Friday Black

Storys - Der Überraschungsbestseller aus den USA - DEUTSCHSPRACHIGE AUSGABE

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»Aufregend und ein Wunder« George Saunders

Selten war ein Debüt ähnlich kraftvoll, mitreißend und ungewöhnlich: Nana Kwame Adjei-Brenyah erzählt in zwölf verstörenden Storys von Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Gewalt, Rassismus und ungezügeltem Konsum. Wie fühlt es sich an, im heutigen Amerika jung und schwarz zu sein? Welche Spuren hinterlässt alltägliche Ungerechtigkeit? In einer unkonventionellen Mischung aus hartem Realismus, dystopischer Fantasie und greller Komik findet der US-Amerikaner eine neue Sprache für die brennenden Themen unserer Zeit.

»In ›Friday Black‹ wird von einer Zukunft erzählt, die schon morgen beginnen könnte. Eine neue und radikal frische Stimme in der US-Literatur.«

stern (30. April 2020)

Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Friday Black
Originalverlag: Houghton Mifflin Harcourt
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-25737-8
Erschienen am  27. April 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Verstörende Fiktion über brisante Themen der Gegenwart

Von: Hilal Türe / Hilou

14.05.2020

Zum Inhalt: Auftakt zu den 12 Kurzgeschichten bildet die Erzählung über die "Finkelstein 5", bei der ein Weißer sich von fünf schwarzen Kindern bedroht fühlt und sie brutal mit der Kettensäge tötet. Er wird allerdings vom Gericht freigesprochen, was eine Welle an Racheakten durch Schwarze nach sich zieht. Ebenso brutal sind die Storys zu dem maßlosen Konsumverhalten der Amerikaner an "Black Friday". Dann wiederum geben einige futuristisch angesiedelten Erzählungen einen düsteren und schockierenden Einblick in die vielleicht nicht so ferne Zukunft, in der Genmanipulation zum allmählichen und unausweichlichen Zerfall der Gesellschaft führt. Dieser Debütroman steckt voller erschreckender Abhandlungen über die menschliche Psyche... Meine Leseerfahrung: Dieses Buch ist ganz klar überspitzt und voller düsterer und brutaler Geschichten. Aber es ist dennoch wichtig, dass es gelesen wird. Denn dem Leser wird ein Spiegel vorgehalten, dem er nicht im Stande ist, auszuweichen. Wenn man eine Veränderung in der Gesellschaft, insbesondere auf sozialer Ebene, erreichen möchte, dann muss man die Veränderung zunächst an sich selbst vornehmen. Und dafür muss man eben fühlen. Jede einzelne dieser fiktiven Storys versetzt den Leser in die Rolle der Protagonisten und lässt ihn die Situation mit anderen, für ihn höchstwahrscheinlich ungewohnten Augen sehen. Dabei ist es beachtenswert, dass der Autor kaum eine Sentimentalität fühlen lässt und völlig objektiv in seiner Erzählweise bleibt, obwohl die aufgezeigten sozialen Themen wie Rassismus, Brutalität, Abtreibung, Amoklauf eines Studenten etc. wirklich keine leicht zu verdauenden Faktoren sind. Es ist einfach unangenehm, verstörend und mit Sicherheit möchte keiner in solchen Welten leben. Dabei ist Alltagsrassismus allgegenwärtig und auch die anderen heiklen Themen sind durchaus aktuell, die unheilvollen Zukunftsvisionen durchaus im Bereich des Möglichen. Im Kern geht es doch schließlich immer um den Wert und die Würde eines jeden Menschen und wie diese behandelt werden. Ich muss gestehen, dass mir nicht sämtliche Geschichten zugesagt haben; vor allem solche mit offenen Enden, die zudem abrupt kommen. Das ist aber bei dystopischen Erzählweisen nicht ungewöhnlich. Wer hier meint, nach einer bestimmten Symbolik suchen zu müssen, dürfte enttäuscht werden. Die Geschichten sind bereits offen und direkt, die überzogenen Darstellungen brutal ehrlich und haben meist einen bitteren Nachgeschmack. Ich kann mir vorstellen, dass ein Großteil der Leser sich schwer damit tun wird, dieses Buch richtig einzuordnen. Für die Menschen in den USA ist "Friday Black" höchstwahrscheinlich aufrüttelnd und prophetisch in Anbetracht der dortigen politischen Lage. Aber auch wir sollten uns vorsehen, denn die in diesem Buch behandelten Themen betreffen auch mehr oder weniger uns alle, wenn auch vielleicht mit einem leicht veränderten Szenario. Fazit: Schockierend, hart und düster erzählte Kurzgeschichten, die die tiefsten Abgründe der Menschen aufzeigen und dabei mutig  heikle Themen behandeln. So verschieden diese auch sein mögen, so sind sie doch alle politisch und äußerst aufrüttelnd. Nicht völlig außergewöhnlich, aber durchaus außerhalb der gewohnten Literatur, ist dieses Buch insbesondere für alle interessant, die schmerzvolle Wahrheiten ertragen können.

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Pessimistische Zukunftsvision, der die Ausdrucksstärke fehlt.

Von: Der Medienblogger

12.05.2020

Das Debüt des aufstrebenden Autors Nana Kwame Adjei-Brenyah traf auf gewaltige Wellen überschwänglicher Resonanz und wurde ein großer Bestsellererfolg. Im April erschien nun die Anthologie "Friday Black" auch in deutscher Übersetzung. Den Leser*innen wird darin eine große thematische Bandbreite gesellschaftspolitischer Herausforderungen geboten, die in den einzelnen Kurzgeschichten dargestellt werden. Hier beweist der Schriftsteller nicht nur ein bemerkenswertes Maß an Einbildungskraft, sondern auch sein ausgeprägtes Problembewusstsein für einige Streitfragen der aktuellen Gesellschaft. Genau diese Vielzahl an Konflikten ist es aber auch, die dem Buch schnell zum Verhängnis wird. Und das liegt an mehreren Faktoren: Zum einen schwankt die Qualität der einzelnen Novellen immens, sowohl was Authentizität, Glaubwürdigkeit und mögliche Identifikationsfläche anbelangt. Dafür wirken mir viele Figuren mit ihrem Erwartungshorizont zu schablonenhaft. Trotz des stark begrenzten Umfangs der einzelnen Texte hätte man die einzelnen Protagonisten tiefgründiger etablieren können und müssen. Auch wird der ziemlich direkte und nüchterne Schreibstil nicht jedem gefallen. Er lässt wenig Raum für den Einblick in innere Handlungen und gedankliche Auseinandersetzungen, sondern gewährt lediglich eine objektive Sicht in Vogelperspektive auf das Geschehen. Zunehmend fällt negativ auf, eine wie lange Eingewöhnungsphase jedes Mal zum Eintauchen in das neue Szenario nötig ist. Die unmittelbaren Einstiege, die oftmals zu Beginn noch den Überblick über die angesprochene Thematik verdecken, strapazieren schnell die Geduld des Normallesers. Trotz der unverblümten Ausdrucksweise des Autors bleibt immer häufiger der wahre Sinn der Geschichte hinter einer metaphorisch verschlüsselten Fortentwicklung verborgen. Diese nehmen dem Text nicht selten einen Großteil seiner Schlagkraft. Denn obgleich "Friday Black" vor beißender Satire nur so trieft, wird keine eindrückliche Aussage getroffen; so wirkt das Buch leider oftmals unentschlossen und mundtot. Und das konnte gewiss nicht das Ziel gewesen sein. Einige anthropologische Ansätze sind nichtsdestotrotz und das möchte ich nicht abstreiten, interessant und definitiv des Anstellens einiger Überlegungen wert: Wenn sich eine Geschichte mit den Abgründen und Negativfolgen der Menschheit und Menschlichkeit auseinandersetzt, rückt die Bedrohung eines baldigen Eintretens der dystopischen Zukunftsausblicke für den*die Leser*in in greifbare Nähe und hinterlässt ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Meine persönlichen Favoriten sind, nebenbei erwähnt, "Lark Street", "Friday Black" und "Die Finkelstein Fives". Die Qualitäten der hier zuletzt aufgeführten, im Buch aber direkt zu Beginn platzierten Kurzgeschichte kann keine weitere erreichen. Bei dem Aussprechen einer Leseempfehlung tue ich mich in diesem Fall besonders schwer. "Friday Black" ist eine thematisch vielseitige Anthologie, die trotz der pessimistischen Zukunftsvision ausdrucksschwach bleibt.

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Vita

Nana Kwame Adjei-Brenyah, Sohn ghanaischer Eltern, wurde 1990 in Spring Valley, New York, geboren, studierte Fine Arts und unterrichtet heute Creative Writing an der Syracuse University. Sein Debüt »Friday Black«, ein New York Times-Bestseller, errang den PEN-Jean Stein Book Award 2019, stand auf der Shortlist für den Dylan Thomas Prize 2019 und auf der Longlist der Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction. Universal Pictures hat sich die Filmrechte an der Titelgeschichte seines Debüts gesichert.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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Pressestimmen

»Der US-Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah hat die amerikanische Gegenwart weitergedacht – und beschreibt sie in furiosen Erzählungen.«

St. Galler Tagblatt (CH), Valeria Heintges (13. Mai 2020)