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Wir sagen uns Dunkles Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04631-4

Erschienen:  28.08.2017
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Die Geschichte einer unmöglichen Liebe

Es ist eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich als junge, noch unbekannte Lyriker im Frühling 1948 kennen, und ihre Beziehung, die immer wieder von Phasen des Rückzugs gezeichnet war, dauerte bis Anfang der Sechzigerjahre, als beide schon längst zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Nachkriegszeit zählten. Kaum jemand wusste von der Nähe der beiden, und sie hielten es auch in der Tat nie lange miteinander aus – zu unvereinbar der biografische Hintergrund, zu groß die gegenseitig zugefügten Verletzungen, zu sehr hatten sie ihr Leben der Dichtung verschrieben.

Der vielfach ausgezeichnete Kritiker Helmut Böttiger legt die bislang erste umfassende Darstellung der Beziehung Bachmanns und Celans vor. Eine faszinierende psychologische Studie zweier herausragender Dichter, die gemeinsam um Worte rangen, einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten.

„… die Liebesgeschichte dieser beiden Dichter gehört zu den dramatischsten und folgenreichsten Begebenheiten der deutschen Literatur nach 1945“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Helmut Böttiger (Autor)

Helmut Böttiger, geboren 1956, ist einer der renommiertesten Literaturkritiker des Landes. Nach Studium und Promotion war er als Literaturredakteur u.a. bei der Frankfurter Rundschau tätig. Seit 2002 lebt er als freier Autor und Kritiker in Berlin und veröffentlichte u.a. »Nach den Utopien. Eine Geschichte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« (2004) und »Celan am Meer« (2006). Er war Kurator der Ausstellung »Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland« (2009) und Verfasser des Begleitbuchs. 1996 erhielt er den Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik, 2012 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Für sein zuletzt veröffentlichtes Buch »Die Gruppe 47« wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2013 ausgezeichnet.

„… die Liebesgeschichte dieser beiden Dichter gehört zu den dramatischsten und folgenreichsten Begebenheiten der deutschen Literatur nach 1945“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Liebesgeschichte zwischen diesem Königskinderpaar der deutschen Nachkriegslyrik, die erst lange nach beider Tod bekannt wurde, zeichnet Böttiger präzise nach.«

DIE ZEIT, Eva Menasse (23.11.2017)

»Helmut Böttiger hat nun eine erfreulich sachliche, textnahe Untersuchung der Beziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan vorgelegt. … Alles an diesen Zeilen, das zeigt Böttiger im Detail, ist sprechend, weist über die Biografien hinaus und zugleich tief auf sie zurück.«

Süddeutsche Zeitung, Christoph Bartmann (28.11.2017)

»Das Buch ist sehr sehr gut. ... Böttiger liest das Werk der beiden wie einen Dialog, wie einen Brief, als würden sie eine Geheimsprache benutzen und darum ist das Buch auch in der sorgfältigen und behutsamen Lesart von Helmut Böttiger extrem gelungen.«

SWR2, Lesenswert, Frank Hertweck (28.01.2018)

»Böttiger liefert die bisher profundeste Deutung der lange unbekannten Beziehung Celan-Bachmann. Es ist die Frucht genauer Lektüre der oft wechselseitig aufeinander bezogenen lyrischen Motive...«

Der Tagesspiegel, Peter von Becker (11.03.2018)

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12.02.2019 | 19:00 Uhr | Chemnitz

Lesung und Gespräch

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Mehr Infos

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abb.

ISBN: 978-3-421-04631-4

€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

Erschienen:  28.08.2017

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Gemeinsam anders

Von: Atalante Datum: 20.04.2018

https://atalantes.de/2018/04/helmut-boettiger-wir-sagen-uns-dunkles/

„Wir sagen uns Dunkles“ - Helmut Böttigers aufschlussreiche Analyse der Beziehung Bachmann-Celan

„Ich habe einen Mann gekannt, der hieß Hans, und er war anders als alle anderen. Noch einen kannte ich, der war auch anders als alle anderen. Dann einen, der war ganz anders als alle anderen und er hieß Hans, ich liebte ihn.“

„Ich habe einen Mann gekannt, der hieß Hans, und er war anders als alle anderen. Noch einen kannte ich, der war auch anders als alle anderen. Dann einen, der war ganz anders als alle anderen und er hieß Hans, ich liebte ihn.“

Diese Zeilen in Ingeborgs Bachmanns Erzählung „Undine geht“ weisen auf die großen Lieben der Autorin hin, Hans Weigel, Paul Celan und Hans Werner Henze. Ihnen räumt auch Helmut Böttiger in seinem neuen Buch „Wir sagen uns Dunkles“ einen Platz ein. Das Ergebnis von Böttingers vielfältigen Analysen zeigt allerdings, daß Paul Celan, der Mittlere in Bachmanns Zitat, wie kein anderer die Frau und die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann prägte et vice versa.

Helmut Böttiger, Literaturkritiker und Verfasser mehrerer Werke zur deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, widmet sich in seiner neuesten Studie der Beziehung von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Er beleuchtet darin die Stationen ihrer Vita als Liebende wie als Schriftsteller, ihre gegenseitige Beeinflussung und die Auswirkung auf ihre Literatur. Die, so zeigt Böttiger, oftmals in Chiffren Reaktionen auf die Äußerungen des jeweils anderen bergen. Fast schon programmatisch benennt das im Titel gewählte Zitat „Wir sagen uns Dunkles“ diese Art der intimen Kommunikation.

Die Begegnung der beiden künftig Verbundenen steht auch am Beginn von Böttigers Darstellung. Sechs Wochen im Wiener Frühling 1948 reichen aus um die Paul Celan und Ingeborg Bachmann tief zu prägen. Ausgehend von dieser gemeinsamen Zeit geht Böttiger zurück und schildert wechselweise die Vergangenheit der beiden. Die Impulse und Anfänge ihres individuellen Schreibens führt er zu den kommunizierenden Werken, in denen sie die gemeinsamen Momente verklausulieren aber für den jeweils anderen verständlich festhalten.

Die lyrischen Botschaften stehen für die Distanz. Nach der Abkehr von Wien lebt Celan in Paris, während Bachmann in Wien andere Wege und Kontakte sucht. Die Entfernung verstärkt die in beiden angelegte Melancholie und befeuert die Botschaften und Briefe. Es kommt zu neuen Begegnungen, die sie jedoch eher entfremden. Eine der wichtigsten ist die Teilnahme an der Niendorfer Tagung der Gruppe 47 im Mai 1952. Celan erhält auf Betreiben Bachmanns eine Einladung und geht aus dem Wettbewerb mit dem dritten Platz hervor. Trotzdem verbreiten sich über Celans Lesung der „Todesfuge“ Ressentiment geladene Legenden. Böttiger klärt in einem ausführlichen Kapitel ihre Entstehung und räumt sie aus dem Weg. Alleine dafür lohnt die Lektüre.

Celan stand der Kritik an seinem Werk stets hilflos gegenüber. „Seine Gedichte“, so Böttiger, „sind seine immens konzentrierte, eigene Geschichte“. Sie sind unmittelbarer Ausdruck seiner Erfahrungen als verfolgter Jude, seiner Heimatlosigkeit und Einsamkeit. Er zeigt in ihnen seine emotionalen Zustände. Diese Art das Innere in Lyrik zu fassen teilt er mit Ingeborg Bachmann, auch wenn sie nicht seine Opfererfahrungen teilt, keine Jüdin, sondern eine „Fremde“ ist. Laut Böttiger prägt diese Tatsache die Beziehung der beiden und ist Ursache der ständigen Ambivalenz, „eine Anziehung und eine Abstoßung, die immer wieder neu geklärt werden muss“. Sie bedingt „das Dunkle“ zwischen ihnen, das Celan in seinem während der Wiener Wochen verfassten Gedicht „Corona“ benennt und das, so Böttinger, „zum gemeinsamen Code ihrer Liebe wird“.

Trotz der Nähe, die dieser Code manifestiert, scheitern sie an der profanen Liebe, wie ihnen ein erneuter Versuch in Paris schmerzlich offenbart. Beide hindert die jeweilige psychische Verfasstheit. Paul Celan, der Jude aus Czernowitz, dessen Eltern von den Sowjets ermordet und der anderthalb Jahre Lagerhaft erleiden musste, entwickelt eine zerstörende Paranoia. Ingeborg Bachmann leidet als Dichterin und Intellektuelle unter ihrer hohen Sensibilität. Beide zerbrechen an den Ansprüchen, den fremden und den eigenen, die wohl schwerwiegender sind. In seltsamer Koinzidenz münden sie bei beiden fast gleichzeitig in pathologischen Zuständen, führen bei Celan zum Suizid, und bei Bachmann zum tödlichen Unfall im Medikamentennebel.

Böttiger gelingt es diese unausgelebte Dichterliebe zu fassen. Er nähert sich dem Paar in historischen wie psychologischen Ansätzen und unterlegt diese mit der Analyse ausgewählter Werke der beiden Dichter. Dazu zählen die frühen Gedichte „In Ägypten“, „Corona“, „Dunkles zu sagen“ und „Die gestundete Zeit“ ebenso wie spätere Werke.

Daneben gewährt seine Studie Einblicke in die Literarische Welt der Nachkriegszeit, insbesondere der Rolle der Gruppe 47, die innovativen Schriftstellern Gehör verschaffte, auch wenn sie noch Vergangenem verhaftet war. Geprägt war die deutschsprachige Literaturkritik dieser Zeit von einem sich windenden Umgang mit der jüngsten Geschichte, wie Böttiger in einer umfassenden Analyse eines 1954 geführten Interview von Celan durch Karl Schwedhelm zeigt.

„Zug um Zug schrieb Ingeborg Bachmann ihre persönliche Geschichte mit Paul Celan in Literatur um“ konstatiert Böttiger, was in ähnlicher Weise auch für Paul Celan galt. Böttiger zeigt in seinem Buch, daß die gegenseitige Beeinflussung der beiden Dichterpersönlichkeiten bis zum Schluss bestehen blieb. Er belegt, wie diese Liebesbeziehung im Privaten wie im Künstlerischen wirkt, und trägt dadurch zum Verständnis der Gedichte und Erzählungen der beiden Schriftsteller bei.

Für mich ist dies ein Grund mehr, erneut ihre Werke zu lesen, und endlich den Briefwechsel „Herzzeit“, der schon seit Jahren im Regal wartet, bestens vorbereitet von Böttigers Buch.

Wir sagen uns Dunkles – H. Böttiger

Von: Melanie Datum: 17.04.2018

https://aboutbookscoffeeandcats.wordpress.com

Von der „einzigen und großen Liebe“ schreibt Ingeborg Bachmann in ihrem
Erzählungsband Simultan wie von den zwei berühmten Königskindern, denen es nie bestimmt sein wird, zusammen zu kommen. Dieses Bild verwendet Helmut Böttiger sehr treffend am Ende seiner Doppelbiographie über Ingeborg Bachmann und Paul Clean. Vermutlich aber ist Doppelbiografie ein etwas zu umfassender Begriff, denn Wir sagen uns Dunkles zielt vielmehr darauf ab, das Verhältnis ziwschen Bachmann und Celan, von welchem die Öffentlichkeit so lange nicht das Geringste erfahren hatte, zu beleuchten.

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Unsystematisch abwechselnd werden in 14 Kapitel unterschiedlicher Länge mal Bachmann, mal Celan und mal die Verbundenheit der beiden in den Vordergrund gestellt.

Glücklicherweise bin ich in meinem Germanistik-Studium nicht darum herum gekommen, mich auch mit diesen beiden so außergewöhnlichen Mitgliedern der Gruppe 47 auseinanderzusetzen. Und trotz dessen, dass ich an Lyrik im Allgemeinen eher weniger interessiert bin, ergriff mich bald eine Faszination, die sich nicht primär auf deren Dichtung sondern vielmehr auf die Personen dahinter, Bachmann und Celan selbst, bezog. Denn -- Interpretationsansätze und mögliche Deutungen der Werke beider gibt es nahezu wie Sand am Meer und auch Biographien gibt es mittlerweile bereits zahlreiche. Umso mehr stellte ich mir schließlich selbst nach und nach die Frage, wie denn dieses Liebesverhältnis, diese so leidenschaftliche Liebe zwischen Bachmann und Clean, die über so viele Jahre hinweg andauern sollte, so lange Zeit unentdeckt bleiben konnte?

Helmut Böttiger liefert darauf chronologisch klar strukturiert und in leicht verständlicher Sprache (und zum Teil auch mit Fotografien) Antworten, die vom Kennenlernen der beiden über den Briefwechsel bishin zu Celans Selbstmord reichen. Vor allem hebt er dabei immer wieder diese Kommunikation zwischen Celan und Bachmann, welche über die Literatur, über einzelne Gedichte erfolgte, hervor, bietet Interpretationsansätze und gibt Aufschluss über den jeweiligen Kontext.

Fazit: In jeder Hinsicht lesens- und wissenswert – auch für die, die (noch) keine Bachmann oder Celan—Fans sind!

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