ich das Buch zugeklappt habe, hatte ich das Gefühl Frances und ihre Mitmenschen über einen längeren Zeitraum "belauscht" zu haben. Ich mag es, mit Menschen verschiedenen Alters in Kontakt zu sein und bin dankbar, sowohl gleichaltrige, jüngere, sowie ältere Freund*innen zu haben. Dieses Buch war für mich so lesenswert, weil es mich mit der Lebenswelt einer 20jährigen in Berührung gebracht hat, ohne mich anzustrengen oder banal zu wirken.

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Frances ist eine 21-jährige Studentin, als sie zusammen mit ihrer besten Freundin Bobbi das Ehepaar Melissa und Nick kennen lernt. Melissa und Nick sind um einige Jähre älter als die beiden Studentinnen, Nick ein semi-erfolgreicher Schauspieler. Aber weder das Alter noch die unterschiedlichen Lebenssituationen sind ein Problem für die vier, sie treffen sich immer öfter, sie trinken und essen zusammen, führen Gespräche über das Leben, doch im Luft liegt etwas schwereres, etwas knisterndes und funkelndes… Ich habe schon, bevor ich es gelesen habe, viel zu viel über dieses Buch gehört, es wurde teils überschwänglich gelobt. Wird es diesem Hype gerecht? Vielleicht nicht ganz, ein grundsolides Buch ist es aber trotzdem. Es passiert im Grunde nicht sehr viel, doch diese etwas triviale Geschichte über die Macht der Anziehungskraft, Untreue und Beziehungsgeflechte, ist sprachlich ganz fabelhaft verpackt. Es kam bei mir keinerlei Langeweile auf, teilweise habe ich mich wiedererkannt, mein junges, zweifelndes Selbst von vor 10 Jahren, und die Dialoge und Themen genossen, die angeschnitten wurden: Liebe, Eifersucht, innere Zerrissenheit, Stolz und Depression sind nur einige der Gefühle, durch die uns die Protagonistin führt. Wer mit weniger Informationen an die Geschichte herangeht, der wird belohnt.

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Die junge Frances driftet durchs Leben, studiert und jobbt, hat aber kein richtiges Ziel. Gemeinsam mit ihrer Freundin und ehemaligen Partnerin Bobby nimmt sie an Poetry Slams teil, wobei sie in erster Linie für das Schreiben der Texte verantwortlich ist. Eines Tages lernen die beiden das Ehepaar Melissa und Nick kennen, sie Autorin, er Schauspieler. Die beiden sind weltgewandt, erfolgreich und einige Jahre älter als die jungen Frauen. Während Bobby sich zu Melissa hingezogen fühlt, beginnt Frances eine Affäre mit Nick. Doch bald schon ist Nick für Frances mehr als nur ein Liebhaber. Die irische Schriftstellerin Sally Rooney wird gerade auf Instagram und co. sehr gehypt, und ich kann gut verstehen warum. Sie schreibt über junge gebildete Menschen, über unangepasste Frauen und verhängnisvolle Beziehungen und hat dabei einen eingängigen angenehmen Schreibstil. Ihre Charaktere sind dreidimensionale Unsympathen, und selbst Hauptfigur Frances war mir bis zum Ende nicht wirklich sympathisch. Allerdings stört mich das gar nicht, Figuren mit Ecken und Kanten sind mir lieber als Mary Sues. Man könnte dem Buch vorwerfen, intelektueller sein zu wollen, als es ist, aber ich mochte die Art, wie Rooney erzählt. Etwas frustriert hat mich lediglich das Ende, welches ich aber natürlich nicht verrate. Davon abgesehen war das Buch unterhaltsam, überzeugte mich mit starken Charakteren und einer unvorhersehbaren Handlung. Von Frau Rooney würde ich gerne mehr lesen.

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Die introvertierte Frances (21) studiert am Dubliner Trinity College, schreibt Poetry und performt diese bei Spoken-Word-Veranstaltungen in Dubliner Pubs. Zusammen mit ihrer kontaktfreudigen Ex Bobby. So lernen die beiden jungen Frauen Journalistin Melissa (37) und deren gutaussehenden Mann (32) kennen. Während Melissa ein Porträt über das literarische Duo schreibt, lernen sich alle Vier kennen. Und lieben. Vergöttert Bobby Melissa, kommt Francis dem stillen Schauspieler Nick immer näher. Die Handlung könnte abgedroschener nicht sein. Eine junge Frau verliebt sich in einen weit älteren Mann. Eine Affäre beginnt. Warum also handeln große Teile der Literaturwelt „Gespräche mit Freunden“ als den heißen Scheiß der Millennium-Generation? Warum sorgt das Debüt der Irin Sally Rooney (Jahrgang 1991) für solch ein Aufsehen? So glasklar, dass Splitter fliegen Rooneys gibt einer jungen Frau eine Stimme, die wir sonst nicht hören würden. Einer jungen Frau, die mit sich selbst nicht im Reinen ist. Die kein Ziel hat. Die hadert und zweifelt und ihren Weg nicht kennt. Die viel zu klug für die Welt ist und doch – oder gerade deswegen – unzulänglich im Umgang mit Menschen. Die sich abschirmt, unsicher ist und cool wirken will. Die Mauern baut, um nicht verletzt zu werden. Und sich weh tut, um sich zu spüren. Die denkt, nichts wert zu sein. Anti-Heldin Francis verkörpert die selbstzerstörerische Zerrissenheit der Jungend so treffend, dass es schmerzt. So glasklar, dass Splitter fliegen. Dabei ist es kein Zeitgeist. Junge, gebildete Menschen, die Zeit zum Denken und für Müßiggang besitzen, denken diese Gedanken in jeder Generation. Herrje, ich bin 40 und sah mein rauchendes 21-jähriges Ich mit Kommilitonen über soziale Ungerechtigkeit, intellektuelle Diskrepanzen und polyamore Liebe philosophieren. Die Ähnlichkeiten sind unheimlich. All die Gedanken, die Francis denkt, sind mir bekannt. Oder besser, sie waren mir bekannt. Denn die Zeit schliff die Kanten der Splitter rund. Fügte Scherben zusammen. Machte mich gnädiger und sanfter. Lässt mich netter über mich und die Menschheit denken. Meist. Auch Frances beginnt diese Entwicklung. Am Ende ihrer Erzählung. Was Rooneys Debüt zu einem klassischen Entwicklungsroman macht. Fragt man die 1968er oder Zeitzeugen der 1920er, werden diese Ähnliches berichten können. Genauso wie die Erben wohlhabender Händler und die Kinder des Adels vergangener Jahrhunderte. Es war schon immer das Vorrecht der Jugend, alles besser zu wissen, als die Alten. Dennoch wirkt Frances Stimme frisch, fast revolutionär. Essenz der jungen, gebildeten Weiblichkeit Zumindest die Frage, wie feministisch sie sein muss, wie sehr eine junge Frau den Mann an sich hassen „muss“, ist in ihrer Reichweite und Intensität eine Frage unserer Zeit. Zu all den intellektuellen Problemen, die Frances als junge, moderne Frau mit sich herumträgt, gibt Rooney ihrer Protagonisten noch ein ganz reales weibliches Leiden mit auf den Weg. Endometriose – eine Krankheit, unter der immerhin 10 bis 15 % aller Frauen leiden. So ist Frances die Essenz all der Herausforderungen, Reizüberflutungen, moralischer Bürden und Gender-Debatten, die heute über die Heranwachsenden der gebildeten, gutbürgerlichen Mittelschicht hereinbrechen. Weckt Verständnis Ich fand die Gedankengänge interessant; Frances Zerrissenheit glaubwürdig. Auch wenn ich mich während des Lesens überwiegend zu alt für die Lektüre hielt, zu weit weg, weckte sie doch Verständnis für die jungen Frauen von heute. Weckte Erinnerungen an mein jüngeres Ich. Auch wenn ich dieses jüngere Ich heute gerne schütteln würde und ihm sagen möchte: „Denk nicht so viel. Das Leben wird es fügen. (Und man, wärst Du fasziniert, was aus Dir werden wird…)“ Schriftstellerisch ist Rooney ein Naturtalent. Auch wenn mich die Ich-Erzählweise mit der konsequenten indirekten Rede anstrengte: Die Metaphern reiche Sprache ist ein Genuss. Durch Frances Gedanken zu blättern erschreckend beklemmend und authentisch. Und so schwer die Kost sein könnte, so leicht ist sie dann doch. Leicht fließen die „Gespräche mit Freunden“ dahin und wir belauschen sie dabei.

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Schwacher Spannungsbogen

Von: Newspaper aus Krefeld

30.09.2019

Inhalt: „Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen … Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.“ Schreibstil/Art: Die Persönlichkeiten der vier Hauptprotagonisten sind eigenwillig, teils unnahbar und unantastbar und teils provokativ aber stellenweise auch schwach gezeichnet. Eine Beziehung konnte ich leider zu keinem aufbauen obwohl das Buch aus Frances Perspektive geschrieben ist und man meinen müsste, dass es dadurch persönlicher wirkt. Da ich sie aber gelegentlich ziemlich anstrengend und naiv fand, störte mich ihre Sichtweise und Einstellung. Vor allem weil es sich meistens doch nur um ihre Befindlichkeit drehte und der Leser gar nicht die Chance hatte die Gedankengänge der anderen nach vollzuziehen. Die Personen sind zu sehr auf Distanz gehalten. Bei den Dialogen hätte ich mir das Gesprochene in Anführungszeichen gewünscht. Die Sprache hat mir gut gefallen; modern und flüssig. Aktuelle Themen wurden mit eingebunden und in Form von Gesprächen, E-Mail- und SMS Verkehr ausgetauscht. Fazit: Anfangs fand ich es noch interessant zu lesen, wie sich die Einzelbeziehungen entwickeln. Vor allem zusehen wie Melissa, Nick, Bobbi und Frances sich das Leben schwer machen, denn unausgesprochenes verkompliziert doch so einiges. Aber irgendwie habe ich mehr erwartet, mir fehlte die Spannung. Manches ist und bleibt für den Leser unplausibel und nicht nachvollziehbar. Ab und an fand ich den Inhalt fragwürdig, da ich oftmals den Entscheidungen nicht zustimmen konnte. Für alle die ein unkompliziertes und ruhiges Buch suchen, ist es passend. Leser die Spannung erwarten, bekommen diese hier leider nicht geboten.

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Eigentlich erzählt dieser Roman sehr triviale Beziehungsgeschichten. Eigentlich. Und dann schaut man genauer hin und bemerkt den feinen Unterschied. Natürlich geht es voranging darum wer mit dem und welcher Zuneigungsgrad aktuell ist. Wenn man dann auch noch in Betracht zieht, dass zwei von 4 Hauptpersonen Collagstudentinnen sind, dann könnte man geneigt sein das Buch nicht mal aufzuschlagen. Aber dann tut man dem Roman unrecht, denn der Unterschied zu anderen Romanen die auf den ersten Blick einen ähnlichen Plot haben, ist enorm. Die Autorin Sally Rooney bringt uns diese Geschichte nicht durch eine klassische narrative Erzählweise näher, nein, sie skizziert ihre Gespräche. Daher ist der Titel auch absolut passend gewählt. Die 4 wichtigsten Personen sind im ständigen Kontakt miteinander und tauschen sich aus. Sally Rooney beschreibt aus der Sicht einer der Collegestudentinnen, Frances, wie gesprochen wird, welche Tonlage angeschlagen wird, welche Körpersprache zum Einsatz kommt. Dann kommt noch hinzu, dass dieser Roman mit den Beziehungen die dort geführt werden, das klassische bekannte Lebensmodell, Mann und Frau in einer Ehe, in Frage stellt. Der Roman eröffnet den Blick auf neue Beziehungsmöglichkeiten und lässt es so normal erscheinen. Für viele ist es so, aber ich glaube für ganz viele leider noch nicht. All das macht den Roman so anders und ein Stück mehr Literatur als nur Schmöker. Allerdings muss ich auch zugeben, dass meine Erwartung an den Roman immens hoch war, da die britische Presse und Literaturszene diesen Roman in den Himmel gelobt haben. Die Latte lag leider etwas zu hoch durch die vielen überpositiven Stimmen. Wer mit weniger Informationen an den Roman herangeht wird belohnt. Die Übersetzung ist von der mit sehr geschätzten Zoe Beck hervorragend gelungen. Fazit: Wann habe ich zum letzten Mal ein Gespräch mit Hingabe mit einer/m Freund/in geführt? Der Roman inspiriert zum näheren und ehrlichen Austausch mit den wirklich wichtigen Menschen im Leben. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Frances ist 21, studiert in Dublin und präsentiert Lyrik zusammen mit ihrer besten und zugleich Ex-Freundin bei Spoken-Word-Veranstaltungen. So lernen die beiden die 37-jährige Melissa und ihren Mann Nick kennen. Die beiden sind fasziniert von dem Paar, angezogen von der Präsenz, die die beiden ausstrahlen. Und Frances verliebt sich Nick. Sally Rooney entwirft eine Geschichte um ein ungewöhnliches Vierergespann, mitten drin eine junge Frau auf der Suche nach Liebe, Erkenntnis, aber vor allem sich selbst. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Sally Rooney trifft den Nerv einer Generation, naiv und dreckig, kultiviert und rotzig zugleich. Man merkt dem Werk an, dass es von einer jungen Frau geschrieben wurde, aber im positiven Sinne - Jedes ihrer Motive repräsentiert den Zeitgeist. Manchmal hatte ich den Eindruck, die Gefühlswelt der Protagonistin blieb zu blass. Bedenkt man allerdings, dass Frances ihre eigenen Gefühle ausgrenzt, sich selber am liebsten nicht spüren will, ergibt sich ein sehr stimmiges Bild. Schmerzen, Liebe und vor allem Unsicherheit brodeln unter der Oberfläche. Sie werden nicht gedacht, sondern durch sehr präzise, aber feine Handlungsmotive inszeniert. Rooney erwartet mit ihrem Debüt nicht zu viel von der Leserin, gibt dafür umso mehr: ein binge-read Roman, der sein Niveau konstant zu halten versteht.

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