Leserstimmen zu
The Beautiful Ones – Deutsche Ausgabe

Prince, Dan Piepenbring

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Eine Ode an Prince

Von: Patricia Nossol

26.11.2019

„Er wolle ein Buch schreiben, sagte er - eine Entscheidung, die er so kurzfristig getroffen hatte, dass selbst Trevor, der auch bei dem Meeting anwesend war, davon überrascht wurde. Und es werde The Beautiful Ones heißen, nach einem der entblößendsten und schmerzhaftesten Songs aus seinem Repertoire.“ (Auszug aus dem Buch) Zur Umsetzung des Projektes wünschte sich Prince einen Partner, dem er sich öffnen konnte und der seine Geschichte wie ein Album präsentieren würde. Er fand ihn in Dan Piepenbring, einem Redakteur bei The Paris Review, der für diese Beratertätigkeit beste Voraussetzungen mitbrachte. Prince begann mit ersten autobiografischen Aufzeichnungen. Der plötzliche Tod des Popstars stoppte das Projekt zunächst. Doch Piepenburg wollte die Buchidee nicht mitsterben lassen. Er sichtete Price Hinterlassenschaften. Das Resultat seiner Arbeit wurde am 29.10.2019 mit dem Titel „The Beautiful Ones“ beim Heyne Verlag veröffentlicht. Als das Buchpaket bei mir zuhause ankam, konnte ich kaum dem Impuls widerstehen, Handschuhe überzustreifen. Edel wirkt bereits der goldene Schutzumschlag und das goldene Leseband. Darunter verbirgt sich ein purpurfarben geprägter Leineneinband. Beim Aufschlagen des Buches blicke ich auf das mit Fotos von Prince bedruckte Vorsatzpapier. Wow, ein Hingucker! Dan Piepenburg führt den Leser in die Autobiografie ein. Er berichtet emotional von seinen Begegnungen mit Prince und beschreibt detailliert die beginnende Zusammenarbeit. Das liest sich spannend und ich bekomme bereits einen ersten Eindruck von dem Menschen Prince Rogers Nelson aus Minnesota. Im ersten Teil des Buches sind handschriftliche Texte abgedruckt, in denen mich Prince in seine Kindheit blicken lässt. Er erzählt von seinen Eltern, die sich hübsch anzogen, bevor sie ausgingen, berichtet von der Trennung der Eltern und von dem kleinen Jungen, der in die Welt zog, um Musik zu machen. Dem frühen Schaffen des Musikers widmet sich der zweite Teil des Buches, während der dritte Teil die Entwicklung von Price bis zum Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens dokumentiert. Wie bereits erwähnt und auf dem Cover dokumentiert, handelt es sich um eine unvollständige Autobiografie. Wer also auf eine umfassende Lebensgeschichte hofft, wird vermutlich enttäuscht sein. Das Buch ist einzigartig, hat einen besonderen Charme. Es ist ein Erinnerungsalbum, eine Ode an Prince mit interessantem Bildmaterial aus seinem Nachlass bestückt. Ich lege das Album Purple Rain in den CD Player und blättere dabei durch das Buch. Und plötzlich wird Prince für mich wieder lebendig. Er wäre bestimmt stolz, wenn er sehen könnte, wie Dan Piepenbring sein Herzensprojekt für ihn umgesetzt hat. Ein aufwendig gestaltetes Buch, welches dem Sänger, Komponist, Songwriter und Musikproduzent, Schauspieler und Regisseur Prince Rogers Nelson ein Denkmal setzt. Wer ein Geschenk mit dem gewissen Etwas sucht... Ein Muss für alle Fans!

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Hochwertige Memoiren

Von: Blaxy's Little Book Corner

12.11.2019

Prince's unvollendete Autiobiografie kommt in einer wunderschönen und hochwertigen Optik daher. Ich habe dieses Buch mit Übermaßen schon fast andächtig in den Fingern gehalten und noch vorsichtiger als sonst gelesen, da ich wirklich das Gefühl hatte etwas besonderes in den Händen zu halten. Gespickt mit einigen Aufnahmen von Original Schriftsätzen des Künstlers und eben auch gewählen (privaten) Fotografien kommt "The Beautiful Ones" liebevoll verarbeitet in den Handel. So, wie Prince es sich wohl gewünscht hätte (vielleicht noch mit ein wenig mehr Funk. ;) ) ..wo wir nun zu den Wünschen und Vorstellungen des so früh verstorbenen Musikers kommen. In dem 40 seitigen, anspruchsvollen, Vorwort wird deutlich, dass Prince ein durchaus bodenständiger, aber sehr Ziel-orientierter Mensch war. Er hatte genaue Vorstellungen von diesem Buch, "seinem Buch", die mich in der beschriebenen Idee auch zunehmend gereizt hätten. Nicht falsch verstehen, das Vorwort ist durchaus interessant und auch lesenswert, aber die dortige Vorstellung von Prince' Memoiren ist eine andere, wie sie letztendlich geworden ist, was ich sehr schade finde. Durch den Tod des Künstlers, nur wenige Monate nach Beginn der Arbeit zum Buch, blieb ihm keine Möglichkeit ein Auge auf die getane Arbeit zu werfen (was er wohl liebend gern getan hätte). Vielleicht wäre es hier klüger gewesen, dieses Vorwort zum Nachwort zu deklarieren, damit es nicht zum bitteren Beigeschmack der eigentlichen Autobiografie kommt. Auch hätte man so die Chance nutzen können, um etwas mehr auf den Tod des schillernden Stars einzugehen. Ich bin zwar nicht sensationsgierig, wäre aber interessiert gewesen. Während sich der nun oft von mir benannte Einstieg von Dan Piepenbring mit der Entstehung dieses Werkes beschäftigt und dabei durchblitzen lässt, als welche Art Mensch der Co-Autor Prince empfunden hat, behandelt das nächste Kapitel Teile der Kindheit. Wer hier auf eine ausführliche Story gehofft hat, wird leider ein wenig enttäuscht werden: Statt einer großen Geschichte serviert Skipper (so Prince' Spitzname als Kind) dem Leser eher Anekdoten, die aber auch interessant geworden sind. Im Allgemeinen konzentriert sich diese Autobiografie auf die früheren Jahre des "Artists, formally known as Prince", bis hin zu seinem Meilenstein mit "Purple Rain". Ich hätte mir ein wenig mehr Licht im Dunkeln gewünscht, doch ich bin mir auch sicher, dass es Prince' Wunsch war sich auf die Höhen zu konzentrieren; denn dies wird hier sehr deutlich: Dieser Mann war ein Mann des Optimismus und der schönen Dinge im Leben.

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