Leserstimmen zu
Für immer die Deine

Jana Voosen

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Eine Geschichte mit unheimlich viel Tiefgang!

Von: Martina - Schmökerwelten

05.10.2019

Was für ein Buch! "Für immer die Deine" ist mein erster Roman von Jana Voosen und einer, mit dem ich voll ins Schwarze getroffen habe. Dieses Buch beinhaltet alles, was ich an einem guten Buch schätze: eine Story mit vielen verschiedenen Facetten, Spannung, ein zeitgeschichtlicher Hintergrund, Emotionen und eine Liebesgeschichte, aber nie mit dem Hang zum Kitsch. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, die gegen Ende zusammenfließen. In der gegenwärtigen begegnen wir der Journalistin Marie, die während ihrer Recherchen auf ein altes Ehepaar trifft, die nun ihren 80. Hochzeitstag feiern, deren Liebe Jahrzehnte überdauert hat und die zeigt, was wahre Liebe auszuhalten im Stande ist. Deren Geschichte zwingt Marie dazu, ihre eigene gescheiterte Beziehung zu hinterfragen und ihren Standpunkt zu überdenken. Und diese Geschichte wird eine Reise in die Vergangenheit. Vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges treffen wir auf Klara und Fritz. Klara ist eine für diese Zeit außergewöhnlich selbstbewusste und mutige junge Frau, die ganz genau weiß, was sie will, und eben nicht will. Als ihr Ehemann Fritz an die Front berufen wird, ist Klara mit ihrem kleinen Söhnchen Paul auf sich allein gestellt. Während einer Zeit voller Entbehrungen - in der Jana Voosen sehr eindringlich zeigt, dass es nicht nur an Materiellem mangelt, sondern dass auch die fehlende menschliche Nähe, die so unglaublich wichtig ist, die Seele leiden lässt. In dieser Zeit wächst Klara über sich hinaus und beweist, was ein bisschen Menschlichkeit bewirken kann. In "Für immer die Deine" treffen wir auf Protagonisten, die man automatisch ins Herz schließt, die ihr Innerstes nach Außen kehren. Die aber nicht perfekt sind, sondern auch Fehler machen, und nicht immer unbedingt nachvollziehbare. Mit einem sehr angenehmen und mitreißenden Schreibstil hat Jana Voosen eine wahnsinnige Atmosphäre eingefangen, die uns diese bedrückende Stimmung, die Angst und Verzweiflung, das ganze Grauen des Krieges mit unheimlich viel Tiefgang nahe bringt. Sie hat mich mit dieser Geschichte vollkommen gefangen genommen und ich möchte unbedingt mehr von Jana Voosen lesen.

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Obwohl die Social Media-Welt viel Negatives mit sich bringt, bin ich doch immer wieder froh so einfach und leicht an grandiose Buchempfehlungen zu kommen, was etwas sehr Positives ist. So war es nämlich auch bei diesem Roman, denn ich kannte die Autorin Jana Voosen vorher überhaupt nicht und bin nun umso glücklicher sie als eine neue Autorin in meiner Lesewelt entdeckt zu haben. Jana Voosen lässt uns mit diesem Buch in eine ganz besondere und abenteuerliche Liebesgeschichte eintauchen, welche zwar keine Neuheit in der Liebesroman Sparte ist, jedoch aber etwas ganz Besonderes, was mir sehr gut gefiel. Wir verfolgen in dieser Geschichte komplett verschiedene Leben zu zwei verschiedenen Zeiten, denn ein Mal befinden wir uns im Jahr 1939 kurz vor Beginn des Krieges und dann gibt es noch die Gegenwart, welche 2019 spielt. Klara und Fritz, zwei junge Erwachsene leben im Jahre 1939 und führen eine heimliche Liebesbeziehung, jedoch hält der Segen nicht lange, denn Klara wird unerwartet Schwanger. Da zu dieser Zeit uneheliche Kinder äußerst brisant waren, müssen Klara und Fritz heiraten und von heute auf morgen führen die beiden jungen Leute ein eigenständiges Leben. Wie alle jungen Männer wird Fritz einberufen und Klara muss das ganze erst einmal alleine stemmen. Klara möchte nicht einfach nur wegsehen und möchte helfen, weshalb sie dem alten Mann, welcher über ihnen in der Dachgeschosswohnung lebt hilft, indem sie seine Einkäufe erledigt. Doch dann trifft Klara auf eine unerwartete Situation und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Im hier und jetzt, also 2019, verfolgen wir die junge Journalistin Marie, welche selbst in Scheidung lebt und mit ihrem Leben nicht allzu im Reinen ist. Sie arbeitet bei dem Zeitgeist Verlag, welcher zu einem Kriegsjubiläum eine Sonderausgabe rausbringen möchte. Als Klara dann auf die Zeitungsannonce von Klaras und Fritz Hochzeitstag trifft und sie sieht, dass die beiden schon ihr ganzes Leben miteinander verbracht haben, möchte sie wissen: Worin liegt das Geheimnis einer Lebenslangen Ehe? Doch Klara weiß nicht, dass die Geschichte von Klara und Fritz ihr eigenes Leben verändern wird. Die Geschichte birgt viele Wendungen und Geschehnisse mit welchem man am Anfang überhaupt nicht rechnet, dass hat mich das ein oder andere Mal schlucken lassen. Denn Jana Voosen beschreibt alle Ereignisse, Entscheidungen und Situationen dermaßen Emotional und Realistisch, dass man diese direkt auf sich selbst überträgt. Jedes Buch hat für den Leser, welcher es gerade liest, eine andere Bedeutung aufgrund seiner Vergangenheit. Mich konnte das Buch sehr berühren und wäre ich nah am Wasser gebaut hätte ich bestimmt auch das ein oder andere Tränchen vergossen. Vom Schreibstil war ich ab der ersten Seite sehr überzeugt, denn obwohl er ruhig, sachlich und detailliert ist wird es nie langatmig oder öde. Im Gegenteil es bleibt dauerhaft spannend und man möchte seinen offenen Fragen einfach nur beantwortet bekommen. Ebenso die Charaktere, welche durch ihre realistischen Handlungen und Beschreibungen ausgezeichnet sind, möchte man als Leser nicht mehr gehen lassen. Das Ende hat mich richtig gefreut, denn ich war so glücklich wie schon lange nicht mehr. Ich denke, dass viele Leute dieses Ende nicht mögen würden und ich kann auch verstehen warum, aber ich habe es gemocht. Und ich bin auch vollends mit der Entscheidung von Fritz und Klara zufrieden gewesen. Das Ende ist eben ein Thema um das es sich streiten lässt, aber ich denke jeder Mensch muss das mit sich vereinbaren, es gibt für diese Entscheidung einfach kein richtig oder falsch. Eine große Empfehlung von mir, für alle die gerne historisches mit der Liebe vereint sehen.

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Stille Helden Im Nachwort erzählt die Autorin, wie vielen Menschen es gelang, sich der Verfolgung durch die Nazis zu entziehen. Möglich war dies nur durch die Unterstützung sogenannter „Stiller Helden“, worum es unter anderem auch in diesem Buch geht. Wir haben hier eine Geschichte über zwei Zeitebenen, die vorwiegend im Alten Land spielt. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges hält ein Skandal die Gemeinde York in Atem. Die gerade erst 17 jährige Klara erwartet ein Kind vom Pfarrerssohn Fritz, mit dem sie seit Kindheitstagen befreundet ist. Das Paar ist trotz des Geredes aber so glücklich und widersetzt sich dem Tratsch und heiratet. Gemeinsam ziehen sie in eine kleine Wohnung nach Hamburg. Doch leider hält das Glück nicht lange an. Auch Fritz wird in den Krieg gezogen und Klara muss in dieser harten Zeit für sich und den gemeinsamen Sohn alleine sorgen. Eines Tages macht sie mit einem Nachbarn, aus der Dachgeschosswohnung, Bekanntschaft und stellt schnell fest, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Daraufhin trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung. In der Gegenwart, soll die Journalistin Marie, anlässlich des 80 jährigen Gedenktages zum Beginn des ersten Weltkrieges, Zeitzeugen suchen, da bald diese Möglichkeit, hautnah und vor allem bewusst diesen erlebt zu haben, nicht mehr besteht. So trifft sie auf Klara und Fritz, die ihre Geschichte erzählen... An dieser Stelle kann ich schon verraten, man braucht Taschentücher. Ich kann kaum in Worte fassen, was das Buch mit mir gemacht hat. Ich hatte richtig Herzschmerz und ich habe mitgelitten. Oftmals habe ich mir die Frage gestellt, was ich selbst gemacht hätte, wäre ich an Klaras Stelle. An einem Punkt angekommen, ob richtig oder falsch, wusste auch ich nicht weiter und so hatte ich keine Wunschvorstellung mehr für das Ende. Ich habe es genommen, wie es kam und ich bin glücklich damit, auch wenn es wirklich traurig war. Ich möchte jeden dieses Buch ans Herz legen, der, auch wie ich, Geschichten über zwei Zeitebenen mag, denn diese ist wirklich etwas Besonderes. Fazit: Dieses Buch ist ein absolutes Jahreshighlight für mich. Die Helden darin sind mutig, stark, sehr gefühlvoll und liebenswert. Noch lange werde ich an diese Geschichte denken und jedem, ob er will oder nicht, sie empfehlen. Jahreshighlight!

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Die frisch getrennte Journalisten Marie stößt bei Recherchen über den Zweiten Weltkrieg ein altes Foto von Klara und Fritz Hansen und ein Bericht die ihren 80. Hochzeitstag feiern wollten. Fasziniert von der lebenslangen Liebe, macht Marie sich auf den Weg nach Altes Land, um ein altes Ehepaar nach deren Liebe und Leben interviewen. Obwohl Fritz dagegen war, schüttelt Klara ihr Herz an Marie aus. Marie erfährt, wie damals 17-jährige Tochter, des wohlhabenden Obstbauern, sich in den Sohn des Pfarrers verliebt und von ihm schwanger wurde. Sie erfährt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, als der Fritz an die Front musste, wie Klara in den schrecklichen Zeiten allein, mit ihrem kleinen Sohn in Hamburg durchschlägt. Doch die Pärchen tragen viel mehr Geheimnisse mit sich, dass auch Maries Leben beeinflussen wird. WOWW! Was für eine intensive vor allem sehr ergreifende Liebesgeschichte, die mich durch und durch tief in das Herz berührt hat. Der Autorin hat eine wunderbare, bildhafte Schreibstil, die Leser nach schönen Altes Land und nach Hamburg mit nimmt. Ich, als Hamburgerin, kenne ich die Bilder von zerbombten Hamburg von damals sehr gut und ich sage euch, in das Buch ist das alles genau so geschildert wie in den Bildern. Und sie nennt auch paar Fakten (Ich möchte nicht Spoilern), welches mir nicht bekannt war und mich vollkommen überrascht hat. Die Charaktere sind vielfältig und am meistens mochte ich die Klara sehr. Sie ist lebensfroh, hilfsbereit, stark. Eine echte, stille Heldin, die ich schon von ersten Seiten an in meinem Herz geschlossen hab. Die Sichtwechsel zwischen Vergangenheit(Klara) und Gegenwart(Marie) hat richtig gut gelungen, aber was ich persönlich toll fand, die zwischen Kapiteln von Nebencharaktere. So konnte ich die all die beteiligten kennenlernen und deren Gefühls-Gedankenwelt ohne Verständnisprobleme folgen können. Dieses Buch verdient definitiv viel mehr als 5 Sterne! Eine absolute Leseempfehlung von mir!!

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Der Klappentext dieses Romans hat mich schon in der Verlagsvorschau angesprochen und deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich bei Lovelybooks das Buch für die Leserunde gewonnen habe. Auf zwei Zeitebenen begleiten wir zwei Frauen und ihren Schicksalen, wobei der Gegenwartsstrang eher Rahmenhandlung bleibt. Zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns möchte das Hamburger "Zeitgeist"-Magazin eine Sonderausgabe bringen und Zeitzeugen interviewen. Diejenigen, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, werden immer weniger und das Aufspüren dieser Personen ist gar nicht so einfach. Die Journalistin Marie, die zuvor bei einer Frauenzeitschrift gearbeitet hat, sieht ihre Chance gekommen, endlich ihren Chef zu überzeugen, dass sie auch für ein renommiertes Blatt, wie den Zeitgeist, schreiben kann. Doch noch fehlt ihr eine passende Geschichte. Da erfährt sie von einem Pärchen im Alten Land, das ihren unglaublichen 79. Hochzeitstag gefeiert hat. Marie sieht ihre Chance gekommen und macht sich auf den Weg zu Klara und Fritz Hansen ins Alte Land.... Das Versprechen des erst 6-jährigen Fritz an seine kleine Freundin Klara, sie später einmal zu heiraten, trifft schneller ein, als geplant. Als die 17-jährige Tochter des größten Obstbauern vom Pfarrersohn schwanger wird, müssen die Beiden heiraten. Ein kleiner Skandal im Alten Land im Jahre 1939. Doch Fritz und Klara sind glücklich. Kurze Zeit nach der Hochzeit bricht jedoch der Zweite Weltkrieg aus und Fritz wird eingezogen. Klara bleibt mit dem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg, wo sie sich eine Wohnung genommen haben. Der Krieg dauert immer länger und als die Versorgungslage immer schlechter wird, sorgt sie sich um den alten Mann im Obergeschoß des Wohnhauses. Sie kauft für ihn mit ein und entdeckt sein wahres Geheimnis.... Jana Voosen hat mit ihrem neuen Roman auf zwei Zeitebenen, der größtenteils während des Zweiten Weltkrieges und davor spielt, in ein für sie neues Genre "hineingeschnuppert" und das ist ihr gelungen! Eine Liebe, die ein Leben lang hält, ist in unserer schnelllebigen Zeit äußert selten geworden. Auch Marie ist seit zwei Jahren nach einem Seitensprung ihres Mannes von ihm getrennt. Die Autorin greift in "Für immer die Deine" das Thema Vergebung und verzeihen an, welches sich als roter Faden durch beide Handlungsstränge zieht. In Rückblenden erzählt Klara Marie in sehr eindringlichen Worten ihre Lebensgeschichte. Diese konnte mich berühren und vollends überzeugen, auch wenn ich mit Klaras Verhalten nicht immer konform ging. Man lebt und leidet mit ihr mit, hofft und bangt und freut sich über positive Dinge. Die Autorin greift auch das Thema der Zwangssterilisation von Roma und Sinti auf, die für die Nazis "minderwertiges Leben" sind. Die Gräuel und Wirren des Krieges werden Teil von Klaras und Fritz Leben. Der Gegenwartsstrang konnte mich hingegen nicht ganz überzeugen. Hier fühlte ich mich außen vor und es fehlte mir an Emotionen. Schreibstil: Jana Voosen hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der mich schnell inm Buch versinken ließ. Die Charaktere, bis hin zu allen Nebenfiguren, sind facettenreich und lebendig gezeichnet. Besonders im Vergangenheitsstrang lebte ich mit ihnen richtig mit. Im Gegenwartsstrang hatte ich allerdings ein bisschen Mühe damit. Hier blieb mir Marie etwas zu blass und sie fungierte eher nur als Chronistin. Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Über jedem einzelnen stehen Orts- und Zeitangabe. Fazit: Eine ergreifende Lebens- und Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund, die mich berühren konnte und zum Nachdenken anregt. Ich empfehle sie gerne weiter!

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80 Ehejahre voller Höhen und Tiefen

Von: Internetmaus aus Dörentrup

16.09.2019

Für immer die Deine Jana Voosen Klappentext: Wie hält man zusammen, auch wenn die Welt um einen herum zerbricht? Altes Land, 1939: Es ist ein Skandal, der das Dorf Jork wochenlang in Atem hält. Die erst 17-jährige Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl erwartet ein Kind vom Sohn des Pfarrers. Das junge Paar ist glücklich, doch als der Zweite Weltkrieg ausbricht, muss Fritz an die Front, und Klara schlägt sich mit ihrem Sohn alleine in einer kleinen Wohnung in Hamburg durch. Als sie entdeckt, dass der alte Mann in der Dachgeschosswohnung über ihr, nicht der ist, für den er sich ausgibt, trifft Klara eine folgenschwere Entscheidung. Hamburg, 2019: Die frisch getrennte Journalistin Marie stößt bei Recherchen zu einem Artikel auf die Lebens- und Liebesgeschichte von Klara und Fritz Hansen. Sie ahnt nicht, dass die Begegnung mit den beiden ihr eigenes Leben maßgeblich beeinflussen wird………………………………… Ein berührender Roman der auf 2 Zeitebenen spielt wobei die heutige Zeit eher als Rahmenhandlung dient. Das Buch hat ein sehr schönes Cover, was sehr gut zur Handlung passt. Die Apfelblüten stehen für das wiedererwachen der Natur. Auch die Menschen, die im Buch so viel Leid erfahren müssen, gestalten ihr Leben neu. Jana Voosen nimmt die Leser mit und lässt sie teilhaben an den ganzen Gräueltaten der Nazizeit. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig. Die handelnden Personen kann man sich bildlich vorstellen, ihre Geschichte miterleben. Noch im Jahr der Hochzeit von Klara und Fritz beginnt der Zweite Weltkrieg. Sie leben mittlerweile in Hamburg in einer kleinen Wohnung. Dort wird der kleine Paul geboren. Schon die ersten Kriegsjahre bringen viele Entbehrungen für die Menschen mit sich. Auch Fritz muss an die Front und für Klara mit ihrem Sohn beginnt ein Überlebenskampf. Ein Hamburger Zeitungsverlag hat im Jahre 2019 eine Sonderausgabe geplant, die zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges erinnern soll. Dazu will man Zeitzeugen befragen. Nur werden diese immer weniger. Die Zeit drängt also. Die Journalistin Marie erfährt von dem Ehepaar Fritz und Klara Hansen. Sie leben im Alten Land und begehen in diesem Jahr ihren 80. Hochzeitstag, was eine Seltenheit ist. Marie schreibt ihre Erinnerungen auf, mit allen Höhen und Tiefen, mit den Wirren des Krieges, mit der Verfolgung von Juden, Roma und Zigeunern. Tief tauchen wir im Buch in diese furchtbare Zeit der deutschen Geschichte ein. Diese Lebensgeschichte, die auf einer sehr tiefen und bedingungslosen Liebe beruht, kann ich nur jedem empfehlen. Man darf nicht immer gleich aufgeben. Man muss was für seinen Partner tun und auch mal verzeihen können. Das Buch bringt uns das sehr nahe. Jana Voosen ist ein sehr ergreifendes Buch gelungen.

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Schon als Kinder waren Klara und Fritz unzertrennlich. Zusammen machten sie die heimischen Höfe unsicher, spielten „Vater-Mutter-Kind“ und Fritz versprach seiner Klara schon damals „Wenn ich groß bin heirate ich nur dich“. Aus diesem Versprechen wurde die ganz große Liebe! Doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges setzt dem jungen Glück ein jähes Ende: Fritz muss an die Front! Klara bleibt alleine mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul in Hamburg zurück und macht das Beste aus ihrer Situation. Sie freundet sich mit dem älteren Herrn aus der Wohnung über ihr an, doch muss sie schon bald feststellen, dass er nicht der ist, für den er sich ausgibt. Klara trifft eine folgenschwere Entscheidung die ihr Leben in den Grundfesten erschüttern wird! „Für immer die Deine“ ist ein wunderbarer zeitgeschichtlicher Roman, über die Liebe und deren Tücken. Die Handlung ist so gefühlvoll und herzschmeichelnd erzählt, dass sich mir viele Szenen ins Herz gebrannt haben! Die Geschichte wird dem Leser in Rückblenden aus Klaras Sicht während eines Interviews wiedergegeben. Wir begleiten Sie und ihren Mann durch alle Stationen ihres Lebens, erleben mit wie sich aus der Kinderfreundschaft zuerst Verliebtheit und danach die große Liebe entwickelt und am Ende beide für ihre Gefühle und ihre Zukunft kämpfen müssen. Vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, der ja ohnehin schon viele Entbehrungen mit sich bringt, spinnt Jana Voosen eine sehr interessante und aufwühlende Geschichte. Dabei verlor Klara zwar bei mir einiges an Sympathie, die Autorin findet aber einen sehr guten Weg aus der Dramatik und konnte auch mich am Ende wieder mit unserer Protagonistin versöhnen. Fritz wird in Polen schwer verwundet und auch die Szenen im Lazarett konnte mir die Autorin sehr glaubwürdig näher bringen, was für einen Liebesroman in meinen Augen nicht alltäglich ist. Der Marsch der jüdischen Bewohner ins Ghetto, ein Schuss im Wald! Schmerzhaft realistisch dargestellt! Das natürlich auch die Journalistin Marie ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, muss ich vermutlich nicht dazusagen. Ihre Geschichte ist zwar nicht direkt mit der von Fritz und Klara verstrickt, Marie steht aber vor vielen Entscheidungen und versucht aus Klaras Erzählungen für sich selbst eigene Antworten abzuleiten. So intensiv die Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg dargestellt wurde, so oberflächlich und in meinen Augen auch falsch fand ich die Geschichte um Marie! Das Interview ist natürlich der Leitfaden durch das Buch, aber ich hätte mir mehr davon erwartet. „Für immer die Deine“ zeigt eine Liebe, die trotz aller schicksalhafter Wendungen niemals aufgehört hat zu bestehen und die uns vielleicht auch ein bisschen als Vorbild dienen sollte!

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Stille Heldin

Von: hasirasi2

11.09.2019

„Wenn ich groß bin, dann wirst Du meine Frau.“ (S. 14) verspricht Fritz 1928 seiner Klara beim Mutter-Vater-Kind-Spiel. Und 11 Jahre später, mit 17, heiraten die beiden wirklich, denn Klara ist schwanger. Es ist eine Sandkastenliebe, die Fritz und Klara verbindet. Sie ist die Tochter eines großen Obstbauern im Alten Land und er der Sohn des Pfarrers. Fritz möchte Medizin studieren, doch er muss Geld für seine kleine Familie verdienen und als der Krieg ausbricht, wird Fritz eingezogen. Klara bleibt mit Söhnchen Paul allein in Hamburg zurück. Die Versorgungslage wird immer schwieriger und sie beginnt, auch für den alten Herrn Wiechert in der Wohnung über ihr mit einzukaufen. Doch dann entdeckt sie dessen Geheimnis, und muss entscheiden, ob sie weiter wegsieht, oder hilft, ob sie sich und ihre Familie für einen Fremden in Gefahr bringt ... 2019 möchte ein Hamburger Magazin ein Sonderheft zum 50. Jahrestag des Beginns des 2.Weltkrieges mit Zeitzeugenberichten herausbringen. Marie ist relativ neu dort und möchte sich unbedingt profilieren. Sie erzählt ihrem Fast-Ex-Mann Simon davon und er berichtet ihr von Freunden seiner Oma, die letztes Jahr ihren 79. Hochzeitstag gefeiert haben – sie haben also kurz vor Kriegsbeginn geheiratet. Es sind Klara und Fritz, bei den Marie kurz darauf vor der Tür steht und sie um ein Interview bittet. Jana Vossen hat eine sehr berührende Liebesgeschichte über ein Paar geschrieben, welches sich schon sein ganzes Leben, also fast 100 Jahre, kennt und immer noch verheiratet ist. Journalistin Marie, deren Ehe gerade gescheitert ist, möchte wissen, wie sie das geschafft haben, was das Geheimnis einer langen Beziehung ist. Ich mochte die Geschichte sehr. Jana Vossen schreibt sehr flüssig und empathisch, ich konnte jederzeit mit Klara und Fritz mitfühlen. Klara ist zu Beginn von Hitlers Machtergreifung noch sehr naiv. Sie ist froh über ihr Glück mit Fritz und versucht ansonsten, sich aus allem rauszuhalten. Aber als Herr Wiechert ihr sein Schicksal erzählt, beweist sie echte Courage und wird zu einer stillen Heldin. Bei Fritz haben mir vor allem sein leiser Humor gefallen und seine Fähigkeit, zu Verzeihen: „Man muss Kompromisse schließen. Und wenn man unterschiedlicher Meinung ist, dann muss einer nachgeben.“ (S. 125) Die Dreiecksgeschichte zwischen Marie, Simon und Jost (ihrem Liebhaber) hat mich nicht wirklich gepackt, die hätte das Buch für mich auch nicht gebraucht. Marie kommt viel zu blass rüber, fungiert nur als Chronistin und auch die beiden Männer tauchen jeweils nur kurz auf. Die Grauen des Krieges, die (Selbst-)Vorwürfe, Zweifel und Ängste ihrer Protagonisten beschreibt die Autorin sehr anschaulich und nachvollziehbar. Besonders Herrn Wiecherts Schicksal hat mich sehr erschüttert. Leider waren mir einige Aspekte der Geschichte zu vorhersehbar und das Ende nicht wirklich überraschend. Fazit: Eine sehr berührende Liebes- und Lebensgeschichte auf zwei Zeitebenen, aber der Erzählstrang der Jetztzeit konnte mich nicht durchgängig fesseln.

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