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Rezensionen zu
The Beautiful Fall - Die vollkommen irritierende Kettenreaktion der Liebe

Hugh Breakey

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Emotional und minimalistisch

Von: Karl

26.12.2023

Das Buch ist genau das, was ich von ihm wollte: sehr, sehr emotional. Ich kann nicht anders, als mich in die Welt der Figuren hineinzuversetzen. Sich vorzustellen, jedes halbe Jahr das eigene Leben zu vergessen, ist schrecklich. So als würde man man genau wissen, wann man stirbt. Das ist der Subton der Geschichte, der eine etwas bedrückende, hoffnungslose Atmosphäre kreiert. Die Figuren schaffen es Optimismus, Humor und Lebensfreude in die Erzählung zu bringen. So ist das Buch zwar hochemotional, aber nicht deprimierend. Ich habe es sehr schnell und gerne gelesen. Erstaunlich fand ich, dass das Buch mit recht wenig auskommt: zwei Personen, einer Wohnung als wesentlichen Handlungsort und einer zeitlich recht simpel ausgebauten Umfang von nur 12 Tagen. Das Buch ist minimalistisch ohne dabei Abstriche machen zu müssen. Mir gefällt das sehr gut.

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„Du erinnerst dich an nichts, weil du an periodischer Amnesie leidest. … Es passiert in regelmäßigen Abständen, das letzte Mal vor knapp 6 Monaten …“ (S. 7) Alle 179 Tage verliert Robert sein Gedächtnis, wahrscheinlich durch eine Art Migräne. Damit ihn das nicht erschreckt bzw. er über grundlegenden Dinge Bescheid weiß, hinterlässt das jeweils aktuelle Ich dem nächsten einen Brief mit genauen Anweisungen und Verhaltensregeln – und einer Aufgabe, die ihn beschäftigt, weil er die Wohnung so wenig wie möglich verlassen soll. Seine Aufgabe ist es, aus knapp 84.000 Steinen ein riesiges Domino aufzubauen, das in komplizierten Mustern über von ihm gebaute Treppen und Podeste laufen wird. Jeden Dienstag werden ihm von einem Mann die Lebensmittel geliefert, aber 12 Tage vor dem nächsten Gedächtnisverlust kommt plötzlich eine Frau – Julie. Irgendetwas an ihr berührt ihn, und so hat er nichts dagegen, dass sie sich langsam in sein Leben schleicht und ihm bei Aufbau der Steine hilft. „Julie mit ihrer komplizierten Vergangenheit, mit ihrer geradezu übernatürlichen Schönheit, hatte mich gesehen und gehört. Und einen winzigen Moment lang hatte sie mich verstanden und auf mich reagiert.“ (S. 94) Bis ihm klar wird, dass er sich in wenigen Tagen nicht mehr an sie erinnern können wird, sie das aber nie erfahren darf, weil das für ihn gefährlich ist. Man könnte ihn in ein Heim stecken, um ihn vor sich selbst zu schützen. „Was auch immer du tust, niemand darf von deiner Krankheit erfahren. Bleib für dich, um du selbst zu bleiben.“ (S. 11) Robert hat sich in seinem (kurzen) Leben eingerichtet. Er hält sich strikt an die Anweisungen seines Vorgängers und weicht nur insofern ab, dass er seinem Nachfolger neben dem Brief und einigen Erinnerungsstücken, mit denen er selber nichts anfangen kann, auch ein Tagebuch der letzten Tage hinterlassen will, damit dieser besser vorbereitet ist als er. Er weiß aus Briefen und Unterlagen von seiner Krankheit und dass die genauso plötzlich, wie sie gekommen ist, auch wieder verschwinden kann, schmiedet aber trotzdem keine Zukunftspläne, sondern bereitet sich nur auf den Tag des neuerlichen Vergessens vor. Und dann platzt Julie in sein Leben und die festen Tagesabläufe. Sie holt ihn aus seiner Komfortzone, indem sie ihn aus der Wohnung lockt, nach seinen Erinnerungen fragt und ob er irgendwelche Hinweise und auf sein Vorleben hat. Das bringt ihn zum Nachdenken, denn: „Die Vergangenheit mochte ja vor meinem Bewusstsein versteckt sein, aber die Spuren waren überall, wenn man nur wusste, wo man danach suchen musste.“ (S. 29) Sein Unterbewusstsein gaukelt ihm plötzlich eine Variante seiner Zukunft vor, in der Julie von allem weiß und sich um alles kümmert. Dabei kämpft sie selber jeden Tage gegen die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit und Gegenwart. „The Beautiful Fall“ ist eine sehr ungewöhnliche und berührende Liebesgeschichte, die sich ganz anders entwickelt als erwartet. Robert und mit ihm die LeserInnen sehen sich plötzlich mit essentiellen Fragen konfrontiert. Wer sind wir? Was ist unser Bewusstsein, unsere Identität und wie verändert sich im Laufe des Lebens unsere Erinnerung, in wieweit kann sie uns täuschen oder sogar betrügen? „Niemand kann so ehrlich sein. Niemand kann die ganze Geschichte erzählen, ohne sich vor ihren Auswirkungen auf die Zukunft zu fürchten. Wir alle verstecken, beschönigen und vergessen. … Niemand kann so ehrlich sein, am allerwenigsten wir selbst.“ (S. 248) Mein Tipp für alle, die ungewöhnliche Liebesgeschichten und / oder den Film „50 erste Dates“ lieben.

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Nur zwölf Tage für Kopf oder Herz!

Von: Heidi Leifgen aus Düsseldorf

20.11.2023

Zum Inhalt: Robert Penfold weiß genau, dass er alle 179 Tage sein Gedächtnis verliert. Sein vorheriges Ich hinterlässt im immer einen Brief, damit er das Geschehene richtig einordnen kann. Er führt aus diesem Grunde ein zurückgezogenes Leben, damit er alles im Griff behält. Zwölf Tage vor der nächsten Amnestie, stolpert jedoch die chaotische Julie in sein Leben. Ohne es aufhalten zu können, wird Roberts Leben auf den Kopf gestellt und er muss sich fragen, ob er weiterhin seinen Verstand das Sagen überlässt oder vielleicht doch eher das Herz. Meine Meinung: Dem Autor ist eine sehr überraschende Liebesgeschichte gelungen, die das Herz berührt. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, jedoch in Ihrem Wesen sehr liebenswerte Menschen. Robert und Juli habe beide Ihre Päckchen zu tragen, die nicht unterschiedlicher nicht sein könnten. Im Laufe der Geschichte habe ich mir immer gewünscht, dass es für beide doch eine zufriedenstellende Lösung gibt, da sie es verdient haben. Und der Autor hat es wirklich geschafft, mich zu überraschen. Ich habe wirklich viel Freude mit diesem emotional geladenen Roman gehabt und sage vielen Dank dafür. Das Buchcover finde ich sehr ansprechend.

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Sich fallen lassen und neu erfinden - wunderbar

Von: coucou aus Stuttgart

19.11.2023

"Endlich ein Buchhit eines australischen Autors! Australische Literatur erscheint in den Bestseller-Listen Deutschlands viel zu selten. Als ich das Buch aufschlug, erwartete ich aufgrund des Klappentextes eine Handlung, die an 'Und täglich grüßt das Murmeltier' erinnern könnte. Doch was ich stattdessen erlebte, waren unzählige unerwartete Wendungen und ein Ende, das vollkommen anders, aber gleichzeitig äußerst gelungen war. Während des Lesens dieses Buches durchzog mich ein stetiges Lächeln, auch wenn es Momente gab, die mich zu Tränen rührten. Die deutsche Übersetzung ist dabei besonders einfühlsam gelungen, indem sie die Essenz der Geschichte wunderbar einfängt. In der Erzählung geht es um Neuanfänge, die auf überraschendste Weise beleuchtet werden: Robert, der alle sechs Monate sein Gedächtnis verliert, muss sich immer wieder aufs Neue orientieren und fragt sich, wem er vertrauen kann. Die Brillanz dieses Buches liegt nicht nur in der fesselnden Erzählweise, sondern auch in der großartigen philosophischen Tiefe. Dabei verfällt die Geschichte nie in belehrende Töne, sondern spiegelt einfach das menschliche Dasein wider. Sie zeigt auf beeindruckende Weise, wie man trotz Widrigkeiten seinen Weg findet und sich stets neu erfindet. Hugh Breakey hat mit diesem Werk eine tolle Leistung vollbracht. Sein Schreibstil ist mitreißend und seine Fähigkeit, komplexe menschliche Themen zu erfassen und zugänglich zu machen, ist bewundernswert. Ich kann es kaum erwarten, weitere Werke dieses Autors zu entdecken und in seine faszinierende Welt einzutauchen."

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Verpackung täuscht

Thalia Buchhandlung

Von: P. Päßler aus Dresden

07.11.2023

Dieses Buch war (positiv!!!) ganz anders, als ich es erwartet habe. Sowohl optisch, als auch vom Titel erwartet man ja irgendwie den drölfzigsten Ali Hazelwood Abklatsch, was wahrscheinlich in der Absicht des Verlages liegt, diese Zielgruppe anzusprechen. Ich vermute allerdings, dass die damit wahrscheinlich nicht so glücklich sein wird? Aber dieses Buch ist soviel besser als die hunderste Neuauflage einer bekannten Geschichte! Alleine schon, dass es von einem Mann geschrieben wurde, ist für das Genre eine sehr originelle Abwechslung, da es zumeist von weiblichen Autorinnen bedient wird. Auch ist das Thema für einen Unterhaltungsroman ungewöhnlich anspruchsvoll und irgendwie auch tragisch. Durch das Vergessen kommt eine traurige Note mit rein und die Auflösung, wer die geheimnisvolle Frau in Robert Penfords Leben ist, also damit habe ich irgendwie gar nicht gerechnet. Ein richtige toller Roman, der gut unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt und für den es ein paar Taschentücher braucht!

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Dieses Buch war wundervoll und schlichtweg einzigartig. Das Thema, obwohl es öfters in Büchern genutzt wird, war hier ganz besonders umgesetzt und nicht nur die Krankheit war "besonders", sondern auch die Umsetzung und der gesamte Aufbau des Buches war einmalig. Die Thematik an sich ist schon recht... nennen wir es "drängend", doch durch den Aufbau der Kapitel, die wie ein Countdown runterzählen wird noch einmal zusätzliche Dringlichkeit aufgebaut. Eine weitere Besonderheit sind die Dominos, die zunächst einmal fast willkürlich wirken, dem Protagonisten aber trotzdem einen Antrieb und ein Ziel geben und einem sonst fast ziellos wirkenden Dasein. Das ganze wirkt melancholisch und stimmte mich beim lesen traurig, denn obwohl Robbie ein Ziel vor Augen hat, hat sein Dasein sonst keine wirkliche Bedeutung. Zumindest scheint es zu Beginn so, denn nach und nach kommen Dinge ans Licht, die auf etwas größeres hindeuten und auch die Dominos haben einen weitaus tieferen Sinn als es Anfangs aussehen mag. Und das war immer noch nicht alles, denn die Entwicklungen zwischen Julie und Robbie sind nicht nur schön, sondern auch voller Emotion, mit Höhen und Tiefen mit vielen Twists und Wendungen, die man so gar nicht kommen sieht. #TheBeautifulFall ist eine Achterbahnfahrt in der man nicht weiß wo oben und wo unten ist. Eigentlich wollte ich nur, dass die beiden glücklich sind und doch passierte so viel mehr als ich erahnen konnte, so viel, dass mich mitgerissen hat und so viel was mich immer wieder zweifeln und hoffen ließ. Das Tüpfelchen auf dem "i" war für mich dann schlussendlich die Erzählperspektive aus Robbies Sicht, denn natürlich sind seine Erinnerungen lückenhaft, alles ist neu für ihn und jeden Tag hat er neue Erkenntnisse, über sich, sein altes ich und sein Leben wie es einmal war und wie es jetzt ist. Die verschiedenen Versionen von ihm geben ihm und der Geschichte eine unglaubliche Tiefe. Alles in allem und vielleicht noch mehr, weil dies ein Debütroman ist, war dieses Buch einfach große klasse und allem voran; einzigartig. 🥰

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