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Wein und Haschisch Essays

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Gebundenes Buch ISBN: 978-3-7175-2430-4

Erschienen: 13.06.2017
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150. Todestag am 31. August 2017

Wer Charles Baudelaire ausschließlich als Verfasser der dunkel-brillanten Gedichte aus «Die Blumen des Bösen» kennt, lässt sich ein wahres Lesevergnügen entgehen. In seinen geist- und pointenreichen Essays vergleicht Baudelaire die unterschiedlichen – und nicht gleichermaßen empfehlenswerten – Wirkungen von Wein und Haschisch, gibt jungen Schriftstellerkollegen Tipps zum Umgang mit Gläubigern, schildert seine Begeisterung nach der ersten Aufführung einer Wagner-Oper in Paris oder erteilt Ratschläge, wie man das Glück in der Liebe finden kann. In dieser exklusiven Zusammenstellung in Neuübersetzung begegnet uns der feinsinnige Ästhet als ironischer Lebenskünstler, als hellsichtiger Literaturkritiker und als wortmächtiger Protagonist der Pariser Boheme. Gebunden in dunkelroten Samt mit Glanzfolienprägung, ist der Band zudem ein bibliophiler Hingucker.

»Ein wunderbares Buch ... Baudelaire erzählt hier sehr geistreich von der Apologie des Weines, der Literatur, von dem Rausch, den wir durch die Musik erhalten können.«

3sat, buchzeit, Barbara Vinken (25.06.2017)

Charles Baudelaire (Autor)

Charles Baudelaire (1821–1867) war Dandy, Ästhet und Inbegriff der Pariser Künstlerbohème. 1857 veröffentlichte er den Gedichtzyklus "Die Blumen des Bösen", der ihm eine Anklage wegen "Beleidigung der öffentlichen Moral" eintrug. Seinen Zeitgenossen war er vor allem als scharfsinniger Kunst- und Literaturkritiker bekannt.


Melanie Walz (Übersetzerin)

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem "Zuger Übersetzer-Stipendium", 2001 mit dem "Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis" und 2015 mit dem Übersetzerpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie ist die Übersetzerin von u. a. Antonia Byatt, John Cooper-Powys, Lawrence Norfolk.


Tilman Krause (Nachwort)

Tilman Krause, geboren 1959 in Kiel, ist seit 1998 Redaktuer der "Literarischen WELT". Er studierte Germanistik und Romanistik, Geschichte, Politologie und Kunstgeschichte in Tübingen, Paris und Berlin. Er arbeitete zunächst im Feuilleton der FAZ, dann beim "Tagesspiegel", bevor er sich am Aufbau der erneuerten "Literarischen WELT" beteiligte.

»Ein wunderbares Buch ... Baudelaire erzählt hier sehr geistreich von der Apologie des Weines, der Literatur, von dem Rausch, den wir durch die Musik erhalten können.«

3sat, buchzeit, Barbara Vinken (25.06.2017)

»Mit „Wein und Haschisch“ bringt Manesse just eine bibliophile Ausgabe, angereichert durch ein äußerst lesenswertes Nachwort des Kritikerkollegen Tilman Krause, von Baudelaires einschlägigen Denkschriften zu Rauschmitteln heraus.«

Die Tagespost, Björn Hayer (29.08.2017)

»Helle, feinsinnige Essays. Baudelaire als ironischer Bohemien mit Tipps zum Rausch, zum Finden der Liebe, zum Umgang mit Gläubigern und Wagners ›Tannhäuser‹. Neu und ziemlich cool übersetzt.«

Chemnitzer Morgenpost (02.07.2017)

»Ein hübsch gestalteter Auswahlband mit essayistischen Texten des Dichters ... Kenntnisreiches und sympathisierendes Nachwort von Frankreich-Literatur-Experten Tilman Krause.«

taz - die tageszeitung, Tobias Schwartz (17.06.2017)

Aus dem Französischen von Melanie Walz

Mit Nachwort von Tilman Krause

Gebundenes Buch, 224 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2430-4

€ 22,95 [D] | € 23,60 [A] | CHF 29,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 13.06.2017

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[Gelesen] Wein und Haschisch

Von: Janine Amberger Datum: 31.08.2017

https://poesielos.blog/

Heute vor 150 Jahren verstarb Charles Baudelaire im Alter von nur 46 Jahren in Paris. Der Schriftsteller, der dank Les Fleurs du Mal (dt.: Die Blumen des Bösen) als einer der bedeutendsten Lyriker Frankreichs gilt und Geschichten von Edgar Allan Poe übersetzte und herausgab, hat neben diesen Werken der Nachwelt auch einige Essays hinterlassen. Eine Auswahl dieser ist jetzt zum Todestag unter dem Titel Wein und Haschisch in der Manesse Bibliothek der Weltliteratur erschienen.

„Was wäre daran im Übrigen erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jeder gesunde Mensch zwei Tage ohne Nahrung auskommen kann – aber niemals ohne Dichtung?“ – S. 29

Wein und Haschisch umfasst insgesamt sechs Essays, deren Thematiken unterschiedlich nicht sein könnten:

1.Auswahl tröstlicher Maximen über die Liebe
2.Ratschläge an junge Literaten
3.Wein und Haschisch
4.Was uns das Spielzeug lehrt
5.«Madame Bovary» von Gustave Flaubert
6.Richard Wagner und der «Tannhäuser» in Paris

Neben dem titelgebenden Text, in dem sich Baudelaire mit den Vor- und Nachteilen der beiden Genussmittel auseinandersetzt, erwarten den Leser ein buntes Potpourri aus Lebensweisheiten, Betrachtungen, Analysen und Ratschlägen. Dank der Anmerkungen zum Text, welche zeitgenössische Anspielungen und Querverweise erklären, sind die Essays durchweg verständlich und Baudelaires Gedankengänge gut nachvollziehbar.

Sind die ersten vier Essays relativ kurz, so nimmt sich Baudelaire bei den folgenden beiden Texten die Zeit für einen Rundumschlag. Nicht nur das Buch Madame Bovary oder die Oper Tannhäuser werden von ihm besprochen, sondern er bringt auch seine Bewunderung beziehungsweise Begeisterung für deren jeweilige Schöpfer zum Ausdruck. Bei Wagner hat man zuweilen das Gefühl, er verliere sich etwas zwischen den Sätzen, aber es vermittelt genau die Eindrücke, die Baudelaire zu dieser Oper hatte. Es ist faszinierend, wenn man überlegt, dass Baudelaire und seine Zeitgenossen in die Oper gehen oder die Stücke selber spielen mussten, um sie zu erleben – dadurch nimmt natürlich die Beschreibung einen ganz anderen Stellenwert ein als heutzutage, wo man die Oper jederzeit abrufbereit hat. Auch die Entrüstung über Emma Bovary als Charakter wird greifbar, und seine Interpretation zu ihr war ein interessanter Ansatz, zu dem ich so nicht gefunden hätte.

„Behaupten wir also nicht, wie es viele mit einer unterschwelligen Spur von Missmut tun, das Buch verdanke seine große Beliebtheit dem Gerichtsverfahren und dem Freispruch. Wäre das Buch nicht in Bedrängnis geraten, wäre ihm die gleiche Neugier zuteilgeworden, hätte es das gleiche Staunen und die gleiche Unruhe ausgelöst.“ – S. 90

So brillant einige Sätze von Baudelaire sind, so gelungen ist auch die Gestaltung dieses Bandes und lässt das bibliophile Herz höher schlagen. Die Vorzugsausgabe ist mit dunkelrotem Samt bezogen und mit goldener Folienprägung veredelt, ein Lesebändchen gibt es ebenfalls. Durch die Maße von 15,5 x 9,5 cm kann man somit durchaus von einem Kleinod sprechen! Tilman Krause steuert ein Nachwort bei, welches es zwar nicht unbedingt gebraucht hätte, die Sammlung aber gut abrundet.

Von einigen Anspielungen einmal abgesehen, liest sich diese Sammlung Essays von Charles Baudelaire ungemein universell und macht Lust auf mehr. Kaum fassbar, dass diese Texte bereits vor über 150 Jahren verfasst wurden! Und umso tragischer, dass Baudelaire bereits so früh verstorben ist.

Wein und Hachisch

Von: Marlon - Die Buchblogger Datum: 31.07.2017

diebuchblogger.wordpress.com

Für mich war Charles Baudelaire ein Autor, vom dem ich zwar schon mal gehört, den ich aber nie wirklich näher in Betracht gezogen habe. Als ich aber gesehen habe, dass der Manesse-Verlag im Juni eine Sammlung von Essays herausgebringt, wollte ich die Chance nutzen und doch mal ein paar Texte von ihm lesen. Der Klappentext auf dem Buch selbst (der kürzer ist als der, den ich hier eingefügt habe) hat mich dann nochmal richtig angespornt: Er verspricht, dass die Drogen zwar auch im Buch vorkommen, aber eher im Hintergrund stehen und der Musik und der Literatur den Vortritt lassen – Worüber ich auch sehr froh war; ich muss mir keine Gebrauchsanweisung zum Drogengebrauch durchlesen…

Und als ich dann dieses kleine Büchlein – denn das ist es, nur 15,5 cm hoch und 9,5cm in der Breite – begonnen habe, hat es mir auch sofort zugesagt. Der Autor beginnt mit einer kurzen Einleitung, die nochmal zusammenfasst, wieso er das Buch überhaupt schreibt und schon direkt sein Können präsentiert. Seine Maximen, wie er sie nennt – Lebensregeln – sind philosophisch und doch immer mit einem Beispiel belegt, immer darauf bedacht theoretisch und praktisch anwendbar zu sein und doch nicht als Ratgeber zu wirken. Er schreibt zuerst über Themen wie Liebe, gibt Erfolgstipps für Autoren, den großen Roman und Künstler. Was zuerst relativ austauschbar erscheint, ist irgendwie anders, als ich es kannte: Er nennt Frauen „Göttinen“, sagt den Dummen bliebe die Hässlichkeit erspart, während Schlaue mit der Zeit immer mehr Blessuren davontragen müssen, sagt dass Liebe Verachtung nicht ausschließt, rät uns zur Liebe und rät ab von Schulden. Alles relativ kontroverse Ansätze, die er jedoch so belegt, dass man merkt, dass er auch immer mit einer Spur Humor und Spott schreibt.

Seine Tipps fürs Leben richtet er an Künstler, Philosophen, Unternehmer und doch auch an alle normalen Leser. Wie nebenbei schreibt er über Liebe und Hass, Glück und Pech, Erfolg und Verlust, Vernunft und Sinnlosigkeit – selbst vor der Ernährung macht er nicht halt. Und das alles auf so wenig Seiten! Gerade mal 180 Seiten (der Rest des Buches besteht aus dem Anhang und dem Nachwort. Der Anhang gibt wie immer Informationen über Intertextualitäten und erklärt Anspielungen auf andere Literatur, Personen oder Sprichwörter, die für Leser beim Ersterscheinungstermin deutlich waren, heute aber nicht mehr geläufig sind.) Das Buch versammelt Essays aus den Jahren 1846 bis 1861 und hat daraus ein rundes Konzept geschafft, bei dem ich mich wirklich wunderte, als ich herausfand, dass die Texte bei Ersterscheinen nicht zusammenhängend waren und über so viele Jahre hinweg einzeln geschrieben wurden.

Doch nachdem er diese eher „normalen“ Themen abgearbeitet hatte, kamen die letzten beiden Kapitel – in denen der Teil der Literatur und Musik zum Großteil thematisiert wird. In dem ersten der beiden Kapitel entschlüsselt Budelaire das Werke eines anderen Autoren, Flauberts Madame Bovary. Dieser Teil war für mich wirklich nichts – ich konnte nur in Stücken nachvollziehen, worüber er da schreibt und was er eigentlich ausdrücken will. Es wurde sehr theoretisch und die vorherige Essenz des „Ratgebens“ konnte dabei natürlich nicht mehr eingebracht werden. Ich muss aber auch sagen, dass ich „Madame Bovary“ nicht gelesen habe, und vielleicht mehr verstanden hätte, wenn mir die Geschichte bekannter gewesen wäre. Danach kam etwas, was mich noch weniger begeistern konnte. Es ging um Wagners „Tannenhäuser“, eine Oper die ich auch nur vom Hören kannte und auch noch nicht selbst gesehen und gehört habe. Darum wurde eine undurchsichtige Geschichte gesponnen, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und – um ehrlich zu sein – auch irgendwann nur noch quergelesen habe…

Der Schreibstil hat mir wirklich gefallen und ich habe das Gefühl, dass er auf viele Leser wie der Inbegriff des „alten“ und klassischen Schreibstils großer Werke vergangener Zeiten wirken muss. Baudelaire schreibt ausschweifend mit vielen Worten und doch ist kein Wort zu viel oder gar zu wenig, es wirkt als hätte er jedes einzelne Wort genau abgewogen und doch alles schnell aufgeschrieben, ohne wochenlang an einem Text allein gearbeitet zu haben.

Alles in allem muss ich aber auch sagen, dass es mich relativ unbeeindruckt zurückgelassen hat. Damit meine ich, dass es mich nicht wirklich beeinflusst hat und ich einzig mitgenommen habe, dass man in der Literarur auch mal das schreiben soll, was keiner liest und wenn alle Wein trinken, soll man auch Wein trinken. Ein großes Lob muss ich aber an den Verlag für die Aufmachung aussprechen – das Samt hat einen tollen dunklen Farbton, wirkt sehr hochwertig und auch die Prägung in einem Bronze-/ Rosèton, kommt super raus und rundet die Erscheinung zusammen mit dem farblich abgestimmten Lesebändchen perfekt ab. Als einziges habe ich vielleicht zu bemängeln, dass es doch sehr klein ist. Hätte es die Größe eines Taschenbuches oder eines richtigen Hardcovers wäre es wahrscheinlich aber viel zu teuer geworden.

Für mich ein Buch, dass zu Beginn viel richtig macht, mich aber mit den letzten beiden Kapiteln sehr enttäuscht hat. Dafür hat es aber einen bemerkenswerten Schreibstil und eine besonders schöne Aufmachung! – 3/5 Sterne

©Marlon

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