Leserstimmen zu
GOTT

Ferdinand von Schirach

(15)
(0)
(0)
(0)
(0)
€ 18,00 [D] inkl. MwSt. | € 18,50 [A] | CHF 25,90* (* empf. VK-Preis)

Höchst willkommener Tabubruch

Von: Pascal Schwiefert

23.09.2020

„Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod?“ Ferdinand von Schirach gelingt es mal wieder, die Leser*innen mit einem hochbrisanten, aktuellen Thema in den Bann zu ziehen. Suizid und Sterbehilfe unterliegen in unserer Gesellschaft immernoch einem Tabu. Ungerechtfertigt. Schirachs Werk ist ein höchst willkommener Tabubruch, welcher einen gelungenen Einstieg in eine ethisch-moralische Diskussion über die Möglichkeiten der Sterbehilfe bzw. der Beihilfe zum Suizid eröffnet. Das Stück bzw. die handelnden Personen spiegeln sachlich und differenziert die unterschiedlichsten Pro- und Contra-Argumente wider. Letztendlich bleibt es wieder den Leser*innen überlassen ein eigenes Urteil zu fällen. Ist der selbst erwählte Tod durch ärztlichen Beistand ein fundamentaler Bestandteil des menschlichen Selbstbestimmungsrecht über das eigene Leben? Oder verbieten ethisch-moralische Bedenken einen Eingriff durch Dritte? Fachliche Expertisen aus den unterschiedlichsten Gebieten runden das Ganze ab. Insgesamt ein wohl formuliertes Stück mit einem wichtigen Anstoß zum Nachdenken.

Lesen Sie weiter

Richard Gärtner, 78, zieht in diesem Theaterstück vor den Ethikrat, um Sterbehilfe durch einen Arzt in Anspruch nehmen zu dürfen. Er ist gesund, nicht depressiv – nur traurig. Und einsam. Denn seine Frau ist nach 40 Jahren Ehe gestorben und er ohne sie schlicht zu allein zum weiterleben. Mit der heutigen Medizin hat er weitere gute zehn einsame Jahre vor sich- und die will er nicht. Seine Kinder sind informiert, alles wurde durchdiskutiert-nur die Möglichkeit, durch zum Beispiel ein Medikament in Würde und selbstbestimmt zu sterben, fehlt. Deshalb steht er nun vor dem Ethikrat, belesen, gebildet, mit Anwalt und sehr gut informiert. Im Stück werden die Haltungen der Kirche, der Ärztekammer und der Juristerei dazu deutlich. Die Lösung liegt -wie schon in Schirachs Stück Terror-in den Händen des Publikums. Wir dürfen entscheiden, was wir für richtig halten. Ich bin begeistert von Schirachs Büchern generell und seinen moralische Dilemmata Theaterstücken umso mehr. Absolute Leseempfehlung-hoffentlich bald auch auf unseren Bühnen zu sehen. Klug, integer und präzise werden hier moralische Haltungen zerlegt und der Leser denkt mit und nach. Ich hatte meine Haltung dazu schon davor und habe sie auch danach noch – aber ich wurde zum Nachdenken gebracht, informiert und bin innerlich niedergekniet vor der scharfzüngigen Rhetorik. Chapeau!!

Lesen Sie weiter

Eindringlich

Von: SallySchönschrift

23.09.2020

Dieses Buch wird nicht nur gelesen, sondern durchlebt. Es "macht" etwas mit einem. Daher möchte ich nicht viel dazu sagen. Es ist wundervoll. Punkt.

Lesen Sie weiter

Zum Nachdenken

Von: Kathleen

21.09.2020

Gott ist ein Theaterstück in dem die Frage gestellt wird, wem gehört unser Leben und wer hat darüber zu richten. Diese Frage wird von drei unterschiedlichen Positionen beleuchtet, und regt zur Diskussion an. Ich war der Meinung, ich habe zu diesem Thema einen klaren Standpunkt. Ferdinand von Schirach hat es geschafft, dies ins Wanken zu bringen. Nach diesem Buch hatte ich das Bedürfnis, mich mit Anderen über dieses Thema auszutauschen. Ich kann dieses Buch jeden empfehlen, der sich mit dem Thema Suizid und Sterbehilfe beschäftigen möchte.

Lesen Sie weiter

Hallo ihr Lieben 🙂 Heute habe ich für eine Rezension zu "GOTT" von Ferdinand von Schirach für euch. Danke an das @bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. **************************************** Dieses Buch hat mir wieder richtig, richtig gut gefallen. Ein sehr wichtiges Thema, über das ich schon oft mit meiner Familie gesprochen habe. Es geht darum, ob es Ärzten erlaubt sein sollte, Menschen auf ihren Wunsch hin beim Suizid zu helfen. Ich konnte alle Ansichten hier sehr gut verstehen und fand es wirklich toll, dass alle Ansichten gegenüber gestellt wurden. Man kann im Grunde niemandem widersprechen, doch man kann anderer Meinung sein bzw. die Meinung eines Charakters teilen. Die Dialoge sind schnell und oft auch schlagfertig. Man sieht alles wie in einem Film in Kopf. An manchen Stellen hätte ich mir dich etwas mehr Tiefe gewünscht, ich glaube aber, dass es vielleicht genau so gewollt ist, um die Gedanken des Lesers anzuregen. Am Ende finden sich noch einmal verschiedene Essays zum Thema, die das Ganze dann noch einmal etwas wissenschaftlicher angehen. Auch dies fand ich sehr schön, da sie auch die Bildung einer eigenen Meinung anregen oder zumindest zur Diskussion.

Lesen Sie weiter

Es geht in diesem Buch um das Thema Beihilfe zum Suizid und das recht aktuelle Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts dazu. Der Leser soll sich auch hier wieder am Ende seine eigene Meinung zu dem Thema bilden...was gar nicht so einfach ist, denn die jeweils vorgebrachten ethischen, ärztlichen und christlichen Aspekte und Argumente sind irgendwie alle nachvollziehbar und allesamt fesselnd. Abgerundet wird das Stück von 3 Essays von Sachverständigen, die das Thema nochmals in ein anderes Licht rücken. Fazit: ,Wem gehört unsere Leben? Darf ein Mensch entscheiden, wie er sterben will?‘ Wieder mal hat es Schirach geschafft, ein brisantes und kontroverses Thema von vielen unterschiedlichen Seiten zu beleuchten und den Leser aufgeklärter aber auch nachdenklicher zurückzulassen!

Lesen Sie weiter

Es geht unter die Haut!

Von: Ella aus Berlin

20.09.2020

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und als ich es endlich hatte, konnte ich es kaum erwarten es zu lesen. Das Thema ist sehr kompliziert und bedarf daher eine ausführliche Diskussion. Umso erstaunlicher finde ich hierbei auch die Darstellung der Argumente. Sie wurden sehr emotional aus den jeweiligen Perspektiven dargestellt und bieten dennoch eine neutrale Gesamtbetrachtung. Auch wurden diese ausführlich dargelegt, ohne dass es zu ausufernd wurde. Danke für dieses tolle Werk!

Lesen Sie weiter

Wie bereits aus dem Klappentext erkenntlich behandelt "GOTT" das Thema ärztliche Beihilfe zum Suizid, deshalb auch meine Eingangsfrage. Im Stück möchte Richard Gärtner sterben. Er ist nicht krank, doch seine Frau, mit der er den Großteil seines Lebens verbracht hat, ist drei Jahre zuvor gestorben und nun sieht er für sich keinen Sinn mehr im Leben. Er hat keine Freude mehr an irgendeiner Form von Unterhaltung und hat auch mit seinen Kindern bereits über seinen Suizidwunsch gesprochen und mit ihnen das Pro und Contra abgewägt. . Nun befinden wir uns in einer Sitzung des Ethikrates, der darüber diskutiert, ob der Wunsch von Herrn Gärtner angemessen ist. Hierfür werden einige Sachverständige einberufen, die das Thema von drei verschiedenen Seiten beleuchten: rechtlich, medizinisch und theologisch. Am Ende soll der Leser sich eine eigene Meinung dazu bilden, diese Entscheidung wird ihm nicht innerhalb des Stückes abgenommen. . Wie ihr vermutlich wisst, lese ich unheimlich gerne Bücher von Schirach. Ich finde seinen Schreibstil faszinierend und er behandelt immer interessante und oft umstrittene Themen. Dadurch gestaltet sich das Lesen nicht als leise Kost, jedoch als faszinierend und prägende Erfahrung. . Ich persönlich kann sagen, dass mir "GOTT" sehr gut gefallen hat. Mich hat es interessiert, sowohl die Pro als auch die Contra-Argumente zu betrachten und mir meine eigene Meinung zu bilden. Im November soll das Stück auch im Fernsehen gezeigt werden und die Zuschauer können per Anruf über die Frage abstimmen. Ich bin sehr gespannt darauf, mir das anzuschauen. Von mir erhält "GOTT" auf jeden Fall erst einmal 5/5 ⭐, ich hatte nichts daran auszusetzen.

Lesen Sie weiter