Leserstimmen zu
Die Kälte im Juli

Joe R. Lansdale

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Taschenbuch
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Vor etwas längerer Zeit kam bei mir ein neuer Roman von Joe R. Lansdale an. Es handelte sich um "DIe Kälte im Juli" (1997 auch unter dem Namen "Die Sonne brennt über Texas erschienen). Nachdem sich die beiden Bücher "Drive-In" und "Im Dickicht" bei mir etwa im mittelmäßigen Teil der Skala wiederfanden, habe ich beschlossen mir noch ein anderes Buch von ihm zu holen. Richard und seine Frau Ann führen ein ganz normales Leben und sind gerade in ihrem Bett und schlafen, als sie auf einmal aus dem Schlaf hochschrecken. Ein Albtraum, wie ihn praktisch jeder schon mal gehabt hat. Ein Einbrecher ist in ihrem Haus. Richard nimmt sich einen Revolver, um seine Familie zu beschützen. Er geht nach unten, sieht den Eindringling, der gerade eine Waffe zückt und schießt auf ihn, woraufhin der ungebetene Gast seinen Verletzungen erliegt. Die Familie Dane wiegt sich in Sicherheit, bis der Vater des erschossenen Jungen auf einmal auftaucht und dem Ehepaar, als erstes subtil, aber dann offensichtlich und angetrieben von Rache klar macht, dass er seinen Sohn rächen würde. Was hat die Familie nun zu erwarten? Joe R. Lansdale schafft es auf 250 Seiten eine Geschichte sowohl glaubwürdig, als auch spannend und gut zu erzählen. Was mir bei den anderen Büchern schon aufgefallen ist, dass sein Scheibstil extremst gut und überzeugend ist, obwohl die Geschichte an manchen Stellen schon etwas absurd war. Allgemein handelt es sich bei dem Buch um einen tollen, aber leider schon etwas alten Plot, der aber noch lange nicht ausgelutscht ist. Ich werde auf alle Fälle in nächster Zeit mehr von Lansdale lesen und gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.

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Es ist nichts neues, dass ich Fan von den Werken Joe R. Lansdales bin, dabei aber nach wie vor große Lücken in meiner "Bildung" rund um den sympathischen Texaner habe. "Die Kälte im Juli" ist nun eines der Werke, die mittlerweile (genauer gesagt im Jahr 2014) verfilmt wurden, unter anderem mit Michael C. Hall und Don Johnson. Wenn das mal kein Ansporn ist, sich gemeinsam mit Richard Dane dem Schutz seiner Familie zu widmen. Zunächst kommt hierbei jedoch schnell Ernüchterung auf. "Die Kälte im Juli" startet zwar flott und actionreich, dümpelt dann jedoch für eine Weile mehr oder minder vor sich her. Lansdale nimmt sich viel Zeit, die Figuren einzuführen und die Verhältnisse untereinander zu klären. Ab Seite 50 nimmt der Roman dann jedoch Fahrt auf. Und wie. Der Spannungsbogen steigt sprunghaft an und der Leser wird geradezu in eine Verkettung von Ereignissen und Wendungen hineingezogen, die so zu Beginn auf keinen Fall absehbar gewesen ist. Lansdale versteht sich wunderbar darauf, seine Fans in eine Richtung zu schubsen, ihnen dort dann die berühmte lange Nase zu drehen und einen Tritt in den Hintern zu geben, damit sie sich doch möglichst schnell wieder umdrehen mögen. Die Geschichte wird dennoch zu keinem Zeitpunkt unübersichtlich sondern fließt in einem angenehm rasanten Tempo voran. Die Atmosphäre ist autorentypisch sehr dicht und an manchen Punkten auch sehr abgefahren. Das kennt man von Lansdale, das liebt oder hasst man an Lansdale. Die Figuren waren schon immer ein Markenzeichen des Autoren. "Die Kälte im Juli" bildet hierbei keine Ausnahme. Zwar hat man mit Richard Dane einen stinknormalen Familienvater und Rahmenbauer (im Ernst, diesen Beruf gibt es?) als Protagonisten, dem man eigentlich nichts böses zutrauen würde, Lansdale gelingt es jedoch ausgesprochen gut und vor allem glaubhaft aufzuzeigen, wie schnell man doch in eine Spirale der Gewalt hineingezogen werden kann und wie schwer es dann, allen gut herausgearbeiteten Selbstzweifeln zum Trotz, ist, aus dieser wieder hinaus zu gelangen. Danes Sidekick Ben Russel ist auch noch eine eher bodenständige Figur, die diese Entwicklung in Gang bringt und voran treibt, dabei ebenfalls sehr glaubwürdig ist. Jim Bob Luke hingegen, die wohl wichtigste Nebenfigur des Romans, ist genau das, was man aus den anderen Werken des Autoren kennt: eine abgefahrene, schillernde Persönlichkeit, die dafür zuständig ist, die richtige Lansdale-Atmosphäre zu vermitteln. Ich kann mir vorstellen, dass Don Johnson diesen Kerl wunderbar verkörpert. Stilistisch war "Die Kälte im Juli" zunächst etwas ungewohnt. Der Autor bedient sich für die Perspektive wie so oft der ersten Person, was soweit ja noch bekannt ist. Was jedoch auffällt ist, dass der Roman großteils auf den sonst so gern gesehenen bitterbösen, beißenden Sarkasmus verzichtet und eher ernst daher kommt. Auch diese Schreibweise steht Lansdale gut zu Gesicht, mag jedoch zum Start hin etwas gewöhnungsbedürftig sein. Unverändert bleiben jedoch die immer wieder einfließenden Gewaltspitzen, welche ebenfalls ein Markenzeichen und in dieser Geschichte wie gehabt sehr wohl platziert sind und nicht selbstzweckhaft wirken. Fazit: "Die Kälte im Juli" gehört zu den ernsteren Werken Joe R. Lansdales. Nachdem der Roman eine erste Durststrecke hinter sich gebracht hat, steigt das Tempo sprunghaft an und es entwickelt sich schnell ein sehr spannender, dynamisch erzählter und wendungsreicher Thriller, der den Leser bis zum blutigen Finale zu unterhalten weiß. Auch wenn dieser ob des Klappentextes ganz sicher noch nicht sagen kann, in welche Richtung sich das Buch überhaupt bewegen wird.

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Rezension - Die Kälte im Juli (Joe R. Lansdale) Also... Die Kälte im Juli kommt mit einer Länge von 250 Seiten daher, TB-Ausgabe und ist grundsätzlich in drei Teile gegliedert: Teil 1: Söhne / Teil 2: Väter / Teil 3: Väter und Söhne. Alle in diesen Abschnitten vorkommenden Geschehnissen passen sauber zur Hauptthematik bzw. zu den auftretenden Personen. Das Buch ist von Angang bis Ende spannend und vor allem sehr gut geschrieben. Mit "sehr gut geschrieben" meine ich in diesem Fall die Tatsache, dass Figuren gut dargestellt und keine langatmigen Passagen vorzufinden sind. Da der Thriller bereits 1997 als deutsche Ausgabe erschienen ist, findet man sich zwar mit der alten Rechtschreibung konfrontiert (hätte man bei der Neuauflage durchaus korrigieren dürfen, sie hemmt aber keineswegs den Lesefluss/Lesespaß und stört daher nicht weiter. Die Dialoge der Personen sind sehr ungeschönt und realitätsnah dargestellt, sodass man beim Lesen wirklich das Gefühl hat, die könnten das durchaus so gesprochen haben. Viele, viele, viele positive Eindrücke, leider gibt es ein unausweichliches ABER: Ungefähr ab Seite 100 trifft die Hauptfigur dann eine saudumme Entscheidung, die den Verlauf der Geschichte komplett umkrempelt. An diesem Punkt kam die Logik viel zu kurz und es wurde absurd. Ich dachte mir: "Hä? So dämlich ist doch niemand, oder??" Als man dann auch noch die eigene Ehefrau problemlos ins Boot holt, wurde es für mich richtig unverständlich! Muss leider für diesen eigenartigen Handlungsumschwung Punkte abziehen! Komisch aber: Spannend war es weiterhin; mein Interssse war noch da. Der Autor muss also einiges auf dem Kasten haben, wenn er es schafft, seine Story trotz des kleinen Schönheitsfehlers, so gekonnt weiterzuführen. Fazit: Äußerst unterhaltsamer, kurzweiliger Thriller mit kurzen Kapiteln zum Luftholen. Wem diese Schlüsselszene in der Mitte nicht groß stört, darf sich auf ein rasantes Abenteuer mit viel Tempo freuen. Alles in allem hatte ich meinen Spaß daran und möchte daher die diversen Logikbrüche in den Handlungen der Figuren nicht unbedingt auf die Waagschale packen. Der Fokus liegt eher auf der rasanten Schreibe und da gibts viele, viele Pluspunkte.

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Richard Dane erschießt einen Einbrecher – klarer Fall von Notwehr. Sieht die Polizei auch so. Der Vater des Einbrechers, Ben Russell, sieht das aber ganz anders. Kurz vorher aus dem Gefängnis entlassen sucht er Rache für seinen toten Sohn… Hört sich nach einer einfachen Geschichte an, nicht? Ein durchgedrehter Verbrecher, der Rache für seinen getöteten Sohn sucht. Naaaa, wir wären ja nicht bei Lansdale, wenn das so einfach wäre. Ich hatte das fast verdrängt, und so schafft es Lansdale wieder einmal, mich zu überraschen, in dem das Buch eine völlig andere Wendung nicht. Ein spleeniger Privatdetektiv spielt noch eine Rolle, das Zeugenschutzprogramm und ein Roadtrip. Doch schon bevor diese überraschende Wendung eintritt, gelingt es Lansdale seine Leser in Bann zu schlagen. Das Gefühl, wenn jemand die Privatsphäre verletzt, in die Räume eindringt, in denen man sich gibt, wie man ist, in denen man schläft und träumt. Die Angst, dass das Zuhause nicht mehr sicher ist. Der Einbrecher war nur kurz da, doch was er hinterlässt ist ein Gefühlschaos. Weder Richard noch seine Frau Ann fühlen sich noch sicher. Alarmanlagen und Gitter werden angeschafft, aber so ein richtiges Gefühl von Sicherheit will sich einfach nicht mehr einstellen. Eine permanente diffuse Angst liegt über dem ersten Drittel des Buches. Einzig Jordan, Richards Sohn, ist unbesorgt, da er den Angriff nicht mitbekommen hat. Dabei ist er das Ziel von Ben Russell, der nach dem Leitsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ vorgeht. Und das – das ist nur der Anfang. Danach wird die psychologische Raffinesse nach und nach mit Spannung gesteigert, um zu einem knallharten Hardboiled Krimi zu werden. Lansdale schickt den Leser, nach einer überraschenden Wendung auf einen Roadtrip mit einem abtrünnigen Familienvater, einem alten, verzweifelten Mann und einem leicht irren, schrulligen Privatdetektiv, der aber verdammt viel auf dem Kasten hat. Und natürlich gibt es ein fulminantes Ende mit vielen Waffen. Ganz nebenher flicht Lansdale dabei aber noch ein wichtiges Thema ein: die Vater-Sohn-Beziehung. Schon das Buch ist in die Abschnitte Söhne, Väter und Väter und Söhne aufgeteilt. Und so verbindet diese übergeordnete Beziehung mehrere zutiefst unterschiedliche Menschen und bietet dem Leser ein Potpourri an Charakteren, die wie immer liebevoll ausgearbeitet sind, und immer mit ein wenig Schrulligkeit bereit stehen. Ich bin tendenziell eher skeptisch gegenüber von Vor- bzw. Nachworten, doch diesmal fand ich es sehr interessant. Lansdale erzählt darin, wie er die Idee zu diesem Thriller gefunden hat und wie sie in ihm gereift ist. Er erwähnt auch, dass „Die Kälte im Juli“ anders für ihn war, als seine anderen Romane. Der Einblick des Autors war für mich beeindruckender, als die Worte, die oft von anderen über den Autor angefügt werden. Fazit: Das erste Drittel ist eher ruhig und unterschwellig, während dann ein verrückter Trip beginnt, der in einem hardboiled Ende gipfelt – ein tolles Lesevergnügen, welches mich letzten Sonntag überrascht und gefesselt hat.

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Auf rund 250 Seiten gelingt Joe R. Lansdale in seinem Roman 'Die Kälte im Juli' das Kunststück, eine ganz und gar unvorhersehbare, von Wendungen und schockierenden Ereignissen geprägte Handlung voranzutreiben, die kaum noch dazu befähigt, das Buch auch nur eine Minute aus der Hand zu legen und einmal mehr unter Beweis stellt, weshalb der Texaner unbestreitbar zu den Größen seiner Zunft zählt und das, obwohl seine Geschichte mittlerweile mehr als 25 Jahre alt ist.

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Meine Meinung: Ich hatte etwas Schwierigkeiten mit diesem Buch und kann micht jetzt am Schluss auch nicht recht entscheiden ob ich es ein 3 oder 4 Sterne Buch finde. Es fängt ziemlich schockierend und sehr detailreich an mit wenig Tiefgang. Die Story läuft so ein bisschen oberflächlich dahin, aber irgendwie entsteht auch eine ungewisse Spannung die man nicht einteilen kann. Vielleicht ist es auch der Schreibstil oder die derbe Sprache, was mir alles ein bisschen unangenehm machte. Aber nie so dass ich aufgeben wollte zu lesen. Es kommt dann eine ungeahnte Wendung in die Story, die die Verhältnisse nochmals neu stellt. Eine neue Figur kommt dazu die Dynamik entstehen lässt und auch mit derben Humor glänzt. Auch die Gespräche und Gedanken der Figuren werden zunehmend tiefer, man sieht dass nicht jede Person aus nur einem Winkel betrachtet werden sollte. Es ist ein Zusammenspiel von Schichten. Dennoch flacht das Potenzial im Mittelteil wieder ab, was mich aber auch ein wenig an Action-Filme erinnert und dieses Buch wurde ja dann auch verfilmt, passt also ganz gut. Irgendwie noch ein Versuch irgendetwas an Spannung heraus zu holen. Fazit: Ein Thriller der einen im unangenehmen Limbo stehen lässt, dennoch flott und spannend zu lesen ist, aber zum Schluss nicht ganz zufrieden stellt.

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"Wer immer gegen Monster kämpft, sollte dabei möglichst nicht selbst zum Monster werden." [S.5] Es ist Nachts. Alle liegen im Bett und träumen vor sich hin. Nur Ann nicht. Sie hat etwas gehört. Etwas ungewöhnliches, etwas was sie aufgeweckt hat. Sofort ist sie sich sicher: Dass da war kein normales Geräusch. Jemand machte sich an ihrer Tür zu schaffen. Kurzerhand weckt sie ihren Mann Richard leise auf, der sofort handelt und auf leisen Sohlen in das gemeinsame Wohnzimmer schleicht. In der Hand eine Waffe. Und tatsächlich, da stand ein Einbrecher in seinem Haus und schaute sich in aller Seelenruhe nach Beute um. Kurz darauf löst sich ein Schuss und danach noch einer. Richard steht noch. Der Einbrecher liegt tot auf der Couch. Notwehr wird man ihm später sagen. Alles ist in Ordnung. Er braucht keine Konsequenzen fürchten. Das war ein bekannter Verbrecher und er hat somit dem Staat quasi etwas Gutes getan. Doch so leicht ist Richard nicht zu beruhigen und erst recht nicht, als er erfährt, dass dieser Mann der Sohn eines Verbrechers ist, der frisch entlassen wurde. Ob er auf Rache aus sein wird? Es dauert nicht lange und die beiden Männer treffen aufeinander. Sofort ist klar, dass das nicht ohne besagte Rache enden wird. Notwehr ist das eine, aber einen Sohn zu ermorden etwas anderes und so fängt Richard an, um seinen kleinen Sohn zu bangen. Wer weiß zu was Ben Russel fähig ist? Seine Sorge ist auch nicht ganz unbegründet. Kurze Zeit später kommt es erneut zu einem Aufeinandertreffen, was nicht nur ein Gespräch beinhaltet und Russel landet letztlich im Gefängnis. In der Zwischenzeit macht Richard eine Entdeckung, die ihm an dem Geschehen der letzten Tage zweifeln lässt. Irgendetwas passt hier hinten und vorne nicht zusammen. Doch wer hat ihn angelogen? Wer will hier etwas vertuschen? Und vor allem warum? Somit schlägt das Buch kurzerhand eine Wende ein und eine neue Rachetour wird geplant, nur eben komplett anders als zunächst gedacht, um die neue Wahrheit an das Tageslicht zu bringen. Bis zu diesem Punkt - dieser kleinen überraschenden Wende - liest sich das Buch super spannend. Es hat genau das richtige ruchige Flair, was man bei dem Klappentext erwartet hat. Derbe Sprüche fallen, es wird schonungslos zur Tat geschritten und auch Ekelszenen, werden ohne mit der Wimper zu zucken beschrieben. Man möchte sich am liebsten zurücklehnen und dem Autor sagen: Oh, Ja! Gib mir mehr davon! Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an die kommenden Seiten nach so einem starken Einstieg. Doch nun folgt das böse "aber". Leider kann der Autor dieses Level nicht halten. Zunächst merkt man nichts davon. Man schreitet den neuen Pfad entlang. Zu bekannten Gesichtern kommen Neue dazu, die dem Texaner-Klischee in nichts nachstehen und mit Sprüchen unter der Gürtellinie versuchen zu punkten. Selbst als neue brisante Fakten ans Tageslicht kommen, ist man noch erschüttert und glaubt an den "Kampf, der alle Grenzen überschreitet". Nur irgendwie kommt dieser nicht. Natürlich kommt es zu Kämpfen und gemeinen Wortklaubereien. Auf diesem Level bleibt sich Lansdale treu. Allerdings wirken diese fad und zeitweise unglaubwürdig. Spannung will irgendwie nicht mehr so recht aufkommen nachdem man die Wahrheit weiß, denn automatisch kennt man das Ende und das will so gar nicht in das Genre "hardcore" passen. Ins Detail gehen kann ich in vielen Punkten nicht, sonst könnte ich hier eine Menge schöner Beispiele bringen, die das unterstreichen. Nur so viel: Wenn man die drei Unterteilungen des Buches sich anschaut, kann man sich theoretisch schon eine Menge denken. Vor allem den Weg den die Handlung einschlagen wird. Die Figuren helfen leider auch nicht dabei, den Thriller ein wenig zu pushen. Richards Frau ist etwas schräg drauf und hat Denkweisen, die ich nicht immer nachvollziehen kann. Der gemeinsame Sohn hat wohl eine Aufmerksamkeitsübersteuerung und macht viel Blödsinn um sich seiner Beobachtung gewiss zu sein. Die Polizisten stinken schon zehn Meilen gegen den Wind nach Korruption und auch das Umfeld der Familie ist recht strange drauf. Einzig Mister Russell, wirkt zunächst wie das reine Böse, wie ein Hoffnungsschimmer. Doch auch hier wendet sich das Blatt. Alles in allem war ich enttäuscht von dem Buch. Es war nicht mein erster Joe R. Lansdale, diesen Rang hat "Akt der Liebe" der "Kälte im Juli" bereits abgelaufen. Dieses Buch hat mich auf jeden Fall mehr überzeugt gehabt. Von daher hoffe ich hiermit nur einen Fehlgriff gelandet zu haben und werde mich nach weiteren Büchern von Lansdale umschauen. Wer einen Thriller lesen möchte, der derbe sein kann, aber schnell den Weg eines Krimis einschlägt, darf zugreifen. Allen anderen Extrem-Lesern rate ich davon ab.

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„Die Kälte im Juli“ beginnt mit einem Verbrechen und einem Mord, der einfach erscheint. Richard Dane tötet einen Einbrecher in seinem Haus. Richard versucht, sein Leben als Familienvater weiterzuleben. Jeder in der kleinen Stadt LaBorde weiß, dass Richard Dane in Notwehr handelte - alle außer Ben Russel, dem Vater des Verbrechers, der Richard Dane im Haus überfallen hatte. Ben Russel droht Richards kleinen Sohn als ein Akt der Rache zu töten. "Ein Sohn für einen Sohn". Die beiden Väter werden unerwartet in eine Verschwörung gezogen, die die abscheulichsten Verbrechen verbirgt: Polizei-Korruption, Mafia, Täuschung und Brutalität der Unterwelt. Werden Richard Dane, Ben Russel und der exzentrische Privatdetektiv Jim Bob Luke das Spiel überleben? Obwohl der Roman mit beeindruckendem Realismus dem Genre entspricht, so hat doch der Subtext weniger mit einem Rachefeldzug zu tun. Es geht mehr um die Verantwortung eines Vaters für seinen Sohn. Das zeigt sich schon in den Überschriften der drei Teile: Söhne, Väter, Väter und Söhne. Weit weg vom Nervenkitzel der Jagd ist eine subtile Botschaft über Familie und Beziehungen versteckt, Alle müssen ihre eigene Wahl zu treffen, wenn es um Antworten geht und wie viel sie wirklich wissen wollen. Eine ebenso spannende wie blutige Abhandlung über Väter und Söhne, über Liebe und Hass und Freundschaft auch zwischen Menschen, die unter gewöhnlichen Umständen nichts miteinander zu tun haben. Dieses Buch ist mehr als nur eine Geschichte von Herausforderung, Angst, Erwachen, Ändern, Narben und Heilung. Es wird Sie etwas über sich selbst als auch die Leute um Sie herum lehren. Liebe und Vergebung können so tief gehen, wie Sie bereit sind, es zuzulassen. Aber die Dinge sind nicht immer wie sie scheinen und Ihre Prinzipien und Überzeugungen werden auf den Prüfstand gestellt. Lange, bevor Sie das Buch beenden, werden Sie auf der Suche viel tiefer in, die Welt um Sie herum und auch auf in sich selbst hineingehen. Am Ende werden Sie nicht mehr der Gleiche sein. Ein bemerkenswerter Roman. Überraschend und intelligent. Spannung vom Anfang bis zum Ende. Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Eine Überraschung folgt der anderen.

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