Leserstimmen zu
Bitterer Zorn

Norbert Horst

Ein Steiger-Krimi (4)

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Verschiedene Vermisstenfälle halten Kommissar Thomas Adam, der auch auf den Spitznamen “Steiger” hört auf Trab. Erst einmal haben die Vermisstenfälle gar nichts miteinander zu tun aber Steiger mischt in allen ein bisschen mit. Eine Einbrecherbande, ein krimineller Clan und eine reiche Unternehmerfamilie halten das gesamte Team auf Trab und am Ende muss sich dieses Team eingestehen, dass man trotz aller Mühe nicht jeden retten kann. Mein Eindruck: Einbrecher Dumitru und Sorin, beide noch minderjährig, brechen in eine Haus ein. Die Alarmanlage macht ihnen dann aber nach Sekunden mit ihrem schrillen Ton einen Strich durch die Rechnung. Die beiden fliehen, verlieren sich aber auf ihrer Flucht aus den Augen und Sorin bleibt auch später verschwunden, während Dimitru dann doch bei der Polizei landet. Clanfamilie Beinahe zur  selben Zeit bekommt Steiger einen Hinweis einer  verdeckten Informantin, dass das Kind einer kriminellen Clanfamilie entführt wurde. Wie in diesen Kreisen üblich will die Großfamilie die Angelegenheit ohne jede Einmischung regeln, was einen mittleren Krieg auslösen könnten. Das gilt es natürlich zu verhindern ohne die Informantin in Gefahr zu bringen. Unternehmer Parallel zu diesen Fällen arbeitet Steigers Kollegin Jana beinahe heimlich an der Entführung einer Unternehmergattin. Da die Familie mehr als wohlhabend ist und die Entführer wollen natürlich nicht, dass die Polizei informiert wird. Deshalb lautet die Anweisung hübsch im Hintergrund bleiben und die Unternehmergattin nicht zu gefährden. Erstaunlicherweise klappt das alles hier irgendwie besser als in den beiden anderen Fällen. Steiger Thomas Adam, oder besser Steiger, ist schon ein bisschen das lebendig gewordene Ermittlerklischee. Er erinnert mich ein wenig an “Schimmi” den Duisburger Kult-Kommissar aus der Tatort-Reihe der ARD, nur moderner. Steiger ist ebenso gern inoffiziell unterwegs, ziemlich trinkfest und hat es nicht so sehr mit seinen Vorgesetzten. Aber er hat auch genau denselben ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und beisst sich gerne mal in seinen Fällen fest. Einblick In recht kurzen, knappen Kapiteln stellt sich immer abwechselnd die Lage in je einem der drei Kriminalfälle dar. Das sorgt auf jeden Fall für viel Tempo, sorgt aber auch dafür, das ich als Leser einen recht guten Einblick in die Probleme und Motive der Verbrecher bekomme. Trotzdem fühle ich mich nicht dazu gedrängt, mich auf eine Seite festlegen zu müssen. Aber es wird schnell klar, das die Grenzen zwischen richtig und falsch auch mal fließend sind. Gesamtbild Am Ende werden die Schicksale aller handelnden Personen miteinander verwoben und ergeben so etwas wie ein Gesamtbild. Das dieses Gesamtbild vielleicht nicht sonderlich hübsch ist, ist eine andere Frage. Nicht alle im Buch angesprochenen Probleme werden zur Zufriedenheit der Ermittler und der Leser gelöst und es bleibt ein gewisser bitterer Nachgeschmack zurück - eben der bittere Zorn. Mein Fazit: Bitterer Zorn von Norbert Horst ist ein schneller, spannender und recht realistischer Krimi, der ohne allzu große Gewaltdarstellungen auskommt. Ich hatte meine Gedanken noch eine ganze Weile nach der letzten Seite bei den Protagonisten und ihren Schicksalen. Wer realitätsnahe Krimis mag, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

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