Scharnow

Inszenierte Lesung, Ungekürzte Lesung mit Bela B Felsenheimer

Bestseller Platz 18
Spiegel Hörbuch Belletristik / Sachbuch

Hörbuch MP3-CDNEU
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In Scharnow, einem Dorf nördlich von Berlin, liegt der Hund begraben. Scheinbar. Tatsächlich wird hier aber gerade die Welt gewendet: Schützen liegen auf der Lauer, um die Agenten einer Universalmacht zu vernichten, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an und mittendrin hat ein Pakt der Glücklichen plötzlich kein Bier mehr. Wenn sich dann ein syrischer Praktikant für ein Mangamädchen starkmacht, kann auch die Liebe nicht weit sein.

Sein erster Roman, aber nicht sein erstes Hörbuch: Bela B ist als Sprecher genauso begabt wie als Schlagzeuger.

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 10h 33)


Originalverlag: Heyne HC
Hörbuch MP3-CD, 2 CDs, Laufzeit: ca. 10h 33 min
ISBN: 978-3-8371-4624-0
Erschienen am  25. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Bela B - Scharnow - jetzt reinlesen und reinhören.

Leserstimmen

Bela B’s durchwachsenes Romandebüt

Von: Sören

17.03.2019

Ich möchte Bela Bs Debutroman wirklich mögen. Doch das gelingt nur bedingt. Immerhin – wer in den Neunzigern auf dem Land groß geworden ist, kam an den Ärzten ja nicht vorbei, wollte man Musik mit etwas klügeren Texten und etwas mehr Witz hören, als sie der Charts-Pop bereithielt. Und dann ist der deutsche Literaturbetrieb ja derart gemainstreamt, dass man regelmäßig glauben könnte, alles stamme aus den Federn der immer-gleichen Handvoll von Autorinnen und Autoren. Ja: Wenn jemand einen Roman veröffentlicht, der nicht durch das Schreiben bekannt geworden ist, bin ich durchaus erstmal skeptisch: Hat die Person sich das Handwerkszeug erarbeiten können, das man meist nur durch viele Jahre des Schreibens erlangt? Andererseits: Man hätte doch hoffen dürfen, dass ein eher wilder Kerl wie Bela B mit Punk-Hintergrund zumindest etwas zusammenbastelt, das hier und da die Nägel ins Fleisch des an der eigenen Selbstherrlichkeit dick gewordenen Betriebes gräbt. Licht und Schatten. Besonders anfangs mehr Schatten Nein, ich habe keinen kunstvollen Modernismus erwartet, die Chancen, dass ein berühmter Musiker ganz zufällig auch der nächste Pynchon oder Gibson ist, stehen wahrscheinlich nicht all zu gut. Aber doch zumindest ein Werk, das, vielleicht eher rustikal, doch formal irgendwie dem Angekündigten gerecht wird. Versprochen wird immerhin ein „wilde[r] Tornado der Ereignisse“. Tatsächlich geschieht viel, doch Scharnow ist leider formal ein ziemlich konservativer Roman. Nicht falsch verstehen: Bela B lässt natürlich alle Archetypen des tendenziell linken Außenseitertums aufmarschieren: Den einsamen Journalisten/Buchkritiker, den Gelegenheitsarbeiter, einen netten liberalen muslimischen Internetcafébesitzer, das alternative Berlin-Girl, das entdeckt, dass auch die Szene depperte Tabus kennt, eine jugendliche Trinkerclique/Kommune, Hooligans, Pornodarstellerinnen und die Katze von Gregor Gysi. Und prinzipiell ist der Plot natürlich auch versprochen absurd und enthält all die Verrücktheiten, die in der Werbung zum Buch auftauchen. Nur ist all das in einer Weise verfasst, wie es ein Goethe-Epigone Anfang des 19. Jahrhunderts so auch schon hätte formulieren können. Wie wir es vielleicht mal in der Schule gelernt haben, wird jeder Protagonist erstmal hübsch beschrieben, dann seine Umgebung beschrieben, dann gesagt, was er denkt, dann was andere über ihn denken, usw. – das liest sich oft ein wenig wie ein Literaturbaukasten. Ob eine lange Masturbationsszene (gleich am Anfang, soll wohl Drastik bekunden, langweilt aber eher) oder zufälliges Beobachten einer möglichen Anschlagsplanung: Alles geschieht im stets gleichen Tonfall, ohne jegliche Dringlichkeit. Goethe, tatsächlich ein sehr moderner Schriftsteller, würde Bela wahrscheinlich raten: „Junge, mach dich mal locker!“. Ich meine, um Gottes Willen: In diesem Roman gibt es denkende, kommunizierende Gegenstände, darunter blutrünstige Bücher und der Autor schreibt darüber so gemütlich, wie über eine Familie, die am Rhein spazieren geht! Warum das Buch trotzdem Spaß macht Zum Positiven: Wenn man durch die ersten 1-2 Stunden durch ist und die Geschichte langsam Fahrt aufnimmt, ist Scharnow doch ein ziemlich kurzweiliges Buch mit einer ganz ordentlich aufgebauten immer absurder werdenden Handlung. Die Art der Einfälle erinnert an Chabon, wenn auch die Ausführung nicht ganz hinterher kommt. Dank dem relativ raschen Wechsel zwischen den einzelnen Szenen (das einzige an der Erzählweise, was man „modern“ nennen könnte, obwohl diese Technik von JMR Lenz immerhin bereits im 18. Jahrhundert in das deutsche Theater eingebracht wurde) kommt nie Langeweile auf, und man hat auch kaum Zeit darüber nachzudenken, welche Unwahrscheinlichkeiten nicht nur scheinbar übernatürlicher Art, sondern vor allem auch welche Zufälle und Verwicklungen Bela aneinander reiht, um die Handlung voran zu bringen. Das ist gar nicht despektierlich gemeint, sondern eine der größeren Leistungen des Romans: Auf diesen Fetisch des „könnte das wirklich passiert sein?“ zu pfeifen und in erster Linie darauf zu achten, was in der Geschichte funktioniert. Irgendwann müht sich der Autor dann doch, all den übernatürlichen Ereignissen eine Erklärung zu spendieren… Naja. Das geschieht so dreist platt à la „Deus Ex Machina“, dass es schon fast wieder gelungen ist. Scharnow ist nicht der Geheimtipp für alle, die Unterhaltungs- wie Intellektuellenschriftstellerei zuletzt immer wieder enttäuscht hat, aber im Großen und Ganzen ein Buch, das man mit Spaß lesen kann. Ist es auch ein Buch für Ärzte-Fans? Da bin ich mir nicht so sicher. Gerade das große Tempo und der hintersinnige Witz, die die besten Ärzte Titel ausmachen, fehlt Scharnow ein wenig. Erzählt wird eben etwas mutlos-gemächlich. Die Hörbuchausgabe, die der Rezension zugrunde liegt, ist vom Autor selbst gut gelesen. Und wer Bela B schon immer mal „Fiesta Mexikana“ singen hören wollte. muss natürlich zugreifen.

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Überraschend gut!

Von: Mehr als Worte

16.03.2019

In Scharnow liegt der Hund begraben, dieser Satz hat eine tiefere Bedeutung die einem erst zum Schluss klar wird, ob dies so gewollt ist, kann uns wohl nur der Graf höchstpersönlich beantworten. Alles in allem bin ich mit recht wenigen Erwartungen an das Buch ran gegangen und wurde positiv überrascht. Während es viele Charaktere gibt die auch alle wichtig sind scheint der einzige rote Faden der Ort Scharnow und ein beißendes Buch zu sein, doch im Laufe der Geschichte zeichnet sich immer mehr ab wie alles zusammenhängt und es ergibt sich ein Gesamptpaket welches ironischer aber auch tiefgründiger nicht sein könnte. Die oft verrückten Personen spiegeln die Gesellschaft wieder und auch wenn vieles mit einem zwinkernden Auge erzählt wird, der ernst der Lage ist allgegenwärtig und lässt einen nachdenklich zurück. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, eigenwillig aber sobald man sich erst einmal eingefunden hat klappt es wie am Schnürchen. Natürlich dürfen phantastische Elemente nicht fehlen aber irgendwie passt das dann auch ganz gut rein. Gelesen wird das Hörbuch von Bela B selber und ich kann euch sagen, hört es auch an, die Stimme ist einfach nur so grandios! Irgendwer sprach von einem zweiten Teil und ich hoffe sehr darauf, denn das ganz große Ganze wurde nicht geklärt und ein paar Fragen bleiben offen, allerdings hoffe ich, dass einige Personen dann doch noch verschont bleiben, sie mussten genug mit machen und haben dann hoffentlich ein happy end. Interessant waren die Fantasie Elemente die dem ganz normalen Wahnsinn gegenüber stehen und somit ganz normal scheinen. Bewertung: Allein schon weil es von Bela B ist hat dieses Schätzchen fünf Anker verdient aber es ist auch inhaltlich einfach umwerfend.

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Vita

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

© Konstanze Habermann
Bela B Felsenheimer

Bela B Felsenheimer, geboren 1962 in West-Berlin, ist Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist, Sänger, Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher, war Comicbuch-Verleger und hat eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem als Mitglied der Punkrock-Band die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Scharnow ist sein erster Roman.

© Konstanze Habermann
Bela B Felsenheimer

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