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DEMUT Thriller

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-71464-3

NEU
Erschienen: 27.02.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub), Hörbuch Download

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Das hatte er sich anders vorgestellt: Harry Svensson, Exreporter einer Stockholmer Zeitung und angehender Kneipenwirt, hat sich in Malmö mit einer Weinhändlerin verabredet – doch aus der gemeinsamen Nacht wird nichts. Ulrika Palmgren überlegt es sich im letzten Moment anders und setzt ihn vor die Tür. Statt speziellen Sex gibt‘s ein lädiertes Ego und eine gebrochene Nase. Als er notdürftig verarztet in sein Hotel zurückkehrt, entdeckt er im Nachbarzimmer, dessen Tür lediglich angelehnt ist, den bekannten Blues-Sänger Tommy Sandell, der seinen Rausch ausschläft – neben ihm die Leiche einer Frau. Die Ermittlungen der Polizei in dem Mordfall wollen nicht so recht vorankommen. Nur eins ist sicher: der Musiker war es nicht. Svensson betreibt derweil seine eigenen Recherchen. Als es wenig später in Göteborg zu einem ähnlichen Fall kommt, ist Harry Svensson sich sicher, dass man es mit einem Serienmörder zu tun hat …

Mats Olsson (Autor)

Mats Olsson (geboren 1949) ist einer der bekanntesten Journalisten Schwedens. Er arbeitet als Sportreporter, Musikkritiker und Auslandskorrespondent. Momentan lebt er in New York. Olsson ist vielfach preisgekrönt für seine journalistischen Texte, er ist darüber hinaus der schwedische Übersetzer von Joseph Wambaugh, Robert Caris und James Lee Burke. DEMUT ist sein Krimidebüt und Start einer Serie um den ehemaligen Journalisten Harry Svensson.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Originaltitel: Straffa och låta dö
Originalverlag: Norstedts

Paperback, Klappenbroschur, 736 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-442-71464-3

€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

NEU
Erschienen: 27.02.2017

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Im besten sprachlichen Schwung

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 28.03.2017

www.rezensions-seite.de

Von der ersten Seite an ist zumindest klar, dass Mats Olsson gut daran getan hat, von den einzelnen Reportagen als Journalist auf das Format eines Romans “umzusteigen“. Locker, leger im Ton, mit trockenem Humor bis hin zum leichten Zynismus, mit einem lebendigen, intensiven Gespür für die Figuren, gleichermaßen Männer wie Frauen (eine „Augenweide“, dieser abgehalfterte Musiker, der glaubt, den „Blues zu haben“, wie auch die Kommissarin, die flüchtige und doch stringente, vor allem gern „unartige“ Eva, eine zufällige Bekanntschaft des Journalisten a.D. Harry Svensson, wegen der er überhaupt nur in Malmö ist.

Alle Figuren trifft Olsson traumwandlerisch sicher in ihrer Atmosphäre, ohne zu sehr ins Stereotype abzugleiten.

Dafür sorgt schon das „prickelnde“ Element der Vorlieben der Hauptfigur, mit der er bei weitem nicht alleine steht („Fifty Shades“ lässt am Rande grüßen).

Dass dann im gleichen Hotel nach einem sehr missglückten Versuch mit einem Feuerwehrhelm Svensson den (wie immer) betrunkenen Musiker Tommy Sandell in dessen Hotelzimmer findet (die Tür steht zufällig (?) offen) und neben diesem eine unbekannte, vollständig bekleidete Tote, das bringt dann aber eine ganz andere Reihe von Geschehnissen in Schwung, als die, die Svensson im Sinn hatte, als er jene Eva in Malmö besuchte.

Wobei sowohl ihm wie, vor allem, dem Leser lange Zeit unklar ist, was da überhaupt abgeht. Wer genau den komatösen Sandell im Bett noch zugedeckt hat, wer die Tote ist und warum diese in jenem Zimmer mit Sandell landete.

Fragen, bei denen sich Svensson auf eine interessant sich entwickelnde Bekanntschaft mit der ermittelnden Kommissarin stützten kann.
Wobei das Interessante daran nicht nur die mageren Erkenntnisse zum Fall sind, sondern von Beginn an (du auch das bestens hintergründig geschrieben) noch ein Funke zu erkennen ist, der vielleicht dazu führen könnte, dass Svensson das Gerät in seinem Gitarrenkoffer doch noch (mit Schwung) zum Einsatz bringen könnte.

Olsson liefert dabei einen Kriminalroman ab, bei dem es (selten) tatsächlich nicht wichtig ist, dass die eigentlichen Spannungs- und Ermittlungsmomente erst sehr viel später wirklich Raum einnehmen.

So anregend und flüssig schreibt er, dass es eine wahre Freude ist, Harry Svensson zunächst „im ganz normalen Leben“ (was so „normal) nicht unbedingt nun ist) zu begleiten und dabei langsam das Terrain zu erkunden, die vielfachen Charaktere auf sich wirken zu lassen, um dann, bestens gerüstet, sich dem Geheimnis des Mörders und jene ominösen Emails zu nähern, mit denen Harry immer wieder auf Spur gehalten und auf Spuren gebracht wird.

Rundweg eine Empfehlung.

Faszinierender Schreibstil

Von: anyways  aus Greifswald Datum: 22.03.2017

So turbulent hat sich Harry Svensson seinen Ausstieg aus der Journalistenbranche eigentlich nicht vorgestellt. Er träumt von einem neuen Leben als Kneipenbesitzer. Auf der Suche nach Spirituosen und Weinen läuft er Ulrika Palmgren über den Weg. Die Weinhändlerin hat er auf einschlägigen Spanking-Seiten im Internet kontaktiert und plant nach der Weinverkostung ein gemütlichen (Teppichklopfer schwingenden) Ausklang des Abends mit ihr. Der endet dann allerdings nicht wie erhofft, sondern er bekommt von Ulrika einen üblen Nasenschwinger, der ihn erst in die Notaufnahme und dann zurück in sein Hotel führt. Dort stellt er fest, das die Tür vom Nebenzimmer offen steht, neugierig tritt er ein und findet dort den abgehalfterten Möchtegern Blues-Sänger Tommy Sandell im Bett vor, neben ihm liegt eine Tote. Der Journalist in ihm übernimmt jetzt das Weitere, Fotos werden gemacht und sein ehemaliger Arbeitgeber kontaktiert, bevor Harry die Polizei ruft. Damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die ihn auch in den Fokus des Mörders rücken.

Mats Olsson verfügt über eine außerordentlich begnadete Schreibkunst, denn obwohl für einen Thriller viel zu wenig Spannung vorhanden ist, folgt man der Geschichte fast ohne Pause. Über ein Jahr dauern die nachfolgenden Taten bzw. die Feststellung des Täters, in dieser Zeit ermittelt Harry nicht nur auf eigene Faust, sondern der Autor gibt über gewisse Sexpraktiken Auskunft, die nicht jedem vertraut sein dürften. Er gibt ebenfalls über weite Strecken einen gesellschaftlichen Einblick in die verschiedensten Landschaften und Großstädte Schwedens und Dänemarks. Hellhörig wurde ich dann immer wenn von Malmö die Rede war, meine Erinnerungen gaukeln mir eine Postkartenidylle vor, Mats Olsson beleuchtet größtenteils die Schattenseiten einer schwedischen Großstadt.
Eigentlich würde ich für einen Thriller, der über weite Passagen relativ wenig Spannung aufbaut eher drei Sterne geben, allerdings hat mich bei diesem Buch der Schreibstil, der Humor und der Zynismus des Autors dermaßen in seinen Bann gezogen, so dass ich hier die volle Punktzahl vergebe. Ein Beispiel für den besonderen Witz des Mats Olsson möchte ich an diesem Beispiel aus dem Buch verdeutlichen:“… er tappte nicht nur sehenden Auges in jede Falle, er stellte darin auch noch ganze Couchlandschaften auf, hängte Bilder an die Wände und machte es sich so richtig gemütlich.“ Eine sehr lustige Erweiterung einer Redewendung, die in meinen Augen jedoch nicht zu übertrieben oder aufdringlich wirkt.

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