Leserstimmen zu
Über Leben

Dirk Steffens, Fritz Habekuß

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Ich bin kein wirklicher großer Fan von Weltuntergangsszenarien, wobei ich mit Erschrecken feststellen musste, dass es wirklich so nicht weitergehen kann. Dieses Buch ist fachlich und emotional zugleich und führt einem mal wieder vor Augen, dass man die Fehler der Vergangenheit umgehend angehen muss, ansonsten sind wir bald Geschichte. Wirklich lesenswert!

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„Vorsicht Spoiler!“ „Dies ist ein Buch über den Gesang der Vögel, über die Vielfalt der Natur und die Schönheit der Erde. Über das Netz des Lebens und darüber, wie alles mit allem zusammenhängt.“ Da sind zwei Autoren, die sich mit wissenschaftsjournalistischem Anspruch mit dem Thema des Artensterbens auf unserem Planeten befassen. Und da ist eine Amsel, die singt und als zugegebenermaßen kitschiges Bild die Liebe zur Natur über das Alltägliche, oft nicht bewusst wahrgenommene, transportiert. Und da ist ein Schrecken, gleich im Vorwort. Es gäbe keine Luft, kein Wasser, keine Erde, ohne Biodiversität. „Nicht einmal die eng damit verbundene Klimakrise bedroht uns so sehr in unserer Existenz - sie gefährdet zwar die Art, wie wir leben, aber nicht ob wir leben.“ (S.8) Das scheint mir angesichts der vielen, vielen Menschen, die durch den Klimawandel ihr Leben verlieren, direkt und indirekt, eine schwierige Aussage. Diese Provokation steht nun im Raum, von der zweiten Seite an. Dass da jemand schreibt, der wirklich engagiert ist, nimmt man den beiden sofort ab. Den einen kennt man aus verschiedenen Terra X - Sendungen, den anderen als ZEIT - Redakteur. Gemeinsam schreiben sie hier an gegen eine riesengroße Unwissenheit und einen leichtfertigen Umgang mit dem Leben im Gesamten, was uns irgendwann das Leben kosten kann. Sehr viele Themen braucht es hier, um die Zusammenhänge auch nur annähernd zu umreißen. Gut gemacht ist dabei die Veranschaulichung durch ein Reihe von Beispielen. Bei diesem Buch hätte ich mir aber gewünscht, dass es um die Hälfte umfangreicher ist und die angeführten Themen ausführlicher und die dazu herangezogenen Beispiele wissenschaftlich belegbarer ausführt. Für ein Buch mit popularwissenschaftlichem Charakter ein guter Einstieg in ein umfangreiches Thema, das uns dringend mehr beschäftigen sollte, weil Biodiversität unser aller Leben ermöglicht und erhält. Der Zusammenhang eines niedrigeren Stresshormonpegels mit dem Spaziergang im Wald ist bekannt. Der Gedanke, aus der zunehmenden Entfremdung von der Natur auf eine zunehmende Entfremdung von Mitgefühl zu schließen, ist ungewöhnlich. (S.28) Viele PhilosophInnen, über die ich gearbeitet habe, vertreten den Standpunkt, dass die Verbundenheit zur Natur ein grundlegendes menschliches Bedürfnis spiegelt und zu einem Guten Leben als tragendes Element dazugehört. Martha Nussbaum hat „die Fähigkeit in Verbundenheit mit Tieren, Pflanzen und der ganzen Natur zu leben und pfleglich mit ihnen umzugehen“ als eine ihrer Grundfähigkeiten formuliert. Wenn wir über Mitgefühl sprechen, meinen wir meist das mit anderen Menschen. Aber ja, in Verbundenheit mit der Natur entsteht eine umfassendere Sicht auf das Leben, auf Lebensarten, auf diverse Lebensformen und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten - und damit auch ein weitreichenderes Mitgefühl. Es werden viele Fakten des menschlichen Verhaltens angerissen: Endowment-Effekt: was ich habe, gebe ich nicht mehr her (S.58) oder verblüffende Studien zur Verteilungsgerechtigkeit: wenn jemand mit mir teilen muss und er macht das meiner Meinung nach sehr ungerecht, lehne ich lieber ab. Und es liefert einige Fakten und Zahlen, die ich gerne unterfüttert gehabt hätte: „Die Technosphäre, all das, was wir Menschen gebaut und auf der Erde verteilt haben, von der Gizeh-Pyramide bis zum Nasenhaarschneider, wiegt inzwischen acht mal mehr als die Biosphäre, also das, was auf der Erde lebt, von der Mücke bis zum Elefanten. Durchschnittlich 50 kg haben wir auf jeden Quadratmeter dieses Planeten gestellt. 30 Billionen Tonnen Zivilisation.“ (S.60) Dazu wird weiter nichts ausgeführt. Das Leben findet nicht auf der Erde statt, sondern die Erde ist das Leben, wird mit kurzem Hinweis auf die griechische Göttin Gaia eingestreut. Auch dazu hätte ich mir etwas mehr gewünscht, zumal die Zusammenhänge über den Planeten als symbiotischem System sehr gut darstellbar und verstehbar sind (siehe Kapitel über Lynn Margulis: Der symbiotische Planet, in: Dagmar Eger-Offel: Gibt es eine Moral für die Zukunft?) Wir reden mittlerweile oft vom Earth-Overshoot-Day, dem Tag im Jahr, an dem wir unsere Ressourcen für das geanze Jahr bereits verbraucht haben. Im Jahr 2019 war das der 29.Juli. Steffen/Habekuss benennen nun mit Johan Rockström neun planetare Grenzen, von deren Überschreitung schon eine reicht, um unsere jetzige Zivilisation zu vernichten: Süßwasser, Ozon, Versauerung der Ozeane, Klimawandel, Luftverschmutzung, biochemische Kreisläufe wie Wasser- oder Kohlenstoffkreislauf, Landverbrauch, Verschmutzung der Erde mit neuartigen Substanzen wie Plastik, Biodiversität (nach S.77/78). Wir haben schon mal davon gehört: Mit jeder Google-Suche kann man eine Tasse Tee kochen. Steffen/Habekuss führen an: Jedes Wischen auf dem Handy verheizt Energie. Oben wurden die neun planetaren Grenzen angeführt, nun werden die fünf größten Katastrophen benannt als die „Big Five“ (eigentlich ein Begriff aus der Psychologie, der die Unterschiede zwischen Personen in grundlegenden Persönlichkeitsmerkmalen charakterisieren soll): Massenaussterben, Vulkanismus, Klimakrisen, Sauerstoffmangel, der Einschlag von Himmelskörpern (nach S.85). Was hilft? Ein Imperativ aus der Philosophie? Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung: „Vorsicht Spoiler!“ >>Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.<< (Steffen/Habekuss, S.87) Davon sind wir weiter entfernt denn je. Wenn Menschen und Nutztiere heute zwanzigmal so viel wiegen wie alle wilden Tiere zusammengenommen, die oben angeführten 30 Billionen Tonnen Zivilisation dazugerechnet, dann bleibt nicht viel Raum für anderes Leben. Und das ist ein entscheidender Punkt: es geht um Territorien. Wie können wir der Natur ihren Raum zurückgeben? Muss die Natur vor Gericht ziehen? Würde es helfen, einem Fluss, wie dem Mississippi Rechte zu geben? Ja, das würde es: „Als Rechtsperson wäre der Mississippi selbst Empfänger der Straf- und Bußgelder.“ (S.137) Eine neue Krise erfordert neues Denken. Da sich die Krisen aneinanderreihen, wäre es vernünftig, aus dem Zusammenhang ein Umdenken herzuleiten. Wirtschaftskrise, Klimakrise, Artensterben, Pandemien. Es wird kein „Weiter so“ mehr geben. Wirtschaftswachstum durch Ressourcenverbrauch, durch Ausbeutung der Natur in jeder Form wird aufhören müssen. No-Growth oder Degrowth-Bewegungen wollen Auswege aus den Krisen zeigen. ÖkonomInnen plädieren für die Besteuerung von Ressourcen-Verbrauch oder Umweltbelastung, anstatt Besteuerung von Gewinnen. Aber ein Umdenken entsteht dadurch nicht. Wenn aber Themen im öffentlichen Diskurs als so bestimmend angekommen sind, dass sich Unternehmen daran ausrichten müssen, weil sie sonst die öffentliche Akzeptanz verlieren, dann werden Neuinvestitionen vielleicht ökonomisch und ökologisch angedacht. Deutschland steht nach Steffen/Habekuss „auf Platz drei der am stärksten von Klimakrisenschäden betroffenen Nationen, alleine das Aufräumen der abgestorbenen Wälder kostete Milliarden.“ (S.183) Das sind Themen, die dringend bei allen Berechnungen von Bruttosozialprodukten, Wirtschaftswachstum, Subventionierung, Investition mit ins Kalkül genommen werden müssen: Schadensbeseitigung und Vorsorge. Steffen/Habekuss entwickeln mit Luise Tremel ein Modell des Aufhörens: Problematisieren - Mobilisieren - Regulieren - Neuordnen - Konsolidieren. (193 ff.) Um die notwendigen Transformationsprozesse anzustoßen wird auch hier ein Paradigmenwechsel gefordert. Umdenken heißt Umdenken, grundsätzlich. Und nur die Demokratie ist dazu in der Lage, sich auf etwas zu verständigen das vom Demos getragen wird. Und „- der Diskurs ist das Lebenselixier der Demokratie. Und die Öko-Debatte ist so diskursiv wie wenig andere.“ (S.222) Es gibt immer eine Chance. Das Narrativ des Anthropozäns kann immer noch neu gestaltet, neu erzählt werden. Viele Anregungen werden geboten, vieles kann ausführlicher recherchiert werden, einem schließe ich mich uneingeschränkt an: „Vorsicht Spoiler!“ „Ein gutes Anthropozän, wie könnte das aussehen? Vielleicht wird es ein Zeitalter, in dem wir uns von anderen Werten leiten lassen. In dem wir unsere Rolle in der Natur völlig neu definieren. In dem wir Gesellschaften anders organisieren, um Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung zu fördern.“ (S.232(33).

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Ich habe viel gelacht, viel geweint und mich verliebt…

Von: Iris Zink aus München

09.07.2020

So einfach ist es nicht und so einfach ist auch das Buch „Über Leben“ nicht. Aber es lohnt sich. Behutsam, ohne erhobenen Zeigefinger aber mit viel Wissen und Mut zum Detail haben es Dirk Steffens und Fritz Habekuß wortgewandt geschafft, eines der wichtigsten Themen unsere Zeit zu beleuchten, zu bearbeiten und einzuordnen. Und am Ende habe mich doch ein bisschen verliebt, in die Amsel, den Regenwurm, die Kieselalgen und natürlich in das Nashorn Thandi.

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Das Buch lässt sich grob in zwei Teile untergliedern. In der ersten Hälfte befassen sich die beiden Autoren mit der drastischen Beschreibung von Umweltproblemen und deren Zusammenhänge. Danach folgen dann einige Lösungsansätze und -vorschläge, die das schlimmste Außmaß verhindern könnten. Wenn die Menschheit endlich aufwachen würde! Dirk Steffens und Fritz Habekuß beschreiben den Verlust der Biodiversität und das Artensterben äußerst eindrucksvoll. Als Leser bekommt man eine erschütternde Bestandsaufnahme geliefert. Leider jedoch werden viele Themen nur oberflächlich angerissen und nicht weiter vertieft. Das Zeitalter der Menschen hat bei der Natur eindeutig seine Spuren hinterlassen. Wir zerstören nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch unsere eigene Lebensgrundlage. Vieles in der Natur hat lediglich einen Wert, jedoch keinen Preis oder gar Rechte. Eine mögliche Überlegung, die die beiden Verfasser ansprechen, ist genau dies zu ändern. Komplexe Zusammenhänge werden leicht verständlich beschrieben und besonders am Beispiel des Missisippi ist dies äußerst gut gelungen. Stellenweise hatte ich immer wieder ein Aha-Erlebnis. In der Mitte des Buches finden sich einige Grafiken, die das Erklärte weiter ergänzen. Auch liefern Dir Steffens und Fritz Habekuß zahlreiche Zahlen und Daten, wobei die allerdings nur teilweise belegt werden. Insektensterben, immer größte Population, Klimakrise und Corona. In dem Buch werden zahlreiche Punkte aufgezeigt wie sehr die Natur und das Klima unter uns Menschen leidet und das es höchste Zeit ist zu handeln. Eine informative Lektüre, die nicht nur einen Aspekt beleuchtet, sondern ein umfassendes Gesamtbild liefert.

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Umwelt-, Klima- und Artenschutz: Ich selbst würde von mir behaupten, mich nur oberflächlich und auch nur mit gewissen Teilaspekten dieser Systeme und ihrer Schieflagen auszukennen - vordergründig mit denen, die eben durch Dokumentationen, Talkrunden, Bewegungen wie FFF und die mediale Berichterstattung um australische Waldbrände und Co. ins Zentrum des öffentlichen Bewusstseins gelangen. Doch die großen Zusammenhänge dahinter und wie sich die Ökokrise auf die Zukunft von uns Menschen auswirkt? Schwierig! Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass Dirk Steffens und Fritz Habekuß zusammen ein Buch veröffentlicht haben, das versucht, genau diese Wissenslücken zu schließen. Anhand aberdutzender Veranschaulichungen, Studien und Prognosen zeigen sie nicht nur auf, wie unglaublich wertvoll die Artenvielfalt ist und zu welchen Wundern sie imstande ist, sondern auch, dass wir Menschen gerade dabei sind, diese Biodiversität und damit auch unsere eigene Existenz unwiderruflich auszulöschen. Aber: Sie bieten auch Lösungen an - Ideen, Inspirationen, Denkanstöße, was wir als Gesellschaft und jeder einzelne von uns tun kann, um den Fortbestand des Planeten Erde und damit auch von uns selbst zu sichern. Dieses Buch ist radikal, aber auf eine sonderbar liebevolle Art. Es nennt die Dinge beim Namen, ist brutal ehrlich und beschönigt nichts. Und ich denke, genau das braucht es auch, um seine Wirkung beim Leser nicht zu verfehlen. Aber: Es klagt dabei nicht über die Maßen an oder ruht sich auf Vorwürfen aus, sondern erklärt, dass manche Entwicklungen sogar so kommen mussten, weil der Mensch (aufgrund seiner genetischen Veranlagung) für bestimmte Verhaltensweisen gar nichts kann. Das ist irgendwie tröstlich - wenn natürlich auch keine Entschuldigung für alles. Für mich ist "Über Leben" ein Buch, dessen Inhalt ich erst noch verarbeiten muss, von dem ich aber jetzt schon sagen kann, dass es jeder gelesen haben sollte! Mit nur 233 Seiten ist es auch was für Gelegenheitsleser. 5/5 Sterne.

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Während die meisten von uns sich Gedanken darüber machen, wie unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben nach der Coronakrise aussehen wird, denken Dirk Steffens und Fritz Habekuß in größeren Dimensionen, wie ihr aktuelles Buch zeigt. Sie sorgen sich um das Artensterben und dessen Folgen für unsere Ökosysteme. Der zu Beginn noch sanfte Ton, wenn es um den einzigartigen Gesang einer Amsel oder die positive Wirkung von Naturerlebnissen auf uns Menschen geht, wird im Laufe des Buches ernster und schonungsloser. Ihre Bestandsaufnahme und Prognose gleichen der Beschreibung einer Dystopie. Anhand vieler Beispiele quer über den Globus machen sie deutlich, wie Menschen durch ihre Expansionslust das Artensterben in bedrohlichem Maße vorangetrieben haben und damit unseren Lebensraum gefährden. Seit jeher, so ihre zentrale Kritik, sei die Natur nur unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet und kontinuierlich ausgebeutet worden. Die Autoren decken nicht nur Missstände auf, sondern stellen auch ungewöhnliche Ansätze vor, die zum Nachdenken anregen, zum Beispiel für einen Fluss wie den Mississippi Rechte einzufordern. Dass Menschen durchaus in der Lage sind, eine wirtschaftlich und gesellschaftlich radikale Änderung zu vollziehen, zeige die Abschaffung der Sklaverei. Die aktuelle Coronakrise sei ebenfalls ein Beweis, dass zuvor unvorstellbare Einschränkungen und Verzicht akzeptiert würden, wenn die Dringlichkeit klar kommuniziert und die Maßnahmen rigoros durchgesetzt werden. Das Buch ist ist nicht nur ein Appell, so schnell wie möglich zu handeln, sondern stellt auch Lösungsvorschläge und konkrete Schritte einer ökologischen Transformation vor. Die Botschaft ist deutlich: Umweltschutz ist zugleich Menschen- und Seuchenschutz.

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Das Buch ist in acht Kaptiel unterteilt und beginnt mit allgemeinen Ausführungen zur Biodiversität. Warum sie wichtig ist, auch zum Schutz von uns Menschen, und warum sich trotzdem viel zu wenige Menschen für den Rückgang der Biodiversität und ihren Schutz interessieren. Es wird auch auf verschiedene Faktoren eingegangen, die den Rückgang der Biodiversität verursachen. Es wird hierbei richtigerweise auch der Bogen zum Klimaschutz gespannt und erläutert, wie Biodiversität und Klimawandel zusammenhängen. Im Anschluss geht es darum, welche Möglichkeiten es gibt, den Klimawandel abzuschwächen und sich für den Schutz der Biodiversität einzusetzen. Die Ausführungen lesen sich flüssig und kurzweilig und auch wissenschaftliche Fakten werden nachvollziehbar dargestellt. Es werden einige Forscher*innen und andere relevante Personen zitiert, jedoch ohne den Text mit Quellenangaben zu überfrachten. Ganz im Gegenteil: Es wird lediglich am Ende eine Liste mit Literatur angegeben. Daran merkt man bereits, dass es sich hierbei nicht um einen wissenschaftlichen Text, sondern eher um einen langen, aber sehr informativen, vielseitigen Artikel handelt. Das nimmt ihm jedoch keineswegs die Relevanz und macht es besonders "Wissenschaftsmuffeln" einfach, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Und genau das ist auch wichtig, denn auf den Inhalt kommt es an. Die Dringlichkeit, endlich handeln zu müssen, wenn wir unsere eigene Lebensgrundlage nicht vollends zerstören wollen, wird mehr als deutlich. Die Maßnahmen, die beschrieben bzw. vorgeschlagen werden, haben alle mit Verzicht zu tun und werden den meisten Menschen nicht gefallen. Aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht und ich wünschte, mehr Menschen, besonders Politiker*innen würden sich trauen, diese Maßnahmen in den Mund zu nehmen. Es wird zudem nachvollziehbar dargestellt, dass wir alle in der Corona-Krise klare Anweisungen dankend annehmen und verzichten, weil wir wissen, es geht um unser Überleben. Dieses Denken muss auch auf die Zerstörung der Umwelt angewendet werden und ich hoffe wirklich, dass das möglichst bald die Mehrheit versteht. Denn wir haben keine Jahrzehnte mehr, um abzuwarten. Ich empfehle das Buch jedem, in der Hoffnung, dass wir endlich aufhören, egoistisch zu sein.

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Wir wissen was wir unserer Umwelt antun, aber wir genießen auch den Fortschritt den es mit sich bringt. Jedenfalls trifft das für einige zu. Trotz des Überflusses wird die Schere zwischen arm und reich immer größer, und jeder sorgt auf seine Weise dafür dass die Zerstörung unserer Umwelt voranschreitet. Wir wissen was wir tun, aber wir wissen es nicht wirklich. Klingt komisch, scheint aber so zu sein. Dirk Steffens und Fritz Habekuss zeigen in ÜBER LEBEN was der Mensch der Natur antut. Sie zeigen aber auch die Bedeutung der anderen Bewohner unseres Planeten und geben auch ein bisschen Hoffnung. ⁣ÜBER LEBEN ist ein wichtiges Buch (wie viele andere auch, die uns zeigen wie wir mit unserer Umwelt umgehen, in der Hoffnung, dass wir das ändern). Ich hätte mir gewünscht, dass die Autoren mehr auf europäische Beispiele eingegangen wären. Probleme gibt es überall und anschaulicher sind die (kaum bemerkten, aber doch vorhandenen) Umweltsünden vor der eigenen Haustür, nicht nur die Waldrodungen für Palmölplantagen. Von den groß au dem Cover nachträglich hinzugefügten Lehren aus Corona sollte man allerdings nicht zu viel erwarten. Der Bezug ist eher im Inhalt des Buches zu suchen als in der aktuellen Situation.

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