Die Schande Europas

Von Flüchtlingen und Menschenrechten

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Die neue enragierte Streitschrift des bekannten Globalisierungskritikers!

Jean Ziegler hat als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrats im Mai 2019 das EU-Flüchtlingslager Moria auf Lesbos besucht. Anhand vieler, oft erschütternder Einzelfälle schildert er eingehend seine Begegnungen mit Flüchtlingen, die von ihrem Leidensweg berichten, mit den mutigen, engagierten Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen (medico international, Pro Asyl u. a.) und Menschenrechtsaktivisten, mit Anwälten und Offiziellen.

Sein Buch legt Zeugnis ab von dem moralischen Verfall, auf den Europa zusteuert, und ist ein eindringlicher Appell an die zuständigen Politiker in Brüssel und an die Zivilgesellschaft, der Praxis des »Push-Backs« und der unmenschlichen Realität der Hotspots ein Ende zu machen – denn sie sind die Schande Europas.

»Jean Ziegler hat ein wichtiges Buch verfasst in einer Zeit, in der sich die EU mit einer frischen Kommission gerade wieder neu sortiert.«

Süddeutsche Zeitung (10. Februar 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Französischen von Hainer Kober
Originaltitel: Lesbos. La Honte de L'Europe
Originalverlag: Éditions du Seuil
Hardcover mit Schutzumschlag, 144 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-570-10423-1
Erschienen am  20. Januar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Heutige europäische Konzentrationslager

Von: Marianne

24.03.2020

Der 1934 geborene Schweizer Autor dieses Buchs war viele Jahre UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Anschließend gehörte er dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der UN an. Er hat schon viele Hotspots der Not gesehen, aber selten etwas so Schlimmes wie das große Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos. In diesem Buch nimmt er den Leser mit in ärmliche Unterkünfte. Er erzählt von schrecklichen Schicksalen. Er berichtet von unmenschlichen Methoden Flüchtlinge zurückzudrängen. Dazwischen zitiert er Gesetzestexte, die deutlich machen: Was hier geschieht ist ein großes Unrecht. Laut der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht in anderen Ländern Schutz vor Verfolgung zu suchen. Und wer würde freiwillig seine Heimat verlassen, um eine schreckliche und ungewisse Reise auf sich zu nehmen, wenn er nicht wirklich in seinem Herkunftsland große Not leiden würde? Das Unrecht, dass flüchtende Menschen aufs offene Meer zurückgetrieben werden, ist nicht zu begreifen. Gelingt es den Menschen sicher an Land anzukommen, müssen sie viele Jahre darauf warten, dass ihr Fall bearbeitet wird. In der Zwischenzeit leiden sie unter den unglaublich schlimmen Verhältnissen im berüchtigten Lager Moria. Der Geruch, der Dreck, verzweifelte und hoffnungslose Gesichter, aber vor allem die Geschichten dieser Überlebenden erschüttern den Leser. Man spürt die Wut des Autors angesichts dieser Zustände. Er schreibt, „Die Übeltäter in Brüssel lassen zu, dass sich in den Hotspots Überlebensbedingungen entwickeln, die an die Konzentrationslager unseligen Angedenkens erinnern, und hoffen so, die Flut der Flüchtlinge austrocknen zu können.“ Berichte über das Zurückdrängen der Flüchtlinge und die Zustände in Moria wechseln ab mit politischen Texten und Beschlüssen. Hintergrundinformationen ergänzen die Berichte. Die Gesetzestexte sind teilweise etwas lang, auch wenn sie wichtig sind, um diese Schande Europas deutlich zu machen. Fazit: Ein wichtiges Buch, das erschüttert und aufrüttelt. Der Vergleich mit den Konzentrationslagern im Dritten Reich erweckt die Frage: Was werden spätere Generationen über unser Schweigen angesichts dieser großen Schande und Menschenrechtsverletzung sagen?

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Vita

Jean Ziegler, geboren 1934, lehrte Soziologie in Genf und an der Sorbonne, war bis 1999 Nationalrat im eidgenössischen Parlament und von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Außerdem ist er Mitglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats und im Beirat von »Business Crime Control«. Zieglers Publikationen wie »Die Schweiz wäscht weißer« haben erbitterte Kontroversen ausgelöst. Zuletzt erschienen die Bestseller »Ändere die Welt!« (2015), »Der schmale Grat der Hoffnung« (2017) und »Was ist so schlimm am Kapitalismus?« (2019).

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Über Moria, das berüchtigte Lager auf Lesbos, hat der Globalisierungskritiker Jean Ziegler ein Buch geschrieben, das so erschütternd wie erhellend ist.«

B5 Aktuell (09. März 2020)

»Man mag von unserem Hausidealisten halten, was man will – mit der Schande Europas, da hat er recht.«

NZZ am Sonntag (23. Februar 2020)

»Jean Ziegler hat ein hervorragendes Buch über die Flüchtlingslager am Rand unseres Kontinents geschrieben. Es kann unser Denken verändern«

Tages-Anzeiger (20. Januar 2020)

»Jean Ziegler hat wieder einmal ein kämpferisches Buch geschrieben, das berührt und wachrüttelt. Ein Appell, die moralischen Grundlagen Europas nicht weiter zu zerstören.«

ARTE "Metropolis" (08. Februar 2020)

»Ziegler hat recht: Es ist eine Schande, wie wir mit den Flüchtlingen umgehen. Es ist aber auch eine Dummheit.«

Berliner Zeitung (19. Januar 2020)

»Er hat sich im Mai 2019 sehr genau auf Lesbos umgesehen und legt nun zielgenau seine Finger in die vielen Wunden.«

Handelsblatt (24. Januar 2020)

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