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Marschmusik Roman

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(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18668-5

Erschienen: 13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Tief unter der Erde hält der junge Mann aufgeregt und fiebrig ein warmes Stück Kohle in der Hand. Zum ersten Mal. Hier im Streb, wo Generationen von Bergleuten malocht haben. Bald endet die Kohleförderung in Deutschland. Und damit das Leben unter Tage. Dann ist im Ruhrpott Schicht im Schacht. Und es bleiben nur noch Erinnerungen: an den wortkargen Vater und die Abende mit Bier, Schnaps und Marschmusik aus dem Küchenradio. An ein Milieu, das für immer verschwinden wird.

In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt? Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Zur Webseite des Autors

»Klarheit und Lakonie, Witz und Ironie - kaum ein deutschsprachiger Autor versteht es derzeit, diesen rhetorischen Vierklang so kraftvoll erklingen zu lassen wie Martin Becker.«

Joachim Dicks / NDR kultur (22.03.2017)

Martin Becker (Autor)

Martin Becker, 1982 geboren. Macht Radio. Schreibt Bücher. Mag Hunde. Er ist in der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg aufgewachsen, freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Literaturkritiker beim Deutschlandfunk und bei Deutschlandradio Kultur und berichtet in Features und Reportagen unter anderem aus Tschechien, Frankreich, Kanada und Brasilien. 2007 erschien sein mehrfach ausgezeichneter Erzählband »Ein schönes Leben«, 2014 sein Roman »Der Rest der Nacht«. Außerdem realisierte er eine Reihe von Hörspielen und Lesungen gemeinsam mit dem tschechischen Schriftsteller Jaroslav Rudiš. Martin Becker lebt in Leipzig.

»Klarheit und Lakonie, Witz und Ironie - kaum ein deutschsprachiger Autor versteht es derzeit, diesen rhetorischen Vierklang so kraftvoll erklingen zu lassen wie Martin Becker.«

Joachim Dicks / NDR kultur (22.03.2017)

»Martin Becker macht sich auf, die schwarze Seele des Ruhrgebiets zu ergründen - und beschreibt in seinem heitermelancholischen Roman das Erbe dieser Region.«

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (09.03.2017)

»Martin Becker erzählt diese autobiograhische Geschichte auf seine eigene, unerhaltsame Weise."«

mephisto 97.6 (31.05.2017)

16.11.2017 | 19:30 Uhr | Dortmund

Lesung
im Rahmen des LesArt Festivals
mit Anna Basener
Eintritt: 7 € im VVK, 9 € an der AK

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Mehr Infos

LesArt Festival c/o literaturhaus.dortmund
Neuer Graben 78
44139 Dortmund

Tel. 0231 33048497

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-18668-5

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 13.03.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Tief im Westen

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 11.09.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com

… wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt. (Herbert Grönemeyer)

Wer den Pott kennt, weiß, wie wahr diese Aussage ist. Eine Region, die in kaum einer Reiseplanung jemals auftaucht, die es aber wert wäre, besucht zu werden. Bochum? Essen? Mülheim an der Ruhr? Duisburg? Hat man alles schon mal gehört. Aber dort gewesen? Mhhh …

Mir ging es nicht anders. Als wir vor einiger Zeit beruflich bedingt nach Essen ziehen mussten, dachte ich erst mal: Bergbau, grau, staubig, ach du großer Gott! Im Nachgang fiel mir dann immerhin noch die Nähe zu Bochum (Herbert!!) ein – das stimmte mich etwas froher. Aber ansonsten erwartete ich vor allem: nichts.

Doch kaum angekommen, begannen wir, das Ruhrgebiet zu erforschen, schauten uns viel an, entdeckten, wie unglaublich grün und schön es dort sein kann, wie innovativ man dort ist (Zeche Zollverein, Gasometer Oberhausen, Museum Folkwang, Radschnellweg RS1 auf alten Bahntrassen – um nur ein paar tolle Sachen zu nennen) und wie aufgeschlossen. Und vor allem ehrlich. Geradeaus, nicht verschnörkelt, nicht raffiniert. Gepaart mit einer Bodenständigkeit, die man manch anderer Region nur wünschen kann …

Als wir nach drei Jahren die Möglichkeit hatten, wieder in die alte Heimat Hamburg zurückzukehren, haben wir sie zwar ergriffen, es war aber keine Flucht. Wir tragen seither ganz sentimental ein Stück Ruhrpott in unserem Herzen. Alles, was über die Ecke berichtet wird, geht uns an, lässt uns nicht kalt. Man kann sein Herz an den Pott verlieren, keine Frage. Er hat das Zeug zum Kult. Es müssten nur mehr Leute wissen!

Kein Wunder also, dass ich interessiert aufhorchte, als ich von „Marschmusik“ hörte. Ein Buch über einen jungen Protagonisten, der längst aus dem Bergbaumilieu seiner Eltern ausgebrochen ist, der Beklemmungen bekommt, jedes Mal, wenn er wieder zurückkehrt in sein altes Zuhause – der aber auch nicht aus seiner Haut kann, der im Herzen genauso spießig wie Papa früher ist, auch wenn er nun in der Großstadt lebt und vor dem „Mief“ der Provinz geflohen ist.

Dieser namenlose Erzähler entführt uns Leser in die „guten alten Zeiten“, als im Revier noch malocht wurde, als die Zechen noch nicht geschlossen waren, als der Pulsschlag noch aus Stahl war (Herbert Grönemeyer). Mehrere Erzählstränge jongliert Autor Martin Becker parallel, letztendlich laufen sie alle in der Gegenwart zusammen. Da gibt es den mit dem „Sauhund“ (ein Kompliment!) Hartmann, der beste Kumpel des verstorbenen Vaters, der den jungen Protagonisten eines Tages unvermutet anruft und um ein Treffen bittet. Dann sind da die Erzählstränge mit den Rückblicken auf die Kindheit der Eltern, wie sie aufwuchsen und einander kennenlernten. Ein Strang widmet sich der eigenen Vergangenheit, der Aufarbeitung dessen, was der Protagonist als (Arbeiter-)Kind erlebte. Und natürlich gibt es den Gegenwartsbereich – der Erzählstrang, in den alle anderen immer wieder münden.

Das Rad wird nicht neu erfunden bei dieser Geschichte. Ein Coming-of-Age-Roman, solide, interessant, vielleicht ein wenig beliebig, manchmal auch banal. Aber so ist das Leben ja auch. Warum sollte Becker es also schönen oder künstlich aufplustern? Sein Protagonist ist Durchschnitt, seine Lebensgeschichte auch – wobei sein Kindheitstraum (-wahn?) vom Leben als Starposaunist schon bemerkenswert abgedreht ist. Ein kleiner Steppke, am Rande des Ruhrgebiets, der beim Lauschen der Marschmusik des örtlichen Blasmusikverbands eine Initialzündung erlebt und hernach nur noch Posaune spielen will – mit dem klaren Ziel, ein Star auf allen großen Bühnen dieser Welt zu werden. So hat also doch jedes Leben seine Skurrilität, sein absurdes Etwas …

Wer mag, kann bei der Lektüre einiges über die Welt unter Tage lernen, denn die Hauptperson fährt sogar in ein Bergwerk ein, um wenigstens einmal die im Untergehen begriffene Welt des eigenen Vaters kennenzulernen. Das ist eindrücklich, rührend und anstrengend – aber vor allem wird ihm dabei am Ende klar, dass er dort bei den Kumpels doch sehr fremd ist. Er ist ein Besucher, aber keiner von ihnen.

Ein bisschen so verhält es sich ja auch mit dem Pott: Wer nicht von dort kommt, wird sich immer ein bisschen fremd fühlen, wird nicht bis ins Letzte nachvollziehen können, woher diese „Stehaufmännchen-Mentalität“ kommt, woher der leise Stolz, das Selbstverständnis. Man bleibt ein Besucher. Wenn man längere Zeit dort war, verändert es sich ein wenig, man ahnt, man versteht – und doch wird man, ohne einen Steiger in der Familie zu haben, nie einer von ihnen sein.

Also ran an das Buch, ein bisschen Ruhrpott-Feeling tanken, ein bisschen Hintergrundwissen aufsaugen und dann vor allem ab in den tiefen Westen. Selbst erforschen, selbst erkunden!

Glück auf!

Über eine Kleinstadtfamilie im früheren Ruhrgebiet

Von: buecherecke,buecherecke Datum: 19.08.2017

buecherecke8.blogspot.de

Inhalt:
In den frühen Sechzigern lernen sich die Eltern des jungen Mannes kennen: Sie ist Näherin, er ist Kohlenhauer. Viele Jahrzehnte später will der erwachsene Sohn endlich Licht ins Dunkel der eigenen Familiengeschichte bringen: Wie hat die Familie gelebt inmitten von Zechentürmen, Taubenschlägen und Schrebergärten? Und was ist eigentlich noch übrig vom bescheidenen Reihenhaus, das dem erwachsenen Sohn doch früher vorkam wie ein Palast? Wie lange wird seine Mutter noch rauchend im Sessel sitzen und sich an den verstorbenen Vater erinnern? Und was bleibt, wenn es das alles wirklich bald nicht mehr gibt? Martin Becker erzählt vom Aufwachsen in einer proletarischen Familie am Rande des Ruhrgebiets. Vom Außenseitertum der kleinen Leute, aber auch von Momenten großen Glücks, die in einer vermeintlich tristen Kleinstadtkindheit doch immer wieder aufblitzen. »Marschmusik« ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden, ein Buch über die magische Welt des Kohlebergbaus und über die verführerische Kraft der Finsternis unter Tage – allem Verschwinden zum Trotz immer wieder erzählt mit Leichtigkeit und Witz.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lesen, weil ich selber auch im Ruhrgebiet lebe und einen Einblick in die Arbeit unter Tage und das Leben einer solchen Familie bekommen wollte. Erzählt wird in der Ich-Perspektive und oft in der Gegenwart, wodurch das Bild, das beim Lesen von dem Hauptprotagonisten, der übrigens keinen Namen hat, entsteht, umso klarer erstrahlt. Es fühlt sich an, als würde man in den vergilbten Seiten seines Tragebuchs blättern, das von seiner Kindheit und seiner Jugend berichtet. Abwechselnd wird auch aus der Sicht seines Vaters und dessen Zeit unter Tage und das darauf folgende Zusammentreffen mit seiner Mutter geschildert. Außerdem gibt es einen dritten Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und vom Besuch des Protagonisten Mündendorfs (sein Heimatdorf) und seiner Mutter erzählt. Dabei wird seine Angst und sein Unbehagen gegenüber diesem Ort deutlich, das er verzweifelt zu bekämpfen versucht. Martin Becker macht in seinem Roman von einer guten Portion Humor Gebrauch, wobei er aber auch die bedeutenden Dinge des Lebens, wie Heimat und die eigene Vergangenheit zum Thema macht und auf die kleinen Glücksmomente in einem ansonst vielleicht durchschnittlichen Leben aufmerksam macht. Meiner Meinung nach regt dieser Roman sehr zum Nachdenken über genau diese Elemente an. Er ist in drei Teile unterteilt, die jeweils die Entwicklung des Protagonisten in Bezug auf das Verständnis für seine Familie dokumentieren. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch in eine Art Rahmen gelegt wurde, dass der Anfang und das Ende sich also perfekt ergänzen.

Mein Fazit:
Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der sich wie ich für die Geschichte des Ruhrgebiets, die am Beispiel einer typischen Kleinstadtfamilie, erzählt wird, interessiert.

Vielen Dank an den Luchterhand Literaturverlag für das Rezensionsexemplar!

Marschmusik bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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