Special zur Krimiserie mit Erwin Düsedieker und seinen Laufenten Lothar & Lisbeth

Ein fiktives Interview mit Erwin Düsedieker

Herr Düsedieker, schön, dass Sie Zeit für uns haben. Ich sehe, Sie haben noch jemanden mitgebracht. Das sind … Sind das … Gänse?
Erwin Düsedieker: Nee, Enten sind das. Laufenten. Lothar, Lisbeth und Alfred. Alfred is‘n ganz Wilder. Da müssen sie aufpassen!

Ah, das … ja, das hatten wir hier noch nicht. Sind das Ihre Gän… – ich meine, Ihre Enten?
Erwin Düsedieker: Ja, die sind … also, die sind von mir. Aber die machen, was sie wollen, die Enten. Auch Lina gehorchen die nich immer. Sind ganz eigene Tiere.

Lina? Das ist Ihre Lebensgefährtin. Eine ältere Dame. Schon über 70, wenn ich richtig informiert bin. Aber bleiben wir bei Ihnen. Sie sind ja bekannt geworden, weil Sie einige sehr spezielle Kriminalfälle gelöst haben. Obwohl Sie gar kein Polizist sind, sondern …
Erwin Düsedieker: Nee, Polizist bin ich nich. Aber Papa, der war einer. Jetzt isser tot. Ich trag manchmal seine Mütze. So ne alte Polizeimütze. Setz ich aber nur noch selten auf. Die halten mich alle für doof hier, wenn ich mit Mütze und in Gummistiefeln rumlaufe. Beim Ermitteln …

Ja, das kann ich … verstehn. Diese Trainingshose, die Sie da tragen, und die Gummistiefel. Die Kommissare, die ich kenne, tragen so was nicht. Und die Enten, was haben die …? Ich meine: Wenn Sie Ihre Kriminalfälle lösen, was tun dann die Enten? Sprechen können die ja wohl nicht.
Erwin Düsedieker: Nee, sprechen können die nich. Die ermitteln aber mit. Sind Ermittlungsenten, Lothar, Lisbeth und Alfred… Können gut denken, die drei. Sie glauben gar nich, was die alles denken …

Oh, das … doch, doch. Interessant. Ermittlungsenten. Scheinen ja sehr intelligente Tiere zu sein. Was mögen die denn besonders, die Enten?
Erwin Düsedieker: Schnecken. Und Mehlwürmer. Bachflohkrebse sind auch gut. Lina verkauft welche. Ihr gehört ja der Dorfladen in Bramschebeck. Hab immer’n paar Mehlwürmer und getrocknete Bachflohkrebse inner Tasche. Hier …!

Ah, das … deshalb dieser Geruch. Hab mich schon gewundert. Schnecken. Ähm … damit löst man Kriminalfälle?
Erwin Düsedieker: Nee, aber … Is’n bisschen kompliziert. Die finden immer wieder Spuren, die Enten. Keine Ahnung, wie die das machen. Sind eben nich doof.

Aha. Spuren. Und Sie verfolgen die dann, die Spuren?
Erwin Düsedieker: Ja, wenn das geht. Is ja nich immer einfach, so‘n Kriminalfall. Manchmal helfen mir auch meine Bücher. Ich lese nämlich gern. In meiner Bibliothek.

Lesen? SIE …? In einer Bibliothek? Verzeihung, aber, ganz ehrlich: Sie sehen nicht grade wie jemand aus, der mit Büchern lebt. Ich meine: die Trainingshose, die Gummistiefel und dieser alte … Was ist das? Ein Bundewehrparka? Ist ja schon ziemlich speckig, das Ding. Nun ja, WAS lesen sie denn gern? Es gibt ja Bücher für jeden.
Erwin Düsedieker: Och, den Homer, die Odyssee, so was les ich gern. Is’n Seefahrerbuch. Ich war ja auf ner Insel, mit den Enten. Neulich. Wegen Lina. Und wegen Mordfällen. Da hat die Odyssee gut geholfen. Was da alles drinsteht! Und dann … wie heißt der: Dante. Den les ich auch gern. Die Göttliche Komödie. Is auch spannend!

Ja, das … das hab ich auch gehört, dass das … spannende Bücher sind. Aber im Ernst: SIE lesen HOMER? Und DANTE? In einer Bibliothek?
Erwin Düsedieker: Ja, in meinem Wintergarten. Da is die Bibliothek drin. Ne Menge Bücher hab ich da. Und ne Badewanne. Steht zwischen den Büchern. Manchmal nehm ich n‘ Schaumbad. Und dann lese ich. Gibt nix Besseres. Odyssee und Schaumbad. So mit Rosenduft …

Moment mal, und die Enten? Lesen die … ich meine, baden die … mit Ihnen zusammen? In der Wanne? Na, würde mich jetzt auch nicht wundern.
Erwin Düsedieker: Nee. Die kommen nich mit in die Wanne. Da flippt Lina aus. Die haben den Teich. Im Garten. Wo letzt die Leiche drin lag. Is jetzt aber alles wieder sauber. Das Wasser und so.

Verstehe. Na, vielleicht sprechen wir jetzt besser über Ihren jüngsten Fall. Sie deuteten ja bereits an, dass Sie diesmal NICHT in Bramschebeck tätig waren. Obwohl es immer hieß, Sie würden die Gegend nie verlassen. Sie gehen zu Fuß. Sie haben kein Auto, nicht mal ein Fahrrad. Wie kam es also zu der Reise auf diese ferne Insel? Wie hieß die noch?
Erwin Düsedieker: Oddinsee. Ich wollte gar nicht hin. Aber Lina war ja da. Ihre Schwester besuchen. Und dann war sie plötzlich verschwunden. Meldet sich nicht mehr. Und ich hör von Toten. Auf der Insel. Da musste ich los, die Lina retten.

Und die Enten? Die waren doch nicht …?
Erwin Düsedieker: Doch, die waren mit. Ohne die hätte ich Lina ja nie retten können. Und nich ohne Arno und Hilde. Die waren auch mit. Wir alle drei. Also, wir sechs. Mit Wilfrieds Transporter. Wilfried sitzt ja im Gefängnis.

Arno …? Ah, Sie meinen Arno Wimmelböcker, ihren Freund. Und Hilde Gerkensmeier. Eine Bäuerin, hier aus der Gegend?
Erwin Düsedieker: Ja. Arno is’n netter. Trinkt bloß zuviel Schnaps. Aber hilft, wo er kann. Und Hilde gehört der Hof, wo Arno lebt. Hilde is nich ohne. So wie Lina.

Na, das … glaube ich sofort. Nun, wir wollen nicht zuviel verraten. Sie werden unseren Lesern ja noch erzählen, was losgewesen ist auf dieser Insel. Kommen wir zum Schluss. Ihre Enten scheinen übrigens unruhig zu werden. Was gucken die denn so streng? Vielleicht als letzte Frage: Gibt es etwas, was die Enten ganz und gar nicht mögen? Ihre Vorlieben kennen wir ja schon.
Erwin Düsedieker: Hmmm. Was die gar nicht mögen…? Ja, vielleicht, also … wenn man sie für Gänse hält, das kommt bei denen nich gut.

Ah ja … Vielen Dank für das Gespräch, Herr Düsedieker.
Erwin Düsedieker: Och, gern! So, nu kommt mal, Lothar, Lisbeth. Und nich so gierig, Alfred! Hier, Mehlwürmer. Ganz weich. Und frisch ausser Tasche. Schön aufessen. Nix hier liegenlassen. Riecht ja sonst …

Der Interviewer versucht, das Atmen einzustellen …

Erwin, Enten, Präsidenten

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