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Der Kult Roman

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20144-9

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Erschienen:  21.05.2018
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Der Teufel kämpft nicht mit fairen Mitteln

Im Dorf Gibbeah beginnt der Sonntag mit einem bösen Omen: Während der Morgenmesse fliegt ein Geier durch das geschlossene Kirchenfenster und schlägt tot auf der Kanzel auf. Nur wenige Minuten später wirft ein schwarz gekleideter Fremder den Dorfprediger zu Boden und übernimmt die Kontrolle über die Gemeinde. Als selbst ernannter Apostel York predigt er Rache und Verdammnis. Doch der alte Prediger weigert sich, seinen Platz widerstandslos abzugeben. Ein gnadenloser Glaubenskampf beginnt. Das Dorf scheint dem Untergang geweiht.

»"Der Kult" ist ein erstaunlich erzählstarker, atmosphärisch dichter und formbewusster Roman-Erstling mit phantastischen, magisch-realistischen Einsprengseln.«

Deutschlandfunk Kultur (31.05.2018)

Marlon James (Autor)

Marlon James wurde 1970 als Sohn zweier Polizeibeamter in Kingston geboren. Mehr als zehn Jahre arbeitete er als Werbetexter und Grafikdesigner, u.a. für den Dancehall-Musiker Sean Paul und das T-Magazin der New York Times. Bei einem Literaturworkshop in Jamaika wurde eine Dozentin der Wilkes University Pennsylvania auf James aufmerksam und verschaffte ihm ein Masterstudium in Kreatives Schreiben sowie eine Assistentenstelle. Sein erster Roman Der Kult erfuhr über siebzig Ablehnungen, ehe er einen Verlag fand und in der Folge als bestes Debüt für den »Los Angeles Times Book Prize« und den »Commonwealth Writers’ Prize« nominiert wurde. Für sein 2009 erschienenes Nachfolgewerk The Book of Night Women über eine Revolte jamaikanischer Sklavinnen während der Kolonialzeit erhielt James den »Dayton Literary Peace Prize« und den »Minnesota Book Award«. Sein dritter Roman Eine kurze Geschichte von sieben Morden, wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet. Als erster Jamaikaner erhielt James den »Man Booker Prize«. Er lebt heute in Minneapolis, Minnesota.

»"Der Kult" ist ein erstaunlich erzählstarker, atmosphärisch dichter und formbewusster Roman-Erstling mit phantastischen, magisch-realistischen Einsprengseln.«

Deutschlandfunk Kultur (31.05.2018)

»Ein Buch, das einen mit Haut und Haaren verschlingt und erschüttert mit dem Gefühl zurücklässt, mindestens 15 Tarantino-Filme gleichzeitig gesehen zu haben.«

Neue Presse (Hannover) (14.06.2018)

»So filmisch, dass sich Bilder aus den Seiten erheben.«

The Independent

»Man denkt an Toni Morrsion, Jessica Hagedorn und Garbiel García Márquez.«

Kaylie Jones

»Literarisch Hochprozentiges mit garantierter Rauschwirkung. Sehr empfehlenswert.«

Library Journal

Aus dem Englischen von Wolfgang Binder
Originaltitel: John Crow’s Devil
Originalverlag: Akashic

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20144-9

€ 17,99 [D] | CHF 22,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne Hardcore

NEU
Erschienen:  21.05.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Der Kult

Von: Miss.mesmerized  aus Deutschland Datum: 29.07.2018

https://missmesmerized.wordpress.com/2018/07/29/marlon-james-der-kult/

Im Dorf Gibbeah ist man schon lange nicht mehr gottesfürchtig, aber böse Omen kann man deuten und die Bewohner wissen, wann sie Angst haben müssen. Als bei der Messe ein toter Geier durch die Kirche fliegt und neben dem Prediger aufschlägt, ist dies so ein Moment. Dass kurze Zeit später dann auch noch Apostel York erscheint und den Prediger aus seinem eigenen Gotteshaus vertreibt, muss ein Zeichen des Himmels sein. Sie haben zu lange in Sünde gelebt und sind verkommen, doch der neue Gottesmann wird die Ordnung wieder herstellen und sie auf den rechten Pfad zurückführen. Ehebrecher werden bestraft werden, Opfer müssen erbracht werden und Tugend wird wieder Einzug halten. Doch nicht allen gefällt der neue Stil, vor allem Hector Bligh, der jahrelang in Ruhe über seine Gemeinde herrschte – oder eher, von dieser beim Saufen nicht gestört wurde und die geringen Erwartungen an seine Predigten fast erfüllte – will nicht kampflos dem Fremden das Feld überlassen.

Der jamaikanische Autor Marlon James wurde durch seinen dritten Roman „A Brief History of Seven Killings“ um den Mordanschlag auf Bob Marley 2014 berühmt und gewann neben zahlreichen anderen Preisen auch den renommierten Man Booker Prize. „Der Kult“, im Original „John Crow’s Devil“, ist sein erster Roman, der bereits 2005 veröffentlicht wurde und zunächst unter dem Titel „Tod und Teufel in Gibbeah“ im Verlag F. Stülten erschien. Heyne Hardcore hat ihn 2018 unter anderen Titel neuaufgelegt.

Schon nach wenigen Zeilen hat man den Eindruck, dass James eigentlich fürs Kino schreibt. Die Bilder, die er in seinem Roman hervorruft, sind ausdrucksstark und brutal und davon lebt die Geschichte:

Zuerst kam der Krähenschwarm. Hunderte. Sie tauchten wie aus dem Nichts auf, verdunkelten die Sonne und wurden zu einer sich ständig verändernden Sonnenfinsternis, die sich auf Gibbeah niedersenkte. Die Vögel flogen in einem schwarzen Zug die Straße hinauf, ihre Flügel schnitten durch den Wind und flößten sogar den kleinsten Kindern Angst ein.

Man muss als Leser schon einiges aushalten, denn die Sprache ist vielfach nicht nur direkt, sondern geradezu derb und abstoßend. Aber dies wird der Situation des verkommenen jamaikanischen Dorfes zu Ende der 1950er Jahre gerecht. Daneben herrscht eine feine Ironie, mit der das Agieren des selbsternannten Apostels und das blinde Folgen der Bewohner ins rechte Licht gerückt wird.

Sie folgen ihrem neuen Anführer, trotz der anfänglichen Bedenken, aber dank seines Charismas überzeugt er die Menschen und macht sie zu willfährigen Gefolgsleuten, die ihre letzten Zweifel bald aufgeben:

(...) manche dachten, es sei ein Scherz. Der Rest von uns sagte, dass es ein Gottesurteil war und dass niemand dafür verantwortlich war als die beiden garstigen Neger, die den Tempel des Heiligen Geistes beschmutzt haben. Hinzu kommt, dass man in Gibbeah ein Exempel dafür statuieren muss, dass wir Menschen des HERRN sind und dass Ungehorsam nicht geduldet wird – das sagt der Apostel.

Und so wird noch härter ausgepeitscht und die erforderlichen Tode sind ja letztlich alle im Sinne des Herrn. Der Kampf zwischen den beiden Widersachern wird bis auf Blut ausgefochten, denn es geht immerhin um die verlorenen Seelen, die errettet werden müssen.

Man kann sich leicht vorstellen, wie ein ganzes Dorf in die Hände eines solchen Anführers gerät und die Augen vor dem offenkundigen verschließt. Aber es sind nicht nur die beiden männlichen Protagonisten, die interessant gezeichnet sind und denen man sprachlos folgt. Auch zwei weibliche Figuren wurden von Marlon James als außergewöhnliches Gegengewicht geschaffen und ihre Geschichten erzählen ebenfalls vieles über das Land und den Zustand nach dem 2. Weltkrieg.

„Der Kult“ schafft das Paradoxon des anziehenden Abstoßenden. Man will das eigentlich gar nicht lesen, ist aber so fasziniert, dass man den Roman auch nicht weglegen kann.

Quentin Tarantino in Schreibform.....

Von: Andy G Datum: 25.07.2018

"Der Kult" von Marlon James ist kein einfaches Buch, das man ebenso schnell mal nebenbei lesen kann. Es begibt sich in einem kleinen fiktiven Ort namens Gibbeah am Ende der 50'er Jahre. Hector Bligh ist der Pastor der katholischen Kirche in einem kleinen Dorf in Jamaika. Die Einwohner des Dorfes nennen ihn nur den Rum-Prediger, weil Hector Tag und Nacht betrunken ist und keine peinliche Situation auslässt.

Eines Tages taucht ein Fremder in der Kirche auf, beschimpft Bligh als Teufel, vermöbelt ihn, wirft ihn aus dem Dorf und übernimmt das Pastorenamt. Er nennt sich Apostel York, predigt über Rache und Verdammnis - aber dennoch entsteht ein Kult um seine charismatische Person.

Der Rumprediger Bligh gibt sich aber nicht geschlagen und so entbrennt ein Glaubenskampf zwischen den beiden. Kurz: zwischen Gut und Böse, Sünde und Vergebung, zwischen schwarz und weiß.

In den ersten 50 Seiten hab ich mir, wenn ich ehrlich bin, überlegt ob ich das Buch "Der Kult von Marlon James" überhaupt zu Ende lese. Ich habe es bis zum Ende gelesen und bin mir nun sicher, Marlon James ist ein Ausnahmetalent. Wenn man sich auf den Schreibstil einlässt, fesselt einen das Buch in seinen Bann aus dem man nur schwer wieder auftauchen kann. Sein Schreibstil, seine Sprache ist hart und klar, fast schockiert sie. Er hält mit keinem Tabuthema hinter der Hand. Sei es Sodomie, Inzest, Pädophilie Schwarze Magie und so vieles mehr. Der Roman fordert beim Lesen unsere volle Aufmerksamkeit. Er ist vielschichtig, tiefgründig und die vielen Bibelzitate und Metaphern haben es in sich.

Dieser Roman ist nichts für Zartbesaitete und "Schön Wetter Leser"

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