Leserstimmen zu
Dann schlaf auch du

Leïla Slimani

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Taschenbuch
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Paris, 10. Arrondissement: Myriam und Paul, ein absolutes Traumpaar, führen ein scheinbar perfektes Leben mit ihren Kindern Mila und Adam. Die junge Mutter, als Hausfrau zwar überfordert, aber dennoch nicht ausgelastet, beschließt ins Arbeitsleben zurückzukehren. Nach langer Suche wird die 40-jährige Louise als Kindermädchen eingestellt. Sie scheint ein echter Glücksgriff zu sein: Die Kinder lieben sie und für die Eltern wird sie unentbehrlich. Niemand merkt, wie Louise im Leben dieser kleinen Familie die Kontrolle übernimmt und die Katastrophe ihren Lauf nimmt… Lëila Slimani verwendet in ihrem Thriller ein seltenes Stilmittel: Sie beginnt mit dem schrecklichen Ende der Geschichte und erweist sich als grandiose Erzählerin, da es trotzdem gelingt den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Auch die gesellschaftspolitischen Probleme der Klassenunterschiede zwischen den schicken Pariser „bourgeoise Bohemiens“, kurz Bobos genannt, und ihren sozial eher benachteiligten Mitbürgern lässt die französisch-marokkanische Schriftstellerin gekonnt einfließen. Eins ist jedenfalls klar: Nach dieser Lektüre kann man (erstmal) keinem Kindermädchen mehr vertrauen. Gründe für diese entsetzliche Tat werden nicht genannt. Betrachtet man allerdings die schwierigen Lebensumstände von Louise, die zudem noch in schrecklicher Einsamkeit lebt, ertappt man sich sogar dabei, einen Hauch Mitgefühl zu verspüren. Die Erzählweise dieser Geschichte hat mich total gefesselt. Die Art und Weise, wie sich die offensichtlich perfekte Nanny in perfidester Manier in das Leben der Massés drängt und sich zum Teil der Familie macht, hat mir kalte Schauer über den Rücken gejagt. Ein außergewöhnliches und zutiefst erschütterndes Buch, das vollkommen zu Recht mit dem Prix Goncourt 2016 ausgezeichnet wurde! Gänsehautliteratur!

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