Leserstimmen zu
Nacht über Blackheath

Anne Perry

Die Thomas & Charlotte-Pitt-Romane (29)

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Anne Perry ist seit Längerem eine meiner bevorzugten Autorinnen für historische Romane. Natürlich sind bei Serien von mehr als 30 Bänden (wie etwa bei Inspektor Pitt) Wiederholungen und Story nicht immer das Gelbe vom Ei, aber Anne Perry schafft es in jedem einzelnen Buch, das viktorianische Zeitalter in vielen Facetten bestechend darzustellen und damit einige Verwicklungen und Längen in der eigentlichen Story auszugleichen. So auch in “Nacht über Blackheath”, dem Band # 29 der Inspektor Pitt-Reihe. Wieder führt ein mysteriöser Mord sowohl den Inspektor als auch seine Frau & seine Schwägerin auf die Suche nach dem Täter, und wieder sind es die viktorianischen Feinheiten, die dem Roman seinen besonderen Touch verleihen. Codes in Kleidung, Verhalten, Konversation stehen wie immer im Mittelpunkt und das ist genau das, was die Romaen so großartig macht: man hat das Gefühl, in eine fremde, vergangene Welt voller Codes einzutauchen, die wir heute nicht mehr verstehen. Das ist einer der ganz großen Reize der Arbeiten von Anne Perry

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Meine Meinung: Das erste Buch, in dem Thomas Pitt ermittelt hat die Autorin 1979 geschrieben. Dieses Buch ist inzwischen das 29. der Serie und weitere werden noch erscheinen. Ich habe einige gelesen und hatte nie ein Problem, wenn ich einige Bücher der Serie übersprungen habe. Sehr schnell ist mir auch diesmal wieder der Einstieg gelungen. Ich freute mich, dass ich nun wieder neues über Thomas Pitt, seiner Frau Charlotte, seiner Schwägerin Emily und Großtante Vespasia erfahren konnte. Diese Personen waren mir vertraut und auch sehr sympathisch. Thomas Pitt ist inzwischen Leiter beim Staatsschutz geworden. Diesmal muss er sich um eine vermisste Zofe kümmern, was normalerweise nicht in seinen Bereich fällt. Aber da ihr Dienstherr eine sehr wichtige Person ist, wird er heran gezogen. Die Geschichte spiegelt die Zeit um 1897 wieder. Die enormen Standesunterschiede spielen eine sehr große Rolle. Deshalb ist es für Thomas Pitt auch keine leichte Aufgabe, er muss auf zu vieles Rücksicht nehmen und zu viele Personen meinen sich einmischen zu können. Ich fand es wieder ungemein interessant zu lesen, wie damals die Polizei arbeiten musste, die vielen technischen Hilfsmittel standen ihnen ja noch nicht zur Verfügung. Auch war es immer wieder beschwerlich von einem Ort zum anderen zu kommen. Wie in den anderen Büchern auch, bekam Thomas Pitt wieder Hilfe durch seine Frau, Schwägerin und Lady Vespasia. Nebenbei konnte ich aber auch einiges über das Alltagsleben des Personals und der Personen, die in höheren Kreisen verkehrten, erfahren. Das mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, man muss Anne Perry und ihre Bücher wirklich lieben. Auf jeden Fall hat sie in diesem Buch reichlich Spannung aufgebaut, ich hatte auch die ganze Zeit eine Person im Auge, die mir merkwürdig vorkam, aber mit diesen Ende hatte ich dann doch nicht gerechnet. Fazit: Fans von Anne Perry werden sich dieses Buch sicher nicht entgehen lassen, aber ich kann es auch Neueinsteigern empfehlen. Da jedes Buch abgeschlossen ist und man nicht unbedingt das Wissen der anderen benötigt, kann durchaus auch mit diesem Buch gestartet werden.

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Im Haushalt der Kynastons verschwindet eine Angestellte. Bald darauf wird in der Nähe des Hauses eine entstellte Leiche gefunden. Commander Thomas Pitt versucht herauszufinden, ob die Tote die vermisste Zofe ist, und wer sie getötet hat. Die Autorin Anne Perry hat eine Vielzahl von historischen Kriminalromanen geschrieben. Die zwei bekanntesten Reihen sind über den Ermittler William Monk, und über das Ehepaar Thomas und Charlotte Pitt, zu der als 29. Band auch „Nacht über Blackheath“ gehört. Ich habe bereits einige Romane der Reihe gelesen, daher war mir das Ermittlerpaar bereits bekannt, alle Geschichten kenne ich aber noch nicht. Zum Verständnis der einzelnen Kriminalromane sind Vorkenntnisse aber auch nicht nötig, Anspielungen auf frühere Fälle gibt es kaum. Die Krimis der Pitt-Reihe spielen in der „gehobenen Gesellschaft“ des viktorianischen Londons Ende des 19. Jahrhunderts. Die Autorin Anne Perry erschafft mit ihren Beschreibungen ein (wie ich annehme) authentisches Bild der damaligen Zeit, sodass man sich als Leser über hundert Jahre zurückversetzt fühlt. Anne Perrys Schreibstil liest sich flüssig, bis auf einzelne Dialoge, bei denen sie Personen mit einem tiefen Bildungsniveau (Hausangestellte konnten damals ja oft weder lesen noch schreiben) einen entsprechenden „Slang“ verleiht, was zwar die Authentizität erhöht, aber natürlich die Lesbarkeit etwas erschwert. Ein Grossteil der Geschichte wird in der 3. Person aus Sicht des Ermittlers Pitt erzählt, mit einigen Abschnitten aus der Perspektive seines Partners Stoker. Mit ihrem Schreibstil wendet sich Anne Perry auch an ungeübte Krimileser, indem sie die wichtigen Fragen von ihren Protagonisten stellen lässt, damit der Leser sicher nicht vergisst, was noch ungeklärt ist. Für Krimileser mit Erfahrung ist das zwar im Grunde überflüssig, es hat mich jedoch auch nicht gestört. Etwas nervend fand ich hingegen die vielen Wiederholungen in den Beschreibungen, vor allem der Damenmode. Ab Mitte des Buches habe ich wohl jedes Mal, wenn ich die Worte „wie es der aktuellen Mode entsprach“ gelesen habe, die Augen verdreht… Bei „Nacht über Blackheath“ handelt es sich um einen Kriminalroman nach klassischem „Whodunit“-Schema, der mit der Straftat beginnt und mit deren Aufklärung endet, ohne grosse Wirrungen oder Überraschungen. Wer historische Krimis nach klassischem Schema mag und auf der Suche nach etwas lockerer Unterhaltung ist, dem kann ich „Nacht über Blackheath“ ebenso empfehlen wie auch die anderen Krimis von Anne Perry. Wer möchte, kann natürlich mit dem ersten Band der Pitt-Reihe „Der Würger von der Cater Street“ einsteigen, es ist hier aber nicht nötig, alle Bände zu kennen oder sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

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Anne Perry ist vielfache Kriminalromanautorin. Die 1938 geborene Autorin ist unter anderem für ihre im viktorianischen England spielenden "Thomas-Pitt-Krimis" berühmt. Nun ist der aktuelle von ihr erschienen und reiht sich ein in die raffinierten Fälle: Nicht nur für Fans Verzwickte Fälle löste der ehemalige Polizist und seit Neuestem im Staatsschutz tätige Thomas Pitt bisher immer gemeinsam mit seiner Frau. Dieses Mal ermittelt er allein und das bringt der Serie neue Würze. Wieder lernt man London anders kennen und schätzen, die Autorin sorgt für leichte Gruselgefühle und mit den nötigen Spannungen dafür, dass man das Buch ungern beiseite legt. Knöpfen Sie es sich also lieber nicht erst abends vor dem Einschlafen vor! Wunderbarer Schmöker! PERRY, A. (2015): Nacht über Blackheath, Heyne Verlag, ca. 9,99 €

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