Leserstimmen zu
Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus

Susanne Hasenstab

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Hardcover
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Dieses Buch werde ich zweimal lesen. Eine Pflichtlektüre für jede Frau ab 30 Jahren:) Herrlich ehrlich und man findet sich schnell wieder, wenn auch in anderen Rahmenbedingungen. Manchmal möchte man aus dem gewohnten, geplanten Alltag und seinen Zukunftsaussichten einfach ausbrechen. Humorvolle Darstellung aller Charaktere.

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Wenn man wüsste, was man will, würde man's ja machen ... Das Cover: Das Cover ist sehr farbig. Es ist wie eine Zielscheibe aufgebaut. Von oben sehen wir in der Mitte in einem orange-rötlicher Kreis eine Frau stehen, die ihre Arme verschränkt hat. Darum ein größerer grüner Kreis, und darum wieder ein noch größerer orange-rötlicher Kreis. Danach wird das Cover rosa-rötlich. Der Titel umgibt das ganze in weiß. Ich finde, das Cover fällt sehr durch seine Farben auf und es passt auch ein bisschen zu Katjas Geschichte. Ohne Schutzumschlag ist das Buch in einem hübschen Grün, innen sind viele kleine Musterhäuser zu sehen. Sehr passend und lustig. Die Geschichte: Katja ist 31, und schon eine Weile mit ihrem Freund Jonas zusammen. Das nächste Projekt steht nun an: ein eigenes Eigenheim. Nach einer für Katja nicht so begeisterten Besichtigung will Jonas mit ihr und einem befreundeten Pärchen zur "Langen Nacht der Musterhäuser". Doch Katja hat keine Lust, und geht lieber zu einer Veranstaltung ihres Bekannten Heinrich, auf der sie durch einen kleinen Unfall den Krimiautor Robert Klotzky kennenlernt. Von da an und nach einer Geburtstagsfeier ihrer Freundin Inga mit Gesprächen über Familie, Kinder und Häuser ändert sich Katjas Leben ... Meine Meinung: Zum ersten Mal etwas von dem Buch gehört habe ich auf dem Bloggerportal-Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse 2019. Das Buch gab es als Rezensionsexemplare für interessierte Blogger, und nachdem uns der Inhalt ins Kurzfassung erklärt wurde, war ich neugierig und wollte das Buch unbedingt lesen. Es ist ein Frauenroman, kein Young- oder New Adult. Es geht also um 31-jährige Katja, die schon eine Weile mit ihrem Freund zusammen ist. In dem Alter macht man sich ja schon Gedanken über Kinder und das Eigenheim für die Zukunft. Während Katja damit noch warten kann, ist Jonas ganz wild auf die 'Lange Nacht der Musterhäuser'. Es kommt zum Streit und so gelangt Katja zu 'Heinrich stil und leise'. Dort lernt sie dann Robert Klotzky kennen, den bekannten Krimi-Autor von 'Die Geschändeten vom Heusenstamm'. Nach und nach freunden sich Katja und Robert an, und Katja merkt, dass ihr Leben irgendwie nicht so verläuft, wie sie es gerne hätte. Sie lebt so ein unspektakuläres Leben. Sie ist umgeben von Müttern und solchen, die es bald werden (wollen) sowie einer nervigen Schwiegermutter und nervigen Eltern. Es gibt unglaublich amüsante Szenen, die mir sehr gefallen und mich zum Lachen gebracht haben. So u.a. die Entstehungsgeschichte zu 'Die Geschändeten vom Heusenstamm' oder die Diskussion über Kommissar Fellmuff. Es gibt so viel Situationskomik, die mir wirklich gut gefallen hat. Katja ist für mich eine sehr tolle zynische Hauptfigur, aus dessen Sicht die Geschichte geschrieben ist. Ihre Gedanken sind voll mit Wortwitz und Humor, und sie denkt so ... ehrlich. Ich kann so vieles so gut nachempfinden. Ihre Beziehungen zu ihren Freunden verändert sich, sie selbst verändert sich und sieht einiges nun mit anderen Augen. Auch die Nebencharaktere wie Jonas, Inga oder Robert sind vielseitige Menschen, die alle ihre eigenen Sorgen und Probleme haben. So kommt es zu Streitereien, Geheimnissen, neuen Bekanntschaften und neuen, aufregenden Entdeckungen. Es ist irgendwie schwer, zu dem Buch viel zu schreiben, ohne zu viel von der Handlung zu verraten und die Spannung zu nehmen. Ich finde das Ende auf jeden Fall sehr gut, auch wenn mich die Ereignisse, die bis dahin geschehen mussten, doch etwas schockiert haben. Für mich war 'Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus', wo sich Katja ja irgendwie befindet, ein schöner Roman für zwischendurch zum Abschalten. Durch den bereits angesprochenen Wortwitz und die Situationskomik lädt das Buch auch gerne mal zum Schmunzeln und Lachen ein. Jedoch finde ich, dass manche Stellen einfach unnötig waren. Diese Stellen/Szenen haben mich das Buch zur Seite legen lassen, weil sie die Geschichte so ziehen. Vielleicht muss das auch geschrieben werden, es ist halt in einem normalen Leben nicht immer spannend. Aber das ist halt etwas, womit man in solch einem Frauenroman rechnen muss. Meine Bewertung: 'Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus' ist ein amüsanter Frauenroman mit Katja als zynische Hauptfigur. Das Buch erzählt ihre Geschichte, sie findet heraus, was sie sich eigentlich vom Leben wünscht. Das, gepaart mit viel Humor und Situationskomik, macht die Geschichte zu einem tollen Frauenroman für zwischendurch. Von mir gibt es deshalb vier Sterne.

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Mir wurde das Buch auf der Buchmesse schmackhaft gemacht. Katharina von Random House hat das Buch so gut beschrieben, dass ich es einfach gerne lesen wollte. Gleich beim Einstieg merkt man, dass es hierbei nicht um einen 0815 Frauenroman handelt. Der Schreibstil ist sehr humorvoll und auch leicht zu lesen. Ich musste des Öfteren schmunzeln. Ich mochte diese Leichtigkeit des Romans und das Wiederfinden in gewisse Alltagssituationen. Die Geschichte handelt vom Alltäglichen und der Frage nach der weiteren Lebensführung, aber auch von Abstrusitäten. Diese Absurditäten könnten dennoch Wirklichkeit sein, die etwas überspitzt dargestellt sind. In der Geschichte geht es um Katja, die eigentlich ein normales Leben führt, dennoch in ihrem Teilzeitjob gefangen ist. Sie wohnt mit ihrem Freund Jonas zusammen, mit dem sie ein langjährige Beziehung führt. Jonas ist auf der Suche nach einem schönen Haus für Katja und sich. Man merkt schnell, dass sich Katja nur widerwillig darauf einlässt. Will sie überhaupt so ein vorbestimmtes Leben führen? Was kommt danach? Musterhaus und Familienplanung? Katja ist irgendwo dazwischen gefangen. An einem Freitagabend tut sich ihr die Möglichkeit auf zu einer Soiree zu gehen. Bei dem Literaturabend "Heinrich, still und leise" lernt sie den Krimiautor Robert Klotzky kennen. Dieser Abend wird ihr Leben auf ungewollte Weise verändern. Aber auch die Nebenfiguren werden gut integriert und geben der Geschichte einen schönen Handlungsstrang. Man lernt z.b. Inga, die beste Freundin von Katja, kennen. Diese ist genauso bzw. etwas anders gefangen in ihrem derzeitigen Leben. Sie führt ein Beziehung mit einem älteren Mann, der sich den alkoholischen Getränken verschrieben hat. Da bleibt keine Zeit für Familienplanung. Die Autorin hat gut herübergebracht, wie die Protagonistin Katja in ihrem Leben gefangen ist bzw. dass sie eine gewisse Lethargie ausstrahlt. Ich konnte mich leicht in die Situationen und Gedankengänge hineinversetzen, wahrscheinlich weil ich ebenfalls in diesem Alter bin. Dennoch war einiges vorhersehbar und die große Romantik blieb in dieser Geschichte aus. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ob man aus seinem Leben ausbrechen oder aus Bequemlichkeit in der derzeitigen Situation bleiben möchte. Es ist ein Erwachsenenroman, der mit Witz erzählt wird. Außerdem ist eine Lethargie und teilweise Melancholie der Charaktere zu spüren, die sowohl mit absurden Situationen als auch Alltagssituationen konfrontiert werden. Ein interessantes und schön zu lesendes Zusammenspiel, das sich am Ende irgendwie zusammenfügt bis zu einem kleinen Showdown...ausbrechen oder nicht? Fazit: Eine Geschichte, die vom Alltäglichen handelt, über Beziehungen und Lebensführung. Manche Situationen sind überspitzt dargestellt, die einen aber Schmunzeln lassen. Die Romantik kommt eher am Rande vor. Ein schöner und leichter Roman, der in gewisser Weise auch zum Nachdenken über das Leben anregt. Bewertung: 4 / 5 Vielen Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Katja ist Anfang 30, hat einen festen Freund namens Jonas und einen Job bei einer lokalen Gratiszeitung, für den sie eigentlich überqualifiziert ist. Ihr Umfeld gibt ihr zu verstehen, dass sich bald etwas tun muss in ihrem Leben: Ihr Freund zerrt sie zu Hausbesichtigungen, ihre Eltern drängen auf Enkel, beruflich sollte sich auch mal was verändern. Aber Katja findet den Gedanken weder an das eine, noch das andere, besonders erbaulich. Klar, Frauen können heute Karriere ud Kinder haben, aber was wenn man keins von beidem will? Auf einer Kleinstadt Soiree, die von dem schmierigen Kunstförderer Heinrich veranstaltet wird, lernt Katja den Krimi-Autor Robert kennen, der durch seinen Roman “Die Geschändeten von Heusenstamm” berühmt wurde, und irgendwie funkt es zwischen den beiden. Doch wäre eine Affäre es wert, all das aufzugeben, was Katja eigentlich ohnehin wicht will, aber laut Gesellschaft wollen sollte? Susanne Hasenstabs Roman “Irgendwo Zwischen Liebe und Musterhaus” ist bevölkert von skurillen Charakteren: Da gibt es Katjas Freundin Inga, eine zierliche Lifestyle Bloggerin, die am liebsten nach Bali reist. Kunstliebhaber Heinrich, der Katja gerne an die Wäsche würde und sich selbst für den Kunstpabst ihrer Kleinstadt hält. Dessen Lebensgefährtin Hermine, die sich selbst verwirklicht, indem sie Brokat Gewänder für kopflose Elfenpuppen schneidert. Die Figuren sind bewusst stark überzeichnet, sie sind wandelnde Klichees. Aber irgendwie erkennt man in Nuancen auch immer wieder Menschen wieder, die man kennt. Die herlichen Dialoge im Buch und Katjas innere Stimme, die diese zynisch kommentiert, haben mich wiederholt zum schmunzeln gebracht. Insagesamt habe ich mich bei der Lektüre des Buchs sehr amüsiert. Hasenstabs Humor, ihre Beobachtungsgabe und ihr Wortwitz haben mich positiv überrascht, denn ich bin ohne große Erwartungen an das Buch herangegangen. Auch das Katja eine so untypische (Anti-)Heldin ist hat mir sehr gefallen: weder ist sie extrovertiert, noch auf niedliche Art schüchtern. Sie hält sich meist zurück, aber oft aus Mangel an Interesse oder weil sie nichts beitragen will. Der Titel “Irgenwo zwischen Liebe und Musterhaus” ist meiner Meinung nach etwas irrenführend, da er auf ein romantisches Buch hindeutet. Nur vom Titel ausgehend hätte ich daher wahrscheinlich nicht zu dem Buch gegriffen. Da der Verlag mir freundlicherweise ein Exemplar geschickt hat, kam ich trotzdem zu dem Lesegenuss und war positiv überrascht. Wer Lust auf ein parodistisches Buch mit überzeichneten Charakteren und viel Humor hat, sollte definitiv reinlesen. Der Roman umfasst ca. 410 Seiten und ist im Limes Verlag erschienen.

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Noch nie habe ich ein vergleichbares Buch gelesen. Nicht nur die Geschichte ist auf besondere Art und Weise erzählt, auch der Schreibstil ist einmalig und verleiht der Geschichte zusätzlich einen besonderen Charme. Ich habe mich in der Geschichte so wohlgefühlt, dass ich, wenige Stunden nachdem ich das Buch beendet habe, richtige Sehnsucht danach empfand. Die Geschichte erzählt auf eine äußerst amüsante und charmante Weise vom Gefühl, zwischen unendlich scheinenden Möglichkeiten und einer tickenden biologischen Uhr gefangen zu sein. Ich weiß nicht, wie oft ich während des Lesens laut los gelacht habe, die Dialoge sind einfach unfassbar komisch. Der Roman ist originell, spritzig, leicht und anders als der Titel vielleicht erwarten lässt, kein typisches „Frauen-Buch“. Die Charaktere sind liebevoll und bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeitet: Katja ist an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, an dem nichts so richtig vorwärts geht. Sie steckt fest, in ihrer Beziehung, im Job und überhaupt weiß sie nicht, wohin es in ihrem Leben gehen soll. Ihr Freund Jonas und ihre Eltern versuchen, ihr „die Notwendigkeit weiterer Lebensetappen begreiflich zu machen.“ (Zitat Seite 62), wobei Katja bald darauf darüber nachdenkt, „Was bleibt, wenn ich die Optionen Haus, Heirat, Kinder und Karriere allesamt ausschlage?“ (Zitat Seite 151) Katja ist eine tolle Protagonistin, die mir direkt ans Herz gewachsen ist. Katjas Freund Jonas streitet sich mit den Nachbarn um einen Parkplatz, verbringt seine Freizeit mit dem Lesen von blutigen Krimis, geht zum Sport und sucht nach dem perfekten Eigenheim für sich und Katja. Er möchte „einfach ein ganz normales Leben führen.“ (Zitat Seite 359) Statt seine Freundin zu unterstützen, versucht er, sie in eine Richtung zu lenken. Er versucht Katja eine Stelle in der Bank schmackhaft zu machen, in der er auch arbeitet, da sie doch nicht für immer beim Sonntags-Blitz arbeiten könne. Jonas mochte ich überhaupt nicht, er war mir einfach von Anfang an unsympathisch. Inga ist Katjas Freundin aus Schulzeiten, schreibt mit viel Hingabe ihren Blog „Modern Diva Diary“ und ist irgendwie auf der Suche nach einer Erleuchtung. Sie ist ein sehr sympathischer Charakter, etwas verschroben und eigenwillig, aber sie hat ein gutes Herz. Ihr Freund Borke gibt sich mit viel Hingabe der Welt des Hochprozentigen hin, was das ein oder andere mal etwas ausartet und spätestens mit Aussagen wie „… es wäre das Allerletzte, dass er nicht trinken darf.“ (Zitat Seite 214) entwickelt er sich zu einer unausstehlichen Person. Er fühlt sich in seinem Kuhkaff wohl und versteht nicht, warum Inga nach einem Eigenheim außerhalb seines Heimatorts sucht. Ich habe mir beim Lesen einen besseren Mann für Inga gewünscht, der sie unterstützt und nicht kleinhält, denn eine solche Beziehung hat sie nicht verdient. Heinrich Waldemar Ertl und dessen Freundin Hermine geben samt nervösem Hund ein urkomisches Gespann ab, deren Dialoge und Ansichten mich sehr amüsiert haben. Die beiden, allen voran Heinrich, Künstler durch und durch, sorgen unbewusst für Veränderungen in den Leben aller Charaktere, worauf ich jetzt aber nicht genauer eingehen möchte, um niemanden zu spoilern. Und dann ist da auch noch Krimiautor Robert Klotzky, den man einfach mögen muss. Auf Heinrichs Soiree lernen er und Katja sich kennen und verstehen sich direkt gut. Aus den Gesprächen der beiden erfährt der Leser etwas mehr über Roberts Kindheit und die interessante Geschichte wie er zum Schreiben kam und Autor wurde. Fazit Die Geschichte, die Charaktere, der Schreibstil, alles ist einfach perfekt. „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“ hat mein Herz im Sturm erobert und gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, das ich am liebsten jedem empfehlen würde. Schon die ersten Sätze haben mich überzeugt und ich wusste direkt, dass ich die Geschichte lieben werde. Ich kann mich mit der Protagonistin sehr gut identifizieren, nicht nur, weil wir ungefähr im gleichen Alter sind. Ich habe mich oft in ihr wieder erkannt, denn auch ich habe schon überlegt, was ich mit meinem Leben anfangen, welche Richtung ich einschlagen soll und wohin mich mein Weg führt. Ich denke, solche Gedanken macht sich jeder mal in seinem Leben. Aber man muss nicht immer einen Plan haben, manchmal reicht es auch zu wissen, was man nicht will. Unbezahlte Werbung, da ich das Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Vielen Dank an Katharina und das Random House Team für diesen grandiosen Roman!

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Über die Liebe in Zeiten des Elitepartnertums

Von: Manfred Klotz

09.04.2019

Meine Tochter (34) hat mir (58) das Buch aufgenötigt, damit ich mal wenigstens ansatzweise etwas von ihrer Gesamtsituation verstehe, sagt sie. Normalerweise interessieren mich „Frauenromane“ nicht, und dem ersten Anschein nach ist das hier ja ein Frauenroman. Ich lese gerne Thomas Bernhard, Dostojewksi, solche Sachen, oder auch mal einen guten Horror-Thriller. Selbstfindungsromatizismus nach dem Motto „Eine Frau geht seinen Weg“ ist mir ein Graus. Doch dann das! „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“ein schillerndes Vergnügen, „straight-forward“ und hintergründig zugleich. Ich habe es an einem Wochenende verschlungen. Der Roman ist (auch) eine furiose Satire auf die Situation junger Frauen im Würgegriff der biologischen Uhr, im Kreuzfeuer der Selbstoptimierungsoptionen. Hasenstabs Hauptfigur und Ich-Erzählerin Katja (31) widersetzt sich auf sympathische Art der Überforderungsmaschinerie und der Diktatur des unbedingt einzutreten habenden Beziehungs-/Familienglücks. Zugleich ist der Roman eine Literatur- und Kulturbetriebsfarce, wie ich noch keine gelesen habe. Das Kapitel über die turbulente Provinzkunst-Soiree „Heinrich, still und leise“ ist allein schon den Kaufpreis wert!. Hasenstab schreibt in einer lockeren, dennoch präzisen Sprache, lässt den Leser teilhaben an ihrer offenbar überdurchschnittlich ausgeprägten Beobachtungsgabe. Auf nahezu jeder Seite musste ich herzlich lachen über die feine Situationskomik, die an Loriot erinnert, an Polt, an Valentin, auch an Strunk, Schamoni, Henscheid scheint durch, ebenso Genazino, und sogar Beckett lässt grüßen. Nein, das ist kein „Frauenbuch“, das ist ein höchst amüsantes Sittenbild über der Bedingungen der Liebe in Zeiten des Elitepartnertums, ein Plädoyer für die Entschlackung des zum Performance-“Projekt“ verkommenden Lebens, vorgetragen im Medium eines Humors, für den man(n) sich nicht fremdschämen muss. Ein Riesenspaß! Fünf Sterne!

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