Leserstimmen zu
Auch alte Wunden können heilen

Dami Charf

(4)
(2)
(0)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Im Buch „Auch alte Wunden können heilen“ beschäftigt sich die Autorin, Dami Charf, mit dem Thema, wie Verletzungen aus unserer Kindheit unser Leben bestimmen und wie man sich davon lösen kann. Der Inhalt unterteilt sich grob in folgende Themen: Was sind frühe Wunden überhaupt? Was ist Selbstregulation und warum ist diese so wichtig? Welche Bindungsformen gibt es in unserer Kindheit und welche Auswirkungen haben diese auf unser Leben im Erwachsenenalter? Was sind die fünf Lernaufgaben und welche Rolle spielen diese in unserer Entwicklung?
Wie funktioniert unser Gehirn in Bezug auf Traumata und unser psychisches Empfinden? Welche Schutzmechanismen hat sich unser Körper eingerichtet? Welche Wege können Betroffene gehen, um eine „Heilung“ zu erlangen? Welche Bedeutung hat hierfür eine Psychotherapie und was gibt es dabei zu beachten? Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, gut verständlich. 
Das Buch liefert insgesamt sehr viele Informationen und ist fachlich ein guter Einstieg in dieses Thema. Obwohl ich mich schon viel mit ähnlichen Themen (Inneres Kind, Prägungen durch die Kindheit, Bindungsmuster, Beziehungstypen) auseinander gesetzt habe, gab es für mich in diesem Buch noch einige „Aha-Momente“. An der Stelle, als auf Gefühle und Emotionen eingegangen wurde, hätte ich mir noch einen kurzen Exkurs dazu gewünscht, wie Gefühle überhaupt entstehen. Für mich wäre das zwar nichts neues gewesen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das an dieser Stelle für den ein oder anderen Leser sehr hilfreich gewesen sein könnte. Der Untertitel des Buchs ist leider ein wenig irreführend. Durch „…und wie wir uns davon lösen können“ verspricht sich so mancher Leser vermutlich eine Art Ratgeber zur Selbsthilfe. Als das kann man das Buch aber nur sehr bedingt ansehen. Es bietet eine gute Grundlage für Hintergrundwissen, die Autorin betont aber auch immer wieder, wie schwer der Weg ist und wie wichtig es ist, dabei bei Bedarf auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Alles in allem ein hochinteressantes Buch, dass ich gern weiterempfehlen möchte.

Lesen Sie weiter

Ein Buch, das mich nachdrücklich sehr beeindruckt hat: Im ersten Kapitel geht es darum, „wie frühe Wunden auf unser Leben wirken – und warum das Problem selten das Problem ist„. Viele Menschen suchen nach Lösungen für Symptome, wie Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit, Kraft- und Energielosigkeit bis hin zu Depression und Burn Out. Doch häufig helfen einfache Lösungen und Selbstmedikation nicht weiter, weil das Problem tiefer, nämlich in frühen Erfahrungen, liegt. Frühe Entwicklungstraumata können die Ursache dafür sein, dass wir als Erwachsene Schwierigkeiten damit haben, uns selbst zu regulieren. Selbstregulation ist wichtig, um uns zum Beispiel nach Stress zu beruhigen, um uns zu erholen und zu entspannen, uns zu konzentrieren, mit Frust umzugehen, Gefühle und Impulse wahrzunehmen und zu kontrollieren, innezuhalten, bevor wir nach einem Reiz reagieren. Die Autorin zeigt auf, wie hinderliche Bindungsmuster entstehen. Im zweiten Kapitel beschreibt die Autorin ausführlich fünf Lernaufgaben, die wir von Geburt an haben und die wesentlich mitbestimmen, wie gut wir später für unser Leben gerüstet sind: 1. Sicherheit und Willkommensein, 2. Bedürfnisse und Sattwerden, 3. Hilfe annehmen können, 4. Selbstständigkeit und Verbundenheit, 5. Liebe und Sexualität. In diesem Kapitel beschreibt sie sehr anschaulich, wie schon die Geburt und soagar die Zeit davor prägend sind für unser Leben, auch wenn wir uns nicht aktiv daran erinnern können: „Die Prä- und Perinatale Psychologie geht davon aus, dass bei der Geburt bereits Lebensskripte für die gesamte Lebenshaltung gelegt werden. Kommen wir mit Todesangst auf die Welt, weil uns die Nabelschnur fast erdrosselt hat? (…) Oder kommen wir in Ruhe in einem warmen abgedunkelten Raum auf die Welt und werden liebevoll auf Mamas Bauch gelegt?“ Alles, was wir in uns tragen, was uns aber nicht bewusst ist, bestimmt und prägt maßgeblich unser Leben. Häufig ist uns gar nicht klar, woher die ungesunden Muster kommen. „Jede Form von Trauma ist immer eine Trennung von sich selbst, von der eigenen Körperlichkeit, und eine Trennung von anderen Menschen. Letztlich isoliert uns ein Trauma vom Leben und der Lebendigkeit.“ Die Autorin beschreibt im dritten Kapitel ausführlich, wie sich unsere Prägungen in unserem Körper und unserer Persönlichkeit ausdrücken. Deshalb ist es vor allem anderen wichtig, einen guten Bezug zu unserem Körper herzustellen und zu lernen, ihn zu fühlen und wahrzunehmen. Um aus alten Handlungsmustern auszusteigen und Heilung zu erfahren, sieht die Autorin die wichtigsten Schritte darin: „Den eigenen Körper wieder zu fühlen und darin Heimat zu finden, die Selbstregulation zu erhöhen, Emotionen regulieren zu lernen, die eigene Kontakt- und Beziehungsfähigkeit zu stärken.„ Sich nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzen zu wollen, bedeutet, sie in einem Keller mit Falltür einzusperren. Mit einem Bein müssen wir immer auf der Türe stehen bleiben und unser Bewegungsradius ist zeitlebens sehr begrenzt. Dieser Vergleich der Autorin hat mich sehr bewegt.

Lesen Sie weiter

Auf dieses Buch bin ich wegen des schönen Covers aufmerksam geworden. Der Titel “Auch alte Wunden können heilen” hat mich dann total neugierig gemacht. Kurz reingelesen war mir klar: Das Buch möchte ich unbedingt lesen. Oft schon habe ich mich gefragt, warum manche Menschen auch in sehr katastrophalen Situationen noch positiv zum Leben eingestellt sind. Sogar am Sterbebett, unter starken Schmerzen, ein Lächeln auf den Lippen haben. Dabei ist es keineswegs so, dass es diese Menschen immer leicht gehabt haben. Antworten findet man in diesem wertvollen Ratgeber für sämtliche Situationen. Der Schwerpunkt liegt auf Traumas, die jeder Mensch irgendwann einmal erleben musste. Der eine mehr, der andere weniger. Es wird genau erklärt, warum gerade die ersten Lebensjahre so wichtig sind. Sie sind die Grundlage dafür, wie wir später mit Problemen umgehen. Wie wir uns selber regulieren können. Die Autorin hat einen sehr leicht verständlichen Schreibstil. Man spürt zwischen den Zeilen, dass sie aus eigener Erfahrung heraus schreibt. Das meiste dürfte jeder etwas ältere Mensch selber wissen. Wie man jedoch damit umgeht, wird genau erläutert. Besonders fasziniert hat mich das Kapitel >>Sicherheit und Willkommensein – wie das Leben beginnt.<< Die Geburt wird oftmals unterschätzt. Warum der Kaiserschnitt nicht so gut für das Kind ist, wird auch erklärt. Ich wusste ehrlich gesagt bis dato nicht, dass der Beruf Hebamme als solcher mehr oder weniger am Aussterben ist. Bauch auf – Kind raus! Selbstregulierung ist das Zauberwort. Dami Charf weist darauf hin, dass das Verstehen allein, keine Heilung bringt. Wie man seine Traumas am besten in sein Leben integriert. Es ist nie zu spät, sich mit seinen Traumas zu befassen. Der Spruch “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” ist out! Mit einem federleichten Schreibstil zeigt die Autorin Wege. Zeigt, dass es sich lohnt den steinigen Pfad zu gehen. Mir hat dieser Ratgeber sehr gut gefallen. Ich habe einige Antworten erhalten. Eine absolute Empfehlung von mir.

Lesen Sie weiter

Dami Charf hat ein wertvolles Buch geschrieben. Sie macht darauf aufmerksam, wie emotionale Wunden der Kindheit ein ganzes Leben lang wirken. Psychotherapie ist oft nicht erfolgreich, da sie Körper und Gefühle nicht einbezieht. Warum dies so ist, erklärt Dami Charf anhand der Neurobiologie. Auch komplexe Trauma-Theorien erläutert sie verständlich. Auf meinem Blog habe ich eine ausführliche Rezension geschrieben. Auf den Link hinter meinem Namen klicken.

Lesen Sie weiter

viel Empathie und Gefühl

Von: Michael Lausberg aus Doveren

28.09.2018

In den ersten Lebensjahren werden die wichtigsten Grundlagen für ein erfülltes Leben und die Erfahrung von Bindung, Zugehörigkeit und Kontakt geschaffen: „Die Erfahrungen, die uns am stärksten geprägt haben, reichen zurück in unsere ersten Lebensjahre, in eine Zeit also, an die wir uns normalerweise nicht erinnern können. Das macht es für viele Menschen schwer, zu erkennen, welche existenzielle Bedeutung diese Phase für uns hat. (…) Frühe Wunden verhindern die Entstehung dieser Grundlagen oder schränken sie ein werfen so einen langen Schatten auf das Leben vieler Menschen.“ (S.12) Menschen, die dies nicht erfahren haben, leiden oft ein ganzes Leben darunter: Gefühlsunausgeglichenheit, Ängste, Depressionen, wenig Selbstvertrauten und unerfüllte Beziehungen sind oft die Folge. In diesem Buch beschreibt die Traumatherapeutin Dami Charf, wie frühe Erfahrungen auf unser Leben wirken und uns in vielen Punkten prägen. Sie zeigt darin auf, wie alte Wunden heilen können, man wieder mit sich selbst in Kontakt kommt, innere Sicherheit gewinnt und liebevoller im Umgang mit sich selbst zu werden. Ihre Erfahrungen als Therapeutin beschreibt sie so: „Ich möchte also meine Klienten bei der Bewusstwerdung ihrer verdrängten Muster und ihrer Sicht auf die Welt unterstützen. Der nächste Schritt besteht darin, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und gemeinsam die fehlenden Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Mein Ziel in der Therapie ist es, dass ein Mensch wieder Wahlmöglichkeiten hat und sein Leben selbst gestalten kann.“ (S. 269) Als Ausweg dient weiterhin die Fähigkeit zur Resilienz: „Das Herzstück jeder Resilienz ist etwas, das seit Jahren im Mittelpunkt meiner Arbeit steht. Es ist die Tätigkeit einer Person, innere Erregung (Sprich Stress) zu regulieren. Je resilienter eine Person ist, desto besser kann sie auf Stresskreisläufe einwirken und diese regulieren. (…) Wir müssen also lernen, wie wir einerseits Erregung besser regulieren können und andererseits neue neuronale Muster erschaffen, indem wir uns erziehen, anders zu denken.“ (S. 203) Das Buch erläutert mit viel Empathie und Gefühl, wie sich frühe Erfahrungen auf unser späteres Leben auswirken können. Es ist fachlich gut beschrieben, strukturiert im Aufbau und in einer verständlichen Sprache geschrieben. Die Interventionsmöglichkeiten können Patienten Hoffnung machen, in einer Therapie sich selbst neu zu finden.

Lesen Sie weiter

Heilsame Befreiung von Lebensbeeinträchtung durch Traumata

Von: Jutta Verhoef, körperorientierte Psychotherapie aus Göttingen

30.07.2018

hilfreich, spannend und voller Mitgefühl nimmt die Autorin sich des Themas an. Sie weckt Verständnis für die Thematik der Bindungs- Entwicklungstraumata und dem Erleben der Betroffenen. Sie vermittelt aktuelle Traumatheorie und Forschungsergebnisse verständlich und praktisch bezogen. Insbesondere der Fokus auf die Auswirkungen von Traumata auf das Körpererleben und zugleich die Beschreibung der Befreiung von Auswirkungen des Traumas durch die Fähigkeiten des Körperempfindens sind sehr eindrucksvoll und hilfreich beschrieben. Dieses Buch ist interessant für und bezugnehmend auf das Erleben jedes Lesers, jedoch insbesondere für Betroffene durch Traumata, wie deren soziales Umfeld, wie auch für Therapeuten und helfende Berufe. Dieses Buch ist eine Bereicherung in der Landschaft der bisherigen Veröffentlichungen über Traumaerleben und -therapie. Vielen Dank für dieses schöne, sehr hilfreiche Buch

Lesen Sie weiter