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Unvollkommene Verbindlichkeiten Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-19595-3

Erschienen:  10.04.2017
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"Olof und Ester waren wie zwei Zahnräder. Zahnräder verwachsen nicht miteinander. Sie treiben einander lediglich an. Leider funktioniert das Ganze auch mit drei Zahnrädern, rein mechanisch geht das sogar hervorragend."

Nichts ist komplizierter als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Das muss auch Ester Nilssons feststellen, Mitte dreißig und von Beruf Journalistin und Dichterin. Fünf Jahre sind vergangen seit ihrer unglücklichen Liebesbeziehung mit dem Künstler Hugo Rask, und Ester hat sich vorgenommen, dass ihr so etwas nie mehr passieren wird: einen Mann zu lieben, der sich nicht festlegen und ganz zu ihr bekennen will. Dann trifft sie bei einer Theaterprobe den Schauspieler Olof und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Olof macht kein Geheimnis daraus, dass er verheiratet ist. Trotzdem trifft er Ester. Die beiden gehen eine Beziehung ein, von der Olof behauptet, es sei keine. Er hat schließlich nicht vor, seine Frau zu verlassen. Also worauf wartet Ester?

»Kaum jemand denkt so klug über die Missverständnisse in der Liebe nach wie Lena Andersson.«

DONNA (05.04.2017)

Lena Andersson (Autorin)

Lena Andersson (geb. 1970) ist Journalistin und Autorin. Sie arbeitet als Literaturkritikerin für Svenska Dagbladet und ist Kolumnistin bei Dagens Nyheter, Schwedens größter Tageszeitung. Sie wuchs in einem Vorort von Stockholm auf, wechselte aber als Jugendliche nach Torsby, um ihrer Leidenschaft fürs Skifahren nachzugehen. Andersson fuhr jahrelang wettkampfmäßig Ski, lebt inzwischen aber wieder in Stockholm, wo sie sich einen Namen als streitbarste zeitgenössische Kritikerin des Landes gemacht hat. Für "Widerrechtliche Inbesitznahme" bekam sie den renommiertesten Literaturpreis Schwedens, den August-Preis, verliehen. Der Roman stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste.


Gabriele Haefs (Übersetzerin)

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

»Kaum jemand denkt so klug über die Missverständnisse in der Liebe nach wie Lena Andersson.«

DONNA (05.04.2017)

»Niemand entzaubert das Verliebtsein so geistreich wie Lena Andersson."«

Katharina Granzin / Frankfurter Rundschau (13.05.2017)

»Die Schwedin Lena Andersson schreibt fabelhaft, selten war eine Ménage-à-trois so klug beobachtet - und so unterhaltsam.«

myself (02.05.2017)

»Ein witziger Roman über die Unlogik der Liebe«

Britta Helmbold / Ruhr Nachrichten (12.04.2017)

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Utan personligt ansvar
Originalverlag: Natur & Kultur

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-19595-3

€ 13,99 [D] | CHF 17,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen:  10.04.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Klug und authentisch

Von: Zeilentänzer Datum: 17.10.2018

www.zeilentaenzer.blog

Unvollkommene Verbindlichkeiten ist ein Roman von Lena Andersson aus dem Frühjahr 2017. Der Vorgänger Widerrechtliche Inbesitznahme erschien zwei Jahre zuvor und befasst sich ebenso wie sein Nachfolger mit Ester, welche sich unglücklich verliebt und doch nicht loslassen kann.

Ester Nilsson ist inzwischen Mitte dreißig und seit ihrer unglücklichen Affäre mit dem Künstler Hugo Rask sind fünf Jahre vergangen. Die junge Frau hat sich von der großen Enttäuschung erholt und verliebt sich neu. Wieder ist ihr Auserwählter wesentlich älter als sie und verheiratet. Und wieder verfällt Ester diesem Mann auf ganz ähnliche Weise wie Jahre zuvor. Auch Olof scheint es mit ihr nicht ganz ernst zu meinen.

Die Protagonistin befindet sich in Unvollkommene Verbindlichkeiten am gleichen Punkt wie in Teil eins. Erneut hat es ihr ein vergebener Mann angetan, der künstlerisch tätig ist und der um einiges älter ist als sie. Auch Olof nimmt Ester den Sinn für rationales Denken und lässt in ihr immer wieder Hoffnung auf mehr reifen. Lena Andersson schreibt unterhaltsam und klug, beschreibt Esters Unruhe und Liebeskummer auf subtile Weise und nimmt der Verliebtheit seinen Zauber.

Ester ist eine erfolgreiche, intelligente Schriftstellerin, die über einen stabilen Freundeskreis verfügt und fest im Leben steht – mag man meinen. Wenn sie sich verliebt, beginnt sie, sich selbst zu täuschen. Sie baut innerhalb kurzer Zeit Gefühle zu einem Mann auf, stellt Erwartungen an ihn, die dieser nicht erfüllen will und deshalb ist sie tief gekränkt. Ähnlich wie bei Hugo, ist Ester auch bei Olof fest überzeugt davon, dass sie beide füreinander geschaffen sind und das, obwohl Olof mit Ebba verheiratet ist. Sich selbst in Sicherheit wiegend, geht Ester fest davon aus, das Olof seine Ehefrau verlassen wird. Umso größer ist jedes Mal aufs Neue die Enttäuschung, wenn dieser es wieder nicht getan hat.

Andersson schmückt ihre Formulierungen mit Geist und Raffinesse, sodass es ein wahres Vergnügen ist, in die Gedanken von Ester einzutauchen, aber auch zu lesen, was die Erzählstimme meint. Auch in diesem Roman wird schnell klar, dass Ester für Olof bestenfalls eine Freundin ist, mit der man Spass haben kann, aber nicht mehr. Wie besessen ist diese aber sicher, bald die Position von Ebba einzunehmen. Auch der Freundinnenchor spielt in Unvollkommene Verbindlichkeiten eine einnehmende Rolle. Ihre Freundinnen oder viel mehr deren Meinung ist Ester wichtig. Zumindest, so lange sie wohlwollend mit Olof sind. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger haben sie in diesem Band Namen und äußern sich sehr viel differenzierter, vehementer und kritischer.

Scheinbar ohne Scham bezieht Ester auch völlig Fremde in ihren Liebeswahn mit ein, sodass niemand von ihrer Beziehungskiste verschont bleibt. Ester existiert und das tut sie vor allem durch Olof. Sich selbst gibt sie immer mehr auf und verliert erneut den Zugang zu ihrer Selbstbestimmung. Angetrieben von dem Wunsch, die Richtige für Olof zu sein, lebt sie nach seinen Terminen und seinen Versprechen, um am Ende doch wieder den Kürzeren zu ziehen.

Psychologisch ausgereift, authentisch und sehr menschlich erzählt Andersson auch hier von den Folgen unglücklicher Liebe und dem Verzicht auf das eigene Leben. Sprachlich beeindruckend, geistreich und heftig beschreibt sie Esters emotionale Lage und die damit einhergehenden Schwierigkeiten. Mit ihrem neuen Werk bleibt sich die Autorin treu, sodass man nichts Neues erwarten sollte. Der Plot bleibt der gleiche. Beide Romane können unabhängig voneinander gelesen werden. Ich kann jedoch empfehlen, zunächst Widerrechtliche Inbesitznahme zu lesen und dann Unvollkommene Verbindlichkeiten. Es lohnt sich.

»Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.«

Von: Leseleben Datum: 20.04.2018

www.leseleben.com

Die nicht funktionierende Kommunikation zwischen Mann und Frau – das klingt bei Loriot ganz lustig, ist es aber in Esters Fall gar nicht. Ester Nilsson ist Mitte 30, klug und reflektiert. Sie hat sich gegen den Leistungssport und für das Denken entschieden. Weil das Gehirn auch Training braucht. Viel und regelmäßig. Ester ist Journalistin und Philosophin, sie schreibt Essays und Theaterstücke. Bei den Proben zu einem Theaterprojekt verliebt sie sich in den Schauspieler Olof. Doch in dieser Beziehung benimmt sich Ester nicht besonders schlau, sondern sehr selbstzerstörerisch. Denn, das ist der erste Punkt, für Olof ist das, was die beiden haben, keine Beziehung. Zweitens ist er verheiratet. Beides kommuniziert er Ester eigentlich sehr deutlich: Er sagt ihr, dass er keine Beziehung mit ihr haben möchte und dass er seine Frau nicht verlassen will. Wo ist also das Problem? Ester müsste sich doch nur gleich am Anfang umdrehen und das Weite suchen.

„Nimm die Menschen beim Wort, das ist das Praktischste und Einfachste. Nicht deuten, sondern davon ausgehen, dass sie meinen, was sie sagen”, rät ihr eine Freundin.

Ester aber deutet, argumentiert und bastelt sich eine eigene Wirklichkeit zurecht. Immer wieder sagt sie sich, dass Olof mit seiner Frau nicht glücklich sein kann und die Trennung kurz bevorstehen muss.

Die Kommunikation zwischen Ester und Olof läuft somit meistens schief. Er versucht ihr etwas zu sagen, dass sie nicht hören möchte. Deshalb achtet sie, die eigentlich eine Frau der Worte ist, auf die übrigen Kommunikationsebenen. Auf denen kommt Olof ihr entgegen. Er sucht ihre Nähe, ist offensichtlich gerne mit ihr zusammen. Die Nicht-Beziehung der beiden streckt sich so über mehrere Jahre. Olof bestimmt Frequenz und Dauer der gemeinsamen Zeit. Die ist dann allerdings oft enttäuschend. Olof schmettert Esters Bedürfnisse ab, das Essen schmeckt schal, der Sex ist selten und so lala. Olof bleibt für den Leser unbegreifbar und Esters Begeisterung für ihn ist schwer nachvollziehbar. Es scheint, dass sie sich so sehr in ihrer Gefühlswelt verliert, dass sie ganz übersieht, dass das Objekt ihrer Begierde all die Qualen gar nicht wert ist.

Ester ist wie auf Drogen. Sie ist Olof verfallen, kippt in tiefe schwarze Löcher, zieht sich die Decke über den Kopf, wenn er nicht da ist, aber gewinnt Energie und hüpft aus dem Bett, sobald er auch nur ein winziges Lebenszeichen schickt.

„Wenn die Liebe ungleichmäßig verteilt war, artete sie eben zur Sucht nach der nächsten Dosis aus, aber jetzt hatte Ester mit der Entwöhnung begonnen. Diesmal würde sie die Entzugserscheinungen ertragen…”.

Lena Andersson beschreibt Esters Leiden sehr rigoros und poetisch. Das hier ist kein verzaubertes, unschuldiges Verliebtsein, sondern ein verzweifeltes Verliebtsein einer Frau, die ähnliches bereits erlebt hat. Denn Ester hat denselben Fehler im vorherigen Roman „Widerrechtliche Inbesitznahme“ schon einmal gemacht. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen. Deshalb fand ich diesen Roman sehr originell. Es ist ein niveauvoller aber bitterer Liebesroman, frei von blumigen Klischees, der nachdenklich macht und fesselt. Die Seiten sind nur so dahingeflogen. Die hier beschriebene zerstörerische Kraft der Liebe ist brutal und gleichzeitig faszinierend.
Die Handlung wird zur Tragödie, wenn Ester nicht mehr weiß, was sie tun soll, um Olof zu sich zu ziehen. Als Leserin möchte ich unbedingt wissen, ob sie einer aussichtlosen Hoffnung nachläuft oder am Ende darin recht behält, dass Olof nicht anders kann, als sich irgendwann endgültig ihr zuzuwenden.

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