Scharnow

Roman

Bestseller Platz 17
Spiegel Hardcover Belletristik

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In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, ist der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an, und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen stark macht, ist auch die Liebe nicht weit.

»Eine ganz eigene Art von Literatur!«

ZDF aspekte (22. Februar 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27136-4
Erschienen am  25. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Bela B - Scharnow - jetzt reinlesen und reinhören.

Leserstimmen

Ein verrücktes Dorf

Von: Lesepirat

16.04.2019

Inhalt In Scharnow passiert eigentlich nie etwas. Es ist die meiste Zeit ruhig und nicht gerade spannend. Deswegen ist Nami damals auch froh gewesen, aus Scharnow wegzukommen. Nun ist sie wieder in der Stadt, um ihre Großmutter zu besuchen. Genau zu dieser Zeit beginnt das große Chaos in Scharnow. Ein fliegender Mann wird gesichtet, ein Mord wird in Auftrag gegeben, die Verschwörungstheoretiker laufen heiß, der Supermarkt wird überfallen, ein böswilliges Buch treibt sein Unwesen und der Polizeichef ist überfordert. Zu eben dieser Zeit begegnet Nami aber auch ihrer großen Liebe und kümmert sich liebevoll um ihre Oma. Nach und nach wird deutlich, dass alle ungewöhnlichen Vorfälle in Scharnow mit einander zu tun haben. Mitspieler bei dem Ganzen sind dazu noch der Bund der besorgten Bürger und der Pakt der Glücklichen. Meinung Ich bin begeistert, aber auch noch immer durcheinander. Fiktion wird hier so genial und selbstverständlich mit der Wirklichkeit vermischt, dass man am Ende noch immer nicht sicher sein kann, was wahr ist und was nicht. In diesem Buch gibt es so viele geniale Wendungen. Ich liebe es, wie die Personen und die Ereignisse alle aufeinander aufbauen und miteinander zu tun haben. Außerdem finde ich Scharnow generell sehr clever gemacht. Das Buch ist in Abschnitte aufgeteilt und hat relativ kurze Kapitel. Diese erzählen immer wieder aus einer anderen Sicht. Vorne und hinten im Buch gibt es eine Karte und zu Beginn ist ein Personenregister enthalten. Dieses habe ich mehr als nur einmal gebraucht, denn die wechselnden Sichtweisen können schon etwas verwirren. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich aus dem Ende nicht ganz schlau werde. Eine Freundin hat die Schreibweise des Buches mit der von Murakami vergleichen. Ich finde dies ist ein cleverer Vergleich. Doch anders als bei Murakami bin ich am Ende von Scharnow ein wenig unbefriedigt geblieben. Es bleibt für mich noch so viel ungeklärt, aber wahrscheinlich soll das genau so sein. Davon lebt die Erzählweise des Autors auch irgendwie. Fazit Scharnow ist ein genial geschriebenes Buch mit Humor, Fiktion und Intelligenz. Dabei nimmt es bestimmte Teile der Bevölkerung sehr gut auf die Schippe. Von mir gibt es 4/5 Sternen.

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Skurril und unterhaltsam!

Von: ricysreadingcorner

31.03.2019

Bela B hat ein Buch geschrieben?! Und schon der Klappentext stand einem durchschnittlichen Ärzte-Song an Skurrilität in nichts nach. Ich war sehr gespannt, was dieser Musiker wohl als Romandebüt ablegen würde….und frage mich noch jetzt: Was genau habe ich da gelesen? Worum geht's? Scharnow – ein kleiner Ort irgendwo in Brandenburg. Man könnte meinen, dass die Menschen dort in friedlicher Idylle zusammenleben, weit abseits der turbulenten Großstadt. Aber dann hat man die Bewohner noch nicht kennengelernt. Von verrückten Verschwörungstheoretikern, über Porno-Darstellerinnen, merkwürdige Kommunen bis hin zu Superhelden ist hier alles zu finden. Sogar Dinge bekommen hier ein eigenes Bewusstsein. Und plötzlich kommt alles zusammen. Während dem Pakt der Glücklichen der Alkohol ausgeht und sie daher zu drastischen Maßnahmen greifen müssen, haben ein paar Attentäter die Aufgabe, versteckte Agenten auszuschalten, um eine geheime Weltmacht ins Wanken zu bringen. Gleichzeitig zieht ein Buch mordend durch die Stadt und ein fliegender Mann lässt seinen Frustrationen freien Lauf… Meine Meinung Ich habe jetzt eine Woche gewartet, nachdem ich das Buch beendet hatte, weil ich zunächst nicht wusste, wie ich meine Meinung dazu in Worte fassen soll. Ich muss zugeben, ich weiß es jetzt noch nicht genau. Optisch macht diese gebundene Ausgabe mit ihrem schwarzen Buchschnitt und dem mysteriösen fliegenden Mann über einem ortstypischen Plattenbau schonmal einiges her. Im Innern des Einbands befindet sich zudem eine skizzierte Karte von Scharnow, was einem zumindest einen örtlichen Überblick verschafft. Auf den ersten Seiten findet man dann zunächst einen mehrseitigen Personenregister. Der ist auch durchaus hilfreich, da der Roman mit einer Unmenge an Charakteren aufwartet, deren genaue Identitäten und Beziehungen untereinander sich zudem oft erst im Laufe des Buches enthüllen. Diese Vielzahl an Charakteren hat mich am Anfang etwas erschlagen und dazu geführt, dass ich zunächst nur schwer einen Zugang zur Geschichte finden konnte. Langsam wurde das Bild dann immer klarer, aber definitiv nicht weniger skurril. Bela B erschafft hier gleichzeitig klischeehafte und doch originelle Charaktere. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie das denn geht, dann kann ich das, so leid es mir auch tut, nicht wirklich erklären. Dazu muss man sie kennenlernen. Vielleicht erlangen diese Stereotype ihre Originalität einfach durch die sonderbaren Ereignisse, in die sie verstrickt werden und die ihr eingefahrenes Leben plötzlich komplett auf denn Kopf stellen und somit auch ihre Persönlichkeit in Frage stellen?! Ja, ich denke so lässt es sich am besten beschreiben. Die Ereignisse in Scharnow wirken wie ein Meteoriteneinschlag in das langweilige, geregelte und etwas marginalisierte Leben in der heruntergekommenen Kleinstadt im Schatten Berlins. Und was passiert da nun eigentlich in dieser Geschichte? Wen der Klappentext schon stutzig gemacht hat, dem kann ich versichern, die ganze Geschichte ist noch viel kurioser. Der Pakt der Glücklichen ist eine Kommune mittelalter Juggesellen, die ihr Leben dem Alkohol, Junkfood und Splatter-Filmen, bevorzugt über Kannibalen, verschrieben haben. Irgendwann geht ihnen der Alkohol aus, weshalb sie zu drastischen Maßnahmen greifen müssen. Dabei kommen sie beinahe dem Bund skeptischer Bürger in die Quere, einer Vereinigung begeisterter Verschwörungstheoretiker, die glauben, das Netzwerk einer geheimen Weltmacht entdeckt zu haben und daher den Auftrag bekommen haben, deren Agenten auszuschalten… Je verrückter die Theorie, desto glaubwürdiger, scheint das Credo der skeptischen Bürger zu lauten. Bei einem Polizeieinsatz mit Hilfe von Vertretern einer Art Bürgerwehr-Reserve, kommt es zur Waffengewalt mit Todesopfern, was alle überlebenden Beteiligten, zwangsweise näher zusammenbringt. Währenddessen ist die richtige Polizei eigentlich in die Kreisstadt abbestellt, in der ein fliegender Mann sein Unwesen treibt. Um diese durchaus schon für sich komplexen Handlungsstränge entwickeln sich weitere Nebenstränge um Pornodarsteller, mordende Bücher und eine junge Liebe, die sich jedoch immer wieder in die Haupthandlung verweben. Jetzt seid ihr verwirrt? Ja, es ist nicht einfach, diese vollkommen verrückte Handlung kurz zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz, was ebenfalls dazu führt, dass die Perspektiven ständig wechseln und man die zahlreichen Personen näher kennenlernt. Der Schreibstil ist sehr einfach und Bela Bs stets sarkastischer Unterton, macht den temporeichen Roman zusätzlich unglaublich unterhaltsam. Schon der Klappentext beinhaltet einen witzigen Hinweis, der einem erst beim Lesen des Buches bewusst wird. Natürlich muss man diese Art Humor mögen, ich persönlich finde ihn grandios. Der schnelle Wechsel zwischen den Charakteren und Handlungssträngen führt zwar zu einem zu einem schnellen Erzähltempo hatte jedoch für mich auch leider die Auswirkung, dass sich bei mir kein richtiger Lesefluss einstellen konnte. Bela Bs Debütroman ist wirklich eine rasante Irrfahrt durch ein Kuriositätenkabinett und somit ziemlich genau das was ich von dem Ärzte-Mitglied erwartet hatte. Allzu tiefgründige Gedanken und große Weisheiten sucht man hier vergeblich, eher wird sich hier oftmals mit dem genauen Gegenteil über genau diesen Anspruch lustig gemacht. Ich bin mir sicher, dass der Autor sehr viel Spaß beim Schreiben hatte und das wiederum hat sich auf mich als Leserin übertragen. Wer Lust auf eine verrückte scheinbar bewusst aufgesetzt wirkende Action-Verschwörungs-Superhelden-Story gepaart mit dem alltäglichen Irrsinn des verwahrlosten Kleinstadtlebens hat, für den ist Scharnow definitiv das Richtige. Es ist vollkommen abgedreht, ja, es scheint oft plump und gewollt übertrieben, aber genau so soll es wohl sein, eben eine ganz spezielle Art von Humor. Zumindest brachte genau das für mich die komische und skurrile Wirkung mit sich. Meine Empfehlung: einfach mal lesen und wirken lassen.

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Vita

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

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Videos

Pressestimmen

»Irgendwo zwischen gutgelaunter Twin Peaks-Episode, einem ausgenüchterten William S. Burroughs und Douglas Adams im Blutrausch.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Es macht wahnsinnigen Spaß, dem Die-Ärzte-Schlagzeuger in seine verrückte Vorortsiedlung zu folgen.«

Stern (21. März 2019)

»Dieses Figurenarsenal könnte den geistigen Schatzkammern der Gebrüder Coen und Quentin Tarantinos entnommen sein. Alle sind schrullig, die meisten liebenswert und manchmal wirds tarantinesk brutal.«

Mathias Halbig, Redaktionsnetzwerk Deutschland (23. Februar 2019)

»Abgedrehter als alles, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.«

WDR 1 Live, Gesa Wegeng (27. Februar 2019)

»Ein Buch, das in einem Jahr, in dem die AfD in einigen Bundesländern die Wahlumfragen anführt, mehr Wahrheit transportiert, als uns lieb sein sollte.«

Jochen Overbeck, Musikexpress (01. April 2019)

»Hier spricht ein selbstbewusster und scharfsinniger Erzähler in bester Laune - mit unbestreitbarer Kompetenz fürs Genre.«

Jan-Paul Koopmann, Spiegel online (25. Februar 2019)

»Ein Mordsspaß«

Dr. Daniel Arnet, Sonntagsblick, CH (24. Februar 2019)

»Großes Vergnügen bei dieser Wundertüte macht das Auspacken der Überraschungen.«

»Erzählen jedenfalls, das kann Bela B.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel (22. Februar 2019)

»Mit "Scharnow" versucht er [Bela B] es nun erstmals auf Romanlänge. Experiment: erfolgreich. Kopf des Lesers: explodiert.«

»Ein Alltagspanorama von hoher literarischer Dichte, das in den Magischen Realismus taucht.«

»Ein ziemlich brachialer, skurriler Roman mit B-Movie-Anleihen und Schlingensief-Touch.«

Rolling Stone (05. März 2019)

»Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht lukrativ!«

Ron-Thorsten Wassmann, wassmanns-wisdom.de

»Wassmann würde ein solches Buch ›im Netz gegen schlüpfrige VHS-Kassetten eintauschen‹.«

Hamburger Abendblatt, Tino Lange (02. März 2019)