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Der Sympathisant Roman

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-43960-3

DEMNÄCHST
Erscheint:  08.10.2018

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

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»Meisterhaft. DER SYMPATHISANT ist zum Klassiker bestimmt.« T.C. Boyle

Im April 1975 wird eine Gruppe südvietnamesischer Offiziere unter dramatischen Bedingungen aus Saigon in die USA geflogen. Darunter ein als Adjutant getarnter kommunistischer Spion. In Los Angeles soll er weiterhin ein Auge auf die politischen Gegner haben, ringt jedoch immer mehr mit seinem Doppelleben, den Absurditäten des Spionagewesens, der Konsumgesellschaft und seiner eigenen Identität. Bald gerät er zwischen die Fronten der Ost-West-Politik und findet sich schließlich in aussichtsloser Mission in seinem Heimatland wieder, die einen ganz anderen Verlauf nimmt, als geplant ...

Viet Thanh Nguyen (Autor)

Viet Thanh Nguyen, geboren 1971 in Südvietnam, floh nach dem Fall von Saigon 1975 mit seinen Eltern in die USA. Er studierte Anglistik und Ethnic Studies an der Universität Berkley und arbeitet seit seiner Promotion 1997 als Hochschullehrer an der University of California. Er veröffentlichte 2007 einen Band mit Kurzgeschichten, für Der Sympathisant erhielt er 2016 den Pulitzer-Preis und den Edgar Award.

ERSTMALS IM TASCHENBUCH

Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller
Originaltitel: The Sympathizer
Originalverlag: Blessing

Taschenbuch, Broschur, ca. 528 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-453-43960-3

€ 11,99 [D] | € 12,40 [A] | CHF 16,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne

DEMNÄCHST
Erscheint:  08.10.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Grandios bis überfordernd

Von: Gute Seiten Schlechte Seiten Datum: 22.05.2018

https://www.instagram.com/gute_seiten_schlechte_seiten/?hl=de

Lange habe ich mit dem Pulitzer-Preis gewinnenden Buch "Der Sympathisant" gekämpft, nicht weil es mir etwa missfiel, sondern eher aufgrund von dem gewaltig gehaltvollen Inhalt. Geschrieben aus der Sicht eines namenlosen Doppelagenten, zwischen Vietcong und der USA hin und her gerissen, amerikanische Lebensweise aneignend und auch aus einer ähnlich zerrissenen Herkunft, mit einer vietnamesischen Mutter und einem französischen Priester als Vater. So reflektiert er im Nachhinein, zum Geständnis erzwungen, sein bisheriges Leben als Student und später Flüchtling in Amerika, Revolutionskämpfer auf der einen Seite und Verfechter der anderen Seite. Viet Thanh Nguyen gelingt dieser Drahtseilakt grandios, doch nicht ohne blutiger, hoffnungsloser Muße, weshalb ich vielleicht so viele Lesepausen einlegen musste.

Doppelagent ohne Heimat

Von: Inas Bücherkiste Datum: 14.04.2018

inasbuecherkiste.blogspot.de

"Ich will zeigen, wie der Westen den Krieg erzählt"
Dieses Zitat stammt von Viet Thanh Nguyen, der mit seinem Roman "Der Sympatisant" einen neuen Blick auf das Geschehen im Vietnamkrieg geschaffen hat. Der Autor stammt aus Vietnam und floh 1975 im Alter von vier Jahren kurz vor dem Fall Saigons mit seinen Eltern in die USA. Sein Buch ist der Versuch, den Vietnamkrieg aus einer nicht-amerikanischen Perspektive zu beschreiben. Das ist sowohl in der Literatur als auch beim Film eine große Ausnahme. Viet Thanh Nguyen erhielt dafür 2016 den Pulitzerpreis und den Edgar Allan Poe Award.


Wohin gehöre ich?

Der namenlose Erzähler in diesem Roman ist als Hauptmann die rechte Hand eines südvietnamesischen Generals und kann mit ihm und dessen Frau in letzter Minute aus Saigon in die USA fliehen, bevor der Vietcong die Hauptstadt einnimmt. Dem General ist nicht klar, dass sein Adjutant ein kommunistischer Spion des Vietcong ist, der seine verschlüsselten Aufzeichnungen regelmäßig an eine Kontaktperson in Europa schickt. Der Erzähler hält sich auch in den USA immer in der Nähe des Generals auf und empfindet sein Leben in Kalifornien als zwiespältig: "Die Mehrheit der Amerikaner begegnete uns mit gemischten Gefühlen, wenn nicht sogar mit unverhohlener Abneigung, da wir die personifizierte Erinnerung an ihre schmerzhafte Niederlage waren." So erklärt sich auch, dass sich die Mehrheit der Exil-Vietnamesen auf einem niedrigen sozialen Niveau einrichten muss: Der früher geachtete General eröffnet einen Schnapsladen, andere Landsleute gehen putzen oder arbeiten als Tankwart.

Das ganze Leben des Mannes ist geprägt von Zerrissenheit. Er ist als Sohn einer Vietnamesin und eines französischen Missionars in Südvietnam geboren worden, was zur ersten Ausgrenzung in seinem Leben führte: Er sah nun mal nicht aus wie ein richtiger Vietnamese. Da er als junger Mann in den USA studiert hatte, wurde ihm bei seiner Rückkehr in die Heimat von den Kommunisten Misstrauen entgegengebracht: War er nicht viel zu westlich, um einer der ihren zu sein?
Der ehemalige Hauptmann hat in seiner Zeit in Kalifornien das Glück, als früherer Student einen Aushilfsjob an seiner ehemaligen Universität am Institut für Orientalistik zu bekommen. Während dieser Zeit wird er auch Berater für einen Film, der sich mit dem Vietnamkrieg beschäftigt. Sein Ziel ist es, die Situation auch aus der Sicht des vietnamesischen Volks zu erklären und ein Stück weit von der amerikanisch geprägten Sichtweise abzurücken. Er widmet sich dieser Aufgabe mit vollem Einsatz, muss dann aber feststellen, dass seine berechtigten Einwände nicht berücksichtigt wurden und sein Name trotz seines intensiven Mitarbeit nicht den Sprung in den Abspann schaffte, wo sogar ein Hund aufgeführt wurde. Die Parallelen zu Francis Ford Coppola und dem bekannten Film "Apocalypse Now" sind da nicht zu übersehen.
Später dann, als der Erzähler nach Südvietnam zurückkehrt, begleitet er eine revanchistische Gruppe dabei, über Laos in das Vereinte Vietnam einzudringen, wo sie dem Widerstand gegen das neue Regime Nahrung geben soll. Dieser Auftrag ist ein gefährliches Himmelfahrtskommando, das die Gruppe zum Teil in den Tod führt. Die Überlebenden werden in ein entlegenes Lager des Vietcong gebracht, wo der Erzähler gefoltert wird, obwohl er die Aktion an den Vietcong verraten hat. Man erwartet von ihm, dass er seine wahre Gesinnung bekennt und ein Geständnis aufschreibt, dass er vom Westen infiziert worden sei. Er weigert sich jedoch, Klischees zu formulieren und wird nach einem Jahr Einzelhaft fast zu Tode gefoltert.

Wie war's?

"Der Sympathisant" schafft es, das Geschehen rund um den Vietnamkrieg mit all seinen Gräueltaten auf amerikanischer und vietnamesischer Seite neu aufzurollen. Viet Thanh Nguyen schildert, wie sein Erzähler zwar unter seinem Doppelleben leidet, sich aber auch nicht klar für eine Lebenswelt entscheiden kann. Interessant sind dabei die Parallelen zu einem vietnamesischen Doppelagenten, der in der Zeit des Vietnamkriegs in den USA als Reporter für die Nachrichtenagentur Reuter und die TIME arbeitete und nach Feierabend Berichte nach Hanoi schickte: Pham Xuan An hatte Kontakte, die bis in die höchsten Kreise des südvietnamesischen Militärs sowie der US-Armee und dem CIA reichten, ohne dass jemand von seiner geheimen Arbeit für die Befreiungsarmee wusste. Er starb 2006.
"Der Sympathisant" ist ein sehr vielschichtiger und anspruchsvoller Roman, der viele Themen aufgreift und auch da, wo es ans "Eingemachte" geht, kein Blatt vor den Mund nimmt.

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