Leserstimmen zu
North Wild Kitchen

Nevada Berg

(3)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 30,00 [D] inkl. MwSt. | € 30,90 [A] | CHF 41,50* (* empf. VK-Preis)

Nevada Berg stammt eigentlich aus Utah, wohnt allerdings jetzt mit ihrem norwegischen Mann und Sohn in Norwegen. Dort hat sie ihre Liebe zur norwegischen Cuisine entdeckt und besonders die traditionelle Küche hat es ihr angetan. Wir wurden bereits vor einigen Jahren auf sie aufmerksam, weil ihr Food-Blog North Wild Kitchen einfach bezaubernd ist. Sie kombiniert Familien-Rezepte mit ihren eigenen Ideen, experimentiert und kreiert. Im Interview erzählte sie uns damals, was sie an der nordischen Küche so liebt. Jetzt hat sie ein Kochbuch herausgebracht und es ist genauso spannend wie ihr Blog! Nevada Bergs Rezepte sind vielfältig und innovativ und in keiner Weise vergleichbar mit dem Stereotyp der “gekochten Kartoffeln mit Soße und Fleisch”. Seit Nevada sich mit der norwegischen Cuisine beschäftigt, ist sie ein Fan. “Mein Bild der norwegischen Küche wandelte sich von einem bedauernswerten Stereotyp zu einer Welt mit beerendurchzogener Elchwurst, Rakfisk, Brennnesselsuppe, Rhabarbersaft aus Birkenwasser, selbst gebrautem Bier sowie selbst produziertem, traditionellem Käse und Porridge.”, schreibt sie im Vorwort. Zu Beginn schreibt Nevada direkt: “Es gibt traditionelle Rezepte, die seit Jahrhunderten weitergegeben werden, und es gibt neuere, die bereits so sehr in der Kultur verankert sind, dass man sie für traditionelle Mahlzeiten halten könnte. Zudem stelle ich auch Rezepte vor, die norwegische Zutaten in innovativer Form verwenden.” Und die Vielfalt der Rezepte ist tatsächlich beeindruckend. Ihr Buch gliedert sich nach der Herkunft der Zutaten und die Kapitel heißen “Früchten der Natur”, “Ernte”, “Almwirtschaft” oder “Jagd”. Gerade Rezepte, die vielleicht gewöhnlich klingen, schmecken besonders gut und sind leicht nachzukommen. Die “Blumenkohlsuppe mit Fenchel” ist so ein Beispiel und die “Sahnetorte mit frischen Beeren” ist ein kulinarisches Gedicht. Aber nicht alle ihre Rezepte sind immer so alltagstauglich — so gibt es u.a. “Rentier-Eintopf mit Samisk-Brot” oder auch “Fisch vom heißen Stein mit Kartoffeln”. Die Texte vor den Rezepten sind aber so besonders und spannend zu lesen, dass es eine reine Freude ist, über die norwegische Küche zu lernen. Die ausführlichen Erklärungen zu den Rezepten und den einzelnen Themen liefern außerdem historische Hintergründe und erzählen über das Leben der Menschen in Norwegen.

Lesen Sie weiter

Zum Inhalt: - Sankingen (Früchte der Natur) - Vann (Gewässer) - Selteren (Almwirtschaft) - Innhøstingen (Ernte) - Jakten (Jagd) - Stabburet (Vorratskammer) - Bålet (Lagerfeuer) - Jernet, Takken of Ovnen (Waffeleisen, Backplatte und Ofen) Es gibt feine Bärlauchsuppe, Cremiger Kartoffelsalat mit Sauerampfer, Porridge 🥣 mit Fichtenspitzen und Brombeeren, Rommegrøt Eis 🍦 (Softeis), Rustikaler Birnenkuchen, Vogelbeer Gelee, Stockbrot mit Karotten 🥕 und Hafer 🌾 und viele viele weitere Rezepte 👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼 Wahnsinnig interessante, kreative Rezepte mit Zutaten welche ich bisher noch nie verwendet habe. Ob Vegan 🌱 Vegetarisch 🌱 Fleischig oder Fischig von allem etwas 👍🏼 Absolut klasse Buch 📖 tolle Aufnahmen Tolle Rezepte. Kochen mit und aus der Natur 🌻

Lesen Sie weiter

Nevada Berg ist Amerikanerin. Aufgewachsen ist sie in Utah mit verwandtschaftlichen Wurzeln in Colorado und mit dem Gefühl einer gewissen Rastlosigkeit und einer Liebe für die Berge. Der Liebe wegen zog sie mit ihrem norwegischen Mann nach Norwegen – und dort legte sie ihre Rastlosigkeit ab und wurde richtig heimisch. Sie gründete ihren Blog über die norwegische Küche – und daraus ist nun dieses Buch entstanden. Ich war sehr neugierig auf dieses Buch. Wir sind einmal durch Norwegen gereist und wir haben dieses Land geliebt – sowohl die spektakuläre Landschaft als auch die entspannten, offenen Menschen. Was uns nicht so angesprochen hat, waren Lebensmittelauswahl und Küche. Wir waren im Mai da und es gab Rüben. Und Kraut. Ok. Und Fisch. Wir waren nicht überzeugt. Also, schauen wir mal, ob sich das jetzt geändert hat. Ich fange mal von außen an – genau wie die norwegische Landschaft ist das Buch sehr, sehr schön: Mattes, leicht grau getöntes Papier, Fadenheftung, ein ruhiges, übersichtliches Layout und viele schöne, atmosphärische Fotos. Es gibt wunderbare Landschaftsfotos und die Foodfotos sind meist ganzseitig und wunderbar auf das Essen fokussiert. So, jetzt aber zum Inhalt – noch was anderes als Kraut und Rüben? Schon mal vorweg – ja. Und wie. Nevada Berg hat ihr Buch in verschiedene Themenkreise unterteilt: da geht es zunächst um Dinge, die man in der Natur sammeln kann. In Norwegen gilt ja das Jedermanns-Recht – man darf im Freien campen und man darf ernten; für den eigenen Bedarf. Man hat großen Respekt vor der Natur, nimmt nur das, was man gerade braucht und achtet darauf, der Natur nicht zu schaden. Ich bin heute noch beeindruckt davon, wie gut das funktioniert – wenn die Menschen wandern gehen und Picknick machen, nehmen sie ihren Müll ganz selbstverständlich wieder mit nach Hause und entsorgen ihn dort. Vergleicht das mal mit hier. Aber das ist ein anderes Thema. Es geht in diesem Kapitel um Lebensmittel die man sammeln kann, und entsprechend gibt es zum Beispiel Kartoffelsalat mit Sauerampfer oder Porridge mit Fichtenspitzen. Dann geht es ans Wasser – es gibt ja genügend Gewässer in Norwegen und Fisch ist allgegenwärtig. Wir haben ihn seinerzeit oft sogar geschenkt bekommen – es gibt einfach genug. Der Fisch muss haltbar gemacht werden, und so gibt es Rezepte wie heiß geräucherte Makrele oder Bacalao, aber auch Fischburger oder Ofenlachs mit Gurkensalat. Was mir wirklich neu war, war die Wertigkeit von Milchprodukten in Norwegen – das entsprechende Kapitel hat mich richtig gepackt; überschrieben ist es mit “Almwirtschaft”. Da gibt es selbstgemachte Butter, auch aus Sauerrahm, Rommegrøt-Eis und selbstgemachten Sauerrahm. Um landwirtschaftliche Produkte geht es im nächsten Kapitel – es wird viel Obst angebaut, und auch Viehzucht hat Tradition. Entsprechend finden wir Lamm-Kohl-Eintopf ebenso wie Birnenkuchen. Und auch die Jagd hat Tradition in Norwegen; es ist eine Mischung aus dem Bedürfnis, sich selbst zu versorgen und der Freude, an der frischen Luft zu sein. Das Kapitel ist ein wenig schwierig, denn Elch und Co. sind hier ja eher nicht aufzutreiben. Die Winter sind lang in Norwegen (für mich ein echtes Argument, die Auswanderungspläne dann doch aufzuschieben), da ist eine gut bestückte Vorratskammer Gold wert. Es gibt Kartoffel-Fladenbrot, verschiedenes Pökelfleisch vom Lamm, oder Dinge, die sich aus dem Vorrat herstellen lassen wie einen Erbsensuppen-Wrap. Das ist ja schon ganz schön lang geworden…es gibt noch Essen, das man am Lagerfeuer zubereitet – ja Stockbrot oder über dem Feuer gebrühter Kaffee, aber auch Forelle vom Hozbrett oder Hot Dogs in spannenden Varianten. Und schließlich wird noch gebacken – Waffeln, Lefse, Kartoffelfladenbrot. So, gut jetzt. Die Rezepte sind ordentlich strukturiert und funktionieren. Manchmal bilden die Zutaten eine Grenze – aber Nevada West erklärt auch, wie man Moltebeeren, Elchfleisch und anderes gut ersetzen kann; dazu gibt es am Anfang des Buches nützliche Hinweise. Es gibt zu jedem Rezept einige persönlich geschriebene einführende Worte, und auch zu jedem Kapitel gibt es eine kleine Vorrede, in der man Interessantes über Norwegen und seine Esskultur erfährt. Abgerundet wird alles durch ein ausführliches Rezept-Register. Fazit: Dieses Buch bietet einen tollen Zugang zur norwegischen Küche; mir ist jetzt klargeworden, wie facettenreich sie ist. Auch die Mischung ist spannend – es gibt althergebrachte Klassiker, Rezepte die erst seit neuerer Zeit zur norwegischen Kochkultur gehören und auch Gerichte, bei denen Nevada Berg aus klassischen Zutaten etwas Neues geschaffen hat. Abgerundet wird alles durch schön erzählte Geschichten und eine wunderbare Bildsprache.

Lesen Sie weiter