Das Buch der vergessenen Artisten

Roman

Hardcover
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Die wundersame Welt des Jahrmarkts, dramatische Zeiten und eine Liebe, die auch die größte Dunkelheit erhellt …

Deutschland, 1902. Mathis ist der dreizehnte Sohn eines Bohnenbauern, sein Leben zwischen Äckern und Feldern scheint vorherbestimmt. Erst als der Jahrmarkt im Dorf Einzug hält, bekommt Mathis eine Ahnung von der großen, weiten Welt jenseits der Hügel, die den Ort umgeben. Eine Welt, in der elektrische Wunder, Kuriositäten und schillernde Showbühnen auf ihn warten und in der auch er einen Platz haben will. Zusammen mit den Schaustellern begibt sich Mathis auf eine außergewöhnliche Reise.

Nach über dreißig Jahren als Röntgenkünstler lebt Mathis mit seiner Partnerin, der Kraftfrau Meta, in einer Wohnwagensiedlung am Rande Berlins. Es sind düstere Zeiten für die Artisten: Auftrittsverbote werden verhängt, Bühnen dichtgemacht. Doch in geheimen Clubs und Künstlertreffs lebt die Vergangenheit weiter. Genau wie in dem Buch, an dem Mathis schreibt – einem Buch, das Geheimnisse birgt und unter keinen Umständen in die falschen Hände geraten darf …

»Vera Buck lässt sie [Jahrmarktartisten] wieder auferstehen, 750 prall gefüllte Seiten lang, mit liebevollen Worten für ihre kleinen Helden und lakonisch-süffisanten Bemerkungen …«

Christiane Irrgang / NDR Kultur (15. Oktober 2018)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 752 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8090-2679-2
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Buch gegen das Vergessen!

Von: Booklove15_11

21.11.2018

Mathis ist 13. Sohn eines Bohnenbauern und lebt in einem kleinem Dorf namens Langweiler. Wie der Name schon sagt, im Dorf gibt es nicht viel zu erleben. Nur einmal im Jahr kommt Jahrmarkt ins Dorf, wo alle Kinder mit großer Begeisterung mit elektrischen Bahnen fahren und Zuckerwatte aßen. Mathis ist überwältigt von der schillernden Jahrmarktwelt und gibt er sein ganzen Ersparnis aus. Als er Meister Bo und seinen Durchleuchtungsapparat entdeckte, konnte er gar nichts mehr denken und er beschließt Meister Bo helfen. Da ahnt er nicht, was für eine abenteuerliche Reise ihn erwartete. Die Reise führte ihn quer durch Deutschland, nach Zürich – wo er seiner großen Liebe, der Kraftfrau Meta begegnete, und schließlich in eine Wohnwagensiedlung mit voller vergessene Artisten, am Rande Berlins. Doch im Jahr 1935 jubeln die Leute einem seltsamen Mann mit komischen Stummel -bart nach. Auftritt Verboten aufgehängt, Bühnen werden dicht gemacht und immer wieder Verschwinden die Artisten oder werden abgeholt. Mathis beschließt ein Buch über Artisten, gegen das Vergessen zu schreiben und dieses Buch darf nicht in falsche Hände geraten. Als der NS- Staatskünstler in der Siedlung auftaucht und Meta als für eine Skulptur Modell aussucht, wird das alles noch gefährlicher, denn Meta und Mathis haben viel mehr zu verbergen als ein Buch... Wo man denkt, man hat die Thematik um zweiten Weltkrieg alles gelesen haben, kommt eine Autorin und leuchtet die dunkelste Ecke. Es ist eine sehr interessante Geschichte, die Leser in eine unbekannte Reise mit nimmt. Die Autorin hat einen schlicht und einfachen Schreibstil, sodass man ohne Verständnisprobleme lesen kann. Die Charaktere sind liebenswert und der Erzählstil ist sehr bildhaft, der den Leser Gefühl gibt in dort und Ort zu sein. Während dem Lesen merkt man sofort, dass das Buch nicht so einfach erstanden ist, sondern die Autorin hat ziemlich gut und viel recherchiert haben. Ernsthafte Themen, keine Frage, aber es ist mit einem Hauch Humor erträglich gemacht, was einen bei einigen Stellen schmunzeln lässt. Nun eine Kritikpunkt hab ich trotzdem. Ich hatte ziemlich lange gebraucht, um das Buch zu beenden. Ich bin der Meinung, dass konnte man bei einigen Stellen kürzen. Viele Nebenfiguren wurden „für meinem Geschmack“ zu detailliert geschrieben und genau deswegen verliert man schnell den Faden von der eigentlichen Geschichte. Leider lässt sich das Buch nicht so einfach weg lesen, aber trotzdem eine sehr gut gelungene Geschichte.

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Verschwundene Artisten

Von: Thursdaynext

19.11.2018

Es gibt Bücher, die locken mit einem wunderschönen, eindrücklichen, neugierig machenden Cover. Dasselbe gilt für Titel, die im Gedächtnis haften bleiben, indem sie Fragen aufwerfen. „Das Buch der vergessenen Artisten“ punktet mit beidem und einer interessanten, ungewöhnlichen Geschichte, die zwischen dem Berlin der Dreißiger Jahre und dem fünfzehnjährigen Mathis Bohnsack, dem schwächlichen dreizehnten Sohn eines Bohnenbauers aus dem Rheinland wechselt. Mathis, dessen Leben Vera Buck erzählt, ist es gelungen, sich aus Tradition, Heimat und vorgezeichnetem Schicksal zu lösen. Mut, der aus Verzweiflung rührte, und die große Liebe zu einer auf dem im Dorf gastierenden Jahrmarkt entdeckten Maschine, gaben den Anstoß. Diese rasch aufflammende Liebe, seine Fähigkeit zu einer grandiosen, fast selbstlos zu nennenden, toleranten loyalen Hingabe, verlassen ihn sein Leben lang nicht. Mathis ist der rote Faden, der sich durch die dichte, breit angelegte Handlung dieses sprachlich einfachen und dabei erzählerisch so fesselnden Romans zieht. Im Buch der vergessenen Artisten setzt die 1986 geborene Autorin diesen Jahrmarktskünstlern ein Denkmal. Sie erweckt sie wieder, fängt den Tenor, das Lebensgefühl der Menschen der jeweiligen Zeit zwischen 1902 und 1935 ein und flicht en passant verschiedene, noch heute bekannte Persönlichkeiten oder Institutionen dieser Jahrzehnte ein: Chaplin, Kafka, Marie Curie, die Folies Bèrgères, Coco Chanel, Agatha Christie, Hans Sarrasani junior bis Adolf Hitler und den Herausgeber des Stürmers. Bucks Intention für Toleranz, Vielfältigkeit und Weltoffenheit, Neugier und der Kunst sich das Staunen angesichts der von der Welt dargebotenen Wunderlichkeiten und Wunder zu bewahren, dringt aus jeder Seite dieses zauberhaften Romans. Sie widmete ihn ihrem Großvater mit den Worten: „Du hattest recht. Sie könnten den Leuten einen Stock mit Perücke hinstellen. Wird trotzdem gewählt. Als hätten wir seit der letzten Vergangenheit rein gar nichts dazugelernt. – Für Opa – Gegen das Vergessen“ Diese Vermengung historischer Persönlichkeiten und Fakten mit Fiktion und die Detailfülle wirken dank Bucks Können und ihrer leichten, mit sachtem Humor durchzogenen Art zu erzählen niemals überladen. Man möchte jederzeit erfahren, wie es weitergeht oder ist gespannt wie Mathis Bohnsack zu dem wurde, der er 1935 ist und nicht zuletzt, ob seine Liebe zu Kraftfrau Meta ein gutes Ende nimmt. Wer jetzt denkt, hier liest man Kitsch, der oder die sei beruhigt oder enttäuscht. Buck kann sehr vieles, aber seicht oder kitschig wird sie in ihrem zweiten Roman nie. Ihr geht es um die Hintergründe, sie nimmt die Leser*innen mit auf eine Erkundungsfahrt durch menschliche Beziehungen, Entwicklungen, Charaktere und Antriebskräfte und stösst sie mitten hinein in die gar nicht so ferne deutsche Geschichte. Dabei erzählt sie wohltuend distanziert, sie berichtet statt zu werten, lässt das Kopfkino beim Leser wirken. Klare Leseempfehlung für diesen rundum gelungenen, fetten, lebensprallen Schmöker von mir. Ab an den Lieblingsleseplatz, einmummeln und übers Wochenende ein- und abtauchen in diese fremde bunte Welt.

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Vita

Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman »Runa« wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert.

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Zitate

»Voller Fabulierlust und mit viel Liebe zum Detail entführt der 750-Seiten-Wälzer in eine vergangene Welt.«

freundin (19. September 2018)

»Mitreißender 752-Seiten-Schmöker.«

Frau von Heute (26. Oktober 2018)

»Märchenhaft mitreißend!«

Neue Welt (12. September 2018)

»Ein literarisch höchst wertvolles Plädoyer wider das Vergessen …«

Literaturmarkt Online (10. September 2018)

»Ein sehr gut recherchierter Roman …«

Maschseeperlen Online (14. Oktober 2018)

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