In den besten Kreisen

Thriller

(3)
Taschenbuch
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Der bekannte schwedische Unternehmer und Millionär Björkenstam, der sich zum Schutz mit einer Motorrad-Rockergang umgibt, hat Dreck am Stecken. Ex-Journalist und Kneipier Harry Svensson, findet im Garten des Millionärs eine Drogen-Plantage. Svensson beginnt sich in der Drogenszene umzuhören, kurz darauf wird ein stadtbekannter Dealer ermordet in Svenssons Haus gefunden. Wie kommt er aus der Sache wieder heraus? Wie kann er beweisen, dass nicht er, sondern Björkenstam der Gesuchte ist? Und dann taucht plötzlich ein kleines Mädchen auf und bittet den Journalisten um Hilfe. Ihre Mutter befindet sich in der Gewalt des Unternehmers, weil sie zu viel wusste …


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Originaltitel: I de bästa familjer
Originalverlag: Norstedts
Taschenbuch, Klappenbroschur, 448 Seiten, 12,5 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71558-9
Erschienen am  12. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Rockerkriege und Neonazis - Ein Schwedenkrimi in den besten Kreisen

Von: Eva Krafczyk

15.12.2018

Mit “In den besten Kreisen” hat Mats Olsson einen anspruchsvollen Schwedenkrimi in der besten Tradition von Kriminalliteratur mit aktuellen gesellschaftspolitischen Bezügen geschrieben. Merke: Es gibt nicht nur Stieg Larssen und die “Millenium” Reihe. Auch Olsson ist Journalist, und auch sein Erzähler Harry Svensson hat lange als investigativer Journalist gearbeitet. Den Jagdinstinkt nach einer guten Story verspürt er immer noch, auch wenn er mittlerweile eine Kneipe besitzt und dem stressigen Medienalltag den Rücken gekehrt hat. So völlig stressfrei läuft es dann aber doch nicht, als erst ein verschrecktes, traumatisch verstummtes Mädchen mitten in der Nacht vor Harrys Tür steht, offenbar verfolgt von zwei Männern. Die Kleine will nicht reden, und Svensson weiß keinen anderen Rat, als das Mädchen bei seinem alten Kumpel Arne unterzubringen und erst einmal zu recherchieren. Auch wenn der Ex-Reporter lange Zeit nicht durchblickt, stößt er in der schwedischen Provinz auf ein paar Merkwürdigkeiten. Was wollen die Motorradrocker, die in letzter Zeit gehäuft in der Gegend auftauchen? Warum hat das Mädchen panische Angst vor einem SUV mit russischem Kennzeichen, der einem Geschäftsmann aus einflussreicher Familie gehört? Und in welche schmutzigen Geschäfte und politischen Kreise ist diese Familie verflochten? Die schöne, aber offenbar nicht besonders glückliche Unternehmersgattin Agneta könnte mehr wissen, doch bald ist nicht mehr klar, wer hier wen auszunutzen versucht und für Informationen nutzt. Je weiter Harry in die Verstrickungen der besten Kreise vordringt, zwischen Drogengeschäften, Geldwäsche und Neonazi-Aktivitäten, desto brenzliger wird es. Wie gut, dass er ein Netzwerk inoffizieller Helfer hat, angefangen mit dem litauischen Kleinunternehmer Andrius, der befreundeten Polizistin Eva, einem ehemaligen Nachrichtenchef und einer lesbischen Fischerin. Eingewoben in die Handlung sind kleine Insidersticheleien und -betrachtungen zur Lage der Medien, die auch in Schweden unter dem Druck möglichst kostenloser Online-Angebote stehen, wo die Ansprüche sinken und sich mancher resigniert zurückzieht. Wenn Olsson an einer Stelle über Harrys Unbehagen in einer verlassenen, kalten und trostlosen Halle schreibt. “Es könnte eine Zeitungsredaktion sein”, dann sagt dieser Satz viel über das Zeitzungssterben und den Schwanengesang auf eine Branche, die nicht zuletzt in Schweden lange aufklärerische Ansprüche hatte und nun auf verlorenem Posten gegen Platitüden und schlecht recherchierten Journalismus kämpfen muss. Insofern ist es nicht die schlechteste Alternative, Romanschriftsteller zu werden.

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Nicht alles ist Gold was glänzt. Verdammt gute, schwedische Unterhaltung.

Von: VB00KS

03.12.2018

Meine Zusammenfassung: Es ist mitten in der Nacht, als Harry Svensson aus einem Traum erwacht und ein Klopfen an der Türe hört. Er hätte mit allem gerechnet, aber nicht mit einem total verängstigten Mädchen, dass schnurstracks an ihm vorbei ins Haus läuft und sich unter seinem Bett verkriecht. Das Mädchen selbst ist ihm nicht unbekannt, sie ist schon öfter in der Gegend rumgestreunert, hat aber nie viel geredet. Aus einem Impuls heraus verriegelt er die Tür und versteckt sich unter seinem Küchenfenster, als er im Wald am Rande seines Hauses zwei fremde Männerstimmen wahrnimmt, die wohl nach dem Mädchen suchen. Als die Männer die Suche vorerst aufgeben, zieht sich Harry zurück. Am nächsten Morgen bekommt er allerdings nichts aus dem schweigsamen Mädchen heraus. Er bringt sie zu seinem Kumpel Arne. Er weiß selbst nicht genau, warum er die Polizei nicht informiert, aber es scheint ihm die sicherere Lösung zu sein, bis er herausgefunden hat, was hinter der Verfolgung dieses Mädchens steckt. Auch wenn er als Journalist nicht mehr wirklich im Dienst ist, schlägt sein Herz immer noch dafür. Wohin ihn seine Suche allerdings führt, hätte er ebenfalls nicht erahnen können. Ganz in der Nähe befindet sich eine Marihuana-Plantage, die zufällig zu dem Anwesen des schwerreichen und bekannten schwedischen Unternehmers Björkenstam gehört. Auch die beiden Männer, die das Mädchen mitten in der Nacht verfolgt haben, entdeckt er dabei wieder. Doch je tiefer Harry in seine Ermittlungen rutscht, umso gefährlicher wird es für ihn. Irgendjemand scheint es auf ihn abgesehen zu haben und möchte ihn mit allen Mitteln zum Schweigen bringen. Doch Harry lässt seine Kontakte spielen und stößt auf ein Verbrechen, dass er so niemals erwartet hätte … Meine Meinung: Durchgesuchtet. Ich kann nicht einmal sagen, wieso. Naja doch schon. Es war wirklich, wirklich gut. Und ich muss sagen, ich wusste nicht, dass es der zweite Band aus der Reihe mit Harry Svensson ist. Wenn ich es nicht durch Zufall herausgefunden hätte, hätte ich es auch weiterhin nicht bemerkt. Jetzt im Nachhinein wo ich es weiß, verstehe ich auch so manchen Hinweis auf den Fall den Harry zuvor gelöst hat (was mich übrigens dazu bringt, diesen Teil „Demut“ ebenfalls zu lesen). Ich muss sagen, Harry hat mir als Charakter wirklich gut gefallen. Ich weiß allerdings nicht, warum ich mir ihn die ganze Zeit als gesetzten alten Mann vorstelle, obwohl er ein Mann mittleren Alters ist. Wahrscheinlich, weil er das ein oder andere Gebrechen hat, was ihn in seiner Geschwindigkeit und Beweglichkeit bremst. Er ist einfach total sympathisch und irgendwie ein ausgekochtes Schlitzohr, aber alles mit einer Gemütlichkeit, als hätte er alle Zeit der Welt. Irgendwie stimmt bei diesem Buch das Gesamtpaket. Auch wenn es aus meiner Sicht an manch einer Stelle auch ein bisschen schneller hätte vorwärts kommen können, hat es der Geschichte keine Abbruch getan. Es hat mich durch und durch unterhalten und ich konnte mich einfach voll und ganz darauf einlassen. Ich hatte nicht das Bedürfnis, alles selbst zu erraten wie sonst, aber das hat mich in diesem Fall nicht einmal gestört, ganz im Gegenteil. Ich hab mich zurückgelehnt und einfach berieseln lassen. Super. Mein Fazit: Nicht alles ist Gold was glänzt. Verdammt gute, schwedische Unterhaltung. 4 von 5 Sternen.

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Vita

Mats Olsson (geboren 1949) ist einer der bekanntesten Journalisten Schwedens. Er arbeitet als Sportreporter, Musikkritiker und Auslandskorrespondent. Momentan lebt er in New York. Olsson ist vielfach preisgekrönt für seine journalistischen Texte, er ist darüber hinaus der schwedische Übersetzer von Joseph Wambaugh, Robert Crais und James Lee Burke. Die Serie um den ehemaligen Journalisten Harry Svensson ist von Presse und Lesern international begeistert aufgenommen worden.

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