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T. C. Boyles Roman über den Psychologen und Hippie Timothy Leary und dessen LSD-Experimente: hell, bunt und wie ein Rausch

Harvard-Professor, Psychologe und LSD-Guru Timothy Leary schart Anfang der 60er einen Kreis von Jüngern um sich, für neuartige Experimente mit psychedelischen Drogen. Unter dem Deckmantel seriöser Wissenschaft steuert das Ganze auf den totalen Kontrollverlust zu. Ein greller Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus. Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors, des Psychologen und LSD-Gurus Timothy Leary eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind; es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn schließt er sich der Leary-Truppe an: Sie leben in Mexiko, später in der berühmten Kommune in Millbrook, mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen ohne Ende. Ein rauschhaftes Hörerlebnis – T.C. Boyle at his best.

Gelesen von Florian Lukas.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 28)


Übersetzt von Dirk van Gunsteren
Originaltitel: Outside looking in
Originalverlag: Carl Hanser Verlag
Hörbuch MP3-CD, 1 CD, Laufzeit: 11h 28 min
ISBN: 978-3-8445-3245-6
Erschienen am  28. Januar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein schriller Trip

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de

12.02.2019

Fitz arbeitet an der Harvard University an seiner Doktorarbeit, als er endlich von dem Psychologieprofessor Tim Leary eingeladen wird. Zusammen mit seiner Frau Joanie soll er an einem Samstagabend an einer LSD-Party teilnehmen – alles streng wissenschaftlich kontrolliert, versteht sich. Doch Fitz merkt schnell, dass es hier nicht nur um ein naturwissenschaftliches Projekt geht, sondern um eine ganz neue, revolutionäre Art des Zusammenlebens und des Bewußtseins. Schon bald ist er so begeistert von den neuen Erfahrungen, dass er sich zusammen mit Joanie und ihrem 13jährigen Sohn dem Zirkel um den verrückten Professor anschließt. Gemeinsam ziehen sie nach Mexiko, um hier und in einem großen Haus an der US-Ostküste andere Lebensformen auszuprobieren und das Leben mit Drogen, Sex und ausschweifenden Partys zu genießen. Packend und sehr authentisch erzählt T.C. Boyle die Geschichte um den LSD-Guru Timothy Leary, der Anfang der 1960er Jahre mit dem Konsum von synthetischen Drogen und der Suche nach bewußtseinserweiternden Erfahrungen revolutionäre neue Wege in der Psychologie beschreiten wollte. Im Mittelpunkt stand dabei die halluzinogene Droge LSD, die damals noch frei erhältlich war und als ideales Mittel galt für den Ausbruch aus den eingefahrenen Gleisen der gesellschaftlichen Normalität – turn on, tune in, drop out. Doch Boyle zeigt auch auf, wie schnell die Schattenseiten dieses neuen experimentierfreudigen Lebensgefühls sichtbar wurden: Eifersucht statt freier Liebe, Abhängigkeit statt relaxtem Genuss, Verpeilung statt erweitertem Realitätssinn. Im Mittelpunkt seiner Story steht das Ehepaar Joanie und Fitz, das sich auf unterschiedliche Art mit all diesen Erfahrungen auseinandersetzt. Dabei switcht Boyle immer wieder zwischen den Perspektiven der beiden hin und her. So ist “Das Licht” ein schriller Trip durch eine kurze Phase der drogengestützten gesellschaftlichen Anarchie, deren Wirkung bis heute nachhallt.

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"Er hatte Angst, nichts als schreckliche Angst."

Von: Travel Without Moving

07.02.2019

"Die Vorstellung, das Ganze irgendwie steuern zu können, kam ihm vor wie ein Witz, das Konzept der Persönlichkeit wie ein Schwindel, Schizophrenie wie die einzige realistische Prognose, denn diese Drogen hießen ja nicht umsonst "Psychotomimetika". Natürlich... natürlich... er war dabei, den Verstand zu verlieren - was sonst hatte er erwartet? Er hatte Angst, nichts als schreckliche Angst." (Seite 86) Im Dezember 1996 habe ich Albert Hofmanns LSD - mein Sorgenkind gelesen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, weil ich das Buch damals zeitgleich einem Freund geschenkt habe, den ich immer mit dem Buch und dem Thema assoziieren werde. Mein Einstieg in T.C. Boyles 17. Roman war somit ein sehr emotionaler, der viele Erinnerungen wachgerufen und der mich deshalb sofort in seinen Bann geschlagen hat. Boyle startet Das Licht mit einer sehr eindrücklichen Szene, in der der Chemiker Hofmann, der 1938 verschiedene Amid-Derivate der Lysergsäure, darunter das Diethylamid LSD-25, synthetisierte, 1943 zum ersten Mal und unabsichtlich die Substanz zu sich nahm. Boyle schildert dabei Hofmanns Erfahrungen mit LSD und berichtet von weiteren Versuchsreihen, um mehr über die Substanz, ihre Auswirkungen und die Dosierung zu erfahren. Nach diesem Vorspiel im Basel des Jahres 1943 steigt Boyle mit seiner eigentlichen Geschichte ein und nimmt den Leser mit nach Cambridge, wo Timothy Leary seinen Lehrstuhl für Psychologie an der Harvard University dafür nutzt, um mit psychedelischen Drogen wie Psilocybin und LSD zu experimentieren. Mit der Unterstützung des Arzneimittelherstellers Sandoz und seiner Doktoranden möchte er herausfinden, ob diese psychoaktiven Substanzen die Psychotherapie revolutionieren können, indem sie "den Kontrollturm des Gehirns außer Gefecht [...] setzen" (Seite 46). Im Zentrum von Boyles Roman steht jedoch nicht Leary selbst, auch wenn alle Figuren im Roman um den charismatischen Leary kreisen wie Motten um das Licht, sondern sein Doktorand Fitz und dessen Frau Joanie. Diese lassen sich zusammen mit anderen Anhängern Learys auf die Experimente mit Psilocybin und LSD ein, erleben Höhen und Tiefen, geraten immer weiter in eine Parallelwelt, die mit ihrer Karriere und ihrem bisherigen Leben kaum vereinbar ist. Ich habe schon sehr viele Romane von Boyle gelesen und zähle ihn zu meinen Lieblingsautoren. Dementsprechend gespannt war ich auf seinen aktuellen Roman, der mich nicht nur aufgrund der Tatsache ansprach, dass es ein Boyle-Roman ist, sondern auch aufgrund des Themas, denn Leary und seine Experimente mit psychoaktiven Substanzen interessieren mich schon lange. Boyle ist ein exzellenter Beobachter und beschreibt seine Personen, die Handlungsorte und die Ereignisse detailliert, so dass man auch in Das Licht als Leser mit vor Ort ist, in die Geschehnisse der 1940er (Hofmanns Versuche) und 1960er (Learys Experimente) und in die beschriebenen Psilocybin- und LSD-Räusche eintauchen kann. Ich kann nicht beurteilen, wie authentisch die Schilderungen der Rauschzustände sind, aber ich empfand sie als überzeugend und ebenso faszinierend wie unheimlich und beängstigend. Ich habe Das Licht ohne Unterlass und in einem Rutsch gelesen. Dabei fand ich, dass Boyle die Abwärtsspirale, in die seine Figuren geraten, gelungen beschreibt, auch wenn der Spannungsbogen - ohne zu viel verraten zu wollen - eher ungewöhnlich ist und sich die Geschichte nicht so entwickelt hat, wie ich das vor und während der Lektüre erwartet hatte. Wie ich es oft tue, wenn mir ein Buch besonders gut gefallen hat, habe ich auch Das Licht nach dem Lesen nochmals als Hörbuch gehört. Florian Lukas liest das (gekürzte) Hörbuch auf gelungene Weise, vermag zu fesseln und gibt der Geschichte die passende Intonation. Ich selbst habe keine größeren Lücken entdeckt, die durch die Kürzungen aufgetreten sind, und ich finde, man kann der Geschichte dennoch gut folgen und verpasst keine wichtigen Szenen/Schilderungen. T. Coraghessan Boyle: Das Licht. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren. Carl Hanser Verlag, 2019, 384 Seiten; 25 Euro. T. Coraghessan Boyle: Das Licht. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren. Gekürzte Lesung von Florian Lukas. der Hörverlag, 2019; 25 Euro.

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Vita

T.C. Boyle

T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, im Hudson Valley, geboren und wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der University of Southern California in Los Angeles 'Creative Writing'. Für seinen 1987 erschienenen Roman "World´s End" erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

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Florian Lukas

Florian Lukas, 1973 geboren, hat seine Karriere am Theater begonnen, sich dann aber bald einen Namen mit Filmrollen gemacht. Nach den Kinoerfolgen Absolute Giganten und St. Pauli Nacht (beide 1998) erhielt er bereits erste Auszeichnungen. Für seine Darstellung in Goodbye, Lenin! (2003) folgten der Deutsche Filmpreis sowie ein Bambi. In dem preisgekrönten Fernsehmehrteiler Weissensee spielt Florian Lukas die Hauptrolle, auch in vielen weiteren Kino- und TV-Produktionen ist er zu sehen. Daneben bestreitet er Lesungen und spricht Hörbücher.

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