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Wege, die sich kreuzen Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04771-7

Erschienen:  19.03.2018
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"Ein meisterlicher Generationenroman über drei starke Frauen mit dunklen Geheimnissen.“ Dagens Nyheter

In einem Städtchen im Norden Finnlands, 1996. Lahja liegt auf dem Totenbett. Sie kann zurückblicken auf ein langes Leben, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte: das Fotografieren. Aber eines war ihr nicht vergönnt: körperliche Erfüllung. Ihr treu sorgender Ehemann Onni konnte ihr nicht geben, nach was sie sich sehnte – bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief, der die entsetzliche Wahrheit ans Licht bringt. Er erzählt von einer Familientragödie, die schon fast hundert Jahre zuvor mit Lahjas Mutter Maria ihren Anfang genommen hat.

Über das ganze 20. Jahrhundert mit all seinen Erschütterungen spannt dieser epochal-opulente Familienroman. Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen darin die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert. Und trotz Enttäuschungen erkämpfen sie sich ihr Glück.

Interview mit Tommi Kinnunen zu seinem Titel "Wege, die sich kreuzen" Zum Special

»Grandios! Drei Generationen, vier Schicksale: tragisch, spannend, bewegend und mit einer ungeheuren Sogkraft! Tommi Kinnunens Romandebüt ist ein besonderes Lesevergnügen und eine unbedingte Leseempfehlung.«

BÜCHER magazin, Tanja Lindauer (01.06.2018)

Tommi Kinnunen (Autor)

Tommi Kinnunen wurde 1973 im nordfinnischen Kuusamo geboren, wo auch sein Erstling "Wege, die sich kreuzen" spielt. Heute arbeitet er als Lehrer in Turku, im Südwesten des Landes. Das Buch war ein großer Leser- wie Kritikererfolg und führte die finnische Bestsellerliste wochenlang an. Der Roman war für den renommierten Finlandia-Preis und den Europäischen Literaturpreis nominiert und wurde vielfach ausgezeichnet. "Wege, die sich kreuzen" erscheint in über 20 Ländern.

»Grandios! Drei Generationen, vier Schicksale: tragisch, spannend, bewegend und mit einer ungeheuren Sogkraft! Tommi Kinnunens Romandebüt ist ein besonderes Lesevergnügen und eine unbedingte Leseempfehlung.«

BÜCHER magazin, Tanja Lindauer (01.06.2018)

»Einer der stärksten Familienromane seit langem.«

WDR 4 Buchtipp (22.05.2018)

»Was für ein Glück, dass der finnische Lehrer Tommi Kinnunen in Familienalben geblättert hat und nicht davor zurückschreckte, seinen Vorfahren eine Stimme zu geben.«

BRIGITTE woman (01.05.2018)

»Großartiges und einfühlsames Porträt dreier Generationen. Mit Recht preisgekrönt.«

flow (17.04.2018)

»Eine beeindruckende Saga, die auf spannende Weise schildert, wie sich Familiengeschichten fortschreiben.«

Münchner Merkur (21.04.2018)

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Aus dem Finnischen von Angela Plöger
Originaltitel: Neljäntienristeys
Originalverlag: WSOY

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-421-04771-7

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen:  19.03.2018

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Ein wunderbarer Generationenroman

Von: Goldene Seiten Datum: 05.08.2018

goldeneseiten.blogspot.de/

Über 100 Jahre Familiengeschichte werden in diesem wunderbaren Roman erzählt. Im Mittelpunkt stehen die drei Frauen Maria, Lahja und Kaarina.

Maria, eine emanzipierte Hebamme 1895, die Fahrrad fährt und ihr Korsett als lästig empfindet.
Lahja, Marias uneheliche Tochter, die Fotografin ist und genau wie Maria mit den gesellschaftlichen Konventionen zu kämpfen hat.
Und schließlich Kaarina, die 1960 darunter leidet, mit ihrer tyrannischen Schwiegermutter (Lahja) unter einem Dach zu wohnen.

Die Schicksale der drei Frauen werden vom Autor miteinander verwoben. Durch den Perspektivenwechsel gelingt es ihm, über jeden Charakter genug zu erfahren, um Verständnis für jede der Frauen zu wecken. Das hat mir an dem Buch besonders gut gefallen.

Der letzte Teil des Buches widmet sich Omni, dem Ehemann von Lahja, der ihr nie geben konnte, was sie sich von ihm erhoffte. Ein liebevoller Mann und Vater, der ebenfalls unter den damals herrschenden Regeln und Konventionen leiden musste und sich stets wünschte "normal" zu sein. Sein Schicksal hat mich ganz besonders berührt.

Für mich zeigt dieses Buch, wie Familienschicksale sich gegenseitig beeinflussen und Lebensthemen in die nächste Generation übertragen werden können. Unbedingt lesen!

Tragische Familiensaga im Norden Finnlands

Von: Buchfundbüro Datum: 10.05.2018

www.buchfundbuero.wordpress.com

Vor der Kulisse der nordfinnischen Provinz entwirft Tommi Kinnunen in seinem Debüt eine tragische, das gesamte 20. Jahrhundert umspannende Familiensaga. Über mehrere Generationen hinweg erzählt Wege, die sich kreuzen dabei aus wechselnden Perspektiven von großen und kleinen Sehnsüchten, vom Kampf gegen gesellschaftliche Zwänge und einem düsteren Geheimnis. 

Kinnunens Geschichte beginnt im Jahr 1895. Im Mittelpunkt des Romans steht zunächst die junge Hebamme Maria, die bei ihrer Arbeit nicht nur immer wieder mit den eigenwilligen Vorstellungen und Traditionen der Landbevölkerung konfrontiert wird. Hautnah muss sich auch miterleben, unter welch schwierigen – zum Teil lebensbedrohlichen – Bedingungen die Frauen in der finnischen Provinz ihre Kinder zur Welt bringen. Starke Nerven verlangt Kinnunen dabei nicht nur seiner Protagonistin, sondern auch seinen Lesern ab: Den Alltag der Geburtshelferin schildert der Autor so ohne jeglichen Hang zur Romantisierung – und in all seinen zuweilen grausamen Details. Als Frau von ungewöhnlicher Gelassenheit und Willenskraft erweist sich Maria dabei jedoch nicht nur in beruflicher Hinsicht. In einer Zeit, in der bereits fahrradfahrende Frauen für Aufsehen sorgen, gerät sie mit ihrem unabhängigen Lebensstil immer wieder in Konflikt mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Konventionen. Doch während die alleinerziehende Mutter von ihrem Umfeld argwöhnisch beäugt wird, ist Maria selbst mit ihrem emanzipierten Lebensentwurf und insbesondere ihrer Entscheidung für ein Leben ohne Ehemann durchaus glücklich.

Anders hingegen ergeht es ihrer Tochter Lahja, auf die sich der zweite Teil des Romans konzentriert. Auch Lahja bekommt in jungen Jahren eine uneheliche Tochter. Doch im Gegensatz zur Mutter, sehnt sie sich insgeheim nach einer traditionellen Familie. Als sie den charmanten Onni kennenlernt, scheint sich dieser Wunsch zu erfüllen: Lahja und Onni heiraten und bekommen zwei weitere gemeinsame Kinder. Auch Lahjas Erstgeborene behandelt Onni wie seine eigene Tochter – keine Selbstverständlichkeit im Finnland der 1930er Jahre. Doch die vermeintliche Idylle währt nicht lange. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs ordnet die Regierung die Zwangsevakuierung ihres Heimatdorfs an, Hals über Kopf muss die Familie ihr Haus verlassen. Nach ihrer Rückkehr ist von ihrem früheren Zuhause – das einst mit viel Energie und Hingabe von Mutter Maria ausgebaut wurde – nur noch ein Haufen Asche übrig. Es folgen beschwerliche Monate, in denen Lahja mit Mutter, Ehemann und Kindern auf engstem Raum in improvisierten Erdhütten ausharrt, während Onni wie besessen an der Fertigstellung ihres zukünftigen Heims arbeitet. Doch die Größe und Schönheit des Hauses kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen den Eheleuten ein tiefer, unsichtbarer Graben liegt, der sich kaum mehr überwinden lässt. Immer weiter scheint sich Onni von seiner Frau zu entfernen, die auf seinen emotionalen Rückzug ihrerseits mit Verzweiflung und Wut reagiert.
Wie Fremde leben die Familienmitglieder in den folgenden Jahren unter einem Dach.  Lahja und Onni schlafen in getrennten Zimmern, die Mutter kann das Erdgeschoss aufgrund ihres Alters bald nicht mehr verlassen.

"So hatten sie alle in ihren Zimmern hinter geschlossenen Türen gelebt und waren einander aus dem Weg gegangen. [...] Zuletzt saß jeder auf seiner eigenen Bettkante, horchte auf die vorsichtigen Bewegungen der anderen und wartete darauf, dass jemand zu Besuch käme. [...] Doch nie schaute jemand vorbei, und nie fragte jemand, denn sie alle waren Gefangene der zugeschobenen, aber schlosslosen Türen." 

Zum regelrechten Gefängnis wird das Haus  sehr viel später, zu Beginn der 1960er Jahre, auch für Kaarina, Lahjas Schwiegertochter. Jeder Schritt Kaarinas wird hier vom strengen Blick Lahjas überwacht, kaum ein Tag vergeht, an dem Kaarina von ihrer Schwiegermutter nicht auf die eine oder andere Art drangsaliert wird. Von den alltäglichen, oft wortlosen Kämpfen zwischen den Frauen – in denen selbst der Kauf eines Kühlschranks zum Akt der Rebellion wird – berichtet der dritte Teil des Romans. Eindrücklich schildert Kinnunen dabei die beklemmende Atmosphäre, die nun den Alltag im Mehrgenerationenhaushalt bestimmt. Wie ein böser Geist wandelt die inzwischen betagte Lahja hier durch das Haus, wobei alle Fröhlichkeit und Unbeschwertheit aus dem Zimmer zu weichen scheint, sobald sie es betritt.

Was die einst ebenso selbstbewusste wie eigensinnige Lahja dabei auf so tragische Weise in einen verbitterten Schatten ihrer selbst verwandelt hat, soll schließlich der vierte und letzte Teil des Romans offenbaren, der sich mit Onni dem einzigen männlichen Protagonisten zuwendet. Nach und nach enthüllt Kinnunen hier nun das gesamte Ausmaß der Familientragödie, von der die vorausgegangenen Kapitel nur bruchstückhaft und in Andeutungen erzählten. So überlässt der Autor am Ende seines Romans jener Figur das letzte Wort, über die innerhalb der Familie jahrzehntelang geschwiegen wurde. Zwar stellt das ,große Geheimnis', das hier enthüllt wird, für den Leser dabei letztlich keine allzu große Überraschung mehr dar, ließen sich die Ursachen für Onnis Zerrissenheit doch längst erahnen. Dennoch entwickelt Kinnunens Roman mit den Einblicken in die Gedanken- und Gefühlswelt des Mannes, der so gerne "ein ordentlicher Ehemann und guter Vater sein" möchte, dem es aber trotz aller Mühen nie gelingen wird, diese Rolle auszufüllen, noch einmal eine ganz eigene Art der Spannung.

Das Spiel mit den Perspektiven, bei dem die einzelnen Figuren immer wieder im neuen Licht erscheinen, macht dabei den besonderen Reiz des Romans aus. Als ambivalent konstruierter Charakter erweist sich hier vor allem Lahja, die innerhalb der tragischen Familienkonstellation in der  Doppelrolle von Opfer und Täterin zugleich auftritt. Am Ende liest sich "Wege, die sich kreuzen" nicht nur als eine tragische Familiengeschichte über Einsamkeit, Verrat und Scham, sondern vor allem auch als Protokoll einer Eskalation. Welche zerstörerische Kraft im Laufe der Jahre dabei aus den enttäuschten Sehnsüchten und unerfüllten Hoffnungen seiner Protagonisten erwächst, lässt Kinnunen seine Leser aus nächster Nähe miterleben. Indem er das Augenmerk dabei nicht zuletzt immer wieder auch auf das soziale Umfeld und seinen jeweiligen Vorstellungen von Normalität lenkt, zeigt der Roman dabei eindrücklich auch auf, welchen Anteil gesellschaftliche Zwänge und Konventionen am individuellen Scheitern seiner Figuren tragen.

Ein traurig-schöner Familienroman

Von: Markus Felsmann aus Köln Datum: 01.01.2018

Buchhandlung: Buchladen Neusser Straße

Kunstvoll gebaut versteht es der Roman, dem Leser die Protagonisten als Menschen näher zu bringen, ihre Hoffnungen und Träume - aber auch Fehler - zu vermitteln. Für mich schon jetzt eines der schönsten Bücher im Frühjahr 2018!

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