Leserstimmen zu
Die Lilienbraut

Teresa Simon

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Liv zieht nach ihrer Trennung vom Vater ihres kleinen Sohnes nach Köln-Ehrenfeld und eröffnet einen kleinen Laden für selbst kreierte Düfte und Seifen. Möglich macht ihr dies eine Erbschaft ihrer Tante Wimmi, deren Bedingung aber war, dass Liv nach Ehrenfeld gehen muss. Liv eröffnet ihr Geschäft und sucht Anschluss im Stadtteil. Zufällig begegnet sie einer alten Dame, die offenbar verwirrt ist und sie mit jemandem verwechselt, denn sie beschimpft Liv. Was hat das zu bedeuten? In einem zweiten Handlungsstrang befinden wir uns ebenfalls in Ehrenfeld in den 1940er Jahren im 2. Weltkrieg. Dort lebt Nellie Voss, deren Mutter ein kleines Lokal betreibt, während Nellie im Haus 4711 arbeitet und feststellt, dass sie eine „besondere Nase“ hat und ein Gespür für Düfte. Neben den Auswirkungen des Krieges, Hunger, Bombenangriffe quält Nellie ihre verbotene Liebe. Wird diese Liebe eine Chance haben? Ich liebe Romane auf zwei Zeitebenen und so hat mich auch dieser Roman schnell gefesselt. Gut gefallen hat mir, dass der Roman in Köln spielt. Da ich selbst in Bonn lebe, also nahe bei Köln, kenne ich den einen oder anderen Schauplatz. Wie öfter bei solchen Romanen, ist der zweite Handlungsstrang in der Vergangenheit der stärkere. Nellie zu begleiten ist aufwühlend und bewegend. Ihr Leben wird teilweise in Tagebuchform erzählt, was eine große Nähe zu Nellie bringt. Die Autorin beschreibt das Kriegsgeschehen und die Situation der Menschen sehr authentisch. Gekonnt verknüpft sie dabei Reales mit der fiktiven Geschichte. So gibt es die Duftfirma 4711 ja tatsächlich und auch die Firma Farina, in der das Eau de Cologne erfunden wurde, existiert. Im Roman lässt die Autorin Nellies beste Freundin Greta der Familie Farina angehören. Auch die Edelweißpiraten, Gruppierungen deutscher Jugendlicher, die sich im Deutschen Reich unangepasst und oppositionell verhalten haben, gab es wirklich. In Ehrenfeld erinnert ein Wandgraffiti als Gedenkstätte an sie. Aber auch in der Gegenwart beschreibt die Autorin das Leben in dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld sehr authentisch. Köln ist nicht nur eine Stadt sondern auch ein Gefühl und eine Lebensweise. Das erlebt Liv, als sie nach Ehrenfeld zieht, was heute ein Multi-Kulti-Viertel ist, und dort die Menschen kennenlernt. Aber offenbar gibt es auch jemanden, der sie dort nicht haben möchte, denn es geschehen merkwürdige Dinge. Auch die alte Frau, die Liv beschimpft und Nellie genannt hat, begegnet ihr immer wieder. Dadurch ergab sich für mich schon ein Bezug zur Handlung in der Vergangenheit. Auch Liv beginnt irgendwann nachzuforschen und das wird sehr spannend. Was sich dann am Ende rausstellt, war überraschend für mich und auch für die Beteiligten. Passend zum Schauplatz lebt Nellie in der Vergangenheit in einfachen Verhältnissen und ihre Mutter betreibt eine Kölsch-Kneipe. Hier gibt es typische Kölsche Speisen und ab und zu lässt die Autorin auch den Kölschen Dialekt einfließen. Zu etlichen der typischen Gerichte gibt es im Anhang zum Buch Rezepte zum nachkochen. Mit Nellie und Liv hat die Autorin zwei tolle Figuren geschaffen. Beide Frauen sind starke Charaktere, die ihren Weg gehen und sich nicht einschüchtern lassen. Nellie war mir etwas näher, was aber auch daran liegt, dass die Handlung in der Vergangenheit mehr Raum einnimmt. Aber auch die Nebenfiguren sind alle gut gelungen, besonders mochte ich Livs keinen Sohn Thijs und ihre Mitarbeiterin Nouria. Während anfangs beide Handlungsstränge mehr nebeneinander herlaufen, verknüpfen sie sich später immer mehr. Die Vergangenheit war bewegend und Nellies Lebensgeschichte hat mich sehr berührt. Die Gegenwart war eher spannend, denn es gilt ja so einige Geheimnisse zu lüften. Aber auch Livs Geschichte wird später emotional. Insgesamt hat mich dieser tolle Roman begeistert, weil er so vielfältig und authentisch ist und unterschiedliche Themen aufgreift. Die Gemeinsamkeit der beiden Handlungsstränge, die Welt der Düfte, ist sehr interessant und es gibt vielerlei Informationen in diesem Bereich. „Die Lilienbraut“ bietet tolle Unterhaltung und Teresa Simon ist eine großartige Erzählerin, so dass ich ein wunderbares Leseerlebnis hatte! Fazit: 5 von 5 Sternen

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Seit fast 14 Jahren ist nun der Kölner Stadtteil Ehrenfeld unsere Heimat und ich war überrascht, genau diesen in einem Klappentext eines Buches zu lesen. Mein Interesse war geweckt und auch wenn ich sagen muss, dass es mein erstes Buch von Teresa Simon war (die anderen liegen noch ungelesen auf meinem SuB), war ich mehr als positiv überrascht. Klar, es gibt unendliche Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen und teilweise sind die Handlungen stets dieselbe, aber wenn die Geschichte einen fesselt, ist es doch wieder ein ganz anderes Lesegefühl <3 So auch hier: Köln in den Vierzigerjahren, das Leben ist nicht leicht und die Menschen kämpfen um das Überleben. Nellie Voss ist eine der Protagonisten, die mir so stark ans Herz gewachsen sind, dass ich jedes Mal gehofft und gebangt habe. Eine Liebe die nicht sein darf, nie akzeptiert werden würde, und ein Krieg, der einem alles nimmt. Schon in den Erzählungen hatte ich ein Bild von Köln vor den Augen, wie es einmal war. Jede Ecke kenne ich sehr gut, diese aber durch eine andere Sichtweise wahrzunehmen, war ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann. Die Ängste, die Bombenangriffe, das Leid...alles war plötzlich so real. Nellie Voss ist eine sehr starke Frau, sie setzt sich für andere ein und dennoch kämpft sie mit sich selbst. Köln in der Gegenwart: Liv kommt von Holland nach Köln - Ehrenfeld. Ein Stadtviertel, das sich von allen anderen abhebt. Genau das liebte ich so an Köln, als wir selbst hierhergezogen sind. Es ist so anders, als alles was ich bisher kannte. Die Menschen sind so hilfsbereit und freundlich, als würde man schon ewig dazugehören. Und genau dieses Feeling wurde in dem Buch so beschrieben. Jeder würde sich in dieses Veedel verlieben. Genauso wie Nellie hat Liv ein Gespür für Gerüche. So eröffnet sie auf Wunsch eines Testamentes genau hier hier ,, Göttliches Düftchen" bei dem sie Parfum herstellt, welches auf die Menschen zugeschnitten ist. Als sie aber nach und nach einer sehr alten Familientragödie auf die Spur kommt, versteht sie vieles, was man nie aufdecken wollte. Köln, eine Stadt mit einer großen Geschichte. Nicht nur Fröhlichkeit und Lebenslust finden wir hier in diesem Buch, sondern auch Leid, welches mir öfters eine Träne entlockt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Gegend mittlerweile wie aus meiner Westentasche kenne. Den Bunker in der Körnerstraße, die katholische Kirche St. Joseph, das 4711 Haus, welches wieder erbaut wurde, der Tierpark in Lindenthal, bei dem man ein schönes Stückchen Natur mitten in der Stadt hat und entspannen kann …..alles Orte, an denen mein täglicher Weg zur Arbeit oder zum Einkauf vorbeiführt. Nicht zu vergessen, das Denkmal an die Edelweißpiraten, welches nur ca 2 Minuten von mir entfernt ist, die dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus angehörten. Ich habe bemerkt, dass ich Ehrenfeld mit ganz anderen Augen sehe, ich mir vorstellte, wie es gewesen sein muss, als der Tausend-Bomber-Angriff stattgefunden hat. Als alles zerstört wurde und nun glänzt Ehrenfeld wieder von Neuem, dennoch findet man an jeder Straßenecke Hinweise, die an diese Zeit erinnert. Ein Buch mit einer absoluten Leseempfehlung. Bestimmt werde ich dieses Buch irgendwann wieder einmal lesen, nur um mir die Zeit vor Augen zu führen, die man nie vergessen sollte.

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Der Duft von Köln

Von: Eliza

04.07.2020

Die Romane von Teresa Simon sind immer ganz besondere Romane, denn sie haben ihren eigenen Zauber. Die Lilienbraut ist eher ein nachdenklicher, melancholischer Roman über eine unerfüllte Liebe. Das Cover hat einen guten Wiedererkennungswert zu den anderen Büchern der Autorin. Der Klappentext macht es schon deutlich, dass der Roman auf zwei Zeitebenen spielt. Allerdings ahnt man zu Beginn noch nicht, wie die beiden Geschichten zusammenhängen. Genau hier birgt sich die zusätzliche Spannung der beiden Geschichten, wobei auch jede einzelne Geschichte ihre eigene Spannung hat. Die Personenzeichnung der Autorin ist wieder sehr liebevoll. Ich muss gestehen, dass mir Nellie ein wenig ferner geblieben ist als Liv. Aber vielleicht liegt dies daran, dass ich und Liv in derselben Zeit leben und wir beide starke, selbstständige Frauen sind. Die Männer bleiben in diesem Roman blass, da wir keinen Einblick in ihr Seelenleben bzw. in ihre Gedankenwelt bekommen. Genau dies wäre für mich spannend gewesen. Wie empfindet ein Mann der nicht lieben darf? Ins Herz geschlossen und meine Lieblingsfiguren sind Thijs, der kleine Sohn von Liv, und Nouria, ihre Angestellte. Beide bereichern den Roman ungemein. Nouria bring es mit ihren Weisheiten und Sprüchen ihrer Heimat oft auf den Punkt. Der Roman wird innerhalb der beiden Erzählstränge chronologisch erzählt, wobei durch die Tagebucheinträge, die Liv dann später liest die Verbindung zu Nellie hergestellt wird. Der Roman hat drei große Themen: erstens die Welt der Düfte die Nellie und Liv verbindet. Nellie arbeitet bei 4711 und Liv hat ihren eignen Duftladen. Zweitens die Edelweißpiraten, die sich aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt haben und drittens die Rolle der katholischen Kirche in der Gesellschaft zur Zeit des Nationalsozialismus. Aber natürlich geht es auch um Familie, Erbe, Vermächtnis, Zusammenhalt und Liebe. Der Roman ist sehr gut zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Die vielen Dialoge machen den Roman sehr lebendig, zudem beschreibt die Autorin sehr bildhaft die Welt der Düfte, sodass dies für den Leser nachvollziehbar ist. Im Anhang des Romans finden sich Rezepte zum Nachkochen und -backen, denn natürlich bekommen wir wie in allen Büchern einen Einblick in die regionale Küche. Ein historisches Nachwort rundet den Roman ab. Die Lilienbraut ist ein wunderbarer Sommer-Frauenroman, den ich sehr gerne weiterempfehle, denn er verbindet Vergangenheit und Gegenwart und erinnert uns so an das Vermächtnis unserer Eltern und Großeltern. Ich bedanke mich sehr bei Teresa Simon für die sehr gelungene Unterhaltung, Corinna Schindler und dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensions- und Leseexemplars.

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Teresa Simon bringt in diesem Roman wieder zwei Zeitebenen miteinander in Verbindung. Einmal das Köln in den Kriegsjahren, in denen Nellie Voss mit ihrer Familie ums Überleben kämpft. Und dann Das Köln der heutigen Zeit, in dem Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte eröffnet. Das Geld dafür hat sie von ihrer Tante geerbt, unter der Bedingung den Laden in Köln Ehrenfeld zu eröffnen. Schon bald trifft sie dort eine alte Frau, die sie offensichtlich zu verwechseln scheint und sehr aufgebracht wirkt. Nach und nach erfährt der Leser, wie die beiden Handlungsstränge zusammen gehören. Nellie arbeitet bei 4711 und bekommt dort die Möglichkeit ihre Nase ausbilden zu lassen. Die Zeit in Köln mit den immer mehr werdenden Luftangriffen und dem immer größeren Mangel an allem ist gut beschrieben. Auch Nellies persönliche emotionalen Verwirrungen konnte ich gut nachvollziehen. Ihr Bruder sympathisiert mit den damals agierenden Edelweißpiraten, die damit auch wieder in Erinnerung gerufen werden. Ich hatte ja letztes Jahr schon den Briefroman "Wo die Freiheit wächst" zu diesem Thema gelesen, daher waren sie mir durchaus schon ein Begriff. In der Gegenwart muss Liv erst einmal Fuß fassen in Köln. Mit ihrem kleinen Sohn muss die Ladneeröffnung und den Neuanfang im Kindergarten schaffen. Als Alleinerziehende ohne jemanden, auf den sie mal zurückgreifen kann sicher schwierig. Allerdings findet Liv schnell Anschluss und Thijs, ihr kleiner Sohn, ist wirklich herzallerliebst. So finden sich gleich mehrere Unterstützer, die ihr durch den Alltag helfen. Mir hat die Geschichte in der Gegenwart fast ein bisschen besser gefallen, als die in der Vergangenheit. Irgendwie mochte Liv einen Ticken mehr als Nellie. Gelesen habe ich dennoch beide Abschnitte gerne. Von daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für dieses interessante Buch!

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Meine Meinung: Mittlerweile habe ich alle Bücher von Teresa Simon zuhause, da sie einen einfach immer wieder aufs neue begeistern kann und natürlich weil die Cover einfach immer unglaublich schön sind. Dieses Buch war für mich nochmal etwas besonderes, da die Geschichte in Köln spielt, wo ich herkomme: Daher fand ich gerade den Teil der Vergangenheit wahnsinnig spannend. Es war wirklich toll vieles aus der Zeit von Köln zu erfahren, was man so noch nicht wusste. Wie auch die anderen Bücher der Reihe spielt das Buch abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart. In der Vergangenheit und in der Gegenwart geht es um zwei junge Frauen. Beide Geschichten laufen nebeneinanderher. Nach einer Zeit verknüpfen sie sich aber und der Leser findet nach und nach heraus, was die Geschichte gemeinsam haben bzw. was die beiden Frauen miteinander verbindet. In beiden Geschichten spielen Düfte eine große Rolle und so wird man mit in eine erstaunliche Welt gezogen und erfährt immer mehr über die Düfte Kölns und was es damit auf sich hat. Dazu kommt das Nellies Geschichte im vom Krieg zerstörten Köln spielt. Es war wirklich keine einfache Zeit und sie hatte sehr zu kämpfen. Auch hier war es sehr spannend aber auch schockierend zu erfahren, wie die Menschen in dieser Zeit lebten und wie das alte Köln wirklich war. Livs Geschichte fand ich aber eher etwas langweilig, da ständig etwas wiederholt wurde und ziemlich uninteressante Sachen (wie Momente mit ihren Kind) total in die Länge gezogen wurden. Hier hätte ich mir definitiv mehr Spannung gewünscht. Die Protagonisten mochte ich beide sehr. Sie sind beide sehr starke Persönlichkeiten, die für sich einstehen und für ihre Träume kämpfen. Wie oben schon erwähnt hat mir Nellies Geschichte allerdings viel besser gefallen. Der Schreibstil war wie immer sehr gut. Ich konnte gut in die Geschichte eintauchen und mich vom Geschehen mitreißen lassen. Das Buch war spannend geschrieben und gemischt mit historischen Fakten und Geschichte war es eine interessante und spannende Geschichte, in der man viel lernen kann. Es handelt sich zwar nicht um das beste Werk der Autorin, hat mir aber wieder ein sehr schönes Lesevergnügen beschert. Fazit: Eine spannende und romantische Geschichte, wo auch der geschichtliche Aspekt nicht zu kurz kommt. Es hat mir gut gefallen, war aber nicht das beste Buch der Autorin.

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INHALT: 40 ziger Jahre in Köln: Deutschland befindet sich im Krieg. Die junge Nellie kann das manchmal sogar verdrängen, denn gerade hat sie eine Stelle bei 4711 angetreten und erkennt, dasssie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Doch ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann beschäftigt sie viel mehr, denn diese Liebe darf nicht sein. Köln in der Gegewart: Liv eröffnet einen kleinen Laden in Ehrenfeld. Nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat. Sie und ihr kleiner Sohn wollen einen Neuanfang wagen. Dort begegnet ihr eine alte Frau, die sie wüst beschimpft und bei ihrem Anblick völlig erschüttert ist. Was verbindet diese Frau mit Liv? MEINE MEINUNG: Wieder ein Buch von Teresa Simon, welches auf zwei Zeitebeben spielt und wieder ein Buch, welches mich fesseln konnte und welches ich liebe. Kaum angefangen zu lesen, hat mich die Geschichte aufgenommen und mich nicht mehr losgelassen. Die Autorin schafft es immer wieder , mich zu entführen und mich die Zeit vergessen zu lassen. Der Schreibstil liest sich einfach perfekt. Sie baut immer wieder die Kölsche Mundart ein, was das Buch sehr auflockert, aber nie zuviel ist. Die Schicksale der Protagonisten wirken sehr authentisch und gehen ans Herz und vom ersten Satz schon fühlt man mit ihnen und kann nicht erwarten, zu erfahren, was ihnen widerfahren ist. Und diese Schicksale sind sehr emotional. Im Vergangenheitsstrang natürlich noch viel mehr, als in der Gegewart, wobei ich beide Stränge gleichermassen interessant fand. Am Ende schafft sie es immer wunderbar, Brücken zu bauen, alles aufzuklären und alles perfekt miteinander zu verknüpfen. Es entsteht eine sehr runde und hochemotionle Geschichte, die bei mir immer noch sehr lange nachwirkt. FAZIT: Wunderschön, interessant und fesselnd und sehr bewegend. Teresa Simon ist immer lesenswert und hat 🌟🌟🌟🌟🌟 Sterne verdient.

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„Die Lilienbraut“ ist das fünfte Buch, das ich von Teresa Simon gelesen habe und ich bin mal wieder restlos begeistert. Immer wenn ich mitbekomme, dass die Autorin ein Buch veröffentlicht, freue ich mich sehr und fiebere schon entgegen. Nun steht schon die Vorfreude für 2021, wo im Februar „Glückskinder“ erscheint;) In „Die Lilienbraut“ reisen wir nach Köln in die 40er Jahre. Dort lernen wir Nellie Voss kennen, die ganz frisch im Duftunternehmen 4711 beginnt. Es sind schwere Zeiten, das bestialische NS Regime verängstigt die Menschen. Nellie ist eine junge mutige Frau, die viele Dinge hinterfragt und sich auch noch in einen Kaplan verliebt... In der Gegenwart sind wir ebenfalls in Köln und lernen Liv kennen, die mit ihre kleinen Sohn Thijs einen Neustart in Köln beginnt, nachdem sie von ihrem Partner und Vater des Kindes wegen einer anderen Frau verlassen wurde. In Köln eröffnet sie einen kleinen Duftladen für Seifen im lebhaften Stadtteil Ehrenfeld. Eines Tages trifft sie auf eine ältere Damen, die Liv sehr beschimpft, jedoch kann Liv verständlicherweise die ganze Situation überhaupt nicht verstehen, dann wird auch noch ein Anschlag auf ihren neu eröffneten Duftladen verübt... Der Schreibstil ist mal wieder fabelhaft zu lesen. Man schwingt durch die Seiten, wechselt immer wieder die Zeitebenen und kommt dem Geheimnis immer näher. Wie auch in den vorherigen Romanen, baut die Autorin fundierte historische Hintergrundinformationen mit in die Geschichte ein, die mich immer sehr interessieren, wie bspw. die Geschichte um die Edelweißpiraten, eine damalige Widerstandsgruppe mit jungen Leuten. Wir tauchen ein in das frühere und heutige Köln und um die Aufarbeitung der damaligen Bombardierung der Stadt. Die Kapitel sind sehr packend und man will immer wissen wie es weitergeht. Das Buch ist auch sehr hübsch aufgemacht, ein tolles und passendes Cover. Der Schriftzug in der Vergangenheit ist kursiv und dick gehalten, da weiß man immer gleich in welcher Zeit man liest ;) Für mich sind die Bücher der Autorin immer ein Lesegenuss! Ernste, wichtige Themen werden in einem emotionalen Roman thematisiert und man taucht ab in eine andere Welt. Auch wenn die Themen sehr bewegen und erschüttern, kann das Buch an einem sonnigen Tag auf dem Balkon gelesen werden, da es einem; sobald man es zur Hand nimmt und anfängt zu lesen, einen süßlichen sommerlichen Flair beschert. Auch dieses Buch ist ein Lesehighlight! Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin und spreche eine große Leseempfehlung für ihre Bücher aus ;)

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Schon seit langem bin ich ein großer Fan der Romane von Teresa Simon. Hinter den blumigen und vermeintlich lieblichen Buchtiteln verbergen sich ergreifende, oftmals erschütternde Geschichten, die meist auf zwei Zeitebenen spielen, einmal in der Gegenwart und einmal in der Zeit des Ersten oder Zweiten Weltkriegs. Die Romane sind jeweils in einer anderen für mich interessanten Stadt angesiedelt, nämlich in Dresden („Die Frauen der Rosenvilla“), in München („Die Holunderschwestern“), in Hamburg („Die Oleanderfrauen“) und zuletzt in Wien („Die Fliedertochter“). Der neueste Roman spielt nun in Köln und ich muss zugeben, dieser Schauplatz interessierte mich zunächst herzlich wenig. Das hat sich dank der Lektüre aber geändert. Im Erzählstrang der Gegenwart eröffnet Liv, die aus den Niederlanden stammt, in Köln-Ehrenfeld einen Laden für edle Düfte, Seifen und Naturkosmetik. Obwohl sie schon bald viele neue Kundinnen gewinnt, hat sie auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn sie ist alleinerziehend und die Betreuung ihres kleinen Sohnes Thijs stellt sie oftmals vor große Herausforderungen. Dazu kommt, dass jemand sie offenbar wegekeln möchte, denn auf ihren Laden wird ein Anschlag mit Buttersäure verübt. Und dann gibt es da noch diese alte Frau, die sie mit Nellie anredet und wüst beschimpft, doch Liv hat keine Ahnung, mit wem diese Frau sie da offensichtlich verwechselt. Parallel dazu wird die Geschichte von Nellie Voss in den Jahren 1940 bis 1945 erzählt: Nellie lebt mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder Martin in einfachen Verhältnissen in Köln-Ehrenfeld. Sie liebt ihre Arbeit bei 4711, erst recht, als sie dem Chef-Parfümeur als Assistentin zugeteilt wird. Und dann ist da auch noch dieser junge Mann, in den sie sich unsterblich verliebt hat, doch leider ist Benedikt ein katholischer Priester und damit für Nellie tabu – eigentlich. Denn Benedikt erwidert ihre Gefühle, beide fühlen sich immer stärker zueinander hingezogen, aber niemand darf von ihrer Liebe wissen. Zugleich hat der Krieg immer stärkere Auswirkungen auf Nellies Leben und das ihrer Lieben: Jüdische Nachbarn werden deportiert, Nellies beste Freundin muss einen ungeliebten Nazi heiraten und Martin schließt sich der Widerstandsgruppe „Edelweißpiraten“ an. Die beiden Erzählstränge wechseln sich in jedem Kapitel ab, was von Anfang an für Spannung sorgt. Ich kam auch gleich gut in die Geschichte hinein, fand sowohl Nellie als auch Liv sympathisch und konnte mit beiden mitfiebern. Im Laufe der Erzählung nimmt die Dramatik in beiden Erzählsträngen zu, besonders natürlich in der Geschichte von Nellie, denn Not und Elend der Kriegsjahre steigern sich stetig. Das war so beklemmend zu lesen, dass ich danach immer ganz dankbar und demütig am Esstisch saß, in dem Bewusstsein, wie gut es uns heutzutage doch geht. Die Verbindung zwischen Nellie und Liv offenbart sich beim Lesen ganz allmählich und wird erst ganz am Ende komplett enthüllt – da gibt es einige Szenen, in denen ich so bewegt war, dass ich die Tränen kaum zurückhalten konnte. Schade nur, dass Nellies Geschichte 1945 endet, ich hätte sehr gerne noch erfahren, wie das Leben dieser tapferen Frau nach dem Krieg weiter gegangen ist, hier bleibt vieles der Fantasie des Lesers überlassen. Alles in allem ein sehr bewegender, fesselnder Roman in bester Teresa-Simon-Manier. Ich habe bei der Lektüre wieder einmal viel gelernt: zum einen über die Edelweißpiraten, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte, zum anderen über die beiden konkurrierenden Kölner Parfümhersteller 4711 und Farina. Bis jetzt war „Kölnisch Wasser“ für mich ein typisches „Oma-Parfüm“, diese Meinung habe ich nun etwas revidiert. Schön fand ich, dass die Autorin sehr einfühlsam das Thema Zölibat aufgegriffen hat, und neugierig gemacht hat mich der Roman zudem auf Köln-Ehrenfeld, jenes „Veedel“, das hier so liebevoll beschrieben wird, dass ich große Lust darauf bekommen habe, es einmal selbst zu erkunden.

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