Leserstimmen zu
Der Ritter der Könige

Sabrina Qunaj

Ein Geraldines-Roman (3)

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Inhalt Wales, 1145: Der vierzehnjährige Maurice de Prendergast hat gerade mit seinem Freund Meilyr FitzHenry die Ausbildung zum Ritter begonnen, als Richard de Clare, der Sohn des Earls von Pembroke, ebenfalls dem Haushalt von William FitzGerald beitritt. Schon bald freunden sich Richard und Maurice an, dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Als jedoch Richards Vater nur wenige Jahre später stirbt, nimmt er neben Maurice nicht Meilyr, sondern dessen Cousin Raymond als Knappe in seinen Haushalt auf, den jüngsten Sohn des Constables von Pembroke, der Maurice hasst, den Maurice jedoch positiv zu beeinflussen hofft. Und jenseits der Grenze, in England, tobt noch immer der Bürgerkrieg… Meine Meinung Der Ritter der Könige ist der dritte historische Roman von Sabrina Qunaj, der sich mit der Familie der Geraldines beschäftigt. Er spielt etwa zur gleichen Zeit wie Das Blut der Rebellin, beschäftigt sich jedoch mit anderen Themen, so dass es kaum Überschneidungen gibt und man diese beiden Bände in beliebiger Reihenfolge lesen kann. Wie schon zuvor verknüpft die Autorin hier gekonnt Fakten mit Fiktion. So ist über die Jugend von Maurice de Prendergast und Richard de Clare so gut wie nichts bekannt, und auch wenn man weiß, dass Maurice de Prendergast in die Familie der Geraldines eingeheiratet hat, weiß man nicht, wer genau seine Braut war. So ist hier zwar schon ein guter Teil Fiktion enthalten, doch im Gesamtbild ist der Roman nicht nur stimmig, sondern dazu auch noch spannend erzählt. Der Beginn des Romans wirft einen direkt mitten ins Geschehen, von der ersten Seite an kann man mit den jungen Knappen mitfiebern, wie sie in ständigem Wettbewerb zueinander stehen, wie sie Ungerechtigkeiten vom Fechtmeister oder der Frau des Constables über sich ergehen lassen müssen, aber auch, wie sich Feind- und Freundschaften entwickeln. Über 26 Jahre begleiten wir Maurice, immer wieder von kürzeren und längeren Pausen unterbrochen, sehen, wie aus dem Jungen ein gestandener Ritter wird, der seine eigenen Entscheidungen treffen muss. Maurice ist ein Protagonist, wie ich ihn eigentlich gerne habe, sympathisch, ritterlich, ehrenhaft und in diversen Situationen die Stimme der Vernunft. Leider war er mir dann aber doch manches Mal einfach zu gut, zu glatt, gerne hätte er mehr Ecken und Kanten zeigen dürfen. Dennoch überschreitet seine Darstellung nie die Grenze der Glaubwürdigkeit, und zumindest hin und wieder zeigt er auch mal eine andere, unerwartete Seite. Auch die meisten anderen Charaktere sind sehr liebevoll ausgearbeitet und so bildhaft beschrieben, dass ich keine Probleme hatte, sie mir vorzustellen. Da fällt natürlich Richard de Clare ins Auge, zunächst ein schmächtiger Junge, der aber sehr zielstrebig an sich arbeitet, um seinen Vater zu überflügeln. Doch auch Nebencharaktere wie Griffin, Raymonds Bruder, oder Maria, ihre Mutter, die eher negativ dargestellt werden, sind dabei nie platt, sondern haben ihre Gründe, so zu handeln, wie sie es tun. Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf Niah legen, ein junges Mädchen, das besondere Fähigkeiten hat: Sie ist eine Awenyddion, eine Seherin. Sie bildet hier ein phantastisches Element aus der walisischen Mythologie dieser Zeit, passt also durchaus in die Glaubenswelt ihres Umfelds. Schon früh wird man durch Gespräche immer wieder über die politische Situation und aktuelle Ereignisse in England und Wales in Kenntnis gesetzt, ohne dass dies aufgesetzt wirkt, und auch im weiteren Verlauf bleibt der Leser immer auf dem Laufenden. Dabei findet die Autorin stets das richtige Maß, weder wurde es zu theoretisch in Form von langen Informationsblöcken, noch hatte ich das Gefühl, in der Luft zu hängen und nicht mehr folgen zu können. Auch in diesem Roman ist eine Liebesgeschichte enthalten, im Vergleich zu der in Das Blut der Rebellin spielt sie aber hier eine eher untergeordnete Rolle. Der Roman verfügt über eine recht üppige Zusatzausstattung. Neben einem Nachwort zur Historie sind Karten von Irland und Wales, ein Stammbaum der Geraldines sowie ein Personenregister vorhanden. Fazit Informativ, spannend, lebendig, solche Romane lese ich gerne. Von mir eine klare Leseempfehlung.

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Geraldines 3

Von: Eliza

11.12.2016

Auch mit ihrem dritten historischen Roman konnte Sabrina Qunaj mich wieder vollends überzeugen. Sie gehört für mich zu den ganz „Großen“, die britische Geschichte á la Rebecca Gablé und Ken Follett lebendig werden lassen. Nach Nesta und Isabel präsentiert die Autorin uns diesmal allerdings eine männliche Hauptfigur, die den beiden Vorgängerinnen allerdings in nichts nachsteht. Das Cover ist wieder eine absolute Wucht, ich bin ja bekanntlich ein Fan dieser schlichten Cover und dieses trifft genau meinen Geschmack. Aber auch die übrige Gestaltung des Buches lässt keine Wünsche offen: Karte, Stammbaum, Personenregister, Nachwort sowie die Unterscheidung von historischen und fiktiven Personen runden ein sehr gelungenes Gesamtbild ab. Der Roman wird stringent historisch erzählt, zu Beginn jedes Kapitels erfahren wir als Leser das Jahr und den Handlungsort. Die Kapitel sind wie von Sabrina Qunaj gewohnt relativ lang, dies stört aber durch die vielen „großen“ Abschnitte innerhalb eines Kapitels überhaupt nicht, sodass man auch zwischendurch mal eine Pause einlegen kann. Maurice ist zu Beginn des Romans vierzehn Jahre jung. Ab diesem Zeitpunkt dürfen wir ihn begleiten, dürfen uns mit ihm in Schlachten stürzen, uns aufs diplomatische Parkett begeben und finden uns auf einmal wieder zwischen den großen familiären und politischen Fehden dieser Zeit. Liebe und Freundschaft kommen aber auch nicht zu kurz und berühren schlussendlich unser Herz. Maurice ist ein Ritter seiner Zeit, ein Held der gleichzeitig loyal, aber auch bemüht ist im richtigen Augenblick auf der richtigen Seite zu stehen, um der Gerechtigkeit, dem Frieden und seiner Familie zu dienen. Die Autorin schafft es wieder sehr gekonnt eine Sogwirkung zu entwickeln, die den Leser in den Bann zieht, die Figuren scheinen es am Anfang wieder so unzählig viele zu sein, werden im Laufe des Romans aber immer mehr lebendig und fassbarer, sodass die Masse greifbar und letztlich gut überschaubar wird. Sabrina Qunaj überfordert ihre Leser zu keiner Zeit, sie nimmt sie mit auf eine der spannendsten Reisen, die die Geschichte zu bieten hat. Ihre ausführlichen Beschreibungen liefern bestes Kopfkino und erlauben dem Leser sich nicht nur ein sehr detailliertes Bild von der walisischen und irischen Landschaft zu machen, sondern auch von den Menschen, ihren Bräuchen und Sitten dieser Zeit. Von mir gibt es für diesen überaus überzeugenden historischen Roman eine ganz klare Leseempfehlung für alle Fans des historischen Romans. Ich freue mich jetzt schon auf den vierten Roman der Geraldines an dem Sabrina Qunaj zurzeit schreibt. Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Randomhouse und dem Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Inhalt: Wales im 12. Jahrhundert: Der junge Maurice de Prendergast wird im Haushalt des Constable of Pembroke, Haupt der einflussreichen Geraldine-Sippe, zum Ritter ausgebildet. Nicht nur seine Verlobung mit einer Tochter der Familie, sondern auch die enge Freundschaft zu Richard de Clare, dem Sohn des mächtigen Earl of Pembroke, verschafft ihm bald erbitterte Feinde. Maurice geht aber als Ritter seinen Weg, macht sich an Richards Seite im englischen Bürgerkrieg verdient und spielt eine entscheidende Rolle bei der Eroberung Irlands. Doch als man eine junge Frau aus seiner Vergangenheit in den Krieg hineinzieht, wird seine Loyalität auf eine harte Probe gestellt .. Meine Meinung: Ich muss zugeben, dass ich erst unsicher war, ob ich dieses Buch lesen soll. Die ersten beiden Teile fand ich super und habe sie direkt nacheinander verschlungen, doch der dritte Band ist ja diesmal aus männlicher Sicht erzählt, was mich erst skeptisch gemacht hat, da ich eigentlich lieber Bücher aus weiblicher Sicht lese, aus dem einfachen Grund, dass ich mich dann besser in die Hauptperson reinversetzen kann. Doch für Skepsis gab es absolut keinen Grund. Das Buch war genauso wie die beiden Vorgänger einfach klasse, spannend erzählt und zu keinem Zeitpunkt war es zu langatmig oder langweilig, trotz der relativ hohen Seitenanzahl. Der Hauptprotagonist Maurice war mir sofort unglaublich sympathisch und ich konnte mich super in ihn hineindenken und mit ihm mitfühlen. Auch die anderen Protagonisten war mir bis auf einige sehr sympathisch. Die ganze Handlung war super durchdacht und dass Maurice immer wieder zwischen den Fronten stand, weil er sich entscheiden musste, ob er zu seinen Leuten hält, oder der Gerechtigkeit dient, hat mich wirklich mitgerissen. Auch die Liebesgeschichte hier hat mir wirklich gut gefallen, da diese nicht wirklich eindeutig war. Man hatte am Anfang so eine Ahnung, dann kam es doch wieder anders, und zum Schluss wieder anders - und das kein bisschen vorhersehbar. Mit dem Ende war ich dann auch wirklich sehr zufrieden, doch ich finde es auch schade, dass es nun vorbei ist. Ich hätte nichts gegen noch mehr Bände über die Geraldines. Auf jeden Fall halte ich mich auf dem laufenden, ob von dieser tollen Autorin noch mehr historische Romane in nächster Zeit erscheinen und werde mir diese auf jeden Fall zulegen. Von mir gibt es fünf von fünf Sternen!

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Mit "Der Ritter der Könige" legt Sabrina Qunaj ihren mittlerweile dritten Roman um die große und einflussreiche Geraldines-Sippe aus Wales vor. Im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern ist die Hauptfigur diesmal keine Frau, sondern Maurice de Prendergast, ein junger Flame, der im Haushalt des Constable of Pembroke, einem Geraldine, ausgebildet wird. Hier freundet er sich schon als Junge mit Richard de Clare an und die beiden bleiben eng verbunden. Die Freundschaft und Treue von Maurice wird aber immer wieder hart auf die Probe gestellt, denn ganz unkompliziert ist ihre Freundschaft vor allem in den späteren Jahren nicht. Auf gut 700 Seiten erzählt die junge österreichische Autorin vom Leben und Lieben der Figuren, aber auch von der Geschichte Wales‘ und Irlands. Während in den Vorgängerromanen die Handlung mehr oder weniger ausschließlich in Wales spielte, folgt die Handlung hier den historischen Fakten nach Irland, wo die Normannen sich Hoffnungen auf neues Land machten, als es in Wales zunehmend schwieriger für sie wurde. Obwohl das Buch so dick ist, verfliegen die Seiten nur so, eine Erfahrung, die ich bei den Büchern der Autorin immer wieder mache. Neben den großen historischen Zusammenhängen, die für den Laien aufgrund ihrer Komplexität nicht immer einfach nachzuvollziehen sind, die hier aber wirklich gut dargestellt sind, geht es natürlich auch um das Leben der Figuren im Privaten. Nicht nur Maurice, auch die Nebenfiguren sind interessant und glaubwürdig ausgearbeitet, von den jungen Burschen und Männern, mit denen er aufwächst und mit denen ihn Freundschaft oder erbitterte Feindschaft verbindet, über die Frauen in seinem Leben bis hin zu seinem besten Freund de Clare. Mir persönlich hatte Maurice zu wenig Ecken und Kanten, er war mir zu gut, zu ritterlich in allen Situationen, auch in solchen, wo es wirklich nachvollziehbar gewesen wäre, wenn er sich einmal anders verhalten und zurückgeschlagen hätte. Dementsprechend ist dieses Buch nicht mein Lieblingsband der Reihe, an die vorherigen Protagonistinnen Nesta und Isabel kommt Maurice für mich nicht heran. Dennoch habe ich mich wieder sehr gerne nach Wales und nach Irland entführen lassen, habe bei der Lektüre einiges gelernt und freue mich, dass es einen vierten Geraldines-Roman geben wird! Gut gefällt mir auch immer, dass die Autorin im Nachwort nochmal kurz darauf eingeht, was historisch belegt und was ihre eigene Interpretation und Ausschmückung dieser Fakten ist. Insgesamt also wieder einmal eine Leseempfehlung von mir, zuerst empfehle ich aber die beiden anderen Bände – nicht, weil es inhaltlich nötig wäre, sondern weil sie mir einfach noch ein bisschen besser gefallen haben!

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Inhalt: Wales 1145: Maurice de Prendergast ist, wie viele andere junge Männer auch, im Haushalt des Constable of Pembroke um die Ausbildung zum Knappen zu absolvieren. Der junge Maurice arbeitet hart um seinem Ausbilder gerecht zu werden, doch das ist alles andere als einfach. Der Constable ist ein harter Mann, der mit all seinen Schützlingen nicht sanft umgeht. Nicht nur der Constable macht dem jungen Maurice und seinem besten Freund Meilyr das Leben schwer, auch die Brüder Griffin und Ramond schikanieren ihn wo sie nur können. Als eines Tages Raymond in den Fluss fällt ist der neue der Runde, Richard de Clare, der Erste, der sich aufs Pferd schwingt um ihm zu helfen. Der Sohn des Lords ist ein dürrer und stiller Zeitgenosse, der das Herz an der richtigen Stelle hat. Gemeinsam mit Maurice und Meilyr schaffen sie es den dicken Raymond aus dem Fluss zu ziehen, dabei wäre es um ihn wirklich nicht schade gewesen. Zu allem Überfluss dankt keiner der Brüder es den Jungs, im Gegenteil. Sie tun gerade so, als hätte Maurice Raymond lieber ersaufen lassen. Raymond ist jung, naiv und total auf seinen Bruder fixiert. So bringt alles appellieren an seinen Verstand nichts, er entwickelt einen regelrechten Hass auf Maurice. Am Hof von Maurice FitzGerald und seiner Frau Alice de Montgomery lernt Maurice die geheimnisvolle Niah kennen. Sie ist jung, hübsch und immer an der Seite von Lady Alice zu finden. Das Niah anders ist als andere Mägde und Zofen ist ihm sofort klar. Lady Alice steht kurz vor der Niederkunft und es gibt Komplikationen. Niah hilft auf ihre eigene Art und wird dafür scharf angegangen. Niah soll an einen anderen Ort gebracht werden und Maurice fürchtet das Schlimmste. Wird er sie je wiedersehen? Wo kommt sie hin? Halten sich die Ritter von ihr fern? Sein Eingreifen endet für ihn in einer Art Gefängniszelle. Lange bleibt er nicht alleine, denn die Brüder sehen ihre Chance gekommen und richten ihn übel zu. Als dann auch noch Feuer ausbricht scheint Maurice Ende besiegelt. Jahre später ist aus dem jungen Knappen ein Ritter geworden der von dieser schrecklichen Nacht grausam gezeichnet ist. An seiner Seite immer Richard de Clare, so dass es für ihn keine Frage ist, seinem Freund zu folgen und nach dessen Aufstieg zum Lord in seinen Dienst zu treten. Doch das ist erst der Anfang für Maurice Reise. Als sein eigener Vater sein Land an den Sohn abtritt hat er plötzlich für einen eigenen Haushalt sorgen. Und dann ist da noch Elizabeth, während Maurice Gedanken sich um eine ganz andere Frau drehen. Maurice erhält allerdings nicht viel Gelegenheit zu grübeln, immer wieder zieht er an der Seite seines Freundes Richard in den Kampf und verliert dabei beinahe den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Meinung: 'Der Ritter der Könige' ist der dritte Band der 'Wales'-Reihe und zum ersten Mal schreibt Sabrina Qunaj aus Sicht eines männlichen Protagonisten. Wie auch schon die anderen Bände zuvor sind die historischen Fakten gut und aufwendig recherchiert. Man erlebt ein wenig Geschichtsunterricht in mitreißender Form. Wie auch zuvor enthält das Buch eine Karte und einen Stammbaum. Zudem ein Personenregister mit Anmerkungen ob es sich dabei um eine historisch belegte Person handelt oder einen fiktiven Charakter. Maurice de Prendergast ist eine historisch belegte Figur und er galt als äußerst ritterlich. Ein Gentleman der frühen Stunde so zu sagen. Oftmals habe ich mich in bestimmten Situationen gefragt, warum er ausgerechnet so reagiert und nicht ein wenig egoistischer. Denn gerade seine Freundschaft zu Richard de Clare ist etwas speziell. Ich habe mir so manches Mal gewünscht, er möge auf den Tisch hauen, aber so war er offenbar nicht. Insgesamt fehlt der Figur ein wenig Pfeffer. Aus dem Grund ist dieser Band bisher der schwächste Teil der Reihe, da die anderen beiden Hauptcharaktere mehr Ecken und Kanten hatten. Da war mehr Spannung drin. Maurice ist eine sehr sympathische Figur. Er ist von Herzen gut, hilft wann immer er kann und ist immer zur Stelle wenn er gebraucht wird. Sein Ehrgefühl hat ihn bekannt gemacht und im 12 Jahrhundert wünschte man sich sicherlich häufiger solch einen Ritter. Die anderen Charaktere gefielen mir zum Teil besser, so hat es mir besonders ein irischer Clanführer angetan. Sabrina Qunaj hat bereits verlauten lassen, dass es einen vierten Teil der Reihe geben wird und ich bin sehr gespannt wer dann die Hauptrolle spielen wird. Wieder eine Frau? Oder noch mal ein Mann? Ich freue mich jedenfalls schon auf das Buch, denn mit ihrer Art zu schreiben macht der Ausflug in die Vergangenheit besonders viel Spaß.

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Ritter der Könige

Von: dorli aus Berlin

06.04.2016

In ihrem historischen Roman „Ritter der Könige“ nimmt Sabrina Qunaj den Leser mit in das 12. Jahrhundert nach Wales und Irland und erzählt basierend auf den historischen Ereignissen von März 1145 bis Oktober 1171 die spannende Geschichte des Flamen Maurice de Prendergast - von seinem Werdegang zum Ritter bis hin zu seinem Mitwirken bei der normannischen Eroberung Irlands. Der 14-jährige Maurice de Prendergast begegnet während seiner Knappenzeit im Haushalt des Constable of Pembroke dem gleichaltrigen Richard de Clare – die beiden werden nicht nur gute Freunde, sondern Maurice wird nach seiner Ausbildung auch zu Richards treuestem Ritter, als dieser nach dem frühen Tod seines Vaters zum Earl of Pembroke und Striguil aufsteigt. Maurice und Richard gehen in den folgenden Jahren durch viele Höhen und Tiefen und auch als König Henry II. Richard damit beauftragt, einen Feldzug nach Irland in die Wege zu leiten, ist Maurice mit von der Partie. Maurice macht sich nicht nur als kluger Taktiker auf dem Schlachtfeld einen Namen, es sind vor allen Dingen die ritterlichen Tugenden und sein Sinn für Gerechtigkeit, die ihn auszeichnen. So zögert er auch nicht, seinen Verbündeten den Rücken zu kehren, als diese von ihm ein Handeln erwarten, das nicht seinem Ehrgefühl entspricht. Neben Politik und Kriegsgeschehen, Intrigen, Verrat, Freundschaft und Loyalität kommen auch Liebe und Leidenschaft nicht zu kurz. Maurice begegnet im Verlauf der Handlung drei ganz unterschiedlichen Frauen, die sein Leben immer wieder beeinflussen. Da ist zunächst einmal Elizabeth, die bereits bei ihrer Geburt mit Maurice verlobt wird. Außerdem die etwas bissige, aber äußerst kluge Marared, eine wunderbare Frau, die Maurice liebt und ihm eine aufrechte Freundin ist. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Niah, die viele Ereignisse in ihren Visionen vorhersieht. Die zahlreichen historischen und fiktiven Akteure werden bunt und detailliert beschrieben, bekommen allesamt schnell ein Gesicht, haben Ecken und Kanten und bringen darüber hinaus den nötigen Schwung mit, um den Leser zu fesseln und bestens zu unterhalten. Es gelingt Sabrina Qunaj zudem ausgezeichnet, ihre Begeisterung für die Historie Wales’ an den Leser weiterzugeben. Der lebendige Schreibstil der Autorin und ihre wundervoll bildliche Erzählweise mit den ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze und den facettenreichen Schilderungen der Ereignisse lassen auch diesen dritten Roman rund um das Leben der Geraldines zu einem echten Highlight werden. Absolute Leseempfehlung!

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Für Ehre und Gerechtigkeit

Von: leseratte1310 aus Mönchengladbach

27.03.2016

Während der junge Maurice de Prendergast im Wales des 12. Jh. als Knappe beim Constable of Pembroke, dem Führer der mächtigen Geraldine-Sippe, weilt, freundet er sich mit dem Sohn des Hauses, Richard de Clare, an. Diese Freundschaft, welche die beiden Zeit ihres Lebens verbindet, beschert Maurice aber auch Feinde. Sie kämpfen gemeinsam im englischen Bürgerkrieg und später führt es sie nach Irland, wo sie kämpfen, um das Land zu erobern. Auch dieser dritte Band einer Reihe von Büchern dreht sich um die Geschichte der Familie der Geraldines. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Vorgängerbände zu kennen, da in diesem das Hauptaugenmerk auf Maurice de Prendergast gelegt wird. Maurice ist ein sympathischer junger Mann, dem Freundschaft und Ehre viel bedeuten. Im Gegensatz zu seinem Freund Meilyr FitzHenry handelt er überlegt und vernünftig. Eigentlich stammt er aus Flandern, aber seine Familie hat es nach Wales verschlagen. Er ist verheiratet mit Elizabeth, einer Geraldine, aber es zieht ihn auch immer wieder zu der geheimnisvollen Niah, die seherische Fähigkeiten hat und in Heilkunst bewandert ist. Richard de Clare ist Erbe eines mächtigen Hauses und die Erwartungen an ihn sind hoch. So kommt es, dass er sich im Laufe der Geschichte von einem jungen Mann, dem die gleichen Werte wie Maurice wichtig sind, zu einem Menschen entwickelt der unangenehme Entscheidungen treffen muss und sich damit eine gewisse Härte zulegt. Der Erzählstil von Sabrina Qunaj ist authentisch und wundervoll zu lesen. Zu den historisch belegten Persönlichkeiten werden fiktive Charaktere gesellt und so können wir uns an einer sehr unterhaltsamen Geschichte erfreuen, die ein gutes Bild der damaligen Zeit vermittelt. Dabei geht es überhaupt nicht beschaulich zu, denn kaum ist ein Kampf ausgefochten, geht es in den nächsten. Die Beschreibungen der Landschaften lassen Bilder erstehen, so dass man sich sofort dorthin versetzt fühlt. Man leidet und freut sich mit den sympathischen Personen, den anderen wünscht man die Pest an den Hals und würde oft gerne dazwischenfunken. Maurice de Prendergast ist ein friedliebender Mensch, der einiges einstecken muss, daher hat er natürlich meine ganz besondere Sympathie. Ein wundervolles Buch.

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Die spannende Geschichte des flämischen Ritters Maurice de Prendergast

Von: Karin Wenz-Langhans aus Limbach

23.03.2016

Wales im 12. Jahrhundert: der junge Maurice de Prendergast durchläuft in Pembroke, dem Haushalt der Geraldines, seine Ausbildung als Knappe und lernt dabei Richard de Clare, den Sohn des Earl of Pembroke kennen. Zwischen den beiden jungen Männern entsteht eine tiefe jahrelange Freundschaft, die sie zu Ruhm und Ehre und bis nach Irland führen. Mit diesem Buch legt die Autorin den dritten Band vor, dessen Handlung um die einflussreiche Familie der Geraldines angesiedelt ist, wobei jeder Roman eine eigenständige Geschichte ist und unabhängig gelesen werden kann. Wenn man jedoch „Die Tochter des letzten Königs“ und „Das Blut der Rebellin“ kennt, wird man dem einen oder anderen bekannten Namen oder Begebenheit aus den Büchern begegnen. Und lesenswert sind sie allemal. Im vorliegenden Roman erzählt Sabrina Qunaj, im Gegensatz zu den letzten beiden Büchern, diesmal die Geschichte aus der Sicht eines männlichen Protagonisten – und ich muss sagen, dass ist ihr hervorragend gelungen. Die Handlung ist spannend und die Seiten fliegen wieder nur so dahin, so dass ich nach beinahe 700 Seiten die Figuren etwas wehmütig habe ziehen lassen. Die Charaktere sind, wie in den vorigen Büchern, in ihrer Vielschichtigkeit sehr gut gelungen und führen zu manch einer Überraschung. Besonders Maurice de Prendergast hat es mir angetan, da er ein Mann ist, der Ehre und Freundschaft sehr hoch hält. Er ist weder kopflos noch unüberlegt, was ihm immer wieder die scherzhafte Bemerkung seiner Freunde, dass er mal wieder die Stimme der Vernunft wäre, einbringt. Aber auch Richard de Clare hat mir gut gefallen, er legt sehr viel Wert auf Maurices Meinung und in seiner Freundschaft zu ihm liegt tiefes Vertrauen. Allerdings hat Richard den Nachteil, dass eine enorme Erwartungshaltung auf ihn als Earl of Pembroke liegt, ein Druck, der manchmal zu Entscheidungen führt, die ihm eigentlich zuwider sind. Mir hat dieses Buch über die tiefe Freundschaft zweier Männer, das aber auch Einblick in den brutalen Alltag des Krieges gibt, wieder ausnehmend gut gefallen und freue mich sehr auf die weiteren Werke der Autorin.

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