Leserstimmen zu
Auf der Alm und im Tal

Martina Fischer, Dorothea Steinbacher

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Nach ihrem ersten Buch zur eigenen Lebensform als Sennerin auf verschiedenen Almen im Chiemgau – Wendelstein-Spitzingsee Gebiet legt Martina Fischer nun noch einen gradlinig und munter verfassten Einblick in ihre Form des Lebens vor. Mit der Natur und Tieren und Kräutern und Planen auf „Du und Du“, mit einem Einblick darin, wie auch Schweine auf einer Alm gehalten werden können (und wie diese zutraulich und manchmal drängend gestreichelt werden wollen und sollten), wie eine Schlachtung abläuft auf der Alm (durchaus nicht abschreckend, auch wenn eines der Bilder Blut in Massen zeigt), wie ihr Mann Franz sie unterstützt und sich als Jäger entfaltet hat, wieder Alltag auf der Alm, hart aber befriedigend, die Sennerin fordert und vieles mehr. Ergänzt durch vielfache Rezepte im Übrigen, denen vor allem die Nachhaltigkeit der Mahlzeit ebenso bedeutsam ist, wie der leckere Geschmack. Da Martina Fischer auch „Kräuter-Fachfrau“ ist, findet der Leser neben Wildbratwürsten (von A-Z selber gemacht) natürlich auch vielfache Einblicke in die Heilkraft von Pflanzen und die eigene Herstellung von homöopathischen Heimlitten, bei denen der Fingerhut unter anderem eine tragende Rolle spielt. Wie das mit Rückenschmerzen dann ist, wie man durchhält, wenn die Gesundheit einmal nicht mitspielt, das erzählt Martina Fischer in ihrer frischen, sprachlich eher einfachen Art und Wiese ebenso offen und einprägsam, wie die romantischen und schönen Momente auf der Alm. So ergibt sich insgesamt ein sehr rundes Bild über Freuden und Leiden der Sennerin Martina Fischer, wie auch einen weiten und breiten Blick über ihr gesamtes Leben (dass ja nur einige Monate im Jahr auf der lm selbst stattfindet) und ihre Philosophie des Lebens mit der Natur, die sie mit ihrem Mann rundum reflektiert und immer zupackend dem Leser vor Augen legt. Mit durchaus Impulsen auch für das „städtische“ Leben, bei dem in der Regel nicht das eigene Fleisch gejagt oder aufgezogen und geschlachtet wird. Was durchaus zu denken gibt, wenn Fischer ohne jede dogmatische Starrheit erläutert, warum und auf welche Weise ihr persönlich Fleischgenuss ohne Bedenken möglich ist (in Maßen natürlich) und wie in all den einzelnen Momenten des eigenen familiären Lebens Nachhaltigkeit die zentrale Rolle spielt. Und durchaus weitgehend und rundherum auch gelingt. Alles in allem ein realistischer und anregender Einblick in eine traditionelle Lebensform, die auch in der Gegenwart bestens gelebt und umgesetzt werden kann.

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