Die Mutter meiner Mutter

Taschenbuch
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Als der Krieg zu Ende war, fing für die 14-jährige Anna der Kampf erst an. Ihre Mutter tot, ihr Vater von den Russen verhaftet. Sie flüchtet nach Westen in ein Dorf in der sowjetischen Besatzungszone. 1949 kehrt Friedrich Stein aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück, ein gebrochener Mann. Eines Abends überfällt er Anna auf dem Dachboden des Hauses, sie wird schwanger. Man zwingt Friedrich, Anna zu heiraten. Das ganze Dorf weiß von dem Verbrechen, die Kinder aber sollen nie davon erfahren. Auch nach Friedrichs Tod hält Anna ihr Schweigen aufrecht. Warum? Und was macht die Wahrheit mit den Töchtern und Enkelinnen, als sie sie schließlich erfahren?


Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71540-4
Erschienen am  11. September 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Bedrückend, aber eine spannende Lebensgeschichte

Von: _bookish_cat_

14.03.2020

Beim Lesen dieser Geschichte habe ich mich unwohl gefühlt. Warum? Weil dieses Geheimnis, was der Großvater wohl verbrochen hat, die ganze Zeit unausgesprochen über der erzählten Geschichte schwebt, und erst am Ende ausgesprochen wird. Aber auch die Situation der Protaginistinnen ist alles andere als schön. Die Mutter der Mutter der Erzählerin hatte kein einfaches Leben. Die Geschichte beruht wohl auf wahren Begebenheiten, was es nicht leichter macht. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, es werden überwiegend kurze, prägnante Sätze verwendet. Da die Enkelin die Geschichte ihrer Großmutter erzählt, gibt es zwar ein gewisses Maß an Distanz, aber man ist immer noch sehr nah an den Gefühlen und der Story dran. Ich bewundere die Großmutter. Sie war eine einfache Frau, die alle Rückschläge im Leben hinnahm und versuchte, das Beste daraus zu machen. Schön war das für sie augenscheinlich nur selten. Aber ihre Generation Beschwert sich nicht und macht weiter. "Denn das, worüber man nicht spricht, existiert auch nicht." S. 54 "Wie heißt es so schön? Die Zeit heilt alle Wunden. Natürlich Blödsinn. Die Zeit heilt nichts."

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Eine wahre Geschichte von Flucht, Überleben, Leben nach dem Krieg und ein Verbrechen, von dem viele wussten, aber schwiegen.

Von: Regi Lang

04.01.2018

Eine wahre Geschichte von Flucht, Überleben, Leben nach dem Krieg und ein Verbrechen, von dem viele wussten, aber schwiegen. Die Handlung zeigt, wie wenig Selbstbestimmung die Frauen in der damaligen Zeit hatten. Nicht sie, sondern andere haben oft darüber entschieden, wie ihr Leben verläuft. Vieles wurde gesehen, aber wenig darüber nachgedacht und schon gar nichts im Interesse der Betroffenen verändert. „Es war halt so- damals.“ Eine Geschichte, wie sie in vielen Familien so ähnlich gegeben haben könnte(oder noch geben kann). Die Geschichte zeigt auch, wie weit in spätere Generationen solche Geschehnisse hineinreichen können. Ein Buch zum “Ineinemrutschdurchlesen“. Schade, ich hätte gerne noch mehr davon gelesen. Das Buch hätte gut und gerne die doppelte Menge Seiten haben können. Zu verdanken ist das dem flüssigen Schreibstil von Sabine Rennefanz. Ich mag ihn. Sie schreibt manchmal nüchtern, dann emotional und sehr informativ. Dazwischen intensive emotionale Passagen. Ich freue mich auf weitere Bücher von ihr.

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Vita

Sabine Rennefanz, 1974 in Beeskow geboren, arbeitet als Redakteurin für die "Berliner Zeitung" und wurde für ihre Arbeit u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet. Ihr erstes Buch, "Eisenkinder", stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

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