Barracoon

Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven

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Die Publikationssensation: Die bisher unveröffentlichte Lebensgeschichte des letzten amerikanischen Sklaven

„Barracoon“ ist der einmalige Zeitzeugenbericht des letzten Überlebenden des Sklavenhandels, der 2018 in den USA erstveröffentlicht wurde und dort wegen seiner berührenden, ungeschminkten Erzählung und authentischen Sprache Aufsehen erregte und zum Bestseller wurde. „Barracoon“ erzählt die wahre Geschichte von Oluale Kossola, auch Cudjo Lewis genannt, der 1860 auf dem letzten Sklavenschiff nach Nordamerika verschleppt wurde. Die große afroamerikanische Autorin Zora Neale Hurston befragte 1927 den damals 86-Jährigen über sein Leben: seine Jugend im heutigen Benin, die Gefangennahme und Unterbringung in den sogenannten „Barracoons“, den Baracken, in die zu verkaufende Sklaven eingesperrt wurden, über seine Zeit als Sklave in Alabama, seine Freilassung und seine anschließende Suche nach den eigenen Wurzeln und einer Identität in den rassistisch geprägten USA.

»Späte Entdeckung: Zora Neal Hurstons historisches Dokument „Barracoon“ verleiht einem Opfer des Sklavenhandels eine Stimme. Nun erscheint der Text vorbildlich editiert auf Deutsch«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (04. Juni 2020)

Aus dem Amerikanischen von Hans-Ulrich Möhring
Originaltitel: Barracoon. The Story of the Last "Black Cargo"
Originalverlag: Amistad / HarperCollins
eBook epub (epub), 2 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-641-25816-0
Erschienen am  24. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine andere Sichtweise - auf damals und heute

Von: IN LIBRIS FUTURA

22.07.2020

"So viele Worte vom Verkäufer, aber kein einziges Wort von den Verkauften."⁣ ⁣ Das ändert Zora Neale Hurston, als sie 1927 Kossola "Cudjo Lewis" interviewte - den letzten Überlebenden des letzten Sklavenschiffes Clotilda, das afrikanische Menschen in die USA transportierte.⁣ ⁣ Deborah G. Plant gab diesen lange unveröffentlichten Bericht nun heraus und eröffnet eine neue Sichtweise, die sich Hurston bereits vor fast 100 Jahren eröffnete:⁣ "Die Weißen hatten meine Leute in Amerika in Sklaverei gehalten. Sie hatten uns gekauft, das ist wahr, und uns ausgebeutet. Woran ich aber schwerer zu schlucken hatte, war die unabweisliche Tatsache: Meine eigenen Leute hatten mich verkauft, und die Weißen hatten mich gekauft."⁣ ⁣ Die Geschichte von Kossola ist traurig, erstaunlich und faszinierend zugleich. Er erlebte das Leben in Afrika, die Gefangennahme und Verschiffung, die Sklaverei und die Freiheit. Dabei erhebt das Buch nicht den Anspruch, ein Plädoyer für Freiheit zu sein, sondern erzählt seine Geschichte.⁣ ⁣ Hurston fängt hierbei die Emotionen Kossolas ein und erweckt großes Mitgefühl. Dabei ist besonders beeindruckend, wie sie seine Sprache schriftlich festhält. Im Deutschen gelingt dies natürlich nur bedingt, dafür lässt sich in einem Textauszuges des englischsprachigen Originals gut verfolgen, wie Kossola sprach. Hierzu ein Beispiel:⁣ ⁣ "Wir kommen nackt nach Amerikaland, und die Leute sagen, wir sind nackte Wilde. Sie sagen, wir tragen gar keine Kleider. Sie wissen nicht, dass die Viele-Kosten uns die Kleider weggerissen haben."⁣ Der Leser erkennt in dem Interview und den vielen beigefügten Anekdoten und afrikanischen Geschichten Kossolas das, was uns das Buch zeigen will. Es zeigt dem Leser von einer enormen Überlebens- und Widerstandskraft gegenüber allen Übeln, die auf einen zukommen können.⁣ ⁣ Kossola verlor nie die Hoffnung und nie den Mut, sich seine Schicksal zu stellen und weiter zu leben und für seinen Traum zu arbeiten. Hiervon lässt sich vieles lernen!⁣ Denn die Probleme, die in westlichen Nationen heutzutage von persönlichem Belang sind, rangieren in ihrem Ausmaße und ihren Wirkungen auf das eigene Leben wohl deutlich hinter denen des letzten amerikanischen Sklaven Kossola "Cudjo Lewis".⁣ ⁣ Die Hürden zu sehen ist wichtig - sich hoffnungsvoll an die Lösung zu begeben und an einer Besserung zu arbeiten aber von wesentlich größerer Bedeutung. Kossolas Geschichte zeigt uns das auf authentische Weise.

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Zeitzeugenbericht über die Sklaverei in den USA: „Barracoon“ von Zora Neale Hurston

Von: Sören

10.06.2020

Vielleicht das Erste, was man über Zora Neale Hurstons Barracoon wissen muss, ist, dass es sich bei der deutschen Übersetzung nicht ansatzweise um das Buch handeln kann, dass Hurston gern veröffentlicht hätte. Das wird im Vorwort mehr als deutlich: Die Autorin schlug mehrmals die Möglichkeiten aus, den Text in standardisiert englischer Sprache zu veröffentlichen, weil es ihr wichtig war, die besondere Sprechweise ihres Interviewpartners Oluale Kossola, genannt Cudjo Lewis, so authentisch wie möglich wiederzugeben. Deshalb erschien Barracoon erst nach dem Tod der Autorin vor gut zwei Jahren dann auch endlich im englischen Original. Eine Übersetzung steht damit vor einer unmöglichen Aufgabe. Was im Original einerseits eine persönliche Sprechweise, andererseits aber auch das Pidgin einer bestimmten Gruppe aus afrikanischen Gebieten entführter Sklaven und deren Nachfahren in den Vereinigten Staaten ist, und damit eine eigene Sprache, wird im Deutschen entweder wie eine schreckliche Verballhornung wirken oder eben in Standard-Deutsch übersetzt werden müssen. Beides weit weg von dem, was Hurston transportieren wollte. Das Problem wird im umfangreichen Anhang auch thematisiert. Man entschied sich im Penguin- Verlag zum Glück dafür, Kossolas Sprache nur leicht mündlich zu markieren. Ich denke, das ist hier der bessere, respektvollere Weg. Überraschend wenig Raum für die Sklaverei in den USA Hurstons Text war zum Zeitpunkt der Niederschrift einer von noch wenigen umfangreichen Arbeiten zur Sklaverei in den Vereinigten Staaten und gehörte einer noch jungen Schule an, die schonungslos den Blick der Opfer einnahmen. Doch auch heute bleibt der Text einzigartig, handelt es sich doch um einen der ganz wenigen Augenzeugenberichte eines Menschen, der noch selbst aus seiner Heimat entführt wurde, in die Sklaverei verkauft wurde, und die Befreiung miterlebte, in der er noch 50 weitere Jahre lebte. So entsteht ein Werk, das auch Kenner der Thematik an vielen Stellen überraschen dürfte. Eine der größten Überraschungen: Die fünfeinhalb Jahre, die Kossola als Sklave verbrachte, werden im Buch auf knapp zwei Seiten abgehandelt. Viel größeren Raum nehmen die Kindheit im heutigen Benin ein, die Riten, die Familienverhältnisse, später dann die Entführung und die Middle Passage. Die nächste Überraschung: Als besonders grausame Lebensphase wird die Sklaverei nicht beschrieben (wobei natürlich sein kann, dass gerade das weitgehende Auslassen dieser fünfeinhalb Jahre den verdrängten Grausamkeiten geschuldet sein mag). Vielmehr scheinen Hursten und Kossola die menschliche Grausamkeit gewissermaßen als negative Universalie herauszuarbeiten. Sklaven zu halten scheint auch in Kossolas alter Heimat relativ normal; recht viel Zeit wird darauf verwandt, herauszuarbeiten, dass es Schwarze waren, die andere Schwarze in die Sklaverei verkauft haben. Ein Schock, wie Hurston selbst zu bedenken gibt, ebenso wie Deborah G. Plant im Vorwort. Ein Schock, der dem Narrativ widerspricht, welches sich die noch junge politische afroamerikanische Bewegung, in der Hurston sozialisiert wurde, aufgebaut hatte. Vielleicht auch deshalb gibt Hurston dem Thema viel Raum. Das Projekt „Africatown“ Ebenfalls faszinierend ist die Beschreibung von „Africatown“, das Kossola und seine Mit-Befreiten gründen und wo sie versuchen, nach den Regeln und Gesetzen der alten Heimat zu leben. Es gibt dort einige „Ehren-Afrikaner“, Angeheiratete etwa, doch wird diese kleine Gesellschaft größtenteils von Menschen getragen, die nicht als Nachkommen von Sklaven aufgewachsen sind, sondern selbst aus der alten Heimat entführt wurden. Dabei kommt es auch zu Allianzen früher verfeindeter Gruppen. Das ist tatsächlich ein Kapitel der nordamerikanischen Sklaverei und der Sklavenbefreiung, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Doch auch in Freiheit spielt das Leben Kossola weiterhin übel mit. Seine Frau und alle seine Kinder sterben vor ihm, einer der Söhne wird von einem rassistischen Sheriff ermordet. Kossola erzählt im Großen und Ganzen eine eher deprimierende Geschichte, in der wenn überhaupt, die doch weiterhin mild positive Lebenseinstellung des Protagonisten ein wenig Hoffnung vermittelt. Ein wenig. Denn warum sollte ein Buch über eines der barbarischsten Kapitel der Menschheitsgeschichte auch Hoffnung vermitteln?

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Vita

Zora Neale Hurston (1891-1960), ist eine der wichtigsten afroamerikanischen Autorinnen des vergangenen Jahrhunderts. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman "Their Eyes Were Watching God" ("Vor ihren Augen sahen sie Gott"), der 1937 erschien und 2005 von "Time Magazine" unter die 100 besten englischsprachigen Romane nach dem Ersten Weltkrieg gewählt wurde.

Zur AUTORENSEITE

Hans-Ulrich Möhring

Der Übersetzer und Schriftsteller Hans-Ulrich Möhring hat, neben Werken von William Blake, H. G. Wells und J. R. R. Tolkien, zuvor bereits den Roman "Their Eyes Were Watching God" von Zora Neale Hurston ins Deutsche übertragen ("Vor ihren Augen sahen sie Gott").

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Pressestimmen

»Auch für uns Heutige ist der Bericht nicht leicht zu verdauen. Trotzdem müssen wir ihn als Glücksfall sehen: Die ungeschliffenen Sätze des ‚letzten Sklaven‘ können helfen, auch die feinen Mechanismen von Unterdrückungssystemen zu verstehen.«

Neue Zürcher Zeitung, Claudia Mäder (28. Februar 2020)

»`Barracoon’ ist literarisch einzigartig, historisch relevant und ein Beispiel für Humanität und ihr Gegenteil. «

Bücher am Sonntag (29. März 2020)

»Hurston begleitet den Erinnerungsprozess mit einer hohen menschlichen und sprachlichen Sensibilität, die „Barracoon“ bei aller Härte zu einer Lesefreude macht.«

Berliner Zeitung (29. Juni 2020)

»Wer sich für die Geschichte des Rassismus interessiert, kann den leicht zugänglichen und sorgfältig

edierten Text nun auch in deutscher Sprache lesen.«

Die Welt (27. Juni 2020)

»Ein Buch, das betroffen macht und an die Wurzeln des amerikanischen Rassismus geht«

Münchner Merkur (06. Juni 2020)

»...so fesselnd zu lesen, dass es sich 90 Jahre nach der Abfassung als ein Meilenstein erweist«

Süddeutsche Zeitung (23. Juni 2020)

»Die Lebensgeschichte von Oluale Kossola ist ein lange vergessener literarischer Schatz«

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (19. Juni 2020)

»[...] öffnet auf denkbar eindringliche Weise den Blick zurück in die Geschichte der USA, deren soziale Ordnung in der Versklavung schwarzer Menschen gründete [...]«

Badische Zeitung (16. April 2020)