Leserstimmen zu
NEBEL

Ragnar Jónasson

Die HULDA Trilogie (3)

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Düster, leise, stimmungsvoll – ein tolles Ende der Hulda-Trilogie

Von: Daniela Anders aus Leopoldshafen

19.10.2020

Erla und Einar leben schon ewig in dem alten Bauernhaus weit weg von jeglicher Zivilisation. Umso verwunderter sind sie, als kurz vor Weihnachten Léo vor ihrer Tür steht, der sich angeblich mit Freunden auf einem Jagdausflug befand und sich verlaufen hat. Erla misstraut ihm von Anfang an. Warum ist er wirklich hier? Und was hat er mir ihrer Tochter Anna gemacht, die im etwas weiter entfernten Haus nebenan wohnt? Warum kommt sie nicht – wie sonst immer – an Weihnachten zu Besuch? Diese Trilogie ist ja, wie bekannt sein dürfte, von hinten nach vorne aufgebaut. Teil 1 („Dunkel“) ist quasi das Ende, Teil 2 („Insel“) spielt davor und dieser 3. Teil nun ist quasi der Anfang von allem. Es ist unfassbar genial, wie Jónasson diesen Thriller aufgebaut hat. Man liest ein bisschen was über Erla und Einar, dann über Hulda und ihre familiären Probleme mit dem grausamen Schicksalsschlag und auch über einen anderen Fall von Hulda, nämlich den der vermissten jungen Frau Unnur. Und man fragt sich oft, wie das alles bitteschön zusammenhängt. Alle Handlungsstränge werden nach und nach und gewohnt „leise“ miteinander verwoben, bis sie am Ende dann das ganze Bild ergeben. Leise, aber dadurch umso packender! Man weiß ja durch Teil 1 und 2, was Hulda mit Tochter und Mann für Schicksalsschläge erlebt hat. Dennoch ist es sowas von interessant, jetzt mitzuerleben, wie sie genau darauf zusteuert. Ihre Empfindungen, die Selbstvorwürfe etc. gehen unter die Haut. Der Handlungsstrang im Bauernhaus ist einfach nur furchtbar spannend. Was führt Léo im Schild? Wer ist er wirklich? Warum ist Einar so ruhig, und Erla so völlig panisch, was Léo betrifft? Und was ist mit Anna, ihrer Tochter? Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, das ich wirklich überrascht wurde und dieses Ende bis fast ganz zum Schluss nicht vorausgesehen habe. Jónasson´s Schreibstil passt perfekt zur eiskalten Winterlandschaft Islands und zum abgelegenen Tatort fernab von allem. Ich konnte förmlich den Schneesturm tosen hören und die klirrende Kälte fühlen. Ein düsterer Thriller, der ungemein fesselt und schlicht genial ist! Und der unter die Haut geht. Mein Mitgefühl für Hulda war grenzenlos und ich konnte sehr gut nachvollziehen, dass sie so ist, wie sie eben ist: ruhig, einzelgängerisch, misstrauisch, verletzt… und trotzdem – oder gerade deswegen – eine brillante Ermittlerin. Erwähnen möchte ich auch noch das wirklich schöne Nachwort des Autors mit der niedergeschriebenen, kurzen Erinnerung seiner Mutter. Und ich habe etwas gelernt: in Island ist es eine alte Tradition, sich an Weihnachten Bücher zu schenken und dann am Heiligen Abend bis spät in die Nacht zu lesen. Eine schöne Tradition, finde ich.

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Als Erna sich entscheidet, ihren Mann zu heiraten, entscheidet sie sich auch für seinen Hof. Abgelegen, über viele Monate im Jahr stockfinster, Kerzen gegen die ständigen Stromausfälle. Erla ist nicht für dieses Leben gemacht, doch ihren Mann würde sie nicht im Stich lassen. Dessen Familie kümmert sich bereits seit so vielen Generationen um den Hof, dass sie weiß, dass er ihn nie verkaufen wird. Nur drei Dinge helfen ihr, damit klarzukommen: Romane, das Radio und der Gedanke an ihre Tochter Anna. Auch dieses Weihnachten soll ruhig werden. Nur sie und ihr Mann, später vielleicht noch Anna. Doch als es an der Tür klopft und ein Fremder um Einlass bittet, ist es damit vorbei. »Sie wusste, dass für Einar die Familienehre auf dem Spiel stand. Er hatte ein schweres Erbe angetreten, und es war, als wären die Geister seiner Ahnen ständig anwesend und beobachteten ihn aus den dunklen Ecken heraus.« Mit dem Fremden zieht für Erla die Furcht in das eigene Haus ein. Das Telefon ist tot, der Strom lässt sie im Stich. Und in der Nacht hört sie Geräusche, die nicht da sein sollten. Doch abgeschottet jeder weiteren Menschenseele, sich Erna, ihr Mann und der Fremde auf sich allein gestellt. »Durch den Stromausfall war die Atmosphäre ohnehin schon sonderbar genug: Es herrschte eine Art düsteres Zwielicht, das Erla an die Tageszeit erinnerte, die sie immer als besonders unheimlich empfand, die Zeit, in der Geister aus den Schatten traten und menschliche Gestalt annehmen konnten, ohne dass man es merkte.« ›Nebel‹, der dritte Teil der ›Hulda‹-Trilogie kann problemlos an die Qualität des ersten Bandes, ›Dunkel‹, und zweiten Bandes, ›Insel‹, anzuknüpfen. Der dritte Band baut zwar nicht auf den Geschehnissen des zweiten Bandes auf, was durch die achronologische Anordnung der Trilogie auch nicht möglich wäre, doch lässt er Huldas Entwicklung miterleben. Einige der Ereignisse, die im dritten Band geschehen, hatten auf den ersten und zweiten Band Auswirkungen. Was ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest hätte werden sollen, wird in ›Nebel‹ durch Dunkelheit und Isolation zu einem Grauen. Wie ›Dunkel‹ und ›Insel‹ kommt ›Nebel‹ ohne möglichst blutige und bestialische Morde aus. Das Grauen und die Spannung wachsen aus dem, was im Inneren des Menschen schlummert. Jónasson zeigt in seiner ›Hulda‹-Trilogie, was Geheimnisse, Schuld und Dunkelheit mit dem Menschen, Familien oder Partnerschaften machen kann. ›Nebel‹ ist ein würdiger Abschluss – oder Auftakt? – der ›Hulda‹-Trilogie. Für mich persönlich sogar der liebste Teil der Trilogie, die sich von Band zu Band noch weiter gesteigert hat. Für alle Krimi-Fans, die Lust auf unaufdringlichere Spannung haben.

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Auf das neue Buch von Ragnar Jonasson habe ich mich schon sehr gefreut. Die Protagonistin der Trilogie ist mir seit dem ersten Band "Dunkel" ans Herz gewachsen und Hulda ist ohne Frage die zurzeit beste Protagonistin in der skandinavischen Kriminalliteratur. Eine andere Sache, die diese Reihe jedoch auch so einzigartig macht ist die Reihenfolge. Das jeweilige Erscheinungsdatum passt nämlich nicht mit der chronologischen Handlung überein. Allen, die die Serie noch nicht kennen will ich hier jedoch nicht zu viel verraten, weil es am meisten Spaß macht, wenn man ohne viel Vorwissen mit dem ersten Teil ("Dunkel") beginnt. Allen, die die vorherigen zwei Bände kennen kann ich jedoch sagen, dass auch "Nebel" mich wieder begeistern konnte! Die Handlung spielt sich noch vor "Insel" ab und Hulda ist noch eine ganz andere Person, als wir sie kennen. Wir erfahren außerdem mehr über die Familie von Hulda. Der Kriminalfall ist wieder sehr spannend und es ist unglaublich packend, wie der Leser Stück für Stück mehr von der Wahrheit erfährt. Außerdem ist es fast schon erschreckend, wie düster Ragnar Jonasson schreiben kann. Dennoch lese ich seine Bücher so schnell, wie fast keine anderen Bücher, was wahrscheinlich auch an seinem grandiosen Schreibstil liegt. Bei ihm wird das Buch schnell zu einem Pageturner und auch bei "Nebel" machte mich das Ende sprachlos. Ragnar Jonasson gehört einfach zum Meister seines Fachs und wenn ich jemanden einen skandinavischen Krimi empfehlen müsste wäre es garantiert ein Buch mit der einsamsten Kommissarin Islands! Wirklich schade finde ich es jedoch, dass "Nebel" wahrscheinlich der letzte Band mit Hulda sein dürfte. Die Reihe wurde als Trilogie angekündigt und dies wäre jetzt der dritte Band. Ich hoffe jedoch, dass Ragnar Jonasson noch weiter auf die Vergangenheit von Hulda eingeht und wir vielleicht bald etwas neues von ihr hören werden. Bis dahin (wenn es überhaupt so weit kommt) werde ich jedoch die "Dark Iceland" Reihe von Ragnar Jonasson lesen, die sich auch sehr vielversprechend anhört! Fazit: Auch "Nebel" konnte mich wieder zu 100% überzeugen! Wer einen düsteren Skandinavien Krimi sucht hat ihn hier gefunden. Jedoch empfehle ich, dass man die Hulda Trilogie in der richtigen Reihenfolge liest.

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Nachdem mich die beiden Vorgänger schon total begeistern konnten, war ich sehr gespannt was das Finale der Hulda Trilogie bereithält, denn der Inhalt klingt wieder verdammt gut: Nach einem schweren Schicksalsschlag kehrt Hulda zur Polizei in Reykjavik zurück. Dort bekommt sie es gleich wieder mit einem sehr brisanten Fall zu tun: In einem abgelegenen Bauernhaus werden mehrere Leichen gefunden die schon seit einigen Wochen dort liegen müssen. Was ist zur Weihnachtszeit in dem Haus geschehen als es durch den Schnee vom Rest der Welt abgeschnitten war... Endlich klärt sich dir Frage, ob es wirklich funktionieren kann eine Geschichte Rückwärts zu erzählen, und ich war total gespannt zu welchem Ergebnis ich hier kommen werde. Auch im Finale schafft es Ragnar Jonasson wieder einen sehr interessanten und vor allem spannenden Fall zu entwickeln. Die Geschehnisse auf dem Bauernhof sind um so erschreckender, weil man mitbekommt, dass es an einem Ort passiert, an dem man sich eigentlich sicher fühlen sollte. Schon im Prolog macht sich beim Leser ein ungutes Gefühl breit und das begleitet einen durch das ganze Buch. Mehr möchte ich zu dem Fall gar nicht sagen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Doch nicht nur die Bewohner des Bauernhauses erleben schreckliches, nein auch Hulda unsere Protagonistin die wir inzwischen lieben gelernt haben rast auf einen Abgrund zu. Wir sind nämlich diesmal genau dort angelangt wo sich das Schicksal ihrer Tochter entscheidet und auch, wenn man eigentlich weiß wie was passiert fiebert man dennoch mit Hulda mit. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen dem Bauernhof und Huldas Geschichte und beide Ereignisse lassen den Leser nicht los. Man möchte unbedingt wissen wie es weiter geht und das Buch entwickelt sich zum absoluten Pageturner. Das liegt vor allem an dem genialen Schreibstil des Autors, der es schafft die, Spannung unterschwellig ansteigen zu lassen und dabei eine düstere und unbehagliche Atmosphäre zu schaffen. Was mir gut gefallen hat, ist das man immer nochmal mehr über Hulda erfährt und warum sie zu der Person geworden ist, die sie ist. Ragnar Jonasson ist mit Hulda ein wirklich unglaublich toller Charakter gelungen, der bei weitem nicht perfekt ist, aber genau dieses unperfekt sein macht sie so sympathisch und liebenswert. Für mich war Nebel ein absolutes Highlight und hebt die Reihe nochmal von anderen Thriller Reihen ab. Die Geschichte Rückwärts zu erzählen hat sich hier definitiv gelohnt und in meinen Augen hat es auch gut funktioniert. Das ganze Ausmaß der Geschichte erschließt sich einem erst mit Nebel und erst dann ergibt diese Erzählweise auch Sinn. Mit einem nervenzerfetzenden letzten (oder auch ersten) Fall schließt der Autor das Kapitel Hulda und ich weiß jetzt schon das mir der Charakter fehlen wird, ich hätte gerne noch viel mehr mit ihr Erlebt. Ich kann das Buch und die gesamte Reihe nur empfehlen. Ragnar Jonasson hat hier eine tolle Reihe geschaffen, die mich persönlich sehr beeindruckt hat. 5 von 5 Sternen

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„Immerhin, jeder kleine Sieg verschaffte ihr eine gewisse Befriedigung. Wenigstens konnte sie selbst stolz darauf sein, gute Arbeit geleistet zu haben, auch wenn es sonst niemand erwähnenswert fand.“ (Zitat Seite 329) Inhalt Dieses Weihnachten 1987 im kalten, tief verschneiten Island verändert das Leben von Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, unwiderruflich. Doch es ist ihr wichtig, nach einem Sonderurlaub rasch in ihren Beruf zurückzukehren. Ihr Chef betreut sie mit einem sehr speziellen neuen Fall. Die Bewohner eines einsamen Bauernhauses im abgelegenen Osten Islands, ein altes Ehepaar, wurden tot aufgefunden. Sie waren nicht friedlich verstorben und es musste bereits während der Weihnachtstage passiert sein. Gleichzeitig lässt Hulda das nach wie vor ungeklärte, spurlose Verschwinden einer jungen Frau während der Sommermonate keine Ruhe. Thema und Genre In diesem Thriller, dem dritten und letzten Band der Serie um die Ermittlerin Hulda geht es um Familie, Verlust, Schuld und Verantwortung. Auch psychologische Elemente spielen eine wichtige Rolle. Charaktere Hulda muss mit einem persönlichen Schicksalsschlag fertig werden, für den sie sich mitverantwortlich fühlt. Teilweise sind ihre Gedanken dadurch abgelenkt, gerade deshalb übernimmt sie diesen neuen Fall bewusst und vertieft sich in die Ermittlungen. Sie ist eine sehr genaue, erfolgreiche Kriminalbeamtin, doch sie weiß auch, dass sie mit ihren vierzig Jahren beruflich wesentlich weiter wäre, wäre sie in Mann. Umso mehr ist sie entschlossen, immer einfach ihr Bestes zu geben. Handlung und Schreibstil Die Ereignisse werden in zwei paralellen Geschichten geschildert, die in den Weihnachtstagen 1987 und Februar 1988 spielen. Ein ergänzender dritter Handlungsstrang führt zurück in den Sommer 1987. Der Winter in Island ist düster und kalt und gerade deshalb sind die Traditionen des Weihnachtsfestes für die Menschen so wichtig. Doch in diesen gemütlichen Beschreibungen über das typische Festessen und Bücher, die als Geschenk unbedingt zu einem isländischen Weihnachtsfest gehören und die man auch sofort mit Vorfreude zu lesen beginnt, schwingen rasch Beklemmung und Ängste mit. Vermutungen ergeben sofort einen besonderen Sog in diese packende Geschichte und überraschende Wendungen sorgen für zusätzliche Spannung. Der Autor spielt mit der Sprache und fängt die unterschiedlichen Stimmungen eindrücklich ein und versetzt uns beim Lesen sofort in das einsame winterliche Island. Fazit Weihnachten im kalten, tief verschneiten Island wird besonders gemütlich und traditionell gefeiert, doch manchmal trügt der Schein und was zuerst in der Dunkelheit nur mitschwingt, tritt immer deutlicher hervor. Ein vielschichtiger, sehr spannender Nordic Noir Thriller, ein gelungener Höhepunkt zum Abschluss dieser Serie. Auch die gewählte Form, diese Trilogie im Zeitablauf rückwärts zu erzählen ist ebenso ungewöhnlich wie genial und packend, ich würde, obwohl nun ja alle drei Bände erschienen sind, genau die vom Autor gewollte Reihenfolge DUNKEL – INSEL – NEBEL einhalten.

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Nach „Dunkel“ und „Insel“ lichtet sich nun der „Nebel“ und handlungsmäßig beginnt das letzte Buch der Hulda-Trilogie im Jahr 1988: Hulda bekommt von ihrem Vorgesetzten den Auftrag, die Ereignisse aufzuklären, die sich auf einem sehr abgelegenen und besonders in der Winterzeit kaum erreichbaren Bauernhof ereignet haben…. Während Hulda sich auf den Weg macht um sich vor Ort ein Bild zu machen, erzählt der Autor aus unterschiedlichen Richtungen und Perspektiven hier eine nervenaufreibende, unvorhersehbare und sehr spannende Kriminalgeschichte, auf die ich hier inhaltlich nicht weiter eingehen möchte, denn dazu ist sie zu gelungen und eigentlich auch die „Krönung“ der Trilogie. Besonders die landschaftliche Szenerie ist sehr anschaulich dargestellt. Die schneebedeckte Einsamkeit eines abgelegenen Bauernhauses, ein gastfreundliches älteres Ehepaar und ein unheimlicher Fremder, lassen nichts Gutes ahnen.... Was sich dann Hulda auf dem Hof für ein schauriges Bild bietet, sollte jeder nervenstarke Leser selbst herausbekommen… Ich habe dieses spannungsgeladene Buch gern und in einem Rutsch gelesen, obwohl mir an manchen Stellen schon die Nackenhaare hochstanden, halte ich es für einen gelungenen Abschluss der Trilogie!

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Erst spät werden die Leichen entdeckt, die in einem abgelegenen Bauernhaus ermordet wurden. Die weihnachtliche Dekoration im Inneren lässt sofort darauf schließen, wann die Morde stattgefunden haben, ansonsten tappt die Polizei zunächst im Dunkeln. Erst als Hulda Hermannsdottir dem Fall zugeteilt wird und sich mit vollem Eifer den Ermittlungen hingibt, werden die Umrisse der Tat schärfer. Dabei hat die Ermittlerin nach einem Schicksalsschlag eigentlich genug mit sich selbst zu tun – und mit ihrer Tochter… Ich gebe es offen zu: Nach dem zweiten Teil von Ragnar Jonassons Romantrilogie um seine isländische Ermittlerin Hulda Hermannsdottir war ich skeptisch ob sein Konzept auch aufgeht. Denn die drei Fälle der Hauptfigur wurden rückwärts-chronologisch erzählt, von ihrem Karriereende über den Höhepunkt ihrer Laufbahn kehrt der Leser in „Nebel“ dementsprechend zu der jüngeren Hulda zurück. Man weiß von ihrem persönlichen Schicksal, worauf dieser Band zusteuert und steht dem doch hilflos gegenüber. Die Katastrophe, die sich anbahnt, wird aber noch von den anderen persönlichen Umständen der Ermittlerin ergänzt, was ihr eine psychologische Tiefe verleiht und jetzt erst einige Verhaltensweisen der ersten beiden Romane erklärt. Beeindruckend ist auch, wie geschickt der Autor die Handlung um Hulda mit dem eigentlichen Fall verknüpft und beide Themen und Stimmungen gekonnt ineinanderfließen lässt. Beides passt so genau zusammen, ist sorgsam und glaubwürdig konstruiert, dass „Nebel“ in meinen Augen der stärkste Band dieser sehr gelungenen Serie ist. Das liegt auch an der eindrucksvollen Stimmung, die Jonasson geschaffen hat. Denn durch einige Rückblenden erfährt der Leser, was zu Weihachten in dem Bauernhaus tatsächlich geschehen ist – und das ist nervenaufreibend und hochspannend geraten. Diese Gefühle übertragen sich auf den Leser, der Spannungsbogen kann dabei über den gesamten Roman tragen und lässt in seiner Intensität nicht nach. Durch die verwendete klare, aber dennoch anspruchsvolle Sprache werden intensive Bilder geschaffen, was das Profil des Romans noch weiter schärft. „Nebel“ ist ein herausragender Abschluss einer sehr lesenswerten Romantrilogie und zeigt, dass das ungewöhnliche Konzept nicht nur interessant klingt, sondern vom Autor auch sehr geschickt ausgearbeitet wurde. Das persönliche Schicksal von Hulda als Ermittlerin greift gekonnt die Stimmung des eigentlichen Falles auf und lässt beides wie eine untrennbare Einheit wirken. Eine klare Leseempfehlung – aber unbedingt in der Reihenfolge der Veröffentlichung.

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Nebel – Ragnar Jonasson Band 3 der Hulda Trilogie Verlag: btb Taschenbuch: 15,00 € eBook: 9,99 € ISBN: 9783442758623 Erscheinungsdatum: 21. September 2020 Genre: Thriller Seiten: 352 Inhalt: Ein einsames Bauernhaus - und ein verhängnisvoller Besuch. Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, kehrt nach einem Schicksalsschlag gerade wieder in ihren Beruf zurück. Um sie bei der Wiederaufnahme der Arbeit zu unterstützen, wird Hulda von ihrem Chef mit einem neuen Fall betraut: Mehrere Leichen wurden in einem abgelegenen Bauernhaus im Osten des Landes gefunden, und alles deutet darauf hin, dass sie dort schon seit einigen Wochen liegen. Was ist während der Weihnachtstage geschehen, als das Bauernhaus durch einen Schneesturm vom Rest der Welt abgeschnitten war? Und gibt es ein Entkommen vor der eigenen Schuld? Mein Fazit: Zum Cover: Das Cover passt hier perfekt zu den beiden Vorgängern, der Stil ist der gleiche. Gehalten sind die Cover in schwarz/weiß. Mir gefallen sie gut. Zum Buch: Dies ist der Abschluss der Trilogie und wir werden endlich alles erfahren. Wer sind mit den Büchern schon beschäftig hat, weiß das diese Bücher rückwärts erzählt werden. Wir erfahren hier die ganze Geschichte von Dimma, worauf ich persönlich schon so lange gewartet habe. Doch komme ich nun zum eigentlichen. Mehrere Tote werden gefunden und was anfangs so simpel erschien, wird nach und nach zu einem Verwirrspiel. Der Schreibstil ist absolut spannend und man kann gar nicht aufhören mit dem Lesen, man will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich hatte so meine eigenen Theorien, aber die wurden nach und nach ausgemerzt. Hulda ist eine gute Polizistin, doch hat sie auch schwer mit ihrem Leben zu kämpfen. Mit ihrer Tochter und ihrem Ehemann läuft es nicht so, wie es laufen sollte. Auf der Arbeit muss sie sich jedes Mal beweisen, da sie es als Frau dort nicht einfach hat. Wird sie es schaffen, diesen Fall zu lösen, oder wird ihr Privatleben dazwischenkommen? Ihr werdet es erfahren. Die Charaktere sind gut dargestellt, einige kennen wir schon, andere hingegen lernen wir erst kennen. Hulda ist eine starke Frau, die zwar manchmal schwach rüberkommt, aber dem ist meiner Meinung nach nicht so. nicht nur dass sie mit ihrem Privatleben zu kämpfen hat, der neue Fall hat es auch in sich. Ein fremder strandet während eines Schneesturms bei einem Ehepaar, doch auch hier ist nichts wie es scheint und ich verstehe im Nachhinein die Handlungsweise der Charaktere. Dimma zieht sich immer mehr und mehr zurück und wir als Leser kommen hier ganz langsam dem Grauen auf der Spur. Es gibt noch so viele Charaktere mehr, aber auf alle gehe ich hier nicht ein. Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen, am Ende macht alles Sinn. Sie ist spannend und rasant und es darf gern mehr solcher Trilogien geben. Die Kapitel sind verschiedenen Charakteren zugeteilt, das gefiel mir auch sehr gut, so kann man manche Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Alles in allem eine wirklich gelungene Trilogie und ich bin ein wenig traurig, dass sie nun zu Ende ist. Ich hätte oder würde gern mehr darüber lesen. Ich gebe hier 5 von 5 Sternen und empfehle diese Reihe gerne weiter.

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