Leserstimmen zu
Tod in Porto

Mario Lima

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Ja, Ihr seht recht – ein Urlaubskrimi. Wobei ich jetzt schon anmerken darf: nicht immer ist das drin, was man erwartet. Und das war auch gut so! Ihr wisst ja, ich und Urlaubskrimi haben bis jetzt nicht so gut funktioniert. „Tod in Porto“ ist mir vom Autor aber als „Nicht“-Urlaubskrimi angetragen worden und so wollte ich es probieren. Und tatsächlich ist mir bei der Lektüre doch ein anderes Krimisubgenre durch den Kopf geschwirrt: Police Procedural. Im Gegensatz zu den üblichen Urlaubskrimis liegt Mario Limas Fokus nämlich definitiv auf den Ermittlungen. Inspektor Fonseca und sein Team wollen gerade den verdienten Sommerurlaub beginnen, als ein neuer Fall auftaucht. Der Brasilianer Nilton Wanderley wurde auf offener Straße, nun, niedergemäht trifft es wohl. Nilton war bei einer Immobiliengesellschaft beschäftigt, die Grundstücke von einem Immobilienprojekt in Brasilien verkauft. Als die Ermittler allerdings herausfinden, dass Nilton vor einer Diskothek ermordet wurde, die Vitor Puga gehört, einem bekannten Kriminellen von Porto, der außerdem einer der Inhaber der Immobiliengesellschaft ist, in der Nilton beschäftigt war, schlagen bei ihnen alle Alarmglocken. Komisch ist auch, dass Vitor Puga plötzlich ein brasilianisches Sicherheitsteam beschäftigt und seine eigenen Leute auf der Wartebank sitzen. Gleichzeitig taucht ein Video auf, ein Foltervideo, welches als Warnung dient und nicht nur an Nilton geschickt wurde. Fonseca und sein Team versuchen Licht ins Dunkel zu bringen, nicht nur Niltons Tod aufzuklären, sondern auch die Hintergründe zu recherchieren. Und das ist gar nicht so einfach. Der Fokus liegt, wie schon erwähnt, ganz klar auf den Ermittlungen. Das Team um Fonseca besteht aus Pinto und Ana, aber auch Dinis, Andrade und Tavares zählen zum engeren Team. Außer von Pinto und Ana erfährt man aber über keinen der Charaktere Näheres, noch nicht mal über Inspektor Fonseca. Da dies der zweite Teil einer Serie ist, könnte es sein, dass im ersten Teil mehr über die Charaktere zu erfahren ist, aber in diesem Teil erfährt man am meisten über ihre Ermittlungsmethoden. Und es gibt wirklich viele Ermittlungsansätze. Es gibt Spuren, Zeugen, Kriminelle, die befragt werden, doch die Mauern bleiben dicht. Dem Team um Inspektor Fonseca fällt es schwer vorwärts zu kommen. Doch ein kleines, loses Ende zeigt dem Team letztendlich die richtige Richtung. Die gemeinsame Vergangenheit Portugals und Brasiliens macht es leichter für Brasilianer in Portugal Fuß zu fassen, so dass Brasilianer in Porto nichts Ungewöhnliches sind. Und doch führt die Spur direkt nach Brasilien. Die Hintergründe der Tat liegen im Jahr 2006 begründet, als die Primeiro Comando da Capital, eine kriminelle Organisation, die hauptsächlich aus dem Gefängnis geführt wird, ihre Macht demonstriert hat. Eine Organisation, die in den Favelas von São Paulo gut Fuß fassen konnte und mittlerweile bis zu 100.000 Mitglieder zählt. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das unter diesem Wikipedia Link nachlesen. Die Ermittlung in Porto hat ihre Hintergründe also in Brasilien, genauer gesagt in der brasilianischen Mafia, deren Arm mittlerweile bis nach Portugal reicht. Ich fand das Thema sehr gut eingebunden und hab mich, wie man an dem Link sehen kann, auch noch nachträglich darüber informiert. Das ist etwas, was ich sehr gerne in Krimis mag, wenn ein Thema mich dazu animiert, mich außerhalb des Buches noch darüber zu informieren. Ein Thema, welches mir vorher gar nicht bewusst war, über das ich nichts wusste oder gehört habe oder ich die Nachrichten darüber schlicht schon wieder vergessen habe. Über die Vorfälle im Mai 2006 glaube ich nichts bei uns in den Nachrichten gehört zu haben – oder ich habe es eben schon wieder vergessen. Sehr positiv möchte ich im Übrigen auch hervorheben, dass es sich bei diesem Krimi eben nicht um einen typischen Urlaubskrimi handelt. Urlaubskrimis sind immer so weichgespült, viel Landschaftsbeschreibung, viel gutes Essen und zumeist nur mäßig gute Ermittler, eher so „über den Fall-Stolperer“. Ich finde auch nicht, dass ein Land gut charakterisiert wird, wenn man diese Merkmale (Landschaft, Essen, etc) hervorhebt. Lokalkolorit, die Lebensart,den Geist und die Kultur eines Landes müssen nicht extra in ein Buch eingebaut werden. Das sollte sich ganz von selbst ergeben. Mit dem vom Autor gewählten Fokus auf die Ermittlungen vermeidet er solche Plattitüden und schreibt einen klaren, gut strukturierten Krimi aus Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals, ganz ohne ständig Bacalhau zu essen oder Vinho Verde zu trinken (was das Rückcover assoziiert). Die portugiesische Lebensart fließt ganz nebenbei ein, ohne der Schwerpunkt zu sein. Eine Kleinigkeit muss ich allerdings erwähnen, die mir nicht gefallen hat. Das einzige weibliche Mitglied im Team um Inspektor Fonseca wird ausschließlich mit dem Vornamen benannt, derweil alle männlichen Teammitglieder nur mit Nachnamen benannt werden, abgesehen von Rui Pinto, bei dem beide Namen genutzt werden. Ich finde das seltsam, denn es impliziert für mich eine unterschiedliche Wertschätzung. Aber vielleicht impliziere ich hier ja falsch und es hat gar keine Bedeutung. Das soll aber den Genuss des Krimis nicht schmälern, denn der Autor hat hier einen wirklich guten Ermittlungskrimi vorgelegt, der auf der Welle der Urlaubskrimis reitet, sich davon aber absetzt und der hoffentlich nicht in den vielen „Tod in/auf/und sonstwo“-Krimis verloren geht. Fazit: Ein Police Procedural versteckt in einem „Urlaubskrimi“ – wer hätte das gedacht? Mit dem Fokus auf den Ermittlungen, der nur schlichten Charakterisierung und dem mehr als spannenden Hintergrundthema konnte mich der Autor voll überzeugen.

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Am Anfang verwirrte mich die Vorstellung, dass ein ganzes Kommissariat der Polícia Judiciária quasi geschlossen in den Urlaub geht? Ich gehe mal davon aus, dass die kriminelle Seite keinen Urlaub macht und irgendwer muss sich ja weiter um sie kümmern? Aber da hat sicher jedes Land so seine eigenen, als verlässlich erprobten, Regeln :-) Teammitglied Fonseca, Dino, Pinto, Ana sind die Teammitglieder, die wir in Tod in Porto begleiten und ihnen bei ihren Ermittlungen beinahe über die Schulter schauen. Das führt dazu, dass ich mich manchmal ein bisschen selber wie ein Mitglied des Teams gefühlt habe und mich über ihre Misserfolge geärgert und über ihre Erfolge wirklich gefreut habe. Korruption Da in Porto anscheinend vor allem die brasilianische Mafia sehr aktiv ist, erfahre ich sehr viel über deren Herkunftsland. Die politischen Verhältnisse Brasiliens sind genauso ein Thema, wie die Polizeiarbeit in der ehemaligen Kolonie Portugals. Vor allem der in Brasilien, und hier besonders in São Paulo, korrupte Polizeiapperat lässt die Mafia wachsen und gedeihen. Machtkämpfe Anscheinend führen rivalisierende Konkurrenten ihre Machtkämpfe mittlerweile statt in Brasilien in Portugal. Die größte oder mächtigste Gruppe, die Primeiro Comando da Capital (PCC) hat aber bisher wohl noch immer Oberwasser und foltert, entführt und ermordet ganz nach belieben - während die brasilianische Polizei dabei zusieht und gelgentlich sogar mitmischt. Video Das Video, in dem Ohren und Zunge eines Spitzels an eine Holztür genagelt waren, sorgte dafür, dass unser Ermittlerteam nur sehr wenig Zeugenaussagen zur Verfügung standen. Bei den Aussichten, was jemandem blüht der redet, ist ja wirklich kein Wunder. Das gestaltete die Ermittlungsarbeit gelegentlich etwas sehr zäh, was bei dem sehr komplexen Hintergrund der Morde Lokalkolorit Ich erfahre in Tod in Porto sehr viel über Brasilien und die Verhältnisse dort, aber relativ wenig über Portugal bzw. über Porto. Lediglich ein paar eingestreute portugiesische Floskeln oder Begriffe sorgen für etwas Lokalkolorit. Das finde ich ein bisschen schade, kann aber nachvollziehen, dass ein derart komplexer Fall gewisse Prioritäten setzt, wenn das Buch nicht zum dicken Wälzer werden soll. Für mich positiv fand ich, dass das Privatleben der Ermittler so gut wie gar nicht zur Sprache kam :-) Schreibstil Mario Limas Schreibstil fand ich ausgesprochen gut lesbar, die Spannung hielt sich durchgehend auf einem recht hohen Level und der Aufbau ist logisch und nachvollziehbar. Auch das Ende ist ebenfalls logisch nachvollziehbar - auch wenn es mich dann doch überrascht hat :-) Mein Fazit: Tod in Porto ist ein spannender Krimi, der zwar in Porto handelt, seinen seinen kriminellen Ursprung aber im fernen Brasilien hat. Sehr spannend geschrieben und mit sehr viel Hintergrundwissen über die brasilianische Unterwelt und die dortigen Verhältnisse. Ich freu mich jetzt schon auf den nächsten Band und den nächsten Fall für das Ermittlerteam - dann gerne auch mit “mehr Porto” :-)

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Temporeich führt Mario Lima in seinem Krimi „Tod in Porto“ das Ermittlerteam um Inspektor Fonseca durch den Untergrund der portugiesischen Hafenstadt. Mit Pinto, Ana, Dinis und Fonseca hat der Autor toll ausgearbeitete Charaktere erschaffen, die sich prima ergänzen und die dem Leser mit ihrer teils unkonventionellen Art ans Herz wachsen. Dazu noch die spannende Geschichte, verworren und am Ende gut aufgelöst und die Kulisse Portos machen diesen Roman zu einem echten Pageturner. Und Lust auf den nächsten Fall!

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Für mich ist dieser zweite Band der Einstieg in das Team rund um Inspector Fonseca. Man kann jedoch "Tod in Porto" problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Mario Lima ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der seit Jahren in Portugal lebt. In seinem zweiten Kriminalroman dreht sich alles um die brasilianische Mafia, die Porto und das Ermittlerteam der Polícia Judiciária rund um Chefinspektor Fonseca in Atem hält. Statt den wohlverdientesn Urlaub anzutreten, müssen Fonseca, Dino, Anna und Pinto wegen Mordes ermitteln. Ein Toter wurde in einem Industriegebiet nahe einer Disco erschossen. Die Spuren führen zu einer Immobilienfirma, bei der das Opfer gearbeitet hat. Doch Pinto und Ana treffen auf eine Mauer des Schweigens. Als ein weiterer Mann brutal ermordert wird drängt die Zeit, doch was ist das Motiv? Drogen? Geldwäsche oder rivalisierende Banden? Als dann auch noch ein verstörendes Video die Runde macht, das eine Zunge und ein Paar Ohren angenagelt an eine Holztür zeigen, ist man sicher, dass die Spur zu den Brasilianern führt, die damit unangenehme Spitzel beseitigen. Und welche Rolle spielt die Halbjapanerin Talita, die in Sao Paulo von der kriminellen Vereinigung PCC entführt wurde und nun ebenfalls in Porto mit einer Horde Security aufgetaucht ist? Mario Lima hat sich in seinem zweiten Krimi rund um Inspector Fonseca die brasilianische Unterwelt zum Thema gemacht. Dadurch verliert das Buch leider sehr an Lokalkolorit. In meinen Augen hätte es an jedem anderen Ort genauso spielen können. Einzig der Bezug Portugals zu seiner ehemaligen südamerikanischen Kolonie ist ersichtlich. Jedoch erfährt man sehr viel über die Machtverhältnisse in Sao Paulo, wie über die Polícia Militar do Estado und die kriminelle Vereinigung, Primeiro Comando da Capital (PCC). Die Charaktere sind nur teilweise gut ausgearbeitet. Ana und Pinto sind sympathische Figuren, die für mich greifbar waren. Ein kleiner Einblick in ihr Privatleben und einige charakteristische Handlungen im Laufe der Ermittlungsarbeit machten sie für mich real und sympathisch. Fonseco hingegen blieb mir zu blass. Ihn konnte ich nicht wirklich einordnen. Vielleicht wird er aber im ersten Band etwas genauer vorgestellt, was ich leider nicht beurteilen kann, da ich diesen nicht gelesen habe. Wie in jedem Krimi steht die Ermittlungsarbeit im Vordergrund und die hat mir gut gefallen, auch wenn die Polizei lange keinen Durchblick und auf gut Glück ihre Nachforschungen betrieben hat. Der Hintergrund hinter all den Morden ist jedoch sehr komplex. Die Spannung bleibt großteils die ganzen 384 Seiten aufrecht und steigert sich im letzten Drittel zum Höhepunkt. Das Ende ist logisch aufgebaut und birgt noch die eine oder andere Überraschung. Schreibstil: Mario Limas Schreibstil ist lebendig und lässt sich sehr gut lesen. Die eingestreuten portugiesischen Wörter werden in einem Glossar am Ende übersetzt und bringen etwas Lokalkolorit in den Krimi. Sie ergeben aber auch ohne Portugiesischkenntnisse im Zusammenhang mit der Geschichte Sinn. Auf der Umschlaginnenseite ist zusätzlich ein Plan von Porto abgebildet...eine tolle Beigabe des Verlages. Fazit: Ein sehr komplexer Krimi, der sich mit der brasilianischen Unterwelt und dem Zuzug dieser in Portugal befasst. Solide Ermittlungsarbeit, spannende Themen und ein guter Schreibstil konnten mich an den Krimi fesseln. Jedoch fehlte mir das portugiesische Lokalkolorit und die Ermittler waren mir zu blass. Ich vergebe deshalb 3 1/2 Sterne von 5.

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Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat. Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage. Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto? Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher. Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde. Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war. Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen. Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt. 3.5 Punkte.

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