Scharnow

Roman

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In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

»Eine ganz eigene Art von Literatur!«

ZDF aspekte (22. Februar 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22865-1
Erschienen am  25. Februar 2019
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Bela B - Scharnow - jetzt reinlesen und reinhören.

Leserstimmen

Kaleidoskop aus verrückten Ideen und Absurditäten

Von: Tintenwelten

17.05.2019

Scharnow ist eine Kleinstadt in der Nähe von Berlin. Nichts ist wie es scheint, nichts passiert so wie gedacht. Ein Manga-Mädchen trifft auf einen jungen Flüchtling, mysteriöse Tode geschehen, es gilt eine Übermacht zu vernichten und dann geht dem Pakt der Glücklichen auch noch das Bier aus. Als großer Die Ärzte Fan war mir natürlich sofort klar: Den Debütroman von Bela B. Felsenheimer muss ich lesen! Dabei bin ich eigentlich ohne jede Erwartungshaltung an die Lektüre heran gegangen und wurde definitiv überrascht. Es mischen sich aktuelle Themen, ein Hauch Gesellschaftskritik, Fantasy, Übernatürliches, SciFi und Komik. Heraus kommt ein herrlich skurriles, verrücktes und teilweise sowas von absurdes Buch. Es ist schwer dies inhaltlich zusammenzufassen, weil es so viele Handlungsstränge und so viele verschiedene Charaktere gibt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, dann aber in irgendeiner Form doch irgendwann aufeinander treffen. Zugegeben: An der ein oder anderen Stelle fragt man sich, was das Ganze eigentlich soll, wo es hin führen soll. Grade die übernatürlichen Elemente des Romans lassen doch einige Fragen offen. Man kann aber nicht bestreiten, dass Bela B. unterhält, zum Schmunzeln bringt, einen den Kopf schütteln lässt und mit jeder Menge unerwarteter Wendungen aufwartet. Grade bei den Charakteren merkt man auch, wie liebevoll ausgearbeitet und durchdacht sie sind. Jeder von ihnen ist etwas besonderes und es macht Spaß kleine Episoden deren Leben zu begleiten. "Scharnow" ist ein Kaleidoskop aus verrückten Ideen, Personen und Absurditäten, das mitreißt und amüsiert.

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Normal ist was anderes.

Von: Mikka Gottstein

16.05.2019

Handlung? Welche Handlung? Gibt es nicht. Jedenfalls keine herkömmliche von A bis Z. Eher fangen wir bei M an, machen einen kurzen Abstecher zu B, verlaufen uns auf dem Weg nach C und landen bei P. Ob wir jemals bei Z ankommen, bleibt fraglich – und so mancher Leser fragt sich womöglich, ob er das überhaupt noch will. Während wir so unterwegs sind, begegnen wir Geheimbündnissen, Superhelden, telepathischen oder schwulen Tieren, im wahrsten Sinne des Wortes blutrünstigen Büchern – aber auch splitterfasernackten Räubern und dem ganz alltäglichen Wahnsinn, der durchaus mal in absurden Schießereien endet, die auch aus einem Film von Quentin Tarantino stammen könnten. Normal ist was anderes. Oder vielleicht sollte man sagen: Scharnow hat offensichtlich sein ganz eigenes Normalnull. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, setzt aber auf jeden Fall neue Maßstäbe, wenn es um Originalität geht. Denn würde man mich nach dem größten Pluspunkt des Buches fragen, wäre dies ganz klar meine Antwort: sein unerschöpflicher Einfallsreichtum. Ich liebe es, wie sich die vielen verschiedenen Ebenen der Geschichte überlappen und gegenseitig übertrumpfen – schamlos, skurill und schrill –, und wie selbstverständlich sich die absurdesten Geschehnisse dabei als die Normalität von Scharnow etablieren. Das ist irre. Das ist abgedreht. Das ist geschmacklos. Das ist genial. Auch mit bunten Anspielungen auf diverse Filme, Comics und andere Werke der Pulp Fiction wird nicht gespart, und wenn man das alles einmal kräftig durchmischt, bekommt die Welt von Scharnow ihren ganz eigenen Groove. Aber eigentlich habe ich von Bela B gar nichts andres erwartet. Die Songs seiner Band, “Die Ärzte” gehörten gerade wegen der schrägen Texte (mit denen man damals noch die Eltern schocken konnte) zu den musikalischen Highlights meiner Jugend. Bela B schert sich auch in Scharnow nicht um altbackene Konventionen oder irgendwelche Vorschriften, was Literatur zu sein hat und was nicht, und das ist auch gut so. Langweilig wird das nie. Manchmal etwas derb, ja. Oft sogar etwas eklig. Für meinen Geschmack gibt es zu viel Kotze, Sperma, spritzendes Gehirn oder Männer, die sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit am Sack kratzen. Dennoch… Das hat einfach was. Und nicht nur die Klischees werden dabei gekonnt und genüsslich auf die Spitze getrieben, auch die Gesellschaftskritik schleicht sich unter dem ganzen Getöse immer mal wieder leise herein. Auf den ersten Blick wirken die Charaktere hemmungslos übertrieben und daher unrealistisch. Aber wenn man genauer hinguckt, ist man solchen Menschen im Grunde schon einmal begegnet oder hat zumindest von ihnen gehört. Da tun sich kleinbürgerliche Engstirnigkeit, wutbürgerliche Raserei, spießbürgerlicher Kontrollzwang oder möchtegernbildungsbürgerliche Arroganz auf – doch bevor man sich versieht, bringt man auf einmal Verständnis, Mitleid und sogar Sympathie auf für die unmöglichsten Charaktere. Der Autor ist ein Meister darin, menschliche Eigenschaften beinahe schmerzhaft auf die Spitze zu treiben, ohne dass die Menschlichkeit dabei verloren geht. Und dass die ganzen Handlungsstränge immer wieder dadurch verbunden werden, dass in einer Kleinstadt wie Scharnow irgendwie jeder jeden kennt, ist ein Geniestreich. Als Buchbloggerin kann ich mir eine kleine Anmerkung allerdings nicht verkneifen: der von Bela B beschriebene Literaturkritiker ist ja wohl eine Schande seiner Zunft! Lässt sich bezahlen für schnell hingeschluderte positive Rezensionen zu Büchern, die er gar nicht gelesen hat. Oder schreibt zum Spaß vernichtende Verrisse – kostenlos, aber ebenfalls, ohne die Bücher gelesen zu haben. Dennoch ist sein Blog unglaublich erfolgreich. Irgendwas mache ich wohl falsch… Es ist schwierig, über einen Spannungsbogen zu sprechen. Zu rasant springt die Geschichte von Handlungsfaden zu Handlungsfaden, so dass der aktuelle Spannungsbogen immer wieder zerbricht, nur um direkt wieder einem anderen Spannungsbogen zu weichen. Da kann einem schon mal der Kopf schwirren, aber auch hier gilt: langweilig wird das nie. Am schwierigsten ist es wahrscheinlich, über den Schreibstil zu schreiben. Denn so knallbunt und originell die Geschichte ist, so überdreht, kompromisslos, und ungefiltert ist der Schreibstil – und dabei durchaus gekonnt und um einiges intelligenter, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Hinter all der Brachialität versteckt sich verdammt viel Tiefgang, und das in einer unverwechselbaren Schreibe. Den Humor reizt Bela B oft bis zum Äußersten aus, und manchmal war mir das zuviel, manchmal fand ich es saukomisch… Aber um mich ein drittes Mal zu wiederholen: langweilig wird das nie. FAZIT “Scharnow” ist ein Buch, dessen Handlung sich nicht so einfach zusammenfassen lässt, weil sie aus unzähligen Handlungssträngen mit über 30 Charakteren besteht und keiner davon (weder Handlungsstrang noch Charakter) auch nur annähernd ‘normal’ ist. Ob jetzt ein Attentäter eine Hündin umbringen soll, weil die die Schwester des Hundes von Barack Obama ist und ein Geheimbund über diesen Hund telepathisch Einfluss auf die Weltpolitik nehmen könnte, oder ob eine besoffene Männer-WG beschließt, splitterfasernackt und mit Küchengeräten bewaffnet den Supermarkt zu überfallen… Das ist alles unglaublich schrill, oft derb, manchmal eklig, und dennoch wollte ich ständig den Hut ziehen vor dem Einfallsreichtum des Autors. “Scharnow” ist auf den ersten Blick eine ganz normale Kleinstadt – und auf den zweiten Blick ist da absolut gar nichts normal. Und das macht verdammt viel Spaß!

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Vita

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

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Videos

Pressestimmen

»Irgendwo zwischen gutgelaunter Twin Peaks-Episode, einem ausgenüchterten William S. Burroughs und Douglas Adams im Blutrausch.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Es macht wahnsinnigen Spaß, dem Die-Ärzte-Schlagzeuger in seine verrückte Vorortsiedlung zu folgen.«

Stern (21. März 2019)

»Ein bisschen wie ein trunkener Abend in einer Studenten-WG-Küche, bei dem man sich unentwegt ins Wort fällt, bei dem eine Idee gar nicht grotesk genug sein kann.«

»Abgedrehter als alles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.«

WDR 1 Live, Gesa Wegeng (27. Februar 2019)

»„Scharnow“ profitiert [...] von einer personalen Erzählweise, die den Leser ganz unmittelbar an die Figuren heranführt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Spanke (02. Mai 2019)

»Dieses Figurenarsenal könnte den geistigen Schatzkammern der Gebrüder Coen und Quentin Tarantinos entnommen sein. Alle sind schrullig, die meisten liebenswert und manchmal wirds tarantinesk brutal.«

Mathias Halbig, Redaktionsnetzwerk Deutschland (23. Februar 2019)

»Ein Buch, das in einem Jahr, in dem die AfD in einigen Bundesländern die Wahlumfragen anführt, mehr Wahrheit transportiert, als uns lieb sein sollte.«

Jochen Overbeck, Musikexpress (01. April 2019)

»Hier spricht ein selbstbewusster und scharfsinniger Erzähler in bester Laune - mit unbestreitbarer Kompetenz fürs Genre.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Ein Mordsspaß«

Dr. Daniel Arnet, Sonntagsblick, CH (24. Februar 2019)

»Großes Vergnügen bei dieser Wundertüte macht das Auspacken der Überraschungen.«

»Erzählen jedenfalls, das kann Bela B.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel (22. Februar 2019)

»Mit "Scharnow" versucht er [Bela B] es nun erstmals auf Romanlänge. Experiment: erfolgreich. Kopf des Lesers: explodiert.«

»Ein Alltagspanorama von hoher literarischer Dichte, das in den Magischen Realismus taucht.«

»Ein ziemlich brachialer, skurriler Roman mit B-Movie-Anleihen und Schlingensief-Touch.«

Rolling Stone (05. März 2019)

»Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht lukrativ!«

Ron-Thorsten Wassmann, wassmanns-wisdom.de

»Wassmann würde ein solches Buch ›im Netz gegen schlüpfrige VHS-Kassetten eintauschen‹.«

Hamburger Abendblatt, Tino Lange (02. März 2019)