Leserstimmen zu
The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn

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Endlich bin ich mit diesem Buch fertig und kann meine Meinung dazu an euch weitergeben! Ja, wie es sich anhört, habe ich ziemlich lange dafür gebraucht das Buch durchzulesen, naja eigentlich durchzuhören. Ich habe das Audiobuch von Random House Verlag bekommen (vielen Dank an sie für die Unterstützung! :) ). Es ist von Nina Kunzendorf gelesen. Ihr denkt bestimmt; naja, eigentlich hast du keine Ausrede um so lange dafür zu gebrauchen. Hörbücher kann man immer hören und mit andere Tätigkeiten kombinieren. Jein . . . Ich fliege normaler Weise tatsächlich durch Hörbücher durch, aber das hier war anders. Es war eine CD, das heißt, ich brauchte immer mein Laptop dafür und konnte es jetzt nicht nach draußen mitnehmen (außer ich ziehe die ganze Datein auf dem Handy, was mein Speicher sicher nicht verkraftet hätte.) Also ziemlich umständlich Sache. Verglichen mit den Hörbüchern, die man auf Youtube zum Beispiel findet, war das ein bisschen nerviger jedes mal den ganzen Gerüst aufzubauen. Das schon mal zum Format des Hörbuchs. Inhaltlich kommen mehrere Faktoren bei der Bewertung ins Spiel. Zum einen das Lesen von Nina Kunzendorf. Ihre stimme hat das Erlebnis lebhafter gemacht. Sie konnte viele Emotionen und Stimmlagen durch das Lesen vermitteln und schaffte es differenzierte Charaktere dem Zuhörer vorzustellen. Das Buch hören zu können und nicht lesen zu müssen war auf jeden Fall eine Erleichterung und hat Spaß gemacht. Zum anderen kommt der Inhalt: Es geht um Anna Fox, die ihr Zuhause nicht verlassen kann und dadurch gestaltet sich automatisch ihre Erzählung entweder durch Beobachtungen des Außenfeld, was ich persönlich sehr spannened fand, oder Erzählung von Erinnerungen aus der Vergangenheit, was ich nicht unbedingt als fesselend empfunden habe. Die erste Hälfte des Buches ungefähr handelt von der Vergangenheit von Anna. Der Leser ist am Anfang verwirrt, weil er einzelne Scenfetzen und Gefühle hat, die er im Kontext nicht wirklich einordnen kann. Das musste man durchkauen, bevor man eigentlich zum spannenden Teil kommt. Der Spannungsbogen fängt an, als Anna diesen Überfall sieht und dem entsprechend agiert. Doch niemand in ihrem Umfeld glaubt ihr und alle werfen ihr vor, dass sie fantasiert oder auf Grund ihren Medikamente hallusziniert. Der Leser wird hier mitgenommen und weiß selber nicht, wen er glauben soll und was wirlich real ist. Alles in allem möchte ich dieses buch Thriller-Lovers empfehlen. Es hat auch viel mit Trauma, psychische Krankeit und Familie zu tun. Das Ende ist sehr spannend und unvorhersehbar! Also, gutes Buch für die winterliche Atmosphäre. ;)

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Ich habe auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahr wieder einiges an Leseproben mitgenommen. Darunter war auch eine von diesem Buch, welche ich ziemlich schnell verschlungen habe. Das Buch beginnt gleich ziemlich interessant. Man lernt Anna kennen, wie sie die Nachbarn beobachtet und was sie sonst so allein in ihrem Haus macht. Denn Anna verlässt ihr Haus nie, aufgrund eines tragischen Ereignisses. Über dieses erfährt man im laufe des Buches auch immer mehr. Somit handelt fast das ganze Buch in Anna´s Haus. Allerdings wird es trotzdem nicht langweilig. Ich fand es unheimlich interessant immer mehr über Anna zu erfahren und sie war mir auch eigentlich ganz sympatisch. Als sie dann mal wieder ihre Nachbarn beobachtet, sieht sie einen Mord, oder vielleicht doch nicht? Im Grunde dreht sich das Buch darum, was Anna nun wirklich gesehen hat. Bildet sie sich alles ein? Manipuliert man sie nur? Was ist wirklich passiert? Die Meisten glauben ihr nicht und auch ich konnte mich während des Lesens nie entscheiden., was nun wirklich passiert ist oder was sie sich vielleicht eingebildet hat. Gerade dieser Punkt hat mir sehr viel Spaß gemacht und hat auch die Spannung aufrecht gehalten. Außerdem gibt es auch einige unvorhersehbare Wendungen. Leider hat mich das Ende aber etwas enttäuscht, da ich es schon vorher geahnt bzw. richtig erraten hatte. Somit war ich nicht mehr so überrascht und begeistert. Vielleicht lese ich aber auch zu viele Thriller und entwickle da schon einen Riecher für. Außerdem fand ich das sich das Buch in der zweiten Hälfte mal eine zeit lang etwas gezogen hat, weshalb es am Ende doch einige Zeit auf meinem Nachttischchen gelegen hat. Der Schreibstil ist allerdings durchweg sehr gut und mir haben vor allem die recht kurzen Kapitel sehr gut gefallen. Das Buch kommt als Klappbroschur und ist sehr schön aufgemacht., passend zum Inhalt. Ich bin ein Fan von Covern, welche auch etwas mit dem Buchinhalt zu tun haben. Öfter greife ich auch mal zu einem Buch, gerade weil mich das Cover neugierig macht. Leider geht irgendwie bei mir ein wenig die Beschichtung/Farbe ab. Das sieht man auf dem Bild auch etwas im unteren Bereich. Dabei habe ich das Buch eigentlich nur zu Hause gelesen und behandel meine Bücher immer wirklich nett. Fazit Ein spannender Thriller mit einer wirklich coolen Idee. Allerdings für mich mit kleinen Schwächen. Für Thrillerfans aber auf alle Fälle etwas was man sich anschauen sollte. Lest doch ruhig auch mal in die Leseprobe rein.

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Meine Meinung "The woman in the window" von A. J. Finn ist das nächste Buch im Kessel der Woman/Girl-Hysterie. Thriller und Romane wie der von A. J. Finn sind zurzeit sehr populär - alle mit einer einheitlichen Grundstory: Eine Frau erlebt etwas, wird von einem Mann tyrannisiert, ein psychologischer Spannungsroman beginnt, und wir lesen eine Irrfahrt in die tiefen Abgründe der menschlichen Psyche. "The Woman in the window" vom amerikanischen Schriftsteller A. J. Finn, der den Roman auf Grund seiner bipolaren Störung verfasst hat, ist ein recht korpulentes Buch mit tollem, mysteriösen Cover. Auch der Klappentext klang sehr spannend. Zunächst mal befasse ich mich umgehend mit dem Schreibstil, der, und das ist wirklich ehrlich gemeint, einfach für einen Thriller, für einen Spannungsroman, erste Klasse ist - kurz und knackig, parataktischer Stil, auf einer niedrigen Abstraktionsebene. Der Autor kann schreiben - definitiv! Er schreibt flüssig, prägnant, mit einer gewissen Dramatik, psychologisch grandios und setzt die Heldin - Anna – perfekt in Szene. Immer wieder wird der Schreibstil von Chatfenstern unterbrochen, und wir erhalten einen Einblick in die therapierende Arbeit von Anna Fox, die seit vielen Monaten ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat und an der sogenannten Agoraphobie leidet - das krasse Gegenteil zur Klaustrophobie, der Angst vor engen Räumen. Anna also hat Angst vor dem Draußen. Sie ist innerlich, psychisch gebrochen und wagt keinen Fuß mehr nach draußen. Durch die Protagonistin lebt der Autor, der dadurch seine Ängste und Sorgen laut einem Interview verarbeiten konnte. Die schwer geschädigte Anna also ist ein Individuum ohne Klischees und stereotypen Merkmalen. Humorvoll, wortgewandt, frech. Soviel dazu. Jetzt aber das Übelste an der ganzen Sache: Ein guter Schreibstil und eine tolle Figur ist ja schön und gut, wenn sich aber die Story so unglaublich skrupellos in die Länge zieht, hilft alles nichts mehr, und die Leselust fällt rapide in den Keller. Ich habe mit großen Erwartungen das Buch begonnen. Es ließ sich auch sehr schnell lesen, keine Frage. Durch die kurzen Kapitel und den dreiseitigen Pausen kam man schnell voran, auch habe ich die ersten 100 Seiten gerne gelesen, doch bis wirklich etwas passiert und bis wir uns dem Konflikt nähern, vergehen nochmals 60 Seiten, und bis alles in Fahrt kommt ist man schon bei der Hälfte des Buches. Den Rest habe ich nicht mehr mitbekommen, da ich das Buch ab Seite 240 abgebrochen habe. Ich habe fast die Hälfte des Buches gelesen, und es ist - außer zwei kleine außerordentliche Erwähnungen, kaum etwas passiert, was mir wirklich Gänsehaut bereiten konnte. In mir stieg immer mehr das Gefühl der Langeweile, die bei Seite 240 die Spitze erreicht hat und dafür gesorgt hat, dass ich das Buch abbreche. Fazit Schade, dass der Autor viel zu viel geschrieben hat. Für einen Thriller ein No-Go - ein Thriller muss knackig sein, schneller Verlauf der Story, keinesfalls Langeweile. A. J. Finn hat es sehr übertrieben, und da hilft auch der gute Schreibstil nicht mehr weiter. 200 Seiten hätten ruhig gekürzt werden können. "The Woman in the window" ist ein Buch für Jene, die das Durchhaltevermögen haben. Für mich war es leider nichts.

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“Gleich kommt ihr Mann nach Hause. Diesmal erwischt er sie. Es gibt nicht einen Streifen Vorhang, nicht eine einzige Jalousie in Nummer 212 – dem rostroten Stadthaus, in dem früher die frisch verheirateten Motts wohnen, bis sie sich vor kurzem wieder entheirateten.” (Buchbeginn) Anna Fox – “the woman in the window” – ist alleinstehend. Zumindest derzeit. Was nicht daran liegt, dass sie keine Menschen mag. Es liegt eher daran, dass sie sich nicht aus dem Haus traut. Sie leidet an diversen Ängste und Phobien. Somit ist ein Spaziergang in der Stadt, für sie ein Ding der Unmöglichkeit. Allein der Gedanke daran, lässt sie förmlich in Schweiß ausbrechen. Dabei ist sie Psychologin und hilft anderen mit ihren Ängsten. Langweilig wird ihr dennoch nicht. Neben der Online-Beratung, schaut sie gerne Filme und beobachtet ihre Nachbarn leidenschaftlich gerne. So fallen ihr sofort Veränderungen auf, wie an jenem schicksalhaften Tag, der alles auf den Kopf stellt. Anna ist der festen Überzeugung, dass ihre Nachbarin ermordet wurde. Eine Frau, die sie noch die Tage zuvor besucht und mit der sie sich sofort verstanden hatte. Entsprechend tief sitzt der Schock und sie kontaktiert die Polizei. “Es ist nicht so, dass du dir eine Handvoll Pillen einwirfst und dir so etwas einbildest. Ich weiß, was ich gesehen habe.” (CD 2) Dummerweise glaubt ihr niemand. Die Nachbarn streiten alles ab und eine Leiche gibt es auch nicht. Wie bei einem kleinen Kind, klopft man ihr sanft auf die Schulter und schiebt es auf ihre Krankheit mitsamt den Umständen. Dazu zählen die Medikamente, die sie regelmäßig nimmt und der Alkohol. Aber Anna bleibt stur, sie weiß, was sie gesehen hat! Sie ist noch Herr ihrer Sinne und fantasiert sich nicht ein Hirngespinst zusammen. Auf der Suche nach beweisen, gerät sie dann doch ins Grübeln. War es echt oder eingebildet? Wer sagt die Wahrheit und wer lügt ihr ins Gesicht? Als Leser steht man natürlich neben Anna. Schließlich kennt man alle Details. Hat ihr Leben kennen gelernt und hofft, dass sie die wahren Umstände herausbekommt. Doch bei ihrem Kampf mit sich selbst und dem Versuch alles zu rekonstruieren, gerät man ins Straucheln. Was wenn sich Anna etwas vorlügt? Sie nur glaubt etwas gesehen zu haben? Wenn sogar die Polizei keine Hinweise findet. Auf der anderen Seite erfährt man irgendwann den Grund für Annas private Probleme. Den Auslöser und will ihr nur noch unter die Arme greifen und sagen: “Du packst das! Bleib am Ball!” “Ich bin nicht verrückt.” (CD 2) Dieses ewige Hin und Her sorgt für einige Spannung und man will eigentlich nur noch wissen, was am Ende passiert. Die Auflösung selbst fand ich gelungen. Nicht perfekt, aber gelungen und stimmig. Gestört hat mich das letzte Drittel der Geschichte. Es wirkte gezogen und langweilig. Bis auf die Abschnitte, wo es um Annas Vergangenheit geht. Ob das an der ruhigen Stimme der Sprecherin Nina Kunzendorf lag oder meinem Desinteresse an den Ausschweifungen, kann ich schlecht beurteilen. Es fließt wohl beides zusammen. Letztendlich ließ meine anfängliche Begeisterung immer mehr nach. Es dauert recht lange, bis DAS Ereignis stattfindet. Man folgt dem Verlauf der Geschichte, erlebt das stetige Pro und Contra, bekommt mögliche Szenarien präsentiert und mittendrin gibt es wieder einen Sprung in die Vergangenheit von Anna. Was theoretisch nicht schlimm ist, nur zog es sich. Selbst nachdem die Lösung sichtbar wird, folgt noch ein kleiner Rattenschwanz. Was ich aber noch positiv vermerken möchte, ist die authentische Darstellung von Anna. Die hat mir wirklich gut gefallen. Ein Hörbuch, was sicher seine Freunde findet, mich hat es im Laufe der Hörzeit verloren. Leider.

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Agoraphobie

Von: Angela Busch

22.05.2018

Rezension: INHALT: Dr. Anna Fox , eine bekannte Psychologin hat sich durch ein traumatisches Erlebnis mehr oder weniger in ihrem Haus eingeschlossen und leidet seitdem unter einer Krankheit, die sich Agoraphobie nennt. Sie schottet sich von der Aussenwelt total ab und bekommt Panikanfälle , wenn sie nach draussen gehen möchte. Sie wird von ihrem Arzt mit Medikamenten behandelt, trinkt aber zusätzlich Alkohol und steigert diesen Konsum bis zur Abhängigkeit. Sie schaut aus ihrem Fenster oft in das Wohnzimmer der neuen Nachbarn und beobachtet ein blutiges Ereignis. Jane Russell, Ehefrau und Mutter der neuen Familie, deren Bekanntschaft sie kurz gemacht hatte, wird vor ihren Augen ermordet. Doch niemand glaubt Anna's Schilderungen und Beobachtungen. Auch die Polizei geht ihren Anschuldigungen nicht nach,,,, MEINE MEINUNG: Dieses, von vielen Lesern hochgelobte Buch hat mich mit seinen über fünfhundert Seiten auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Im ersten Drittel des Buches passiert einfach nicht viel. Die Kennenlernphase des Lesers um Anna Fox zieht sich unglaublich zäh dahin. Wir erfahren weder etwas von ihrem persönlichem Trauma , noch von den Ereignissen der Mordbeobachtung bis zu diesem Zeitpunkt. Einzig ihr krankhaftes Befinden und Leben im Haus, welches sich um Alkohol Konsum , gepaart mit Tablettenmissbrauch und Internetaktivitäten dreht, werden in meinen Augen zu ausführlich und langatmig dargestellt. Auch ihre Sucht nach dem Anschauen alter Filme mit bekannten Schauspielern und das Wiederholen von Zitaten aus diesen Klassikern , konnte mich nicht sonderlich begeistern und hat mich einfach nicht interessiert. Meine Spannung und Aufmerksamkeit steigerte sich erst, nachdem einige Details aus ihrer Vergangenheit ans Licht kamen und sie den Mord mental verarbeiten musste. Als ihr Untermieter David mehr und mehr in der Geschichte auftrat, nahm diese endlich Fahrt auf,,,, Die Auflösung des Mordes war für mich nicht so überraschend, aber jeder Leser möge sich ein eigenes Bild von diesem Drama machen,,,, Meine Bewertung: Drei *** Sterne! Herzlichen Dank an den Autor und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Der Thriller "the woman in the window", geschrieben von A.J.Finn erschien am 19.03.2018 im blanvalet Verlag Klappentext:  Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert ... Meine Meinung: Ich habe in der Verlagsvorschau dieses Buch gesehen, den Klappentext gelesen und wusste sofort: das Buch MUSS ich lesen! Unsere Protagonistin Anna Fox lebt alleine in ihrem Haus in New York - sie kann ihr Haus nicht verlassen, sie leidet an Angstzuständen und Panikattacken. Oft flüchtet sie sich deswegen in den Alkohol und ihre Tabletten. Nur wenige Menschen sind Bestandteil ihres Lebens - hauptsächlich verbringt sie ihre Tage damit, online anderen Menschen, die ein ähnliches Krankheitsbild wie sie haben, zu beraten oder online Schach zu spielen. Oft sitzt sie jedoch auch einfach nur am Fenster und beobachtet das Leben auf der Straße und ihre Nachbarn - spannend wird es, als die Russels in der Nachbarschaft einziehen und Anna beobachtet haben will, wie Mrs. Russel niedergestochen wurde... Selten war mir eine Protagonistin so unsympathisch - zeitweise war ich wirklich genervt von Anna. Ihre Krankheit ist definitiv kein Thema, welches man auf die leichte Schulter nehmen sollte und es wurde vom Autor auf gut recherchiert- aber die Darstellung der Hauptfigur als nahezu nervliches Wrack gefiel mir gar nicht. Leider wollte auch die Spannung bei mir während des Lesens auch nicht so richtig aufkommen, auch wenn ich den Schreibstil als sehr angenehm empfand. Durch die kurzen Kapitel kommt man zwar sehr schnell voran und erhält immer mehr Puzzlestücke, um sich besser in Anna reindenken zu können, aber für mich war es insgesamt eher zäh. Nach dem Überfall hatte ich kurz die Hoffnung, dass das Ganze nun etwas Fahrt aufnehmen würde, doch überzeugt und richtig mitgerissen wurde ich leider nicht. Meine Erwartungen wurden von diesem Buch leider nicht erfüllt - es war in Ordnung, aber meiner Meinung nach noch ausbaufähig. Ich danke der Randomhouseverlagsgruppe sowie dem Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Buches.

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A. J. Finn (Pseudonym) war viele Jahre im Verlagswesen tätig, bevor er mit „The woman in the window“ seinen ersten Roman veröffentlichte. Inspiriert dazu hat ihn zum einen der Erfolg von Paula Hawkins „Girl on the Train“, wie er in einem Interview mit der englischen Zeitschrift „The Guardian“ erzählte, zum anderen aber wohl auch seine eigene psychische Erkrankung. Anna Fox ist diejenige welche, um die sich alles dreht. Oder aber auch doch nicht, denn ihr Leben spielt sich ausschließlich in ihrem Haus in Harlem ab. Das wirkliche Leben, an dem sie seit einem traumatischen Ereignis keinen Anteil mehr nimmt, findet außerhalb ihrer eigenen vier Wände ab. Sie leidet an einer schweren Angststörung, die sie mit vielen Pillen und noch mehr Rotwein bekämpft. Besuch bekommt sie nur selten und nach draußen traut sie sich nicht, ist aber durchaus an allem interessiert, was um sie herum so passiert, denn neben dem Blick durchs Fenster besteht ihr Leben lediglich aus diversen Online-Aktivitäten, Telefonaten mit Mann und Tochter und ihrer stattlichen DVD-Sammlung. Als gegenüber eine Familie einzieht, die den Kontakt zu ihr sucht, scheint es, als ob Annas Leben eine positive Wende nehmen würde. Bis das Schreckliche geschieht und sie sich fragen muss, ob sie sich das, was sie zu sehen geglaubte, nicht doch bloß eingebildet hat… Sie merken etwas? Ja, „Girl on the Train“ lässt grüßen, aber auch „Woman in Cabin 10“ – beides Psychothriller, deren Zielgruppe Leserinnen sind und die mit der Ungewissheit der Protagonistin spielen. Einer Protagonistin, die sich nicht sicher sein kann, ob sich ihre Eindrücke und Empfindungen aus der Realität speisen, oder doch nur Hirngespinste sind. Finn überspannt meiner Meinung nach den Bogen. Zwar beschreibt er die Einsamkeit und die Verletzungen seiner Hauptfigur in diesem großen leeren Haus wirklich gut, verspielt bei mir aber diesen Kredit durch die Tatsache, dass er sie als Tabletten und Alkohol abhängiges Wrack präsentiert. Mir kam die Wandlung hin zu deren Aktivität zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt war ich schon so genervt von Anna, dass es mir relativ einerlei war, ob ihre Beobachtungen real waren oder nicht. Interessante Ansätze, aber konnte mich dennoch nicht überzeugen.

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"The woman in the Window" ist der Debütroman von A. J. Finn. Es handelt von einer Frau, Anna Fox, die durch ein traumatisches Erlebnis in ihrem Haus gefesselt ist. Eine Verbindung nach draußen ist ihre Kamera, mit der Sie ihre Nachbarn und damit die Lebensgeschichten beobachtet. Irgendwann ziehen die Russels in der Nachbarschaft ein und dann beobachtet sie einen Mord... Zum Einstieg hat es mir der Schreibstil nicht einfach gemacht. Er kam mir irgendwie verworren vor. Da hier Anna selber erzählt und sie psychische Probleme hat, ist dies aber nachvollziehbar und wird nach den ersten Kapiteln besser. Insgesamt hat mir der Schreibstil dann gut gefallen. Die Geschichte von Anna erfahren wir erst nach und nach neben der eigentlichen Story. Hier gibt es immer mal wieder eingeschobene Kapitel. Leider fand ich die Geschichte sehr voraussehbar und mich hat weder die Vergangenheit von Anna noch die Auflösung der Geschichte sehr überrascht. Ich glaube das liegt auch daran, dass es zurzeit wahnsinnig viel Roman in dieser Richtung gibt und es nichts Neues ist. Im Vergleich zu "Woman in Cabin 10" ist sogar der Titel ähnlich. Und "Girl on the train" kann man hier auch noch erwähnen. Trotzdem hat mir die Nebenerzählung von der Vergangenheit von Anna sehr gut gefallen. Dem Leser wird immer mal wieder ein Häppchen vorgeworfen und dann geht es wieder in die Gegenwart. Der Spannungsbogen wird hierdurch sehr hoch gehalten und ich wollte unbedingt wissen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Die Charaktere sind gut beschrieben, jedoch nicht sonderlich sympathisch. Aber ich glaube, dass ist für dieses Buch auch nicht notwendig. Dann gibt es noch zwei klassische Polizisten, einer gut und einer böse. Leider auch wieder nichts Neues. Was mich wirklich am meisten gestört hat, dass es wieder um eine schwache Frau geht, die alleine ist, psychische Probleme und daraus resultierend dem Alkohol verfallen ist. Das gab es in letzter Zeit zu genüge. Bei den beiden Büchern die ich oben erwähnt habe, war genau dies auch der Fall. Und gerade die Sache mit dem Alkohol stört mich da schon wahnsinnig. Es kommt fast schon so rüber, als würden alle ihre Problem mit Alkohol lösen. Fazit: Es ist ein spannend geschrieben Buch, doch leider nichts wirklich Neues. Trotz der Vorhersehbarkeit hat es mir gut gefallen. Hätte ich nicht kurz vorher "Woman in Cabin 10" gelesen, hätte es mir vielleicht sogar noch besser gefallen.

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