Barracoon

Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven

(8)
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Die Publikationssensation: Die bisher unveröffentlichte Lebensgeschichte des letzten amerikanischen Sklaven

„Barracoon“ ist der einmalige Zeitzeugenbericht des letzten Überlebenden des Sklavenhandels, der 2018 in den USA erstveröffentlicht wurde und dort wegen seiner berührenden, ungeschminkten Erzählung und authentischen Sprache Aufsehen erregte und zum Bestseller wurde. „Barracoon“ erzählt die wahre Geschichte von Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, der 1860 auf dem letzten Sklavenschiff nach Nordamerika verschleppt wurde. Die große afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston befragte 1927 den damals 86-Jährigen über sein Leben: seine Jugend im heutigen Benin, die Gefangennahme und Unterbringung in den sogenannten „Barracoons“, den Baracken, in die zu verkaufende Sklaven eingesperrt wurden, über seine Zeit als Sklave in Alabama, seine Freilassung und seine anschließende Suche nach den eigenen Wurzeln und einer Identität in den rassistisch geprägten USA.

»Späte Entdeckung: Zora Neal Hurstons historisches Dokument „Barracoon“ verleiht einem Opfer des Sklavenhandels eine Stimme. Nun erscheint der Text vorbildlich editiert auf Deutsch«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (04. Juni 2020)

Aus dem Amerikanischen von Hans-Ulrich Möhring
Originaltitel: Barracoon. The Story of the Last "Black Cargo"
Originalverlag: Amistad / HarperCollins
Hardcover, Pappband, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-328-60130-2
Erschienen am  24. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Alabama, Vereinigte Staaten von Amerika

Leserstimmen

Erschütternde Zeitgeschichte

Von: Elena_liest

06.01.2021

"Barracoon: Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven" ist ein Zeitzeugenbericht von Oluale Kossola, alias Cudjo Lewis. Anfang 1840 in Banté, Benin, Westafrika geboren, wurde er mit gerade einmal 19 Jahren mit anderen Bewohnern seines kleinen Dorfes verschleppt und illegal als Sklave an Bord der "Cotilda" gebracht. Er wurde von seinem eigenen Stamm als Sklave verkauft und so in die USA gebracht, wo er bis zu seiner Freilassung sehr harte körperliche Arbeit leisten musste. Nach der endgültigen Abschaffung der Sklaverei baute er sich mit den anderen ehemaligen Sklaven gemeinsam unter widrigen Bedingungen ein Dorf auf, in dem sie alte Traditionen ihrer Herkunft aufrecht erhielten - sein größter Wunsch, nach Afrika zurückzukehren, wurde ihm aber nie erfüllt. Oluale Kossola musste in seinem Leben unglaublich viele Entbehrungen ertragen. Auch nach seinem Dasein als Sklave währte kein Glück lange. Er verlor zu Lebzeiten all seine Familienmitglieder, war fortwährend mit Rassismus konfrontiert und starb als einsamer Mann. In den 1920er Jahren machte sich die Volkskundlerin und Anthropologin Zora Neale Hurston auf, um Oluale Kossola zu interviewen und so einen authentischen Bericht über das Erleben der Sklaverei, aber auch über das Gefühl des Entwurzelt-Seins und des Nirgendwo-Dazugehörens zu schreiben. Sie führte zahlreiche Gespräche mit Kossola und zwischen den beiden entwickelte sich fast so etwas wie Freundschaft, was sich auch im Ton, in dem das Buch gehalten ist, niederschlägt. Die Autorin hat die Worte so, wie sie aus Kossolas Mund kamen, aufgeschrieben, und so eine Nähe zu dem Zeitzeugen hergestellt, die beim Lesen oft weh tat und fast brutal wirkte. "Barracoon: Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven" ist ein Stück Zeitgeschichte, das unbedingt gelesen werden sollte. Das Buch ist nicht leicht zu verdauen, ist über den Bericht von Cudjo Lewis hinaus aber auch noch mit vielen weiteren Informationen gespickt, sodass man als Leser*in die Chance hat, das Geschriebene auch richtig einzuordnen. Es ist enorm wertvoll, wichtig und bereichernd, die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven eben aus seinem eigenen Mund mit seinen eigenen Worten zu hören - nicht aus dem Mund der Verkäufer oder Sklavenhalter. Erst fast ein Jahrhundert nachdem Zora Neale Hurston das Buch von und über Oluale Kossola geschrieben hat, wurde es auch tatsächlich veröffentlicht. Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe und kann es allen nur ans Herz legen, auch wenn es sich hier um keine leichte Kost handelt.

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Wichtiges Zeitzeugnis der Sklavengeschichte

Von: bookplusme

13.12.2020

„So viele Worte vom Verkäufer, aber kein einziges Wort von den Verkauften.“ Dieses spezielle Zeitzeugnis ist auf viele Weisen sehr besonders. Cudjo Lewis wurde Anfang der 1840er in Banté, Benin, Westafrika als Oluale Kossola geboren. Als 19-Jähriger wurde er mit vielen anderen seines Stammes unter den menschenunwürdigsten Bedingungen mit der Cotilda in die USA verschleppt - verkauft von den eigenen Leuten eines anderen Stammes. Als Cudjo lebte er im entfernten Amerika, in Mobile ein langes Leben als einer der letzten Überlebenden des Sklavenschiffes. Er wurde Ehemann und Vater, jedoch weilte kein Glück in seinem Leben wirklich lang, und so fühlte er sich oft sehr einsam. Sowohl als Sklave als auch als letztendlich freier Mann, nie konnte er sich seinen Traum erfüllen, in seine Heimat nach Afrika zurückzukehren. Er starb als freier, aber einsamer Mann, als einer der letzten afrikanischen Sklaven, als ein Mitgründer Africatowns. Hurston, Volkskundlerin und Anthropologin, interviewte Kossola in den 1920er Jahren. Sie gibt Kossola in Barracoon eine Stimme, teilt sein Leben als Denkmal für die Nachwelt. Zwischen den beiden entstand dabei eine besondere, freundschaftliche Beziehung, welche durch die Erzählweise der Autorin deutlich wird. Die Berichterstattung Kossolas ist authentisch und emotional. Ein gesondertes Kapitel wurde in der Originalsprache veröffentlicht, wodurch die Wortwahl und Aussprache Kossolas noch deutlicher wird. Hurston hat seine Geschichte in entsprechende Kapitel unterteilt. Es sind zwei Leben, die sie uns vorstellt: Kossolas echtes Leben in Afrika, seine Wurzeln, Kultur und Familie sowie Cudjos Leben in Mobile, in dem er versucht hat, sich und seiner Familie ein Leben aufzubauen, ohne seine Wurzeln dabei zu vergessen. Seine Sehnsucht nach Afrika wird dabei immer deutlich. Erst im Jahr 2016 wurde Hurstons Werk veröffentlicht, durch Deborah G. Plant. Mit ihrer ehrlichen Einleitung und einem Vorwort von Alice Walker beginnt das Buch, das Nachwort Plants und ausführliche Anmerkungen zum Buch schließen es ab.

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Vita

Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman "Their Eyes Were Watching God" ("Vor ihren Augen sahen sie Gott"), der 1937 erschien und 2005 von "Time Magazine" unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

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Hans-Ulrich Möhring

Der Übersetzer und Schriftsteller Hans-Ulrich Möhring hat, neben Werken von William Blake, H. G. Wells und J. R. R. Tolkien, zuvor bereits den Roman "Their Eyes Were Watching God" von Zora Neale Hurston ins Deutsche übertragen ("Vor ihren Augen sahen sie Gott").

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Pressestimmen

»Auch für uns Heutige ist der Bericht nicht leicht zu verdauen. Trotzdem müssen wir ihn als Glücksfall sehen: Die ungeschliffenen Sätze des ‚letzten Sklaven‘ können helfen, auch die feinen Mechanismen von Unterdrückungssystemen zu verstehen.«

Neue Zürcher Zeitung, Claudia Mäder (28. Februar 2020)

»`Barracoon’ ist literarisch einzigartig, historisch relevant und ein Beispiel für Humanität und ihr Gegenteil. «

Bücher am Sonntag (29. März 2020)

»Hurston begleitet den Erinnerungsprozess mit einer hohen menschlichen und sprachlichen Sensibilität, die „Barracoon“ bei aller Härte zu einer Lesefreude macht.«

Berliner Zeitung (29. Juni 2020)

»Wer sich für die Geschichte des Rassismus interessiert, kann den leicht zugänglichen und sorgfältig edierten Text nun auch in deutscher Sprache lesen.«

Die Welt (27. Juni 2020)

»Ein Buch, das betroffen macht und an die Wurzeln des amerikanischen Rassismus geht«

Münchner Merkur (06. Juni 2020)

»...so fesselnd zu lesen, dass es sich 90 Jahre nach der Abfassung als ein Meilenstein erweist«

Süddeutsche Zeitung (23. Juni 2020)

»Die Lebensgeschichte von Oluale Kossola ist ein lange vergessener literarischer Schatz«

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (19. Juni 2020)

»[...] öffnet auf denkbar eindringliche Weise den Blick zurück in die Geschichte der USA, deren soziale Ordnung in der Versklavung schwarzer Menschen gründete [...]«

Badische Zeitung (16. April 2020)