Leserstimmen zu
Wo die Angst beginnt

Rachel Abbott

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Schwierig, schwierig. Im Grunde haben wir hier einen soliden Thriller. Beide weiblichen Hauptfiguren sind schwierige Charaktere. Keine von beiden ist sympathisch oder erschien mir als Leser eine verlässliche Erzählerin. Evie ist mit dem Fotografen Mark North zusammen. Die beiden haben eine kleine Tochter. Marks Schwester Cloe ist nahezu krankhaft auf Mark fixiert. Sie will ihn beschützen und seine Karriere als Künstler fördern. Sie betreibt seine Galerie und managt seine Aufträge. Natürlich ist keine Frau gut genug für ihren Bruder. Weder seine erste Frau, die bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, noch Evie. Evie hat sich seine Bekanntschaft erschlichen. Soviel ist uns Lesern gleich klar. Warum und was sie beabsichtigt, wird erst sehr spät deutlich. Evie erleidet immer mal wieder Unfälle. Sie klemmt sich die Hand, verbrüht sich usw. Und diese Unfälle passieren immer, wenn Mark wegen einem Auftrag vereisen muss. Auch Marks erste Frau starb kurz nachdem er das Haus für eine Reise verlassen hat. Ist Evie ungeschickt oder steckt mehr hinter diesen Unfällen? Ist gar Mark dafür verantwortlich? Das Buch beginnt damit, dass die Polizistin Stephanie zu einem Tatort gerufen wird. Diesen Tatort kennt sie bereits. Es handelt sich um das Haus von Mark Frost. Damals musste sie dorthin, weil seine Frau einen tödlichen Sturz erlitten hatte. Nun findet sie zwei blutüberströmte Körper vor. Mark ist tot aber Evie lebt noch. Und sie gibt zu, Mark getötet zu haben. Ich fürchte, meine Zusammenfassung, in Anlehnung an den Klappentext, klingt spannender, als das Buch dann tatsächlich ist. Das Problem hier ist definitiv die Erzählweise. Es ist weder spannend geschrieben noch weckt die Autorin Interesse an ihren Figuren. Dabei sind im Grunde, und vor allem, nachdem man das Ende kennt, beide Frauenfiguren nicht uninteressant. Aber der unterkühlte und distanzierte Schreibstil lässt zu keinem Zeitpunkt eine Verbundenheit mit den Figuren aufkommen. Beide Frauen erschienen eher immer unsympathischer je besser man sie kennenlernt. Am sympathischsten ist noch die Ermittlerin Stephanie, aber sie nervt mit ihrem Liebeschaos mit ihrem Kollegen (der wie ein totales A***loch rüberkommt und man sich die Haare raufen möchte, warum sie sich nach ihm verzehrt). Die Story wird in zwei Teilen erzählt. Zuerst wird die Geschichte um Evie, Mark und Cloe aufgebaut. Im zweiten Teil dann geht es um die Gerichtsverhandlung. Ich hatte am Anfang Probleme, in die Story hineinzufinden. Der Schreibstil ist sehr unterkühlt und auch sehr langsam. Es wird etwas besser während der Gerichtsverhandlung. Auch gegen Ende kam endlich eine gewisse Spannung auf. Allerdings kommt das Ende dann irgendwie aufgesetzt rüber. Ich empfand das Buch gleich von Anfang an als nicht besonders spannend und habe mich ein wenig gequält. Thriller rund um Erzähler, denen man nicht trauen kann, gibt es zuhauf. Die Autorin lässt uns Leser leider hier zu sehr auf Distanz und ihre Charaktere sind zwar interessant aber sie verkauft sie uns einfach zu unsympathisch und zu unterkühlt. Mir hat hier einfach Spannung, das Mitfiebern und Miträtseln gefehlt. Ich war nie drin in der Geschichte. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und auch schon viele gute Kritiken über das englische Original gelesen. Leider hat mich dann aber das Buch nicht überzeugen können.

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