Das Mauerschweinchen

Ein Wendebuch

Mit Illustrationen von Uwe Heidschötter
Ab 9 Jahren
(8)
eBook epub
9,99 [D] inkl. MwSt.
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Es waren einmal ein Meerschweinchen und eine Mauer, die die Straße versperrte

In der Wolliner Straße 46 auf der Westseite der Mauer lebt Nora, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein praktisches kleines Haustier; in der Wolliner Straße 56 im Osten wohnt Aron, leidenschaftlicher Drachenbauer und Konstrukteur von Flugobjekten aller Art. Beide werden unverhofft zu Rettern von Bommel, einem verwaisten Rosettenmeerschweinchen: Zwei ganz unterschiedliche Geschichten aus dem Berlin der 80iger mit einer gemeinsamen Haupt»person«, zusammengefasst in einem Wendebuch. Mit zwei Covern.


ORIGINALAUSGABE
Mit Illustrationen von Uwe Heidschötter
eBook epub (epub)
Mit s/w-Vignetten
ISBN: 978-3-641-22922-1
Erschienen am  25. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Buchhandlung Schwericke

Von: Natascha Hermes aus Berlin

06.08.2019

Vor 30 Jahren fiel die Mauer, aber wie war das Leben damals? In diesem Wendebuch erfahren junge Leute ab 9 Jahren einiges über das Leben von zwei Berliner Kindern in West- und Ost-Berlin vor 1989. Eine tolle Idee und spannend geschrieben. Aron ist elf und lebt in Ost-Berlin. Eigentlich lebt er in einer schicken Neubauwohnung, aber als seine Eltern für einige Wochen beruflich in die Sowjetunion müssen, zieht er zu seiner Oma Ilse in die Wollinerstraße direkt an der Mauer. In der kleinen Altbauwohnung seiner Oma fühlt sich Aron eigentlich auch viel wohler als im Neubau. In der alten Speisekammer ist gerade Platz für ein Schlafsofa, einen Tisch und einen Stuhl. Aber hier kann er in Ruhe basteln und unter hohen Decke kann er seine ganzen selbstgebauten Flugmaschinen aufhängen. Bei Oma im Haus lernt er die Zwillinge Ronni und Mona kennen. Sie haben für ihr Meerschweinchen Bommel eine Mauer gebaut und schauen zu, ob ihm die Flucht gelingt. Aron wundert sich über die merkwürdigen Spiele der beiden. Ob man so was spielt, wenn man so dicht an der Mauer wohnt? Aron spielt trotzdem gerne mit den beiden und verbringt viel Zeit mit ihnen. Sie machen zusammen eine Menge Quatsch und bekommen deshalb sogar Ärger mit der Volkspolizei. Irgendwann verschwinden die Zwillinge und Bommel bleibt zurück. Weil Aron eine Idee hat, wo die Zwillinge sind, fasst er einen abenteuerlichen Plan, um ihnen Bommel zu bringen. Aron heißt rückwärts gelesen Nora. Und wenn wir das Buch wenden, lesen wir, was Nora in West-Berlin zur gleichen Zeit erlebt. Nora ist fast zwölf und lebt in West-Berlin in der Wollinerstraße. Wenn sie aus dem Fenster sieht, schaut sie direkt auf die Mauer. Sie kann von ihrem Zimmer aus die Graffitis an der Mauer lesen. „Wir wollen alles und davon möglichst viel“, gefällt ihr am besten. Sie will ein Meerschweinchen haben, aber ihre Eltern erlauben das nicht. Obwohl Nora die Mauer vor Augen hat, fühlt sie sich frei. Sie kann ja überall hin. Aber sie fragt sich wie das in der DDR ist. Vielleicht dürfen die Kinder da ja alle Meerschweinchen haben und alle die Tiere, die sie haben möchten? Nora hatte sich das mit ihrer Freundin Susanne doch alles so gut überlegt: In den Ferien würde sie Susannes Meerschweinchen mitbetreuen und sogar die Blumen der Familie gießen und umgekehrt und vielleicht würde sie dann auch in den beliebten Pfotenclub in der Schule aufgenommen werden. Wir lesen den Kinderalltag von zwei Berliner Kindern auf zwei Seiten einer geteilten Stadt. Die Geschichten der Kinder bewegen sich von beiden Seiten des Buches gleichzeitig aufeinander zu und treffen sich in der Mitte des Buches an der Mauer. Eine tolle Idee und spannend geschrieben. Natürlich gibt es auch eine kurze Einführung, warum Berlin durch eine Mauer geteilt war und vor jedem Kapitel gibt es eine liebevoll gezeichnete Vignette von Uwe Heidschötter.

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Was ein Meerschweinchen mit der Berliner Mauer zu tun hat

Von: Foxis Bücherschrank

07.05.2019

Das Mauerschweinchen Aufgeteilt ist die Geschichte, die im Westen so wie im Osten Berlins zur DDR Zeit spielt zwischen dem Mädchen Nora (Westen) und dem Jungen Aaron (Osten). Ich habe mir das Buch ausgesucht, weil ich meinem Kind die Unterschiede zwischen Ost und West zur DDR Zeit nahe bringen wollte und warum eine Mauer mitten durch Berlin gezogen worden war. Die meisten Bücher sind einfach zu schwierig geschrieben, aber hier ist das einfach sehr kindgerecht und dennoch deutlich beschrieben, was die DDR war und was das mit dem geteilten Deutschland auf sich hatte. Gerade ich als Wessi habe als Kind das geteilte Deutschland gar nicht so wahrgenomen. Als die Mauer gefallen ist, war ich 10. Das Ausmaß und was das mit den Menschen gemacht hat, ist mir erst viel später klar geworden. Ich denke, wir können, wirklich froh sein, dass wir wieder ein vereinigtes Land sind. Ich finde im Buch, wird das Leben im Westen, sowie das im Osten gut erklärt. Beide Familien wohnen direkt an der Mauer (Bernauer Straße mit dem bekannten Grenzabschnitt). Während Nora im Westen frei aufwachsen kann und sich über die strengen Regeln die zum Beispiel ein Paket in den Osten mit sich bringt, wundert, hat auch Aaron im Osten so einiges zu beachten, wenn er unbehelligt spielen möchte. Im Buch kommt erst mal Nora und ihre Familie die im Westen der Stadt wohnen dran. Die Mauer ist einfach eine Mauer und für Nora nicht weiter tragisch. Sie hat nur einen Wunsch, ein eigenes Meerschweinchen zu besitzen. Das aber verweigern die Eltern ihr. Aaron, der im Osten der Stadt wohnt und dessen Eltern auf Forschungsreise sind, zieht solange bei seiner Oma ein und kommt durch Zufall an ein Meerschweinchen, welches er über die Mauer in den Westen „flüchten“ lässt – in einem selbstgebauten Fallschirm. Was sich nie für Aaron aufklären wird, ist, ob das Meerschweinchen sicher im Westen gelandet ist. Dies bleibt für Aaron nur zu hoffen. Und hier verknüpft sich für den erwachsenen Leser, der Kenntnisse zu den Ost/West Geschehnissen der Flucht. Viele die damals aus dem Osten geflüchtet sind, durften/konnten sich bei den Verwandten nicht melden. Das wäre zu gefährlich gewesen. Im Ost-Teil des Buches, also Aarons Sicht der Dinge, finde ich allerdings wirklich spannend geschrieben, denn der erlebt richtig was, als er feststellen muss, das Oma aus dem Westen nicht mehr zurück gekommen ist. Er versucht herauszufinden, was da passiert ist. Da nimmt die Geschichte dann richtig fahrt auf. Ich finde, das Meerschweinchen ist irgendwie nur eine Randerscheinung. Alledings hat die Meerschweinchen-Flucht was. Das ist mehr als gut ausgedacht um Kindern das Thema Berliner Mauer zu erklären. Ich hoffe das den Kinder, die diese Geschichte lesen, klar wird, dass sich Nora und Aaron nie treffen werden, solange eine Mauer Berlin teilt. Vielleicht sind sie sich nach der Wende mal (unbewusst) über den Weg gelaufen. Diese war 1989. In einer Zeit, in der sich heute Kinder/Jugendliche nichts mehr unter der DDR vorstellen können, Geschweige denn Wissen, dass wir mal ein geteiltes Land waren, finde ich „Das Mauerschweinchen“ sollte das Prädikat „Lehrreich“ erhalten und Schullektüre werden. Man kann, auch wenn man hier nur einen kleinen Teil aus dieser Zeit erfährt, Kindern neugierg auf Geschichte machen, die noch gar nicht so lange her ist. Nur so viel, gäbe es die Mauer heute noch, wären mein Mann und ich nicht verheiratet. Das muss man sich mal vorstellen. Ich bedanke mich beim Bloggerportal und dem cbj-Verlag für das eBook als Rezensionsexemplar.

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Vita

Katja Ludwig lebt mit ihrer Familie in Brandenburg und Berlin. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Chirurgin. Die Geschichte vom "Mauerschweinchen" beruht auf einer wahren Begebenheit, von der ihr einmal eine Freundin vor vielen Jahren erzählt hat. Das Meerschweinchen, das auf höchst ungewöhnliche Weise seinen Besitzer wechselt, hat es wirklich gegeben. Ebenso die beiden Jungen, die ihm zu dieser Reise verhalfen, und das Mädchen, dessen sehnlichster Wunsch so wunderbar in Erfüllung ging.

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