Leserstimmen zu
Lennon

David Foenkinos

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Ob man sie nun live miterlebt hat oder in seiner Kindheit die weltberühmten Songs im Musikunterricht mitträllerte, jeder kennt sie: die Beatles. Ganz vorne mit dabei natürlich John Lennon, Friedensaktivist, Brillenträger und Verfasser etlicher Songs, die auch heute noch die Menschheit bewegen. Doch wer war Lennon bevor er zu dieser Ikone wurde? Und was steckte hinter der Fassade, die er für die Öffentlichkeit aufsetze? All das wird in David Foenkinos neuem Roman besprochen. Er lässt John Lennon dabei im Jahre 1975 auf der Couch eines Psychoanalytikers platz nehmen und munter aus seinem Leben erzählen. Dieser Roman war für mich eine neue und wahnsinnig interessante Art und Weise eine Biografie zu schreiben. Statt nur stupide Fakten aufzulisten, wird diesen hier tatsächlich Leben eingehaucht indem "Lennon" seine Sicht der Dinge wiederspiegelt. Natürlich sind diese Interpretationen der Ereignisse frei erfunden, die Geschehnisse selbst jedoch sind genauso passiert und wurden von Foenkinos sorgfältig recherchiert und in den Roman eingewebt. Dieses Buch mit seinen 224 Seiten bietet einen kurzen aber dennoch guten Überblick über die wichtigsten Ereignisse in Lennons Leben. Die Folgen des Ruhms und die Bürde die dieser sein kann, seine Liebe zu Yoko Ono, die Drogen und welche Geschichte hinter dem ein oder anderen Song steckt, werden hier aufgearbeitet. Mich fesselte dieses Buch von Seite eins und ich kann es nur jedem Liebhaber von Musikgeschichte oder Fan John Lennons empfehlen.

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Dies ist eine Romanbiografie über John Lennon, erzählt (scheinbar) von ihm selbst. Der Leser begleitet den Ex-Beatle zu seinem Psychoanalytiker, jedes Kapitel eine Sitzung. Analytiker sagen bekanntlich nicht viel, und so ist es ausschließlich die Stimme von John Lennon selbst, die uns berichtet. Laut Vorspann finden alle Sitzungen in der Zeit von Herbst 1975 bis zum 7. Dezember 1980 statt, also von der Geburt von Lennons zweitem Sohn Sean bis zum Tag vor dem tödlichen Attentat. Glaubhaft ist der Erzählansatz, dass es Johns neuer Rolle als Hausmann und Vater geschuldet ist, dass er sich Zeit zur Reflexion nehmen kann. Besonders gelungen ist vor allem der Erzählton. Dieser entspricht sehr dem Ton der vielen langen Interviews, die Lennon in den 1970er Jahren gegeben hat, die in voller Länge sowohl in Buchform (z.B. Lennon über Lennon. Leben in Amerika, Rowohlt Verlag 1981) als auch als Tondokumente veröffentlicht wurden. Auch im Roman hört man Lennons deutliche, zuweilen derbe Ausdrucksweise in sehr authentischer Weise. Nach einer kurzen Einleitung erzählt Lennon nach und nach sein ganzes Leben, von der Kindheit in Liverpool über die ersten Erfolge der Beatles in Hamburg bis zu deren kometenhaftem Aufstieg, der Trennung der Band bis hin zu seinem neuen Leben in New York als Friedensaktivist und Solokünstler. Die Geschichte ist nicht neu, über John Lennons Leben ist bereits viel veröffentlicht worden. Neu ist aber die Art des Erzählens. Der Autor fokussiert auf die persönlichen Beziehungen in John Lennons Leben, und zwar weniger die zu den anderen drei Beatles, sondern auf seine Eltern, Tante Mimi, bei der er aufwuchs, Halbgeschwister, die beiden Ehefrauen Cynthia Lennon und Yoko Ono sowie den Sohn Julian aus erster Ehe. Es wird kontrastiert, wie sich die Zeit seiner ersten Ehe während des Aufstiegs der Beatles und seine Abwesenheit während des Aufwachsens des Sohns Julian unterschieden von der zweiten Ehe mit Yoko Ono mit dem zweiten Sohn Sean, für den er zum Hausmann wurde. Aus Interviews ist uns bekannt, wie kritisch Lennon die Tourneezeit der Beatles im Nachhinein gesehen hat, welche Verletzungen er aus seiner Kindheit mitgebracht hatte, in der er sich von beiden Eltern im Stich gelassen fühlte und wie er während seiner Beziehung zu Yoko Ono versuchte zu heilen und zu sich selbst zu finden. Über den Beginn seiner Beziehung zu Yoko Ono schreibt der fiktive Lennon (S. 154): „Seltsamerweise war es dann Cynthia, die die Sache ins Rollen brachte. Sie hat festgestellt, dass ich offensichtlich Gefühle für Yoko hatte. (…) War das nicht völlig absurd? Oder sah sie die Dinge einfach nur klar? (…) Kannte Cyn mich womöglich viel besser, als ich dachte? Sie hat immer gewusst, dass ich starke Charaktere um mich herum brauche. Charaktere, die die Rolle von Mutter und Vater einnehmen. Sie hat erkannt, dass Yoko diese Rolle spielen und meine neue Mutter werden konnte.“ Der Franzose David Foenkinos, selbst studierter Musiker, Jazzgitarrist und lebenslanger Beatles-Fan, hat Lennons Lebensgeschichte gut recherchiert. Teilweise arbeitet er mit Fußnoten um zu unterstreichen, dass der natürlich fiktive Inhalt des Romans durch bestimmte Fakten und Daten untermauert wird. Das von ihm gezeichnete Bild gibt akkurat wieder, was aus anderen Sachbuchveröffentlichungen über Lennons Leben bekannt ist, aber durch die Romanform in viel unterhaltsamerer Weise. Dieser Roman entwickelt Sogwirkung. Lennons Erzählfluss zieht den Leser hinein in ein intensives, aufregendes Leben voller Höhen, Extreme und Abstürze. Der Leser scheint neben ihm zu sitzen, während er – immer noch der einfache Junge aus Liverpool - im Plauderton und ohne Längen dieses wahnsinnige und nur 40 Jahre kurze Leben erzählt, so wie er es (vielleicht) empfunden hat. Das Buch ist für jeden Beatles-Fan ein Muss und für alle Biografie-Fans sehr zu empfehlen!

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David Foenkinos hat in dieser Romanbiografie John Lennon sein Leben während 18 Sitzungen beim Psychater erzählen lassen, die vom September 1975 bis zum 7. Dezember, dem Vortag seines Todes, andauern. Angefangen von seiner unglücklichen Kindheit, seinem Leben bei seiner Tante, seiner Bandgründung und Kennenlernen der anderen Beatles über den Aufstieg, Drogenkonsum, Sinnsuche, Verwerfungen innerhalb der Band, seine Aggressivität, seine ständige Suche und seiner besonderen Liebe zu Yoko Ono u.v.m. läßt Foenkinos John Lennon erzählen und manchesmal tun sich Abgründe auf, die man so gar nicht erwartet hätte... Foenkinos betont, dass die dargestellten Begebenheiten wahr sind, jedoch seinem persönlichen Verständnis unterliegen. Sehr gut gefallen hat mir, dass zahlreiche Anmerkungen als Fußnoten auf belegte Zitate oder Begebenheiten verweisen, die Romanaussagen als untermauern. Hier habe ich manchesmal Weiterführendes online nachgelesen, insbesondere bei beschriebenen „Nebenhandlungen“, die ich zum Teil fetzenweise kannte und nun in einem ganz anderen Kontext erlebe; besonders bemerkenswert fand ich die Darstellungen zur Manson Familie, der Ermordung Sharon Tates und den Alkohlproblemen von Doris Days Sohn. So wage kann ich mich an Filmaufnahmen blutverschmierter Wände erinnern... und bin nun ganz überrascht darüber, dass als Auslöser satanische Verse in Songs der Beatles herhalten mußten. Aber auch andere Ereignisse, die ich schon wieder vergessen hatte oder damals überhaupt nicht einordnen konnte, sind nun, als Teil der gesamten Entwicklung der Beatles und speziell John Lennons viel eindrücklicher verstehbar. Insgesamt hat mir diese Romanbiografie außerordentlich gut gefallen; sie war spannend und sehr unterhaltsam zu lesen, hat mir die Beatles und insbesondere John Lennon fernab der gängigen braven „Schwiegermuttersicht“ aufgezeigt und viele damalige Zeitgeschehnisse in einen eindeutigen, nachvollziehbaren Zusammenhang gebracht.

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Literaturwerkstatt- kreativ / Blog stellt vor: „ Lennon“ von David Foenkinos „Mit fünfunddreißig Jahren hatte John Lennon eine schreckliche Kindheit, frühen sensationellen Ruhm, ruhelose Drogenjahre und die wichtigste Begegnung mit Yoko Ono hinter sich.1975 beschloss er, sich eine Auszeit zu gönnen und sich um seinen Sohn Sean zu kümmern“ John Lennon zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück, lebte in New York, brachte kein neues Album heraus und dachte über sein wahnsinniges Leben nach. Dafür lege er sich auf die Couch eines Psychoanalytikers und in 18 Sitzungen lässt er sein bisheriges Leben Revue passieren. Fazit: Nachdem mich David Foenkinos bereits bei seinem Buch "Das geheime Leben des Monsieur Pick” auf eine wunderbare Lesereise mitgenommen hatte, war ich auf „Lennon“ sehr gespannt. Denn gerade über John Lennon, über den schon unendlich viel geschrieben wurde, noch ein Buch zu schreiben, fand ich erst einmal ziemlich gewagt. Aber Foenkions hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. Allein die Idee, Lennon auf die Couch zu legen und aus seinem Leben erzählen zu lassen, fand ich genial. Denn wir Leser verkörpern quasi den Psychologen, werden die ganze Zeit direkt angesprochen und sind so hautnah dabei. Der Autor beruft sich auf Fakten aus Lennons Leben und würzt diese mit seinen eigenen Interpretationen. Und genau das macht dieses Buch außerordentlich spannend. Denn der Autor hat einen herrlichen leichten, aber vor allem humorvollen Erzählstil. Dabei schont er uns auch nicht, denn der britische Musiker war nicht nur lieb und nett, sondern konnte auch extrem gewalttätig werden. Man merkt beim Lesen, wie akribisch und mit wie viel Herzblut sich der Autor auf dieses Buch vorbereitet hat. Da ich die Biographie von John Lennon nur im Groben kannte, habe ich sehr viel Neues über ihn, aber auch über den Werdegang der Beatles erfahren. John Lennon, ein sehr exzentrischer Künstler mit enorm hohem Geltungsdrang, der anderseits aber auch Millionen von Menschen - mich eingeschlossen - mit seiner Musik begeistern konnte. Ja, es ist eine spannende Reise in die Vergangenheit, die sich auf jeden Fall lohnt. David Foenkinos gelingt es John Lennon eine Stimme zu geben, die hier absolut präsent ist. Ein weiteres schönes Buch von Foenkinos das ich verschlungen habe und mit Sicherheit nicht das Letzte. - „Charlotte“ wartet noch !!! Besten Dank an den DVA Verlag für das Rezensionsexemplar

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David Foenkinos legt eine fiktive Biographie vor Man muss kein Fan der Beatles und ihrer Musik sein, um sich für den Roman „Lennon“ zu interessieren und ihn zu mögen. Dem französischen Autor David Foenkinos gelingt es in dieser fiktiven Biographie, den Menschen John Lennon freizulegen, der in der Öffentlichkeit zumeist ausschließlich als einer der größten Rockstars aller Zeiten betrachtet wurde. Der Autor ergründet mit viel Empathie und stets mit einer gewissen Portion Witz die tiefsten Gefühle und die tragischen Aspekte des Lebens des Beatles-Gründers. Alle Welt glaubte, diesen John Lennon zu kennen. Aber wer war er wirklich? Foenkinos gibt Antworten auf diese Frage. Der Roman umfasst den Zeitraum 21. September 1975 bis 7. Dezember 1980 – dem Vortag des Attentats. Foenkinos lässt John Lennon einen Psychoanalytiker besuchen, dem er schonungslos offen und ohne Rücksicht auf sich und andere aus seinem Leben berichtet. Von den Anfängen der Beatles bis zu seinem Abschied von der Bühne. Er zeichnet den irrsinnigen Lebensweg und den rasanten Aufstieg zum Weltstar nach. Der frühe und kaum zu begreifende Ruhm, seine durch Alkohol und Drogen geprägten Jahre und seine exzessive Liebe zu Yoko Ono sowie der Einsatz für den Frieden werden ausführlich und tiefgründig beleuchtet. Zwischen Verletzlichkeit und Genialität David Foenkinos lässt den Menschen, Musiker und Weltstar John Lennon auf 219 Seiten monologisieren. Der ihm gegenübersitzende Psychoanalytiker bleibt ein unsichtbarer und stummer Zuhörer. Wir werden Zeuge, wie Lennon aus der Ich-Perspektive sein Leben Revue passieren lässt und begegnen dabei so mancher Überraschung, die der Welt bislang unbekannt gewesen ist. Der Leser erfährt von der Einsamkeit und Traurigkeit von Lennons Kindheit, die im Krieg begann. Lennons Vater, ein Seefahrer, der die meiste Zeit in der Welt unterwegs war, und seine Mutter, die auch aufgrund ihres Alters nicht in der Lage war, dem kleinen John ein Zuhause zu bieten, stehen im Fokus der ersten Sitzungen beim Psychoanalytiker. „Ich bin ein Kind der Einsamkeit. Meine Kreativität kommt aus dem Nichts“, lässt Lennon uns wissen und gibt einen Hinweis darauf, aus welcher schwierigen Gemengelage seine Neurosen und seine künstlerische Genialität erwuchsen. Die Kindheit hat eine tiefe und nicht zu heilende Wunde auf John Lennons Seele hinterlassen, lieferte ihm jedoch zugleich immer wieder Inspiration für seine unvergesslichen Songs. Lennon hat den Verlauf der Musikgeschichte für immer verändert. Seine Texte und Melodien sind auch knapp 40 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod allgegenwärtig. David Foenkinos kommt dem Seelenleben des begnadeten und leidenschaftlichen Musikers sehr nahe, ohne jedoch voyeuristischen Verlockungen zu erliegen. Er lässt den Leser den Menschen John Lennon verstehen und erkennen. An Fakten orientiert, interpretiert und erforscht Foenkinos das Leben und Wirken des Menschen John Lennon. Und zwar derart einfühlsam, dass der Mann aus Liverpool auch in den Situationen, in denen er von seinen mitunter drastischen Verfehlungen berichtet, nicht unsympathisch wirkt. Foenkinos legt mit „Lennon“ einen Roman vor, der durch seine ungewöhnliche Perspektive besticht und ungemein spannend und komisch daherkommt. David Foenkinos wurde 1974 geboren und lebt heute als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der mit Audrey Tautou verfilmt wurde. Foenkinos hat bereits mit seiner vielfach ausgezeichneten Romanbiografie „Charlotte“ bewiesen, wie er sich in eine historische Persönlichkeit hineinversetzen und diese porträtieren kann. Mit „Lennon“ gelingt ihm dies erneut.

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Er war unbestritten einer der größten Musiker des letzten Jahrhunderts und es gibt viele, die bei ihm nicht einmal vor dem großen Begriff „Genie“ zurückschrecken. Bis heute interessieren sich die Menschen vor allem dafür, was hinter der Fassade des legendären Beatles steckte. Wie tickte John Lennon wirklich? Wie gut oder schlecht verstanden er und Paul McCartney sich wirklich. Die beiden waren erst beste Freunde, dann größte Rivalen, Feinde fast – dann … ja, was? Waren sie wieder Freunde? Geschäftspartner? Duldeten sie sich um des schnöden Mammons Willen? Ertragreich war ihre Zusammenarbeit jedenfalls immer. Und dann gibt es da natürlich die Frau, an der sich die Geister scheiden, bis heute: War Yoko Ono Fluch oder Segen für Lennon? Seine größte Inspiration oder sein Untergang? David Foenkinos, der mir seit seinem grandiosen Roman „Charlotte“ sehr am Herzen liegt, hat sich mit der Idee, einen Roman über John Lennon zu schreiben, keine leichte Aufgabe vorgenommen. Oder wie es die französische Zeitung „Le Figaro“ so schön formulierte: "Inside John Lennon: Die Herausforderung war groß. David Foenkinos hat sie mit Bravour gemeistert." „Inside John Lennon“ – das bringt es tatsächlich auf den Punkt. Was der französische Autor hier vorlegt, ist kein Roman im herkömmlichen Sinne. Es liest sich wie ein autobiografisches Dokument, wie Tagebucheinträge Lennons, die endlich ans Licht gekommen sind, – oder besser ausgedrückt, wie schriftliche Aufzeichnungen von Mitschnitten. Foenkinos lässt „seinen“ Lennon achtzehn Sitzungen beim Psychologen absolvieren. Dabei redet sich der Roman-Lennon alles frei weg von der Leber, alles in schnodderigem Umgangston. Es ist ein Monolog, niemals antwortet, unterbricht oder fragt das Gegenüber. Lennon flucht, er schimpft, er lobt aber auch und nimmt zu harte Äußerungen auch wieder zurück. Kurz: Lennon menschelt. Ich tue mich schwer damit, dem Urteil von „Le Figaro“, dass Foenkinos seine Aufgabe mit Bravour meisterte, uneingeschränkt zuzustimmen, weil: Lennon menschelt mir manchmal zu sehr. Lennon war Brite, Foenkinos ist Franzose, ich lese die deutsche Übersetzung des französischen Werkes – das, was da an vorgeblich authentischer Lennon-Sprache auf dem Papier steht, ist mir manchmal einfach schon zu plakativ. Was weiß ich, wie Lennon geklungen hätte, wäre er Muttersprachler Deutsch gewesen – aber ob es nun das ist, was mir hier vorgesetzt wird – keine Ahnung! Ich kann nur subjektiv sagen, dass mich der Sprachduktus manchmal nervt. Ganz einfache, schlichte Sätze – eben eher gesprochene Sprache schriftlich fixiert. Der Autor lässt seinen Lennon in diesen Sitzungen nun von seinem Leben erzählen, natürlich beginnend bei der Kindheit, die in der Tat traurig und negativ prägend für den Musiker war: Seine Mutter verließ ihn, als er ein kleiner Stöpsel war. Er wuchs bei seiner Tante Mimi auf. Die Mutter tauchte nur immer wieder wie ein Deus ex machina auf, brachte Unruhe ins funktionierende System und verschwand dann erneut. Dramatisches spielte sich da vor den Augen des kleinen John ab. Jedes Kapitel hat einen unterschiedlichen Schwerpunkt und so erfährt der Leser viel über Lennons Biografie. Doch wer kennt ihn nicht, den Lebenslauf dieses Mannes? Wer wüsste nicht Bescheid über die Anfänge in Liverpool, die ersten großen Erfolge in Hamburg (yeah!) und den dann kometenhaften Auftstieg der „Pilzköpfe“? Das ist für mich das Hauptproblem dieses Buchs: Es ist genau genommen überflüssig. Sicher, es liest sich gut, denn Foenkinos kann einfach toll schreiben, doch was ich lese, ist Allgemeingut. So wie der ganze John Lennon Allgemeingut geworden ist. Ich glaube dem Autor, dass er seit Kindertagen ein großer Fan der Beatles ist, dass er viel und gut recherchiert hat – doch was gibt es heute denn noch, was man nicht über John Lennon wüsste? Während der ganzen Lektüre hatte ich von den beschriebenen Sequenzen merkwürdig lebhafte Bilder vor Augen – bis es mir endlich wie Schuppen von den Augen fiel: Irgendwann vor einigen Jahren gab es im Fernsehen mal einen dokumentationsartigen Film über John Lennon, den ich gesehen hatte, und der alles thematisierte, was im Buch auch angesprochen wurde. Ich hatte Tante Mimi klar vor Augen, sämtliche beschriebenen Situationen, so wie z.B. der Moment, als Touristenbusse vor dem Haus der alten Tante halten und hysterisch kreischende Damen Einlass verlangen (und anfangs bekommen!), weil sie Lennons Jugendzimmer sehen wollen. Nichts, was ich gelesen habe in dem grob 200 Seiten umfassenden Roman, war mir komplett neu. Alles hatte ich schon mal irgendwo gelesen, gehört, gesehen. Daher war auch der Spannungsbogen kaum vorhanden für mich. Einzig, dass Lennon phasenweise extrem gewalttätig geworden ist, war mir bislang nicht bekannt, und auch nicht, dass die lieben, guten Beatles gar nicht so lieb waren. Dass man ihnen das Image, wie die Bilderbuchschwiegersöhne auszusehen, aufgedrückt hatte – und dass sie in Wirklichkeit genauso über die Stränge geschlagen haben wie die Stones. Sowohl was Sex als auch was Drogen angeht. Und so lege ich das Buch nach zwei Abenden netter, aber doch wenig außergewöhnlicher Lektüre beiseite und bin unentschlossen, was ich dazu sagen soll. Ein gutes Buch über ein zu bekanntes Thema. Ein wenig melancholisch werde ich, als ich den Epilog lese, denn tatsächlich stehen dort die paar Sätze, die mich sehr anrühren, mehr als der ganze restliche Roman: "Der Verwundete wird so schnell wie möglich ins Roosevelt Hospital gebracht. Unterwegs bemüht sich der Beamte, Lennon bei Bewusstsein zu halten. Er verliert zu viel Blut. Der Polizist fragt ihn: „Sind Sie John Lennon?“ Lennon antwortet Ja. Das ist sein letztes Wort. Er stirbt kurz vor Mitternacht."

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Zum Inhalt: David Foenkinos schreibt aus der Sicht von John Lennon über Sitzungen bei einem Psychologen. Der Zeitraum erstreckt sich zwischen dem 27.09.1975 und dem 07.12.1980 (dem Vortag des Attentats). Lennon erzählt uns alle wichtigen Ereignisse aus seinem Leben, von der frühen Kindheit beginnend bis kurz vor seinem Tod. Zwar beruht alles auf wahren Begebenheiten, aber der Autor selbst gibt zu, dass er seine eigene Interpretation hat einfließen lassen. Besonderes: Das interessante an der Schreibweise dieser Romanbiografie ist, dass der Leser den Psychologen symbolisiert. Wir werden also während des Lesens ab und an direkt angesprochen, was ich als angenehm und als mal etwas anderes wahrgenommen habe. Antworten tun wir, also der Psychologe, allerdings niemals. Ein überaus interessantes Konzept, wie ich finde. Schon von der ersten Seite an konnte mich auch der neue Roman von David Foenkinos wieder voll in seinen Bann ziehen, besonders da mir John Lennon absolut fremd war. Lediglich seinen Namen kannte ich und mehr nicht. Jetzt, nach diesem Buch, habe ich das Gefühl ich hätte seinen Charakter kennen- und zum Teil verstehen gelernt. Der Charakter von John Lennon hat sich als äußerst komplex und hochinteressant entpuppt. Die Geschehnisse, sein Humor sowie die Gedankenwelt von ihm konnten mich vollkommen für sich begeistern. Wir lernen seine schwierige Gefühlswelt kennen. Berühmt und stets einsam und allein. Für mich als Leser eine einzigartige Erfahrung diesen Widerspruch näher erläutert zu lesen. Außerdem fand ich es schön, dass der Leser förmlich spüren kann, wie viel Mühe sich der Autor gemacht hat, den Roman wirklichkeitsgetreu wie möglich zu halten. Seien es jetzt die weltbekannten Fakten über John Lennon selbst, seine Ausdrucksweise oder sein bestimmter Humor, Foenkinos hat durch verschiedenste Recherchen versucht alles so realistisch wie möglich zu halten und das ist ihm meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Kurzum: Ein weiteres Meisterwerk Foenkinos, das ich verschlungen habe.

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Obwohl 1974 geboren, bin ich mit den Beatles groß geworden. Meine Mutter war Fan, die Platten liefen bei uns rauf und runter. Um es zu präzisieren, sie war McCartney-Fan und ließ kein gutes Haar an John Lennon, noch weniger an Yoko Ono. Und damit wären wir auch schon beim Thema. Der Bestseller-Autor David Foenkinos, bekannt u.a. durch "Nathalie küsst", hat sich an die Mammutaufgabe gemacht, John Lennons Leben zu erzählen. Aber nicht nur das, er lässt Lennon selbst sprechen, und zwar bei nicht näher definierten Sitzungen, vermutlich bei einem Psychiater, über Jahre hinweg. Beginnend mit seiner Kindheit und Jugend, berichtet Lennon vom schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern, von der in ihm heranwachsenden Wut, der Einsamkeit, der Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Weiter geht es mit der Bandgründung, den ersten Alkohol- und Drogenerfahrungen, den ersten Gewaltausbrüchen, Erfolgen und Niederlagen. Was dann kommt, weiß eigentlich jeder: Beatlemania, der Aufstieg zur bekanntesten Popband aller Zeiten, ein nicht fassbarer Irrsinn mit Millionen von Fans weltweit. Danach kann es nur noch bergab gehen, bis zur Auflösung der Truppe, Lennons Beziehung zu der japanischen Künstlerin Yoko Ono und seinem Tod durch einen Attentäter 1980. Das ist viel Stoff für ein eigentlich gar nicht so dickes Büchlein. Und so fliegt man durch Lennons Leben, reißt hier etwas an, schaut da ein bißchen hin, es fühlt sich an wie eine Fahrt auf der Wasserrutsche. Man erfährt, dass er gar nicht der nette Nachbarsjunge ist, als den ihn die Medien eine Zeit lang darstellen, dass er die meiste Zeit seines Lebens betrunken oder stoned oder beides war, dass er wohl durchs Leben ging ohne Rücksichtnahme oder Mitgefühl, insgesamt also ein riesengroßer ... war. Foenkinos gelingt es sehr gut, einen Ton zu finden zwischen Selbstverherrlichung und Minderwertigkeitskomplexen, der wohl tatsächlich Lennons Wesen ausmacht. Er hat sicherlich gut recherchiert, Interviews ausgewertet, Artikel gelesen und sich auch sonst alle Mühe gegeben. Und trotzdem bleibt John Lennon blass. Es ist eben nicht Lennon, der da spricht, sondern Foenkinos, der versucht, sich in Lennon hineinzudenken. So könnte es aber die Stimme jedes beliebigen Popstars sein. Die Eckdaten stimmen, lebendig gerät der Text dadurch noch lange nicht. Wahrscheinlich ist es schlichtweg nicht möglich, sich in den sprunghaften, teilweise wirren Geist Lennons einzudenken, so wie es ja auch nicht möglich ist, das Phänomen "Beatles" wirklich zu erklären. Ein unterhaltsamer Roman, der für manchen eventuell ein paar Überraschungen bereit hält. Man muss die Beatles nicht kennen, um das Buch zu lesen, es könnte aber beim Verständnis der Abläufe helfen.

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