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Postfaktisch

Die neue Wirklichkeit in Zeiten von Bullshit, Fake News und Verschwörungstheorien

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»Eine Demokratie befindet sich in einem postfaktischen Zustand, wenn politisch opportune, aber faktisch irreführende Behauptungen anstatt Fakten als Grundlage für die politische Debatte, Meinungsbildung und Gesetzgebung dienen. Wer diese Entwicklung bremsen will, muss verstehen, was sie verursacht.«

Mit Macht dringen populistische Aussagen, alternative Tatsachen und Fake News in die öffentliche Debatte ein. Desinformation hat sich so ausgeweitet, dass wir alle uns dazu verhalten müssen – Politiker, Journalisten und Bürger. Im Zeitalter der Information ist Aufmerksamkeit gleichzusetzen mit Geld, Macht und Einfluss, auch wenn das auf Kosten von Tatsachen geschieht.

Mit ihrem Bestseller Postfaktisch legen die Philosophen Vincent F. Hendricks und Mads Vestergaard eine zusammenhängende Analyse der Mechanismen vor, die uns etwas als wahr betrachten oder empfinden lassen. Ihr Buch beschreibt die Entwicklung hin zu einer postfaktischen Demokratie und benennt die Gewinner und Verlierer der neuen Aufmerksamkeitsökonomie. Ein eindringlicher Weckruf zu einer Zeit, da die „Wirklichkeit“ zunehmend eine Frage von Klickzahlen scheint.

»Eine philosophische Analyse der Medienwelt in der Epoche des Donald Trump und seinem postfaktischen Verhältnis zu Tatsachen.«

Deutschlandfunk Kultur (05. April 2018)

Originaltitel: Fake News
eBook epub (epub), 45 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-23013-5
Erschienen am  19. März 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Fake News und die Gefahr einer postfaktischen Demokratie

Von: Elementares Lesen

30.08.2018

Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn Fakten nicht mehr zählen? Wenn jeder sich sein eigenes Weltbild zurechtzimmert, ohne Interesse für das, was bewiesen ist? Wenn Verschwörungstheorien immer mehr Anhänger finden? Die dänischen Philosophen Vincent F. Hendricks und Mads Vestergaard gehen dem in ihrem spannenden Buch Postfaktisch (Originaltitel: Fake News) nach. Sie analysieren Beispiele aus den USA, Dänemark, Frankreich und Deutschland und warnen eindringlich vor den Gefahren einer postfaktischen Demokratie. Auch wenn Fake News kein neues Phänomen sind, ist man ihnen in unserem Informationszeitalter stärker ausgesetzt als früher. Denn Nachrichten verbreiten sich heute auf vielen Wegen und in unglaublicher Schnelligkeit über das Internet. Herkömmliche und neue Medien, seriöse und unseriöse Anbieter kämpfen um unsere knappe Aufmerksamkeit und produzieren eine gewaltige Informationsflut. Hendricks und Vestergaard erklären plausibel, wie der Kampf um die mediale Aufmerksamkeit funktioniert und warum diese Mechanismen oft zulasten der Wahrheit gehen. Denn was zählt, sind Klickzahlen, eine möglichst weite Verbreitung – letztlich geht es um Werbeeinnahmen, um ökonomische Faktoren. Da funktionieren Sensationen und Gerüchte besser als gründlich recherchierte Inhalte. Sorgfältig differenzieren die Autoren zwischen verschiedenen Ausprägungen von Unwahrheit wie Bullshit, Fake News und krassen Lügen. Hinzu kommt das Problem, dass Fakten und Beweise für immer mehr Menschen schlicht irrelevant sind. Informationen, die der eigenen Meinung widersprechen, verursachen eine kognitive Dissonanz, das heißt man fühlt sich unbehaglich. Viele Menschen versuchen dies zu vermeiden, indem sie sich in eine Filterblase zurückziehen, die sie von anderen Denkmodellen, anderen Versionen einer Geschichte fernhält und in der eigenen Meinung bestärkt. Damit sind sie leichte Beute für Populismus und Verschwörungstheorien. Populisten nutzen gezielt jene Informationen, die ihnen nützen. Sie leugnen oder ignorieren, was ihrer Ideologie widerspricht. Sie bauen Feindbilder auf und teilen die Welt ein in “Wir und die anderen”. Hendricks und Vestergaard, die am Center for Information and Bubble Studies der Universität Kopenhagen tätig sind, haben erforscht, mit welchen Mitteln es Donald Trump und seinem Team im letzten US-Wahlkampf gelang, seine Gegnerin Hillary Clinton in den amerikanischen Medien zu diskreditieren. Sie gewannen die Deutungshoheit über die Informationen, die von seriösen und unseriösen Medien verbreitet wurden – was letztlich, neben dem Einfluss von russischer Seite, zu Trumps Wahlsieg führte. Selbst mit dicken Lügen kam er bei seinen Anhängern durch, da sie im Dienste der gemeinsamen Sache akzeptiert wurden. Die USA befinden sich bereits auf dem Weg zu einer postfaktischen Demokratie, wie die Autoren anhand diverser Alarmsignale belegen. Doch auch in anderen Ländern wächst die Gefahr. Denn das generelle Misstrauen gegenüber den Medien und der Politik steigt überall. Die Wahrheit verliert an Bedeutung. Vincent F. Hendricks und Mads Vestergaard erklären schlüssig, warum so viele Menschen auf Populisten hereinfallen, wie sich unser Denken durch das ständige Bombardement mit Fake News verändert und langfristig die Demokratie als Staatsform in Gefahr ist. Mit ihrem Buch Postfaktisch leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung. Wer die Mechanismen im kreativen Umgang mit der Wahrheit versteht, kann Nachrichten besser beurteilen. Eine aufrüttelnde und spannende Lektüre!

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Vita

Vincent F. Hendricks, Jahrgang 1970, ist Professor für Formale Philosophie und Direktor des Center for Information and Bubble Studies (CIBS) an der Universität Kopenhagen. Für seine Forschung wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Elite Research Prize des dänischen Forschungsministeriums. Er ist Mitglied des Institut Internationale de Philosophie, Gewinner des Kopenhagener Science Slams 2015 und Koautor des Buches Infowars (2016).

Zur AUTORENSEITE

Mads Vestergaard ist Doktorand am Center for Information and Bubble Studies (CIBS) der Universität Kopenhagen, wo er seinen Master in Philosophie machte. Darüberhinaus ist er u.a. Gründer und ehemaliger Vorsitzender der "Nihilistischen Volkspartei", einem dänischen Kunst- und Satireprojekt.

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Die dänischen Wissenschaftler dröseln das komplexe Zusammenspiel von technischer Entwicklung und gesellschaftlicher Polarisierung auf und wagen einen Blick in die Zukunft der Demokratie.«

ZEIT Wissen (02. Juli 2018)