Scharnow

Roman

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In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

»Eine «ganz eigene Art von Literatur!«

ZDF aspekte (22. Februar 2019)

eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-22865-1
Erschienen am  25. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Bela B - Scharnow - jetzt reinlesen und reinhören.

Leserstimmen

Geistreiche Klamotte

Von: Thomas Lawall

08.09.2019

Merkwürdige Dinge geschehen. Und manchmal ziemlich oft. So als ob die Welt ganz langsam aus den Fugen geraten würde. Kalle scheint es zu merken oder mindestens zu ahnen. Was ist nur los mit ihm? Am Zeitschriftenregal im "Billkauf" entdeckt er zwischen Liebesromanen und Sportzeitschriften, wie achtlos hineingeworfen, ein seltsames Buch. Er fragt sich, wie um alles in der Welt er auf die Idee gekommen ist, es könnte dort selbst hineingesprungen sein. Eine Antwort findet er zunächst nicht. Ist auch nicht weiter schlimm, denn es gibt weitaus wichtigere Dinge zu tun. Schließlich trägt er Verantwortung. Der "Pakt der Glücklichen" ist sein Lebenswerk und als Gründer und Oberhaupt hat er alle Hände voll zu tun, denn neben allem Unbill des Lebens ist es gar nicht mal so einfach, seine illustre Truppe zusammen zu halten. Der "Bund skeptischer Bürger" (BsB) kann ein ähnliches Lied singen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Gemeinschaft der Verschwörungstheoretiker sich zwangsläufig nicht nur höheren Zielen verpflichtet sieht, sondern zu allem Überfluss auch noch kurz vor der Vollendung ihrer großen Ziele steht. Man ist ihnen auf der Spur, den "Weltenlenkern"... und was dies alles mit einem Güllemilliardär und Gysis ehemaliger Katze zu tun hat, muss sich erst noch herausstellen. "Scharnow" beginnt unüblich und doch so, wie es sich die große Vielzahl der Damen und Herren der schreibenden Zunft einmal hinter die Ohren schreiben könnte: Mit einem Personenverzeichnis. Holla! In jedem Film und jeder Oper längst Usus. Neben den ersten unterhaltsamen Lachern könnte jedoch allein der Umfang etwas verängstigen. Doch keine Angst, der Herr Felsenheimer kriegt das ganz prima auf die Reihe. Halbwegs jedenfalls. Das und noch viel mehr. Was der Autor hier abliefert, katapultiert ihn aus dem Stand in die Nähe des Ranges eines deutschen John Niven. Dies fällt um so positiver auf, als diese Qualitätsstufe doch recht spärlich besetzt ist. In einem CD-Review würde man jetzt noch anfügen, dass hier keinesfalls etwas kopiert wird, sondern durch seine Eigenständigkeit überzeugen kann. Wo und wie man mit den Lobliedern beginnen soll, ist schwierig, denn hier stimmt einfach alles. Von einem bestimmten Standpunkt aus gesehen, versteht sich, denn wer keinen schrägen Humor mitbringt und das ganze Leben nicht als absurde Aneinanderreihung von sinnlosen Zufällen begreift, wird an der Geschichte, die Bela B Felsenheimer seiner "Jugend in Spandau" gewidmet hat, keinerlei Gefallen finden. Das Brandenburger Örtchen Scharnow, in der Nähe der Kreisstadt "Sahsenheim", gibt es natürlich nicht. Na und? Die ganzen Akteure ja auch nicht. Oder? Bei dieser Frage gerät man ins Schleudern, zumindest wenn man sich, wie auch dem Autor freundlichst unterstellt werden darf, in gewissen Kreisen tage-, wochen-, monate-, jahrelang oder gar immer noch herumtreibt. In jenen verrauchten Kaschemmen, wo das Leben wahre Gesichter zeigt. Dort gibt es alles, was man sich nur wünscht. Selbst ebenso fliegende wie verkannte Superhelden wirken dort gar nicht mal so spektakulär, sondern eher normal. Helden sind sie eh alle und verkannt sowieso. Scharnow ist somit nichts anderes als ein aktualisierter Bericht des ganz normalen Wahnsinns, der unten, gleich um die Ecke, tobt. Ein geniales Sammelsurium kapitaler Missverständnisse, falsch interpretierter Beobachtungen, vermeintlicher Halluzinationen oder entzauberter Verschwörungstheorien, jedoch gleichzeitig mit einigen metaphysischen Überraschungen angereichert. Wenn man so will. Was man unbedingt auch wollen sollte, ist ein gewisser Abstand zum Thema: Fragen müssen nicht beantwortet werden. Sackgassen dürfen ebenfalls kein Problem sein. Wenn nicht hier, geht es woanders weiter. Oder halt gar nicht. Eine geistreiche (mit Fanta versetzte) Klamotte ist es auch und eine durchgeknallte Milieustudie. Ein herrliches Stück Leben, voll abgehangen. Was ich damit sagen will: Natürlich gibt es sie wirklich. Leute wie Kalle und seine Jungs, Sylvia, das einstige Sportidol, "Trotsky" und seine Spezialkräfte, der "omnipräsente" Schlagersänger oder die ganzen anderen Verlierer. Ausnahme: Die Weltenlenker. Jene gibt es in der Realität natürlich nicht ...

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Großer Spaß!

Von: ulrike rabe

08.08.2019

Ein Buchblogger stirbt einen mysteriösen Tod, ein Hund wird erschossen, vier Männer rauben einen Supermarkt aus mit Masken aber sonst nichts an, ein Mann fliegt durch die Lüfte. Wer versucht Scharnow, den Roman aus der Feder von Bela B. Felsenheimer, nachzuerzählen kann scheitern, so skurril ist die Anhäufung von Absurditäten. Trash, Schund, Pulp Fiction, wie man es bezeichnen will kann man sich aussuchen. Eine Tour de Force zum Teil ziemlich brachialer Komik. Mich hat Bela B ja schon mit dem Prolog erwischt, denn der Tod eines Buchbloggers wird hier auf so herrlich schräge Weise herbeigeführt. So eine Medizin kann nur ein Oberarzt verabreichen. Scharnow ist eine Reminiszenz an die coolen Actionfilmstars der 80er Jahre, ein „Heimatroman mit Fantasy-Elementen“ Scharnow, die namengebende Stadt dieses Romans, befindet sich irgendwo nördlich von Berlin im ehemaligen Osten. Dort leben Felsenheimers Protagonisten, es sind Wohlstandsverlierer, Asylwerber, Superhelden, Verschwörungstheoretiker. Wenn man das Sammelsurium der Absonderlichkeiten einmal ein bisschen von der Seite betrachtet, bekommen wir jedoch ganz klare Einblicke in die Tristesse der provinziellen Einöde. Vielleicht genießt Bela B ein bisschen den Promibonus als Leadsänger einer „kleinen deutschen Nachwuchsband“ (Copyright Campino). Aber so viel Schwachsinn literarisch in einen unterhaltsamen Roman zu packen, das muss man einmal zusammenbringen. Mir jedenfalls hat Scharnow großen Spaß gemacht, und dich bin mit „lustiger Literatur“ wirklich schwer zu bedienen.

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Vita

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

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Events

18. Okt. 2019

Live Interview mit Herrn Bela B. Felsenheimer

14:15 Uhr | Lesungen
Bela B Felsenheimer
Scharnow

19. Okt. 2019

Bela B Felsenheimer - „Scharnow ist über(all)"

19:00 Uhr | Frankfurt am Main | Lesungen
Bela B Felsenheimer
Scharnow

Videos

Pressestimmen

»Irgendwo zwischen gutgelaunter Twin Peaks-Episode, einem ausgenüchterten William S. Burroughs und Douglas Adams im Blutrausch.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Es macht wahnsinnigen Spaß, dem Die-Ärzte-Schlagzeuger in seine verrückte Vorortsiedlung zu folgen.«

Stern (21. März 2019)

»Ein bisschen wie ein trunkener Abend in einer Studenten-WG-Küche, bei dem man sich unentwegt ins Wort fällt, bei dem eine Idee gar nicht grotesk genug sein kann.«

»Abgedrehter als alles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.«

WDR 1 Live, Gesa Wegeng (27. Februar 2019)

»„Scharnow“ profitiert [...] von einer personalen Erzählweise, die den Leser ganz unmittelbar an die Figuren heranführt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Spanke (02. Mai 2019)

»Dieses Figurenarsenal könnte den geistigen Schatzkammern der Gebrüder Coen und Quentin Tarantinos entnommen sein. Alle sind schrullig, die meisten liebenswert und manchmal wirds tarantinesk brutal.«

Mathias Halbig, Redaktionsnetzwerk Deutschland (23. Februar 2019)

»Ein Buch, das in einem Jahr, in dem die AfD in einigen Bundesländern die Wahlumfragen anführt, mehr Wahrheit transportiert, als uns lieb sein sollte.«

Jochen Overbeck, Musikexpress (01. April 2019)

»Hier spricht ein selbstbewusster und scharfsinniger Erzähler in bester Laune - mit unbestreitbarer Kompetenz fürs Genre.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Ein Mordsspaß«

Dr. Daniel Arnet, Sonntagsblick, CH (24. Februar 2019)

»Großes Vergnügen bei dieser Wundertüte macht das Auspacken der Überraschungen.«

»Erzählen jedenfalls, das kann Bela B.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel (22. Februar 2019)

»Mit "Scharnow" versucht er [Bela B] es nun erstmals auf Romanlänge. Experiment: erfolgreich. Kopf des Lesers: explodiert.«

»Ein Alltagspanorama von hoher literarischer Dichte, das in den Magischen Realismus taucht.«

»Ein ziemlich brachialer, skurriler Roman mit B-Movie-Anleihen und Schlingensief-Touch.«

Rolling Stone (05. März 2019)

»Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht lukrativ!«

Ron-Thorsten Wassmann, wassmanns-wisdom.de

»Wassmann würde ein solches Buch ›im Netz gegen schlüpfrige VHS-Kassetten eintauschen‹.«

Hamburger Abendblatt, Tino Lange (02. März 2019)