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Der Kult Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-67718-0

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Erschienen:  21.05.2018
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Der Teufel kämpft nicht mit fairen Mitteln

Im Dorf Gibbeah beginnt der Sonntag mit einem bösen Omen: Während der Morgenmesse fliegt ein Geier durch das geschlossene Kirchenfenster und schlägt tot auf der Kanzel auf. Nur wenige Minuten später wirft ein schwarz gekleideter Fremder den Dorfprediger zu Boden und übernimmt die Kontrolle über die Gemeinde. Als selbst ernannter Apostel York predigt er Rache und Verdammnis. Doch der alte Prediger weigert sich, seinen Platz widerstandslos abzugeben. Ein gnadenloser Glaubenskampf beginnt. Das Dorf scheint dem Untergang geweiht.

»"Der Kult" ist ein erstaunlich erzählstarker, atmosphärisch dichter und formbewusster Roman-Erstling mit phantastischen, magisch-realistischen Einsprengseln.«

Deutschlandfunk Kultur (31.05.2018)

Marlon James (Autor)

Marlon James wurde 1970 als Sohn zweier Polizeibeamter in Kingston geboren. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Werbetexter und Grafikdesigner, u.a. für den Dancehall-Musiker Sean Paul und das T-Magazin der New York Times. Bei einem Literaturworkshop in Jamaika wurde eine Dozentin der Wilkes University Pennsylvania auf James aufmerksam und verschaffte ihm ein Masterstudium in Kreatives Schreiben sowie eine Assistentenstelle. Sein erster Roman Der Kult erfuhr über siebzig Ablehnungen, ehe er einen Verlag fand und in der Folge als bestes Debüt für den »Los Angeles Times Book Prize« und den »Commonwealth Writers’ Prize« nominiert wurde. Für sein 2009 erschienenes Nachfolgewerk The Book of Night Women über eine Revolte jamaikanischer Sklavinnen während der Kolonialzeit erhielt James den »Dayton Literary Peace Prize« und den »Minnesota Book Award«. Sein dritter Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden, wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet. Als erster Jamaikaner erhielt James den »Man Booker Prize«. Er lebt heute in Minneapolis, Minnesota.

»"Der Kult" ist ein erstaunlich erzählstarker, atmosphärisch dichter und formbewusster Roman-Erstling mit phantastischen, magisch-realistischen Einsprengseln.«

Deutschlandfunk Kultur (31.05.2018)

»So filmisch, dass sich Bilder aus den Seiten erheben.«

The Independent

»Man denkt an Toni Morrsion, Jessica Hagedorn und Garbiel García Márquez.«

Kaylie Jones

»Literarisch Hochprozentiges mit garantierter Rauschwirkung. Sehr empfehlenswert.«

Library Journal

Aus dem Englischen von Wolfgang Binder
Originaltitel: John Crow’s Devil
Originalverlag: Akashic

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-67718-0

€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

NEU
Erschienen:  21.05.2018

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Die Abgründe von Religion und deren irdischem Personal

Von: creepy creatures reviews Datum: 30.05.2018

https://www.youtube.com/channel/UCvaWifnOLUfdZNeyPvE7yiw

Soweit der Klappentext dieses Buches. Äußerlich ist es überraschend schön gestaltet, innerlich herrscht Dunkelheit. Gleich auf den ersten Seiten wird mit Klischees - bewusst - nur um sich geworfen. Es wird das Bild einer scheinheiligen amerikanischen Kirchengemeinde gezeichnet, in Bildern von überambitionierte Speichellecker wie "die sechs Appostel" (eine Gruppe aus Kirchenmitgliedern, die so eine Art Taskforce für alles unchristliche in der Kirche bilden) oder dem ständig betrunkenen Pfarrer, der der beste Gast im Dorf-Pub ist oder der braven Kirchgängerin von nebenan, die eigentlich nur in die Kirche geht, weil man das so macht.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird dem versoffenen Pfaffen ein Antagonist gegenüber gestellt - frei nach Mighty Sam McClains "there's a new man in town" kommt der neue Heilsbringer - oder ist er die Verkörperung des Teufels?

All das beschreibt Marlon James auf eine sehr unklare und oftmals auf Klischees zurückgreifende Art, die mit der Zeit sehr anstregend wird. Wahrscheinlich ist das Absicht, denn so dermaßen degeneriert wie der alte Pfarrer daher kommt, so abgehalftert und runtergekommen - so tief kann kaum ein Mensch sinken.

Von Anfang an schleppt sich die Handlung dahin. Und nur weil "Heyne Hardcore" drauf steht, muss nicht unbedingt hardcore drin sein. Das Buch ist kein Pageturner, kein actiongeladenes Feuerwerk. Es ist die pure Religionskritik, wie sie vielleicht für amerikanische Verhältnisse ein Novum ist, für europäische Atheisten (und vielleicht auch Gläubige) beeinhaltet er nicht viel neues. Man kann sich vorstellen welcher Kampf mit welchen Mitteln ausgefochten wird und welche die Aufgaben der Schachfiguren am Rande sind. Aus meiner Sicht gibt es kaum echte Taboubrüche - höchstens solche, die der brave, moralgefestigte Leser ohne Erfahrung mit dem Festa Verlag vielleicht als solche betrachten würde.

Religionskritik ist in den USA ein heißes Pflaster, da es hier - und das drückt der Roman wenn auch überspitzt gut aus - zum moralisch guten Ton gehört, Gläubig zu sein oder dies eben vorzugeben. Da ist man in vielen Teilen Mitteleuropas schon weiter: hier ist Religion Privatsache geworden und dient nicht als unaufrichtige Meßlatte für einen braven Bürger. Aber Marlon James ist Jamaikaner, das moralinsaure fassadenhafte Ausleben von Religion wie in den USA ist hier nicht so verbreitet.
Dabei kommt Marlon James noch dazu aus einem gutbürgerlichen Haushalt, wahrscheinlich deutlich über dem Durchschnitt anderer schwarzer Familien in und bei Kingston; beide Eltern waren Polizisten, der Vater wurde später Jurist. Es spricht also vieles dafür, dass James aus einem aufgeklärteren Elternhaus kommt und ihm kritisches Hinterfragen von Kindesbeinen an beigebracht wurde.

VIelleicht ist das auch der Grund, dass sich so einige bei ihren Kritiken förmlich überschlagen. Für mich ist das Buch zu schwerfällig und zu langatmig, die Story zu erwartbar und die Charaktere zu überzeichnet. Ich erkenne aber durchaus an, dass James genau weiß was er tut und wohl auch wie er es tut.

Marlon James: „Der Kult“ (Heyne Hardcore)

Von: Christian Funke Datum: 28.05.2018

www.wewantmedia.de/

Three little children
With Doves on their shoulders
They’re counting out the Devil
With two fingers on their hands

“Dachau Blues”, Captain Beefheart

In dem Dorf Gibbeah, irgendwo in irgendeiner Zeit (aber vermutlich Ende der 1950er Jahre angesiedelt), existiert der neben Religion der Glaube an Magie. Die Dorfbewohner pendeln zwischen Aber- und fanatischem Glauben, unbeeinflusst von dem Lauf der Zeit jenseits ihrer Dorfgrenzen. Der predigende Trunkenbold Hector Bligh, von allen der „Rumprediger“ genannt, wird von den Strenggläubigen eher geduldet als akzeptiert. Dies jedoch ändert sich, als ein schwarz gekleideter Fremder, der selbsternannte "Apostel York", wie eine alles verschlingende Macht in die Kirche einfällt und den versoffenen Prediger von seiner Kanzel stößt. Charismatisch und mit verführerischer Zunge nimmt er dessen Platz ein und beginnt einen erbitterten Kampf um die verlorenen Seelen des kleinen Dorfes…

Der im Jahr 1970 in Kingston, Jamaika geborene Schriftsteller Marlon James präsentiert mit seinem Erstling einen nach anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich mehrfach preisgekrönten Roman, der mit einer komplexen Sprachgewalt aufwartet, die mich inhaltlich wie sprachlich an den Debütroman Und die Eselin sah den Engel von Nick Cave erinnert. Sehr detailliert und mit einem scharfen Blick beschreibt er Personen und Lebensumstände einer einfachen, ungebildeten Bevölkerungsschicht, die in ihrer wuchtig-atmosphärischen Sprache und den sehr bildhaften Beschreibungen ein außer- wie ungewöhnliches Lesevergnügen bereitet. Wir haben hier keinen Roman, den man zur Unterhaltung und Ablenkung „nebenbei“ liest, sondern benötigt die volle Konzentration, um sich der aufgebauten Stimmung vollständig hingeben zu können. Dann jedoch kommt man in den Genuss eines sprachgewaltigen, in seinen Formulierungen barocken und in seinen Metaphern mehrdeutigen Brocken von Literatur, der einen noch lange beschäftigen wird.

Der Kult (Originaltitel: John Crow’s Devil, USA 2005) erscheint bei Heyne Hardcore als gebundene Neuauflage mit Schutzumschlag in einer Übersetzung aus dem jamaikanischen Englischen von Wolfgang Binder (288 Seiten, €22). Im Anhang befindet sich eine persönliche Danksagung des Autors.

Marlon James, der mit seinem dritten Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden als erster jamaikanischer Schriftsteller den britischen Man Booker Prize gewonnen hat, legt mit seinem Debütroman eine harte, nicht immer leicht lesbare, aber sprachlich beeindruckende Geschichte vor, die man sich als Leser erarbeiten muss. Lässt man sich jedoch darauf ein, wird man mit einem atmosphärisch dichten, atemberaubenden Leseerlebnis belohnt!

Christian Funke

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